Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
1

Einleitung

11Schon viele haben die Aufgabe in Angriff genommen, einen Bericht über die Dinge abzufassen, die in unserer Mitte geschehen sind1,1 Od mit denen Gott seine Zusagen in unserer Mitte erfüllt hat. 2und die wir von denen erfahren haben1,2 W und die uns die überliefert haben., die von Anfang an als Augenzeugen dabei waren und dann Diener der Botschaft ´Gottes` geworden sind. 3Darum hielt auch ich es für richtig, nachdem ich allem bis zu den Anfängen sorgfältig nachgegangen bin, diese Ereignisse für dich, hochverehrter Theophilus, in geordneter Reihenfolge niederzuschreiben, 4damit du erkennst, wie zuverlässig all das ist, worin du unterrichtet worden bist.

Ankündigung der Geburt Johannes’ des Täufers

5In der Zeit, als Herodes König von Judäa war, lebte dort Zacharias, ein Priester, der zur Abteilung des Abija gehörte. Seine Frau stammte wie er aus dem Geschlecht Aarons1,5 W Seine Frau gehörte zu den Töchtern Aarons. Zacharias stammte wie alle Priester von Aaron ab.; sie hieß Elisabeth. 6Beide lebten so, wie es Gott gefiel,1,6 W Beide waren gerecht vor Gott. und hielten sich in allem genau an die Gebote und Weisungen des Herrn. 7Sie hatten keine Kinder, denn Elisabeth war unfruchtbar, und jetzt waren sie beide alt.

8Einmal, als Zacharias vor Gott seinen Dienst als Priester versah, weil seine Abteilung damit an der Reihe war, 9wurde er nach der für das Priesteramt geltenden Ordnung durch das Los dazu bestimmt, in den Tempel des Herrn zu gehen und das Rauchopfer darzubringen. 10Während der Zeit1,10 W Stunde., in der das Rauchopfer dargebracht wurde, stand die ganze Volksmenge draußen und betete.

11Da erschien dem Zacharias ein Engel des Herrn; er sah ihn auf der rechten Seite des Rauchopferaltars stehen. 12Zacharias erschrak und wurde von Furcht gepackt. 13Doch der Engel sagte zu ihm: »Du brauchst dich nicht zu fürchten, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn schenken; dem sollst du den Namen Johannes geben. 14Du wirst voller Freude und Jubel sein, und auch viele andere werden sich über seine Geburt freuen. 15Denn er wird groß sein in den Augen des Herrn. Er wird keinen Wein und keine starken Getränke zu sich nehmen, und schon im Mutterleib1,15 Od schon von Geburt an. wird er mit dem Heiligen Geist erfüllt sein. 16Viele Israeliten wird er zum Herrn, ihrem Gott, zurückführen. 17Erfüllt mit dem Geist und der Kraft des Elia, wird er vor dem Herrn hergehen. Durch ihn werden sich die Herzen der Väter den Kindern zuwenden, und die Ungehorsamen werden ihre Gesinnung ändern und sich nach denen richten, die so leben, wie es Gott gefällt1,17 W die Ungehorsamen werden sich der Gesinnung der Gerechten zuwenden. Siehe Maleachi 3,1.23.24..1,17 Siehe Maleachi 3,1.23.24. So wird er dem Herrn ein Volk zuführen1,17 W bereitmachen., das ´für ihn` bereit ist.«

18Zacharias sagte zu dem Engel: »Woran soll ich erkennen, dass das alles geschehen wird? Ich bin doch ein alter Mann, und meine Frau ist auch nicht mehr jung.« 19Der Engel erwiderte: »Ich bin Gabriel; ich stehe vor Gott und bin von ihm gesandt, um mit dir zu reden und dir diese gute Nachricht zu bringen. 20Doch nun höre: Du wirst stumm sein und nicht mehr reden können bis zu dem Tag, an dem diese Dinge eintreffen, denn du hast meinen Worten nicht geglaubt. Sie werden aber in Erfüllung gehen, wenn die Zeit dafür gekommen ist.«

21Draußen wartete das Volk auf Zacharias, und alle wunderten sich, dass er so lange im Tempel blieb. 22Als er endlich herauskam, konnte er nicht mit ihnen sprechen. Da merkten sie, dass er im Tempel eine Erscheinung gehabt hatte. Er machte sich ihnen durch Zeichen verständlich1,22 W Er nickte/winkte ihnen zu., blieb aber stumm.

