Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
12

Warnung vor Heuchelei. Aufforderung, sich ohne Furcht zu Jesus zu bekennen

Mt 10,26-33; 12,32

121Inzwischen waren die Menschen zu Tausenden herbeigeströmt; das Gedränge war so groß, dass sie sich gegenseitig auf die Füße traten. Jesus wandte sich zunächst an seine Jünger; er sagte: »Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer – vor der Heuchelei! 2Nichts, was verborgen ist, bleibt verborgen; alles wird ans Licht kommen. Und nichts, was geheim ist, bleibt geheim; alles wird bekannt gemacht werden. 3Darum: Was ihr im Dunkeln sagt, wird am hellen Tag zu hören sein, und was ihr jemand hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, wird in aller Öffentlichkeit12,3 W auf den Dächern. verkündet werden.

4Meine Freunde, ich sage euch: Fürchtet euch nicht vor denen, die euch das irdische Leben nehmen können12,4 W die den Leib töten.; sie können euch darüber hinaus nichts anhaben. 5Ich will euch sagen12,5 W zeigen., wen ihr fürchten müsst: Fürchtet den, der nicht nur töten kann, sondern auch die Macht hat, in die Hölle zu werfen. Ja, ich sage euch: Ihn müsst ihr fürchten! 6Denkt doch einmal an die Spatzen! Fünf Spatzen kosten nicht mehr als zwei Groschen, und doch vergisst Gott keinen einzigen von ihnen. 7Und bei euch sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Seid darum ohne Furcht! Ihr seid mehr wert als eine noch so große Menge Spatzen.

8Ich sage euch: Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen. 9Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird auch vor den Engeln Gottes verleugnet werden.

10Wer etwas gegen den Menschensohn sagt, dem kann vergeben werden. Wer aber den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben werden.

11Wenn man euch in den Synagogen vor Gericht stellt12,11 W euch vor ´die Gerichte` der Synagogen führt. oder euch vor die Behörden und die Machthaber führt, dann macht euch keine Sorgen, wie12,11 W wie oder womit. ihr euch verteidigen und was ihr sagen sollt. 12Denn wenn es soweit ist, wird euch der Heilige Geist zeigen12,12 W Denn der Heilige Geist wird euch in jener Stunde lehren., was ihr sagen müsst.«

Warnung vor Habgier

13Einer aus der Menge bat Jesus: »Meister, sag doch meinem Bruder, er soll das ´väterliche` Erbe mit mir teilen!« 14Jesus entgegnete ihm: »Lieber Mann, wer hat mich denn zum Richter über euch eingesetzt oder zum Vermittler ´in euren Erbangelegenheiten`?« 15Dann wandte er sich an alle und sagte: »Nehmt euch in Acht! Hütet euch vor aller Habgier! Denn das Leben eines Menschen hängt nicht von seinem Wohlstand ab12,15 Od hängt nicht von dem ab, was er besitzt, auch wenn er noch so reich ist.

Das Gleichnis vom törichten reichen Bauern

16Jesus erzählte den Leuten dazu ein Gleichnis: »Die Felder eines reichen Mannes hatten einen guten Ertrag gebracht. 17Der Mann überlegte hin und her: ›Was soll ich tun? Ich weiß ja gar nicht, wohin mit meiner Ernte.‹ 18Schließlich sagte er: ›Ich weiß, was ich mache! Ich reiße meine Scheunen ab und baue größere. Dort kann ich mein ganzes Getreide und alle meine Vorräte unterbringen. 19Und dann werde ich zu mir selbst sagen: Du hast es geschafft! Du12,19 W werde ich zu meiner Seele sagen: Seele, du. hast einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Gönne dir jetzt Ruhe, iss und trink und genieße das Leben!‹ 20Da sagte Gott zu ihm: ›Du törichter Mensch! Noch in dieser Nacht wird dein Leben12,20 Od deine Seele. von dir zurückgefordert werden. Wem wird dann das gehören, was du dir angehäuft hast?‹« 21´Jesus schloss, indem er sagte:` »So geht es dem, der nur auf seinen Gewinn aus ist und der nicht reich ist in Gott12,21 W der für sich selbst Reichtümer sammelt und nicht reich ist im Hinblick auf Gott.

