Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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In der Gemeinde ist kein Platz für Diskriminierung

21Meine Geschwister, ihr glaubt doch an Jesus Christus, unseren Herrn, dem alle Macht und Herrlichkeit gehört2,1 Od dem alle Ehre zusteht.. Dann dürft ihr aber Rang und Ansehen eines Menschen nicht zum Kriterium dafür machen, wie ihr mit ihm umgeht!2,1 W Meine Geschwister, habt den Glauben an Jesus Christus, unseren Herrn der Herrlichkeit/Ehre, nicht mit Bevorzugung bestimmter Personen!

2Angenommen, in euren Gottesdienst2,2 Od in eure Versammlung. kommt ein vornehm gekleideter Mann mit goldenen Ringen an den Fingern; es kommt aber auch ein Armer in zerlumpter Kleidung herein. 3Wenn ihr nun dem mit der vornehmen Kleidung besondere Aufmerksamkeit schenkt und zu ihm sagt: »Hier ist ein bequemer Platz für dich!«, während ihr zu dem Armen sagt: »Bleib du dort drüben stehen oder setz dich hier bei meinem Fußschemel auf den Boden!« – 4messt ihr da nicht in euren eigenen Reihen mit zweierlei Maß2,4 Od 4 geratet ihr da nicht in Widerspruch mit euch selbst.? Und macht ihr euch damit nicht zu Richtern, die sich von verwerflichen Überlegungen leiten lassen?

5Hört, meine lieben Geschwister! Hat Gott nicht gerade die, die in den Augen dieser Welt arm sind2,5 die arm sind an irdischen Gütern., dazu erwählt, durch den Glauben reich zu werden? Hat er nicht gerade sie zu Erben seines Reiches bestimmt – zu Erben des Reiches, das er denen zugesagt hat, die ihn lieben? 6Doch was macht ihr? Ihr behandelt den Armen geringschätzig! Sind es denn nicht die Reichen, die euch unterdrücken und euch sogar vor die Gerichte schleppen? 7Und sind es nicht die Reichen, die den wunderbaren Namen ´unseres Herrn`2,7 Den Namen Jesus. Durch Ausrufen seines Namens über jemandem wurde diese Person zu seinem Eigentum erklärt (vergleiche z. B. 2. Chronik 7,14; Jesaja 63,19; Jeremia 14,9; 15,16; Daniel 9,19; Amos 9,12; Apostelgeschichte 15,17). Vielleicht ist hierbei im Besonderen an die Taufe zu denken (siehe z. B. Matthäus 28,19; Apostelgeschichte 2,38; 10,48). verhöhnen, der über euch ausgerufen worden ist?

8Nun, wenn ihr euch wirklich nach dem königlichen Gesetz2,8 Gedacht ist wahrscheinlich an das anschließend zitierte Liebesgebot (vergleiche Matthäus 22,36-40; Johannes 13,34; 15,12.17; Römer 13,8-10; Galater 6,2). richtet, wie es in der Schrift niedergelegt ist: »Liebe deine Mitmenschen wie dich selbst!«2,8 3. Mose 19,18., dann handelt ihr gut und richtig. 9Doch wenn ihr Rang und Ansehen eines Menschen zum Kriterium dafür macht, wie ihr mit ihm umgeht2,9 W Doch wenn ihr bestimmte Personen bevorzugt., begeht ihr eine Sünde und werdet vom Gesetz als Gesetzesübertreter überführt. 10Und ihr wisst: Wer2,10 W 10 Denn wer. das ganze Gesetz befolgt, aber gegen ein einziges ´Gebot` verstößt, macht sich damit am ganzen Gesetz mit allen seinen Geboten2,10 W macht sich damit an allen. schuldig. 11Denn derselbe, der gesagt hat: »Du sollst nicht die Ehe brechen!«2,11 2. Mose 20,14; 5. Mose 5,18., hat auch gesagt: »Du sollst keinen Mord begehen!«2,11 2. Mose 20,13; 5. Mose 5,17. Bei jedem einzelnen Verstoß gegen ein Gebot verstößt du also gegen das Gesetz als Ganzes; du kannst einen Mord nicht damit aufwiegen, dass du keinen Ehebruch begehst.2,11 W keinen Mord begehen!« Wenn du nun nicht die Ehe brichst, aber einen Mord begehst, bist du ein Gesetzesübertreter geworden.

