Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
3

Das Wirken Johannes’ des Täufers

Mt 3,1-12; Mk 1,1-8; Joh 1,6-8.19-28

31Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius; Pontius Pilatus war Gouverneur von Judäa, Herodes regierte als Tetrarch3,1 Gemeint ist Herodes Antipas. Siehe dazu und zu Tetrarch die Anmerkung zu Apostelgeschichte 13,1. in Galiläa, sein Bruder Philippus3,1 W Philippus regierte als Tetrarch. in Ituräa und Trachonitis, Lysanias3,1 W Lysanias regierte als Tetrarch. in Abilene; 2Hohepriester waren Hannas und Kajafas.

Da bekam Johannes, der Sohn des Zacharias, in der Wüste von Gott seinen Auftrag.3,2 W Da erging das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias, in der Wüste. 3Er durchzog die ganze Jordangegend und rief die Menschen dazu auf, umzukehren und sich taufen zu lassen, um Vergebung der Sünden zu empfangen3,3 W und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden.. 4So erfüllte sich, was im Buch3,4 W im Buch der Worte. des Propheten Jesaja steht:

»Hört, eine Stimme ruft in der Wüste:

›Bereitet dem Herrn den Weg!

Ebnet seine Pfade!‹

5Jedes Tal soll aufgefüllt

und jeder Berg und jeder Hügel abgetragen werden.

Krumme Wege müssen begradigt

und holprige eben gemacht werden.

6Und die ganze Welt3,6 W Und alles Fleisch. soll das Heil3,6 Od die Rettung. sehen,

das von Gott kommt.«3,6 Jesaja 40,3-5 (nach der Septuaginta).

7Die Menschen kamen3,7 W gingen … hinaus. in großer Zahl zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Doch er sagte zu ihnen: »Ihr Schlangenbrut! Wer hat euch auf den Gedanken gebracht, ihr könntet dem kommenden Gericht3,7 W Zorn. entgehen? 8Bringt Früchte, die zeigen, dass es euch mit der Umkehr ernst ist3,8 W die der Umkehr angemessen sind., und denkt nicht im Stillen: ›Wir haben ja Abraham zum Vater!‹ Ich sage euch: Gott kann Abraham aus diesen Steinen hier Kinder erwecken. 9Die Axt ist schon an die Wurzel der Bäume gelegt, und jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.«

10Da fragten ihn die Leute: »Was sollen wir denn tun?« 11Johannes gab ihnen zur Antwort: »Wer zwei Hemden hat, soll dem eins geben, der keines hat. Und wer etwas zu essen hat, soll es mit dem teilen, der nichts hat.«

12Auch Zolleinnehmer kamen, um sich taufen zu lassen; sie fragten ihn: »Meister, was sollen wir tun?« 13Johannes erwiderte: »Verlangt nicht mehr von den Leuten, als festgesetzt ist.«

14»Und wir«, fragten einige Soldaten, »was sollen wir denn tun?« Er antwortete: »Beraubt3,14 Od Misshandelt. und erpresst niemand, sondern gebt euch mit eurem Sold zufrieden!«

15Das Volk war voll Erwartung, und alle fragten sich, ob Johannes etwa der Messias3,15 Od Christus. sei. 16Doch Johannes erklärte vor allen: »Ich taufe euch mit Wasser. Aber es kommt einer, der stärker ist als ich; ich bin es nicht einmal wert, ihm die Riemen seiner Sandalen zu lösen. Er wird euch mit3,16 Od in. dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. 17Er hat die Worfschaufel in der Hand, um die Spreu vom Weizen zu trennen3,17 W um seine Tenne gründlich zu reinigen.. Den Weizen wird er in die Scheune bringen, die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.«

18Mit diesen und noch vielen anderen ernsten3,18 W ermahnenden. Worten verkündete Johannes dem Volk die Botschaft ´Gottes`. 19Er wies auch den Tetrarchen Herodes zurecht, weil dieser dem eigenen Bruder dessen Frau Herodias weggenommen hatte3,19 W zurecht wegen Herodias, der Frau seines Bruders.. Johannes hielt ihm außerdem all das Böse vor, das er ´sonst noch` getan hatte. 20Da fügte Herodes allem begangenen Unrecht auch noch das hinzu, dass er Johannes ins Gefängnis werfen ließ.

