Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
17

Wehe dem, durch den andere zu Fall kommen!

Mt 18,6-7; Mk 9,42

171Jesus sagte zu seinen Jüngern: »Es ist unvermeidlich, dass Dinge geschehen, durch die Menschen zu Fall kommen. Doch wehe dem, der daran schuld ist! 2Es wäre besser für ihn, man würde ihm einen Mühlstein um den Hals legen und ihn damit ins Meer werfen, als dass von solchen gering Geachteten wie diesen hier auch nur einer17,2 W als dass einer von diesen Kleinen/Geringen. durch ihn zu Fall kommt. 3Seht euch also vor!«

Bereitschaft zur Vergebung

Mt 18,15

»Wenn17,3 Od 3 Seht euch vor: Wenn. dein Bruder sündigt17,3 AL(2) gegen dich sündigt., weise ihn zurecht, und wenn er sein Unrecht einsieht17,3 W wenn er umkehrt., vergib ihm. 4Selbst wenn er siebenmal am Tag gegen dich sündigt und siebenmal wieder zu dir kommt und sagt: ›Ich will es nicht mehr tun17,4 W Ich kehre um.‹, sollst du ihm vergeben.«

Die Bitte um einen größeren Glauben

Mt 17,20

5Die Apostel baten den Herrn: »Gib uns doch mehr Glauben!« 6Der Herr antwortete: »Selbst wenn euer Glaube nur so groß wäre wie ein Senfkorn, könntet ihr zu diesem Maulbeerbaum17,6 Od Maulbeerfeigenbaum. hier sagen: ›Heb dich samt deinen Wurzeln aus der Erde und verpflanze dich ins Meer!‹, und er würde euch gehorchen.«

Bedingungslose Bereitschaft zum Dienst

7»Angenommen, einer von euch hat einen Knecht17,7 Od Diener/Sklaven. Ebenso in der zweiten Vershälfte und in Vers 9., der ihm den Acker bestellt17,7 W der pflügt. oder das Vieh hütet. Wenn dieser Knecht vom Feld heimkommt, wird dann sein Herr etwa als Erstes zu ihm sagen: ›Komm17,7 W etwa zu ihm sagen: ›Komm sofort. und setz dich zu Tisch!‹? 8Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: ›Mach mir das Abendessen, binde dir ´einen Schurz` um und bediene mich! Wenn ich mit Essen und Trinken fertig bin, kannst auch du essen und trinken.‹? 9Und bedankt er sich hinterher bei dem Knecht dafür, dass dieser getan hat, was ihm aufgetragen war?17,9 AL(2) war? Ich meine nicht. 10Wenn ihr also alles getan habt, was euch aufgetragen war, dann sollt auch ihr sagen: ›Wir sind Diener, weiter nichts17,10 W Wir sind unnütze/unwürdige Diener.; wir haben nur unsere Pflicht getan.‹«

Die Heilung der zehn Aussätzigen und der Dank des Samaritaners

11Auf seinem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von17,11 zog Jesus mitten durch. Samarien und Galiläa. 12Kurz vor einem Dorf kamen ihm zehn Aussätzige entgegen; sie blieben in einigem Abstand stehen 13und riefen laut: »Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!« 14Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: »Geht und zeigt euch den Priestern!« Auf dem Weg dorthin wurden sie gesund17,14 W wurden sie rein gemacht. Entsprechend in Vers 17..

15Einer von ihnen kam zurück, als er sah, dass er geheilt war. Er pries Gott mit lauter Stimme, 16warf sich vor Jesu Füßen nieder und dankte ihm. Dieser Mann war ein Samaritaner. 17Jesus aber sagte: »Sind denn nicht alle zehn gesund geworden? Wo sind die anderen neun? 18Ist es keinem außer diesem Fremden in den Sinn gekommen, zurückzukehren und Gott die Ehre zu geben?« 19Dann sagte er zu dem Mann: »Steh auf, du kannst gehen! Dein Glaube hat dich gerettet17,19 Od hat dich gesund gemacht.