12Redet und handelt so, wie es dem Gesetz der Freiheit entspricht – dem Gesetz, nach dem ihr einmal gerichtet werdet.2,12 W Redet so und handelt so wie ´Menschen`, die einmal durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden. Zu Gesetz der Freiheit siehe die Anmerkung zu Kapitel 1,25. 13Denn im Gericht gibt es kein Erbarmen mit dem, der selbst kein Erbarmen kannte. ´Doch wer barmherzig war, bei dem` triumphiert die Barmherzigkeit über das Gericht: ´Er wird nicht verurteilt werden.`

Glaube wird an Taten gemessen

14Was nützt es, meine Geschwister, wenn jemand behauptet: »Ich glaube2,14 W Ich habe Glauben.«, aber er hat keine ´entsprechenden` Taten vorzuweisen? Kann der Glaube ´als solcher` ihn retten? 15Angenommen, ein Bruder oder eine Schwester haben nicht genügend anzuziehen, und es fehlt ihnen an dem, was sie täglich zum Essen brauchen. 16Wenn nun jemand von euch zu ihnen sagt: »Ich wünsche euch alles Gute!2,16 Od Gottes Frieden begleite euch! Hoffentlich bekommt ihr warme Kleider und könnt euch satt essen!«2,16 W »Geht in Frieden! Wärmt euch und esst euch satt!«, aber ihr gebt ihnen nicht, was sie zum Leben2,16 W für den Körper. brauchen – was nützt ihnen das? 17Genauso ist es mit dem Glauben: Wenn er keine Taten vorzuweisen hat, ist er tot; er ist tot, weil er ohne Auswirkungen bleibt2,17 W er ist tot in sich selbst..

18Vielleicht hält mir jemand entgegen: »Der eine hat eben den Glauben und der andere die Taten.«2,18 W Du hast Glauben, und ich habe Taten. »Du … ich« bedeutet hier wahrscheinlich so viel wie »Der eine … der andere«. Allerdings ist die Deutung dieses Verses umstritten. Wirklich? Wie willst du mir denn deinen Glauben beweisen, wenn die ´entsprechenden` Taten fehlen? Ich dagegen kann dir meinen Glauben anhand von dem beweisen, was ich tue. 19Du glaubst, dass es nur einen Gott gibt2,19 5. Mose 6,4.? Schön und gut! Aber auch die Dämonen glauben das – und zittern!2,19 Vergleiche z. B. Matthäus 8,29; Markus 1,24.

20Willst du denn nicht begreifen, du unverständiger Mensch, dass der Glaube ohne Taten nutzlos ist? 21Wurde nicht unser Vater Abraham aufgrund seines Tuns für gerecht erklärt? Er wurde für gerecht erklärt, weil er seinen Sohn Isaak auf den Altar legte, ´um ihn Gott als Opfer darzubringen`.2,21 1. Mose 22,9.10. 22Daran siehst du, dass sein Glaube mit seinen Taten zusammenwirkte; erst durch seine Taten wurde sein Glaube vollkommen. 23Und erst damit zeigte sich die volle Bedeutung dessen2,23 W Und es wurde erfüllt., was die Schrift sagt: »Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet«2,23 1. Mose 15,6.; ja, er wurde sogar »Freund Gottes« genannt2,23 2. Chronik 20,7; Jesaja 41,8..