Die Taufe Jesu

Mt 3,13-17; Mk 1,9-11; Joh 1,32-34

21Unter all den vielen, die sich taufen ließen, war auch Jesus.3,21 W Als das ganze Volk sich taufen ließ, ließ auch Jesus sich taufen. Als er nach seiner Taufe betete, öffnete sich der Himmel, 22und der Heilige Geist kam in sichtbarer3,22 W leiblicher. Gestalt wie eine Taube auf ihn herab. Und aus dem Himmel sprach eine Stimme: »Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Freude.3,22 AL(2) Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Psalm 2,7.«

Der Stammbaum Jesu

Mt 1,1-16

23Jesus war ungefähr dreißig Jahre alt, als er anfing, ´öffentlich zu wirken`. Man hielt ihn für den Sohn Josefs. Josef war der Sohn Elis, 24Eli der Sohn Mattats, Mattat der Sohn Levis, Levi der Sohn Melchis, Melchi der Sohn Jannais, Jannai der Sohn Josefs, 25Josef der Sohn Mattitjas, Mattitja der Sohn des Amos, Amos der Sohn Nahums, Nahum der Sohn Heslis, Hesli der Sohn Naggais, 26Naggai der Sohn Mahats, Mahat der Sohn Mattitjas, Mattitja der Sohn Schimis, Schimi der Sohn Josechs, Josech der Sohn Jodas, 27Joda der Sohn Johanans, Johanan der Sohn Resas, Resa der Sohn Serubbabels, Serubbabel der Sohn Schealtiels, Schealtiel der Sohn Neris, 28Neri der Sohn Melchis, Melchi der Sohn Addis, Addi der Sohn Kosams, Kosam der Sohn Elmadams, Elmadam der Sohn Ers, 29Er der Sohn Josuas, Josua der Sohn Eliesers, Elieser der Sohn Jorims, Jorim der Sohn Mattats, Mattat der Sohn Levis, 30Levi der Sohn Simeons, Simeon der Sohn Judas, Juda der Sohn Josefs, Josef der Sohn Jonams, Jonam der Sohn Eljakims, 31Eljakim der Sohn Meleas, Melea der Sohn Mennas, Menna der Sohn Mattatas, Mattata der Sohn Natans, Natan der Sohn Davids, 32David der Sohn Isais, Isai der Sohn Obeds, Obed der Sohn des Boas, Boas der Sohn Salmons3,32 Die griechische Schreibweise von Salmon lautet in den besten Handschriften wie die von Schelach (Verse 35 und 36), nämlich Sala., Salmon der Sohn Nachschons, 33Nachschon der Sohn Amminadabs, Amminadab der Sohn Admins, Admin der Sohn Arnis, Arni der Sohn Hezrons, Hezron der Sohn des Perez, Perez der Sohn Judas, 34Juda der Sohn Jakobs, Jakob der Sohn Isaaks, Isaak der Sohn Abrahams, Abraham der Sohn Terachs, Terach der Sohn Nahors, 35Nahor der Sohn Serugs, Serug der Sohn Regus, Regu der Sohn Pelegs, Peleg der Sohn Ebers, Eber der Sohn Schelachs, 36Schelach der Sohn Kenans, Kenan der Sohn Arpachschads, Arpachschad der Sohn Sems, Sem der Sohn Noahs, Noah der Sohn Lamechs, 37Lamech der Sohn Metusalems, Metusalem der Sohn Henochs, Henoch der Sohn Jereds, Jered der Sohn Mahalalels, Mahalalel der Sohn Kenans, 38Kenan der Sohn des Enosch, Enosch der Sohn Sets, Set der Sohn Adams; Adam war von Gott erschaffen3,38 W Adam war (der Sohn) Gottes..

4

Die Versuchung Jesu

Mt 4,1-11; Mk 1,12-13

41Erfüllt mit dem Heiligen Geist, verließ Jesus die Jordangegend. Vierzig Tage war er, vom Geist geführt, in der Wüste 2und wurde4,2 Od Er war, vom Geist geführt, in der Wüste 2 und wurde vierzig Tage lang. vom Teufel versucht. Während jener ganzen Zeit aß er nichts, sodass er am Ende sehr hungrig war.