23Als sein Priesterdienst zu Ende war, kehrte Zacharias nach Hause zurück. 24Bald darauf wurde seine Frau Elisabeth schwanger. Die ersten fünf Monate verbrachte sie in völliger Zurückgezogenheit. Sie sagte: 25»Der Herr hat Großes an mir getan!1,25 W So hat der Herr an mir gehandelt! Die Menschen verachteten mich, aber er hat mich gnädig angesehen und hat meine Schande von mir genommen.«

Ankündigung der Geburt Jesu

Mt 1,18-23

26-27Als Elisabeth im sechsten Monat schwanger war, sandte Gott den Engel Gabriel zu einer unverheirateten jungen Frau1,26-27 W zu einer Jungfrau., die in Nazaret, einer Stadt in Galiläa, wohnte. Sie hieß Maria und war mit Josef, einem Mann aus dem Haus Davids, verlobt1,26-27 Die jüdische Verlobung stellte ein rechtsverbindliches Eheversprechen dar.; Maria war noch unberührt.1,26-27 W Sie war mit Josef … verlobt, und der Name der Jungfrau war Maria. – Die jüdische Verlobung stellte ein rechtsverbindliches Eheversprechen dar.

28»Sei gegrüßt, dir ist eine hohe Gnade zuteil geworden!1,28W Sei gegrüßt (od Freu dich), du Begnadete!«, sagte Gabriel zu ihr, als er hereinkam. »Der Herr ist mit dir.« 29Maria erschrak zutiefst, als sie so angesprochen wurde, und fragte sich, was dieser Gruß zu bedeuten habe. 30Da sagte der Engel zu ihr: »Du brauchst dich nicht zu fürchten, Maria, denn du hast Gnade bei Gott gefunden. 31Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen; dem sollst du den Namen Jesus geben. 32Er wird groß sein und wird ›Sohn des Höchsten‹ genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Stammvaters David geben. 33Er wird für immer über die Nachkommen1,33 W über das Haus. Jakobs herrschen, und seine Herrschaft wird niemals aufhören.«

34»Wie soll das zugehen?«, fragte Maria den Engel. »Ich bin doch noch gar nicht verheiratet!1,34 W Ich erkenne ja keinen Mann (d. h. ich habe ja noch keinen Geschlechtsverkehr mit einem Mann)!« 35Er gab ihr zur Antwort: »Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind, das du zur Welt bringst, heilig sein und Gottes Sohn genannt werden1,35 Od heilig und Gottes Sohn genannt werden. Od Deshalb wird auch das Heilige, das du zur Welt bringst, Gottes Sohn genannt werden.36Und er fügte hinzu: »Auch Elisabeth, deine Verwandte, ist schwanger und wird noch in ihrem Alter einen Sohn bekommen. Von ihr hieß es, sie sei unfruchtbar, und jetzt ist sie im sechsten Monat. 37Denn für Gott ist nichts unmöglich1,37 Denn kein Wort, das von Gott kommt, wird ohne Wirkung sein.

38Da sagte Maria: »Ich bin die Dienerin des Herrn. Was du gesagt hast, soll mit mir geschehen.« Hierauf verließ sie der Engel.

Marias Besuch bei Elisabeth

39Nicht lange danach machte sich Maria auf den Weg ins Bergland von Juda. So schnell sie konnte, ging sie in die Stadt, 40in der Zacharias wohnte. Sie betrat sein Haus und begrüßte Elisabeth. 41Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth mit dem Heiligen Geist erfüllt 42und rief laut: »Du bist die gesegnetste aller Frauen1,42 W Gesegnet bist du unter den Frauen., und gesegnet ist das Kind in deinem Leib! 43Doch wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44In1,44 W Denn in. dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. 45Glücklich bist du zu preisen, weil du geglaubt hast; denn was der Herr dir sagen ließ, wird sich erfüllen1,45 Od weil du geglaubt hast, dass sich erfüllen wird, was der Herr dir sagen ließ.

