Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
12

Die Salbung Jesu in Betanien

Mt 26,6-13; Mk 14,3-9

121Sechs Tage vor dem Passafest kam Jesus wieder nach Betanien, wo Lazarus wohnte, den er von den Toten auferweckt hatte. 2Dort wurde nun Jesus zu Ehren ein Festessen gegeben. Martha bediente, und Lazarus war unter denen, die mit Jesus an dem Essen teilnahmen.

3Maria brachte einen halben Liter12,3 W eine Litra (etwa 330 Gramm). echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus damit die Füße und trocknete sie dann mit ihrem Haar. Der Duft des Öls erfüllte das ganze Haus. 4´Empört` sagte Judas Iskariot, der Jünger, der Jesus später verriet: 5»Warum hat man dieses Öl nicht verkauft? Man hätte dreihundert Denare dafür bekommen und das Geld den Armen geben können!« 6Er sagte das nicht etwa, weil ihm die Armen am Herzen lagen, sondern weil er ein Dieb war. Er verwaltete die gemeinsame Kasse und entwendete immer wieder etwas von dem, was hineingelegt wurde. 7»Lass sie!«, erwiderte Jesus. »Dadurch, dass sie dieses Öl aufbewahrt hat, konnte sie mich im Hinblick auf den Tag meines Begräbnisses salben.12,7 7 Jesus erwiderte: »Lass sie es (was vom Öl übrig geblieben ist?) für den Tag meines Begräbnisses aufbewahren. W 7 Jesus erwiderte nun: »Lass sie, denn sie soll es für den Tag meines Begräbnisses aufbewahren / aufbewahrt haben. 8Arme, um die ihr euch kümmern könnt, wird es immer geben. Mich aber habt ihr nicht mehr lange bei euch.12,8 W 8 Denn die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer. AL(2) ohne Vers 8.«

9Als unter der jüdischen Bevölkerung bekannt wurde, dass Jesus in Betanien war, strömten die Leute in Scharen dorthin. Sie kamen nicht nur wegen Jesus, sondern auch, weil sie Lazarus sehen wollten, den Mann, den Jesus von den Toten auferweckt hatte. 10Da beschlossen die führenden Priester, auch Lazarus zu töten, 11weil seinetwegen so viele Juden ´nach Betanien` gingen12,11 Od so viele Juden sich ´von ihnen` abwandten. Od so viele Juden ´zu Jesus` übergingen. und daraufhin an Jesus glaubten.

Der Einzug in Jerusalem

Mt 21,1-11; Mk 11,1-11; Lk 19,28-40

12Am nächsten Tag hörten die Menschen, die in großer Zahl zum Passafest gekommen waren, dass Jesus auf dem Weg nach Jerusalem war. 13Mit Palmzweigen in der Hand zogen sie zur Stadt hinaus, um ihn zu empfangen.

»Gepriesen sei Gott!«12,13 W »Hosanna!« Hebräischer Ausdruck mit der Bedeutung Hilf doch! (z. B. Psalm 118,25), der zu einem Ausruf des Lobpreises wurde., riefen sie.

»›Gesegnet sei er, der im Namen des Herrn kommt‹12,13 Psalm 118,26.,

der König von Israel!«

14Jesus ritt auf einem jungen Esel12,14 Od auf einem Esel., den er hatte bekommen können12,14 W den er gefunden hatte.. In der Schrift heißt es:

15»Du brauchst dich nicht zu fürchten, Volk von Zion12,15 W zu fürchten, Tochter Zion.!

Dein König kommt, er reitet auf einem Eselsfohlen.«12,15 Sacharja 9,9.

16Dieses Wort erfüllte sich damals, doch das verstanden die Jünger zunächst noch nicht. Später allerdings, als Jesus in seiner Herrlichkeit offenbart war, erinnerten sie sich daran, dass man ihn genauso empfangen hatte, wie es in der Schrift vorausgesagt war12,16 Od dass das alles genau so über ihn in der Schrift stand und dass man ihn entsprechend empfangen hatte..

