Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
19

Ein reicher Zolleinnehmer begegnet Jesus

191Jesus kam nach Jericho; sein Weg führte ihn mitten durch die Stadt. 2Zachäus, der oberste Zolleinnehmer, ein reicher Mann, 3wollte unbedingt sehen, wer dieser Jesus war. Aber es gelang ihm nicht, weil er klein war und die vielen Leute ihm die Sicht versperrten. 4Da lief er voraus und kletterte auf einen Maulbeerfeigenbaum; Jesus musste dort vorbeikommen, und Zachäus hoffte, ihn dann sehen zu können. 5Als Jesus an dem Baum vorüberkam, schaute er hinauf und rief: »Zachäus, komm schnell herunter! Ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.« 6So schnell er konnte, stieg Zachäus vom Baum herab, und er nahm Jesus voller Freude bei sich auf.

7Die Leute waren alle empört, als sie das sahen. »Wie kann er sich nur von solch einem Sünder einladen lassen!«, sagten sie. 8Zachäus aber trat vor den Herrn und sagte zu ihm: »Herr, die Hälfte meines Besitzes will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand etwas erpresst habe19,8 Od wenn ich jemand betrogen habe., gebe ich ihm das Vierfache zurück.« 9Da sagte Jesus zu19,9 Od im Hinblick auf. Zachäus: »Der heutige Tag hat diesem Haus Rettung gebracht. Denn«, fügte er hinzu, »dieser Mann ist doch auch ein Sohn Abrahams. 10Und19,10 W Denn. der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.«

Das Gleichnis vom anvertrauten Geld

Mt 25,14-30

11Jesus fuhr mit einem Gleichnis fort. Weil er so nahe vor Jerusalem war, meinten seine Zuhörer19,11 W meinten die, die das (das in den Versen 9 und 10 Gesagte) gehört hatten. nämlich, der Anbruch19,11 W das Erscheinen. des Reiches Gottes stehe unmittelbar bevor.

12Er sagte: »Ein Mann aus vornehmer Familie reiste in ein fernes Land, um sich dort zum König über sein eigenes Land einsetzen zu lassen und dann zurückzukehren. 13Vor der Abreise rief er zehn seiner Diener zu sich und gab ihnen Geld, jedem ein Pfund19,13 W und gab ihnen zehn Pfund. Die Geldeinheit von einem Pfund entsprach etwa hundert Denaren (vergleiche die Anmerkung zu Matthäus 18,24).. ›Arbeitet damit, bis ich wiederkomme!‹, sagte er.

14Doch die Bürger des Landes hassten ihn. Sie schickten eine Abordnung hinter ihm her und ließen erklären: ›Wir wollen nicht, dass dieser Mann König über uns wird.‹

15Trotzdem wurde er zum König eingesetzt. Nach seiner Rückkehr ließ er die Diener rufen, denen er das Geld anvertraut hatte; er wollte erfahren, welchen Gewinn sie damit erzielt hatten.

16Der erste erschien vor ihm und sagte: ›Herr, dein Pfund hat zehn weitere eingebracht.‹ – 17›Sehr gut‹, erwiderte der Herr, ›du bist ein tüchtiger Diener. Weil du im Kleinsten treu gewesen bist, sollst du Verwalter von zehn Städten werden.‹

18Der zweite kam und sagte: ›Herr, dein Pfund hat fünf weitere eingebracht.‹ 19Auch ihn ´lobte` der Herr. ›Du sollst über fünf Städte bestimmen‹, sagte er.

20Doch der nächste, der kam, erklärte: ›Herr, hier hast du dein Pfund zurück. Ich habe es in einem Tuch aufbewahrt. 21Ich hatte nämlich Angst vor dir, weil du ein strenger Mann bist. Du forderst Gewinn, wo du nichts angelegt hast19,21 Od Du nimmst, was dir nicht gehört. Entsprechend im nächsten Vers., und erntest, wo du nicht gesät hast.‹ 22Sein Herr entgegnete ihm: ›Mit deinen eigenen Worten sprichst du dir das Urteil, du böser Mensch!19,22 W Aus deinem Mund werde ich dich richten, böser Diener! Du hast also gewusst, dass ich ein strenger Mann bin, dass ich Gewinn fordere, wo ich nichts angelegt habe, und ernte, wo ich nicht gesät habe. 23Warum hast du mein Geld da nicht ´wenigstens` auf die Bank gebracht? Dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückfordern können.‹ 24Und er wandte sich zu den Umstehenden und sagte: ›Nehmt ihm das Pfund weg und gebt es dem, der die zehn Pfund hat!‹ – 25›Aber Herr‹, wandten sie ein, ›er hat doch schon zehn!‹ – 26›Ich sage euch‹, erwiderte er, ›jedem, der hat, wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.