Maria preist den Herrn

46Da sagte Maria:

»Von ganzem Herzen preise ich1,46 W Meine Seele preist. den Herrn,

47und mein Geist jubelt vor Freude über Gott, meinen Retter.

48Denn er hat mich, seine Dienerin, gnädig angesehen,

eine geringe und unbedeutende Frau.1,48 W Denn er hat die Niedrigkeit seiner Dienerin angesehen.

Ja, man wird mich glücklich preisen –

jetzt und in allen kommenden Generationen.

49Er, der Mächtige, hat Großes an mir getan.

Sein Name ist heilig,

50und von Generation zu Generation

gilt sein Erbarmen denen, die sich ihm unterstellen1,50 W die Ehrfurcht vor ihm haben..

51Mit starkem Arm hat er seine Macht bewiesen1,51 Viele übersetzen die Verse 51 bis 54 in der Gegenwartsform: er beweist, zerstreut, stürzt, hebt empor, füllt, schickt fort, nimmt sich an.;

er hat die in alle Winde zerstreut,

deren Gesinnung stolz und hochmütig ist.

52Er hat die Mächtigen vom Thron gestürzt

und die Geringen emporgehoben.

53Den Hungrigen hat er ´die Hände` mit Gutem gefüllt,

und die Reichen hat er mit leeren Händen fortgeschickt.

54Er hat sich seines Dieners, ´des Volkes` Israel, angenommen,

weil er sich an das erinnerte,

was er unseren Vorfahren zugesagt hatte:

55dass er nie aufhören werde,

Abraham und seinen Nachkommen Erbarmen zu erweisen1,55 Od was er unseren Vorfahren, Abraham und seinen Nachkommen, zugesagt hatte: 55 dass er nie aufhören werde, ihnen Erbarmen zu erweisen.

56Maria blieb etwa drei Monate bei Elisabeth und kehrte dann nach Hause zurück.

Die Geburt Johannes’ des Täufers

57Für Elisabeth war die Zeit der Entbindung gekommen, und sie brachte einen Sohn zur Welt. 58Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, dass der Herr Erbarmen mit ihr gehabt und ihr auf so wunderbare Weise geholfen hatte1,58 W dass der Herr sein Erbarmen mit ihr groß gemacht hatte., und freuten sich mit ihr.

59Als das Kind acht Tage alt war, kamen sie zu seiner Beschneidung zusammen. Sie wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. 60Doch die Mutter des Kindes widersprach. »Nein«, sagte sie, »er soll Johannes heißen.« – 61»Aber es gibt doch in deiner Verwandtschaft keinen, der so heißt!«, wandten die anderen ein. 62Sie fragten deshalb den Vater durch Zeichen1,62 W Sie nickten/winkten aber seinem Vater zu., wie er das Kind nennen wollte. 63Zacharias ließ sich ein Schreibtäfelchen geben und schrieb darauf: »Sein Name ist Johannes.« Während sich alle noch darüber wunderten, 64konnte Zacharias mit einem Mal wieder reden. Seine Zunge war gelöst1,64 W 64 wurden mit einem Mal sein Mund und seine Zunge geöffnet, und er redete., und er pries Gott.

65Furcht ´und Staunen` ergriff alle, die in jener Gegend wohnten1,65 Od alle Nachbarn., und im ganzen Bergland von Judäa sprach sich herum, was geschehen war. 66Alle, die davon hörten, wurden nachdenklich und fragten sich: »Was wird wohl aus diesem Kind einmal werden?« Denn ´es war offensichtlich, dass` die Hand des Herrn mit ihm war.

Zacharias preist den Herrn

67Zacharias, der Vater des Neugeborenen, wurde mit dem Heiligen Geist erfüllt und begann, prophetisch zu reden. Er sagte:

68»Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels!

Er hat sich seines Volkes angenommen

und hat ihm Erlösung gebracht.

