Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Jesus und die samaritanische Frau: Das Wasser, das den Durst für immer löscht

41Die Pharisäer hörten, dass Jesus mehr Menschen zu Jüngern machte und taufte als Johannes. (2Allerdings war es nicht Jesus selbst, der taufte, sondern seine Jünger.) 3Als Jesus4,3 AL(1) der Herr. erfuhr, dass den Pharisäern berichtet wurde, ´wie groß der Zulauf zu ihm war,` verließ er Judäa und ging wieder nach Galiläa. 4Dabei musste er durch Samarien reisen.

5Sein Weg führte ihn durch Sychar, eine samaritanische Ortschaft, in deren Nähe das Feld lag, das Jakob einst seinem Sohn Josef gegeben hatte, 6und wo sich auch der Jakobsbrunnen befand. Es war um die Mittagszeit4,6 W um die sechste Stunde.; müde von der Reise hatte sich Jesus an den Brunnen gesetzt. 7-8Seine Jünger waren in den Ort gegangen, um etwas zu essen zu kaufen.

Da kam eine samaritanische Frau zum Brunnen, um Wasser zu holen. Jesus bat sie: »Gib mir zu trinken!« 9Überrascht fragte die Frau: »Wie kannst du mich um etwas zu trinken bitten? Du bist doch ein Jude, und ich bin eine Samaritanerin!« (Die Juden meiden nämlich jeden Umgang mit den Samaritanern.4,9 Die Juden verwenden nämlich keine Gefäße, die die Samaritaner gebraucht haben.) 10Jesus antwortete: »Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: ›Gib mir zu trinken‹, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir Quellwasser gegeben, lebendiges Wasser4,10 W und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.

11»Herr«, wandte die Frau ein, »du hast doch nichts, womit du Wasser schöpfen kannst, und der Brunnen ist tief. Woher willst du denn dieses lebendige Wasser nehmen? 12Bist du etwa mehr als unser Stammvater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben und selbst von seinem Wasser getrunken hat – er und seine Söhne und seine Herden?« 13Jesus gab ihr zur Antwort: »Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen. 14Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr durstig sein. Das Wasser, das ich ihm gebe, wird in ihm zu einer Quelle werden, die unaufhörlich fließt, bis ins ewige Leben4,14 W zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben sprudelt..« – 15»Herr, bitte gib mir von diesem Wasser!«, sagte die Frau. »Dann werde ich nie mehr Durst haben und muss nicht mehr hierher kommen, um Wasser zu holen.«

16»Geh und rufe deinen Mann!«, entgegnete Jesus. »Komm mit ihm hierher!« – 17»Ich habe keinen Mann«, sagte die Frau. »Das stimmt«, erwiderte Jesus. »Du hast keinen Mann. 18Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Da hast du die Wahrheit gesagt.«

19»Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist«, sagte die Frau. 20»Unsere Vorfahren haben Gott auf diesem Berg hier4,20 Der Berg Garizim, vergleiche 5. Mose 11,29; 27,12; Josua 8,33 und siehe die Sacherklärungen unter »Samarien«. angebetet. Ihr Juden dagegen sagt, der richtige Ort, um Gott anzubeten, sei Jerusalem4,20 W sei in Jerusalem.21Jesus erwiderte: »Glaube mir, Frau, es kommt eine Zeit, wo ihr4,21 ihr: die Samaritaner; nach anderer Auffassung: die Menschen. den Vater weder auf diesem Berg noch in Jerusalem anbeten werdet. 22Ihr ´Samaritaner` betet an, ohne zu wissen, was ihr anbetet. Wir jedoch wissen, was wir anbeten, denn die Rettung ´der Welt` kommt von den Juden. 23Aber die Zeit kommt, ja sie ist schon da, wo Menschen Gott als den Vater anbeten werden, Menschen, die vom Geist erfüllt sind und die Wahrheit erkannt haben4,23 Od anbeten werden in ihrem Geist und in ganzer Wahrhaftigkeit. W anbeten werden in Geist und Wahrheit.. Das sind die wahren Anbeter; so möchte der Vater die haben, die ihn anbeten. 24Gott ist Geist, und die, die ihn anbeten wollen, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.«

