Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
19

Jesus wird von den Soldaten misshandelt und verspottet

Mt 27,27-31; Mk 15,16-20; Lk 23,23-25

191Daraufhin ließ Pilatus Jesus abführen und auspeitschen. 2Nachdem die Soldaten ihn ausgepeitscht hatten, flochten sie19,2 W 2 Und die Soldaten flochten. aus Dornenzweigen eine Krone, setzten sie Jesus auf den Kopf und hängten ihm einen purpurfarbenen Mantel um. 3Dann stellten sie sich vor ihn hin, riefen: »Es lebe der König19,3 W Sei gegrüßt / Heil dir, König. der Juden!« und schlugen ihm dabei ins Gesicht.

4Anschließend wandte sich Pilatus ein weiteres Mal an die Menge19,4 W an sie (die Leute). Entsprechend im nächsten Vers.. Er ging hinaus und sagte: »Ich bringe ihn jetzt zu euch heraus. Ihr sollt wissen, dass ich keine Schuld an ihm finden kann.« 5Jesus trat heraus. Auf dem Kopf trug er die Dornenkrone, und er hatte den Purpurmantel um. Pilatus sagte zu der Menge: »Hier ist er jetzt, der Mensch!19,5 W Seht, der Mensch!« 6Aber sowie die führenden Priester und ihre Leute19,6 W und die Diener. Jesus erblickten, schrien sie: »Lass ihn kreuzigen! Lass ihn kreuzigen!« – »Nehmt ihn doch selbst und kreuzigt ihn!«, erwiderte Pilatus. »Ich jedenfalls kann keine Schuld an ihm finden.« – 7»Wir haben ein Gesetz«, hielten ihm die Juden entgegen, »und nach diesem Gesetz muss er sterben, weil er behauptet hat, er sei Gottes Sohn19,7 W weil er sich zu Gottes Sohn gemacht hat. Siehe 3. Mose 24,16 und vergleiche Johannes 5,18; 10,33; Matthäus 26,63-66.19,7 Siehe 3. Mose 24,16 und vergleiche Johannes 5,18; 10,33; Matthäus 26,63-66.

8Als Pilatus das hörte, wurde ihm noch unheimlicher zumute. 9Er ging ins Prätorium zurück und fragte Jesus: »Woher bist du eigentlich?« Aber Jesus gab ihm keine Antwort. 10»Du weigerst dich, mit mir zu reden?«, sagte Pilatus. »Weißt du nicht, dass es in meiner Macht steht, dich freizulassen, aber dass ich auch die Macht habe, dich kreuzigen zu lassen?« 11Jesus erwiderte: »Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre. Deshalb trägt der, der mich dir übergeben hat, eine größere Schuld19,11 W Sünde.12Daraufhin19,12 Od Aus diesem Grund. machte Pilatus noch einmal einen Versuch, Jesus freizulassen. Doch die Juden schrien: »Wenn du den freilässt, bist du nicht mehr der Freund des Kaisers! Jeder, der sich selbst zum König macht, stellt sich gegen den Kaiser.«

13Diese Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Pilatus ließ19,13 W Als nun Pilatus diese Worte hörte, ließ er. Jesus auf den Platz herausführen, den man das »Steinpflaster« nannte und der auf hebräisch19,13 Zu hebräisch siehe die Sacherklärungen. Gabbata hieß. Dort nahm Pilatus auf dem Richterstuhl Platz. 14Es war der Rüsttag19,14 Rüsttag: ein anderer Name für den Freitag (an dem man sich für den Sabbat vorbereitete). in der Passafestzeit19,14 Od der Rüsttag, der Tag vor dem Passafest (vergleiche die Anmerkung zu Kapitel 18,28). – Rüsttag (w Zurüstung/Vorbereitung): ein anderer Name für den Freitag (an dem man sich für den Sabbat vorbereitete)., und es war inzwischen etwa zwölf Uhr mittags19,14 etwa sechs Uhr morgens. Nach dieser Auffassung folgt der Verfasser des Evangeliums an dieser Stelle der römischen Tageseinteilung und zählt die Stunden von Mitternacht an. W etwa die sechste Stunde.. Pilatus sagte zu den Juden: »Seht da, euer König!« 15Doch sie schrien: »Weg mit ihm! Weg mit ihm! Lass ihn kreuzigen!« – »Euren König soll ich kreuzigen lassen?«, fragte Pilatus. »Wir haben keinen König außer dem Kaiser!«, entgegneten die führenden Priester. 16Da gab Pilatus ihrer Forderung nach19,16 W Da übergab er ihn ihnen (zuliebe). und befahl, Jesus zu kreuzigen.