69Aus dem Haus seines Dieners David

hat er für uns einen starken Retter1,69 W ein Horn der Rettung. hervorgehen lassen,

70wie er es schon vor langer Zeit

durch das Wort1,70 W durch den Mund. seiner heiligen Propheten angekündigt hatte –

71einen, der uns aus der Gewalt unserer Feinde rettet

und uns aus den Händen all derer befreit, die uns hassen.

72So erbarmt sich Gott ´seines Volkes und hilft uns`,

wie er es unseren Vorfahren zugesagt hat.1,72 Od So erweist Gott unseren Vorfahren sein Erbarmen.

Er vergisst seinen heiligen Bund nicht;

73er denkt an den Eid,

den er unserem Stammvater Abraham geschworen hat:

74dass1,74 W geschworen hat: es uns zu geben, 74 dass. er uns aus den Händen unserer Feinde befreien wird

75und dass wir ihm unser ganzes Leben lang ohne Furcht

in Heiligkeit und Gerechtigkeit

in seiner Gegenwart dienen werden.

76Und du, Kind, wirst ›Prophet des Höchsten‹ genannt werden.

Denn du wirst vor dem Herrn hergehen und ihm den Weg bereiten.

77Du wirst sein Volk zu der Erkenntnis führen,

dass es durch die Vergebung seiner Sünden gerettet wird1,77 W Du wirst seinem Volk Erkenntnis der Rettung geben in der / durch die Vergebung ihrer Sünden.;

78denn unser Gott ist voll Erbarmen.

Darum wird auch der helle Morgenglanz1,78 Od der Stern. Od der Spross. W das Aufgehen (der Sonne oder eines Sterns) / das Aufsprießen (einer Pflanze). aus der Höhe zu uns kommen1,78 AL(1) Darum ist auch … zu uns gekommen.,

79um denen Licht zu bringen,

die in der Finsternis und im Schatten des Todes leben,

und um unsere Schritte1,79 W Füße. auf den Weg des Friedens zu lenken.«

80Johannes1,80 W Das Kind. wuchs heran und wurde stark im Geist. Er lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er öffentlich in Israel auftrat.
2

Die Geburt Jesu

21In jener Zeit erließ Kaiser Augustus den Befehl an alle Bewohner seines Weltreichs2,1 W an die ganze (bewohnte) Welt., sich ´in Steuerlisten` eintragen zu lassen. 2Es war das erste Mal, dass solch eine Erhebung durchgeführt wurde; damals war Quirinius Gouverneur von Syrien.2,2 Quirinius war von ca. 12 v. Chr. bis 9 n. Chr. maßgeblich an der römischen Politik im Nahen Osten beteiligt. Während seiner Amtszeit als Gouverneur von Syrien – einschließlich des Gebiets von Palästina – in den Jahren 6–9 n. Chr. fand die in Apostelgeschichte 5,37 erwähnte Volkszählung statt. Doch lassen außerbiblische Hinweise die Annahme zu, dass Quirinius schon früher, in den Jahren 6–4 v. Chr., mit der Verwaltung der Provinz Syrien betraut war. Die in Kapitel 2 des Lukas-Evangeliums berichteten Ereignisse fallen in diese erste Amtsperiode des Quirinius, über die allerdings nichts Genaues bekannt ist. 3So ging jeder in die Stadt, aus der er stammte, um sich dort eintragen zu lassen.

4Auch Josef machte sich auf den Weg. Er gehörte zum Haus und zur Nachkommenschaft Davids und begab sich deshalb von seinem Wohnort2,4 W von der Stadt. Nazaret in Galiläa hinauf nach Betlehem in Judäa, der Stadt Davids, 5um sich dort zusammen mit Maria, seiner Verlobten, eintragen zu lassen2,5 Od um sich dort eintragen zu lassen. Maria, seine Verlobte (od seine ihm angetraute Frau), hatte er mitgenommen.. Maria war schwanger. 6Während sie nun in Betlehem waren, kam für Maria die Zeit der Entbindung. 7Sie brachte ihr erstes Kind, einen Sohn, zur Welt, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Futterkrippe; denn sie hatten keinen Platz2,7 Od keinen anderen Platz. in der Unterkunft bekommen.