Gottes Reich und irdische Sorgen

Mt 6,25-34.19-21

22Dann wandte sich Jesus wieder an seine Jünger und fuhr fort: »Deshalb sage ich euch: Macht euch keine Sorgen um die Nahrung, die ihr zum Leben, und um die Kleidung, die ihr für euren Körper braucht. 23Denn das Leben ist wichtiger als die Nahrung, und der Körper ist wichtiger als die Kleidung. 24Seht euch die Raben an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie haben weder Vorratskammern noch Scheunen, und Gott ernährt sie doch. Und ihr seid doch viel mehr wert als die Vögel! 25Wer von euch kann dadurch, dass er sich Sorgen macht, sein Leben auch nur um eine Stunde verlängern12,25 W seiner Lebenszeit (Körpergröße) eine Elle hinzufügen.? 26Wenn ihr also nicht einmal so etwas Geringfügiges fertigbringt, warum macht ihr euch dann Sorgen um all das Übrige?

27Und seht euch die Lilien an! Sie wachsen, ohne sich abzumühen und ohne zu spinnen ´und zu weben`.12,27 AL(1) die Lilien an, wie sie weder spinnen noch weben. Und doch sage ich euch: Sogar Salomo in all seiner Pracht war nicht so schön gekleidet wie eine von ihnen. 28Wenn Gott die Blumen auf dem Feld, die heute blühen und morgen ins Feuer geworfen werden12,28 W Wenn Gott das Gras auf dem Feld, das heute ist und morgen in den Ofen geworfen wird., so herrlich kleidet, wie viel mehr wird er sich dann um euch kümmern, ihr Kleingläubigen! 29Lasst euch nicht von der Sorge um Essen und Trinken umtreiben und in Unruhe versetzen! 30Denn um diese Dinge geht es den Heiden, den Menschen dieser Welt. Euer Vater aber weiß, dass ihr das alles braucht. 31Es soll euch vielmehr um sein Reich gehen, dann wird euch das Übrige dazugegeben.

32Du brauchst dich nicht zu fürchten, kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch sein Reich zu geben.

33Verkauft euren Besitz und gebt das Geld den Armen! Schafft euch Geldbeutel an, die nicht löchrig werden12,33 W nicht veralten. und legt euch einen unerschöpflichen Reichtum im Himmel an, wo kein Dieb ihn findet12,33 W wo kein Dieb sich nähert. und keine Motten ihn fressen. 34Denn wo euer Reichtum ist, da wird auch euer Herz sein.«

Auf das Kommen des Herrn warten

35»Haltet euch bereit12,35 W Eure Hüften sollen umgürtet sein. Ein bildlicher Ausdruck in Anlehnung daran, dass man das knöchellange Gewand mit Hilfe eines Gürtels hochraffte, um ungehindert umhergehen und arbeiten zu können. und sorgt dafür, dass eure Lampen brennen! 36Seid wie Diener12,36 W Menschen., deren Herr auf einem Fest12,36 Od auf einer Hochzeit. ist und die auf seine Rückkehr warten, damit sie ihm sofort aufmachen können, wenn er kommt und an die Tür klopft. 37Glücklich zu preisen sind die Diener, die der Herr wach und bereit findet, wenn er kommt. Ich sage euch: Er wird sich ´einen Schurz` umbinden12,37 Umbinden: im Griechischen dasselbe Wort wie umgürten (siehe die Anmerkung zu Vers 35). und sie zu Tisch bitten, und er selbst wird sie bedienen. 38Vielleicht kommt er spät in der Nacht oder sogar erst gegen Morgen12,38 W kommt er in der zweiten oder in der dritten Nachtwache.. Wenn er sie dann bereit findet – wie glücklich sind sie da zu preisen!«