25»Ich weiß, dass der Messias4,25 W dass Messias. Möglicherweise gebrauchte die Frau den Titel Messias wie einen Eigennamen. kommen wird«, entgegnete die Frau. (»Messias« ist das ´hebräische` Wort für »Christus«.)4,25 Od dass der Messias kommen wird, der Christus, wie man ihn nennt«, entgegnete die Frau. – Zu hebräisch siehe die Sacherklärungen. »Wenn er kommt, wird er uns alle diese Dinge erklären4,25 W verkünden.26Da sagte Jesus zu ihr: »Du sprichst mit ihm; ich bin es.«

27In diesem Augenblick kamen seine Jünger zurück. Sie waren erstaunt, Jesus im Gespräch mit einer Frau anzutreffen, doch keiner wagte ihn zu fragen, was er von ihr wollte oder worüber4,27 Od warum. er mit ihr redete.

28Die Frau ließ ihren Wasserkrug stehen, ging in den Ort zurück und sagte zu den Leuten: 29»Kommt mit, ich habe einen Fremden getroffen4,29 W Kommt, seht einen Menschen., der mir alles auf den Kopf zugesagt hat, was ich getan habe! Ob er wohl der Messias4,29 Od Christus. ist?« 30Da machten sich die Leute aus dem Ort auf den Weg zu Jesus.

31Währenddessen drängten ihn die Jünger: »Rabbi, iss doch etwas!« 32Aber Jesus sagte: »Ich lebe von einer Nahrung, von der ihr nichts wisst.« 33Verwundert fragten sich die Jünger untereinander: »Hat ihm denn jemand etwas zu essen gebracht?« 34Jesus erwiderte: »Meine Nahrung ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und das Werk vollende, das er mir aufgetragen hat. 35Sagt ihr nicht: ›Es dauert noch vier Monate, dann beginnt die Ernte‹?4,35 Od Ihr sagt doch: ›Zwischen Saat und Ernte liegen vier Monate.‹ Nun, ich sage euch: Blickt euch einmal um und seht euch die Felder an. Sie sind reif4,35 W weiß. für die Ernte! 36Ja, die Ernte wird jetzt schon eingebracht, und der, der erntet4,36 Od 35 … Sie sind jetzt schon reif für die Ernte! 36 Der, der erntet., erhält seinen Lohn; er sammelt Frucht für das ewige Leben. So freuen sich beide zugleich – der, der sät, und der, der erntet. 37Das Sprichwort sagt: ›Einer sät, und ein anderer erntet.‹ Das trifft hier zu. 38Ich habe euch zum Ernten auf ein Feld geschickt, auf dem4,38 W Ich habe euch zum Ernten dessen geschickt, wofür. ihr vorher nicht gearbeitet habt. Andere haben darauf gearbeitet, und ihr erntet die Frucht ihrer Arbeit.«

39Viele Samaritaner aus jenem Ort glaubten jetzt an Jesus. Die Frau hatte ihnen bezeugt: »Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe«, und auf ihr Wort hin glaubten sie. 40Die Leute aus dem Ort4,40 W Die Samaritaner., die zu Jesus hinausgegangen waren, baten ihn, bei ihnen zu bleiben. Er blieb zwei Tage dort, 41und auf sein Wort hin glaubten noch viel mehr Menschen an ihn. 42»Wir glauben jetzt nicht mehr nur aufgrund von dem, was du uns erzählt hast«, erklärten sie der Frau. »Wir haben ihn jetzt mit eigenen Ohren gehört und wissen, dass er wirklich der Retter der Welt ist.«

Jesus heilt den Sohn eines königlichen Beamten

43Nach diesen zwei Tagen in Sychar ging Jesus weiter nach Galiläa. 44Er selbst hatte ausdrücklich erklärt: »Ein Prophet gilt in seiner Heimat nichts.« 45Doch als er nun nach Galiläa kam, wurde er von den Leuten4,45 W von den Galiläern. freundlich aufgenommen. Denn sie waren auch beim Fest in Jerusalem gewesen und hatten alles miterlebt, was er dort getan hatte.