Engel und Hirten verkünden die Geburt des Messias

8In der Umgebung von Betlehem waren Hirten, die ´mit ihrer Herde` draußen auf dem Feld lebten. Als sie in jener Nacht bei ihren Tieren Wache hielten, 9stand auf einmal ein Engel des Herrn vor ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umgab sie mit ihrem Glanz. Sie erschraken sehr, 10aber der Engel sagte zu ihnen: »Ihr braucht euch nicht zu fürchten! Ich bringe euch eine gute Nachricht, über die im ganzen Volk große Freude herrschen wird.2,10 W Ich verkünde euch als gute Nachricht eine große Freude, die für das ganze Volk sein wird. 11Heute ist euch in der Stadt Davids ein Retter geboren worden; es ist der Messias2,11 Od Christus., der Herr. 12An folgendem Zeichen werdet ihr das Kind erkennen: Es ist2,12 W werdet ihr ihn erkennen: Ihr werdet ein Kind finden, das ist. in Windeln gewickelt und liegt in einer Futterkrippe.«

13Mit einem Mal waren bei dem Engel große Scharen des himmlischen Heeres; sie priesen Gott und riefen:

14»Ehre und Herrlichkeit Gott in der Höhe,

und Frieden auf der Erde

für die Menschen2,14 Od unter den Menschen., auf denen sein Wohlgefallen ruht2,14 AL(2) auf der Erde, und bei den Menschen sein Wohlgefallen.

15Daraufhin kehrten die Engel in den Himmel zurück.

Da sagten die Hirten zueinander: »Kommt, wir gehen nach Betlehem! Wir wollen sehen, was dort geschehen ist und was der Herr uns verkünden ließ.« 16Sie machten sich auf den Weg, so schnell sie konnten, und fanden Maria und Josef und ´bei ihnen` das Kind, das in der Futterkrippe lag. 17Nachdem sie es gesehen hatten, erzählten sie ´überall`2,17 Od Als sie es sahen, erzählten sie., was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. 18Und alle, mit denen die Hirten sprachen, staunten über das, was ihnen da berichtet wurde. 19Maria aber prägte sich alle diese Dinge ein2,19 W Maria aber bewahrte alle diese Dinge (od Worte) in ihrem Herzen. und dachte immer wieder darüber nach. 20Die Hirten kehrten zu ihrer Herde zurück. Sie rühmten und priesen Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten; es war alles so gewesen, wie der Engel es ihnen gesagt hatte.

Beschneidung und Namengebung

21Acht Tage später, als die Zeit gekommen war, das Kind zu beschneiden, gab man ihm den Namen Jesus – den Namen, den der Engel genannt hatte, noch bevor Maria das Kind empfing.

Jesus wird im Tempel Gott geweiht

22Als dann die im Gesetz des Mose festgelegte Zeit der Reinigung2,22 Siehe 3. Mose 12. vorüber war, brachten Josef und Maria das Kind nach Jerusalem, um es dem Herrn zu weihen 23und so nach dem Gesetz des Herrn zu handeln, in dem es heißt2,23 W 23 wie es im Gesetz des Herrn geschrieben ist.: »Jede männliche Erstgeburt soll als heilig für den Herrn gelten.«2,23 2. Mose 13,2.12. 24Außerdem brachten sie das Reinigungsopfer dar, für das das Gesetz des Herrn ein Turteltaubenpaar oder zwei junge Tauben vorschrieb.2,24 3. Mose 12,8.