Die Kreuzigung Jesu

Mt 27,32-44; Mk 15,21-32; Lk 23,26-43

Jesus wurde abgeführt. 17Er trug sein Kreuz selbst aus der Stadt hinaus zu der so genannten Schädelstätte; auf hebräisch19,17 Zu hebräisch siehe die Sacherklärungen. heißt sie Golgata. 18Dort kreuzigte man ihn und mit ihm zwei andere, einen auf jeder Seite; Jesus hing in der Mitte.

19Pilatus ließ ein Schild am Kreuz anbringen, das die Aufschrift trug: »Jesus von Nazaret, König der Juden.« 20Dieses Schild wurde von vielen Juden gelesen; denn der Ort, an dem Jesus gekreuzigt wurde, war ganz in der Nähe der Stadt, und die Aufschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefasst. 21Die führenden Priester des jüdischen Volkes erhoben Einspruch. »Es darf nicht heißen: ›König der Juden‹«, sagten sie zu Pilatus. »Schreibe: ›Dieser Mann hat behauptet: Ich bin der König der Juden.‹« 22Pilatus erwiderte: »Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.«

23Die Soldaten, die Jesus gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und teilten sie unter sich auf; sie waren zu viert. Beim Untergewand stellten sie fest, dass es von oben bis unten durchgehend gewebt war19,23 W Das Untergewand aber war von oben an durchgehend gewebt., ohne jede Naht. 24»Das zerschneiden wir nicht«, sagten sie zueinander. »Wir lassen das Los entscheiden, wer es bekommt.« So sollte sich erfüllen, was in der Schrift vorausgesagt war:

»Sie haben meine Kleider unter sich verteilt;

um mein Gewand haben sie das Los geworfen.«19,24 Psalm 22,19.

Genau das taten die Soldaten.

25Bei dem Kreuz, an dem Jesus hing, standen seine Mutter und ihre Schwester sowie Maria, die Frau von Klopas, und Maria aus Magdala. 26Als Jesus seine Mutter sah und neben ihr den Jünger, den er besonders geliebt hatte, sagte er zu seiner Mutter: »Liebe Frau, das ist jetzt dein Sohn!« 27Dann wandte er sich zu dem Jünger und sagte: »Sieh, das ist jetzt deine Mutter!« Da nahm der Jünger die Mutter Jesu zu sich und sorgte von da an für sie.19,27 W Von jener Stunde an nahm der Jünger sie zu sich nach Hause.

Der Tod Jesu

Mt 27,45-56; Mk 15,33-41; Lk 23,44-49

28Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war. Und weil sich das, was in der Schrift vorausgesagt war19,28 Psalm 69,22., bis ins Letzte erfüllen sollte, sagte er: »Ich habe Durst!« 29Da tauchten die Soldaten19,29 W Da tauchten sie. einen Schwamm in ein Gefäß mit Weinessig, das dort stand, steckten ihn auf einen Ysopstängel und hielten ihn Jesus an den Mund. 30Nachdem er ein wenig von dem Essig genommen hatte, sagte er: »Es ist vollbracht.« Dann neigte er den Kopf und starb19,30 W und gab den Geist auf..

