Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Absender und Empfänger des Briefes. Segenswunsch

11Judas1 Ein leiblicher Bruder von Jesus, siehe Matthäus 13,55 und Markus 6,3., Diener Jesu Christi und Bruder des Jakobus, an die, die Gott, der Vater, mit seiner Liebe umgibt und die unter dem Schutz von Jesus Christus stehen1 Od und die er für den Tag bewahrt, an dem Jesus Christus wiederkommt.. Euch allen, die Gott zum Glauben gerufen hat, 2wünsche ich2 W an die Berufenen, die in Gott, dem Vater, geliebt sind und durch/für Jesus Christus bewahrt werden. 2 ´Ich wünsche` euch., dass ihr seine Barmherzigkeit, seinen Frieden und seine Liebe in immer reicherem Maß erfahrt.

Die Gefährdung der Gemeinde durch Irrlehrer

3Liebe Freunde, schon lange ist es mein dringender Wunsch, euch von dem Heil zu schreiben, an dem wir alle teilhaben3 Od das auf uns alle wartet. Od das wir alle erfahren haben. W euch von unserem gemeinsamen Heil zu schreiben.. Das möchte ich nun mit diesem Brief tun, dessen Abfassung ´durch die gegenwärtige Situation` noch dringlicher geworden ist. Ich möchte euch dazu auffordern3 Od teilhaben. Doch mit diesem Brief möchte ich euch – ´durch die gegenwärtige Situation` dazu gezwungen – erst einmal auffordern., für den Glauben zu kämpfen – für dieses unantastbare Gut, das denen, die zu Gottes heiligem Volk gehören, ein für allemal überbracht worden ist3 W für den ein für allemal den Heiligen überbrachten Glauben zu kämpfen..

4In eure Reihen haben sich nämlich Leute eingeschlichen, deren Verurteilung schon vor langer Zeit in der Schrift angekündigt wurde4 Od die schon seit langem für dieses Gericht vorgemerkt sind. Mit dieses Gericht ist vielleicht gemeint: eine Bestrafung, wie sie im Folgenden (Verse 5-19) beschrieben wird., gottlose Menschen, die die Gnade unseres Gottes ´als Freibrief` für ein ausschweifendes Leben missbrauchen und die sich damit von dem lossagen, der der alleinige Herrscher ist – Jesus Christus, unser Herr4 Od und die sich damit von ´Gott` lossagen, dem alleinigen Herrscher, und von Jesus Christus, unserem Herrn..

Warnende Beispiele aus der Vergangenheit

5Ich möchte euch an einige ´Beispiele` erinnern, auch wenn sie euch alle längst bekannt sind. Obwohl der Herr das Volk ´Israel` zunächst gerettet hatte5 AL(1) auch wenn euch das alles ein für allemal bekannt gemacht wurde. Obwohl der Herr das Volk ´Israel` gerettet hatte., indem er es aus Ägypten herausführte, hat er zu einem späteren5 W zweiten. Zeitpunkt diejenigen von ihnen umkommen lassen, die nicht bereit waren, ihm zu vertrauen. 6Oder denkt an jene Engel, die die Grenzen ihres Herrschaftsbereiches nicht respektierten und den ihnen zugewiesenen Aufenthaltsort verließen.6 Vielleicht ein Hinweis auf eine Rebellion von Engeln gegen Gott vor dem Sündenfall des Menschen oder eine Anspielung auf 1. Mose 6,1-4. Der Herr hat sie in Fesseln gelegt, die niemand lösen kann6 W in ewige Fesseln gelegt., sodass sie jetzt in tiefer Finsternis auf jenen großen Tag warten müssen, an dem sie gerichtet werden. 7Ganz ähnlich7 W In gleicher/ähnlicher Weise wie bei diesen. Der Bezug von diesen ist umstritten – wahrscheinlich die Engel (Vers 6), möglicherweise die Irrlehrer (Verse 4 und 8-16). war es bei Sodom und Gomorra und den umliegenden Städten: Ihre Bewohner gaben sich sexueller Zügellosigkeit hin und praktizierten widernatürliche Dinge7 W und liefen anderem/andersgeartetem Fleisch nach.. Zur Strafe für ihr Verhalten und als warnendes Beispiel ´für uns alle` sind sie nun dem ewigen Feuer ausgeliefert.