3Da sagte der Teufel zu ihm: »Wenn du Gottes Sohn bist, dann befiehl diesem Stein hier, er soll zu Brot werden.« 4Aber Jesus gab ihm zur Antwort: »Es heißt in der Schrift: ›Der Mensch lebt4,4 W wird/soll … leben. nicht nur von Brot.‹4,4 5. Mose 8,3.«

5Der Teufel führte ihn an eine hochgelegene Stelle4,5 W führte ihn hinauf., zeigte ihm in einem einzigen Augenblick alle Reiche der Erde 6und sagte: »Alle diese Macht und Herrlichkeit will ich dir geben. Denn mir ist das alles übergeben, und ich gebe es, wem ich will. 7Du brauchst mich nur anzubeten, und alles gehört dir.« 8Aber Jesus entgegnete: »Es heißt in der Schrift: ›Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten; ihm allein sollst du dienen.‹4,8 5. Mose 6,13.«

9Der Teufel führte ihn auch nach Jerusalem, stellte ihn auf einen Vorsprung des Tempeldaches4,9 auf den Rand der Tempelmauer. und sagte: »Wenn du Gottes Sohn bist, dann stürz dich von hier hinunter! 10Denn es heißt in der Schrift:

›Er wird seine Engel schicken4,10 W Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben.,

damit sie dich behüten.

11Sie werden dich auf ihren Händen tragen,

damit du mit deinem Fuß nicht an einen Stein stößt.‹4,11 Psalm 91,11.12.«

12Jesus erwiderte: »Es heißt aber auch: ›Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht herausfordern!‹4,12 5. Mose 6,16.«

13Nachdem der Teufel alles versucht hatte, um Jesus zu Fall zu bringen4,13 W Nachdem der Teufel jede Versuchung beendet hatte., ließ er ihn für einige Zeit4,13 Od bis zu einer günstigen Gelegenheit. in Ruhe.

Jesu erstes öffentliches Wirken in Galiläa

Mt 4,12-17; Mk 1,14-15

14Erfüllt mit der Kraft des Geistes, kehrte Jesus nach Galiläa zurück. Bald sprach man in der ganzen Gegend von ihm. 15Er lehrte in den4,15 W in ihren. Synagogen und wurde von allen hoch geachtet.

Jesus in seiner Heimatstadt Nazaret

Mt 13,54-58; Mk 6,1-6a

16So kam Jesus auch nach Nazaret, wo er aufgewachsen war. Am Sabbat ging er, wie er es gewohnt war, in die Synagoge. Er stand auf, um ´aus der Schrift` vorzulesen, 17und man reichte ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja. Er rollte sie auf und las4,17 W fand. die Stelle, an der es heißt:

18»Der Geist des Herrn ruht auf mir,

denn der Herr hat mich gesalbt.

Er hat mich gesandt mit dem Auftrag,

den Armen gute Botschaft zu bringen4,18 Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hinzu: und die zu heilen, deren Herz zerbrochen ist.,

den Gefangenen zu verkünden, dass sie frei sein sollen,

und den Blinden, dass sie sehen werden,

den Unterdrückten die Freiheit zu bringen,

19und ein Jahr der Gnade des Herrn auszurufen.«4,19 Jesaja 61,1.2; 58,6.

20Jesus rollte die Buchrolle zusammen, gab sie dem Synagogendiener zurück und setzte sich. Alle in der Synagoge sahen ihn gespannt an. 21Er begann zu reden. »Heute hat sich dieses Schriftwort erfüllt«, sagte er zu ihnen. »Ihr seid Zeugen.«4,21 W erfüllt vor euren Ohren«, sagte er zu ihnen.

22Alle waren von ihm beeindruckt und staunten über seine Worte. Sie mussten zugeben, dass das, was er sagte, ihm von Gott geschenkt war.4,22 Od und staunten über die Botschaft von Gottes Gnade, die er ihnen verkündete. W 22 Alle legten Zeugnis für ihn ab (od stimmten ihm zu) und staunten über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund kamen. »Aber ist er denn nicht der Sohn Josefs?«, fragten sie.