Die Begegnung mit Simeon

25Damals lebte in Jerusalem ein Mann namens Simeon; er war rechtschaffen, richtete sich nach Gottes Willen und wartete auf die Hilfe für Israel2,25 W er war gerecht und fromm und wartete auf den Trost Israels.. Der Heilige Geist ruhte auf ihm, 26und durch den Heiligen Geist war ihm auch gezeigt worden, dass er nicht sterben werde2,26 W dass er den Tod nicht sehen werde., bevor er den vom Herrn gesandten Messias2,26 W den Messias/Christus des Herrn. gesehen habe. 27Vom Geist geleitet,2,27 W In dem / Durch den Geist. war er an jenem Tag in den Tempel gekommen. Als nun Jesu Eltern das Kind hereinbrachten, um mit ihm zu tun, was nach dem Gesetz üblich war, 28nahm Simeon das Kind in seine Arme, pries Gott und sagte:

29»Herr, nun kann dein Diener in Frieden sterben2,29 W nun lässt du deinen Diener in Frieden gehen.,

denn du hast deine Zusage erfüllt.

30Mit eigenen Augen habe ich das Heil2,30 Od die Rettung. gesehen,

31das du für alle Völker2,31 W im Angesicht aller Völker. bereitet hast –

32ein Licht, das die Nationen erleuchtet,

und der Ruhm deines Volkes Israel2,32 Od und das der Ruhm deines Volkes Israel ist.

33Jesu Vater und Mutter waren erstaunt, als sie Simeon so über ihr Kind reden hörten. 34Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: »Er ist dazu bestimmt, dass viele in Israel an ihm zu Fall kommen und viele durch ihn aufgerichtet werden. Er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird – 35so sehr, dass auch dir ein Schwert durch die Seele dringen wird. Aber dadurch wird bei vielen an den Tag kommen, was für Gedanken in ihren Herzen sind.«

Die Prophetin Hanna

36´In Jerusalem` lebte damals auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuels aus dem Stamm Ascher. Sie war schon sehr alt. Nach siebenjähriger Ehe war ihr Mann gestorben2,36 W Nach ihrer Jungfrauschaft hatte sie sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt.; 37sie war Witwe geblieben und war nun vierundachtzig Jahre alt2,37 Od und das nun schon vierundachtzig Jahre lang.. Sie verbrachte ihre ganze Zeit im Tempel und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. 38Auch sie trat jetzt zu Josef und Maria. Voller Dank pries sie Gott, und zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten, sprach sie über dieses Kind.

Rückkehr nach Nazaret. Jesu Kindheit

39Als Josef und Maria alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn verlangte, kehrten sie nach Galiläa in ihre Heimatstadt Nazaret zurück. 40Jesus wuchs heran; er war ein kräftiges Kind, erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade ruhte auf ihm.

Der zwölfjährige Jesus im Tempel

41Jesu Eltern zogen jedes Jahr zum Passafest nach Jerusalem hinauf. 42Als Jesus zwölf Jahre alt war, nahmen sie den Jungen mit und gingen wieder dorthin, wie es der Sitte2,42 W der Sitte des Festes. entsprach. 43Doch als sie sich nach den Festtagen auf den Heimweg machten, blieb Jesus2,43 W blieb der Junge Jesus. in Jerusalem, ohne dass seine Eltern etwas davon wussten. 44Sie dachten, er sei irgendwo in der Pilgerschar. Erst nachdem sie eine Tagereise zurückgelegt hatten, fingen sie an, unter Verwandten und Bekannten nach ihm zu suchen. 45Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück, um ihn dort zu suchen. 46Endlich, nach drei Tagen2,46 Od am dritten Tag., fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Gesetzeslehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. 47Alle, die dabei waren, staunten über die Klugheit seiner Antworten2,47 W staunten über seine Klugheit / sein Verständnis und seine Antworten..

48Seine Eltern waren völlig überrascht, ihn hier zu sehen. »Kind«, sagte seine Mutter zu ihm, »wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich verzweifelt2,48 W mit Schmerzen. gesucht.« 49Jesus erwiderte: »Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein muss2,49 dass ich in den Angelegenheiten meines Vaters tätig sein muss. W dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört.50Doch sie verstanden nicht, was er damit meinte.

51Jesus kehrte mit seinen Eltern nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter behielt alle diese Dinge im Gedächtnis2,51 W behielt alle diese Dinge (od Worte) in ihrem Herzen..

Jesu Jugendzeit

52Jesus nahm weiter zu an Weisheit und wuchs zu einem jungen Mann heran. Gottes Gnade war mit ihm, und die Menschen hatten Freude an ihm.2,52 W Jesus nahm zu an Weisheit und Alter/Körpergröße und Gnade bei Gott und (den) Menschen.