27Und nun zu meinen Feinden, die nicht wollten, dass ich über sie herrsche: Holt sie her und bringt sie vor meinen Augen um!‹«

Der Einzug in Jerusalem

Mt 21,1-11; Mk 11,1-11

28Nachdem Jesus dieses Gleichnis erzählt hatte, setzte er seine Reise hinauf nach Jerusalem fort19,28 Od zog er an der Spitze seiner Jünger nach Jerusalem hinauf.. 29Als er nicht mehr weit von Betfage und Betanien am Ölberg war, schickte er zwei seiner Jünger voraus. 30Er gab ihnen folgende Anweisung: »Geht in das Dorf, das ihr vor euch seht. Beim Ortseingang werdet ihr einen Esel finden, der angebunden ist, ein junges Tier19,30 W werdet ihr ein Fohlen angebunden finden., auf dem noch nie ein Mensch geritten ist. Bindet es los und führt es her. 31Und sollte euch jemand fragen, warum ihr es losbindet, dann antwortet: ›Der Herr braucht es.‹«

32Die beiden machten sich auf den Weg und fanden alles so, wie Jesus es ihnen beschrieben hatte. 33Als sie das Tier losbanden, fragten die Leute, denen es gehörte: »Warum bindet ihr es los?« – 34»Der Herr braucht es«, antworteten sie. 35Sie brachten den Esel zu Jesus, legten ihre Mäntel über das Tier und ließen Jesus aufsteigen. 36Während er nun so seinen Weg fortsetzte, breiteten die Leute19,36 Od die Jünger. W sie. ihre Mäntel auf der Straße aus.

37Als er das Wegstück erreichte, das vom Ölberg zur Stadt hinunterführt, brach die ganze Schar der Jünger in Freudenrufe aus; mit lauter Stimme priesen sie Gott für all die Wunder, die sie miterlebt hatten.

38»›Gesegnet sei er, der König,

der im Namen des Herrn kommt!‹19,38 Psalm 118,26.«

riefen sie.

»Frieden bei dem, der im Himmel ist,

Ehre dem, der droben in der Höhe wohnt!19,38 W Frieden im Himmel und Ehre/Herrlichkeit in der Höhe!«

39Einige Pharisäer aus der Menge erhoben Einspruch. »Meister«, sagten sie zu Jesus, »verbiete es deinen Jüngern, so zu reden!« 40Doch Jesus gab ihnen zur Antwort: »Ich sage euch: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien!«

Jesus weint über Jerusalem

41Als Jesus sich nun der Stadt näherte und sie vor sich liegen sah, weinte er über sie 42und sagte: »Wenn doch auch du am heutigen Tag erkannt hättest19,42 Od erkennen würdest., was dir Frieden bringen würde! Nun aber ist es dir verborgen, du siehst es nicht. 43Es kommt für dich eine Zeit, da werden deine Feinde rings um dich einen Wall aufwerfen, dich belagern und dich von allen Seiten bedrängen. 44Sie werden dich zerstören und deine Kinder19,44 Od deine Einwohner., die in dir wohnen, zerschmettern und werden in der ganzen Stadt19,44 W in dir. keinen Stein auf dem anderen lassen, weil du die Zeit, in der Gott dir begegnete,19,44 W die Zeit von ´Gottes` Eingreifen bei dir. nicht erkannt hast.«

Jesus im Tempel

Mt 21,12-17; Mk 11,15-19

45Jesus ging in den Tempel und fing an, alle hinauszuweisen, die dort Handel trieben. 46Er sagte zu ihnen: »Es heißt in der Schrift: ›Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein.‹19,46 Jesaja 56,7. Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!«

47Tag für Tag lehrte Jesus im Tempel. Die führenden Priester und die Schriftgelehrten jedoch sowie die anderen führenden Männer des Volkes suchten nach einer Möglichkeit, ihn zu beseitigen. 48Aber sie wussten nicht, wie sie es anfangen sollten; denn das ganze Volk hing an ihm und ließ sich keines seiner Worte entgehen19,48 W hing an ihm und hörte / hing daran, ihn zu hören..

