Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
6

Jesus gibt einer großen Menschenmenge zu essen

Mt 14,13-21; Mk 6,30-44; Lk 9,10-17

61Einige Zeit später fuhr Jesus mit dem Boot auf die Ostseite6,1 W Danach ging Jesus weg auf die andere Seite. des Sees von Galiläa (auch See von Tiberias genannt). 2Große Menschenmengen folgten ihm dorthin, weil sie die Wunder sahen, die er an den Kranken tat. 3Er stieg auf einen Berg6,3 Od ging ins Bergland. stieg auf den Berg. und setzte sich dort mit seinen Jüngern. 4Es war kurz vor den Tagen, in denen die Juden ihr Passafest feierten.

5Als Jesus6,5 W Als Jesus nun die Augen aufhob und. die Menschenmenge sah, die zu ihm kam, fragte er Philippus: »Wo können wir so viel Brot kaufen, dass alle diese Leute zu essen bekommen?« 6Jesus wollte ihn mit dieser Frage auf die Probe stellen; er selbst wusste genau, was er tun wollte. 7Philippus entgegnete: »Selbst für zweihundert Denare würde man nicht genug Brot bekommen, um jedem auch nur ein kleines Stück zu geben.« 8Ein anderer Jünger, Andreas, der Bruder von Simon Petrus, sagte zu Jesus: 9»Hier ist ein Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische. Aber was ist das schon für so viele Menschen?«

10»Sorgt dafür, dass die Leute sich setzen«, befahl Jesus. Der Ort, an dem sie sich befanden, war dicht mit Gras bewachsen. Als alle sich gesetzt hatten (die Zahl der Männer belief sich auf etwa fünftausend)6,10 W Als sich nun die Männer gesetzt hatten, etwa fünftausend an der Zahl., 11nahm Jesus die Brote, dankte Gott dafür und ließ sie unter die Menge austeilen. Mit den Fischen machte er es genauso, ´und jeder aß,` so viel er wollte. 12Als die Leute satt waren, sagte er zu seinen Jüngern: »Sammelt auf, was übrig geblieben ist, damit nichts verdirbt.« 13Die Jünger sammelten die Reste auf, die von den fünf Gerstenbroten übrig geblieben waren, nachdem alle davon gegessen hatten, und füllten zwölf Körbe damit.

14Als die Leute begriffen6,14 W sahen., was für ein Wunder Jesus getan hatte, sagten sie: »Das ist wirklich der Prophet, ´von dem es heißt, dass` er in die Welt kommen soll!« 15Jesus wusste6,15 Od merkte., dass sie als nächstes kommen und versuchen würden, ihn mit Gewalt6,15 W ihn gewaltsam wegzuführen, um ihn. zum König zu machen. Deshalb zog er sich wieder auf den Berg zurück, um allein zu sein.

Jesus geht auf dem Wasser

Mt 14,22-33; Mk 6,45-52

16Als es Abend wurde, gingen die Jünger zum See hinunter, 17stiegen ins Boot und fuhren los; sie wollten auf die andere Seite des Sees nach Kafarnaum. Inzwischen war es dunkel geworden, und Jesus war noch nicht wieder zu ihnen gekommen. 18Zudem kam ein starker Wind auf, und das Wasser schlug hohe Wellen. 19Die Jünger waren etwa fünf bis sechs Kilometer6,19 W etwa fünfundzwanzig oder dreißig Stadien. weit gerudert6,19 getrieben., als sie plötzlich Jesus sahen, wie er auf dem Wasser ging und auf ihr Boot zukam. Da packte sie die Angst. 20Aber er rief ihnen zu: »Ich bin’s! Habt keine Angst!« 21Voller Freude nahmen sie ihn zu sich ins Boot, und6,21 Od Daraufhin wollten sie ihn zu sich ins Boot nehmen, aber. W Sie wollten ihn nun ins Boot nehmen, und/aber. da waren sie auch schon an dem Ufer, das sie erreichen wollten.