46Jesus kam auch wieder nach Kana, jenem Ort in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. Dort suchte ihn ein Beamter des Königs auf, der in Kafarnaum lebte und einen Sohn hatte, der an einer schweren Krankheit litt. 47Er hatte gehört, dass Jesus von Judäa nach Galiläa zurückgekehrt war, und bat ihn jetzt, nach Kafarnaum herabzukommen und seinen Sohn zu heilen, der im Sterben lag. 48»Wenn ihr nicht Wunder und außergewöhnliche Dinge4,48 W nicht Zeichen und Wunder. seht, glaubt ihr nicht!«, hielt Jesus ihm entgegen. 49Aber der Beamte des Königs flehte ihn an: »Herr, bitte komm, bevor mein Kind stirbt!« 50Da sagte Jesus zu ihm: »Geh nach Hause, dein Sohn lebt ´und ist gesund`!« Der Mann glaubte dem, was Jesus zu ihm sagte; auf sein Wort hin machte er sich auf den Weg hinunter nach Kafarnaum. 51Er war noch nicht dort angelangt, da kamen ihm seine Diener mit der Nachricht entgegen, dass sein Sohn lebte ´und gesund war`. 52Er fragte sie, seit wann es ihm besser gehe. »Gestern Mittag um ein Uhr4,52 W Gestern in der siebten Stunde. hatte er mit einem Mal kein Fieber mehr«, antworteten sie. 53Da wusste der Vater, dass es genau zu dem Zeitpunkt geschehen war, an dem Jesus zu ihm gesagt hatte: »Dein Sohn lebt ´und ist gesund`!« Und er glaubte an Jesus, er und alle aus seinem Haus.

54Dieses Wunder tat Jesus, nachdem er von Judäa zurückgekehrt war, und er bewies dadurch in Galiläa ein zweites Mal seine Macht.4,54 W 54 Das tat Jesus wieder als zweites Zeichen, als er von Judäa nach Galiläa gekommen war.

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Heilung eines Kranken am Sabbat

51Einige Zeit später war wieder ein jüdisches Fest, und Jesus ging nach Jerusalem hinauf. 2In Jerusalem befindet sich in der Nähe des Schaftors eine Teichanlage mit fünf Säulenhallen; sie wird auf hebräisch Betesda5,2 AL(1) Betzata. – Zu hebräisch siehe die Sacherklärungen. genannt. 3In diesen Hallen lagen überall kranke Menschen, Blinde, Gelähmte und Verkrüppelte5,3 Od Gebrechliche. Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hier die Verse 3b und 4 an: Sie alle warteten darauf, dass das Wasser in Bewegung geriet. 4 Denn von Zeit zu Zeit stieg ein Engel des Herrn in den Teich hinunter und brachte das Wasser in Bewegung. Wer als Erster in das Wasser hineinstieg, nachdem es in Bewegung geraten war, der wurde gesund, ganz gleich, an welcher Krankheit er litt..5,3 Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hier die Verse 3b und 4 an: Sie alle warteten darauf, dass das Wasser in Bewegung geriet. 4 Denn von Zeit zu Zeit stieg ein Engel des Herrn in den Teich hinunter und brachte das Wasser in Bewegung. Wer als Erster in das Wasser hineinstieg, nachdem es in Bewegung geraten war, der wurde gesund, ganz gleich, an welcher Krankheit er litt.

5Unter ihnen war ein Mann, der seit achtunddreißig Jahren krank war. 6Jesus sah ihn dort liegen, und es war ihm klar5,6 Od und er erfuhr., dass er schon lange leidend war. »Willst du gesund werden?«, fragte er ihn. 7Der Kranke antwortete: »Herr, ich habe niemand, der mir hilft, in den Teich zu kommen, wenn das Wasser sich bewegt. Und wenn ich es allein versuche, steigt ein anderer vor mir hinein.« 8Da sagte Jesus zu ihm: »Steh auf, nimm deine Matte und geh!« 9Im selben Augenblick war der Mann gesund; er nahm seine Matte und ging.