23Da sagte Jesus zu ihnen: »Ihr werdet mir sicher das Sprichwort vorhalten: ›Arzt, hilf dir selbst!‹ und werdet sagen: ›Wie wir gehört haben, hast du in Kafarnaum große Dinge getan. Nun, dann tu sie auch hier in deiner Vaterstadt!‹«

24»Ich sage euch«, fuhr Jesus fort, »kein Prophet gilt etwas in seiner Vaterstadt. 25Im Übrigen erinnere ich euch an Folgendes4,25 W 25 Wahrheitsgemäß sage ich euch / Wahrhaftig, ich sage euch.: Es gab in Israel viele Witwen, als es in den Tagen Elias drei Jahre und sechs Monate nicht regnete4,25 W als in den Tagen Elias der Himmel drei Jahre und sechs Monate verschlossen war. und im ganzen Land eine große Hungersnot herrschte. 26Und doch wurde Elia zu keiner von ihnen geschickt, sondern zu einer Witwe in Sarepta im Gebiet von Sidon. 27Und zur Zeit des Propheten Elisa gab es in Israel viele Aussätzige. Aber nicht einer von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman.«

28Als die Leute in der Synagoge das hörten, packte sie alle die Wut. 29Sie sprangen auf, zerrten Jesus zur Stadt hinaus und führten ihn an einen Abhang des Hügels, auf dem ihre Stadt erbaut war; dort wollten sie ihn hinunterstürzen. 30Jesus aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging fort.

Austreibung eines bösen Geistes in der Synagoge von Kafarnaum

Mk 1,21-28

31Jesus ging hinunter nach Kafarnaum, einer Stadt in Galiläa, und sprach4,31 W lehrte. dort am Sabbat zu den Menschen. 32Sie waren von seiner Lehre tief beeindruckt, denn er redete mit Vollmacht.

33In der Synagoge war auch ein Mann, der einen bösen Geist hatte, einen Dämon4,33 W der einen Geist, einen unreinen Dämon, hatte.. Er schrie mit lauter Stimme: 34»Was4,34 W »Ach (Lass uns in Ruhe)! Was. willst du von uns, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns zugrunde zu richten?4,34 Du bist gekommen, um uns zugrunde zu richten! Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!« – 35»Schweig!«, befahl ihm Jesus. »Verlass diesen Mann!« Da warf der Dämon den Mann mitten in der Synagoge zu Boden und verließ ihn, ohne ihm noch etwas antun zu können.

36Furcht und Staunen ergriff alle, und sie sagten zueinander: »Was für eine Vollmacht und Kraft hat sein Wort! Er befiehlt den bösen Geistern4,36 W Was ist das für ein Wort?! Denn mit Vollmacht und Kraft befiehlt er den unreinen Geistern. auszufahren, und sie fahren aus.« 37Bald gab es in der ganzen Gegend keinen Ort mehr, an dem man nicht von Jesus sprach.

Weiteres Wirken Jesu in Kafarnaum

Mt 8,14-17; Mk 1,29-34

38Von der Synagoge aus ging Jesus4,38 Od Jesus verließ die Synagoge und ging. in das Haus Simons. Dessen Schwiegermutter hatte hohes Fieber, und man bat Jesus, ihr zu helfen. 39Er trat zu ihr hin, beugte sich über sie und befahl dem Fieber, sie zu verlassen. Das Fieber verschwand, und sofort stand sie auf und sorgte für das Wohl Jesu und seiner Begleiter4,39 W stand sie auf und diente ihnen..

40Als die Sonne unterging, brachten alle Leute ihre Kranken zu Jesus – Menschen mit den verschiedensten Leiden. Er legte jedem Einzelnen von ihnen die Hände auf und heilte sie. 41Von vielen fuhren auch Dämonen aus; diese schrien: »Du bist der Sohn Gottes!« Aber Jesus trat ihnen mit Nachdruck entgegen und verbot ihnen zu reden; denn sie wussten, dass er der Messias4,41 Od Christus. war.