3

Das Wirken Johannes’ des Täufers

Mt 3,1-12; Mk 1,1-8; Joh 1,6-8.19-28

31Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius; Pontius Pilatus war Gouverneur von Judäa, Herodes regierte als Tetrarch3,1 Gemeint ist Herodes Antipas. Siehe dazu und zu Tetrarch die Anmerkung zu Apostelgeschichte 13,1. in Galiläa, sein Bruder Philippus3,1 W Philippus regierte als Tetrarch. in Ituräa und Trachonitis, Lysanias3,1 W Lysanias regierte als Tetrarch. in Abilene; 2Hohepriester waren Hannas und Kajafas.

Da bekam Johannes, der Sohn des Zacharias, in der Wüste von Gott seinen Auftrag.3,2 W Da erging das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias, in der Wüste. 3Er durchzog die ganze Jordangegend und rief die Menschen dazu auf, umzukehren und sich taufen zu lassen, um Vergebung der Sünden zu empfangen3,3 W und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden.. 4So erfüllte sich, was im Buch3,4 W im Buch der Worte. des Propheten Jesaja steht:

»Hört, eine Stimme ruft in der Wüste:

›Bereitet dem Herrn den Weg!

Ebnet seine Pfade!‹

5Jedes Tal soll aufgefüllt

und jeder Berg und jeder Hügel abgetragen werden.

Krumme Wege müssen begradigt

und holprige eben gemacht werden.

6Und die ganze Welt3,6 W Und alles Fleisch. soll das Heil3,6 Od die Rettung. sehen,

das von Gott kommt.«3,6 Jesaja 40,3-5 (nach der Septuaginta).

7Die Menschen kamen3,7 W gingen … hinaus. in großer Zahl zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Doch er sagte zu ihnen: »Ihr Schlangenbrut! Wer hat euch auf den Gedanken gebracht, ihr könntet dem kommenden Gericht3,7 W Zorn. entgehen? 8Bringt Früchte, die zeigen, dass es euch mit der Umkehr ernst ist3,8 W die der Umkehr angemessen sind., und denkt nicht im Stillen: ›Wir haben ja Abraham zum Vater!‹ Ich sage euch: Gott kann Abraham aus diesen Steinen hier Kinder erwecken. 9Die Axt ist schon an die Wurzel der Bäume gelegt, und jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.«

10Da fragten ihn die Leute: »Was sollen wir denn tun?« 11Johannes gab ihnen zur Antwort: »Wer zwei Hemden hat, soll dem eins geben, der keines hat. Und wer etwas zu essen hat, soll es mit dem teilen, der nichts hat.«

12Auch Zolleinnehmer kamen, um sich taufen zu lassen; sie fragten ihn: »Meister, was sollen wir tun?« 13Johannes erwiderte: »Verlangt nicht mehr von den Leuten, als festgesetzt ist.«

14»Und wir«, fragten einige Soldaten, »was sollen wir denn tun?« Er antwortete: »Beraubt3,14 Od Misshandelt. und erpresst niemand, sondern gebt euch mit eurem Sold zufrieden!«

15Das Volk war voll Erwartung, und alle fragten sich, ob Johannes etwa der Messias3,15 Od Christus. sei. 16Doch Johannes erklärte vor allen: »Ich taufe euch mit Wasser. Aber es kommt einer, der stärker ist als ich; ich bin es nicht einmal wert, ihm die Riemen seiner Sandalen zu lösen. Er wird euch mit3,16 Od in. dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. 17Er hat die Worfschaufel in der Hand, um die Spreu vom Weizen zu trennen3,17 W um seine Tenne gründlich zu reinigen.. Den Weizen wird er in die Scheune bringen, die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.«

18Mit diesen und noch vielen anderen ernsten3,18 W ermahnenden. Worten verkündete Johannes dem Volk die Botschaft ´Gottes`. 19Er wies auch den Tetrarchen Herodes zurecht, weil dieser dem eigenen Bruder dessen Frau Herodias weggenommen hatte3,19 W zurecht wegen Herodias, der Frau seines Bruders.. Johannes hielt ihm außerdem all das Böse vor, das er ´sonst noch` getan hatte. 20Da fügte Herodes allem begangenen Unrecht auch noch das hinzu, dass er Johannes ins Gefängnis werfen ließ.