Die Menschenmenge sucht Jesus

22Die Menschenmenge, die auf der anderen Seite des Sees geblieben war, ´fragte sich` am nächsten Morgen, ´wo Jesus wohl sein könnte`. Sie hatten ja gesehen, dass nur ein einziges Boot am Ufer gelegen hatte und dass die Jünger damit abgefahren waren6,22 geblieben war, stellte am nächsten Morgen fest, dass das einzige Boot, ´mit dem Jesus hätte fahren können,` noch am Ufer lag; denn sie hatten gesehen, dass die Jünger abgefahren waren., ohne dass er zu ihnen ins Boot gestiegen war. 23Inzwischen kamen von Tiberias andere Boote herüber und legten in der Nähe der Stelle an, wo die Menge nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatte. 24Als die Leute schließlich merkten, dass Jesus nicht mehr da war und seine Jünger auch nicht, stiegen sie in diese Boote und setzten nach Kafarnaum über, um ihn dort zu suchen. 25Und auf der anderen Seite des Sees fanden sie ihn dann auch. »Rabbi«, fragten sie ihn, »wann bist du denn hierher gekommen?«

Jesus Christus – das Brot des Lebens

26Jesus entgegnete: »Ich will euch sagen, warum ihr mich sucht: Ihr sucht mich nur, weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Aber was Gott euch durch die Wunder sagen will, wollt ihr nicht verstehen.6,26 W satt geworden seid, aber nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt. 27Statt euch nur um die vergängliche Nahrung zu kümmern, bemüht euch um die Nahrung, die Bestand hat und das ewige Leben bringt6,27 W die Nahrung, die ins ewige Leben bleibt.. Diese Nahrung wird euch der Menschensohn geben, denn ihn hat Gott, der Vater, als seinen Bevollmächtigten bestätigt6,27 W ihn hat Gott, der Vater, mit einem Siegel versehen.

28Da fragten sie ihn: »Was für Dinge müssen wir denn tun, um Gottes Willen zu erfüllen6,28 W um Gottes Werke zu wirken.29Jesus antwortete: »Gottes Wille wird dadurch erfüllt6,29 Od Gottes Wille besteht darin. W Das ist das Werk Gottes., dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.«

30Doch nun sagten sie: »Wenn wir dir glauben sollen, ´dass du von Gott gesandt bist,` dann lass uns ein Wunder sehen, das es uns beweist. Wo bleibt dieser Beweis? 31Damals in der Wüste haben unsere Vorfahren Manna gegessen, wie es ja auch in der Schrift heißt: ›Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.‹6,31 Psalm 78,24.« 32Jesus erwiderte: »Ich sage euch: Das Brot vom Himmel hat euch nicht Mose gegeben; es ist mein Vater, der euch das wahre Brot vom Himmel gibt.6,32 Was Mose euch gegeben hat, war nicht ´wirklich` das Brot vom Himmel. Das wahre Brot vom Himmel gibt euch mein Vater. 33Denn das Brot, das Gott gibt,6,33 W das Brot Gottes. ist der, der vom Himmel herabkommt und der Welt das Leben schenkt.«

34»Herr«, sagten sie da zu ihm, »gib uns immer von diesem Brot!« 35Jesus antwortete: »Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungrig sein, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. 36Aber es ist, wie ich euch schon gesagt habe: Trotz allem, was ihr von mir gesehen habt6,36 W Obwohl ihr mich (aL(1) ohne mich) gesehen habt., glaubt ihr nicht. 37Alle, die der Vater mir gibt, werden zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausweisen. 38Denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um das zu tun, was ich selber will, sondern um den Willen dessen zu erfüllen, der mich gesandt hat. 39Und der Wille dessen, der mich gesandt hat, ist, dass ich von all denen, die er mir gegeben hat, niemand verloren gehen lasse, sondern dass ich sie an jenem letzten Tag vom Tod auferwecke. 40Ja, es ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, das ewige Leben hat; und an jenem letzten Tag werde ich ihn auferwecken.«

41Die Juden waren empört darüber, dass Jesus gesagt hatte: »Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.« 42»Ist das nicht Jesus, der Sohn von Josef?«, sagten sie. »Wir kennen doch seinen Vater und seine Mutter! Wie kann er da behaupten, er sei vom Himmel herabgekommen?«

43»Warum seid ihr so empört?«, sagte Jesus zu ihnen. »Hört auf, so zu reden!6,43 W 43 Jesus sagte zu ihnen: »Hört auf, empört miteinander zu reden!« 44Niemand kann von sich selbst aus zu mir kommen. Der Vater, der mich gesandt hat, muss ihn zu mir ziehen. Und wer zu mir kommt, den werde ich an jenem letzten Tag auferwecken. 45Es heißt in der Schrift bei den Propheten: ›Sie werden alle von Gott selbst gelehrt sein.‹6,45 Nach Jesaja 54,13. Jeder, der auf das hört, was der Vater sagt, und von ihm lernt, kommt zu mir. 46Das heißt nun aber nicht, dass irgendjemand den Vater gesehen hat. Nur der eine, der von Gott kommt, hat den Vater gesehen. 47Ich versichere euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben. 48Ich bin das Brot des Lebens. 49Eure Vorfahren, die in der Wüste das Manna gegessen haben, sind gestorben. 50Hier aber ist das ´wahre` Brot, das vom Himmel herabkommt: Wer davon isst, wird nicht sterben.6,50 W herabkommt, damit man davon isst und nicht stirbt. 51Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot isst, wird er ewig leben. Dieses Brot, das ich ihm geben werde, ist mein Fleisch; ich gebe es hin für das Leben der Welt.«