Das Kommen des Reiches Gottes

Mt 24,26-28.37-41

20Die Pharisäer fragten Jesus, wann das Reich Gottes komme. Darauf antwortete er: »Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Anzeichen erkennen kann17,20 W kommt nicht mit Beobachtung.. 21Man wird auch nicht sagen können: ›Seht, hier ist es!‹ oder: ›Es ist dort!‹ Nein, das Reich Gottes ist mitten unter euch17,21 Od ist in euch.

22Dann sagte Jesus zu seinen Jüngern: »Es wird eine Zeit kommen, da werdet ihr euch danach sehnen, auch nur einen Tag der Herrschaft17,22 Od einen Tag in der Gegenwart. W einen der Tage. des Menschensohnes zu erleben, aber euer Sehnen wird vergeblich sein17,22 W zu sehen, und ihr werdet es nicht sehen.. 23Wenn man zu euch sagt: ›Seht, dort ist er!‹ oder: ›Seht, er ist hier!‹, dann geht nicht hin; lauft denen, die hingehen, nicht nach. 24Denn wie der Blitz aufleuchtet und den Himmel von einem Ende zum anderen erhellt, so wird es an dem Tag sein, an dem der Menschensohn kommt17,24 W so wird der Menschensohn an seinem Tag (aL(1) ohne an seinem Tag) sein.. 25Vorher muss er jedoch vieles erleiden und wird von der jetzigen Generation verworfen werden.

26In den Tagen, in denen der Menschensohn kommt,17,26 W In den Tagen des Menschensohnes. wird es sein wie in den Tagen Noahs. 27Die Menschen aßen und tranken, sie heirateten und wurden verheiratet – bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging; dann brach die Flut herein, und sie kamen alle um. 28Es wird auch17,28 Od ebenso. sein wie in den Tagen Lots. Die Menschen aßen und tranken, sie kauften und verkauften, sie pflanzten und bauten – 29doch an dem Tag, als Lot Sodom verließ, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel, und sie kamen alle um. 30Genauso wird es an dem Tag sein, an dem der Menschensohn wiederkommt17,30 W offenbart wird..

31Wer sich an jenem Tag gerade auf dem Dach seines Hauses aufhält und seine Sachen unten im Haus liegen hat, soll nicht erst noch hinuntersteigen, um sie zu holen. Das Gleiche gilt für den, der auf dem Feld ist: Er soll nicht mehr nach Hause zurücklaufen17,31 Od soll sich nicht umdrehen.. 32Denkt an Lots Frau! 33Wer sein Leben zu erhalten sucht, wird es verlieren; wer es aber verliert, wird es bewahren17,33 Od wird es neu geschenkt bekommen..

34Ich sage euch: Von zwei Menschen, die in jener Nacht in einem Bett liegen, wird der eine angenommen17,34 Od mitgenommen. Ebenso im nächsten Vers. und der andere zurückgelassen. 35Und von zwei Frauen, die zusammen Getreide mahlen, wird die eine angenommen und die andere zurückgelassen.17,35 Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hier Vers 36 an: Von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten, wird der eine angenommen und der andere zurückgelassen.«

37Die Jünger fragten Jesus: »Wo wird das geschehen, Herr?« Er antwortete: »Wo Aas liegt, da sammeln sich die Geier.«

18

Das Gleichnis von der Witwe und vom Richter

181Jesus wollte seinen Jüngern zeigen, dass sie unablässig beten sollten, ohne sich entmutigen zu lassen. Deshalb erzählte er ihnen folgendes Gleichnis: 2»In einer Stadt lebte ein Richter, der nicht nach Gott fragte und auf keinen Menschen Rücksicht nahm. 3In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe. Sie kam immer wieder zu dem Richter und bat ihn: ›Verhilf mir in der Auseinandersetzung mit meinem Gegner zu meinem Recht!‹ 4Lange Zeit wollte der Richter nicht darauf eingehen, doch dann sagte er sich: ›Ich fürchte Gott zwar nicht, und was die Menschen denken, ist mir gleichgültig; 5aber diese Witwe wird mir so lästig, dass ich ihr zu ihrem Recht verhelfen will. Sonst bringt sie mich mit ihrem ständigen Kommen noch zur Verzweiflung18,5 Od in Verruf. Od Sonst kommt sie am Ende noch und kratzt mir die Augen aus..‹«