24Ihr seht also, dass der Glaube allein nicht genügt; ein Mensch wird nur dann von Gott für gerecht erklärt, wenn sein Glaube auch Taten hervorbringt2,24 W dass ein Mensch aufgrund von Taten für gerecht erklärt wird und nicht aufgrund von Glauben allein. – Bei der scheinbar entgegengesetzt lautenden Aussage in Römer 3,28 geht es darum, dass Juden wie Nichtjuden von Gott angenommen (»für gerecht erklärt«) werden aufgrund ihres Glaubens an Jesus Christus – unabhängig davon, ob sie die vom mosaischen Gesetz geforderten Taten vorweisen können. Bei Jakobus hingegen geht es darum, dass der Glaube der Christen nicht ein bloßes Bekenntnis sein darf, sondern sich in entsprechenden Taten als lebendig erweisen soll (genau wie Paulus das z. B. in 1. Korinther 13,2; Galater 5,6 fordert; vergleiche auch Matthäus 7,15-20). Nur ein solcher tatkräftiger Glaube wird von Gott als echt anerkannt..2,24 Bei der scheinbar entgegengesetzt lautenden Aussage in Römer 3,28 geht es darum, dass Juden wie Nichtjuden von Gott angenommen (»für gerecht erklärt«) werden aufgrund ihres Glaubens an Jesus Christus – unabhängig davon, ob sie die vom mosaischen Gesetz geforderten Taten vorweisen können. Bei Jakobus hingegen geht es darum, dass der Glaube der Christen nicht ein bloßes Bekenntnis sein darf, sondern sich in entsprechenden Taten als lebendig erweisen soll (genau wie Paulus das z. B. in 1. Korinther 13,2; Galater 5,6 fordert; vergleiche auch Matthäus 7,15-20). Nur ein solcher tatkräftiger Glaube wird von Gott als echt anerkannt.

25War es bei der Prostituierten Rahab nicht ebenso? Auch sie wurde aufgrund ihrer Taten für gerecht erklärt, denn sie nahm die ´israelitischen` Boten gastfreundlich bei sich auf und half ihnen, auf einem geheimen Weg aus der Stadt zu fliehen2,25 W und ließ sie auf einem anderen Weg hinaus. Josua 2,1-16; 6,17; siehe auch Hebräer 11,31..2,25 Josua 2,1-16; 6,17; siehe auch Hebräer 11,31. 26Genauso nämlich, wie der Körper ohne den Geist ein toter Körper ist, ist auch der Glaube ohne Taten ein toter Glaube.

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Die gefährliche Macht der Worte

31Meine Geschwister3,1 Od Meine Brüder., es sollen nicht so viele von euch darauf aus sein, Lehrer der Gemeinde zu werden3,1 Od es sollen nicht so viele von euch als Lehrer der Gemeinde auftreten. W werdet nicht viele Lehrer.! Ihr wisst doch, dass wir ´Lehrer` einmal besonders streng beurteilt werden. 2Wir alle lassen uns ja oft und in vieler Hinsicht etwas zuschulden kommen, ´am meisten jedoch bei dem, was wir sagen`. Wenn jemand sich nie auch nur mit einem Wort etwas zuschulden kommen lässt, ist er ein vollkommener3,2 Od geistlich reifer. Mensch, der auch jeden anderen Bereich seines Lebens3,2 W der auch den ganzen Körper. unter Kontrolle halten kann.

3Wenn wir einem Pferd das Zaumzeug ins Maul legen, machen wir uns damit das ganze Tier gefügig und können es so lenken, wie wir es wollen.3,3 W Wenn wir den Pferden die Zäume in die Mäuler legen, damit sie uns gehorchen, lenken wir auch ihren ganzen Körper. 4Oder denkt an ein Schiff: So groß es auch sein mag und so heftig die Winde sind, denen es ausgesetzt ist, wird es doch von einem winzigen Ruder auf dem Kurs gehalten, den der Steuermann bestimmt. 5Genauso ist es mit der Zunge: Sie ist nur ein kleines Organ unseres Körpers und kann sich doch damit rühmen3,5 Od und prahlt doch damit., große Dinge zu vollbringen.