52Unter den Juden kam es daraufhin zu einer heftigen Auseinandersetzung. »Wie kann dieser Mensch uns sein Fleisch zu essen geben?«, fragten sie. 53Jesus aber sagte zu ihnen: »Ich versichere euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. 54Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn an jenem letzten Tag auferwecken. 55Denn mein Fleisch ist die wahre Nahrung, und mein Blut ist der wahre Trank6,55 AL(1) ist wirklich Nahrung … ist wirklich Trank.. 56Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. 57Der Vater, der lebendige ´Gott`, hat mich gesandt, und ich lebe durch ihn6,57 Od und ich lebe seinetwegen.. Genauso wird auch der, der mich isst, durch mich6,57 Od um meinetwillen. leben. 58Das ist also das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Bei diesem Brot ist es nicht wie bei dem, das die Vorfahren gegessen haben. Sie sind gestorben; aber wer dieses Brot isst, wird ewig leben.«

59Diese Dinge sagte Jesus, als er in der Synagoge von Kafarnaum lehrte.

Viele Jünger wenden sich von Jesus ab

60Empört6,60 W Als sie das hörten. sagten viele seiner Jünger: »Was er da redet, ist eine Zumutung! Wie kann man von jemand verlangen, sich so etwas anzuhören?« 61Jesus war sich bewusst, dass die Jünger über seine Worte empört waren. »Daran nehmt ihr Anstoß?6,61 Darum wendet ihr euch ´vom Glauben` ab?«, fragte er sie. 62»Und ´was werdet ihr sagen,` wenn ihr den Menschensohn in den Himmel6,62 W nach oben. zurückkehren seht, dorthin, wo er vorher war? 63Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch ist dazu nicht fähig6,63 W ist nichts nütze.. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben. 64Aber es sind einige unter euch, die glauben nicht.« Jesus wusste nämlich von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten, und wusste auch, wer es war, der ihn verraten würde. 65Er schloss mit den Worten: »Aus diesem Grund habe ich zu euch gesagt: Niemand kann von sich selbst aus zu mir kommen; es kann nur durch das Wirken des Vaters geschehen6,65 W es muss ihm vom Vater gegeben sein. Vergleiche Vers 44.

66Von da an6,66 Od Aus diesem Grund. zogen sich viele seiner Jünger von ihm zurück und begleiteten ihn nicht mehr.

Das Bekenntnis des Petrus

67Da fragte Jesus die Zwölf: »Wollt ihr etwa auch weggehen?« – 68»Herr, zu wem sollten wir gehen?«, antwortete Simon Petrus. »Du hast Worte, die zum ewigen Leben führen, 69und wir glauben und haben erkannt, dass du der Heilige bist, den Gott gesandt hat.6,69 W Du hast Worte ewigen Lebens, 69 und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist.« 70Daraufhin sagte Jesus zu ihnen: »Habe ich nicht6,70 Od Habe nicht ich selbst. euch alle zwölf erwählt? Und doch ist einer von euch ein Teufel!« 71Er meinte damit Judas, den Sohn von Simon Iskariot6,71 AL(1) Judas Iskariot, den Sohn von Simon.. Denn Judas, einer der Zwölf, war es, der ihn später verriet.

7

Jesus lässt sich nicht zu vorzeitigem Handeln drängen

71In der darauf folgenden Zeit zog Jesus durch Galiläa. Er mied Judäa7,1 W Er wollte nämlich nicht in Judäa umherziehen., denn dort trachteten ihm die führenden Männer des jüdischen Volkes7,1 W die Juden. Ebenso in Vers 11. nach dem Leben. 2Doch kurz bevor die Juden ihr Laubhüttenfest feierten, 3sagten seine Brüder zu ihm: »Du solltest nicht länger hier in Galiläa bleiben. Geh nach Judäa, damit auch dort deine Jünger sehen können, was für große Dinge du tust. 4Wer mit dem, was er tut, in der Öffentlichkeit bekannt werden möchte, zieht sich nicht in einen versteckten Winkel zurück. Wenn du schon so ungewöhnliche Dinge tust, dann zeig dich auch vor aller Welt!« 5So redeten seine eigenen Brüder, weil nicht einmal sie an ihn glaubten.