17Die Menschen, die in großer Zahl dabei gewesen waren, als Jesus Lazarus aus dem Grab gerufen und ihn von den Toten auferweckt hatte, hatten überall davon erzählt12,17 Od auferweckt hatte, erzählten jetzt davon. AL(1) Die Menge, die bei Jesus war, bezeugte, dass er Lazarus aus dem Grab gerufen und ihn von den Toten auferweckt hatte.. 18Das war der Grund, weshalb ihm jetzt so viele Leute entgegenzogen. Sie hatten von dem Wunder gehört, das er getan hatte. 19Da sagten die Pharisäer zueinander: »Ihr seht doch, dass wir12,19 W ihr. so nicht weiterkommen. Alle Welt läuft ihm nach!«

Menschen nichtjüdischer Herkunft wollen Jesus sehen

20Unter denen, die zum Fest nach Jerusalem hinaufgezogen waren, um anzubeten, befanden sich auch einige Leute nichtjüdischer Herkunft12,20 W einige Griechen.. 21Sie wandten sich an Philippus, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und baten ihn: »Herr, wir möchten gern Jesus kennen lernen12,21 W Jesus sehen.22Philippus ging zu Andreas und teilte ihm das mit, worauf Andreas und Philippus zusammen zu Jesus gingen, um es ihm zu sagen.

23Jesus gab ihnen zur Antwort: »Die Zeit ist gekommen, wo der Menschensohn in seiner Herrlichkeit offenbart wird. 24Ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es ein einzelnes Korn12,24 W bleibt es allein.. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. 25Wem sein eigenes Leben über alles geht12,25 W Wer sein Leben lieb hat., der verliert es. Wer aber in dieser Welt sein Leben loslässt12,25 W sein Leben hasst., der wird es für das ewige Leben in Sicherheit bringen. 26Wenn jemand mir dienen will, muss er mir nachfolgen. Und da, wo ich bin, wird auch mein Diener sein. Wer mir dient, den wird der Vater ehren.«

Jesus kündigt seinen Tod an

27»Mein Herz ist jetzt voll Angst und Unruhe. Soll ich sagen: Vater, rette mich vor dem, was auf mich zukommt? Nein, denn jetzt ist die Zeit da; jetzt geschieht das, wofür ich gekommen bin.12,27 W »Jetzt ist meine Seele erschüttert. Und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen. 28Vater, offenbare die Herrlichkeit deines Namens!« Da sprach eine Stimme aus dem Himmel: »Ich habe es getan und werde es auch jetzt wieder tun.12,28 W Ich habe die Herrlichkeit offenbart und werde wieder die Herrlichkeit offenbaren.«

29Viele Menschen standen dabei und hörten die Stimme. Sie sagten: »Es hat gedonnert.« Einige meinten: »Ein Engel hat zu ihm gesprochen.« 30Da sagte Jesus: »Nicht meinetwegen hat diese Stimme gesprochen, sondern euretwegen. 31Jetzt ist für diese Welt ´die Stunde` des Gerichts gekommen; jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden. 32Ich aber werde über die Erde erhöht werden und werde dann alle12,32 AL(1) alles. zu mir ziehen.« 33Jesus deutete damit an, auf welche Weise er sterben würde.

34Die Leute hielten ihm entgegen: »Das Gesetz lehrt uns12,34 W Wir haben aus dem Gesetz gehört., dass der Messias12,34 Od Christus. ewig bleiben wird.12,34 Vergleiche z. B. Psalm 89,37; 110,4; Jesaja 9,6; Hesekiel (Ezechiel) 37,25; Daniel 7,14. Wie kannst du da behaupten, der Menschensohn müsse erhöht werden? Wer ist überhaupt dieser Menschensohn?«

35Jesus erwiderte: »Das Licht ist nur noch kurze Zeit unter euch. Geht euren Weg im Licht, solange ihr das Licht habt, damit die Finsternis euch nicht überfällt. Wer in der Finsternis unterwegs ist, weiß nicht, wohin sein Weg ihn führt. 36Glaubt an das Licht, solange ihr das Licht habt, damit ihr zu Menschen12,36 W zu Söhnen/Kindern. des Lichts werdet.«

Nachdem Jesus so zu ihnen gesprochen hatte, zog er sich zurück und hielt sich von da an vor ihnen verborgen.

