Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
16

161»Ich sage euch diese Dinge, damit ihr euch durch nichts ´vom Glauben` abbringen lasst. 2Man wird euch aus den Synagogen ausschließen. Ja, es kommt eine Zeit, wo jeder, der euch tötet, meint, Gott damit einen Dienst zu erweisen. 3Das alles werden sie deshalb tun, weil sie weder den Vater noch mich kennen16,3 W erkannt haben.. 4Wenn jene16,4 W ihre. Zeit kommt, sollt ihr euch daran erinnern können, dass ich euch diese Dinge angekündigt habe. Darum spreche ich ´im Voraus` mit euch darüber.«

Das Wirken des Heiligen Geistes

»Bisher16,4 W Von Anfang an. habe ich nicht mit euch darüber gesprochen, weil ich ja bei euch war. 5Aber jetzt gehe ich zu dem, der mich gesandt hat. Und keiner von euch fragt mich: ›Wohin gehst du?‹ 6Denn ihr seid erfüllt von tiefer Traurigkeit über das, was ich euch sage. 7Doch glaubt mir16,7 W Doch ich sage euch die Wahrheit.: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht von euch wegginge, käme der Helfer nicht zu euch; wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden.

8Und wenn er kommt, wird er der Welt zeigen, dass sie im Unrecht ist; er wird den Menschen die Augen öffnen für die Sünde, für die Gerechtigkeit und für das Gericht16,8 W wenn er kommt, wird er die Welt überführen im Hinblick auf Sünde und im Hinblick auf Gerechtigkeit und im Hinblick auf Gericht.. 9Er wird ihnen zeigen, worin ihre Sünde besteht: darin, dass sie nicht an mich glauben. 10Er wird ihnen zeigen, worin sich ´Gottes` Gerechtigkeit erweist: darin, dass ich zum Vater gehe, wenn ´ich euch verlasse und` ihr mich nicht mehr seht. 11Und was das Gericht betrifft, wird er ihnen zeigen, dass der Herrscher dieser Welt verurteilt ist.

12Ich hätte euch noch viel zu sagen, aber ihr wärt jetzt überfordert. 13Doch wenn der ´Helfer` kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch zum vollen Verständnis der Wahrheit16,13 W wird er euch in der ganzen (aL(2) in die ganze) Wahrheit. führen. Denn was er sagen wird, wird er nicht aus sich selbst heraus sagen; er wird das sagen, was er hört. Und er wird euch die zukünftigen Dinge verkünden. 14Er wird meine Herrlichkeit offenbaren; denn was er euch verkünden wird, empfängt er von mir16,14 W von dem, was mir gehört. Ebenso im nächsten Vers.. 15Alles, was der Vater hat, gehört auch mir. Aus diesem Grund sage ich: Was er euch verkünden wird, empfängt er von mir.«

Die Traurigkeit der Jünger wird sich in Freude verwandeln

16»Es dauert nur noch kurze Zeit, dann werdet ihr mich nicht mehr sehen. Und es dauert noch einmal eine kurze Zeit, dann werdet ihr mich wiedersehen.«

17Einige seiner Jünger sagten zueinander: »Was meint er damit, wenn er zu uns sagt: ›Es dauert nur noch kurze Zeit, dann werdet ihr mich nicht mehr sehen. Und es dauert noch einmal eine kurze Zeit, dann werdet ihr mich wiedersehen?‹ Und was bedeutet es, wenn er sagt: ›Ich gehe zum Vater‹16,17 ›´Das geschieht,` weil ich zum Vater gehe‹.18Sie überlegten hin und her: »›Eine kurze Zeit‹, hat er gesagt. Was heißt das? Wir wissen nicht, wovon er redet.«

