Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
20

Die Frage nach der Vollmacht Jesu

Mt 21,23-27; Mk 11,27-33

201Eines Tages, als Jesus im Tempel lehrte und dem Volk die Botschaft ´vom Reich Gottes` verkündete, erschienen die führenden Priester und die Schriftgelehrten in Begleitung der Ältesten. 2»Sag uns«, forderten sie ihn auf, »woher nimmst du dir das Recht, das alles zu tun?20,2 W »in welcher Vollmacht tust du diese Dinge? Wer ist es, der dir die Vollmacht dazu gegeben hat?«

3»Ich will euch eine Gegenfrage stellen«, erwiderte Jesus. »Sagt mir: 4Stammte die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen?« 5Sie überlegten miteinander hin und her: »Wenn wir antworten: ›Vom Himmel‹, wird er sagen: ›Warum habt ihr Johannes dann nicht geglaubt?‹ 6Antworten wir aber: ›Von Menschen‹, dann wird uns das ganze Volk steinigen; denn alle sind überzeugt, dass Johannes ein Prophet war.« 7Schließlich erklärten sie, sie wüssten nicht, woher die Taufe des Johannes stamme. 8Da erwiderte Jesus: »Dann sage ich euch auch nicht, woher ich die Vollmacht habe, so zu handeln.«

Das Gleichnis von den Weinbergpächtern

Mt 21,33-46; Mk 12,1-12

9Daraufhin erzählte Jesus dem Volk ein Gleichnis. Er sagte: »Ein Mann legte einen Weinberg an; er verpachtete ihn20,9 W verpachtete ihn an Weinbauern. und verreiste dann für längere Zeit. 10Zur gegebenen Zeit schickte er einen Diener zu den Pächtern, um sich von ihnen seinen Anteil am Ertrag des Weinbergs geben zu lassen. Doch die Pächter verprügelten den Diener und jagten ihn mit leeren Händen davon. 11Da schickte der Mann einen anderen Diener, aber dem ging es nicht besser: Sie verprügelten ihn, trieben ihren Spott mit ihm und jagten auch ihn mit leeren Händen fort. 12Er schickte noch einen dritten. Auch den wiesen sie ab; sie schlugen ihn blutig und warfen ihn zum Weinberg hinaus.

13›Was soll ich tun?‹, fragte sich der Besitzer des Weinbergs. ›Ich werde meinen Sohn schicken, ihn, den ich so sehr liebe. Vor ihm werden sie Achtung haben.‹ 14Als die Pächter den Sohn kommen sahen, überlegten sie, was sie tun sollten. ›Das ist der Erbe‹, sagten sie zueinander. ›Wir bringen ihn um, dann gehört das Erbe uns!‹ 15Und sie stießen ihn zum Weinberg hinaus und brachten ihn um.

Was wird nun der Besitzer des Weinbergs mit diesen Pächtern machen? 16Er wird kommen und sie umbringen, und den Weinberg wird er anderen anvertrauen.«

Die Zuhörer waren entsetzt. »Nur das nicht!«, sagten sie. 17Jesus sah sie an und sagte dann: »Was bedeutet denn jene Schriftstelle:

›Der Stein, den die Bauleute für unbrauchbar erklärten,

ist zum Eckstein geworden‹20,17 Psalm 118,22.?

18Jeder, der auf diesen Stein fällt, wird zerschmettert, und der, auf den der Stein fällt, wird von ihm zermalmt.«

19Daraufhin hätten die Schriftgelehrten und die führenden Priester Jesus am liebsten auf der Stelle festgenommen, denn es war ihnen klar, dass sie mit diesem Gleichnis gemeint waren. Aber ´sie wagten es nicht, weil` sie vor dem Volk Angst hatten.