Jesu Botschaft soll alle erreichen

Mk 1,35-39

42Bei Tagesanbruch verließ Jesus ´das Haus4,42 Od die Stadt.` und ging an einen einsamen Ort. Doch die Leute suchten ihn, bis sie ihn gefunden hatten. Sie wollten ihn festhalten und verhindern, dass er von ihnen wegging. 43Aber er sagte zu ihnen: »Ich muss auch den anderen Städten die Botschaft vom Reich Gottes verkünden, denn dazu bin ich gesandt worden.« 44Von da an verkündete er die Botschaft vom Reich Gottes überall in den Synagogen des jüdischen Landes4,44 Od in den Synagogen von Judäa (aL(2) von Galiläa)..

5

Die Berufung der ersten Jünger

Mk 1,16-20; Joh 1,35-51

51Eines Tages stand Jesus am See Gennesaret; eine große Menschenmenge drängte sich um ihn und wollte das Wort Gottes hören5,1 Od und hörte der Verkündigung von Gottes Wort zu.. 2Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und reinigten ihre Netze. 3Jesus stieg in das Boot, das Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit auf den See hinauszufahren. So konnte er im Boot sitzen und von dort aus zu den Menschen sprechen5,3 W die Menschenmengen zu lehren..

4Als er aufgehört hatte zu reden, wandte er sich an Simon und sagte: »Fahr jetzt weiter hinaus auf den See; werft dort eure Netze zum Fang aus!« 5Simon antwortete: »Meister, wir haben uns die ganze Nacht abgemüht und haben nichts gefangen. Aber weil du es sagst, will ich die Netze auswerfen.« 6Das taten sie dann auch, und sie fingen eine solche Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen begannen. 7Deshalb winkten sie den Fischern5,7 W den Gefährten/Arbeitskollegen. im anderen Boot, sie sollten kommen und mit anpacken. Zusammen füllten sie die beiden Boote, bis diese schließlich so voll waren, dass sie zu sinken drohten.

8Als Simon Petrus das sah, warf er sich vor Jesus auf die Knie und sagte: »Herr, geh fort von mir! Ich bin ein sündiger Mensch.« 9Denn ihm und allen, die bei ihm ´im Boot` waren, war der Schreck in die Glieder gefahren, weil sie solch einen Fang gemacht hatten, 10und genauso ging es Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die zusammen mit Simon Fischfang betrieben5,10 W die Simons Gefährten/Teilhaber waren.. Doch Jesus sagte zu Simon: »Du brauchst dich nicht zu fürchten. Von jetzt an wirst du ein Menschenfischer sein.« 11Da zogen sie die Boote an Land, ließen alles zurück und schlossen sich ihm an5,11 Od und folgten ihm nach..

Heilung eines Aussätzigen

Mt 8,1-4; Mk 1,40-45

12In einer der Städte, durch die Jesus kam, war ein Mann, der am ganzen Körper Aussatz hatte. Als er Jesus sah, warf er sich vor ihm nieder und flehte ihn an: »Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen.« 13Da streckte Jesus die Hand aus und berührte ihn. »Ich will es«, sagte er, »sei rein!« Im selben Augenblick verschwand der Aussatz. 14Jesus verbot dem Geheilten, mit jemand darüber zu sprechen. »Geh statt dessen zum Priester«, befahl er, »zeig dich ihm und bring das Opfer für deine Reinigung dar, wie Mose es vorgeschrieben hat. Das soll ein Zeichen5,14 W ein Zeugnis. für sie sein.«

15Jesus wurde immer bekannter5,15 W Doch die Rede über ihn verbreitete sich umso mehr.; die Menschen strömten in Scharen herbei, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden. 16Er aber zog sich5,16 Od zog sich immer wieder. in die Einsamkeit zurück, um zu beten.

Heilung eines Gelähmten

Mt 9,2-8; Mk 2,1-12

17Eines Tages, als Jesus lehrte, saßen unter den Zuhörern auch Pharisäer und Gesetzeslehrer, die aus allen Dörfern Galiläas und aus Judäa und5,17 Od Galiläas und Judäas und aus. Jerusalem gekommen waren. Die Kraft des Herrn war durch ihn wirksam, sodass Heilungen geschehen konnten.5,17 W Die Kraft des Herrn war da, damit/sodass er heilte. 18Da brachten einige Männer einen Gelähmten auf einer Tragbahre. Sie versuchten, ihn ins Haus hineinzutragen, um ihn vor Jesus niederzulegen. 19Doch es herrschte ein solches Gedränge, dass sie keinen Weg fanden, den Kranken zu ihm zu bringen. Da stiegen sie auf das Dach des Hauses, deckten einige Ziegel ab und ließen den Gelähmten samt seiner Bahre mitten in den Raum hinunter, genau vor Jesus. 20Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Mann: »Mein Freund5,20 W Du Mensch., deine Sünden sind dir vergeben!«