6Der Herr fuhr fort: »Habt ihr darauf geachtet, was dieser Richter sagt, dem es überhaupt nicht um Gerechtigkeit geht?18,6 W »Hört, was dieser ungerechte Richter sagt! 7Sollte da Gott nicht erst recht dafür sorgen, dass seine Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm rufen, zu ihrem Recht kommen? Und wird er sie etwa warten lassen?18,7 Od kommen, selbst wenn er sie zunächst noch warten lässt? Od kommen – er, der ihretwegen so viel Geduld an den Tag legt? 8Ich sage euch: Er wird dafür sorgen, dass sie schnell zu ihrem Recht kommen. Aber wird der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde solch einen Glauben finden18,8 Od auf der Erde überhaupt Glauben finden.

Der Pharisäer und der Zolleinnehmer

9Jesus wandte sich nun an einige, die in ´falschem` Selbstvertrauen meinten, ´in Gottes Augen` gerecht zu sein, und die deshalb für die anderen nur Verachtung übrig hatten. Er erzählte ihnen folgendes Beispiel18,9 9 Jesus erzählte nun im Hinblick auf einige, die … übrig hatten, folgendes Beispiel (W Gleichnis).: 10»Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer und der andere ein Zolleinnehmer. 11Der Pharisäer stellte sich selbstbewusst hin und betete18,11 Od stellte sich für sich allein hin und betete. Od/AL(1) stellte sich hin und betete leise bei sich selbst / und betete, auf sich selbst bezogen.: ›Ich danke dir, Gott, dass ich nicht so bin wie die übrigen Menschen – ich bin kein Räuber, kein Betrüger und kein Ehebrecher, und ich bin auch nicht wie jener Zolleinnehmer dort. 12Ich faste zwei Tage in der Woche und gebe den Zehnten von allen meinen Einkünften18,12 Od von allem, was ich kaufe..‹ 13Der Zolleinnehmer dagegen blieb in weitem Abstand stehen und wagte nicht einmal, aufzublicken18,13 W und wollte nicht einmal die Augen zum Himmel erheben.. Er schlug sich an die Brust und sagte: ›Gott, vergib mir sündigem Menschen meine Schuld!‹

14Ich sage euch: Der Zolleinnehmer war ´in Gottes Augen` gerechtfertigt, als er nach Hause ging, der Pharisäer jedoch nicht. Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; aber wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.«

Jesus segnet die Kinder

Mt 19,13-15; Mk 10,13-16

15Es wurden auch kleine Kinder zu Jesus gebracht; er sollte sie segnen18,15 W anrühren.. Aber die Jünger sahen das nicht gern und wiesen18,15 W Aber als die Jünger das sahen, wiesen sie. sie barsch ab. 16Doch Jesus rief die Kinder zu sich und sagte: »Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn gerade für solche wie sie ist das Reich Gottes. 17Ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht wie ein Kind annimmt, wird nicht hineinkommen.«

Die Frage eines Reichen nach dem ewigen Leben

Mt 19,16-26; Mk 10,17-27

18Ein angesehener Mann18,18 Od Einer von den führenden Männern ´des jüdischen Volkes` (vielleicht ein Synagogenvorsteher oder ein Mitglied des Hohen Rates). fragte Jesus: »Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen18,18 W zu erben.?« – 19»Warum nennst du mich gut?«, entgegnete Jesus. »Gut ist nur Gott, sonst niemand.18,19 Gut ist nur der eine Gott. 20Du kennst doch die Gebote: ›Du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst keinen Mord begehen, du sollst nicht stehlen, du sollst keine falschen Aussagen machen, ehre deinen Vater und deine Mutter!‹18,20 2. Mose 20,12-16; 5. Mose 5,16-20.« 21Der Mann erwiderte: »Alle diese Gebote habe ich von meiner Jugend an befolgt.« 22Da sagte Jesus zu ihm: »Eines fehlt dir noch: Verkaufe alles, was du hast, und verteile den Erlös an die Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben. Und dann komm und folge mir nach!« 23Der Mann wurde sehr traurig, als er das hörte, denn er hatte ein großes Vermögen.