6Doch Jesus gab ihnen zur Antwort: »Für mich ist die richtige Zeit noch nicht da; euch ist jeder Zeitpunkt recht.7,6 W Meine Zeit ist noch nicht da, eure Zeit aber ist immer bereit. 7Euch kann die Welt nicht hassen, mich aber hasst sie, weil ich nicht darüber schweige7,7 W weil ich von ihr bezeuge., dass ihr Tun böse ist. 8Geht ihr nur hinauf zum Fest. Ich komme jetzt nicht; für mich ist die Zeit noch nicht da7,8 W noch nicht erfüllt.9Mit dieser Antwort ´ließ er sie gehen`; er selbst blieb in Galiläa.

Jesus auf dem Laubhüttenfest in Jerusalem

10Nachdem jedoch seine Brüder zum Fest hinaufgegangen waren, ging Jesus selbst auch nach Jerusalem hinauf, allerdings unbemerkt und ohne Aufsehen zu erregen7,10 W allerdings nicht öffentlich, sondern wie (aL(1) ohne wie) im Verborgenen.. 11Während des Festes hielten die führenden Männer des jüdischen Volkes nach ihm Ausschau. »Wo ist er nur?«, fragten sie. 12Überall konnte man die Leute über ihn reden hören.7,12 W 12 Und viel Gemurmel über ihn war unter den Menschenmengen. »Er ist ein guter Mensch«, sagten die einen. »Nein«, entgegneten andere, »er ist ein Volksverführer.« 13Aber aus Furcht vor den führenden Männern7,13 W vor den Juden. wagte niemand, öffentlich seine Meinung über ihn zu äußern.

14Als die Festwoche schon zur Hälfte vorüber war, ging Jesus zum Tempel hinauf und begann zu lehren. 15»Wie kommt es, dass er die Schrift so gut kennt?7,15 Od Woher hat er nur all diese Kenntnisse?«, wunderten sich die Juden. »Er ist doch gar nicht darin ausgebildet.« 16Jesus selbst gab ihnen die Antwort: »Was ich verkünde, ist nicht meine eigene Lehre; es ist die Lehre dessen, der mich gesandt hat. 17Wenn jemand bereit ist, Gottes Willen zu erfüllen, wird er erkennen, ob das, was ich lehre, von Gott ist oder ob ich aus mir selbst heraus rede. 18Wer aus sich selbst heraus redet, dem geht es um seine eigene Ehre. Wem es aber um die Ehre dessen geht, der ihn gesandt hat, der ist glaubwürdig und hat keine unrechten Absichten7,18 W der ist wahr/wahrhaftig, und Unrecht ist nicht in ihm.. 19Hat nicht Mose euch das Gesetz gegeben? Und doch lebt keiner von euch nach dem Gesetz. Mit welchem Recht wollt ihr mich also töten?7,19 Od Warum würdet ihr mich sonst töten wollen? W Warum sucht ihr mich zu töten?«

20»Du bist von einem Dämon besessen!7,20 Du hast den Verstand verloren!«, rief die Menge. »Wer hat denn die Absicht, dich zu töten?« 21Jesus erwiderte: »Ihr seid alle noch immer ganz außer euch7,21 ganz verwundert. wegen der einen Sache, die ich ´am Sabbat` getan habe.7,21 Gemeint ist die in Kapitel 5,5-9 berichtete Heilung eines Kranken. 22Dabei habt ihr keine Bedenken, die Beschneidung, ´wenn es sein muss,` auch am Sabbat vorzunehmen, weil Mose sie euch vorgeschrieben hat.7,22 Die Beschneidung, das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied, wurde entsprechend den Anweisungen in 1. Mose 17,10-13 und 3. Mose 12,3 am achten Tag nach der Geburt vollzogen. Und eigentlich geht sie doch gar nicht auf ihn zurück, sondern bereits auf die Stammväter. 23Wenn also, um das Gesetz des Mose nicht zu brechen, ein Mensch am Sabbat beschnitten werden darf, warum seid ihr dann so empört darüber, dass ich am Sabbat einen Menschen am ganzen Körper7,23 W einen ganzen Menschen. gesund gemacht habe? 24Urteilt nicht nach dem äußeren Schein, sondern bemüht euch um ein gerechtes Urteil!«