Die Frage nach der Berechtigung der kaiserlichen Steuer

Mt 22,15-22; Mk 12,13-17

20Da sie jedoch entschlossen waren, Jesus nicht mehr aus den Augen zu lassen, beauftragten sie einige Männer damit, ihn zu beobachten.20,20 W 20 Sie beobachteten ihn (od Sie warteten auf eine andere Gelegenheit) und schickten Spitzel. Diese sollten sich den Anschein geben, als meinten sie es ehrlich20,20 Od als ginge es ihnen nur um das, was recht ist., und sollten ihm eine Äußerung entlocken, die es ermöglichen würde, ihn dem Gouverneur zu übergeben und ihn verurteilen zu lassen20,20 W sollten ihn bei einem Wort ertappen, sodass sie ihn der Macht und der Gewalt des Gouverneurs übergeben könnten.. 21Sie legten ihm deshalb eine Frage vor. »Meister«, sagten sie, »wir wissen, dass das, was du sagst und lehrst, richtig ist20,21 dass du aufrichtig redest und lehrst.. Du lässt dich von keinem Menschen beeinflussen, wie angesehen er auch sein mag. Wenn du lehrst, wie man nach Gottes Willen leben soll, lässt du dich allein von der Wahrheit leiten.20,21 W Vielmehr lehrst du den Weg Gottes der Wahrheit entsprechend. 22Ist es nun richtig20,22 W erlaubt., wenn wir dem Kaiser Steuern zahlen, oder nicht?«

23Aber Jesus durchschaute die List. 24»Zeigt mir eine Silbermünze20,24 W einen Denar. Siehe die Sacherklärungen.!«, sagte er zu ihnen. »Wessen Bild und Name ist hier aufgeprägt?20,24 W Wessen Bild und Aufschrift hat er?« Sie antworteten: »´Das Bild und der Name` des Kaisers.« 25Da sagte Jesus zu ihnen: »Nun, dann gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und gebt Gott, was Gott gehört!«

26Es war ihnen also nicht gelungen, Jesus vor dem Volk zu einer ´verfänglichen` Aussage zu verleiten. Im Gegenteil, seine Antwort hatte sie so verblüfft, dass sie nichts mehr zu sagen wussten20,26 W dass sie schwiegen..

Die Frage nach der Auferstehung der Toten

Mt 22,23-33; Mk 12,18-27

27Auch aus den Reihen der Sadduzäer, die bestreiten, dass es eine Auferstehung gibt, kamen einige zu Jesus und legten ihm eine Frage vor. 28»Meister«, sagten sie, »Mose hat uns folgende Vorschrift gegeben20,28 W hat uns geschrieben.: ›Wenn ein verheirateter Mann kinderlos stirbt, soll sein Bruder die Witwe heiraten und dem Verstorbenen Nachkommen verschaffen.‹20,28 5. Mose 25,5. 29Nun waren da sieben Brüder. Der erste nahm sich eine Frau, starb jedoch kinderlos. 30Daraufhin heiratete der zweite Bruder die Witwe, ´aber auch er starb kinderlos`. 31Nach ihm heiratete sie der dritte, und so ging es weiter; alle sieben starben, ohne Kinder zu hinterlassen. 32Zuletzt starb auch die Frau. 33Wie ist es nun mit der Frau bei der Auferstehung? Wem von ihnen gehört sie dann? Alle sieben waren schließlich mit ihr verheiratet gewesen.«

34Jesus antwortete: »In der jetzigen Welt heiraten die Menschen20,34 W »Die Söhne/Kinder dieser Welt heiraten. und werden verheiratet. 35Aber diejenigen, die für würdig erachtet werden, von den Toten aufzuerstehen und an der kommenden Welt teilzuhaben, heiraten dann nicht mehr20,35 W heiraten dann nicht und werden auch nicht verheiratet.. 36Sie können dann ja auch nicht mehr sterben, sondern sind den Engeln gleich; als Menschen20,36 W Söhne/Kinder. der Auferstehung sind sie Söhne20,36 Od Kinder. Gottes.

37Dass aber die Toten auferstehen, hat schon Mose deutlich gemacht. In der Geschichte vom Dornbusch nennt er den Herrn ›den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs‹20,37 2. Mose 3,6.. 38Gott ist doch nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden; für ihn sind alle lebendig20,38 Od denn alle leben für (durch) ihn.