Der Vergleich mit dem wachsamen Hausherrn

Mt 24,43-44

39»Ihr könnt gewiss sein: Ein Hausherr, der wüsste, in welcher Stunde der Dieb kommt, würde12,39 AL(2) würde wach bleiben und. Vergleiche Matthäus 24,43. nicht zulassen, dass in sein Haus eingebrochen wird. 40So sollt auch ihr ständig bereit sein; denn der Menschensohn kommt zu einem Zeitpunkt, an dem ihr nicht damit rechnet.«

Der Vergleich mit dem treuen und dem bösen Diener

Mt 24,45-51

41Petrus fragte: »Herr, meinst du mit diesem Vergleich nur uns oder auch alle anderen?« 42Darauf sagte der Herr Folgendes: »Woran erkennt man denn einen treuen und klugen Verwalter? Angenommen, ein Herr überträgt einem seiner Diener die Verantwortung, der ganzen Dienerschaft zur gegebenen Zeit das Essen zuzuteilen. 43Wenn nun sein Herr kommt und ihn bei der Arbeit findet – wie glücklich ist da der Diener zu preisen! 44Ich sage euch: Der Herr wird ihm die Verantwortung für seinen ganzen Besitz übertragen. 45Wenn jener Diener sich aber sagt: ›Mein Herr kommt noch lange nicht!‹ und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen, während er selbst schwelgt und prasst und sich volltrinkt, 46dann wird sein Herr an einem Tag kommen, an dem er ihn nicht erwartet, und zu einem Zeitpunkt, an dem er es nicht vermutet12,46 W den er nicht kennt.. Er wird den Diener in Stücke hauen lassen und ihm dasselbe Los bereiten wie den Ungläubigen12,46 W und ihm seinen Teil/Platz bei den Ungläubigen (od Treulosen) zuweisen.

Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel gefordert

47»Der Diener, der den Willen seines Herrn kennt und sich nicht ´auf sein Kommen` vorbereitet12,47 Od und sich nicht darum kümmert. und nicht tut, was sein Herr will, wird hart bestraft werden. 48Wer hingegen den Willen seines Herrn nicht kennt und etwas tut, was Strafe verdient, wird weniger hart bestraft werden.12,48 W 47 … wird viele Schläge erhalten. 48 Wer hingegen … etwas tut, was Schläge verdient, wird wenig Schläge erhalten. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel gefordert, und wem viel anvertraut wurde, von dem wird umso mehr verlangt.«

Entzweiung um Jesu willen

Mt 10,34-36

49»Ich bin gekommen, um auf der Erde ein Feuer anzuzünden; ich wünschte, es würde schon brennen! 50Aber vor mir steht eine Taufe, mit der ich noch getauft werden muss, und wie schwer ist mir das Herz, bis sie vollzogen ist! 51Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Entzweiung. 52Von jetzt an wird es so sein: Wenn fünf Menschen unter einem Dach leben, werden12,52 Od wird es so sein: Von fünf Familienmitgliedern werden. sich drei gegen zwei stellen und zwei gegen drei. 53Der Vater wird sich gegen den Sohn stellen und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.«

Das Richtige tun, ehe es zu spät ist

Mt 16,1-3; 5,25-26

54Jesus wandte sich an die Volksmenge und sagte: »Wenn im Westen eine Wolke aufsteigt, sagt ihr sofort: ›Es gibt Regen.‹ Und so kommt es dann auch. 55Und wenn der Südwind weht, sagt ihr: ›Es wird heiß.‹ Und auch das trifft ein. 56Ihr Heuchler! Ihr beobachtet die Erde und den Himmel und könnt so das Wetter beurteilen.12,56 W Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr beurteilen. Wieso könnt ihr dann nicht die gegenwärtige Zeit beurteilen?

