Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
1

Jesus Christus – das Mensch gewordene Wort Gottes

11Am Anfang war das Wort; das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. 2Der, der das Wort ist, war1,2 W 2 Dieser war. – Dieser bezieht sich zunächst auf das Wort (griechisch ho lógos, »der Logos« – eine männliche Form), kann aber auch auf eine männliche Person verweisen. In der Einleitung des Johannes-Evangeliums (Verse 1 bis 18) bezeichnet das Wort Jesus Christus selbst; siehe die ausdrückliche Gleichsetzung in Vers 14. am Anfang bei Gott. 3Durch ihn ist alles entstanden; es gibt nichts1,3 W nichts Entstandenes. Nach anderer Auffassung gehört nichts Entstandenes zum nächsten Vers, sodass zu übersetzen wäre: es gibt nichts, was ohne ihn entstanden ist. Für das, was entstanden ist, 4 war in ihm das Leben., was ohne ihn entstanden ist. 4In ihm war das Leben, und dieses Leben war das Licht der Menschen. 5Das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht auslöschen können1,5 Od nicht angenommen. W nicht überwältigt / nicht ergriffen..

6Nun trat ein Mensch auf; er war von Gott gesandt und hieß Johannes. 7Er kam als Zeuge; sein Auftrag war es, als Zeuge auf das Licht hinzuweisen, damit durch ihn alle daran glauben. 8Er selbst war nicht das Licht; sein Auftrag war es, auf das Licht hinzuweisen. 9´Der, auf den er hinwies,` war das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet – das Licht, das in die Welt kommen sollte1,9 Od gekommen ist. jeden Menschen erleuchtet, der in die Welt kommt.. 10Er war in der Welt, aber die Welt, die durch ihn geschaffen war, erkannte ihn nicht. 11Er kam zu seinem Volk, aber sein Volk wollte nichts von ihm wissen.1,11 Od Er kam in die Welt, die ihm gehört, aber seine Menschen nahmen ihn nicht auf. W Er kam in das Eigene, aber die Eigenen nahmen ihn nicht auf. 12All denen jedoch, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden. 13Sie wurden es weder aufgrund ihrer Abstammung noch durch menschliches Wollen1,13 W weder aus Blut (griechisch Mehrzahl) noch aus dem Wollen des Fleisches., noch durch den Entschluss eines Mannes; sie sind aus Gott geboren worden.

14Er, der das Wort ist, wurde ein Mensch von Fleisch und Blut1,14 W Das Wort wurde Fleisch. und lebte unter uns1,14 und schlug sein Zelt unter uns auf.. Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit, wie nur er als der einzige Sohn sie besitzt, er, der vom Vater kommt1,14 Od eine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit, die er als der einzige Sohn vom Vater bekommen hat..

15Auf ihn wies Johannes die Menschen hin.1,15 W Von ihm legt Johannes Zeugnis ab. »Er ist es!«, rief er. »Von ihm habe ich gesagt: Der, der nach mir kommt, ist größer als ich, denn er war schon vor mir da1,15 kommt, war schon vor mir da, denn er besaß den Vorrang vor mir. Entsprechend in Vers 30.

16Wir alle haben aus der Fülle seines Reichtums1,16 W Denn wir alle haben aus seiner Fülle. Gnade und immer neu Gnade empfangen. 17Denn durch Mose wurde uns das Gesetz gegeben, aber durch Jesus Christus sind die Gnade und die Wahrheit zu uns gekommen. 18Niemand hat Gott je gesehen. Der einzige Sohn hat ihn uns offenbart, er, der selbst Gott ist und an der Seite des Vaters sitzt.1,18 W Der Einzige, Gott (aL(2) der einzige Sohn), der an der Seite des Vaters ist, der hat ihn offenbart.