39Einige der Schriftgelehrten sagten darauf: »Meister, das war eine gute Antwort.« 40Aber niemand wagte mehr20,40 Denn ´von den Sadduzäern` wagte niemand mehr., ihm eine Frage zu stellen.

Der Messias – Davids Sohn oder Davids Herr?

Mt 22,41-46; Mk 12,35-37a

41Nun fragte Jesus sie: »Wie kommt es eigentlich, dass man sagt, der Messias20,41 Od Christus. Ebenso in Vers 44. sei der Sohn Davids? 42David selbst sagt doch im Buch der Psalmen:

›Der Herr sprach zu meinem Herrn:

Setze dich an meine rechte Seite,

43bis ich deine Feinde zum Schemel für deine Füße gemacht habe.‹20,43 Psalm 110,1.

44Der Messias wird also von David ›Herr‹ genannt. Wie kann er dann Davids Sohn sein?«

Warnung vor den Schriftgelehrten

Mt 23,6-7; Mk 12,37-40

45Das ganze Volk hörte zu, als Jesus daraufhin zu seinen Jüngern sagte: 46»Hütet euch vor den Schriftgelehrten! Sie gehen mit Vorliebe in langen Gewändern einher und haben es gern, wenn man sie auf der Straße20,46 W auf den Marktplätzen. ehrfurchtsvoll grüßt. In den Synagogen nehmen sie die vordersten Sitze für sich in Anspruch und bei Festessen die Ehrenplätze. 47Sie verschlingen den Besitz20,47 W die Häuser. der Witwen und sprechen zum Schein lange Gebete. Darum erwartet sie ein besonders hartes Urteil.«

21

Das Opfer der armen Witwe

Mk 12,41-44

211Jesus blickte zum Opferkasten und sah, wie die reichen Leute ihre Gaben hineinwarfen. 2Er bemerkte auch eine ärmlich ´gekleidete` Witwe, die zwei kleine Kupfermünzen hineinwarf. 3Da sagte er: »Ich versichere euch, diese arme Witwe hat mehr gegeben als alle anderen. 4Sie alle haben ihre Gaben aus ihrem Überfluss gegeben; diese Frau aber, so arm sie ist, hat21,4 W diese aber hat aus ihrem Mangel. alles gegeben, was sie besaß – alles, was sie zum Leben nötig hatte.«

Jesu rede über die Endzeit (Verse 5-36)

Jesus kündigt die Zerstörung des Tempels an

Mt 24,1-2; Mk 13,1-2

5Einige unterhielten sich über den Tempel; ´sie bewunderten` die herrlichen Steine, mit denen er gebaut, und die Weihgaben, mit denen er geschmückt war. Da sagte Jesus: 6»Es kommt eine Zeit, da wird von dem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem anderen bleiben; es wird alles zerstört werden.«

Vorzeichen des Endes

Mt 24,3-8; Mk 13,3-7

7Sie fragten Jesus: »Meister, wann wird das denn geschehen, und an welchem Zeichen werden wir erkennen können, dass es soweit ist?«

8»Gebt Acht, lasst euch nicht irreführen!«, antwortete Jesus. »Denn viele werden unter meinem Namen auftreten; sie werden von sich sagen: ›Ich bin es!‹ und werden verkünden: ›Die Zeit ist da.‹ Lauft ihnen nicht nach! 9Erschreckt auch nicht, wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört. Diese Dinge müssen geschehen, bevor das Ende kommt, aber es kommt noch nicht sofort danach.«

10Weiter sagte er zu ihnen: »Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. 11Es wird schwere Erdbeben geben; Hungersnöte und Seuchen werden bald diese Gegend heimsuchen und bald jene; furchtbare Dinge werden geschehen, und am Himmel werden gewaltige Zeichen21,11 Od furchtbare Dinge und gewaltige Zeichen werden am Himmel. zu sehen sein.«

