Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
10

Das Bild vom Hirten und seinen Schafen

101»Ich sage euch: Wer nicht durch die Tür in den Schafstall10,1 Ein ummauerter Hof, in dem die Schafe die Nacht verbringen. hineingeht, sondern auf einem anderen Weg eindringt, der ist ein Dieb und ein Räuber. 2Der Hirte geht durch die Tür zu den Schafen. 3Ihm macht der Wächter10,3 W Türhüter. auf, und auf seine Stimme hören die Schafe. Er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. 4Wenn er dann alle Schafe, die ihm gehören, hinausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und sie folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen. 5Einem Fremden werden sie nicht folgen; sie laufen vor ihm davon, weil sie seine Stimme10,5 W die Stimme der Fremden. nicht kennen.«

6Die Zuhörer Jesu verstanden nicht, was er ihnen mit diesem Vergleich sagen wollte.

Jesus Christus – die Tür zu den Schafen

7Deshalb fuhr Jesus fort: »Ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen10,7 Od für die Schafe.. 8Alle, die vor mir10,8 AL(1) ohne vor mir. gekommen sind, sind Diebe und Räuber. Aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.

9Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich eintritt, wird er gerettet werden. Er wird ein- und ausgehen und gute Weide finden. 10Der Dieb kommt nur, um die Schafe zu stehlen und zu schlachten und um Verderben zu bringen. Ich aber bin gekommen, um ihnen Leben zu bringen – Leben in ganzer Fülle10,10 W gekommen, damit sie Leben haben und Überfluss haben.

Jesus Christus – der gute Hirte

11»Ich bin der gute Hirte. Ein guter Hirte ´ist bereit,` sein Leben für die Schafe herzugeben. 12Einer, der gar kein Hirte ist, sondern die Schafe nur gegen Bezahlung hütet, läuft davon, wenn er den Wolf kommen sieht, und lässt die Schafe im Stich, und der Wolf fällt über die Schafe her10,12 herfallen: im Griechischen dasselbe Wort wie reißen (Verse 28 und 29). und jagt die Herde auseinander. 13Einem solchen Mann, dem die Schafe nicht selbst gehören, geht es eben nur um seinen Lohn; die Schafe sind ihm gleichgültig.

14Ich bin der gute Hirte. Ich kenne meine Schafe, und meine Schafe kennen mich, 15genauso, wie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne. Und ich gebe mein Leben für die Schafe her.

16Ich habe auch noch Schafe, die nicht aus diesem Stall sind. Auch sie muss ich herführen10,16 Od führen.; sie werden auf meine Stimme hören, und alle werden eine Herde unter einem Hirten sein.

17Der Vater liebt mich, weil ich mein Leben hergebe. Ich gebe es her, um es wieder zu empfangen. 18Niemand nimmt es mir; ich gebe es freiwillig her. Ich habe die Macht, es herzugeben, und ich habe die Macht, es wieder zu empfangen. Das ist der Auftrag, den ich von meinem Vater bekommen habe.«

19Wegen dieser Worte kam es erneut zu einer Spaltung unter den Juden. 20Viele von ihnen sagten: »Er ist von einem Dämon besessen!10,20 Er hat den Verstand verloren! Er ist verrückt. Warum hört ihr ihm überhaupt noch zu?« 21Andere aber meinten: »So redet kein Besessener. Kann etwa ein Dämon Blinde sehend machen?«

In der Hand des Hirten geborgen. Die Einheit von Vater und Sohn

22Es war Winter. In Jerusalem feierte man das Fest der Tempelweihe.10,22 W 22 Damals/Danach war das Fest der Tempelweihe in Jerusalem. Es war Winter. 23Jesus war im Tempel; er hielt sich in der Halle Salomos auf. 24Da umringten ihn die Juden und sagten: »Wie lange lässt du uns noch im Ungewissen? Wenn du der Messias10,24 Od Christus. bist, dann sag es uns offen!«