Der Tag, an dem das geschah, war ein Sabbat. 10Deshalb wiesen die führenden Männer des jüdischen Volkes5,10 W die Juden. den Mann, der geheilt worden war, zurecht: »Heute ist Sabbat! Da ist es dir nicht erlaubt, deine Matte zu tragen.« 11Er entgegnete: »Der, der mich gesund gemacht hat, hat zu mir gesagt: ›Nimm deine Matte und geh!‹« – 12»Und wer ist dieser Mann?«, fragten sie. »Wer hat zu dir gesagt: ›Nimm deine Matte und geh!‹?« 13Aber der Geheilte wusste nicht, wer es war, denn Jesus war unbemerkt in der Menschenmenge verschwunden5,13 Od denn Jesus hatte sich wegen der Menschenmenge zurückgezogen. W denn Jesus war in/wegen der Menge, die sich an dem Ort befand, verschwunden..

14Später traf Jesus den Mann im Tempel wieder. »Du bist jetzt gesund«, sagte er zu ihm. »Sündige nicht mehr, damit dir nicht noch etwas Schlimmeres geschieht, ´als was du bis jetzt durchgemacht hast`.« 15Der Geheilte ging zu den führenden Männern5,15 W zu den Juden. zurück und berichtete ihnen, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte.

16Von da an begannen die führenden Männer des jüdischen Volkes5,16 W die Juden., Jesus zu verfolgen, weil er solche Dinge am Sabbat tat. 17Aber Jesus sagte zu ihnen: »Mein Vater hat bis heute nie aufgehört zu wirken5,17 W Mein Vater wirkt bis jetzt., und ´weil er wirkt,` wirke auch ich.« 18Das brachte sie noch mehr gegen ihn auf; sie waren jetzt entschlossen5,18 W 18 Deswegen suchten die Juden jetzt noch mehr., ihn zu töten. Denn er hatte nicht nur die Sabbatvorschriften missachtet5,18 Od außer Kraft gesetzt., sondern darüber hinaus Gott seinen Vater genannt und sich damit Gott gleichgestellt.

Jesu Vollmacht: die Vollmacht des Sohnes

19´Zu diesen Anschuldigungen` erklärte Jesus: »Ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst aus tun; er tut nur, was er den Vater tun sieht. Was immer der Vater tut, das tut5,19 das tut in gleicher Weise. auch der Sohn. 20Denn der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er tut. Ja, der Sohn wird noch viel größere Dinge tun, weil der Vater sie ihm zeigt5,20 W Ja, er wird ihm größere Werke als diese zeigen. – Dinge, über die ihr staunen werdet. 21Denn wie der Vater die Toten zum Leben erweckt5,21 W die Toten auferweckt und ihnen Leben gibt., so gibt auch der Sohn denen Leben, denen er es geben will. 22Dem Sohn ist nämlich auch das Gericht übertragen. Der Vater selbst richtet niemand5,22 W 22 Denn der Vater selbst richtet auch niemand.; er hat das Gericht ganz dem Sohn übergeben, 23damit alle den Sohn ebenso ehren wie den Vater. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der den Sohn gesandt hat.

24Ich versichere euch: Wer auf mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben. Auf ihn kommt keine Verurteilung mehr zu5,24 W Er kommt nicht ins Gericht.; er hat den Schritt vom Tod ins Leben getan. 25Ich sage euch: Die Zeit5,25 W Stunde. kommt, ja sie ist schon da, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und wer sie hört, wird leben. 26Denn wie der Vater aus sich selbst heraus5,26 W in sich selbst. Ebenso in der zweiten Vershälfte. Leben hat, so hat er auch dem Sohn die Macht gegeben, aus sich selbst heraus Leben zu haben. 27Und er hat ihm die Vollmacht gegeben, Gericht zu halten; denn er ist der Menschensohn.

28Seid deshalb nicht erstaunt, wenn ich euch sage, dass der Tag kommt, an dem die Toten in ihren Gräbern5,28 W dass die Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind. die Stimme des Sohnes hören 29und herauskommen werden. Die, die getan haben, was gut ist, werden zu neuem Leben auferweckt werden; die aber, die getan haben, was böse ist, werden zu ihrer Verurteilung5,29 Od für das Gericht. auferweckt werden.