Verfolgung der Jünger Jesu

Mt 24,9-10; Mk 13,9-13

12»Aber noch bevor es zu dem allem kommt, wird man mit Gewalt gegen euch vorgehen21,12 Od wird man euch festnehmen. und wird euch verfolgen. Man wird euch in den Synagogen vor Gericht stellen21,12 W wird euch den Synagogen(gerichten) ausliefern. und wird euch ins Gefängnis werfen; man wird euch vor Könige und Machthaber führen. Das alles wird man euch um meines Namens willen antun, 13und es wird für euch eine Gelegenheit sein, ´das Evangelium` zu bezeugen21,13 13 und das wird dann ´an dem Tag, an dem Gott Gericht hält,` für euch ´und gegen eure Feinde` sprechen.. 14Meint nicht, ihr müsstet euch im Voraus zurechtlegen21,14 Od 14 Verzichtet bewusst darauf, euch im Voraus zurechtzulegen., wie ihr euch verteidigen sollt. 15Denn ich selbst werde euch Worte in den Mund legen, denen eure Gegner nichts entgegenzusetzen haben, und werde euch eine Weisheit geben, der sie nicht widersprechen können. 16Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und eure Freunde werden euch verraten21,16 W ausliefern., und manche von euch wird man töten. 17Um meines Namens willen werdet ihr von allen Menschen gehasst werden. 18Und doch soll kein Haar von eurem Kopf verloren gehen. 19Seid standhaft, dann werdet ihr das Leben gewinnen.21,19 W 19 Gewinnt (aL(1) Ihr werdet gewinnen) durch eure Standhaftigkeit euer Leben.«

Das Gericht über Jerusalem und über das jüdische Volk

Mt 24,15-22; Mk 13,14-20

20»Wenn ihr seht, dass Jerusalem von feindlichen Truppen eingeschlossen wird, könnt ihr sicher sein, dass die Zerstörung21,20 Od Verwüstung/Entweihung. der Stadt bevorsteht. 21Dann sollen die, die in Judäa sind, in die Berge fliehen. Wer in der Stadt ist, soll sie verlassen, und wer auf dem Land ist, soll nicht in der Stadt Schutz suchen21,21 W sollt nicht in sie hineingehen.. 22Denn dann sind die Tage des Gerichts21,22 W der Bestrafung. da, und alles, was in der Schrift ´darüber` vorausgesagt ist, wird in Erfüllung gehen. 23Wie schwer werden es die Frauen haben21,23 W Wehe aber den Frauen., die in jener Zeit ein Kind erwarten oder stillen! Denn es wird eine große Not im Land herrschen; der Zorn ´Gottes` wird über dieses Volk hereinbrechen. 24Die Menschen werden mit dem Schwert getötet oder als Gefangene unter alle Völker verschleppt werden. Jerusalem wird von fremden Völkern21,24 W von (den) (nichtjüdischen) Völkern. niedergetreten werden, bis deren Zeit abgelaufen ist.«

Die Wiederkunft des Menschensohnes

Mt 24,29-31; Mk 13,24-27

25»An Sonne, Mond und Sternen werden Zeichen zu sehen sein, und die Völker auf der Erde werden in Angst und Schrecken geraten und weder aus noch ein wissen vor den tobenden Wellen des Meeres. 26Die Menschen werden vergehen21,26 sterben. vor Angst und vor banger Erwartung dessen, was noch alles über die Erde kommen wird; denn sogar ›die Kräfte des Himmels werden aus dem Gleichgewicht geraten‹21,26 Nach Jesaja 34,4.. 27Und dann werden sie den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf21,27 Od in. einer Wolke kommen sehen.21,27 Nach Daniel 7,13.

28Wenn diese Dinge zu geschehen beginnen, richtet euch auf und fasst Mut21,28 W und erhebt eure Köpfe., denn dann ist eure Erlösung nahe.«

Der Vergleich mit dem Feigenbaum

Mt 24,32-35; Mk 13,28-31

29Jesus gebrauchte einen Vergleich; er sagte: »Seht euch den Feigenbaum an, oder nehmt irgendeinen anderen Baum. 30Wenn sie ausschlagen, wisst ihr21,30 W wisst ihr von selbst, wenn ihr es seht., dass der Sommer nahe ist. 31Genauso ist es, wenn ihr seht, dass jene Dinge geschehen: Dann wisst ihr, dass das Reich Gottes nahe ist. 32Ich sage euch: Diese Generation21,32 Dieses Volk. wird nicht vergehen, bis alles geschehen ist. 33Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.«