25Jesus entgegnete: »Ich habe es euch bereits gesagt, doch ihr glaubt mir nicht. Alles, was ich im Namen meines Vaters tue, zeigt, wer ich bin.10,25 W Die Werke, die ich im Namen meines Vaters tue, die legen Zeugnis von mir ab. 26Aber ihr gehört nicht zu meinen Schafen, darum glaubt ihr nicht. 27Meine Schafe hören auf meine Stimme. Ich kenne sie, und sie folgen mir, 28und ich gebe ihnen das ewige Leben. Sie werden niemals verloren gehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. 29Mein Vater, der sie mir gegeben hat10,29 AL(1) Was mein Vater mir gegeben hat., ist größer als alles; niemand kann sie aus der Hand des Vaters reißen. 30Ich und der Vater sind eins.«

Vorwurf der Gotteslästerung. Die Auseinandersetzung zwischen Jesus und den Juden spitzt sich zu

31Von neuem hoben die Juden Steine auf10,31 Od trugen die Juden Steine herbei., um Jesus zu steinigen. 32Da sagte er zu ihnen: »Ich habe vieles getan, was euch zeigt, dass ich im Auftrag des Vaters handle.10,32 W Viele gute Werke habe ich euch vom Vater her gezeigt. Für welche dieser Taten wollt ihr mich steinigen?« – 33»Wir steinigen dich nicht wegen einer guten Tat, sondern weil du ein Gotteslästerer bist«, gaben die Juden zur Antwort. »Du machst dich zu Gott, obwohl du nur ein Mensch bist.«

34Jesus erwiderte: »Steht nicht in eurem Gesetz der Satz: ›Ich habe gesagt: Ihr seid Götter‹10,34 Psalm 82,6.? 35Hier werden also die, an die das Wort Gottes gerichtet war, Götter genannt10,35 W Er (Gott) / Es (das Gesetz) nannte also die Götter, an die das Wort Gottes erging.; und was die Schrift sagt, ist unumstößlich. 36Mich aber hat der Vater, der heilige Gott, dazu bestimmt, sein Werk zu tun,10,36 W hat der Vater geheiligt. und hat mich in die Welt gesandt. Wie könnt ihr mir da Gotteslästerung vorwerfen, wenn ich sage: ›Ich bin Gottes Sohn‹? 37Wenn die Dinge, die durch mich geschehen, nicht das Werk meines Vaters sind, dann glaubt mir nicht. 38Sind sie es aber, dann lasst euch wenigstens von diesen Dingen überzeugen10,38 sich überzeugen lassen: im Griechischen dasselbe Wort wie glauben., wenn ihr schon mir nicht glauben wollt. Ihr werdet dann erkennen und nicht mehr daran zweifeln10,38 W Ihr werdet dann zu der Erkenntnis kommen und immer mehr erkennen (aL(2) und glauben)., dass in mir der Vater ist und dass ich im Vater bin.«

39Daraufhin versuchten sie von neuem, Jesus festzunehmen, doch er konnte ihnen entkommen.

40Er ging wieder auf die Ostseite10,40 W auf die andere Seite. des Jordans, dorthin, wo Johannes zuerst getauft hatte. Dort blieb er, 41und viele Menschen kamen zu ihm. »Johannes hat zwar keine Wunder getan«, sagten sie. »Aber alles, was er über diesen Mann gesagt hat, hat sich als wahr erwiesen.« 42Und viele aus jener Gegend glaubten an Jesus.

11

Krankheit und Tod des Lazarus

111Lazarus, ein Mann aus Betanien, dem Ort, in dem Maria mit ihrer Schwester Martha wohnte, war erkrankt. 2Maria war jene Frau, die den Herrn mit Salböl gesalbt und ihm mit ihrem Haar die Füße getrocknet hat11,2 Siehe Kapitel 12,1-8., und Lazarus, der krank geworden war, war ihr Bruder. 3Die beiden Schwestern ließen Jesus ausrichten: »Herr, der, den du lieb hast, ist krank.«