57Warum macht ihr euch nicht selbst klar, was ´vor Gott` richtig ist? 58Wenn du jemand eine Schuld zu bezahlen hast und er mit dir vor Gericht geht12,58 W 58 Denn wenn du mit deinem Prozessgegner auf dem Weg zur Behörde bist., dann gib dir alle Mühe, dich noch unterwegs mit ihm zu einigen; sonst schleppt er dich vor den Richter, und der Richter übergibt dich dem Vollzugsbeamten, und der Vollzugsbeamte wirft dich ins Gefängnis. 59Ich sage dir: Du wirst von dort nicht herauskommen, bevor du alles bis auf den letzten Heller bezahlt hast.«

13

Umkehren oder umkommen

131Zu dieser Zeit kamen einige Leute zu Jesus und berichteten ihm von den Galiläern, die Pilatus am Altar umbringen ließ und deren Blut sich auf diese Weise mit dem ihrer Opfertiere13,1 W von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern. vermischte. 2Da sagte Jesus zu ihnen: »Meint ihr, diese Leute13,2 W Galiläer. seien größere Sünder gewesen als alle übrigen Galiläer, weil so etwas Schreckliches mit ihnen geschehen ist? 3Nein, sage ich euch; wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle genauso umkommen. 4Oder denkt an jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms von Schiloach den Tod fanden. Meint ihr, ihre Schuld sei größer gewesen als die aller anderen Einwohner Jerusalems? 5Nein, sage ich euch; wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle ebenso umkommen.«

Das Gleichnis vom unfruchtbaren Feigenbaum

6Dann erzählte Jesus folgendes Gleichnis: »Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum stehen; doch wenn er kam und sehen wollte, ob der Baum Früchte trug, fand er keine. 7Schließlich sagte er zu dem Gärtner, der den Weinberg pflegte: »Schon drei Jahre komme ich jetzt, um zu sehen, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde keine. Hau ihn um! Warum soll er den Boden noch länger aussaugen?13,7 Warum soll er noch länger Platz wegnehmen?‹ – 8›Herr‹, erwiderte der Gärtner, ›lass ihn noch dieses Jahr stehen. Ich will die Erde um ihn herum ´noch einmal` umgraben und düngen. 9Vielleicht trägt er dann nächstes Jahr Früchte – wenn nicht, kannst du ihn umhauen.‹«

Heilung einer verkrüppelten Frau am Sabbat

10Jesus lehrte an einem Sabbat in einer Synagoge. 11Unter den Zuhörern war eine Frau, die seit achtzehn Jahren unter einem bösen Geist zu leiden hatte, der sie mit einer Krankheit plagte13,11 W Jahren einen Geist der Schwäche/Krankheit hatte.. Sie war verkrümmt und völlig unfähig, sich aufzurichten13,11 und unfähig, sich völlig aufzurichten.. 12Jesus bemerkte sie und rief sie zu sich. »Liebe Frau«, sagte er, »du bist frei von deinem Leiden!«, 13und er legte ihr die Hände auf. Im selben Augenblick konnte sie sich wieder aufrichten, und sie fing an, Gott zu preisen.

14Doch der Synagogenvorsteher war empört darüber, dass Jesus die Frau am Sabbat geheilt hatte. Er sagte zu der versammelten Menge: »Es gibt sechs Tage, die zum Arbeiten da sind. An denen könnt ihr kommen und euch heilen lassen, aber nicht am Sabbat.«

15Der Herr entgegnete ihm: »Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch auch am Sabbat seinen Ochsen oder seinen Esel vom Futterplatz los und führt ihn zur Tränke? 16Und diese Frau hier, die der Satan volle achtzehn Jahre lang gebunden hielt und die doch eine Tochter Abrahams ist – die sollte man am Sabbat nicht von ihren Fesseln befreien dürfen?«

17Diese Antwort Jesu brachte alle seine Gegner in größte Verlegenheit13,17 Od brachte alle seine Gegner zum Schweigen. W beschämte alle seine Gegner.. Das ganze Volk jedoch freute sich über all die wunderbaren Dinge, die durch ihn geschahen.