Mahnung zur Wachsamkeit

34»Hütet euch vor einem ausschweifenden Leben und vor übermäßigem Weingenuss und lasst euch nicht von den Sorgen des täglichen Lebens gefangen nehmen. Sonst wird euer Herz abgestumpft, und ihr werdet21,34 W 34 Hütet euch, dass eure Herzen nicht durch Rausch und Trunkenheit und Sorgen des täglichen Lebens beschwert werden. Sonst werdet ihr. von jenem Tag überrascht werden 35wie von einer Falle, die zuschnappt. Denn er wird21,35 Od er wird plötzlich. über alle Bewohner der Erde21,35 W der ganzen Erde. hereinbrechen. 36Seid wachsam und betet, ohne nachzulassen21,36 W Seid aber wachsam zu jeder Zeit und betet / Seid aber wachsam und betet zu jeder Zeit., damit ihr die Kraft habt21,36 AL(2) damit ihr für würdig erachtet werdet., all dem zu entrinnen21,36 Od all das durchzustehen., was geschehen wird, und damit ihr bestehen könnt, wenn ihr vor den Menschensohn tretet.«

Jesu Wirken im Tempel

37Tagsüber21,37 Od Jeden Tag. lehrte Jesus im Tempel. Doch abends verließ er die Stadt und verbrachte die Nacht am21,37 Od auf dem. Ölberg. 38Früh am Morgen kam dann das ganze Volk zu ihm in den Tempel, um ihn zu hören.

22

Jesu Leiden und Sterben und seine Auferstehung (Kapitel 22 bis 24)

Judas wird zum Verräter

Mt 26,3-5.14-16; Mk 14,1-2.10-11

221Das Fest der ungesäuerten Brote, das Passafest, stand kurz bevor. 2Die führenden Priester und die Schriftgelehrten suchten nach einer Möglichkeit, Jesus zu beseitigen, ´ohne dabei Aufsehen zu erregen`; denn sie hatten Angst vor dem Volk.

3Da ergriff der Satan Besitz von Judas, der auch Iskariot genannt wurde und einer der zwölf Jünger war. 4Judas ging zu den führenden Priestern und den Offizieren ´der Tempelwache` und machte ihnen einen Vorschlag, wie sie Jesus mit seiner Hilfe in ihre Gewalt bringen konnten22,4 W und besprach mit ihnen, wie er ihn an sie ausliefern/verraten könnte.. 5Da waren sie erfreut und beschlossen22,5 Od und kamen mit ihm überein., ihm ´zur Belohnung` Geld zu geben. 6Judas war einverstanden und suchte von da an nach einer günstigen Gelegenheit, Jesus an sie zu verraten, ohne dass das Volk etwas merkte22,6 Od ohne dass es einen Aufruhr im Volk gab. W ohne das Volk..

Vorbereitung des Passamahls

Mt 26,17-19; Mk 14,12-16

7So kam nun der ´erste` Tag des Festes der ungesäuerten Brote, der Tag, der für das Schlachten des Passalamms bestimmt war. 8Jesus schickte Petrus und Johannes in die Stadt. »Geht voraus und bereitet das Passamahl für uns vor!«, sagte er. 9»Wo sollen wir es vorbereiten?«, fragten sie. 10Er antwortete: »Wenn ihr in die Stadt kommt, werdet ihr einem Mann begegnen, der einen Wasserkrug trägt.22,10 Siehe die Anmerkung zu Markus 14,13. Folgt ihm in das Haus, in das er hineingeht, 11und sagt zu dem Hausherrn: ›Der Meister lässt dich fragen: Wo ist der Raum, in dem ich mit meinen Jüngern das Passamahl feiern kann?‹ 12Er wird euch ein großes Zimmer im Obergeschoss zeigen, das ´mit Sitzpolstern22,12 Od mit allem Nötigen.` ausgestattet ist. Bereitet dort das Mahl vor.« 13Die beiden Jünger machten sich auf den Weg. Sie fanden alles so, wie Jesus es ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passamahl vor.

