Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Absender und Empfänger des Briefes

11Jakobus1,1 Ein leiblicher Bruder von Jesus (siehe Matthäus 13,55 und Markus 6,3) und eines der führenden Mitglieder der Gemeinde von Jerusalem (siehe z. B. Galater 2,9 und Apostelgeschichte 15,13; 21,18)., Diener Gottes und des Herrn Jesus Christus, an die zwölf Stämme, die in der Fremde1,1 Griechisch diasporá (w Zerstreuung). Bei den Adressaten handelt es sich wahrscheinlich um an Jesus Christus gläubige Juden (Angehörige des zwölfstämmigen israelitischen Volkes), die in Ländern mit überwiegend nichtjüdischer Bevölkerung lebten; möglicherweise gehörten sie zu den Christen, die nach Apostelgeschichte 8,1 und Apostelgeschichte 11,19 aus Jerusalem vertrieben worden waren. – Nach anderer Auffassung richtet sich der Brief an die aus Juden und Nichtjuden bestehende christliche Gemeinde als das Volk Gottes, das wahre Israel, das noch fern von der himmlischen Heimat auf der Erde lebt. leben1,1 Bei den Adressaten handelt es sich wahrscheinlich um an Jesus Christus gläubige Juden (Angehörige des zwölfstämmigen israelitischen Volkes), die in Ländern mit überwiegend nichtjüdischer Bevölkerung lebten; möglicherweise gehörten sie zu den Christen, die nach Apostelgeschichte 8,1 und Apostelgeschichte 11,19 aus Jerusalem vertrieben worden waren. – Nach anderer Auffassung richtet sich der Brief an die aus Juden und Nichtjuden bestehende christliche Gemeinde als das Volk Gottes, das wahre Israel, das noch fern von der himmlischen Heimat auf der Erde lebt.. Euch allen sende ich meinen Gruß.

Standhaftigkeit bei Glaubensproben

2Seht es als einen ganz besonderen Grund zur Freude an, meine Geschwister, wenn ihr Prüfungen verschiedenster Art durchmachen müsst. 3Ihr wisst doch: Wenn euer Glaube erprobt wird und sich bewährt, bringt das Standhaftigkeit hervor. 4Und durch die Standhaftigkeit soll das Gute, das in eurem Leben begonnen hat, zur Vollendung kommen.1,4 W 4 Die Standhaftigkeit aber soll ein vollkommenes Werk ´zur Folge` haben. Dann werdet ihr vollkommen1,4 Od geistlich reif. und makellos sein, und es wird euch an nichts mehr fehlen.

Vertrauensvolles Gebet

5Wenn es aber einem von euch an Weisheit fehlt, bitte er Gott darum, und sie wird ihm gegeben werden; denn Gott gibt allen gern1,5 Od großzügig. und macht ´dem, der ihn bittet,` keine Vorhaltungen. 6Doch soll der Betreffende seine Bitte in einer Haltung des Vertrauens1,6 Od des Glaubens. vorbringen und nicht in der Haltung des Zweiflers; denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die – vom Wind aufgepeitscht – einmal hierhin und dann wieder dorthin getrieben wird. 7Ein solcher Mensch soll nicht meinen, er werde vom Herrn etwas bekommen, 8denn er ist in seinem Innersten gespalten, und seine Unbeständigkeit kommt bei allem, was er unternimmt, zum Vorschein.

Armut und Reichtum

9Ein Gemeindeglied, das in ärmlichen Verhältnissen lebt, soll sich vor Augen halten, was für eine hohe Würde Gott ihm verliehen hat1,9 Od ihm verleihen wird.. 10Und wer reich ist, soll sich vor Augen halten, wie wenig seine hohe soziale Stellung vor Gott wert ist1,10 W 9 Der niedrig gestellte Bruder aber rühme sich seiner hohen Stellung, 10 der reiche/Reiche aber seiner niedrigen Stellung.; denn er wird vergehen wie eine Blume auf dem Feld1,10 W wie die Blume des Grases.. 11Wenn die Sonne emporsteigt und ihre Glut1,11 Od und der glühend heiße Wüstenwind. das Gras versengt, verwelkt die Blume1,11 W fällt seine (des Grases) Blume ab., und ihre Schönheit ist dahin. Genauso wird auch der Reiche vergehen mit allem, was ihm sein Reichtum ermöglicht hat1,11 W mit seiner Lebensführung / mit seinen Unternehmungen..

Prüfung und Versuchung

12Glücklich zu preisen ist der, der standhaft bleibt, wenn sein Glaube auf die Probe gestellt wird1,12 W der die Prüfung standhaft erträgt.. Denn nachdem er sich bewährt hat, wird er als Siegeskranz das ewige Leben erhalten, wie der Herr es1,12 W wird er den Siegeskranz des Lebens erhalten, den er. denen zugesagt hat, die ihn lieben.