Rückblick auf Jesu öffentliches Wirken: Der Unglaube des jüdischen Volkes

37Trotz all der Wunder, durch die Jesus unter ihnen seine Macht bewiesen hatte12,37 W Obwohl er aber so viele (so große) Zeichen unter ihnen getan hatte., glaubten sie nicht an ihn. 38Denn es sollte sich erfüllen, was der Prophet Jesaja vorausgesagt hatte:

»Herr, wer hat unserer Botschaft geglaubt?

Und wem konnte sich der Herr

mit seinem mächtigen Handeln offenbaren?12,38 W Und wem wurde der Arm des Herrn offenbart? Jesaja 53,1.«12,38 Jesaja 53,1.

39An einer anderen Stelle nennt Jesaja den Grund, warum sie nicht glauben konnten12,39 39 Aus diesem Grund konnten sie nicht an ihn glauben. Denn an einer anderen Stelle sagt Jesaja.:

40»Der Herr12,40 W Er. hat ihre Augen blind gemacht

und ihre Herzen verschlossen.

›Daher kommt es‹, ´sagt der Herr,`

›dass sie mit ihren Augen nicht sehen

und mit ihrem Herzen nichts verstehen

und dass sie nicht umkehren12,40 Od verschlossen. ›Denn sie sollen‹, ´sagt der Herr,` ›mit ihren Augen nicht sehen … und sollen nicht umkehren.,

sodass ich sie heilen könnte.‹«12,40 Jesaja 6,10 (nach der Septuaginta).

41Jesaja sagte das, weil12,41 AL(2) als. er die Herrlichkeit Jesu gesehen hatte; auf ihn bezogen sich seine Worte.

42Es gab allerdings sogar unter den führenden Männern viele, die an Jesus glaubten. Aber wegen der Pharisäer bekannten sie sich nicht offen zu ihm; sie mussten befürchten, aus der Synagoge ausgeschlossen zu werden. 43Es war ihnen wichtiger, ihr Ansehen bei den Menschen nicht zu verlieren, als bei Gott Anerkennung zu finden.12,43 W 43 Denn sie liebten die Ehre (vonseiten) der Menschen mehr als die Ehre (vonseiten) Gottes.

44Jesus aber rief mit lauter Stimme: »Wer an mich glaubt, der glaubt nicht nur an mich, sondern auch an den, der mich gesandt hat. 45Und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. 46Ich bin als das Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, ´das Licht hat und` nicht in der Finsternis bleibt. 47Wenn jemand hört, was ich sage, und sich nicht daran hält, dann bin nicht ich es, der ihn verurteilt. Denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu verurteilen, sondern um die Welt zu retten. 48Wer mich ablehnt und das, was ich sage, nicht annimmt, der hat seinen Richter damit schon gefunden: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn an jenem letzten Tag verurteilen. 49Denn ich habe nicht aus mir selbst heraus geredet; der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich reden und verkünden soll. 50Und ich weiß: Bei seinem Auftrag geht es um12,50 W Sein Auftrag/Gebot ist. das ewige Leben. Was ich darum verkünde, verkünde ich so, wie der Vater es mir gesagt hat.«

13

Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße

131Das Passafest stand nun unmittelbar bevor. Jesus wusste13,1 Od 1 Unmittelbar vor dem Passafest wusste Jesus., dass für ihn die Zeit gekommen war, diese Welt zu verlassen und zum Vater zu gehen. Darum gab er denen, die in der Welt zu ihm gehörten und die er immer geliebt hatte, jetzt den vollkommensten Beweis seiner Liebe.13,1 Od zum Vater zu gehen, und er erwies denen … seine Liebe bis zum Ende.

2Er war mit seinen Jüngern beim Abendessen. Der Teufel hatte Judas, dem Sohn von Simon Iskariot13,2 AL(1) Judas Iskariot, dem Sohn von Simon., bereits den Gedanken ins Herz gegeben, Jesus zu verraten. 3Jesus aber wusste, dass der Vater ihm Macht über alles gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und wieder zu Gott ging. 4Er stand vom Tisch13,4 W vom Essen. auf, zog sein Obergewand aus und band sich ein leinenes Tuch um. 5Dann goss er Wasser in eine Waschschüssel13,5 in eine Kanne (aus der man Wasser über die Füße goss). und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Tuch abzutrocknen, das er sich umgebunden hatte.