19Jesus merkte16,19 Od wusste., dass sie ihn gern gefragt hätten. Er sagte zu ihnen: »Überlegt ihr miteinander, was ich meinte, als ich sagte: ›Es dauert nur noch kurze Zeit, dann werdet ihr mich nicht mehr sehen. Und es dauert noch einmal eine kurze Zeit, dann werdet ihr mich wiedersehen‹? 20Ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen. Ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit wird sich in Freude verwandeln. 21Es geht euch wie der Frau, die ein Kind bekommt: Während der Geburt macht sie Schweres durch16,21 W 21 Die Frau, wenn sie gebiert, hat Schmerzen (im Griechischen dasselbe Wort wie Traurigkeit im vorangehenden Vers), weil ihre Stunde gekommen ist., aber wenn das Kind dann geboren ist, sind alle Schmerzen vergessen, so groß ist ihre Freude über das Kind, das sie zur Welt gebracht hat. 22Auch ihr seid jetzt traurig; doch ich werde wieder zu euch kommen16,22 W ich werde euch wiedersehen.. Dann wird euer Herz voll Freude sein, und diese Freude kann euch niemand mehr nehmen. 23An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr zu fragen brauchen16,23 werdet ihr mich nichts mehr bitten (d. h. ihr werdet eure Bitten nicht mehr an mich richten).. Ich versichere euch: Wenn ihr dann den Vater in meinem Namen um etwas bittet, wird er es euch geben16,23 Od/AL(1) den Vater um etwas bittet, wird er es euch in meinem Namen geben.. 24Bisher habt ihr nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet empfangen; dann wird eure Freude vollkommen sein.«

Jesu Sieg über die Welt

25»Bisher habe ich mit Hilfe von Bildern16,25 Od Rätselworten. Ebenso in Vers 29. zu euch gesprochen. Aber es kommt eine Zeit, wo ich nicht mehr in dieser Weise mit euch reden werde; frei und offen werde ich dann über den Vater zu euch sprechen. 26Wenn jene Zeit gekommen ist, werdet ihr ihn in meinem Namen bitten. Ich sage nicht, dass ich dann den Vater für euch bitten werde. 27Denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und daran glaubt16,27 W weil ihr mich geliebt und geglaubt habt., dass ich von Gott16,27 AL(2) vom Vater. gekommen bin. 28Ja, vom Vater ´gesandt,` bin ich in die Welt gekommen. Und jetzt verlasse ich die Welt wieder und gehe zum Vater zurück.«

29Da sagten seine Jünger: »Jetzt redest du frei und offen und nicht mehr in Bildern. 30Wir wissen jetzt, dass du alles weißt; du kennst unsere Fragen, bevor wir sie dir stellen16,30 Siehe z. B. Vers 19.. Darum glauben wir, dass du von Gott gekommen bist.« – 31»Jetzt glaubt ihr?«, sagte Jesus. 32»Seht16,32 Od 31 »Jetzt glaubt ihr«, sagte Jesus. 32 »Doch seht., die Zeit kommt, ja sie ist schon da, wo ihr davonlaufen werdet, jeder dorthin, wo er herkommt16,32 wo ihr davonlaufen werdet und jeder seines Weges gehen wird. W wo ihr zerstreut werdet, jeder in das Seinige., und mich werdet ihr allein lassen. Aber ich bin nicht allein; der Vater ist bei mir.

33Ich habe euch das alles gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt werdet ihr hart bedrängt. Doch ihr braucht euch nicht zu fürchten16,33 W Doch habt Mut.: Ich habe die Welt besiegt.«

17

Jesus betet …

171Nachdem Jesus so ´zu seinen Jüngern` gesprochen hatte, blickte er zum Himmel auf und betete17,1 W sagte.:

… für sich selbst

»Vater, die Zeit ist jetzt da. Offenbare die Herrlichkeit deines Sohnes, damit der17,1 AL(2) dein. Sohn deine Herrlichkeit offenbart. 2Du hast ihm ja Macht über die ganze Menschheit17,2 W über alles Fleisch. gegeben, damit er allen, die du ihm anvertraut hast, das ewige Leben schenkt. 3Und das ewige Leben zu haben heißt, dich zu kennen, den einzigen wahren Gott, und den zu kennen, den du gesandt hast, Jesus Christus. 4Ich habe das Werk vollendet, das du mir aufgetragen hast: Ich habe hier auf der Erde deine Herrlichkeit offenbart. 5Und nun, Vater, gib mir, wenn ich wieder bei dir bin, von neuem die Herrlichkeit, die ich schon vor der Erschaffung der Welt bei dir hatte.«