Wie ist es denn beim Feuer? Ein Funke genügt, um einen ganzen Wald in Brand zu setzen! 6Auch die Zunge ist ein Feuer; sie ist – mehr als alle anderen Teile des Körpers – ein Mikrokosmos unserer unheilvollen Welt.3,6 Od Auch die Zunge ist ein Feuer; mit ihr befindet sich mitten unter den anderen Teilen unseres Körpers eine ganze Welt voller Unrecht/Unheil. Unser ganzes Wesen wird von ihr vergiftet; sie setzt die gesamte menschliche Existenz3,6 die gesamte Welt. in Brand mit einem Feuer, das die Hölle selbst in ihr entzündet.3,6 W Auch die Zunge ist ein Feuer; als die Welt des Unrechts/Unheils erweist sich unter unseren Körperteilen die Zunge, die den ganzen Leib beschmutzt und das Rad des Werdens/Daseins (d. h. den Lauf des Lebens / der Welt) in Brand setzt und von der Hölle in Brand gesetzt wird. 7Es gelingt dem Menschen zwar, die unterschiedlichsten Tiere zu zähmen – Raubtiere und Vögel, Reptilien und Fische. Sie alle hat der Mensch gebändigt3,7 W 7 Denn jede Art/Natur/Kreatur sowohl der Landtiere / wilden Tiere als auch der Vögel, sowohl der Kriechtiere als auch der Seetiere wird gebändigt und ist gebändigt worden durch die menschliche Art/Natur/Kreatur.; 8doch die Zunge kann kein Mensch bändigen. Sie ist ein ständiger Unruheherd, eine Unheilstifterin, erfüllt von tödlichem Gift. 9Mit ihr preisen wir den, der ´unser` Herr und Vater ist, und mit ihr verfluchen wir Menschen, die als Ebenbild Gottes geschaffen sind. 10Aus ein und demselben Mund kommen Segen3,10 Od Lobpreis (im Griechischen vom selben Wortstamm gebildet wie preisen in Vers 9). und Fluch. Das, meine Geschwister, darf nicht sein! 11Oder lässt etwa eine Quelle aus ein und derselben Öffnung genießbares und ungenießbares3,11 W süßes und bitteres. Wasser hervorsprudeln? 12Kann ein Feigenbaum Oliven tragen oder ein Weinstock Feigen, meine Geschwister? Natürlich nicht – so wenig, wie aus einer salzhaltigen Quelle Süßwasser fließt!

Zwei Arten von Weisheit

13Hält sich jemand unter euch für weise und verständig? Dann soll er zeigen, dass er das auch tatsächlich ist, indem er ein vorbildliches Leben führt und Dinge tut, die von Weisheit und Bescheidenheit zeugen3,13 Od die von der Bescheidenheit zeugen, die aus der Weisheit kommt. W 13 Wer unter euch ist weise und verständig? Er zeige aufgrund der guten Lebensführung seine Taten in der Bescheidenheit der Weisheit.. 14Wenn aber euer Herz bitter ist vor Eifersucht3,14 Od Neid. und wenn ihr selbstsüchtige Ziele verfolgt3,14 Od und wenn ihr streitsüchtig seid., dann prahlt nicht ´mit eurer Weisheit`; ihr würdet damit lügen und euch gegen die Wahrheit stellen. 15Eine solche Weisheit kommt nicht von oben, sondern spiegelt das Denken dieser Welt wider und ist ganz auf das Irdische ausgerichtet; sie ist dämonischen Ursprungs3,15 W sondern ist irdisch, seelisch, dämonisch.. 16Denn wo Eifersucht und Selbstsucht herrschen, da herrscht auch Unfrieden3,16 W Unordnung/Aufruhr., und das Böse kann sich ungehindert ausbreiten3,16 W und da ist jede böse Sache/Tat..