6Simon Petrus jedoch wehrte sich, als die Reihe an ihn kam. »Herr, du willst mir die Füße waschen?«, sagte er. 7Jesus gab ihm zur Antwort: »Was ich tue, verstehst du jetzt nicht; aber später wirst du es begreifen.« – 8»Nie und nimmer wäschst du mir die Füße!«, erklärte Petrus. Jesus entgegnete: »Wenn ich sie dir13,8 W Wenn ich dich. nicht wasche, hast du keine Gemeinschaft mit mir13,8 Od keinen Platz bei mir. Od keinen Anteil an mir.9Da rief Simon Petrus: »Herr, dann wasche mir nicht nur die Füße, wasch mir auch die Hände und den Kopf!« 10Jesus erwiderte: »Wer ein Bad genommen hat, ist ganz rein; er braucht sich später nur noch die Füße zu waschen13,10 AL(2) er braucht sich nicht mehr zu waschen.. Auch ihr seid rein, allerdings nicht alle.« 11Jesus wusste, wer ihn verraten würde; das war der Grund, warum er sagte: »Ihr seid nicht alle rein.«

12Nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hatte, zog er sein Obergewand wieder an und kehrte an seinen Platz am Tisch zurück. »Versteht ihr, was ich eben getan habe, als ich euch die Füße wusch?«, fragte er sie. 13»Ihr nennt mich Meister und Herr, und das mit Recht, denn ich bin es. 14Wenn nun ich, der Herr und der Meister, euch die Füße gewaschen habe, sollt auch ihr einander die Füße waschen. 15Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe. 16Denkt daran13,16 W Ich versichere euch.: Ein Diener ist nicht größer als sein Herr, und ein Bote ist nicht größer als der, der ihn sendet. 17Ihr wisst das jetzt alles; glücklich seid ihr zu nennen, wenn ihr auch danach handelt.

18Ich rede nicht von euch allen. Ich kenne die, die ich erwählt habe; aber was in der Schrift vorausgesagt ist, muss sich erfüllen: ›Der, mit dem ich mein Brot geteilt habe, hat sich gegen mich gewandt.13,18 W Der, der mein Brot (aL(1) der mit mir das Brot)gegessen hat, hat seine Ferse gegen mich erhoben. Psalm 41,10.13,18 Psalm 41,10. 19Ich sage euch das schon jetzt, bevor es eintrifft, damit ihr, wenn es dann geschieht, an mich als den glaubt, der ich bin. 20Ich versichere euch: Wer jemand aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.«

Ankündigung des Verrats

Mt 26,20-25; Mk 14,17-21; Lk 22,21-23

21Danach erklärte Jesus, bis ins Innerste erschüttert13,21 W Als er das gesagt hatte, war Jesus im Geist erschüttert und bezeugte und sagte.: »Ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten.« 22Die Jünger sahen sich bestürzt an; sie konnten sich nicht denken, von wem er sprach. 23Der Jünger, den Jesus besonders liebte, hatte bei Tisch seinen Platz unmittelbar an Jesu Seite. 24Simon Petrus gab ihm durch ein Zeichen zu verstehen, er solle Jesus fragen13,24 W er solle herausfinden., von wem er gesprochen habe.13,24 AL(2) Simon Petrus machte ihm ein Zeichen und sagte zu ihm: »Sag, wer es ist, von dem er spricht!« 25Da lehnte sich jener Jünger so weit zu Jesus hinüber, dass er ihn ´unauffällig` fragen konnte: »Herr, wer ist es?« – 26»Ich werde ein Stück Brot in die Schüssel tauchen«, antwortete Jesus, »und der, dem ich es gebe, der ist es.« Er nahm ein Stück Brot, tauchte es in die Schüssel und gab es Judas, dem Sohn von Simon Iskariot13,26 AL(2) Judas Iskariot, dem Sohn von Simon..