Johannes der Täufer über sich selbst

Mt 3,1-12; Mk 1,1-8; Lk 3,1-18

19In welcher Weise Johannes auf ihn hinwies, macht folgende Begebenheit deutlich: Die führenden Männer des jüdischen Volkes1,19 W 19 Und das ist das Zeugnis des Johannes: Die Juden. schickten aus Jerusalem Priester und Leviten zu Johannes und ließen ihn fragen, wer er selbst eigentlich sei. 20Johannes wies alle falschen Vorstellungen zurück; unmissverständlich erklärte er1,20 W 20 Und er bekannte, und er leugnete nicht, und er bekannte.: »Ich bin nicht der Messias1,20 Od Christus..« – 21»Wer bist du dann?«, wollten sie wissen. »Bist du Elia?« – »Nein«, antwortete er, »der bin ich nicht.« – »Bist du der Prophet, ´der kommen soll`1,21 Siehe 5. Mose 18,15.18.?« – »Nein«, erwiderte er. 22Da sagten sie zu ihm: »Wer bist du denn? Wir müssen doch denen, die uns geschickt haben, eine Antwort geben. Was sagst du selbst, wer du bist?« 23Johannes antwortete: »Ich bin, wie der Prophet Jesaja gesagt hat,1,23 Od antwortete mit den Worten des Propheten Jesaja: »Ich bin.

›eine Stimme, die in der Wüste ruft1,23 W die Stimme eines Rufenden in der Wüste.:

Ebnet den Weg für den Herrn!‹1,23 Jesaja 40,3 (nach der Septuaginta).«

24Es waren auch Abgesandte der Pharisäer gekommen.1,24 Od/AL(2) Die Abgesandten gehörten zu den Pharisäern. 25Sie fragten ihn: »Wenn du weder der Messias bist noch Elia, noch der ´verheißene` Prophet, warum taufst du dann?« – 26»Ich taufe mit1,26 Od in. Ebenso in den Versen 31 und 33. Wasser«, erwiderte Johannes. »Aber mitten unter euch steht einer, den ihr nicht kennt. 27Es ist der, der nach mir kommt. Ich bin nicht einmal würdig, ihm die Riemen seiner Sandalen zu öffnen.«

28Diese Begebenheit spielte sich in Betanien1,28 Al(2) Betabara. ab, einer Ortschaft auf der Ostseite1,28 W auf der anderen Seite. des Jordans, wo Johannes taufte.

Johannes der Täufer über Jesus Christus

29Am nächsten Tag kam Jesus zu Johannes. Als dieser ihn kommen sah, rief er: »Seht, hier ist das Opferlamm Gottes, das die Sünde der ganzen Welt wegnimmt! 30Er ist es, von dem ich sagte: ›Nach mir kommt einer, der größer ist als ich, denn er war schon vor mir da.‹ 31Auch ich kannte ihn nicht. Aber weil Israel erkennen soll, wer er ist, bin ich gekommen und taufe mit Wasser.«

32Weiter bezeugte Johannes: »Ich sah den Geist ´Gottes` wie eine Taube vom Himmel herabkommen und auf ihm bleiben. 33Ich kannte ihn bis dahin nicht; aber der, der mich gesandt und mir den Auftrag gegeben hat, mit Wasser zu taufen, hatte zu mir gesagt: ›Der, auf den du den Geist herabkommen siehst und auf dem er bleiben wird, der ist es, der mit1,33 Od in. dem Heiligen Geist tauft.‹ 34Das habe ich nun mit eigenen Augen gesehen, und darum bezeuge ich, dass dieser Mann der Sohn1,34 AL(2) der Auserwählte. Gottes ist.«

Die ersten Jünger Jesu

35Am nächsten Tag stand Johannes wieder am gleichen Ort; zwei seiner Jünger waren bei ihm. 36Da ging Jesus vorüber. Johannes blickte ihn an und sagte: »Seht, dieser ist das Opferlamm Gottes!« 37Als die beiden Jünger das hörten, folgten sie Jesus. 38Jesus wandte sich um und sah, dass sie ihm folgten. »Was sucht ihr?«, fragte er. »Rabbi«, erwiderten sie, »wo wohnst du?« (Rabbi bedeutet »Meister«.) 39Jesus antwortete: »Kommt mit, dann werdet ihr es sehen.« Da gingen die beiden mit ihm; es war etwa vier Uhr nachmittags1,39 W etwa die zehnte Stunde.. Sie sahen, wo er wohnte, und blieben für den Rest des Tages bei ihm.