4Als Jesus das hörte, sagte er: »Am Ende dieser Krankheit steht nicht der Tod, sondern die Herrlichkeit Gottes.11,4 W Diese Krankheit ist nicht zum Tod, sondern für die Herrlichkeit Gottes. Der Sohn Gottes soll durch sie in seiner Herrlichkeit offenbart werden.« 5Jesus hatte Martha und ihre Schwester und auch Lazarus sehr lieb. 6Als er nun11,6 Od Doch als er. wusste, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er die Nachricht erhalten hatte. 7Dann11,7 Od Erst dann. sagte er zu seinen Jüngern: »Wir wollen wieder nach Judäa gehen!« – 8»Rabbi«, wandten sie ein, »vor kurzem haben die Juden dort noch versucht, dich zu steinigen, und jetzt willst du wieder dahin zurückkehren?« 9Jesus erwiderte: »Es ist doch zwölf Stunden am Tag hell, oder nicht? Wenn jemand seinen Weg geht, während es Tag ist, stößt er nirgends an, weil er das Licht dieser Welt sieht. 10Wenn jemand aber in der Nacht unterwegs ist, stößt er sich, weil das Licht nicht in ihm ist.«

11Nachdem Jesus ´den Einwand seiner Jünger` auf diese Weise beantwortet hatte, sagte er: »Unser Freund Lazarus ist eingeschlafen. Aber ich gehe jetzt zu ihm, um ihn aufzuwecken.« – 12»Herr, wenn er schläft, wird er wieder gesund«, sagten die Jünger, 13die dachten, er rede vom gewöhnlichen Schlaf; in Wirklichkeit sprach er davon, dass Lazarus gestorben war. 14Da erklärte er ihnen offen: »Lazarus ist gestorben. 15Aber euretwegen bin ich froh, dass ich nicht dort war, weil ihr auf diese Weise an mich glauben werdet. Doch jetzt wollen wir zu ihm gehen!« – 16»Ja, lasst uns mitgehen, um mit ihm zu sterben«, sagte Thomas, auch Didymus genannt11,16 Didymus (griechisch) bedeutet dasselbe wie Thomas (aramäisch), nämlich »Zwilling«., zu den anderen Jüngern.

Jesus Christus – die Auferstehung und das Leben

17Als Jesus nach Betanien kam, erfuhr er, dass Lazarus schon vor vier Tagen begraben worden war. 18Betanien war nur etwa drei Kilometer11,18 W etwa fünfzehn Stadien. von Jerusalem entfernt, 19und viele Juden ´aus der Stadt`11,19 Od viele Judäer. waren zu Martha und Maria gekommen, um sie in ihrem Leid11,19 W um sie über ihren Bruder. zu trösten. 20Als Martha hörte, dass Jesus auf dem Weg zu ihnen war, ging sie ihm entgegen; Maria aber blieb zu Hause11,20 Od blieb im Haus ´bei den Trauergästen` sitzen.. 21»Herr«, sagte Martha zu Jesus, »wenn du hier gewesen wärst, wäre mein Bruder nicht gestorben! 22Aber auch jetzt weiß ich: Was immer du von Gott erbittest, wird er dir geben.« – 23»Dein Bruder wird auferstehen«, gab Jesus ihr zur Antwort. 24»Ich weiß, dass er auferstehen wird«, erwiderte Martha. »Das wird an jenem letzten Tag geschehen, bei der Auferstehung der Toten.« 25Da sagte Jesus zu ihr: »Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. 26Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. Glaubst du das?« – 27»Ja, Herr«, antwortete Martha, »ich glaube11,27 W ich bin zum Glauben daran gekommen., dass du der Messias11,27 Od Christus. bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.«

28Danach ging sie weg, um ihre Schwester Maria zu holen. »Der Meister ist da und lässt dich rufen!«, sagte sie leise11,28 W heimlich. zu ihr. 29Als Maria das hörte, stand sie schnell auf, um zu Jesus zu gehen. 30Jesus war noch nicht ins Dorf hineingegangen, sondern war immer noch dort, wo Martha ihn getroffen hatte. 31Die Juden, die bei Maria im Haus waren, um sie zu trösten, sahen, wie sie plötzlich aufsprang und hinauseilte. Sie dachten, sie wolle zum Grab gehen, um dort zu weinen, und folgten ihr.