27Sowie Judas das Brotstück genommen hatte, ergriff der Satan Besitz von ihm. Da sagte Jesus zu Judas: »Tu das, was du vorhast, bald!« 28Keiner von denen, die mit am Tisch waren, verstand, weshalb er das zu ihm sagte. 29Da Judas die gemeinsame Kasse verwaltete, dachten einige, Jesus habe ihm den Auftrag gegeben, das einzukaufen, was für das Fest nötig war, oder er habe ihn angewiesen, den Armen etwas zu geben. 30Als Judas das Brot gegessen hatte, ging er sofort hinaus. Es war Nacht.

Jesu Abschiedsreden an seine Jünger (Kapitel 13,31 bis 16,33)

Die Herrlichkeit des Menschensohnes und die Herrlichkeit Gottes

31Nachdem Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: »Jetzt wird der Menschensohn in seiner Herrlichkeit offenbart, und durch ihn wird Gott selbst in seiner Herrlichkeit offenbart. 32Wenn der Menschensohn die Herrlichkeit Gottes offenbart hat13,32 AL(1) ohne Wenn der Menschensohn die Herrlichkeit Gottes offenbart hat., dann wird auch Gott die Herrlichkeit des Menschensohnes offenbaren13,32 W dann wird auch Gott seine Herrlichkeit in sich / durch sich offenbaren., und das wird bald geschehen.«

Das neue Gebot

33»Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ihr werdet mich suchen, aber was ich schon den Juden gesagt habe13,33 Kapitel 7,34; 8,21., das sage ich jetzt auch euch: Da, wo ich hingehe, könnt ihr nicht hinkommen.

34Ich gebe euch ein neues Gebot: Liebt einander! Ihr sollt einander lieben, wie ich euch geliebt habe. 35An eurer Liebe zueinander werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid.«

Jesus kündigt an, dass Petrus ihn verleugnen wird

Mt 26,31-35; Mk 14,27-31; Lk 22,31-34

36»Herr«, fragte Simon Petrus, »wohin gehst du?« Jesus gab ihm zur Antwort: »Wo ich hingehe, kannst du jetzt nicht mitkommen; aber später wirst du mir dorthin folgen.« 37Petrus entgegnete: »Herr, warum kann ich nicht jetzt schon mitkommen? Ich bin bereit, mein Leben für dich herzugeben!« – 38»Du willst dein Leben für mich hergeben?« erwiderte Jesus. »Ich sage dir: Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.«

14

Jesus Christus – der Weg zum Vater

141»Lasst euch durch nichts ´in eurem Glauben` erschüttern!«, ´sagte Jesus zu seinen Jüngern.` »Vertraut auf Gott und vertraut auf mich!14,1 Ihr vertraut auf Gott, nun vertraut auch auf mich! vertrauen (auf): im Griechischen dasselbe Wort wie glauben (an). 2Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich dann etwa zu euch gesagt, dass ich dorthin gehe14,2 Od hätte ich es euch gesagt; denn (aL(1) ohne denn) ich gehe dorthin., um einen Platz für euch vorzubereiten? 3Und wenn ich14,3 W Und wenn ich gegangen bin und. einen Platz für euch vorbereitet habe, werde ich wieder kommen und euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. 4Den Weg, der dorthin führt, wo ich hingehe, kennt ihr ja.14,4 AL(1) 4 Wohin ich gehe, wisst ihr ja, und den Weg dorthin kennt ihr.«

5»Herr«, sagte Thomas, »wir wissen doch nicht einmal, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg dorthin kennen?« – 6»Ich bin der Weg«, antwortete Jesus, »ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben. Zum Vater kommt man nur14,6 W kommt niemand außer. durch mich. 7Wenn ihr erkannt habt, wer ich bin14,7 W Wenn ihr mich erkannt habt., werdet ihr auch meinen Vater erkennen.14,7 AL(1) Wenn ihr erkannt hättet, wer ich bin, hättet ihr auch meinen Vater erkannt. Ja, ihr kennt ihn bereits14,7 Od Ja, von jetzt an kennt ihr ihn.; ihr habt ihn bereits gesehen.«