Jesus im Widerstreit der Meinungen

25Da sagten einige Leute aus Jerusalem: »Ist das nicht der Mann, dem sie nach dem Leben trachten? 26Aber seht, er redet in aller Öffentlichkeit, und sie verbieten es ihm mit keinem Wort! Sollten unsere führenden Männer etwa zu der Überzeugung gelangt sein, dass er der Messias7,26 Od Christus. Ebenso in den Versen 27, 31, 41 und 42. ist? 27Nun wissen wir allerdings bei diesem Mann, woher er kommt. Doch wenn der Messias auftreten wird, weiß niemand, woher er kommt.«

28Da rief Jesus, der im Tempel lehrte: »´Ihr meint,` mich zu kennen und zu wissen, woher ich komme. Aber ich bin nicht im eigenen Auftrag gekommen; es gibt einen, der mich gesandt hat, und das ist der wahre ´Gott`7,28 Od und der ist glaubwürdig.. Doch den kennt ihr nicht. 29Ich hingegen kenne ihn, denn ich komme von ihm; er ist es, der mich gesandt hat.«

30Nun hätten sie Jesus am liebsten festgenommen. Doch keiner wagte es, Hand an ihn zu legen; seine Zeit war noch nicht gekommen. 31Viele in der Menge glaubten an ihn; sie sagten: »Wenn der Messias kommt, wird er dann etwa mehr Wunder tun als dieser hier?«

32Den Pharisäern blieb nicht verborgen, was die Leute über Jesus redeten.7,32 W Die Pharisäer hörten die Menge das über ihn murmeln. Darum schickten die führenden Priester und die Pharisäer Männer der Tempelwache7,32 Männer der Tempelwache w Diener. Ebenso in Vers 45. zu ihm mit dem Befehl, ihn festzunehmen.

33Da sagte Jesus: »Ich bin nur noch kurze Zeit bei euch; dann gehe ich zu dem, der mich gesandt hat. 34Ihr werdet mich suchen, aber ihr werdet mich nicht finden; dorthin, wo ich dann bin, könnt ihr nicht kommen.«

35Die Juden sahen einander verständnislos an7,35 W Da sagten die Juden zueinander.: »Er will an einen Ort gehen, wo wir ihn nicht finden können! Wo soll das denn sein? Will er etwa zu den Juden gehen, die im Ausland leben, und am Ende sogar den fremden Völkern seine Lehre bringen?7,35 W Will er etwa zu der Diaspora der Griechen gehen und die Griechen lehren? – Die Diaspora der Griechen bezeichnet die Judenschaft, die als Minderheit unter den Griechen (d. h. in griechischsprachigen Gebieten oder, weiter gefasst, unter nichtjüdischen Völkern) lebte. 36Was meint er damit, wenn er sagt: ›Ihr werdet mich suchen, aber ihr werdet mich nicht finden; dorthin, wo ich dann bin, könnt ihr nicht kommen‹?«

Jesu Angebot: das Wasser des Lebens

37Am letzten Tag, dem größten Tag des Festes, trat Jesus ´vor die Menge` und rief: »Wer Durst hat, soll zu mir kommen und trinken! 38Wenn jemand an mich glaubt, werden aus seinem Inneren7,38 Od 37 … soll zu mir kommen, und es soll trinken, 38 wer an mich glaubt. Dann werden aus seinem Inneren (Denn aus seinem (Jesu) Inneren werden)., wie es in der Schrift heißt, Ströme von lebendigem Wasser fließen.7,38 Vergleiche z. B. Jesaja 58,11 und Sacharja 14,8.« 39Er sagte das im Hinblick auf den ´Heiligen` Geist, den die empfangen sollten, die an Jesus glaubten7,39 Od/AL(1) glauben.. Der Geist war zu jenem Zeitpunkt noch nicht gekommen, weil Jesus noch nicht in seiner Herrlichkeit offenbart worden war.

Ist Jesus der Messias? Meinungsverschiedenheiten im Volk – Uneinigkeit bei den führenden Männern

40Von diesen Worten beeindruckt, meinten einige aus der Menge: »Das ist wirklich der Prophet, ´auf den wir gewartet haben`!« 41Manche sagten ´sogar`: »Er ist der Messias!« – »Seit wann kommt denn der Messias aus Galiläa?«, wandten andere ein. 42»Heißt es nicht in der Schrift, dass der Messias ein Nachkomme Davids sein wird und aus Betlehem stammt, dem Ort, wo David lebte?7,42 Vergleiche 2. Samuel 7,12; Jeremia 23,5.6; Micha 5,1.« 43So kam es wegen Jesus zu einer Spaltung in der Menge. 44Einige hätten ihn am liebsten festgenommen, aber keiner wagte es, Hand an ihn zu legen.