Das Gleichnis vom Senfkorn

Mt 13,31-32; Mk 4,30-32

18Dann sagte Jesus: »Mit welchem Bild lässt sich das Reich Gottes darstellen?13,18 W Wem ist das Reich Gottes gleich? Womit soll ich es vergleichen? 19Es ist mit dem Reich Gottes wie mit einem Senfkorn, das ein Mann13,19 W das ein Mensch nimmt und. in seinem Garten sät. Es ´geht auf und` wächst und wird zu einem Baum, in dessen Zweigen die Vögel13,19 W die Vögel des Himmels. nisten.«

Das Gleichnis vom Sauerteig

Mt 13,33

20Jesus fuhr fort: »Womit kann ich das Reich Gottes noch vergleichen? 21Es ist mit dem Reich Gottes wie mit dem Sauerteig. Eine Frau nimmt ´eine Hand voll` davon, mengt ihn unter einen halben Sack13,21 W unter drei Sata. Drei Sata sind ungefähr 22 Liter, nach anderer Berechnung ungefähr 40 Liter. Mehl, und am Ende ist die ganze Masse durchsäuert.«

Die enge Tür

Mt 7,13-14.21-23; 8,11-12

22Jesus setzte seine Reise nach Jerusalem fort; er zog von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf, und überall lehrte er.

23Einmal wurde er gefragt: »Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?« Jesus antwortete: 24»Setzt alles daran, durch die enge Tür einzutreten! Denn das sage ich euch: Viele werden versuchen einzutreten, und es wird ihnen nicht gelingen.

25Wenn der Hausherr aufgestanden ist und die Tür abgeschlossen hat, werdet ihr draußen stehen, an die Tür klopfen und rufen: ›Herr, mach uns auf!‹ Doch er wird euch antworten: ›Ich kenne euch nicht; ich weiß nicht, woher ihr seid.‹ 26Dann werdet ihr einwenden: ›Wir haben doch mit dir gegessen und getrunken, und du hast auf den Straßen unserer Stadt gelehrt.‹ 27Er aber wird euch noch einmal dasselbe antworten: ›Ich kenne euch nicht; ich weiß nicht, woher ihr seid. Geht alle weg von mir, ihr mit eurem unrechten Treiben!‹ 28Dort draußen bleibt für euch nichts als lautes Jammern und angstvolles Zittern und Beben13,28 W Dort wird das Weinen und das Knirschen/Klappern der Zähne sein., wenn ihr sehen werdet, dass Abraham, Isaak und Jakob samt allen Propheten im Reich Gottes sind, ihr aber ausgeschlossen seid. 29Von Osten und Westen und von Norden und Süden werden Menschen kommen und sich im Reich Gottes zu Tisch setzen. 30Es gibt Letzte, die werden Erste sein, und Erste, die werden Letzte sein.«

Jesus lässt sich nicht von seinem Auftrag abbringen

31Da13,31 W In derselben Stunde. kamen einige Pharisäer zu Jesus und sagten: »Auf, geh fort von hier; Herodes trachtet dir nach dem Leben!« 32Jesus erwiderte: »Geht und sagt diesem Fuchs: ›Heute und morgen treibe ich Dämonen aus und heile Kranke, und am dritten Tag wird mein Leben vollendet13,32 W werde ich vollendet..‹ 33Ja, ich muss heute und morgen und auch noch am darauf folgenden Tag meinen Weg gehen; denn es ist undenkbar13,33 W unmöglich., dass ein Prophet an einem anderen Ort umkommt als in Jerusalem.«