Die Taufe Jesu

Mt 3,13-17; Mk 1,9-11; Joh 1,32-34

21Unter all den vielen, die sich taufen ließen, war auch Jesus.3,21 W Als das ganze Volk sich taufen ließ, ließ auch Jesus sich taufen. Als er nach seiner Taufe betete, öffnete sich der Himmel, 22und der Heilige Geist kam in sichtbarer3,22 W leiblicher. Gestalt wie eine Taube auf ihn herab. Und aus dem Himmel sprach eine Stimme: »Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Freude.3,22 AL(2) Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Psalm 2,7.«

Der Stammbaum Jesu

Mt 1,1-16

23Jesus war ungefähr dreißig Jahre alt, als er anfing, ´öffentlich zu wirken`. Man hielt ihn für den Sohn Josefs. Josef war der Sohn Elis, 24Eli der Sohn Mattats, Mattat der Sohn Levis, Levi der Sohn Melchis, Melchi der Sohn Jannais, Jannai der Sohn Josefs, 25Josef der Sohn Mattitjas, Mattitja der Sohn des Amos, Amos der Sohn Nahums, Nahum der Sohn Heslis, Hesli der Sohn Naggais, 26Naggai der Sohn Mahats, Mahat der Sohn Mattitjas, Mattitja der Sohn Schimis, Schimi der Sohn Josechs, Josech der Sohn Jodas, 27Joda der Sohn Johanans, Johanan der Sohn Resas, Resa der Sohn Serubbabels, Serubbabel der Sohn Schealtiels, Schealtiel der Sohn Neris, 28Neri der Sohn Melchis, Melchi der Sohn Addis, Addi der Sohn Kosams, Kosam der Sohn Elmadams, Elmadam der Sohn Ers, 29Er der Sohn Josuas, Josua der Sohn Eliesers, Elieser der Sohn Jorims, Jorim der Sohn Mattats, Mattat der Sohn Levis, 30Levi der Sohn Simeons, Simeon der Sohn Judas, Juda der Sohn Josefs, Josef der Sohn Jonams, Jonam der Sohn Eljakims, 31Eljakim der Sohn Meleas, Melea der Sohn Mennas, Menna der Sohn Mattatas, Mattata der Sohn Natans, Natan der Sohn Davids, 32David der Sohn Isais, Isai der Sohn Obeds, Obed der Sohn des Boas, Boas der Sohn Salmons3,32 Die griechische Schreibweise von Salmon lautet in den besten Handschriften wie die von Schelach (Verse 35 und 36), nämlich Sala., Salmon der Sohn Nachschons, 33Nachschon der Sohn Amminadabs, Amminadab der Sohn Admins, Admin der Sohn Arnis, Arni der Sohn Hezrons, Hezron der Sohn des Perez, Perez der Sohn Judas, 34Juda der Sohn Jakobs, Jakob der Sohn Isaaks, Isaak der Sohn Abrahams, Abraham der Sohn Terachs, Terach der Sohn Nahors, 35Nahor der Sohn Serugs, Serug der Sohn Regus, Regu der Sohn Pelegs, Peleg der Sohn Ebers, Eber der Sohn Schelachs, 36Schelach der Sohn Kenans, Kenan der Sohn Arpachschads, Arpachschad der Sohn Sems, Sem der Sohn Noahs, Noah der Sohn Lamechs, 37Lamech der Sohn Metusalems, Metusalem der Sohn Henochs, Henoch der Sohn Jereds, Jered der Sohn Mahalalels, Mahalalel der Sohn Kenans, 38Kenan der Sohn des Enosch, Enosch der Sohn Sets, Set der Sohn Adams; Adam war von Gott erschaffen3,38 W Adam war (der Sohn) Gottes..