Wer den Sohn sieht, sieht den Vater

8»Herr«, sagte Philippus, »zeig uns den Vater; das genügt uns.« – 9»So lange bin ich schon bei euch, und du kennst mich immer noch nicht, Philippus?« entgegnete Jesus. »Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du da sagen: ›Zeig uns den Vater‹? 10Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Was ich euch sage, sage ich nicht aus mir selbst heraus. Der Vater, der in mir ist, handelt durch mich; es ist alles sein Werk.14,10 W Der Vater, der in mir bleibt, tut seine Werke. 11Glaubt es mir, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist. Wenn ihr immer noch nicht davon überzeugt seid14,11 W Wenn nicht., dann glaubt es doch aufgrund von dem, was durch mich geschieht.

12Ich versichere euch: Wer an mich glaubt, wird die Dinge, die ich tue, auch tun; ja er wird sogar noch größere Dinge tun. Denn ich gehe zum Vater, 13und alles, worum ihr dann in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit durch den Sohn die Herrlichkeit des Vaters offenbart wird. 14Wenn ihr mich14,14 AL(2) ohne mich. in meinem Namen um etwas bitten werdet, werde ich es tun.«

Der Heilige Geist – Jesu Stellvertreter

15»Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. 16Und der Vater wird euch ´an meiner Stelle` einen anderen Helfer14,16 Od Ratgeber. Od Fürsprecher/Anwalt. Ebenso in Vers 26 und in Kapitel 15,26 und 16,7.13. geben, der für immer bei euch sein wird; ich werde ihn darum bitten. 17Er wird euch den Geist der Wahrheit geben, den die Welt nicht bekommen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Aber ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein14,17 AL(1) und ist in euch..

18Ich werde euch nicht als hilflose Waisen zurücklassen; ich komme zu euch. 19Nur noch kurze Zeit, dann sieht die Welt mich nicht mehr. Ihr aber werdet mich sehen, und weil ich lebe, werdet auch ihr leben.14,19 Od Ihr aber werdet mich sehen, weil ich lebe; und auch ihr werdet leben. 20An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und dass ihr in mir seid und ich in euch bin. 21Wer sich an meine Gebote hält14,21 Od Wer meine Gebote kennt (w hat). und sie befolgt, der liebt mich wirklich. Und wer mich liebt, den wird mein Vater lieben; und auch ich werde ihn lieben und mich ihm zu erkennen geben.«

22Da fragte ihn Judas (der andere Judas, nicht Judas Iskariot): »Herr, wie kommt es denn, dass du dich nur uns zu erkennen geben willst und nicht der Welt?« 23Jesus gab ihm zur Antwort: »Wenn jemand mich liebt, wird er sich nach meinem Wort richten. Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. 24Wer mich nicht liebt, richtet sich nicht nach meinen Worten. Und was ich euch sage, ist nicht mein Wort; ihr hört das Wort des Vaters, der mich gesandt hat.

25Diese Dinge sage ich euch, solange ich noch bei euch bin. 26Der Helfer, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, wird euch alles ´Weitere` lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. 27Was ich euch zurücklasse, ist Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden – einen Frieden, wie ihn die Welt nicht geben kann14,27 Od nicht den Frieden, den die Welt gibt.. Lasst euch durch nichts ´in eurem Glauben` erschüttern, und lasst euch nicht entmutigen!

28Ihr erinnert euch14,28 W Ihr habt gehört., dass ich zu euch gesagt habe: ›Ich gehe weg, und ich komme wieder zu euch.‹14,28 Siehe die Verse 2, 3 und 18. Wenn ihr mich wirklich lieben würdet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. 29Ich sage euch das alles, bevor es eintrifft, damit ihr, wenn es dann geschieht, glaubt. 30Viel werde ich nicht mehr mit euch reden können, denn der Herrscher dieser Welt hat sich bereits gegen mich aufgemacht. Er findet zwar nichts an mir, was ihm Macht über mich geben könnte14,30 W denn der Herrscher dieser Welt kommt. An mir hat er zwar nichts., 31aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie der Vater es mir aufgetragen hat.

Steht auf14,31 Darum steht auf., wir wollen gehen!«