32Sowie Maria an den Dorfeingang kam11,32 W an die Stelle kam, wo Jesus war. und Jesus erblickte, warf sie sich ihm zu Füßen und rief: »Herr, wenn du hier gewesen wärst, wäre mein Bruder nicht gestorben!« 33Beim Anblick der weinenden Frau und der Juden, die sie begleiteten und mit ihr weinten, erfüllten ihn Zorn und Schmerz. Bis ins Innerste erschüttert, 34fragte er11,34 W 33 … weinten, ergrimmte Jesus im Geist und war erschüttert 34 und sagte.: »Wo habt ihr ihn begraben?« Die Leute antworteten: »Herr, komm mit, wir zeigen es dir!« 35Jesu Augen füllten sich mit Tränen. 36»Seht, wie lieb er ihn gehabt hat!«, sagten die Juden. 37Und einige von ihnen meinten: »Er hat doch den Mann, der blind war, geheilt. Hätte er da nicht auch machen können, dass Lazarus nicht stirbt?«

Die Auferweckung des Lazarus

38Während Jesus nun zum Grab ging, erfüllten ihn von neuem Zorn und Schmerz11,38 W zum Grab ging, ergrimmte er von neuem in sich selbst.. Lazarus lag in einem Höhlengrab, dessen Eingang mit einem großen Stein verschlossen war.11,38 W Es war eine Höhle, und ein Stein lag davor/darauf. 39»Wälzt den Stein weg!«, befahl Jesus. »Herr«, wandte Martha, die Schwester des Verstorbenen, ein, »er ist doch schon vier Tage tot; der Leichnam riecht schon!« 40Aber Jesus sagte zu ihr: »Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?«

41Man nahm nun den Stein vom Eingang weg. Jesus richtete den Blick zum Himmel und sagte: »Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. 42Ich weiß, dass du mich immer erhörst. Aber wegen all der Menschen, die hier stehen, spreche ich es aus; ich möchte, dass sie glauben, dass du mich gesandt hast.« 43Danach rief er mit lauter Stimme: »Lazarus, komm heraus!« 44Der Tote trat heraus, Füße und Hände mit Grabbinden umwickelt und das Gesicht mit einem Tuch verhüllt. »Befreit ihn von den Tüchern und lasst ihn gehen!«, befahl Jesus den Umstehenden11,44 W sagte Jesus zu ihnen..

Der Beschluss des Hohen Rates: Einer muss für alle sterben

45Viele von den Juden, die zu Maria gekommen waren, ´um sie zu trösten,` glaubten an Jesus, als sie das Wunder sahen, das er an Lazarus tat11,45 W als sie sahen, was er tat.. 46Einige aber gingen zu den Pharisäern und berichteten ihnen, was Jesus getan hatte. 47Die führenden Priester und die Pharisäer beriefen daraufhin eine Sitzung des Hohen Rates ein. »Was sollen wir machen?11,47 Od Was erreichen wir eigentlich mit unserem Vorgehen? W Was machen wir?«, sagten sie. »Dieser Mann tut viele Aufsehen erregende Dinge11,47 W viele Zeichen.. 48Wenn wir ihn so weitermachen lassen, glauben am Ende alle an ihn. Dann werden die Römer kommen und weder von unserem Tempel11,48 von unserer Stadt. noch von unserer Nation etwas übrig lassen11,48 Od und uns die Macht über Tempel und Volk entziehen. W und sowohl unseren Ort als auch unsere Nation wegnehmen.

49Einer von ihnen, ein gewisser Kajafas, der in jenem Jahr Hoherpriester war, sagte: »Begreift ihr denn überhaupt nichts? 50Habt ihr euch nie überlegt, dass es in eurem11,50 AL(2) unserem. Interesse ist, wenn ein Mensch für das Volk stirbt und nicht das ganze Volk11,50 Od die ganze Nation. Entsprechend in den Versen 51 und 52. umkommt?« 51Kajafas sagte das nicht aus sich selbst heraus. Er redete aus prophetischer Eingebung, weil er in jenem Jahr Hoherpriester war, und sagte voraus, dass Jesus für das ´jüdische` Volk sterben werde11,51 Hoherpriester war. Denn Jesus sollte tatsächlich für das ´jüdische` Volk sterben.. 52Jesus starb allerdings nicht nur für das ´jüdische` Volk11,52 Od sterben werde, 52 und nicht nur für das ´jüdische` Volk., sondern auch, um die ´über die ganze Welt` verstreuten Kinder Gottes zusammenzuführen und eins zu machen11,52 W Kinder Gottes in eins zusammenzuführen..