30Von mir selbst aus kann ich nichts tun. Auch dann, wenn ich urteile, höre ich auf den Vater.5,30 W Wie ich es höre, so richte/urteile ich. Und mein Urteil ist gerecht, weil es mir nicht um meinen eigenen Willen geht, sondern um den Willen dessen, der mich gesandt hat.«

Die Glaubwürdigkeit der Aussagen Jesu über sich selbst

31»Wenn ich keinen anderen Zeugen hätte als mich selbst5,31 W Wenn ich als Zeuge in eigener Sache reden würde., dann wäre das, was ich über mich sage, nicht glaubwürdig5,31 W Im Griechischen dasselbe Wort wie wahr (Vers 32).. 32Nun gibt es aber einen anderen, der mein Zeuge ist, und ich weiß, dass das, was er über mich sagt, wahr ist.

33Ihr habt eure Leute zu Johannes geschickt, und er hat euch die Wahrheit klar bezeugt. 34Nicht, dass ich auf die Aussage eines Menschen angewiesen wäre; ich sage das nur, weil ich möchte, dass ihr gerettet werdet. 35Johannes war eine brennende Lampe, die einen hellen Schein gab; aber alles, was ihr wolltet, war, euch eine Zeit lang an ihrem Licht zu begeistern.

36Doch ich habe etwas, was noch mehr für mich spricht als das, was Johannes über mich ausgesagt hat: Es sind die Dinge, die ich tue, um den Auftrag zu erfüllen, den der Vater mir gegeben hat.5,36 W Es sind die Werke, die der Vater mir gegeben hat, damit ich sie vollende, die Werke selbst, die ich tue. Sie zeugen davon, dass er es ist, der mich gesandt hat. 37Und auch der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat5,37 Od 37 Damit hat der Vater selbst, der mich gesandt hat. als mein Zeuge gesprochen. Aber ihr habt seine Stimme nie gehört und seine Gestalt nie gesehen. 38Und ihr verschließt euch seinem Wort gegenüber; es bleibt nicht in euch. Sonst würdet ihr dem glauben5,38 W 38 Und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch, denn ihr glaubt dem nicht., den er gesandt hat. 39Ihr forscht5,39 39 Forscht. in der Schrift, weil ihr meint, durch sie5,39 Od in ihr. das ewige Leben zu finden. Aber gerade die Schrift weist auf mich hin5,39 W legt Zeugnis von mir ab.. 40Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, obwohl ihr bei mir das Leben finden würdet.

41Ich bin nicht darauf aus, von Menschen Anerkennung zu bekommen. 42Aber ´bei euch ist es anders`. Ich kenne euch und weiß, dass ihr der Liebe zu Gott keinen Raum in eurem Leben gebt5,42 W dass ihr die Liebe Gottes / die Liebe zu Gott nicht in euch habt.. 43Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und ihr lehnt mich ab. Doch wenn jemand anders in seinem eigenen Namen kommt, werdet ihr ihn mit offenen Armen aufnehmen. 44Wie solltet ihr auch glauben können? Bei euch ist jeder darauf aus, von den anderen Anerkennung zu bekommen; nur die Anerkennung bei dem einen, wahren Gott5,44 W bei dem einzigen Gott. sucht ihr nicht.

45Denkt nicht, dass ich euch beim Vater anklagen werde. Mose wird euch anklagen – er, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. 46Denn wenn ihr Mose wirklich glauben würdet, würdet ihr auch mir glauben; er hat ja über mich geschrieben. 47Wenn ihr aber dem nicht glaubt, was Mose geschrieben hat, wie wollt ihr dann dem glauben, was ich euch sage?«

6

Jesus gibt einer großen Menschenmenge zu essen

Mt 14,13-21; Mk 6,30-44; Lk 9,10-17

61Einige Zeit später fuhr Jesus mit dem Boot auf die Ostseite6,1 W Danach ging Jesus weg auf die andere Seite. des Sees von Galiläa (auch See von Tiberias genannt). 2Große Menschenmengen folgten ihm dorthin, weil sie die Wunder sahen, die er an den Kranken tat. 3Er stieg auf einen Berg6,3 Od ging ins Bergland. stieg auf den Berg. und setzte sich dort mit seinen Jüngern. 4Es war kurz vor den Tagen, in denen die Juden ihr Passafest feierten.