… für seine Jünger

6»Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, du hast sie mir gegeben, und sie haben sich nach deinem Wort gerichtet. 7Sie wissen jetzt, dass alles, was du mir gegeben hast, tatsächlich von dir kommt. 8Denn was du mir gesagt hast, habe ich ihnen mitgeteilt, und sie haben es angenommen und haben erkannt, dass ich wirklich von dir gekommen bin; sie sind zu der Überzeugung gelangt und glauben daran17,8 W und haben wirklich erkannt, dass ich von dir gekommen bin, und sind zum Glauben daran gekommen., dass du mich gesandt hast.

9Für sie bete ich. Ich bete nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast; denn sie sind dein Eigentum. 10Alles, was mir gehört, gehört dir, und was dir gehört, gehört mir; und meine Herrlichkeit ist ihnen17,10 Od ist durch sie. offenbar geworden. 11Bald bin ich nicht mehr in der Welt, ich komme ja zu dir. Sie aber sind noch in der Welt. Vater, du heiliger Gott, der du mir deine Macht gegeben hast, die Macht deines Namens, bewahre sie durch diese Macht17,11 Od Vater, du heiliger Gott, bewahre sie durch die Erkenntnis deines Namens, den ich ihnen in deinem Auftrag offenbart habe. W Heiliger Vater, bewahre sie in deinem / durch deinen Namen, den (aL(1) die) du mir gegeben hast. Entsprechend im nächsten Vers., damit sie eins sind wie wir. 12Solange ich bei ihnen war, habe ich sie durch die Macht bewahrt, die du mir gegeben hast, die Macht deines Namens. Ich habe sie beschützt, und keiner von ihnen ist verloren gegangen – keiner außer dem, der verloren gehen musste17,12 W außer dem Sohn des Verlorengehens / des Verderbens.; doch das geschah, weil sich erfüllen sollte, was in der Schrift vorausgesagt ist17,12 Vergleiche Psalm 41,10; 109,4-8..

13Jetzt aber komme ich zu dir. Ich sage das alles, solange ich noch hier in der Welt ´bei ihnen` bin, damit meine Freude sie ganz erfüllt. 14Ich habe ihnen dein Wort weitergegeben, und nun hasst sie die Welt, weil sie nicht zu ihr gehören, so wie auch ich nicht zu ihr gehöre. 15Ich bitte dich nicht, sie aus der Welt herauszunehmen; aber ich bitte dich, sie vor dem Bösen17,15 D. h. vor dem Satan. zu bewahren. 16Sie gehören nicht zur Welt, so wenig wie ich zur Welt gehöre. 17Mach sie durch die Wahrheit zu Menschen, die dir geweiht sind.17,17 W Heilige sie durch die Wahrheit. Dein Wort ist die Wahrheit. 18So wie du mich in die Welt gesandt hast, habe ich auch sie in die Welt gesandt. 19Und für sie weihe ich mich dir, damit auch sie durch die Wahrheit dir geweiht sind17,19 Od damit auch sie wirklich dir geweiht sind. W Und für sie heilige ich mich, damit auch sie durch die Wahrheit / in Wahrheit geheiligt sind.

… für alle, die an ihn glauben werden

20»Ich bete aber nicht nur für sie, sondern auch für die Menschen, die auf ihr Wort hin an mich glauben werden. 21Ich bete darum, dass sie alle eins sind – sie in uns17,21 AL(1) dass sie alle eins sind – dass sie in uns eins sind., so wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin. Dann wird die Welt glauben, dass du mich gesandt hast. 22Die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich nun auch ihnen gegeben, damit sie eins sind, so wie wir eins sind. 23Ich in ihnen und du in mir – so sollen sie zur völligen Einheit gelangen, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und dass sie von dir geliebt sind, wie ich von dir geliebt bin.