»Der, den sie durchbohrt haben«

31Es war Rüsttag19,31 Siehe die Anmerkung zu Vers 14., ´der Tag vor dem Sabbat,` und die führenden Männer des jüdischen Volkes wollten nicht, dass die Gekreuzigten19,31 W und die Juden wollten nicht, dass die Körper. den Sabbat über am Kreuz hängen blieben19,31 Siehe 5. Mose 21,22.23., umso mehr als dieser Sabbat ein besonders hoher Feiertag war19,31 W als der Tag jenes Sabbats groß war.. Deshalb baten sie Pilatus, dass man den Männern, ´die am Kreuz hingen,` die Beine brach und sie, ´sobald der Tod eingetreten war,` herunterholte. 32Die Soldaten gingen zunächst zu dem einen von den beiden, die mit Jesus gekreuzigt worden waren, und brachen ihm die Beine. Dasselbe taten sie mit dem anderen. 33Als sie jedoch zu Jesus kamen und feststellten, dass er bereits tot war, brachen sie ihm die Beine nicht. 34Einer von den Soldaten allerdings stach mit der Lanze in seine Seite, worauf sofort Blut und Wasser aus der Wunde traten.

35Das bezeugt der, der es mit eigenen Augen gesehen hat, und sein Bericht ist wahr; er19,35 W jener (nach Auffassung einiger: Jesus). weiß, dass er die Wahrheit sagt. Und er bezeugt es, damit auch ihr glaubt. 36Diese Dinge sind geschehen, weil sich erfüllen sollte, was in der Schrift vorausgesagt ist: »Es wird ihm kein Knochen gebrochen werden.«19,36 2. Mose 12,46; 4. Mose 9,12; Psalm 34,21. 37Und an einer anderen Stelle der Schrift heißt es: »Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.«19,37 Sacharja 12,10.

Das Begräbnis Jesu

Mt 27,57-61; Mk 15,42-47; Lk 23,50-56a

38Nun ging Josef, ein Mann aus Arimatäa, zu Pilatus und bat ihn19,38 W Danach aber bat Josef aus Arimatäa Pilatus., den Leichnam Jesu vom Kreuz abnehmen zu dürfen. Josef war ein Jünger Jesu – allerdings nur heimlich, weil er sich vor den ´führenden` Juden fürchtete. Als er von Pilatus die Erlaubnis erhalten hatte, ging er ´zum Hinrichtungsplatz` und nahm den Leichnam Jesu ab. 39Auch Nikodemus, der Jesus am Anfang einmal bei Nacht aufgesucht hatte, war gekommen. Er brachte etwa hundert Pfund19,39 W etwa hundert Litrai (ungefähr 33 kg). einer Mischung19,39 AL(1) Er brachte eine Rolle / ein Paket von etwa hundert Pfund. von Myrrhe und Aloe mit. 40Die beiden Männer nahmen den Leichnam Jesu und wickelten ihn unter Beigabe der wohlriechenden Öle in Leinenbinden, wie es der jüdischen Begräbnissitte entspricht.

41Dort, wo Jesus gekreuzigt worden war, befand sich ein Garten, und in dem Garten war ein neues Grab, in das noch niemand gelegt worden war. 42In dieses Grab legten sie Jesus, weil es ganz in der Nähe war und er dort noch vor dem Ende des Rüsttags19,42 W des Rüsttags der Juden. bestattet werden konnte.

20

Das leere Grab: Jesus ist auferstanden

Mt 28,1-8; Mk 16,1-8; Lk 23,56–24,12

201Am ersten Tag der neuen Woche20,1 D. h. am Sonntag., frühmorgens, als es noch dunkel war, ging Maria aus Magdala zum Grab. Sie sah, dass der Stein, mit dem man das Grab verschlossen hatte, nicht mehr vor dem Eingang war20,1 W dass der Stein vom Grab weggenommen war.. 2Da lief sie zu Simon Petrus und zu dem Jünger, den Jesus besonders lieb gehabt hatte, und berichtete ihnen: »Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin sie ihn gebracht haben.«