Klage über Jerusalem

Mt 23,37-39

34»Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die, die Gott zu dir schickt13,34 W die zu dir geschickt sind.. Wie oft wollte ich deine Kinder sammeln, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt! Aber ihr habt nicht gewollt. 35Seht, euer Haus wird verlassen sein. Ich sage euch: Ihr werdet mich erst wieder sehen, wenn die Zeit kommt, in der ihr rufen werdet: ›Gesegnet sei er, der im Namen des Herrn kommt!‹13,35 Psalm 118,26.«

14

Heilung eines wassersüchtigen Mannes am Sabbat

141An einem Sabbat war Jesus zum Essen im Haus eines führenden Pharisäers. Er wurde aufmerksam beobachtet. 2In seiner Nähe war ein Mann14,2 Od Mit einem Mal sah er sich einem Mann gegenüber., der an Wassersucht litt. 3Jesus fragte die anwesenden Gesetzeslehrer und Pharisäer: »Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen, oder nicht?« 4Sie schwiegen. Da berührte er den Kranken, machte ihn gesund und ließ ihn gehen. 5Dann wandte er sich wieder zu den anderen und fragte sie: »Wenn einem von euch ein Kind14,5 W Sohn. in den Brunnen fällt oder ein Tier14,5 W Rind/Ochse., zieht er es dann nicht auf der Stelle wieder heraus, auch wenn es gerade Sabbat ist?« 6Darauf konnten sie ihm nichts erwidern.

Eine goldene Regel für Gäste

7Jesus beobachtete, wie sich die Gäste die Ehrenplätze aussuchten. Das nahm er zum Anlass, sie auf etwas hinzuweisen14,7 W ihnen ein Gleichnis zu sagen.. 8»Wenn du bei jemand zu einem Festessen14,8 Od zu einer Hochzeit. eingeladen bist«, sagte er, »dann nimm nicht oben am Tisch Platz14,8 W dann leg dich nicht auf den Ehrenplatz.. Es könnte ja sein, dass einer von den anderen Gästen angesehener ist als du. 9Der Gastgeber, der euch beide, dich und ihn, eingeladen hat, müsste dann kommen und zu dir sagen: ›Mach ihm bitte Platz!‹ Und dir bliebe nichts anderes übrig, als dich beschämt ganz unten hinzusetzen. 10Nein, nimm ganz unten Platz14,10 W als beschämt den letzten Platz einzunehmen. 10 Nein, geh und leg dich auf den letzten Platz., wenn du eingeladen bist. Wenn dann der Gastgeber kommt, wird er zu dir sagen: ›Mein Freund, nimm doch weiter oben Platz!‹ Und so wirst du vor allen geehrt, die mit dir eingeladen sind. 11Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.«

Eine goldene Regel für Gastgeber

12Dann wandte sich Jesus zu dem, der ihn eingeladen hatte, und sagte: »Wenn du Gäste einladen willst, ob zu einer einfachen Mahlzeit oder zu einem großen Essen14,12 W Wenn du ein Mittagessen oder ein Abendessen veranstaltest., dann lade dazu nicht ´nur` deine Freunde, deine Brüder, sonstige Verwandte oder reiche Nachbarn ein. Sie würden dich wieder einladen, und das wäre dann deine ganze Belohnung14,12 Od einladen und dir so dein Tun vergelten.. 13Nein, lade Arme, Behinderte, Gelähmte und Blinde ein, wenn du ein Essen gibst. 14Dann bist du glücklich zu preisen. Denn sie können es dir nicht vergelten; dafür wird es dir bei der Auferstehung der Gerechten vergolten werden.«

Das Gleichnis von der Einladung zum Fest

Mt 22,1-10

15Auf diese Worte Jesu hin rief einer der Gäste ihm zu: »Glücklich, wer am Festmahl im Reich Gottes teilnehmen darf!«