53An jenem Tag fassten die führenden Männer des jüdischen Volkes11,53 W fassten sie. endgültig den Beschluss, Jesus zu töten. 54Jesus zeigte sich von da an11,54 Od zeigte sich deshalb. nicht mehr öffentlich unter den Juden. Er zog sich in die Gegend am Rand der Wüste zurück, in die Stadt Efraim. Dort blieb er mit seinen Jüngern.

55Es kamen nun bald wieder die Tage, in denen die Juden ihr Passafest feierten. Schon vor dem Fest zogen viele Menschen aus dem ganzen Land nach Jerusalem hinauf, um sich nach den Reinigungsvorschriften darauf vorzubereiten. 56Alles hielt nach Jesus Ausschau. »Was meint ihr?«, sagten die Leute, wenn sie auf dem Tempelplatz11,56 Od im Tempel. beieinander standen. »Ob er wohl zum Fest kommen wird?11,56 Od Er wird doch sicher zum Fest kommen! Od Er kommt ganz sicher nicht zum Fest!« 57Die führenden Priester und die Pharisäer aber11,57 Od nämlich., die Jesus festnehmen wollten, hatten den Befehl erlassen, jeder, der seinen Aufenthaltsort kenne, sei verpflichtet, es zu melden.

12

Die Salbung Jesu in Betanien

Mt 26,6-13; Mk 14,3-9

121Sechs Tage vor dem Passafest kam Jesus wieder nach Betanien, wo Lazarus wohnte, den er von den Toten auferweckt hatte. 2Dort wurde nun Jesus zu Ehren ein Festessen gegeben. Martha bediente, und Lazarus war unter denen, die mit Jesus an dem Essen teilnahmen.

3Maria brachte einen halben Liter12,3 W eine Litra (etwa 330 Gramm). echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus damit die Füße und trocknete sie dann mit ihrem Haar. Der Duft des Öls erfüllte das ganze Haus. 4´Empört` sagte Judas Iskariot, der Jünger, der Jesus später verriet: 5»Warum hat man dieses Öl nicht verkauft? Man hätte dreihundert Denare dafür bekommen und das Geld den Armen geben können!« 6Er sagte das nicht etwa, weil ihm die Armen am Herzen lagen, sondern weil er ein Dieb war. Er verwaltete die gemeinsame Kasse und entwendete immer wieder etwas von dem, was hineingelegt wurde. 7»Lass sie!«, erwiderte Jesus. »Dadurch, dass sie dieses Öl aufbewahrt hat, konnte sie mich im Hinblick auf den Tag meines Begräbnisses salben.12,7 7 Jesus erwiderte: »Lass sie es (was vom Öl übrig geblieben ist?) für den Tag meines Begräbnisses aufbewahren. W 7 Jesus erwiderte nun: »Lass sie, denn sie soll es für den Tag meines Begräbnisses aufbewahren / aufbewahrt haben. 8Arme, um die ihr euch kümmern könnt, wird es immer geben. Mich aber habt ihr nicht mehr lange bei euch.12,8 W 8 Denn die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer. AL(2) ohne Vers 8.«

9Als unter der jüdischen Bevölkerung bekannt wurde, dass Jesus in Betanien war, strömten die Leute in Scharen dorthin. Sie kamen nicht nur wegen Jesus, sondern auch, weil sie Lazarus sehen wollten, den Mann, den Jesus von den Toten auferweckt hatte. 10Da beschlossen die führenden Priester, auch Lazarus zu töten, 11weil seinetwegen so viele Juden ´nach Betanien` gingen12,11 Od so viele Juden sich ´von ihnen` abwandten. Od so viele Juden ´zu Jesus` übergingen. und daraufhin an Jesus glaubten.

Der Einzug in Jerusalem

Mt 21,1-11; Mk 11,1-11; Lk 19,28-40

12Am nächsten Tag hörten die Menschen, die in großer Zahl zum Passafest gekommen waren, dass Jesus auf dem Weg nach Jerusalem war. 13Mit Palmzweigen in der Hand zogen sie zur Stadt hinaus, um ihn zu empfangen.

»Gepriesen sei Gott!«12,13 W »Hosanna!« Hebräischer Ausdruck mit der Bedeutung Hilf doch! (z. B. Psalm 118,25), der zu einem Ausruf des Lobpreises wurde., riefen sie.