40Einer der beiden Männer, die Jesus gefolgt waren, weil sie gehört hatten, was Johannes über ihn gesagt hatte, war Andreas, der Bruder von Simon Petrus. 41Andreas sah1,41 Od suchte … auf. Ebenso in Vers 45. kurz darauf1,41 W sah zuerst. AL(2) sah als Erster. AL(2) sah früh am nächsten Morgen. seinen Bruder Simon. »Wir haben den Messias gefunden!«, berichtete er ihm. (»Messias« ist das hebräische Wort für »Christus«.1,41 W »Messias« ist übersetzt »Christus«. – Messias (hebräisch-aramäisch) und Christus (griechisch) bedeuten dasselbe, nämlich »Gesalbter«. – Zu hebräisch hier und im nächsten Vers siehe die Sacherklärungen.) 42Dann nahm er ihn mit zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: »Du bist Simon, der Sohn des Johannes1,42 AL(2) des Jona. Vergleiche Matthäus 16,17.. Du sollst Kephas heißen.« (Kephas ist das hebräische Wort für Petrus1,42 W Kephas ist übersetzt »Petrus«. ´und bedeutet »Fels«`.)

Philippus und Natanaël

43Als Jesus am nächsten Tag nach Galiläa aufbrechen wollte, begegnete ihm Philippus1,43 Od suchte er Philippus auf.. »Folge mir nach!1,43 Od Geh mit mir!«, sagte Jesus zu ihm. 44(Philippus stammte aus Betsaida, der Stadt, aus der auch Andreas und Petrus kamen.) 45Philippus sah Natanaël und sagte zu ihm: »Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz geschrieben hat und der auch bei den Propheten angekündigt ist! Es ist Jesus, der Sohn Josefs; er kommt aus Nazaret.« – 46»Aus Nazaret?«, entgegnete Natanaël. »Was kann aus Nazaret Gutes kommen?« Doch Philippus sagte nur: »Komm mit und überzeuge dich selbst!«

47Als Jesus Natanaël kommen sah, sagte er: »Seht, da kommt ein wahrer Israelit, ein durch und durch aufrichtiger Mann1,47 W einer, in dem keine Falschheit ist.48Verwundert fragte Natanaël: »Woher kennst du mich?« Jesus antwortete: »Schon bevor Philippus dich rief, habe ich dich gesehen; ich sah dich, als du unter dem Feigenbaum warst.« 49Da rief Natanaël: »Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!« 50Jesus entgegnete: »Weil ich dir gesagt habe, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah, glaubst du.1,50 Od glaubst du? Aber du wirst noch viel Größeres erleben1,50 W sehen.51Und er fuhr fort1,51 W er sagte zu ihm.: »Ich versichere euch1,51 W Amen, amen, ich sage euch. So insgesamt zwanzig Mal im Johannes-Evangelium.: Ihr werdet1,51 AL(2) Von nun an werdet ihr. erleben, dass der Himmel offen steht und die Engel Gottes von dem Menschensohn hinauf- und zu ihm heruntersteigen.«

2

Die Hochzeit in Kana

21Zwei Tage später2,1 W Am dritten Tag (»inklusive« Zählweise). fand in Kana, einer Ortschaft in Galiläa, eine Hochzeit statt. Die Mutter Jesu nahm daran teil, 2und Jesus selbst und seine Jünger waren ebenfalls unter den Gästen.