20

Die Frage nach der Vollmacht Jesu

Mt 21,23-27; Mk 11,27-33

201Eines Tages, als Jesus im Tempel lehrte und dem Volk die Botschaft ´vom Reich Gottes` verkündete, erschienen die führenden Priester und die Schriftgelehrten in Begleitung der Ältesten. 2»Sag uns«, forderten sie ihn auf, »woher nimmst du dir das Recht, das alles zu tun?20,2 W »in welcher Vollmacht tust du diese Dinge? Wer ist es, der dir die Vollmacht dazu gegeben hat?«

3»Ich will euch eine Gegenfrage stellen«, erwiderte Jesus. »Sagt mir: 4Stammte die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen?« 5Sie überlegten miteinander hin und her: »Wenn wir antworten: ›Vom Himmel‹, wird er sagen: ›Warum habt ihr Johannes dann nicht geglaubt?‹ 6Antworten wir aber: ›Von Menschen‹, dann wird uns das ganze Volk steinigen; denn alle sind überzeugt, dass Johannes ein Prophet war.« 7Schließlich erklärten sie, sie wüssten nicht, woher die Taufe des Johannes stamme. 8Da erwiderte Jesus: »Dann sage ich euch auch nicht, woher ich die Vollmacht habe, so zu handeln.«

Das Gleichnis von den Weinbergpächtern

Mt 21,33-46; Mk 12,1-12

9Daraufhin erzählte Jesus dem Volk ein Gleichnis. Er sagte: »Ein Mann legte einen Weinberg an; er verpachtete ihn20,9 W verpachtete ihn an Weinbauern. und verreiste dann für längere Zeit. 10Zur gegebenen Zeit schickte er einen Diener zu den Pächtern, um sich von ihnen seinen Anteil am Ertrag des Weinbergs geben zu lassen. Doch die Pächter verprügelten den Diener und jagten ihn mit leeren Händen davon. 11Da schickte der Mann einen anderen Diener, aber dem ging es nicht besser: Sie verprügelten ihn, trieben ihren Spott mit ihm und jagten auch ihn mit leeren Händen fort. 12Er schickte noch einen dritten. Auch den wiesen sie ab; sie schlugen ihn blutig und warfen ihn zum Weinberg hinaus.

13›Was soll ich tun?‹, fragte sich der Besitzer des Weinbergs. ›Ich werde meinen Sohn schicken, ihn, den ich so sehr liebe. Vor ihm werden sie Achtung haben.‹ 14Als die Pächter den Sohn kommen sahen, überlegten sie, was sie tun sollten. ›Das ist der Erbe‹, sagten sie zueinander. ›Wir bringen ihn um, dann gehört das Erbe uns!‹ 15Und sie stießen ihn zum Weinberg hinaus und brachten ihn um.

Was wird nun der Besitzer des Weinbergs mit diesen Pächtern machen? 16Er wird kommen und sie umbringen, und den Weinberg wird er anderen anvertrauen.«

Die Zuhörer waren entsetzt. »Nur das nicht!«, sagten sie. 17Jesus sah sie an und sagte dann: »Was bedeutet denn jene Schriftstelle:

›Der Stein, den die Bauleute für unbrauchbar erklärten,

ist zum Eckstein geworden‹20,17 Psalm 118,22.?

18Jeder, der auf diesen Stein fällt, wird zerschmettert, und der, auf den der Stein fällt, wird von ihm zermalmt.«

19Daraufhin hätten die Schriftgelehrten und die führenden Priester Jesus am liebsten auf der Stelle festgenommen, denn es war ihnen klar, dass sie mit diesem Gleichnis gemeint waren. Aber ´sie wagten es nicht, weil` sie vor dem Volk Angst hatten.

Die Frage nach der Berechtigung der kaiserlichen Steuer

Mt 22,15-22; Mk 12,13-17

20Da sie jedoch entschlossen waren, Jesus nicht mehr aus den Augen zu lassen, beauftragten sie einige Männer damit, ihn zu beobachten.20,20 W 20 Sie beobachteten ihn (od Sie warteten auf eine andere Gelegenheit) und schickten Spitzel. Diese sollten sich den Anschein geben, als meinten sie es ehrlich20,20 Od als ginge es ihnen nur um das, was recht ist., und sollten ihm eine Äußerung entlocken, die es ermöglichen würde, ihn dem Gouverneur zu übergeben und ihn verurteilen zu lassen20,20 W sollten ihn bei einem Wort ertappen, sodass sie ihn der Macht und der Gewalt des Gouverneurs übergeben könnten.. 21Sie legten ihm deshalb eine Frage vor. »Meister«, sagten sie, »wir wissen, dass das, was du sagst und lehrst, richtig ist20,21 dass du aufrichtig redest und lehrst.. Du lässt dich von keinem Menschen beeinflussen, wie angesehen er auch sein mag. Wenn du lehrst, wie man nach Gottes Willen leben soll, lässt du dich allein von der Wahrheit leiten.20,21 W Vielmehr lehrst du den Weg Gottes der Wahrheit entsprechend. 22Ist es nun richtig20,22 W erlaubt., wenn wir dem Kaiser Steuern zahlen, oder nicht?«