»›Gesegnet sei er, der im Namen des Herrn kommt‹12,13 Psalm 118,26.,

der König von Israel!«

14Jesus ritt auf einem jungen Esel12,14 Od auf einem Esel., den er hatte bekommen können12,14 W den er gefunden hatte.. In der Schrift heißt es:

15»Du brauchst dich nicht zu fürchten, Volk von Zion12,15 W zu fürchten, Tochter Zion.!

Dein König kommt, er reitet auf einem Eselsfohlen.«12,15 Sacharja 9,9.

16Dieses Wort erfüllte sich damals, doch das verstanden die Jünger zunächst noch nicht. Später allerdings, als Jesus in seiner Herrlichkeit offenbart war, erinnerten sie sich daran, dass man ihn genauso empfangen hatte, wie es in der Schrift vorausgesagt war12,16 Od dass das alles genau so über ihn in der Schrift stand und dass man ihn entsprechend empfangen hatte..

17Die Menschen, die in großer Zahl dabei gewesen waren, als Jesus Lazarus aus dem Grab gerufen und ihn von den Toten auferweckt hatte, hatten überall davon erzählt12,17 Od auferweckt hatte, erzählten jetzt davon. AL(1) Die Menge, die bei Jesus war, bezeugte, dass er Lazarus aus dem Grab gerufen und ihn von den Toten auferweckt hatte.. 18Das war der Grund, weshalb ihm jetzt so viele Leute entgegenzogen. Sie hatten von dem Wunder gehört, das er getan hatte. 19Da sagten die Pharisäer zueinander: »Ihr seht doch, dass wir12,19 W ihr. so nicht weiterkommen. Alle Welt läuft ihm nach!«

Menschen nichtjüdischer Herkunft wollen Jesus sehen

20Unter denen, die zum Fest nach Jerusalem hinaufgezogen waren, um anzubeten, befanden sich auch einige Leute nichtjüdischer Herkunft12,20 W einige Griechen.. 21Sie wandten sich an Philippus, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und baten ihn: »Herr, wir möchten gern Jesus kennen lernen12,21 W Jesus sehen.22Philippus ging zu Andreas und teilte ihm das mit, worauf Andreas und Philippus zusammen zu Jesus gingen, um es ihm zu sagen.

23Jesus gab ihnen zur Antwort: »Die Zeit ist gekommen, wo der Menschensohn in seiner Herrlichkeit offenbart wird. 24Ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es ein einzelnes Korn12,24 W bleibt es allein.. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. 25Wem sein eigenes Leben über alles geht12,25 W Wer sein Leben lieb hat., der verliert es. Wer aber in dieser Welt sein Leben loslässt12,25 W sein Leben hasst., der wird es für das ewige Leben in Sicherheit bringen. 26Wenn jemand mir dienen will, muss er mir nachfolgen. Und da, wo ich bin, wird auch mein Diener sein. Wer mir dient, den wird der Vater ehren.«

Jesus kündigt seinen Tod an

27»Mein Herz ist jetzt voll Angst und Unruhe. Soll ich sagen: Vater, rette mich vor dem, was auf mich zukommt? Nein, denn jetzt ist die Zeit da; jetzt geschieht das, wofür ich gekommen bin.12,27 W »Jetzt ist meine Seele erschüttert. Und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen. 28Vater, offenbare die Herrlichkeit deines Namens!« Da sprach eine Stimme aus dem Himmel: »Ich habe es getan und werde es auch jetzt wieder tun.12,28 W Ich habe die Herrlichkeit offenbart und werde wieder die Herrlichkeit offenbaren.«

29Viele Menschen standen dabei und hörten die Stimme. Sie sagten: »Es hat gedonnert.« Einige meinten: »Ein Engel hat zu ihm gesprochen.« 30Da sagte Jesus: »Nicht meinetwegen hat diese Stimme gesprochen, sondern euretwegen. 31Jetzt ist für diese Welt ´die Stunde` des Gerichts gekommen; jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden. 32Ich aber werde über die Erde erhöht werden und werde dann alle12,32 AL(1) alles. zu mir ziehen.« 33Jesus deutete damit an, auf welche Weise er sterben würde.