17Die Weisheit hingegen, die von oben kommt, ist in erster Linie rein und heilig, dann aber auch friedfertig, freundlich und bereit, sich etwas sagen zu lassen. Sie ist voll Erbarmen und bringt eine Fülle von Gutem hervor; sie ist unparteiisch3,17 Od frei von Misstrauen/Zweifeln. und frei von jeder Heuchelei. 18Die Früchte, die vor Gott bestehen können, wachsen dort, wo Friedensstifter eine Saat des Friedens säen.3,18 W 18 Die Frucht der Gerechtigkeit (d. h. die Frucht, die nach Gottes Urteil recht ist; nach anderer Auffassung: die Frucht, die von der Gerechtigkeit hervorgebracht wird) wird im Frieden gesät von denen (od für die), die Frieden stiften.

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Freundschaft mit der Welt ist Feindschaft gegen Gott

41Woher kommen die Auseinandersetzungen unter euch, woher die Streitigkeiten? Kommen sie nicht daher, dass in euch selbst4,1 W in euren Gliedern. ein Kampf tobt? Eure eigensüchtigen Wünsche führen einen regelrechten Krieg ´gegen das, was Gott von euch möchte`! 2Ihr tut alles, um eure Gier zu stillen, und steht doch mit leeren Händen da. Ihr seid bereit, über Leichen zu gehen4,2 W Ihr tötet/mordet. Vielleicht eine bewusst überhöhte Ausdrucksweise (vergleiche Matthäus 5,21.22; 1. Johannes 3,15); vielleicht ist aber auch daran gedacht, dass die Reichen die Armen durch das Vorenthalten des Lohns und durch Gerichtsprozesse ihrer Lebensgrundlage beraubten (siehe Kapitel 2,6; 5,4.6)., ihr seid erfüllt von Neid und Eifersucht, aber nichts davon bringt euch euren Zielen näher. Ihr streitet und kämpft, und trotzdem bekommt ihr nicht, ´was ihr wollt,` weil ihr euch mit euren Anliegen nicht an Gott wendet. 3Und selbst wenn ihr euch an ihn wendet, werden eure Bitten nicht erhört4,3 Od 3 Das heißt, ihr wendet euch zwar an ihn, aber eure Bitten werden trotzdem nicht erhört., weil ihr in verwerflicher Absicht bittet: Das Erbetene soll dazu beitragen, eure selbstsüchtigen Wünsche zu erfüllen!

4Ihr Treulosen! Wie eine Ehebrecherin den Bund mit ihrem Mann bricht, so brecht ihr den Bund mit Gott.4,4 Im Alten Testament wird Untreue gegenüber Gott häufig unter dem Bild des Ehebruchs dargestellt (siehe z. B. Jeremia 3,20; Hesekiel (Ezechiel) 16 und 23 sowie Hosea 1 und 2). Ist euch denn nicht bewusst, dass Freundschaft mit der Welt4,4 Zu Welt siehe die erste Anmerkung zu 1. Johannes 2,15. Feindschaft gegenüber Gott bedeutet? Wer also ein Freund der Welt sein will, erweist sich damit als Feind Gottes. 5Oder meint ihr, die Schrift sagt ohne Grund: »Mit leidenschaftlichem Eifer sehnt sich Gott danach, dass der Geist, den er uns Menschen eingepflanzt hat, ihm allein ergeben ist4,5 W sehnt er sich nach dem Geist, den er in uns hat Wohnung nehmen lassen (aL(2) der in uns Wohnung genommen hat). Vielleicht ist an Stellen wie 2. Mose 20,5.6; 34,14; Hiob (Ijob) 14,15 zu denken, deren Sinn hier zusammenfassend wiedergegeben ist. Ebenfalls möglich ist folgende Wiedergabe: Der Geist, den Gott uns Menschen eingepflanzt hat, neigt zu eifersüchtigem Begehren. Nach anderer Auffassung ist mit Geist nicht der menschliche Geist gemeint, sondern der Geist Gottes, sodass zu übersetzen wäre: Mit leidenschaftlichem Eifer sehnt sich der Geist, den Gott in uns hat Wohnung nehmen lassen, danach, dass wir Gott allein ergeben sind.4,5 Vielleicht ist an Stellen wie 2. Mose 20,5.6; 34,14; Hiob (Ijob) 14,15 zu denken, deren Sinn hier zusammenfassend wiedergegeben ist.? 6Aber eben deshalb schenkt Gott uns auch seine Gnade in ganz besonderem Maß. Es heißt ja in der Schrift4,6 W Deshalb sagt er (Gott) / sagt sie (die Schrift) / heißt es.:

»Den Hochmütigen stellt sich Gott entgegen,

aber wer gering von sich denkt, den lässt er seine Gnade erfahren.«4,6 Sprüche 3,34.

7Ordnet euch daher Gott unter! Und dem Teufel widersteht, dann wird er von euch ablassen und fliehen. 8Sucht die Nähe Gottes, dann wird er euch nahe sein! Wascht ´die Schuld` von euren Händen, ihr Sünder! Reinigt eure Herzen, ihr Unentschlossenen4,8 Od die ihr in eurem Innersten gespalten seid (im Griechischen derselbe Ausdruck wie in Kapitel 1,8).! 9Klagt ´über euren Zustand`, trauert und weint! Aus eurem Lachen muss Traurigkeit werden, aus eurer Freude Bestürzung und Scham. 10Beugt euch vor dem Herrn, dann wird er euch erhöhen.

Sitzt nicht über andere zu Gericht!

11Redet nicht schlecht übereinander, Geschwister! Wer schlecht über seinen Bruder redet oder seinen Bruder verurteilt, der redet damit schlecht über das Gesetz und verurteilt das Gesetz, ´das ein solches Verhalten untersagt`.4,11 Siehe z. B. 3. Mose 19,16-18. Und wenn du das Gesetz verurteilst, spielst du dich als sein Richter auf, statt es zu befolgen. 12Dabei gibt es doch nur einen Gesetzgeber und nur einen Richter – den, der die Macht hat zu retten und der die Macht hat, dem Verderben preiszugeben. Du aber, wer bist du, dass du über deine Mitmenschen zu Gericht sitzt?

Warnung vor Selbstsicherheit

13Nun zu euch, die ihr sagt: »Heute oder spätestens morgen werden wir in die und die Stadt reisen! Wir werden ein Jahr lang dort bleiben, werden Geschäfte machen und werden viel Geld verdienen!« 14Dabei wisst ihr nicht einmal, was morgen sein wird! Was ist schon euer Leben?4,14 Od nicht einmal, wie es morgen um euer Leben stehen wird! Ein Dampfwölkchen seid ihr4,14 AL(1) Ein Dampfwölkchen wird es sein., das für eine kleine Weile zu sehen ist und dann wieder verschwindet.

15Statt solche selbstsicheren Behauptungen aufzustellen, solltet ihr lieber sagen4,15 W Stattdessen solltet ihr sagen.: »Wenn der Herr es will, werden wir dann noch am Leben sein und dieses oder jenes tun.« 16Doch was macht ihr? Ihr rühmt euch selbst und prahlt mit euren überheblichen Plänen.4,16 Od Ihr rühmt euch selbst und seid überheblich. W Ihr rühmt euch mit euren Großtuereien. Alles Rühmen dieser Art ist verwerflich.

17Denkt also daran: Wenn jemand weiß4,17 Od Wenn jemand imstande ist, das zu tun., was gut und richtig ist, und es doch nicht tut, macht er sich schuldig.