13Doch wenn jemand in Versuchung gerät1,13 Im Griechischen sind Prüfung (Vers 2) bzw. Probe (Vers 12) und in Versuchung geraten / in Versuchung führen / verführt werden / verführen vom selben Wortstamm gebildet., ´Böses zu tun,` soll er nicht sagen: Es ist Gott, der mich in Versuchung führt! Denn so wenig Gott selbst zu1,13 Od von. etwas Bösem verführt werden kann, so wenig verführt er seinerseits jemand dazu. 14Nein, wenn jemand in Versuchung gerät, ist es seine eigene Begierde, die ihn reizt und in die Falle lockt. 15Nachdem die Begierde dann schwanger geworden ist, bringt sie die Sünde zur Welt; die Sünde aber, wenn sie ausgewachsen1,15 W vollendet. ist, gebiert den Tod.

16Macht euch nichts vor1,16 Manche stellen diese Aussage noch zum vorangehenden Abschnitt: … gebiert den Tod. 16 Macht euch diesbezüglich nichts vor., meine lieben Geschwister! 17Von oben kommen nur gute Gaben und nur vollkommene Geschenke; sie kommen vom Schöpfer der Gestirne, der sich nicht ändert und bei dem es keinen Wechsel von Licht zu Finsternis gibt1,17 W sie kommen vom Vater der Lichter herab, bei dem es keine Veränderung und keine Verfinsterung aufgrund eines Wechsels gibt (d. h. wohl: aufgrund von wechselnden Stellungen der Gestirne).. 18Seinem Plan entsprechend hat er durch die Botschaft der Wahrheit neues Leben in uns hervorgebracht1,18 W hat er uns durch das Wort der Wahrheit geboren. – »gebären«: im Griechischen dasselbe Wort wie in Vers 15., damit wir – bildlich gesprochen – unter allen seinen Geschöpfen eine ´ihm geweihte` Erstlingsgabe sind1,18 Vergleiche 3. Mose 23,10.11. Od damit wir gewissermaßen die Erstgeborenen seiner ´neuen` Schöpfung sind..1,18 Vergleiche 3. Mose 23,10.11.

Gottes Botschaft hören – Gottes Botschaft befolgen

19Denkt daran1,19 Od Ihr wisst doch. Nach anderer Auffassung beziehen sich diese Worte auf das Vorangehende, sodass zu übersetzen wäre: Nehmt euch das alles zu Herzen bzw. Das alles ist euch bekannt. AL(2) 19 Darum., meine lieben Geschwister: Jeder sei schnell bereit zu hören, aber jeder lasse sich Zeit, ehe er redet, und ´erst recht`, ehe er zornig wird. 20Denn der Zorn des Menschen bewirkt nicht, was vor Gott recht ist1,20 W bewirkt nicht Gottes Gerechtigkeit / Gerechtigkeit vor Gott.. 21Deshalb legt alles ab, was euch beschmutzt, alles Böse, was noch bei euch vorhanden ist1,21 Od was euch beschmutzt, und auch noch den letzten Rest von Bösem., und geht bereitwillig auf die Botschaft ein, die euch ins Herz gepflanzt wurde und die die Kraft hat, euch1,21 W eure Seelen. zu retten.

22Hört euch diese Botschaft nicht nur an, sondern handelt auch danach; andernfalls betrügt ihr euch selbst. 23Denn wer sich ´Gottes` Botschaft zwar anhört, aber nicht danach handelt, gleicht jemand, der sein Gesicht im Spiegel betrachtet 24und der, nachdem er sich betrachtet hat, weggeht und sofort wieder vergisst, wie er ausgesehen hat. 25Wer sich jedoch in das vollkommene Gesetz vertieft, das Gesetz der Freiheit1,25 Das Gesetz der Freiheit: Gottes Wille, wie er im Evangelium von Jesus Christus zum Ausdruck kommt. Ebenso in Kapitel 2,12., und es ständig vor Augen hat, wer also das Gehörte nicht vergisst, sondern es in die Tat umsetzt, der ist glücklich zu preisen, denn er wird gesegnet sein bei allem, was er tut1,25 Od denn er wird für sein Tun gesegnet werden. W der wird glücklich zu preisen sein in seinem Tun / aufgrund seines Tuns..

Echte Frömmigkeit oder religiöser Selbstbetrug

26Wenn jemand sich für fromm hält, aber seine Zunge nicht im Zaum halten kann, betrügt er sich selbst, und seine Frömmigkeit ist nichts wert. 27Echte1,27 W Reine. und untadelige Frömmigkeit, die vor Gott, dem Vater, bestehen kann, zeigt sich darin, dass man Waisen und Witwen in ihrer Not beisteht1,27 Vergleiche alttestamentliche Stellen wie Jesaja 1,17.23; Jeremia 5,28; Hesekiel (Ezechiel) 22,7; Sacharja 7,10. und sich vom gottlosen Treiben dieser Welt1,27 W und sich von der Welt. nicht beschmutzen lässt.