45Als die Männer der Tempelwache ´ohne Jesus` zurückkehrten, wurden sie von den führenden Priestern und den Pharisäern gefragt: »Warum habt ihr ihn nicht hergebracht?« – 46»Noch nie hat ein Mensch so gesprochen wie dieser Mann«, rechtfertigten sie sich. 47»Habt ihr euch auch von ihm verführen lassen?«, herrschten die Pharisäer sie an. 48»Glaubt denn auch nur einer von den führenden Männern oder von den Pharisäern an ihn? 49Das tut doch nur dieses Volk, das das Gesetz nicht kennt, diese Leute, die verflucht sind.«

50Aber Nikodemus, der selbst ein Pharisäer war und Jesus früher einmal aufgesucht hatte, hielt ihnen entgegen: 51»Seit wann verurteilt unser Gesetz einen Menschen, ohne dass man ihn vorher anhört und feststellt, ob er schuldig ist?« – 52»Du bist wohl auch aus Galiläa?«, gaben sie zurück. »Forsche ´in der Schrift` nach, dann wirst du sehen: Aus Galiläa kommt kein Prophet.7,52 AL(2) Der Prophet kommt nicht aus Galiläa.«

53Daraufhin7,53 In den ältesten griechischen Handschriften des Neuen Testaments fehlt der Abschnitt Kapitel 7,53–8,11. Was in ihm berichtet ist, wurde zunächst wohl unabhängig vom übrigen Text des Johannes-Evangeliums überliefert und erst später hier (von manchen Handschriften auch an anderer Stelle) eingefügt. gingen sie alle nach Hause.

8

Jesus und die Frau, die beim Ehebruch ertappt wurde: Freispruch statt Verurteilung

81Jesus aber ging zum Ölberg.

2Früh am Morgen war Jesus wieder im Tempel. Das ganze Volk versammelte sich um ihn, und er setzte sich und begann zu lehren.

3Da kamen die Schriftgelehrten und die Pharisäer mit einer Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte, sodass jeder sie sehen konnte. 4Dann wandten sie sich an Jesus. »Meister«, sagten sie, »diese Frau ist eine Ehebrecherin; sie ist auf frischer Tat ertappt worden. 5Mose hat uns im Gesetz befohlen, solche Frauen zu steinigen.8,5 3. Mose 20,10; 5. Mose 22,22-24. Was sagst du dazu?«

6Mit dieser Frage wollten sie Jesus eine Falle stellen, um dann Anklage gegen ihn erheben zu können. Aber Jesus beugte sich vor und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 7Als sie jedoch darauf bestanden, auf ihre Frage eine Antwort zu bekommen, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: »Wer von euch ohne Sünde ist, der soll den ersten Stein auf sie werfen.« 8Dann beugte er sich wieder vor und schrieb auf die Erde. 9Von seinen Worten getroffen8,9 W Als sie das hörten., verließ einer nach dem anderen den Platz; die ältesten unter ihnen gingen als Erste. Zuletzt war Jesus allein mit der Frau, die immer noch da stand, wo ihre Ankläger sie hingestellt hatten8,9 W die in der Mitte war..

10Er richtete sich auf. »Wo8,10 W »Frau, wo. sind sie geblieben?«, fragte er die Frau. »Hat dich keiner verurteilt?« – 11»Nein, Herr, keiner«, antwortete sie. Da sagte Jesus: »Ich verurteile dich auch nicht; du darfst gehen. Sündige von jetzt an nicht mehr!«

Jesus Christus – das Licht der Welt

12Ein anderes Mal, als Jesus8,12 Od 12 Als Jesus daraufhin wieder. zu den Leuten sprach, sagte er: »Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht mehr in der Finsternis umherirren, sondern wird das Licht des Lebens haben.«