5Als Jesus6,5 W Als Jesus nun die Augen aufhob und. die Menschenmenge sah, die zu ihm kam, fragte er Philippus: »Wo können wir so viel Brot kaufen, dass alle diese Leute zu essen bekommen?« 6Jesus wollte ihn mit dieser Frage auf die Probe stellen; er selbst wusste genau, was er tun wollte. 7Philippus entgegnete: »Selbst für zweihundert Denare würde man nicht genug Brot bekommen, um jedem auch nur ein kleines Stück zu geben.« 8Ein anderer Jünger, Andreas, der Bruder von Simon Petrus, sagte zu Jesus: 9»Hier ist ein Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische. Aber was ist das schon für so viele Menschen?«

10»Sorgt dafür, dass die Leute sich setzen«, befahl Jesus. Der Ort, an dem sie sich befanden, war dicht mit Gras bewachsen. Als alle sich gesetzt hatten (die Zahl der Männer belief sich auf etwa fünftausend)6,10 W Als sich nun die Männer gesetzt hatten, etwa fünftausend an der Zahl., 11nahm Jesus die Brote, dankte Gott dafür und ließ sie unter die Menge austeilen. Mit den Fischen machte er es genauso, ´und jeder aß,` so viel er wollte. 12Als die Leute satt waren, sagte er zu seinen Jüngern: »Sammelt auf, was übrig geblieben ist, damit nichts verdirbt.« 13Die Jünger sammelten die Reste auf, die von den fünf Gerstenbroten übrig geblieben waren, nachdem alle davon gegessen hatten, und füllten zwölf Körbe damit.

14Als die Leute begriffen6,14 W sahen., was für ein Wunder Jesus getan hatte, sagten sie: »Das ist wirklich der Prophet, ´von dem es heißt, dass` er in die Welt kommen soll!« 15Jesus wusste6,15 Od merkte., dass sie als nächstes kommen und versuchen würden, ihn mit Gewalt6,15 W ihn gewaltsam wegzuführen, um ihn. zum König zu machen. Deshalb zog er sich wieder auf den Berg zurück, um allein zu sein.

Jesus geht auf dem Wasser

Mt 14,22-33; Mk 6,45-52

16Als es Abend wurde, gingen die Jünger zum See hinunter, 17stiegen ins Boot und fuhren los; sie wollten auf die andere Seite des Sees nach Kafarnaum. Inzwischen war es dunkel geworden, und Jesus war noch nicht wieder zu ihnen gekommen. 18Zudem kam ein starker Wind auf, und das Wasser schlug hohe Wellen. 19Die Jünger waren etwa fünf bis sechs Kilometer6,19 W etwa fünfundzwanzig oder dreißig Stadien. weit gerudert6,19 getrieben., als sie plötzlich Jesus sahen, wie er auf dem Wasser ging und auf ihr Boot zukam. Da packte sie die Angst. 20Aber er rief ihnen zu: »Ich bin’s! Habt keine Angst!« 21Voller Freude nahmen sie ihn zu sich ins Boot, und6,21 Od Daraufhin wollten sie ihn zu sich ins Boot nehmen, aber. W Sie wollten ihn nun ins Boot nehmen, und/aber. da waren sie auch schon an dem Ufer, das sie erreichen wollten.

Die Menschenmenge sucht Jesus

22Die Menschenmenge, die auf der anderen Seite des Sees geblieben war, ´fragte sich` am nächsten Morgen, ´wo Jesus wohl sein könnte`. Sie hatten ja gesehen, dass nur ein einziges Boot am Ufer gelegen hatte und dass die Jünger damit abgefahren waren6,22 geblieben war, stellte am nächsten Morgen fest, dass das einzige Boot, ´mit dem Jesus hätte fahren können,` noch am Ufer lag; denn sie hatten gesehen, dass die Jünger abgefahren waren., ohne dass er zu ihnen ins Boot gestiegen war. 23Inzwischen kamen von Tiberias andere Boote herüber und legten in der Nähe der Stelle an, wo die Menge nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatte. 24Als die Leute schließlich merkten, dass Jesus nicht mehr da war und seine Jünger auch nicht, stiegen sie in diese Boote und setzten nach Kafarnaum über, um ihn dort zu suchen. 25Und auf der anderen Seite des Sees fanden sie ihn dann auch. »Rabbi«, fragten sie ihn, »wann bist du denn hierher gekommen?«