3Sofort machten sich Petrus und der andere Jünger auf den Weg und gingen zum Grab hinaus. 4Die beiden liefen zusammen los, aber der andere Jünger war schneller als Petrus und erreichte das Grab als Erster. 5Er beugte sich vor, um hineinzuschauen, und sah die Leinenbinden daliegen; aber er ging nicht hinein. 6Simon Petrus jedoch, der inzwischen auch angekommen war, ging in die Grabkammer hinein. Er sah die Leinenbinden daliegen 7und sah auch das Tuch, das man dem Toten um den Kopf gewickelt hatte. Es lag zusammengerollt20,7 Od zusammengefaltet. Od Es lag noch so gewickelt. an einer anderen Stelle, nicht bei den Binden. 8Jetzt ging auch der Jünger, der zuerst angekommen war, ins Grab hinein und sah alles. Und er glaubte. 9Nach der Schrift stand es ja fest, dass Jesus von den Toten auferstehen würde; aber das verstanden sie damals noch nicht.20,9 W 9 Sie verstanden nämlich die Schrift noch nicht, dass er von den Toten auferstehen musste.

Der Auferstandene erscheint Maria aus Magdala

Mk 16,9-11

10Die beiden Jünger gingen nun wieder nach Hause. 11Maria aber blieb draußen vor dem Grab stehen; sie weinte. Und während sie weinte, beugte sie sich vor, um ins Grab hineinzuschauen. 12Da sah sie an der Stelle, wo der Leib Jesu gelegen hatte, zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen am Kopfende und den anderen am Fußende. 13»Warum weinst du, liebe Frau?«, fragten die Engel. Maria antwortete: »Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin sie ihn gebracht haben.«

14Auf einmal stand Jesus hinter ihr. Sie drehte sich nach ihm um und sah ihn20,14 W 14 Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich nach hinten und sah Jesus dastehen., erkannte ihn jedoch nicht. 15»Warum weinst du, liebe Frau?«, fragte er sie. »Wen suchst du?« Maria dachte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: »Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir bitte, wo du ihn hingelegt hast, dann hole ich ihn wieder.« – 16»Maria!«, sagte Jesus. Da wandte sie sich um und rief: »Rabbuni!« (Das bedeutet »Meister«; Maria gebrauchte den hebräischen20,16 Zu hebräisch siehe die Sacherklärungen. Ausdruck.) 17Jesus sagte zu ihr: »Halte mich nicht fest!20,17 W Fass mich nicht (länger) an! Ich bin noch nicht zum Vater in den Himmel zurückgekehrt20,17 W zum Vater hinaufgegangen. Entsprechend in der zweiten Vershälfte.. Geh zu meinen Brüdern und sag ihnen, dass ich zu ihm zurückkehre – zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.« 18Da ging Maria aus Magdala zu den Jüngern zurück. »Ich habe den Herrn gesehen!«, verkündete sie und erzählte ihnen, was er zu ihr gesagt hatte.

Der Auferstandene erscheint den Jüngern

Mk 16,14-18; Lk 24,36-49

19Es war am Abend jenes ersten Tages der neuen Woche. Die Jünger hatten solche Angst vor den Juden, dass sie die Türen des Raumes, in dem sie beisammen waren, verschlossen hielten. Mit einem Mal kam Jesus, trat in ihre Mitte und grüßte sie mit den Worten: »Friede sei mit euch!« 20Dann zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Als die Jünger den Herrn sahen, wurden sie froh.

21»Friede sei mit euch!«, sagte Jesus noch einmal zu ihnen. »Wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich jetzt euch.« 22Und er hauchte sie an und sagte: »Empfangt ´den` Heiligen Geist! 23Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr sie nicht vergebt, dem sind sie nicht vergeben20,23 W wem ihr sie behaltet, dem sind sie behalten.