23Aber Jesus durchschaute die List. 24»Zeigt mir eine Silbermünze20,24 W einen Denar. Siehe die Sacherklärungen.!«, sagte er zu ihnen. »Wessen Bild und Name ist hier aufgeprägt?20,24 W Wessen Bild und Aufschrift hat er?« Sie antworteten: »´Das Bild und der Name` des Kaisers.« 25Da sagte Jesus zu ihnen: »Nun, dann gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und gebt Gott, was Gott gehört!«

26Es war ihnen also nicht gelungen, Jesus vor dem Volk zu einer ´verfänglichen` Aussage zu verleiten. Im Gegenteil, seine Antwort hatte sie so verblüfft, dass sie nichts mehr zu sagen wussten20,26 W dass sie schwiegen..

Die Frage nach der Auferstehung der Toten

Mt 22,23-33; Mk 12,18-27

27Auch aus den Reihen der Sadduzäer, die bestreiten, dass es eine Auferstehung gibt, kamen einige zu Jesus und legten ihm eine Frage vor. 28»Meister«, sagten sie, »Mose hat uns folgende Vorschrift gegeben20,28 W hat uns geschrieben.: ›Wenn ein verheirateter Mann kinderlos stirbt, soll sein Bruder die Witwe heiraten und dem Verstorbenen Nachkommen verschaffen.‹20,28 5. Mose 25,5. 29Nun waren da sieben Brüder. Der erste nahm sich eine Frau, starb jedoch kinderlos. 30Daraufhin heiratete der zweite Bruder die Witwe, ´aber auch er starb kinderlos`. 31Nach ihm heiratete sie der dritte, und so ging es weiter; alle sieben starben, ohne Kinder zu hinterlassen. 32Zuletzt starb auch die Frau. 33Wie ist es nun mit der Frau bei der Auferstehung? Wem von ihnen gehört sie dann? Alle sieben waren schließlich mit ihr verheiratet gewesen.«

34Jesus antwortete: »In der jetzigen Welt heiraten die Menschen20,34 W »Die Söhne/Kinder dieser Welt heiraten. und werden verheiratet. 35Aber diejenigen, die für würdig erachtet werden, von den Toten aufzuerstehen und an der kommenden Welt teilzuhaben, heiraten dann nicht mehr20,35 W heiraten dann nicht und werden auch nicht verheiratet.. 36Sie können dann ja auch nicht mehr sterben, sondern sind den Engeln gleich; als Menschen20,36 W Söhne/Kinder. der Auferstehung sind sie Söhne20,36 Od Kinder. Gottes.

37Dass aber die Toten auferstehen, hat schon Mose deutlich gemacht. In der Geschichte vom Dornbusch nennt er den Herrn ›den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs‹20,37 2. Mose 3,6.. 38Gott ist doch nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden; für ihn sind alle lebendig20,38 Od denn alle leben für (durch) ihn.

39Einige der Schriftgelehrten sagten darauf: »Meister, das war eine gute Antwort.« 40Aber niemand wagte mehr20,40 Denn ´von den Sadduzäern` wagte niemand mehr., ihm eine Frage zu stellen.

Der Messias – Davids Sohn oder Davids Herr?

Mt 22,41-46; Mk 12,35-37a

41Nun fragte Jesus sie: »Wie kommt es eigentlich, dass man sagt, der Messias20,41 Od Christus. Ebenso in Vers 44. sei der Sohn Davids? 42David selbst sagt doch im Buch der Psalmen:

›Der Herr sprach zu meinem Herrn:

Setze dich an meine rechte Seite,

43bis ich deine Feinde zum Schemel für deine Füße gemacht habe.‹20,43 Psalm 110,1.