34Die Leute hielten ihm entgegen: »Das Gesetz lehrt uns12,34 W Wir haben aus dem Gesetz gehört., dass der Messias12,34 Od Christus. ewig bleiben wird.12,34 Vergleiche z. B. Psalm 89,37; 110,4; Jesaja 9,6; Hesekiel (Ezechiel) 37,25; Daniel 7,14. Wie kannst du da behaupten, der Menschensohn müsse erhöht werden? Wer ist überhaupt dieser Menschensohn?«

35Jesus erwiderte: »Das Licht ist nur noch kurze Zeit unter euch. Geht euren Weg im Licht, solange ihr das Licht habt, damit die Finsternis euch nicht überfällt. Wer in der Finsternis unterwegs ist, weiß nicht, wohin sein Weg ihn führt. 36Glaubt an das Licht, solange ihr das Licht habt, damit ihr zu Menschen12,36 W zu Söhnen/Kindern. des Lichts werdet.«

Nachdem Jesus so zu ihnen gesprochen hatte, zog er sich zurück und hielt sich von da an vor ihnen verborgen.

Rückblick auf Jesu öffentliches Wirken: Der Unglaube des jüdischen Volkes

37Trotz all der Wunder, durch die Jesus unter ihnen seine Macht bewiesen hatte12,37 W Obwohl er aber so viele (so große) Zeichen unter ihnen getan hatte., glaubten sie nicht an ihn. 38Denn es sollte sich erfüllen, was der Prophet Jesaja vorausgesagt hatte:

»Herr, wer hat unserer Botschaft geglaubt?

Und wem konnte sich der Herr

mit seinem mächtigen Handeln offenbaren?12,38 W Und wem wurde der Arm des Herrn offenbart? Jesaja 53,1.«12,38 Jesaja 53,1.

39An einer anderen Stelle nennt Jesaja den Grund, warum sie nicht glauben konnten12,39 39 Aus diesem Grund konnten sie nicht an ihn glauben. Denn an einer anderen Stelle sagt Jesaja.:

40»Der Herr12,40 W Er. hat ihre Augen blind gemacht

und ihre Herzen verschlossen.

›Daher kommt es‹, ´sagt der Herr,`

›dass sie mit ihren Augen nicht sehen

und mit ihrem Herzen nichts verstehen

und dass sie nicht umkehren12,40 Od verschlossen. ›Denn sie sollen‹, ´sagt der Herr,` ›mit ihren Augen nicht sehen … und sollen nicht umkehren.,

sodass ich sie heilen könnte.‹«12,40 Jesaja 6,10 (nach der Septuaginta).

41Jesaja sagte das, weil12,41 AL(2) als. er die Herrlichkeit Jesu gesehen hatte; auf ihn bezogen sich seine Worte.

42Es gab allerdings sogar unter den führenden Männern viele, die an Jesus glaubten. Aber wegen der Pharisäer bekannten sie sich nicht offen zu ihm; sie mussten befürchten, aus der Synagoge ausgeschlossen zu werden. 43Es war ihnen wichtiger, ihr Ansehen bei den Menschen nicht zu verlieren, als bei Gott Anerkennung zu finden.12,43 W 43 Denn sie liebten die Ehre (vonseiten) der Menschen mehr als die Ehre (vonseiten) Gottes.

44Jesus aber rief mit lauter Stimme: »Wer an mich glaubt, der glaubt nicht nur an mich, sondern auch an den, der mich gesandt hat. 45Und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. 46Ich bin als das Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, ´das Licht hat und` nicht in der Finsternis bleibt. 47Wenn jemand hört, was ich sage, und sich nicht daran hält, dann bin nicht ich es, der ihn verurteilt. Denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu verurteilen, sondern um die Welt zu retten. 48Wer mich ablehnt und das, was ich sage, nicht annimmt, der hat seinen Richter damit schon gefunden: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn an jenem letzten Tag verurteilen. 49Denn ich habe nicht aus mir selbst heraus geredet; der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich reden und verkünden soll. 50Und ich weiß: Bei seinem Auftrag geht es um12,50 W Sein Auftrag/Gebot ist. das ewige Leben. Was ich darum verkünde, verkünde ich so, wie der Vater es mir gesagt hat.«