24Als Jesus ihn so traurig sah, sagte er18,24 AL(1) Jesus sah ihn an und sagte.: »Wie schwer ist es doch für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! 25Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher ins Reich Gottes kommt.« 26Da fragten die Zuhörer: »Wer kann dann überhaupt gerettet werden?« 27Jesus antwortete: »Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist für Gott möglich.«

Der Lohn der Nachfolge

Mt 19,27-30; Mk 10,28-31

28Da sagte Petrus: »Du weißt, wir haben zurückgelassen, was wir besaßen, und sind dir nachgefolgt.« 29Jesus erwiderte, zu allen Jüngern gewandt: »Ich sage euch: Jeder, der um des Reiches Gottes willen Haus oder Frau, Geschwister, Eltern oder Kinder zurücklässt, 30bekommt jetzt, in dieser Zeit, alles vielfach wieder und in der kommenden Welt das ewige Leben.«

Jesus kündigt zum dritten Mal sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung an

Mt 20,17-19; Mk 10,32-34

31Jesus nahm die Zwölf beiseite und sagte zu ihnen: »Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf. Dort wird sich alles erfüllen, was bei den Propheten über den Menschensohn steht18,31 W was durch die Propheten über den Menschensohn geschrieben ist.. 32Er wird den Heiden übergeben werden, ´die Gott nicht kennen`; er wird verspottet, misshandelt18,32 Od entehrt. und angespuckt werden; 33man wird ihn auspeitschen und schließlich töten. Doch drei Tage danach18,33 W Doch am dritten Tag. Siehe die Anmerkung zu Kapitel 9,22. wird er auferstehen.« 34Die Jünger begriffen von all dem nichts. Der Sinn dieser Worte war ihnen verborgen; sie verstanden nicht, was damit gemeint war.

Heilung eines Blinden bei Jericho

Mt 20,29-34; Mk 10,46-52

35Als Jesus in die Nähe von Jericho kam, saß dort ein Blinder am Straßenrand und bettelte. 36Er hörte, wie eine große Menschenmenge vorüberzog, und erkundigte sich, was das zu bedeuten habe. 37»Jesus von Nazaret kommt vorbei«, erklärte man ihm. 38Da rief er: »Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!« 39Die Leute, die vor Jesus hergingen, fuhren ihn an, er solle still sein. Doch er schrie nur umso lauter: »Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!« 40Jesus blieb stehen und ließ ihn zu sich holen. Als der Blinde vor ihm stand, fragte ihn Jesus: 41»Was möchtest du von mir?« – »Herr«, antwortete er, »ich möchte sehen18,41 Od wieder sehen. Ebenso in den nächsten beiden Versen. können!« 42Da sagte Jesus zu ihm: »Du sollst sehen können! Dein Glaube hat dich gerettet18,42 Od geheilt.43Im selben Augenblick konnte der Mann sehen. Er folgte Jesus nach und lobte und pries Gott. Und auch die ganze Volksmenge, die seine Heilung miterlebt hatte, gab Gott die Ehre18,43 W rühmte Gott..

19

Ein reicher Zolleinnehmer begegnet Jesus

191Jesus kam nach Jericho; sein Weg führte ihn mitten durch die Stadt. 2Zachäus, der oberste Zolleinnehmer, ein reicher Mann, 3wollte unbedingt sehen, wer dieser Jesus war. Aber es gelang ihm nicht, weil er klein war und die vielen Leute ihm die Sicht versperrten. 4Da lief er voraus und kletterte auf einen Maulbeerfeigenbaum; Jesus musste dort vorbeikommen, und Zachäus hoffte, ihn dann sehen zu können. 5Als Jesus an dem Baum vorüberkam, schaute er hinauf und rief: »Zachäus, komm schnell herunter! Ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.« 6So schnell er konnte, stieg Zachäus vom Baum herab, und er nahm Jesus voller Freude bei sich auf.