Das Passamahl. Einsetzung des Abendmahls

Mt 26,26-29; Mk 14,22-25

14Als es Zeit war, mit der Feier zu beginnen, setzte sich Jesus mit den Aposteln zu Tisch. 15Er sagte: »Wie sehr habe ich mich danach gesehnt, dieses Passamahl mit euch zu feiern, bevor ich leiden muss. 16Denn ich sage euch: Ich werde das Passamahl nicht mehr feiern, bis sich im Reich Gottes seine volle Bedeutung erfüllt22,16 W bis es sich im Reich Gottes erfüllt.

17Dann nahm er22,17 Od ließ er sich … reichen. einen22,17 Od den. Ebenso in Vers 20. Becher ´mit Wein`, dankte Gott dafür22,17 Od sprach das Dankgebet. Ebenso in Vers 19. und sagte: »Nehmt diesen Becher und trinkt alle daraus22,17 W und teilt ihn unter euch.! 18Denn ich sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr vom Saft der Reben trinken, bis das Reich Gottes gekommen ist.«

19Dann nahm er Brot22,19 Od das Brot., dankte Gott dafür, brach es in Stücke und gab es den Jüngern mit den Worten: »Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut das, um euch an mich zu erinnern!«

20Ebenso nahm er, nachdem sie gegessen hatten, einen Becher ´mit Wein` und gab ihn den Jüngern mit den Worten: »Dieser Becher ist der neue Bund, besiegelt mit meinem Blut22,20 W der neue Bund in meinem Blut / durch mein Blut., das für euch vergossen wird.«

Der Verräter

21»Doch seht, der, der mich verrät, sitzt22,21 W seht, die Hand dessen, der mich verrät/ausliefert, ist. hier mit mir am Tisch. 22Der Menschensohn22,22 W Denn der Menschensohn. geht zwar den Weg, der ihm bestimmt ist; aber wehe dem Menschen, der ihn verraten wird!« 23Da fingen die Jünger an, einander zu fragen, wer von ihnen es wohl sei, der so etwas tun werde.

Herrschen oder dienen?

Mt 20,24-28; Mk 10,41-45

24Unter den Jüngern kam es auch zu einem Streit über die Frage, wer von ihnen als der Größte zu gelten habe. 25Da sagte Jesus zu ihnen: »Die Könige führen sich als Herren über ihre Völker auf, und die Mächtigen lassen sich Wohltäter nennen. 26Bei euch soll es nicht so sein. Im Gegenteil: Der Größte unter euch soll sich auf eine Stufe stellen mit dem Geringsten, und wer in führender Stellung ist, soll sein wie der, der dient. 27Wer ist denn höhergestellt22,27 W größer. – der, der am Tisch sitzt, oder der, der ihn bedient? Der, der am Tisch sitzt, nicht wahr? Ich aber bin unter euch als der, der dient! 28Und ihr – ihr habt in allem, was ich durchgemacht habe,22,28 W in meinen Prüfungen. treu bei mir ausgehalten. 29Darum gebe ich euch Anteil an der Herrschaft, die22,29 Od an dem Reich, das. mein Vater mir übertragen hat. 30Ihr sollt in meinem Reich an meinem Tisch essen und trinken22,30 Od 29 Darum gebe ich euch, weil mein Vater mir die Herrschaft übertragen hat, das Recht, 30 in meinem Reich an meinem Tisch zu essen und zu trinken., und ihr werdet auf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.«

Jesus kündigt an, dass Petrus ihn verleugnen wird

Mt 26,31-35; Mk 14,29-31; Joh 13,38

31»Simon, Simon, der Satan hat sich erbeten, euch schütteln zu dürfen wie den Weizen im Sieb. 32Ich aber habe für dich gebetet, dass du deinen Glauben nicht verlierst. Wenn du dann umgekehrt ´und zurechtgekommen` bist, stärke ´den Glauben` deiner Brüder22,32 Od Geschwister.