Charakter und Handlungsweise der Irrlehrer

8Doch das alles hält die Leute, die sich bei euch eingeschlichen haben, nicht davon ab, es genauso zu machen. Sie, die ihr gottloses Handeln auch noch durch Träume und Visionen rechtfertigen, entweihen ihren Körper8 Od Sie, die den Sinn für Wahrheit und Realität verloren haben, entweihen ihren Körper. W 8 Doch in gleicher Weise, als Träumende, beflecken auch diese das Fleisch., widersetzen sich der Autorität ´des Herrn`8 Od der Autorität ´Gottes`. ´jeder` Autorität. und reden abfällig über die Engel, die doch ein Abglanz der Herrlichkeit Gottes sind8 Od über überirdische Mächte (vergleiche 2. Petrus 2,10). W über Herrlichkeiten.. 9Der Engelfürst Michael hingegen gebrauchte nicht einmal dem Teufel gegenüber abschätzige Worte. Als dieser ihm den Leichnam des Mose streitig machte und es deswegen zu einem heftigen Wortwechsel kam, maßte Michael sich nicht an, abfällig über ihn zu urteilen9 Od maßte Michael sich nicht an, ihn dafür zu verurteilen, dass er abfällig ´über Mose` redete., sondern sagte nur: »Der Herr soll dich strafen!«9 Gemäß mehreren Kirchenvätern findet sich das in Vers 9 Geschilderte in der »Himmelfahrt des Mose«, einer jüdischen Schrift wahrscheinlich aus dem frühen 1. Jahrhundert n. Chr.

10Ganz anders diese Leute! Über das, was sie nicht verstehen, reden sie mit abschätzigen Worten. Und das, wovon sie etwas verstehen – nämlich ihren Trieben zu folgen wie die vernunftlosen Tiere ihren Instinkten10 W wovon sie etwas von Natur aus verstehen wie die vernunftlosen Tiere. –, gerade das bringt ihnen den Untergang. 11Weh ihnen! Sie haben den Weg eingeschlagen, den Kain gegangen ist11 1. Mose 4,3-16; siehe auch 1. Johannes 3,12.; sie haben sich wie Bileam dafür entschieden, andere irrezuführen, weil sie sich Gewinn davon versprechen11 4. Mose 22,7.17; 31,16., und sie stürzen sich selbst ins Verderben, indem sie sich wie einst Korach ´gegen Gott` auflehnen11 4. Mose 16..

12Ein Schandfleck sind diese Leute12 Das griechische Wort für Schandfleck kann auch Klippe bedeuten, sodass dann zu übersetzen wäre: Eine Bedrohung (für eure Gemeinschaft / für euren Glauben) sind diese Leute. bei den gemeinsamen Mahlzeiten, zu denen ihr zusammenkommt12 W bei euren Liebesmahlen (vergleiche 1. Korinther 11,20-22).! Denn sie feiern ohne Hemmungen mit, obwohl12 Od ohne Ehrfurcht ´vor Gott` mit, wobei. sie nur ihr eigenes Wohl im Auge haben, nicht das Wohl der Herde Gottes12 W obwohl sie nur sich selbst weiden.. Wolken ohne Wasser sind sie, die vom Wind vorübergetrieben werden, ´ohne den erhofften Regen zu bringen`; Bäume, bei denen man zur Erntezeit vergeblich nach Früchten sucht, weil sie tot sind, abgestorben bis zur Wurzel12 W Bäume im Spätherbst ohne Früchte, zweimal gestorben, entwurzelt. Vielleicht weist »zweimal gestorben« auf einen Rückfall vom Glauben hin: Nachdem diese Leute dem Leben ohne Gott abgestorben waren, sind sie nun durch ihre Abwendung von Gott ein zweites Mal gestorben.; 13wild schäumende Meereswogen, die den Schmutz ihrer Schandtaten wie Gischt emporschleudern; aus der Bahn geratene Sterne13 W in die Irre gehende Sterne., denen für immer und ewig ein Platz in der tiefsten Finsternis bestimmt ist.