Jesus Christus – das Brot des Lebens

26Jesus entgegnete: »Ich will euch sagen, warum ihr mich sucht: Ihr sucht mich nur, weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Aber was Gott euch durch die Wunder sagen will, wollt ihr nicht verstehen.6,26 W satt geworden seid, aber nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt. 27Statt euch nur um die vergängliche Nahrung zu kümmern, bemüht euch um die Nahrung, die Bestand hat und das ewige Leben bringt6,27 W die Nahrung, die ins ewige Leben bleibt.. Diese Nahrung wird euch der Menschensohn geben, denn ihn hat Gott, der Vater, als seinen Bevollmächtigten bestätigt6,27 W ihn hat Gott, der Vater, mit einem Siegel versehen.

28Da fragten sie ihn: »Was für Dinge müssen wir denn tun, um Gottes Willen zu erfüllen6,28 W um Gottes Werke zu wirken.29Jesus antwortete: »Gottes Wille wird dadurch erfüllt6,29 Od Gottes Wille besteht darin. W Das ist das Werk Gottes., dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.«

30Doch nun sagten sie: »Wenn wir dir glauben sollen, ´dass du von Gott gesandt bist,` dann lass uns ein Wunder sehen, das es uns beweist. Wo bleibt dieser Beweis? 31Damals in der Wüste haben unsere Vorfahren Manna gegessen, wie es ja auch in der Schrift heißt: ›Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.‹6,31 Psalm 78,24.« 32Jesus erwiderte: »Ich sage euch: Das Brot vom Himmel hat euch nicht Mose gegeben; es ist mein Vater, der euch das wahre Brot vom Himmel gibt.6,32 Was Mose euch gegeben hat, war nicht ´wirklich` das Brot vom Himmel. Das wahre Brot vom Himmel gibt euch mein Vater. 33Denn das Brot, das Gott gibt,6,33 W das Brot Gottes. ist der, der vom Himmel herabkommt und der Welt das Leben schenkt.«

34»Herr«, sagten sie da zu ihm, »gib uns immer von diesem Brot!« 35Jesus antwortete: »Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungrig sein, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. 36Aber es ist, wie ich euch schon gesagt habe: Trotz allem, was ihr von mir gesehen habt6,36 W Obwohl ihr mich (aL(1) ohne mich) gesehen habt., glaubt ihr nicht. 37Alle, die der Vater mir gibt, werden zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausweisen. 38Denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um das zu tun, was ich selber will, sondern um den Willen dessen zu erfüllen, der mich gesandt hat. 39Und der Wille dessen, der mich gesandt hat, ist, dass ich von all denen, die er mir gegeben hat, niemand verloren gehen lasse, sondern dass ich sie an jenem letzten Tag vom Tod auferwecke. 40Ja, es ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, das ewige Leben hat; und an jenem letzten Tag werde ich ihn auferwecken.«

41Die Juden waren empört darüber, dass Jesus gesagt hatte: »Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.« 42»Ist das nicht Jesus, der Sohn von Josef?«, sagten sie. »Wir kennen doch seinen Vater und seine Mutter! Wie kann er da behaupten, er sei vom Himmel herabgekommen?«