24Vater, ich will, dass die, die du mir gegeben hast, dort sind, wo ich bin. Sie sollen bei mir sein, damit sie meine Herrlichkeit sehen – die Herrlichkeit, die du mir gabst, weil du mich schon vor der Erschaffung der Welt geliebt hast.

25Vater, du gerechter Gott, die Welt kennt dich nicht; aber ich kenne dich17,25 W 25 Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht gekannt/erkannt; ich aber habe dich gekannt/erkannt., und diese hier haben erkannt, dass du mich gesandt hast. 26Ich habe ihnen deinen Namen offenbart und werde es auch weiterhin tun, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, auch in ihnen ist, ja damit ich selbst in ihnen bin.«

18

Jesu Leiden und Sterben und seine Auferstehung (Kapitel 18 bis 20)

Die Gefangennahme Jesu

Mt 26,47-56; Mk 14,43-49; Lk 22,47-53

181Danach verließ Jesus mit seinen Jüngern die Stadt. Sie überquerten den Kidronbach18,1 W den Winterbach Kidron. Der Kidron, ein Wadi, führt nur in der Regenzeit (im Winter) Wasser. und gingen in einen Garten, der sich auf der anderen Seite des Tals befand.

2Jesus war oft zusammen mit seinen Jüngern dort gewesen; deshalb kannte auch Judas, der Verräter18,2 W der ihn verriet/auslieferte. Ebenso in Vers 5., diesen Ort. 3Jetzt kam er dorthin, begleitet von Soldaten der römischen Besatzungstruppe18,3 W von der Kohorte (eine römische Heereseinheit; nach anderer Auffassung handelt es sich hier um eine jüdische Milizeinheit). und von den Männern der Tempelwache18,3 W und von den Dienern., die ihm die führenden Priester und die Pharisäer zur Verfügung gestellt hatten. Sie waren bewaffnet und trugen Laternen und Fackeln.

4Jesus wusste genau, was ihm bevorstand. Er ging ihnen bis vor den Eingang des Gartens entgegen18,4 W Er ging hinaus. und fragte sie: »Wen sucht ihr?« 5Judas, der Verräter, stand dabei. »Jesus von Nazaret«, antworteten sie. »Ich bin es«, erklärte Jesus. 6Als er zu ihnen sagte: »Ich bin es«, wichen sie zurück und fielen zu Boden. 7Jesus fragte sie noch einmal: »Wen sucht ihr?« – »Jesus von Nazaret«, erwiderten sie. 8»Ich habe euch doch gesagt, dass ich es bin«, sagte Jesus. »Wenn ich der bin, den ihr sucht, dann lasst die anderen hier gehen.« 9So sollte sich Jesu eigenes Wort erfüllen: »Von denen, die du mir gegeben hast, habe ich keinen verloren gehen lassen.«18,9 Vergleiche Kapitel 6,39; 17,12.

10Simon Petrus hatte ein Schwert bei sich. Er zog es, ging damit auf den Diener des Hohenpriesters los, einen Mann namens Malchus, und schlug ihm das rechte Ohr ab. 11Da sagte Jesus zu Petrus: »Steck das Schwert weg! Soll ich den ´bitteren` Kelch, den mir der Vater gegeben hat, etwa nicht trinken?«

Jesus vor Hannas

Mt 26,57; Mk 14,53; Lk 22,54

12Die römischen Soldaten18,12 W Die Kohorte. Siehe die Anmerkung zu Vers 3. unter der Führung ihres Offiziers und die Männer der Tempelwache, die von den Juden geschickt worden waren,18,12 W und die Diener der Juden. nahmen Jesus nun fest. Sie fesselten ihn 13und brachten ihn als Erstes zu Hannas. Hannas war der Schwiegervater von Kajafas, der in jenem Jahr Hoherpriester war. 14Kajafas war es gewesen, der den Juden klar gemacht hatte, dass es in ihrem Interesse sei, wenn ein Mensch für das Volk stirbt.18,14 Kapitel 11,49-52.