13Da sagten die Pharisäer zu ihm: »Du redest als Zeuge in eigener Sache. Was du sagst, ist nicht glaubwürdig8,13 Im Griechischen dasselbe Wort wie wahr (Vers 14). Ebenso in Vers 17.14Jesus erwiderte: »Auch wenn ich als Zeuge in eigener Sache rede, ist das, was ich sage, wahr. Denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe. Ihr aber wisst weder, woher ich komme, noch, wohin ich gehe. 15Ihr urteilt nach menschlichen Maßstäben8,15 W nach dem Fleisch.; ich urteile über niemand. 16Wenn ich aber doch ein Urteil ausspreche, dann ist mein Urteil richtig8,16 W wahr.. Denn ich handle nicht allein, sondern ´in Übereinstimmung` mit dem, der mich gesandt hat, dem Vater. 17In eurem Gesetz heißt es: Wenn zwei Zeugen in ihrer Aussage übereinstimmen, ist das, was sie sagen, glaubwürdig.8,17 Vergleiche 5. Mose 17,6; 19,15; 4. Mose 35,30. 18´So ist es auch hier:` Ich bin mein eigener Zeuge, und mein Vater, der mich gesandt hat, ist ebenfalls mein Zeuge.« – 19»Wo ist denn dein Vater?«, fragten sie. Jesus entgegnete: »Ihr kennt weder mich noch meinen Vater. Würdet ihr mich kennen, dann würdet ihr auch meinen Vater kennen.«

20Jesus lehrte im Tempel in der Nähe des Kastens für die Geldopfer8,20 Od im Tempel auf dem Platz / in dem Raum, wo die Kästen für die Geldopfer standen., als er diese Dinge sagte. Aber niemand nahm ihn fest; seine Zeit war noch nicht gekommen.

Woher Jesus kommt und wohin er geht

21Jesus wandte sich von neuem an seine Zuhörer. »Ich werde fortgehen«, sagte er. »Ihr werdet mich suchen, aber da, wo ich hingehe, könnt ihr nicht hinkommen; ihr werdet in eurer Sünde sterben.«

22»Will er sich etwa das Leben nehmen?«, fragten sich die Juden. »Vielleicht sagt er deshalb: ›Da, wo ich hingehe, könnt ihr nicht hinkommen.‹« 23Doch Jesus fuhr fort: »Ihr seid von ´hier` unten, ich bin von oben. Ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. 24Darum habe ich zu euch gesagt, dass ihr in euren Sünden sterben werdet. Glaubt an mich als den, der ich bin; wenn nicht, werdet ihr in euren Sünden sterben.« – 25»Wer bist du denn?«, fragten sie. Jesus antwortete: »Darüber habe ich doch von Anfang an zu euch gesprochen.8,25 Od »Ich bin das, was ich euch von Anfang an gesagt habe.« Od »Wozu rede ich überhaupt noch mit euch?!« 26Was euch betrifft, hätte ich noch viel zu sagen, und es gäbe noch vieles, worin ich über euch zu urteilen hätte. Aber ich sage der Welt nur das, was ich von dem gehört habe, der mich gesandt hat; und was er sagt, ist wahr8,26 W und er ist wahr/wahrhaftig.

27Sie begriffen nicht, dass Jesus über den Vater sprach. 28Deshalb sagte er zu ihnen: »Dann, wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, werdet ihr mich als den erkennen, der ich bin, und werdet erkennen, dass ich nichts von mir selbst aus tue, sondern das sage, was mich der Vater gelehrt hat. 29Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir. Er lässt mich nie allein, denn ich tue immer, was ihm gefällt.«

30Als Jesus das sagte, glaubten viele an ihn.

Wirklich frei – nur durch Jesus

31Zu den Juden, die nun an ihn glaubten, sagte Jesus: »Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger, 32und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.«

33»Wir sind Nachkommen Abrahams«, entgegneten sie, »wir haben nie jemand als Sklaven gedient. Wie kannst du da sagen: ›Ihr müsst frei werden‹?« 34Jesus antwortete: »Ich sage euch: Jeder, der sündigt, ist ein Sklave der Sünde. 35Ein Sklave gehört nur vorübergehend zur Familie8,35 W bleibt nicht für immer im Haus., ein Sohn dagegen für immer. 36Nur wenn der Sohn euch frei macht, seid ihr wirklich frei.«

Kinder Abrahams oder Kinder des Teufels?