Jesus und Thomas: Vom Unglauben zur Anbetung

24Thomas, auch Didymus genannt20,24 Siehe die Anmerkung zu Kapitel 11,16., einer der Zwölf, war nicht dabei gewesen, als Jesus zu den Jüngern gekommen war. 25Die anderen erzählten ihm: »Wir haben den Herrn gesehen!« Thomas erwiderte: »Erst muss ich seine von den Nägeln durchbohrten Hände sehen; ich muss meinen Finger auf die durchbohrten Stellen und meine Hand in seine durchbohrte Seite legen. Vorher glaube ich es nicht.«

26Acht Tage später waren die Jünger wieder beisammen20,26 W wieder drinnen.; diesmal war auch Thomas dabei. Mit einem Mal kam Jesus, obwohl die Türen verschlossen waren, zu ihnen herein. Er trat in ihre Mitte und grüßte sie mit den Worten: »Friede sei mit euch!« 27Dann wandte er sich Thomas zu. »Leg deinen Finger auf diese Stelle hier und sieh dir meine Hände an!«, forderte er ihn auf. »Reich deine Hand her und leg sie in meine Seite! Und sei nicht mehr ungläubig, sondern glaube!« 28Thomas sagte zu ihm: »Mein Herr und mein Gott!« 29Jesus erwiderte: »Jetzt, wo du mich gesehen hast, glaubst du.20,29 Od »Glaubst du, weil du mich gesehen hast? Glücklich zu nennen sind die, die nicht sehen und trotzdem glauben.«

Warum dieses Buch geschrieben wurde

30Jesus tat in der Gegenwart seiner Jünger noch viele andere Wunder, durch die er seine Macht bewies20,30 W viele andere Zeichen., die aber nicht in diesem Buch aufgezeichnet sind. 31Was hier berichtet ist20,31 Od Die Wunder, die hier berichtet sind., wurde aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias20,31 Od Christus. ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben an ihn in seinem Namen das Leben habt.

21

Der Auferstandene erscheint seinen Jüngern am See von Tiberias

211Jesus zeigte sich seinen Jüngern später noch ein weiteres Mal. Er erschien ihnen am See von Tiberias, 2wo Simon Petrus, Thomas – auch Didymus genannt21,2 Siehe die Anmerkung zu Kapitel 11,16. –, Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und noch zwei andere Jünger zusammen waren. 3Simon Petrus sagte: »Ich gehe fischen.« – »Wir auch«, sagten die anderen, »wir kommen mit.« Sie gingen zum Boot hinaus und legten ab, aber in jener Nacht fingen sie nichts.

4Als es dann Tag wurde, stand Jesus am Ufer, doch die Jünger erkannten ihn nicht. 5»Kinder«, rief er ihnen zu, »habt ihr nicht ein paar Fische für das Frühstück21,5 W habt ihr nicht etwas Beikost. Das griechische Wort bezeichnet das, was man bei der Mahlzeit zum Brot aß; häufig handelte es sich dabei um Fisch.?« – »Nein«, riefen sie zurück, »nicht einen einzigen!« – 6»Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus!«, forderte er sie auf. »Ihr werdet sehen, dass ihr etwas fangt.« Sie warfen das Netz aus, aber dann konnten sie es nicht mehr einholen, solch eine Menge Fische hatten sie gefangen.

7Da sagte jener Jünger, den Jesus besonders liebte, zu Petrus: »Es ist der Herr!« Als Simon Petrus ihn sagen hörte: »Es ist der Herr«, warf er sich das Obergewand über, das er bei der Arbeit abgelegt hatte21,7 W das Obergewand über, denn er war nur mit dem Untergewand bekleidet (er war nackt)., band es fest und sprang ins Wasser, ´um schneller am Ufer zu sein`. 8Die anderen Jünger kamen mit dem Boot nach, das Netz mit den Fischen im Schlepptau. Sie hatten es nicht weit bis zum Ufer – nur etwa hundert Meter21,8 W etwa zweihundert Ellen.. 9Als sie aus dem Boot stiegen und an Land gingen, sahen sie ein Kohlenfeuer, auf dem Fische21,9 Od ein Fisch. brieten; auch Brot lag dabei. 10»Bringt ein paar von den Fischen, die ihr eben gefangen habt!«, forderte Jesus sie auf. 11Da stieg Simon Petrus ins Boot21,11 Da ging Simon Petrus an Land. und zog das Netz an Land. Es war voll von großen Fischen, im Ganzen hundertdreiundfünfzig. Und trotz dieser Menge riss das Netz nicht. 12»Kommt her und esst!21,12 Od Kommt zum Frühstück!«, sagte Jesus. Die Jünger hätten ihn am liebsten gefragt: »Wer bist du?« Aber keiner von ihnen wagte es21,12 W sagte Jesus. Aber keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: »Wer bist du?«; sie wussten, dass es der Herr war. 13Jesus trat ´ans Feuer`21,13 Od trat ´zu ihnen`., nahm das Brot und gab es ihnen, und ebenso den Fisch.