3Während des Festes ging der Wein aus. Da sagte die Mutter Jesu zu ihrem Sohn: »Sie haben keinen Wein mehr!« 4Jesus erwiderte: »Ist es deine Sache, liebe Frau, mir zu sagen, was ich zu tun habe?2,4 W »Was ist mir und dir ´gemeinsam`, Frau? Meine Zeit2,4 W Stunde. ist noch nicht gekommen.« 5Da wandte sich seine Mutter zu den Dienern und sagte: »Tut, was immer er euch befiehlt!«

6In der Nähe standen sechs steinerne Wasserkrüge, wie sie die Juden für die vorgeschriebenen Waschungen benutzen2,6 W Wasserkrüge gemäß der / für die Reinigung der Juden.. Die Krüge fassten jeder zwischen achtzig und hundertzwanzig Liter2,6 W fassten zwei oder drei Metreten. Ein Metretes sind ungefähr 40 Liter.. 7Jesus befahl den Dienern: »Füllt die Krüge mit Wasser!« Sie füllten sie bis zum Rand. 8Dann sagte er zu ihnen: »Tut etwas davon in ein Gefäß und bringt es dem, der für das Festessen verantwortlich ist.« Sie brachten dem Mann ein wenig von dem Wasser, 9und er kostete davon; es war zu Wein geworden. Er konnte sich nicht erklären, woher dieser Wein kam; nur die Diener, die das Wasser gebracht hatten, wussten es. Er rief den Bräutigam 10und sagte zu ihm: »Jeder andere bietet seinen Gästen zuerst den besseren2,10 W den guten. Ebenso in der zweiten Vershälfte. Wein an, und wenn sie dann reichlich getrunken haben2,10 Od wenn sie dann betrunken sind., den weniger guten. Du aber hast den besseren Wein bis zum Schluss2,10 W bis jetzt. zurückbehalten!«

11Durch das, was Jesus in Kana in Galiläa tat, bewies er zum ersten Mal seine Macht. Er offenbarte mit diesem Wunder2,11 W 11 Diesen Anfang der Zeichen tat Jesus in Kana in Galiläa und offenbarte. seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.

12Danach ging Jesus mit seiner Mutter, seinen Brüdern und seinen Jüngern nach Kafarnaum hinunter. Dort blieben sie einige Tage.2,12 Od Doch sie blieben nur einige Tage dort.

Der Tempel – Haus Gottes oder Kaufhaus?

Mt 21,12-13; Mk 11,15-17; Lk 19,45-46

13Kurz bevor die Juden ihr Passafest feierten, ging Jesus nach Jerusalem hinauf. 14Im Vorhof des Tempels stieß er auf die Händler, die ihre Rinder, Schafe und Tauben zum Verkauf anboten, und auf die Geldwechsler, die ´an ihren Tischen` saßen. 15Da machte er sich aus Stricken eine Peitsche und trieb sie alle mit ihren Schafen und Rindern2,15 Od trieb alle, sowohl die Schafe als auch die Rinder. aus dem Tempelbezirk hinaus. Er schüttete das Geld der Wechsler auf den Boden und stieß ihre Tische um, 16und den Taubenverkäufern befahl er: »Schafft das alles weg! Macht aus dem Haus meines Vaters kein Kaufhaus!« 17Seine Jünger erinnerten sich dabei an die Schriftstelle: »Der Eifer für dein Haus wird mich verzehren.«2,17 Psalm 69,10.

18Die führenden Männer des jüdischen Volkes2,18 W Die Juden. stellten Jesus zur Rede: »Kannst du uns mit einem Wunder beweisen, dass du das Recht hast, so zu handeln?2,18 W Was für ein Zeichen zeigst du uns ´als Rechtfertigung dafür`, dass du diese Dinge tust?« 19Jesus gab ihnen zur Antwort: »Reißt diesen Tempel ab, und ich werde ihn in drei Tagen wieder aufbauen.« – 20»Wie?«, entgegneten sie. »Sechsundvierzig Jahre lang wurde an diesem Tempel gebaut, und du willst ihn in drei Tagen wieder aufbauen?« 21Doch Jesus hatte mit dem Tempel seinen eigenen Körper gemeint. 22Später, als Jesus von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger an diesen Ausspruch, und sie glaubten ´den Voraussagen` der Schrift und dem, was Jesus selbst gesagt hatte.