37»Ich weiß, dass ihr Nachkommen Abrahams seid. Und trotzdem trachtet ihr mir nach dem Leben. Das kommt daher, dass ihr euch meinem Wort gegenüber verschließt. 38Ich rede von dem, was ich beim Vater gesehen habe. Und auch ihr habt einen Vater, auf dessen Anweisungen ihr hört.«

39»Unser Vater ist Abraham«, erwiderten sie. Jesus entgegnete: »Wenn ihr wirklich Kinder von Abraham wärt, würdet ihr auch so handeln8,39 AL(1) Kinder von Abraham seid, dann handelt auch so. wie Abraham. 40Stattdessen wollt ihr mich töten – mich, der ich euch die Wahrheit sage, wie ich sie von Gott gehört habe. So etwas hätte Abraham nie getan. 41Ihr handelt eben genau wie euer ´wirklicher` Vater.«

»Wir sind doch keine unehelichen Kinder8,41 W sind doch nicht durch Unzucht gezeugt.!«, protestierten sie. »Wir haben nur einen Vater, und das ist Gott.« 42Jesus erwiderte: »Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben. Denn von Gott bin ich zu euch gekommen, nicht im eigenen Auftrag; Gott ist es, der mich gesandt hat. 43´Aber ich kann euch sagen,` warum mein Reden für euch so unverständlich ist und wie es kommt, dass ihr gar nicht fähig seid8,43 Od so unverständlich ist. Es kommt daher, dass ihr gar nicht fähig seid., auf mein Wort zu hören: 44Ihr stammt vom Teufel; der ist euer Vater. Und was euer Vater wünscht, das führt ihr bereitwillig aus.8,44 W Und nach den Begierden eures Vaters wollt ihr handeln. Er war von Anfang an ein Mörder und stand nie auf dem Boden8,44 W ein Menschenmörder und stand (aL(1) steht) nicht in. der Wahrheit, weil es in ihm keine Wahrheit gibt. Wenn er lügt, redet er so, wie es seinem ureigensten Wesen entspricht; denn er ist ein Lügner, ja er ist der Vater der Lüge. 45Ich aber sage die Wahrheit, und gerade das ist der Grund, weshalb ihr mir nicht glaubt. 46Wer von euch kann behaupten, ich hätte je eine Sünde begangen8,46 W kann mich einer Sünde überführen.? Wenn ich aber die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir dann nicht? 47Wer von Gott stammt, hört auf das, was Gott sagt. Ihr hört deshalb nicht darauf, weil ihr nicht von Gott stammt.«

Jesus Christus – größer als Abraham

48»Haben wir nicht Recht?«, riefen da die Juden. »Du bist ein Samaritaner und bist von einem Dämon besessen8,48 und hast den Verstand verloren. Entsprechend in den Versen 49 und 52., genau wie wir es gesagt haben.« – 49»Nein«, entgegnete Jesus, »ich bin nicht von einem Dämon besessen; ich ehre meinen Vater. Ihr aber tretet meine Ehre mit Füßen. 50Doch ich brauche sie nicht zu verteidigen.8,50 W Doch nicht ich suche meine Ehre. Es ist einer da, der das tut, und er ist auch der Richter. 51Eins aber versichere ich euch: Wenn jemand sich nach meinem Wort richtet, wird er niemals sterben8,51 W den Tod sehen.

52»Jetzt sind wir sicher, dass du von einem Dämon besessen bist!«, triumphierten die Juden. »Abraham ist gestorben, die Propheten sind gestorben, und du behauptest, wenn einer sich nach deinem Wort richte, werde er niemals sterben8,52 W den Tod schmecken.. 53Bist du etwa mehr als unser Vater Abraham und die Propheten, die alle gestorben sind? Für wen hältst du dich eigentlich?« 54Jesus erwiderte: »Wenn ich mir selbst eine solche Ehre anmaßen würde, wäre sie nichts wert. Aber nun ist es mein Vater, der mich ehrt – er, von dem ihr sagt, er sei euer Gott. 55Und dabei habt ihr ihn nie gekannt; ich dagegen kenne ihn. Würde ich behaupten, ihn nicht zu kennen, dann wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und richte mich nach seinem Wort. 56Abraham, euer Vater, sah dem Tag meines Kommens mit jubelnder Freude entgegen.8,56 W Abraham, euer Vater, jubelte vor Freude, dass er meinen Tag sehen sollte. Und er hat ihn erlebt und hat sich darüber gefreut.8,56 Od Er hat ihn vorausgesehen und hat sich darauf gefreut.«

57Die Juden entgegneten: »Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben?« 58Jesus gab ihnen zur Antwort: »Ich versichere euch: Bevor Abraham geboren wurde, bin ich59Da hoben sie Steine auf, um ihn zu steinigen. Aber Jesus konnte sich vor ihnen in Sicherheit bringen8,59 W Aber Jesus verbarg sich. und verließ den Tempel.