14Das war nun schon das dritte Mal21,14 Siehe Kapitel 20,19-23.26-29., dass Jesus seinen Jüngern erschien, nachdem er von den Toten auferstanden war.

Jesus und Petrus: Erneuertes Vertrauen

15Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: »Simon, Sohn des Johannes21,15 AL(2) des Jona (vergleiche Matthäus 16,17). Ebenso in den Versen 16 und 17., liebst du mich mehr als irgendein anderer hier?« Petrus gab ihm zur Antwort: »Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.« Darauf sagte Jesus zu ihm: »Sorge für meine Lämmer!« 16Jesus fragte ihn ein zweites Mal: »Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?« Petrus antwortete: »Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.« Da sagte Jesus zu ihm: »Hüte meine Schafe!« 17Jesus fragte ihn ein drittes Mal: »Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?« Petrus wurde traurig, weil Jesus ihn nun schon zum dritten Mal fragte: »Hast du mich lieb?« – »Herr, du weißt alles«, erwiderte er. »Du weißt, dass ich dich lieb habe.« Darauf sagte Jesus zu ihm: »Sorge für meine Schafe!

18Ich möchte dir etwas sagen: Als du noch jung21,18 Od jünger. warst, hast du dir den Gürtel selbst umgebunden und bist gegangen, wohin du wolltest. Doch wenn du einmal alt bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dir den Gürtel umbinden21,18 Od wird dich binden. und dich dahin führen, wo du nicht hingehen willst.« 19Jesus deutete damit an, auf welche Weise Petrus sterben würde und dass durch seinen Tod die Herrlichkeit Gottes offenbart würde. Er schloss, indem er sagte: »Folge mir nach!21,19 Od Komm mit mir!«

Petrus und der Jünger, den Jesus besonders liebte: Unterschiedliche Wege in der Nachfolge

20Petrus wandte sich um und sah, dass der Jünger, den Jesus besonders liebte, ihnen folgte – jener Jünger, der sich damals beim Abendessen zu Jesus hinübergelehnt und ihn gefragt hatte: »Herr, wer wird dich verraten?« 21Als Petrus ihn sah, fragte er Jesus: »Herr, und was wird aus diesem hier?« 22Jesus erwiderte: »Wenn ich will, dass er am Leben bleibt, bis ich wiederkomme, was geht dich das an? Folge du mir nach!«

23Unter den Gläubigen21,23 W Brüdern/Geschwistern. verbreitete sich daraufhin das Gerücht, jener Jünger werde nicht sterben. Dabei hatte Jesus zu Petrus gar nicht gesagt, der Jünger werde nicht sterben; er hatte nur gesagt: »Wenn ich will, dass er am Leben bleibt, bis ich wiederkomme, was geht dich das an?«

Schlusswort

24Der Jünger, ´von dem Jesus das sagte,` ist auch der, der ´alle` diese Dinge bezeugt. Er hat sie niedergeschrieben, und wir wissen, dass sein Bericht wahr ist. 25Es gäbe noch vieles andere zu berichten21,25 W Es gibt aber auch vieles andere., was Jesus getan hat. Wenn alles einzeln aufgeschrieben würde – ich glaube, die Welt wäre zu klein, um all die Bücher zu fassen, die man dann schreiben müsste.