43»Warum seid ihr so empört?«, sagte Jesus zu ihnen. »Hört auf, so zu reden!6,43 W 43 Jesus sagte zu ihnen: »Hört auf, empört miteinander zu reden!« 44Niemand kann von sich selbst aus zu mir kommen. Der Vater, der mich gesandt hat, muss ihn zu mir ziehen. Und wer zu mir kommt, den werde ich an jenem letzten Tag auferwecken. 45Es heißt in der Schrift bei den Propheten: ›Sie werden alle von Gott selbst gelehrt sein.‹6,45 Nach Jesaja 54,13. Jeder, der auf das hört, was der Vater sagt, und von ihm lernt, kommt zu mir. 46Das heißt nun aber nicht, dass irgendjemand den Vater gesehen hat. Nur der eine, der von Gott kommt, hat den Vater gesehen. 47Ich versichere euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben. 48Ich bin das Brot des Lebens. 49Eure Vorfahren, die in der Wüste das Manna gegessen haben, sind gestorben. 50Hier aber ist das ´wahre` Brot, das vom Himmel herabkommt: Wer davon isst, wird nicht sterben.6,50 W herabkommt, damit man davon isst und nicht stirbt. 51Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot isst, wird er ewig leben. Dieses Brot, das ich ihm geben werde, ist mein Fleisch; ich gebe es hin für das Leben der Welt.«

52Unter den Juden kam es daraufhin zu einer heftigen Auseinandersetzung. »Wie kann dieser Mensch uns sein Fleisch zu essen geben?«, fragten sie. 53Jesus aber sagte zu ihnen: »Ich versichere euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. 54Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn an jenem letzten Tag auferwecken. 55Denn mein Fleisch ist die wahre Nahrung, und mein Blut ist der wahre Trank6,55 AL(1) ist wirklich Nahrung … ist wirklich Trank.. 56Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. 57Der Vater, der lebendige ´Gott`, hat mich gesandt, und ich lebe durch ihn6,57 Od und ich lebe seinetwegen.. Genauso wird auch der, der mich isst, durch mich6,57 Od um meinetwillen. leben. 58Das ist also das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Bei diesem Brot ist es nicht wie bei dem, das die Vorfahren gegessen haben. Sie sind gestorben; aber wer dieses Brot isst, wird ewig leben.«

59Diese Dinge sagte Jesus, als er in der Synagoge von Kafarnaum lehrte.

Viele Jünger wenden sich von Jesus ab

60Empört6,60 W Als sie das hörten. sagten viele seiner Jünger: »Was er da redet, ist eine Zumutung! Wie kann man von jemand verlangen, sich so etwas anzuhören?« 61Jesus war sich bewusst, dass die Jünger über seine Worte empört waren. »Daran nehmt ihr Anstoß?6,61 Darum wendet ihr euch ´vom Glauben` ab?«, fragte er sie. 62»Und ´was werdet ihr sagen,` wenn ihr den Menschensohn in den Himmel6,62 W nach oben. zurückkehren seht, dorthin, wo er vorher war? 63Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch ist dazu nicht fähig6,63 W ist nichts nütze.. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben. 64Aber es sind einige unter euch, die glauben nicht.« Jesus wusste nämlich von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten, und wusste auch, wer es war, der ihn verraten würde. 65Er schloss mit den Worten: »Aus diesem Grund habe ich zu euch gesagt: Niemand kann von sich selbst aus zu mir kommen; es kann nur durch das Wirken des Vaters geschehen6,65 W es muss ihm vom Vater gegeben sein. Vergleiche Vers 44.

66Von da an6,66 Od Aus diesem Grund. zogen sich viele seiner Jünger von ihm zurück und begleiteten ihn nicht mehr.

Das Bekenntnis des Petrus

67Da fragte Jesus die Zwölf: »Wollt ihr etwa auch weggehen?« – 68»Herr, zu wem sollten wir gehen?«, antwortete Simon Petrus. »Du hast Worte, die zum ewigen Leben führen, 69und wir glauben und haben erkannt, dass du der Heilige bist, den Gott gesandt hat.6,69 W Du hast Worte ewigen Lebens, 69 und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist.« 70Daraufhin sagte Jesus zu ihnen: »Habe ich nicht6,70 Od Habe nicht ich selbst. euch alle zwölf erwählt? Und doch ist einer von euch ein Teufel!« 71Er meinte damit Judas, den Sohn von Simon Iskariot6,71 AL(1) Judas Iskariot, den Sohn von Simon.. Denn Judas, einer der Zwölf, war es, der ihn später verriet.