33Da sagte Petrus zu ihm: »Herr, ich bin bereit, mit dir sogar ins Gefängnis und in den Tod zu gehen.« 34Doch Jesus erwiderte: »Ich sage dir, Petrus: Noch bevor heute ´Nacht` der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen und behaupten, mich nicht zu kennen.«

Anweisungen für die Stunde der letzten Herausforderung

35Dann fragte Jesus die Jünger: »Als ich euch ohne Geldbeutel, ohne Vorratstasche und ohne Sandalen22,35 ohne ein zweites Paar Sandalen. aussandte, hat euch da etwas gefehlt?« – »Nein, gar nichts«, antworteten sie. 36Jesus fuhr fort: »Von jetzt an gilt Folgendes: Wer einen Geldbeutel oder eine Vorratstasche besitzt, soll sie mit sich nehmen, und wer nichts als seinen Mantel besitzt, soll diesen verkaufen22,36 Od und wer kein Schwert besitzt, soll seinen Mantel verkaufen. W und wer nicht/nichts besitzt, soll seinen Mantel verkaufen. und sich dafür ein Schwert kaufen. 37Denn in der Schrift heißt es: ›Er wurde zu den Gottlosen gerechnet22,37 Od zu den Verbrechern gerechnet. Jesaja 53,12.22,37 Jesaja 53,12., und ich sage euch: Dieses Wort muss sich an mir erfüllen. In der Tat, mein Weg ist bald vollendet.22,37 Od In der Tat: Was in der Schrift über mich steht, geht jetzt in Erfüllung / kommt jetzt zum Abschluss. W In der Tat: Das, was mich betrifft, hat ein Ende / eine Vollendung.« 38Die Jünger sagten: »Herr, hier sind zwei Schwerter.« Doch Jesus erwiderte: »Genug davon!22,38 Das genügt!«

Die letzte Nacht am Ölberg

Mt 26,36-46; Mk 14,32-42

39Dann verließ Jesus die Stadt und ging wie gewohnt zum Ölberg; seine Jünger begleiteten ihn. 40Als er dort22,40 Od an dem ´vorgesehenen` Ort. angekommen war, sagte er zu ihnen: »Betet darum, dass22,40 Od Betet, damit. ihr nicht in Versuchung geratet!« 41Hierauf trennte er sich von ihnen. Etwa einen Steinwurf weit entfernt kniete er nieder und betete: 42»Vater, wenn du willst, lass diesen bitteren Kelch an mir vorübergehen. Aber nicht mein Wille soll geschehen, sondern deiner.« 43Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. 44Der Kampf22,44 Od Seine Angst. wurde so heftig, und Jesus betete mit solcher Anspannung, dass sein Schweiß wie Blut auf die Erde tropfte.22,44 AL(1) ohne die Verse 43 und 44. 45Als er vom Gebet aufstand und zu den Jüngern zurückkam, waren sie vor Kummer eingeschlafen. 46»Wie könnt ihr nur schlafen?«, sagte er zu ihnen. »Steht auf und betet, damit22,46 Od betet darum, dass. ihr nicht in Versuchung geratet!«

Die Gefangennahme Jesu

Mt 26,47-56; Mk 14,43-50; Joh 18,3.10-12

47Noch während Jesus redete, tauchte plötzlich eine Schar Männer auf, an ihrer Spitze Judas22,47 W der, der Judas hieß., einer der Zwölf. Er ging auf Jesus zu, um ihn mit einem Kuss zu begrüßen22,47 W um ihn zu küssen. Übliche Form der ehrerbietigen Begrüßung eines Rabbis durch seine Schüler..22,47 Übliche Form der ehrerbietigen Begrüßung eines Rabbis durch seine Schüler. 48Jesus aber sagte zu ihm: »Judas, mit einem Kuss verrätst du den Menschensohn?«

49Als die, die bei Jesus waren, begriffen, in welcher Absicht die Männer gekommen waren22,49 W sahen, was geschehen würde., fragten sie: »Herr, sollen wir zum Schwert greifen?« 50Und einer von ihnen ging auch gleich auf den Diener des Hohenpriesters los und schlug ihm das rechte Ohr ab. 51Aber Jesus rief: »Halt! Hört auf!«22,51 »Lasst sie gewähren!« Und er berührte das Ohr des Mannes und heilte ihn.