Petrus verleugnet Jesus

Mt 26,58.69-70; Mk 14,54.66-68; Lk 22,55-57

15Simon Petrus und ein anderer Jünger folgten Jesus, ´als er abgeführt wurde`. Dieser andere Jünger war mit dem Hohenpriester bekannt und konnte deshalb bis in den Innenhof des hohepriesterlichen Palastes mitgehen. 16Petrus aber blieb draußen vor dem Tor stehen. Da kam der andere Jünger, der Bekannte des Hohenpriesters, wieder zurück, redete mit der Pförtnerin und nahm dann Petrus mit hinein.

17Die Pförtnerin fragte Petrus: »Bist du nicht18,17 Od Bist du etwa. Ebenso in Vers 25. auch einer von den Jüngern dieses Mannes?« – »Nein«, antwortete Petrus, »das bin ich nicht.«

18Die Diener ´des hohepriesterlichen Hauses` und die Männer der Tempelwache18,18 W und die Diener (im Griechischen ein anderes Wort als am Versanfang). hatten ein Kohlenfeuer angezündet, weil es kalt war; sie standen um das Feuer herum und wärmten sich. Petrus stellte sich zu ihnen und wärmte sich ebenfalls.

Das Verhör vor dem Hohenpriester

19Inzwischen befragte der Hohepriester18,19 Es handelt sich wohl um Hannas. Hannas, Hoherpriester von 6–15 n. Chr., war von den Römern abgesetzt worden. Er behielt jedoch nach jüdischem Gesetz auf Lebenszeit den Titel eines Hohenpriesters (vergleiche Lukas 3,2; Apostelgeschichte 4,6) und übte weiterhin großen Einfluss aus. – Nach anderer Auffassung handelt es sich um Kajafas, der demnach bereits das erste Verhör Jesu im Haus des Hannas geleitet hätte. In Vers 24 würde es sich dann lediglich um eine Verlegung der Verhandlung an einen anderen Schauplatz handeln. Jesus über seine Jünger und über seine Lehre. 20Jesus erklärte: »Ich habe immer frei und offen geredet und so, dass alle Welt es hören konnte. Ich habe nie im Geheimen gelehrt, sondern immer in den Synagogen und im Tempel, wo alle Juden zusammenkommen. 21Warum fragst du mich also? Frag die, die mich gehört haben18,21 W die gehört haben, was ich zu ihnen gesagt habe.; sie wissen, was ich gesagt habe.«

22Empört über diese Worte, schlug ihn einer der Gerichtsdiener, die dabeistanden18,22 W einer der Diener, der dabeistand., ins Gesicht und sagte: »Wie kannst du es wagen, dem Hohenpriester so eine Antwort zu geben?« 23Jesus entgegnete: »Wenn an dem, was ich gesagt habe, etwas Unrechtes war, dann beweise es. Wenn ich aber nichts Unrechtes gesagt habe, warum behandelst du mich so?18,23 W Wenn ich aber richtig gesprochen habe, warum schlägst du mich / warum lässt du mich schlagen? Die Antwort kann an den Gerichtsdiener oder an den Hohenpriester gerichtet sein.«

24Hannas ließ Jesus daraufhin gefesselt vor den Hohenpriester Kajafas bringen.

Petrus verleugnet Jesus noch einmal

Mt 26,71-75; Mk 14,69-72; Lk 22,58-62

25Simon Petrus stand immer noch beim Feuer und wärmte sich. Da wurde er gefragt: »Bist du nicht auch einer von seinen Jüngern?« Petrus stritt es ab. »Ich bin es nicht«, sagte er. 26Einer der Diener des Hohenpriesters, ein Verwandter des Mannes, dem Petrus das Ohr abgeschlagen hatte, sagte: »Habe ich dich nicht dort im Garten bei ihm gesehen?« 27Wieder stritt Petrus ab, ´etwas mit Jesus zu tun zu haben`. Im selben Augenblick krähte ein Hahn.