7Die Leute waren alle empört, als sie das sahen. »Wie kann er sich nur von solch einem Sünder einladen lassen!«, sagten sie. 8Zachäus aber trat vor den Herrn und sagte zu ihm: »Herr, die Hälfte meines Besitzes will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand etwas erpresst habe19,8 Od wenn ich jemand betrogen habe., gebe ich ihm das Vierfache zurück.« 9Da sagte Jesus zu19,9 Od im Hinblick auf. Zachäus: »Der heutige Tag hat diesem Haus Rettung gebracht. Denn«, fügte er hinzu, »dieser Mann ist doch auch ein Sohn Abrahams. 10Und19,10 W Denn. der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.«

Das Gleichnis vom anvertrauten Geld

Mt 25,14-30

11Jesus fuhr mit einem Gleichnis fort. Weil er so nahe vor Jerusalem war, meinten seine Zuhörer19,11 W meinten die, die das (das in den Versen 9 und 10 Gesagte) gehört hatten. nämlich, der Anbruch19,11 W das Erscheinen. des Reiches Gottes stehe unmittelbar bevor.

12Er sagte: »Ein Mann aus vornehmer Familie reiste in ein fernes Land, um sich dort zum König über sein eigenes Land einsetzen zu lassen und dann zurückzukehren. 13Vor der Abreise rief er zehn seiner Diener zu sich und gab ihnen Geld, jedem ein Pfund19,13 W und gab ihnen zehn Pfund. Die Geldeinheit von einem Pfund entsprach etwa hundert Denaren (vergleiche die Anmerkung zu Matthäus 18,24).. ›Arbeitet damit, bis ich wiederkomme!‹, sagte er.

14Doch die Bürger des Landes hassten ihn. Sie schickten eine Abordnung hinter ihm her und ließen erklären: ›Wir wollen nicht, dass dieser Mann König über uns wird.‹

15Trotzdem wurde er zum König eingesetzt. Nach seiner Rückkehr ließ er die Diener rufen, denen er das Geld anvertraut hatte; er wollte erfahren, welchen Gewinn sie damit erzielt hatten.

16Der erste erschien vor ihm und sagte: ›Herr, dein Pfund hat zehn weitere eingebracht.‹ – 17›Sehr gut‹, erwiderte der Herr, ›du bist ein tüchtiger Diener. Weil du im Kleinsten treu gewesen bist, sollst du Verwalter von zehn Städten werden.‹

18Der zweite kam und sagte: ›Herr, dein Pfund hat fünf weitere eingebracht.‹ 19Auch ihn ´lobte` der Herr. ›Du sollst über fünf Städte bestimmen‹, sagte er.

20Doch der nächste, der kam, erklärte: ›Herr, hier hast du dein Pfund zurück. Ich habe es in einem Tuch aufbewahrt. 21Ich hatte nämlich Angst vor dir, weil du ein strenger Mann bist. Du forderst Gewinn, wo du nichts angelegt hast19,21 Od Du nimmst, was dir nicht gehört. Entsprechend im nächsten Vers., und erntest, wo du nicht gesät hast.‹ 22Sein Herr entgegnete ihm: ›Mit deinen eigenen Worten sprichst du dir das Urteil, du böser Mensch!19,22 W Aus deinem Mund werde ich dich richten, böser Diener! Du hast also gewusst, dass ich ein strenger Mann bin, dass ich Gewinn fordere, wo ich nichts angelegt habe, und ernte, wo ich nicht gesät habe. 23Warum hast du mein Geld da nicht ´wenigstens` auf die Bank gebracht? Dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückfordern können.‹ 24Und er wandte sich zu den Umstehenden und sagte: ›Nehmt ihm das Pfund weg und gebt es dem, der die zehn Pfund hat!‹ – 25›Aber Herr‹, wandten sie ein, ›er hat doch schon zehn!‹ – 26›Ich sage euch‹, erwiderte er, ›jedem, der hat, wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.