44Der Messias wird also von David ›Herr‹ genannt. Wie kann er dann Davids Sohn sein?«

Warnung vor den Schriftgelehrten

Mt 23,6-7; Mk 12,37-40

45Das ganze Volk hörte zu, als Jesus daraufhin zu seinen Jüngern sagte: 46»Hütet euch vor den Schriftgelehrten! Sie gehen mit Vorliebe in langen Gewändern einher und haben es gern, wenn man sie auf der Straße20,46 W auf den Marktplätzen. ehrfurchtsvoll grüßt. In den Synagogen nehmen sie die vordersten Sitze für sich in Anspruch und bei Festessen die Ehrenplätze. 47Sie verschlingen den Besitz20,47 W die Häuser. der Witwen und sprechen zum Schein lange Gebete. Darum erwartet sie ein besonders hartes Urteil.«

21

Das Opfer der armen Witwe

Mk 12,41-44

211Jesus blickte zum Opferkasten und sah, wie die reichen Leute ihre Gaben hineinwarfen. 2Er bemerkte auch eine ärmlich ´gekleidete` Witwe, die zwei kleine Kupfermünzen hineinwarf. 3Da sagte er: »Ich versichere euch, diese arme Witwe hat mehr gegeben als alle anderen. 4Sie alle haben ihre Gaben aus ihrem Überfluss gegeben; diese Frau aber, so arm sie ist, hat21,4 W diese aber hat aus ihrem Mangel. alles gegeben, was sie besaß – alles, was sie zum Leben nötig hatte.«

Jesu rede über die Endzeit (Verse 5-36)

Jesus kündigt die Zerstörung des Tempels an

Mt 24,1-2; Mk 13,1-2

5Einige unterhielten sich über den Tempel; ´sie bewunderten` die herrlichen Steine, mit denen er gebaut, und die Weihgaben, mit denen er geschmückt war. Da sagte Jesus: 6»Es kommt eine Zeit, da wird von dem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem anderen bleiben; es wird alles zerstört werden.«

Vorzeichen des Endes

Mt 24,3-8; Mk 13,3-7

7Sie fragten Jesus: »Meister, wann wird das denn geschehen, und an welchem Zeichen werden wir erkennen können, dass es soweit ist?«

8»Gebt Acht, lasst euch nicht irreführen!«, antwortete Jesus. »Denn viele werden unter meinem Namen auftreten; sie werden von sich sagen: ›Ich bin es!‹ und werden verkünden: ›Die Zeit ist da.‹ Lauft ihnen nicht nach! 9Erschreckt auch nicht, wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört. Diese Dinge müssen geschehen, bevor das Ende kommt, aber es kommt noch nicht sofort danach.«

10Weiter sagte er zu ihnen: »Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. 11Es wird schwere Erdbeben geben; Hungersnöte und Seuchen werden bald diese Gegend heimsuchen und bald jene; furchtbare Dinge werden geschehen, und am Himmel werden gewaltige Zeichen21,11 Od furchtbare Dinge und gewaltige Zeichen werden am Himmel. zu sehen sein.«

Verfolgung der Jünger Jesu

Mt 24,9-10; Mk 13,9-13

12»Aber noch bevor es zu dem allem kommt, wird man mit Gewalt gegen euch vorgehen21,12 Od wird man euch festnehmen. und wird euch verfolgen. Man wird euch in den Synagogen vor Gericht stellen21,12 W wird euch den Synagogen(gerichten) ausliefern. und wird euch ins Gefängnis werfen; man wird euch vor Könige und Machthaber führen. Das alles wird man euch um meines Namens willen antun, 13und es wird für euch eine Gelegenheit sein, ´das Evangelium` zu bezeugen21,13 13 und das wird dann ´an dem Tag, an dem Gott Gericht hält,` für euch ´und gegen eure Feinde` sprechen.. 14Meint nicht, ihr müsstet euch im Voraus zurechtlegen21,14 Od 14 Verzichtet bewusst darauf, euch im Voraus zurechtzulegen., wie ihr euch verteidigen sollt. 15Denn ich selbst werde euch Worte in den Mund legen, denen eure Gegner nichts entgegenzusetzen haben, und werde euch eine Weisheit geben, der sie nicht widersprechen können. 16Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und eure Freunde werden euch verraten21,16 W ausliefern., und manche von euch wird man töten. 17Um meines Namens willen werdet ihr von allen Menschen gehasst werden. 18Und doch soll kein Haar von eurem Kopf verloren gehen. 19Seid standhaft, dann werdet ihr das Leben gewinnen.21,19 W 19 Gewinnt (aL(1) Ihr werdet gewinnen) durch eure Standhaftigkeit euer Leben.«