52Dann wandte er sich zu den führenden Priestern, den Offizieren der Tempelwache und den Ältesten, die gegen ihn angerückt waren, und sagte: »Mit Schwertern und Knüppeln seid ihr ausgezogen, als wäre ich ein Verbrecher22,52 Od Aufrührer. W Räuber.. 53Dabei war ich doch Tag für Tag bei euch im Tempel, und ihr habt nichts gegen mich unternommen. Aber jetzt ist eure Stunde gekommen, jetzt übt die Finsternis ihre Macht aus.«

Petrus verleugnet Jesus

Mt 26,57-58.69-75; Mk 14,53-54.66-72; Joh 18,12-18.25-27

54Die Männer packten Jesus, führten ihn ab und brachten ihn in den Palast22,54 W in das Haus. des Hohenpriesters. Petrus folgte ihnen in einiger Entfernung. 55In der Mitte des Innenhofes hatte man ein Feuer angezündet; Petrus setzte sich zu den Leuten, die dort beieinander saßen. 56Eine Dienerin sah ihn im Schein des Feuers dasitzen, musterte ihn aufmerksam und meinte dann: »Der hier war auch mit ihm zusammen!« 57Aber Petrus stritt es ab: »Ich22,57 W Frau, ich. kenne diesen Mann nicht!«

58Es ging nicht lange, da wurde jemand anders auf ihn aufmerksam und sagte: »Du bist auch einer von denen!« Petrus widersprach: »Das stimmt nicht!22,58 W Mensch, ich bin es nicht!«

59Etwa eine Stunde später erklärte wieder jemand anders mit Bestimmtheit: »Natürlich war der auch mit ihm zusammen; er ist doch auch ein Galiläer!« 60Aber Petrus entgegnete: »Ich22,60 W Mensch, ich. weiß nicht, wovon du sprichst.«

Im gleichen Augenblick – noch während er das sagte – krähte ein Hahn. 61Da wandte sich der Herr um und blickte Petrus an. Petrus erinnerte sich daran, wie der Herr zu ihm gesagt hatte: »Bevor der Hahn heute ´Nacht` kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.« 62Und er ging hinaus und weinte in bitterer Verzweiflung22,62 W und weinte bitterlich..

Jesus wird verspottet und geschlagen

Mt 26,67-68; Mk 14,65

63Die Männer, die Jesus bewachten, trieben ihren Spott mit ihm und schlugen ihn. 64Sie verhüllten sein Gesicht und sagten zu ihm: »Du bist doch ein Prophet! Sag uns22,64 W »Prophezei.: Wer hat dich geschlagen?« 65Und noch viele andere Schmähungen musste er über sich ergehen lassen.

Jesus vor dem Hohen Rat

Mt 26,57.63-65; Mk 14,53.61-62

66Als es Tag wurde, versammelten sich die Ältestenschaft des ´jüdischen` Volkes sowie die führenden Priester und die Schriftgelehrten22,66 Od versammelte sich die Ältestenschaft des ´jüdischen` Volkes, sowohl die führenden Priester als auch die Schriftgelehrten. zu einer Sitzung des Hohen Rates und ließen Jesus vorführen. 67»Bist du der Messias22,67 Od Christus., dann sag es uns!«, forderten sie ihn auf. Er entgegnete: »Wenn ich es euch sage, glaubt ihr es mir ja doch nicht, 68und wenn ich euch frage, antwortet ihr nicht. 69Aber von jetzt an wird der Menschensohn an der rechten Seite des allmächtigen Gottes sitzen22,69 W an der rechten Seite der Macht Gottes sitzen. Nach Psalm 110,1..22,69 Nach Psalm 110,1.« 70Da riefen sie alle: »Dann bist du also der Sohn Gottes?« Er erwiderte: »Ihr sagt selbst, dass ich es bin.22,70 Od Ihr sagt es selbst – ich bin es.« 71Darauf erklärten sie: »Wozu brauchen wir noch Zeugenaussagen? Wir haben es ja selbst gehört, und dazu noch aus seinem eigenen Mund.«