21Das erregte den Widerspruch der Schriftgelehrten und Pharisäer.5,21 W Die Schriftgelehrten und die Pharisäer begannen sich Gedanken zu machen. »Wer ist dieser Mensch, der solche Gotteslästerungen ausspricht?«, fragten sie sich. »Niemand kann Sünden vergeben außer Gott.« 22Jesus wusste, was sie dachten. »Warum gebt ihr solchen Gedanken Raum in euren Herzen?«, fragte er sie. 23»Was ist leichter – zu sagen: ›Deine Sünden sind dir vergeben‹ oder: ›Steh auf und geh umher!‹? 24Doch ihr sollt wissen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben.« Und er wandte sich zu dem Gelähmten und sagte: »Ich befehle dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh nach Hause!« 25Sofort stand der Mann auf, nahm vor ihren Augen die Bahre, auf der er gelegen hatte, und ging, Gott lobend und preisend, nach Hause. 26Da gerieten alle außer sich vor Staunen und priesen Gott; voll Ehrfurcht sagten sie: »Heute haben wir unglaubliche Dinge erlebt.«

Die Berufung des Zolleinnehmers Levi

Mt 9,9; Mk 2,13-14

27Als Jesus danach weiterging und am Zollhaus vorbeikam, sah er dort einen Zolleinnehmer sitzen, einen Mann namens Levi. Jesus sagte zu ihm: »Folge mir nach!« 28Da stand Levi auf, ließ alles zurück und folgte Jesus.

Jesu Gemeinschaft mit Zolleinnehmern und Sündern

Mt 9,10-13; Mk 2,15-17

29Levi gab Jesus zu Ehren in seinem Haus ein großes Fest. Zusammen mit Jesus und seinen Jüngern5,29 W Zusammen mit ihnen. nahmen zahlreiche Zolleinnehmer und andere ´Leute von zweifelhaftem Ruf` an dem Essen teil. 30Die Pharisäer und ihre Anhänger unter den Schriftgelehrten5,30 W und ihre Schriftgelehrten. waren darüber empört und stellten die Jünger zur Rede. »Wie könnt ihr nur zusammen mit Zolleinnehmern und Sündern essen und trinken?«, sagten sie. 31Jesus selbst gab ihnen die Antwort: »Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. 32Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen; ich bin gekommen, um Sünder zur Umkehr zu rufen.«

Junger Wein gehört nicht in alte Schläuche

Mt 9,14-17; Mk 2,18-22

33Daraufhin sagten sie zu Jesus: »Die Jünger des Johannes fasten oft und verrichten Gebete, ebenso die Jünger der Pharisäer; deine Jünger jedoch ´fasten nicht, sondern` essen und trinken.« 34Jesus entgegnete ihnen: »Könnt ihr etwa bei einer Hochzeit die Gäste5,34 W die Söhne des Hochzeitssaales / des Brautzimmers (d. h. die dem Bräutigam besonders nahe stehenden Hochzeitsgäste). fasten lassen, während der Bräutigam noch bei ihnen ist? 35Es kommt allerdings eine Zeit, wo ihnen der Bräutigam entrissen sein wird; dann5,35 W dann, in jenen Tagen. werden sie fasten.«

36Jesus gebrauchte noch einen Vergleich; er sagte: »Niemand schneidet ein Stück Stoff aus einem neuen Kleid und flickt damit ein altes; sonst ist das neue Kleid zerschnitten, und zu dem alten passt das herausgeschnittene Stück ja gar nicht. 37Auch füllt niemand jungen Wein in alte Schläuche. Er gärt ja noch und würde die Schläuche zum Platzen bringen; der Wein würde auslaufen, und auch die Schläuche wären nicht mehr zu gebrauchen. 38Nein, jungen Wein füllt man in neue Schläuche. 39Aber niemand, der vom alten Wein getrunken hat, will vom jungen etwas wissen. ›Der alte ist besser5,39 Od gut.‹, sagt er.«