14Die prophetischen Worte, die Henoch14 Siehe 1. Mose 5,21-24., Nachkomme Adams in der siebten Generation, gesprochen hat, gelten auch diesen Leuten. »Seht«, sagte er, »der Herr ist mit seinen heiligen ´Engeln` gekommen, einer unzählbar großen Schar, 15um über alle Menschen Gericht zu halten. Er ist gekommen, um alle, die ein gottloses und sündiges Leben geführt haben, für all ihr gottloses Tun zu bestrafen und für alle vermessenen Worte, mit denen sie sich in ihrer Gottlosigkeit gegen ihn gewandt haben.«15 Dieses Zitat findet sich in einer jüdischen Schrift, dem Buch Henoch, Kapitel 1,9. 16Ja, diese Leute beklagen sich bitter ´über Gott` und sind mit ihrem Schicksal nie zufrieden. Sie folgen ihren Begierden, führen anmaßende Reden und schmeicheln sich bei anderen ein, weil sie sich davon einen Vorteil für sich selbst erhoffen.

Christsein angesichts wachsender Herausforderungen

17Angesichts von solchem Verhalten17 W Ihr hingegen (nämlich im Gegensatz zu den Irrlehrern mit ihrem gottlosen Verhalten)., liebe Freunde, erinnert euch an das, was die Apostel unseres Herrn Jesus Christus vorausgesagt haben! 18Immer wieder wiesen sie euch darauf hin, dass am Ende der Zeit Menschen auftreten werden, die über alles spotten, was heilig ist, und die18 W dass am Ende der Zeit Spötter auftreten werden, die. ihren gottlosen Begierden folgen. 19Das sind die Leute, durch die es zu Spaltungen ´in der Gemeinde` kommt; sie sind ganz auf die irdische Welt ausgerichtet, und den Geist ´Gottes` haben sie nicht.

20Ihr hingegen, liebe Freunde, sollt euer Leben20 Od sollt euch gegenseitig. auf der Grundlage des allerheiligsten Glaubens aufbauen – des Glaubens, der euch verkündet wurde und den ihr angenommen habt20 W auf der Grundlage (od mit Hilfe) eures allerheiligsten Glaubens aufbauen.. Betet in der Kraft des Heiligen Geistes!20 W Betet im Heiligen Geist! 21Bleibt unter dem Schutz der Liebe Gottes21 Od Haltet an der Liebe zu Gott fest. W Bewahrt euch in der Liebe Gottes / in der Liebe zu Gott. und richtet eure Hoffnung ganz auf die Barmherzigkeit von Jesus Christus, unserem Herrn, der21 Od die. uns das ewige Leben schenken wird.

22Habt Erbarmen mit denen unter euch22 AL(1) Weist die unter euch zurecht., die in ihrem Glauben unsicher sind.22 Nach einer ebenfalls gut bezeugten Lesart geht es in den Versen 22 und 23 nicht um drei gruppen, sondern nur um zwei. Vers 23 beginnt in diesem Fall so: Reißt sie gleichsam aus dem Feuer heraus. 23Andere müsst ihr gewissermaßen aus dem Feuer herausreißen, damit sie gerettet werden. Und wieder anderen sollt ihr zwar auch Erbarmen erweisen, doch seid dabei auf der Hut und verabscheut jede Beschmutzung durch ihren von der Sünde verdorbenen Charakter; haltet Abstand von ihnen, als wäre sogar das unrein, was sie anhaben23 Od und verabscheut sogar das, was sie anhaben, weil es durch ihren von der Sünde verdorbenen Charakter beschmutzt ist. W doch seid dabei auf der Hut, indem ihr sogar das vom Fleisch beschmutzte Gewand verabscheut..

Lobpreis Gottes

24Dem, der die Macht hat, euch vor jedem Fehltritt24 W vor dem Fallen. zu bewahren, sodass ihr untadelig und voller Freude und Jubel vor seinen Thron24 W vor seine Herrlichkeit. treten könnt – 25ihm, dem alleinigen Gott, der unser Retter ist durch Jesus Christus, unseren Herrn, gehören25 Od ihm, dem alleinigen Gott, unserem Retter, gehören (od gebühren) durch Jesus Christus, unseren Herrn. Ehre25 Od Herrlichkeit., Majestät, Stärke und Macht. So war es schon vor aller Zeit, so ist es jetzt, und so wird es für immer und ewig sein. Amen.