16Jesus antwortete ihm darauf ´mit einem Gleichnis`. Er sagte: »Ein Mann bereitete ein großes Festessen vor, zu dem er viele Gäste einlud. 17Als es dann soweit war, schickte er seinen Diener und ließ den Gästen sagen: ›Kommt, alles ist bereit!‹ 18Doch jetzt brachte einer nach dem anderen eine Entschuldigung vor. Der erste sagte14,18 W ließ ihm sagen.: ›Ich habe einen Acker gekauft und muss unbedingt hingehen und ihn besichtigen. Bitte entschuldige mich.‹ 19Ein anderer sagte: ›Ich habe fünf Ochsengespanne14,19 W fünf Joch/Paar Ochsen. gekauft und gehe sie mir jetzt genauer ansehen14,19 W gehe sie prüfen.. Bitte entschuldige mich.‹ 20Und ein dritter sagte: ›Ich habe gerade erst geheiratet; darum kann ich nicht kommen.‹

21Der Diener kam zu seinem Herrn zurück und berichtete ihm das alles. Da wurde der Herr zornig und befahl ihm: ›Geh schnell auf die Straßen14,21 Od Plätze. und Gassen der Stadt und hol die Armen, die Behinderten, die Blinden und die Gelähmten herein!‹ 22Bald darauf meldete der Diener: ›Herr, was du befohlen hast, ist ausgeführt. Aber es ist noch mehr Platz vorhanden.‹ 23Da befahl ihm der Herr: ›Geh auf die Feldwege14,23 Od Landstraßen. und an die Zäune und dränge ´alle, die du dort findest,` zu kommen, damit mein Haus voll wird! 24Denn eines sage ich euch: Von jenen Leuten, die ursprünglich eingeladen waren, wird keiner etwas von meinem Festessen bekommen.‹«

Was es kostet, ein Jünger Jesu zu sein

Mt 10,37-38; 16,24

25Scharen von Menschen begleiteten Jesus, als er weiterzog. Da wandte er sich zu ihnen um und sagte: 26»Wenn jemand zu mir kommen will, muss er alles andere zurückstellen – Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein eigenes Leben; sonst kann er14,26 zu mir kommen will und nicht bereit ist, Vater und Mutter … und Schwestern zu verlassen, ja sogar sein eigenes Leben aufzugeben, kann er. W zu mir kommt und seinen eigenen Vater, die Mutter … und Schwestern, ja sogar sein eigenes Leben nicht hasst, kann er. nicht mein Jünger sein. 27Wer nicht sein Kreuz trägt und mir auf meinem Weg folgt14,27 W und hinter mir hergeht., der kann nicht mein Jünger sein.

28Angenommen, jemand von euch möchte ein Haus14,28 Od einen Turm. bauen. Setzt er sich da nicht zuerst hin und überschlägt die Kosten? Er muss doch wissen, ob seine Mittel reichen, um das Vorhaben auszuführen. 29Sonst kann er, nachdem er das Fundament gelegt hat, den Bau vielleicht nicht vollenden, und alle, die das sehen, werden ihn verspotten 30und sagen: ›´Seht euch das an!` Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und war nicht imstande, es zu Ende zu führen.‹

31Oder nehmen wir an, ein König macht sich auf, um gegen einen anderen König in den Krieg zu ziehen. Wird er sich da nicht zuerst hinsetzen und überlegen, ob er in der Lage ist, sich mit seinem Heer von zehntausend Mann einem Feind entgegenzustellen, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt? 32Wenn er sich nicht für stark genug hält, wird er, solange der andere noch weit weg ist, eine Abordnung zu ihm schicken, um Friedensbedingungen auszuhandeln14,32 Od zu ihm schicken und um Frieden bitten..

33Darum kann auch keiner von euch mein Jünger sein, wenn er sich nicht von allem trennt, was er hat.

34Salz ist etwas Gutes. Wenn jedoch das Salz seine Kraft verliert, womit soll man sie ihm wiedergeben14,34 womit kann man dann noch würzen.? 35Es ist dann nicht einmal mehr als Dünger für den Acker geeignet14,35 Od Es ist dann weder für den Acker noch für den Misthaufen geeignet.; man kann es nur noch wegwerfen.

Wer Ohren hat und hören kann, der höre!«