27Und nun zu meinen Feinden, die nicht wollten, dass ich über sie herrsche: Holt sie her und bringt sie vor meinen Augen um!‹«

Der Einzug in Jerusalem

Mt 21,1-11; Mk 11,1-11

28Nachdem Jesus dieses Gleichnis erzählt hatte, setzte er seine Reise hinauf nach Jerusalem fort19,28 Od zog er an der Spitze seiner Jünger nach Jerusalem hinauf.. 29Als er nicht mehr weit von Betfage und Betanien am Ölberg war, schickte er zwei seiner Jünger voraus. 30Er gab ihnen folgende Anweisung: »Geht in das Dorf, das ihr vor euch seht. Beim Ortseingang werdet ihr einen Esel finden, der angebunden ist, ein junges Tier19,30 W werdet ihr ein Fohlen angebunden finden., auf dem noch nie ein Mensch geritten ist. Bindet es los und führt es her. 31Und sollte euch jemand fragen, warum ihr es losbindet, dann antwortet: ›Der Herr braucht es.‹«

32Die beiden machten sich auf den Weg und fanden alles so, wie Jesus es ihnen beschrieben hatte. 33Als sie das Tier losbanden, fragten die Leute, denen es gehörte: »Warum bindet ihr es los?« – 34»Der Herr braucht es«, antworteten sie. 35Sie brachten den Esel zu Jesus, legten ihre Mäntel über das Tier und ließen Jesus aufsteigen. 36Während er nun so seinen Weg fortsetzte, breiteten die Leute19,36 Od die Jünger. W sie. ihre Mäntel auf der Straße aus.

37Als er das Wegstück erreichte, das vom Ölberg zur Stadt hinunterführt, brach die ganze Schar der Jünger in Freudenrufe aus; mit lauter Stimme priesen sie Gott für all die Wunder, die sie miterlebt hatten.

38»›Gesegnet sei er, der König,

der im Namen des Herrn kommt!‹19,38 Psalm 118,26.«

riefen sie.

»Frieden bei dem, der im Himmel ist,

Ehre dem, der droben in der Höhe wohnt!19,38 W Frieden im Himmel und Ehre/Herrlichkeit in der Höhe!«

39Einige Pharisäer aus der Menge erhoben Einspruch. »Meister«, sagten sie zu Jesus, »verbiete es deinen Jüngern, so zu reden!« 40Doch Jesus gab ihnen zur Antwort: »Ich sage euch: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien!«

Jesus weint über Jerusalem

41Als Jesus sich nun der Stadt näherte und sie vor sich liegen sah, weinte er über sie 42und sagte: »Wenn doch auch du am heutigen Tag erkannt hättest19,42 Od erkennen würdest., was dir Frieden bringen würde! Nun aber ist es dir verborgen, du siehst es nicht. 43Es kommt für dich eine Zeit, da werden deine Feinde rings um dich einen Wall aufwerfen, dich belagern und dich von allen Seiten bedrängen. 44Sie werden dich zerstören und deine Kinder19,44 Od deine Einwohner., die in dir wohnen, zerschmettern und werden in der ganzen Stadt19,44 W in dir. keinen Stein auf dem anderen lassen, weil du die Zeit, in der Gott dir begegnete,19,44 W die Zeit von ´Gottes` Eingreifen bei dir. nicht erkannt hast.«

Jesus im Tempel

Mt 21,12-17; Mk 11,15-19

45Jesus ging in den Tempel und fing an, alle hinauszuweisen, die dort Handel trieben. 46Er sagte zu ihnen: »Es heißt in der Schrift: ›Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein.‹19,46 Jesaja 56,7. Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!«

47Tag für Tag lehrte Jesus im Tempel. Die führenden Priester und die Schriftgelehrten jedoch sowie die anderen führenden Männer des Volkes suchten nach einer Möglichkeit, ihn zu beseitigen. 48Aber sie wussten nicht, wie sie es anfangen sollten; denn das ganze Volk hing an ihm und ließ sich keines seiner Worte entgehen19,48 W hing an ihm und hörte / hing daran, ihn zu hören..