Jesus vor Pilatus

Mt 27,1-2.11-14; Mk 15,1-5; Lk 23,1-5

28Die, die Jesus verhört hatten, brachten ihn nun vom ´Haus des` Kajafas zum Prätorium, ´dem Amtssitz des römischen Gouverneurs`; es war jetzt früh am Morgen. Sie selbst betraten das Gebäude nicht, um die Reinheitsvorschriften nicht zu verletzen18,28 W um nicht verunreinigt zu werden.; sie hätten sonst nicht am Passafest teilnehmen können18,28 Od sie hätten sonst nicht das Passamahl feiern können. Nach dieser Auffassung fand das Passamahl am Abend nach der Kreuzigung statt; vergleiche die Anmerkung zu Kapitel 19,14. Die im NGÜ-Text gegebene Übersetzung schließt die Möglichkeit nicht aus, dass es sich bei dem in Kapitel 13,2 erwähnten Abendessen um das Passamahl handelte.. 29Deshalb kam Pilatus zu ihnen heraus. »Was für eine Anklage erhebt ihr gegen diesen Mann?«, fragte er. 30Sie erwiderten: »Wenn er kein Verbrecher wäre, hätten wir ihn nicht zu dir gebracht.« 31Da sagte Pilatus: »Nehmt doch ihr ihn und richtet ihn nach eurem Gesetz!« Die Juden entgegneten: »Wir haben nicht das Recht, jemand hinzurichten.« 32So sollte sich das Wort erfüllen, mit dem Jesus angedeutet hatte, auf welche Weise er sterben werde.18,32 Kapitel 12,32; vergleiche 3,14; 8,28.

33Pilatus ging ins Prätorium zurück und ließ Jesus vorführen. »Bist du der König der Juden?«, fragte er ihn. 34Jesus erwiderte: »Bist du selbst auf diesen Gedanken gekommen, oder haben andere dir das über mich gesagt?« – 35»Bin ich etwa ein Jude?«, gab Pilatus zurück. »Dein eigenes Volk und die führenden Priester haben dich mir übergeben. Was hast du getan?« 36Jesus antwortete: »Das Reich, dessen König ich bin,18,36 W Mein Reich. ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, dann hätten meine Diener für mich gekämpft, damit ich nicht den Juden in die Hände falle18,36 W den Juden übergeben/ausgeliefert werde.. Nun ist aber mein Reich nicht von dieser Erde.« 37Da sagte Pilatus zu ihm: »Dann bist du also tatsächlich ein König?« Jesus erwiderte: »Du hast Recht18,37 W Du sagst es. – ich bin ein König. Ich bin in die Welt gekommen, um für die Wahrheit Zeuge zu sein; dazu bin ich geboren. Jeder, der auf der Seite der Wahrheit steht18,37 W der aus der Wahrheit ist., hört auf meine Stimme.« – 38»Wahrheit?«, sagte Pilatus zu ihm. »Was ist Wahrheit?«

Die Verurteilung Jesu

Mt 27,15-26; Mk 15,6-15; Lk 23,13-22

Damit brach Pilatus das Verhör ab und ging18,38 W Als er das gesagt hatte, ging er. wieder zu den Juden hinaus. »Ich kann keine Schuld an ihm finden«, erklärte er. 39»Nun habt ihr ja nach eurem Brauch Anspruch darauf18,39 W habt ihr ja den Brauch., dass ich euch am Passafest einen Gefangenen freigebe. Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden freigebe?« – 40»Nein, den nicht!«, schrien sie zurück. »Wir wollen Barabbas!« Dieser Barabbas war ein Verbrecher18,40 Od Aufrührer. W Räuber..