Das Gericht über Jerusalem und über das jüdische Volk

Mt 24,15-22; Mk 13,14-20

20»Wenn ihr seht, dass Jerusalem von feindlichen Truppen eingeschlossen wird, könnt ihr sicher sein, dass die Zerstörung21,20 Od Verwüstung/Entweihung. der Stadt bevorsteht. 21Dann sollen die, die in Judäa sind, in die Berge fliehen. Wer in der Stadt ist, soll sie verlassen, und wer auf dem Land ist, soll nicht in der Stadt Schutz suchen21,21 W sollt nicht in sie hineingehen.. 22Denn dann sind die Tage des Gerichts21,22 W der Bestrafung. da, und alles, was in der Schrift ´darüber` vorausgesagt ist, wird in Erfüllung gehen. 23Wie schwer werden es die Frauen haben21,23 W Wehe aber den Frauen., die in jener Zeit ein Kind erwarten oder stillen! Denn es wird eine große Not im Land herrschen; der Zorn ´Gottes` wird über dieses Volk hereinbrechen. 24Die Menschen werden mit dem Schwert getötet oder als Gefangene unter alle Völker verschleppt werden. Jerusalem wird von fremden Völkern21,24 W von (den) (nichtjüdischen) Völkern. niedergetreten werden, bis deren Zeit abgelaufen ist.«

Die Wiederkunft des Menschensohnes

Mt 24,29-31; Mk 13,24-27

25»An Sonne, Mond und Sternen werden Zeichen zu sehen sein, und die Völker auf der Erde werden in Angst und Schrecken geraten und weder aus noch ein wissen vor den tobenden Wellen des Meeres. 26Die Menschen werden vergehen21,26 sterben. vor Angst und vor banger Erwartung dessen, was noch alles über die Erde kommen wird; denn sogar ›die Kräfte des Himmels werden aus dem Gleichgewicht geraten‹21,26 Nach Jesaja 34,4.. 27Und dann werden sie den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf21,27 Od in. einer Wolke kommen sehen.21,27 Nach Daniel 7,13.

28Wenn diese Dinge zu geschehen beginnen, richtet euch auf und fasst Mut21,28 W und erhebt eure Köpfe., denn dann ist eure Erlösung nahe.«

Der Vergleich mit dem Feigenbaum

Mt 24,32-35; Mk 13,28-31

29Jesus gebrauchte einen Vergleich; er sagte: »Seht euch den Feigenbaum an, oder nehmt irgendeinen anderen Baum. 30Wenn sie ausschlagen, wisst ihr21,30 W wisst ihr von selbst, wenn ihr es seht., dass der Sommer nahe ist. 31Genauso ist es, wenn ihr seht, dass jene Dinge geschehen: Dann wisst ihr, dass das Reich Gottes nahe ist. 32Ich sage euch: Diese Generation21,32 Dieses Volk. wird nicht vergehen, bis alles geschehen ist. 33Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.«

Mahnung zur Wachsamkeit

34»Hütet euch vor einem ausschweifenden Leben und vor übermäßigem Weingenuss und lasst euch nicht von den Sorgen des täglichen Lebens gefangen nehmen. Sonst wird euer Herz abgestumpft, und ihr werdet21,34 W 34 Hütet euch, dass eure Herzen nicht durch Rausch und Trunkenheit und Sorgen des täglichen Lebens beschwert werden. Sonst werdet ihr. von jenem Tag überrascht werden 35wie von einer Falle, die zuschnappt. Denn er wird21,35 Od er wird plötzlich. über alle Bewohner der Erde21,35 W der ganzen Erde. hereinbrechen. 36Seid wachsam und betet, ohne nachzulassen21,36 W Seid aber wachsam zu jeder Zeit und betet / Seid aber wachsam und betet zu jeder Zeit., damit ihr die Kraft habt21,36 AL(2) damit ihr für würdig erachtet werdet., all dem zu entrinnen21,36 Od all das durchzustehen., was geschehen wird, und damit ihr bestehen könnt, wenn ihr vor den Menschensohn tretet.«

Jesu Wirken im Tempel

37Tagsüber21,37 Od Jeden Tag. lehrte Jesus im Tempel. Doch abends verließ er die Stadt und verbrachte die Nacht am21,37 Od auf dem. Ölberg. 38Früh am Morgen kam dann das ganze Volk zu ihm in den Tempel, um ihn zu hören.