Jesus kennt die Menschen

23Während des Passafestes war Jesus in Jerusalem. Viele glaubten an ihn2,23 W an seinen Namen., als sie die Wunder sahen, die er tat. 24Aber Jesus blieb ihnen gegenüber zurückhaltend2,24 W Jesus vertraute sich ihnen nicht an. – sich anvertrauen: im Griechischen dasselbe Wort wie glauben (siehe den vorangehenden Vers)., denn er kannte sie alle. 25Er wusste genau, wie es im Innersten des Menschen aussieht; niemand brauchte ihm darüber etwas zu sagen.

3

Jesus und Nikodemus: Die Notwendigkeit, von neuem geboren zu werden

31Einer der führenden Männer des jüdischen Volkes, ein Pharisäer namens Nikodemus, 2suchte Jesus einmal bei Nacht auf. »Rabbi«, sagte er zu ihm, »wir wissen, dass du ein Lehrer bist, den Gott gesandt hat. Denn niemand kann solche Wunder tun wie du, wenn Gott nicht mit ihm ist.«

3Jesus entgegnete: »Ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem3,3 Das griechische Wort für von neuem bedeutet auch von oben her. Ebenso in Vers 7. geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.« – 4»Wie kann ein Mensch, wenn er alt geworden ist, noch einmal geboren werden?«, wandte Nikodemus ein. »Er kann doch nicht in den Leib seiner Mutter zurückkehren und ein zweites Mal auf die Welt kommen!«

5Jesus erwiderte: »Ich sage dir eins: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht ins Reich Gottes hineinkommen. 6Natürliches Leben bringt natürliches Leben hervor; geistliches Leben wird aus dem Geist geboren.3,6 W 6 Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist. 7Darum sei nicht erstaunt, wenn ich dir sage: Ihr müsst von neuem geboren werden. 8Der Wind weht, wo er will. Du hörst zwar sein Rauschen3,8 Der Geist weht, wo er will. Du hörst zwar seine Stimme. – Das griechische Wort pnéuma kann sowohl Hauch/Wind als auch Geist bedeuten, das Wort phoné sowohl Geräusch als auch Stimme., aber woher er kommt und wohin er geht, weißt du nicht. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist.«

9»Aber wie kann das geschehen?«, fragte Nikodemus. 10»Du als Lehrer Israels weißt3,10 Od Du bist ein anerkannter / ein so bekannter Lehrer Israels und weißt. W Du bist der Lehrer Israels und weißt. das nicht?«, entgegnete Jesus. 11»Ich will dir etwas sagen: Wir reden von Dingen, die wir kennen; das, was wir bezeugen, haben wir gesehen. Wir bezeugen es, aber ihr nehmt es nicht an. 12Und da ihr mir nicht einmal glaubt, wenn ich über die irdischen Dinge zu euch rede, wie werdet ihr mir dann glauben können, wenn ich über die himmlischen Dinge zu euch rede? 13Es ist noch nie jemand in den Himmel hinaufgestiegen; der Einzige, der dort war, ist der3,13 W hinaufgestiegen außer dem., der aus dem Himmel herabgekommen ist – der Menschensohn3,13 AL(1) der Menschensohn, der im Himmel ist.. 14Und wie Mose damals in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss auch der Menschensohn erhöht werden, 15damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat3,15 Od/AL(1) der an ihn glaubt, das ewige Leben hat. Nach Auffassung mancher Ausleger endet das Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus bereits hier und nicht erst mit Vers 21..

16Denn Gott hat der Welt seine Liebe dadurch gezeigt3,16 Od hat eine so große Liebe zur Welt., dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat und nicht verloren geht. 17Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch ihn zu retten. 18Wer an ihn glaubt, wird nicht verurteilt. Wer aber nicht glaubt, ist damit schon verurteilt; denn der, an dessen Namen er nicht geglaubt hat, ist Gottes eigener3,18 W einziger. Sohn. 19So vollzieht sich das Gericht an den Menschen.3,19 Od Darauf gründet sich die Verurteilung. Das Licht ist in die Welt gekommen, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, weil ihr Tun böse war. 20Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht; er tritt nicht ins Licht, damit sein Tun nicht aufgedeckt wird. 21Wer sich jedoch bei dem, was er tut, nach der Wahrheit richtet, der tritt ins Licht, und es wird offenbar3,21 W damit/sodass offenbar wird., dass sein Tun in Gott gegründet3,21 W getan. ist.«

Der Auftrag Johannes’ des Täufers und der Auftrag Jesu

22Danach ging Jesus mit seinen Jüngern in das Gebiet von Judäa. Er blieb einige Zeit mit ihnen dort und taufte.

23-24Auch Johannes, der damals noch nicht im Gefängnis war, taufte noch, und zwar in Änon, einem Ort in der Nähe von Salim, wo es reichlich Wasser gab. Die Menschen kamen auch dort zu ihm und ließen sich taufen.

25Eines Tages kam es zwischen den Jüngern des Johannes und einem jüdischen Mann3,25 Od einem Mann aus Judäa. AL(1) einigen Juden. zu einer Auseinandersetzung über die Reinigungsvorschriften. 26Sie wandten sich deswegen an Johannes. »Rabbi«, sagten sie, »jener Mann, der auf der anderen Seite des Jordans bei dir war und auf den du die Menschen hingewiesen hast3,26 W und von dem du Zeugnis abgelegt hast., der tauft jetzt auch, und alle gehen zu ihm!«

27Johannes erwiderte: »Ein Mensch kann sich nicht das Geringste selber nehmen; es muss ihm vom Himmel her gegeben werden. 28Ihr selbst könnt bezeugen, dass ich sagte: Ich bin nicht der Messias3,28 Od Christus.; ich bin nur als sein Wegbereiter vor ihm hergesandt. 29Er ist der Bräutigam, ihm gehört die Braut.3,29 W Der, der die Braut hat, ist der Bräutigam. Der Freund des Bräutigams steht dabei und hört ihm zu und freut sich, seine Stimme zu hören.3,29 Od Der Freund des Bräutigams steht da ´und wartet auf ihn`, und wenn er seine Stimme hört, ist er voller Freude. Das ist auch meine Freude; jetzt ist sie vollkommen. 30Er muss immer größer werden und ich immer geringer.3,30 Nach Auffassung mancher Ausleger endet die Rede des Johannes bereits hier und nicht erst mit Vers 36.

31Der, der von oben kommt, steht über allen. Wer von der Erde ist, gehört zur Erde und redet aus irdischer Sicht.3,31 W Der, der von der Erde ist, ist von der Erde und redet von der Erde her. Der, der vom Himmel kommt, steht über allen. 32Er verkündet3,32 W bezeugt. AL(1) 31 … Der, der vom Himmel kommt, 32 verkündet. das, was er gesehen und gehört hat, aber keiner nimmt seine Botschaft an. 33Doch wer seine Botschaft angenommen hat, hat damit bestätigt, dass das, was Gott sagt, wahr ist3,33 W dass Gott wahr/wahrhaftig ist.. 34Denn der, den Gott gesandt hat, verkündet Gottes eigene Worte; Gott gibt ihm den Geist in unbegrenzter Fülle3,34 W er gibt nämlich den Geist nicht abgemessen.. 35Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gelegt. 36Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben. Wer dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen; der Zorn Gottes bleibt auf ihm.«