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In der Gemeinde ist kein Platz für Diskriminierung

21Meine Geschwister, ihr glaubt doch an Jesus Christus, unseren Herrn, dem alle Macht und Herrlichkeit gehört2,1 Od dem alle Ehre zusteht.. Dann dürft ihr aber Rang und Ansehen eines Menschen nicht zum Kriterium dafür machen, wie ihr mit ihm umgeht!2,1 W Meine Geschwister, habt den Glauben an Jesus Christus, unseren Herrn der Herrlichkeit/Ehre, nicht mit Bevorzugung bestimmter Personen!

2Angenommen, in euren Gottesdienst2,2 Od in eure Versammlung. kommt ein vornehm gekleideter Mann mit goldenen Ringen an den Fingern; es kommt aber auch ein Armer in zerlumpter Kleidung herein. 3Wenn ihr nun dem mit der vornehmen Kleidung besondere Aufmerksamkeit schenkt und zu ihm sagt: »Hier ist ein bequemer Platz für dich!«, während ihr zu dem Armen sagt: »Bleib du dort drüben stehen oder setz dich hier bei meinem Fußschemel auf den Boden!« – 4messt ihr da nicht in euren eigenen Reihen mit zweierlei Maß2,4 Od 4 geratet ihr da nicht in Widerspruch mit euch selbst.? Und macht ihr euch damit nicht zu Richtern, die sich von verwerflichen Überlegungen leiten lassen?

5Hört, meine lieben Geschwister! Hat Gott nicht gerade die, die in den Augen dieser Welt arm sind2,5 die arm sind an irdischen Gütern., dazu erwählt, durch den Glauben reich zu werden? Hat er nicht gerade sie zu Erben seines Reiches bestimmt – zu Erben des Reiches, das er denen zugesagt hat, die ihn lieben? 6Doch was macht ihr? Ihr behandelt den Armen geringschätzig! Sind es denn nicht die Reichen, die euch unterdrücken und euch sogar vor die Gerichte schleppen? 7Und sind es nicht die Reichen, die den wunderbaren Namen ´unseres Herrn`2,7 Den Namen Jesus. Durch Ausrufen seines Namens über jemandem wurde diese Person zu seinem Eigentum erklärt (vergleiche z. B. 2. Chronik 7,14; Jesaja 63,19; Jeremia 14,9; 15,16; Daniel 9,19; Amos 9,12; Apostelgeschichte 15,17). Vielleicht ist hierbei im Besonderen an die Taufe zu denken (siehe z. B. Matthäus 28,19; Apostelgeschichte 2,38; 10,48). verhöhnen, der über euch ausgerufen worden ist?

8Nun, wenn ihr euch wirklich nach dem königlichen Gesetz2,8 Gedacht ist wahrscheinlich an das anschließend zitierte Liebesgebot (vergleiche Matthäus 22,36-40; Johannes 13,34; 15,12.17; Römer 13,8-10; Galater 6,2). richtet, wie es in der Schrift niedergelegt ist: »Liebe deine Mitmenschen wie dich selbst!«2,8 3. Mose 19,18., dann handelt ihr gut und richtig. 9Doch wenn ihr Rang und Ansehen eines Menschen zum Kriterium dafür macht, wie ihr mit ihm umgeht2,9 W Doch wenn ihr bestimmte Personen bevorzugt., begeht ihr eine Sünde und werdet vom Gesetz als Gesetzesübertreter überführt. 10Und ihr wisst: Wer2,10 W 10 Denn wer. das ganze Gesetz befolgt, aber gegen ein einziges ´Gebot` verstößt, macht sich damit am ganzen Gesetz mit allen seinen Geboten2,10 W macht sich damit an allen. schuldig. 11Denn derselbe, der gesagt hat: »Du sollst nicht die Ehe brechen!«2,11 2. Mose 20,14; 5. Mose 5,18., hat auch gesagt: »Du sollst keinen Mord begehen!«2,11 2. Mose 20,13; 5. Mose 5,17. Bei jedem einzelnen Verstoß gegen ein Gebot verstößt du also gegen das Gesetz als Ganzes; du kannst einen Mord nicht damit aufwiegen, dass du keinen Ehebruch begehst.2,11 W keinen Mord begehen!« Wenn du nun nicht die Ehe brichst, aber einen Mord begehst, bist du ein Gesetzesübertreter geworden.

12Redet und handelt so, wie es dem Gesetz der Freiheit entspricht – dem Gesetz, nach dem ihr einmal gerichtet werdet.2,12 W Redet so und handelt so wie ´Menschen`, die einmal durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden. Zu Gesetz der Freiheit siehe die Anmerkung zu Kapitel 1,25. 13Denn im Gericht gibt es kein Erbarmen mit dem, der selbst kein Erbarmen kannte. ´Doch wer barmherzig war, bei dem` triumphiert die Barmherzigkeit über das Gericht: ´Er wird nicht verurteilt werden.`

Glaube wird an Taten gemessen

14Was nützt es, meine Geschwister, wenn jemand behauptet: »Ich glaube2,14 W Ich habe Glauben.«, aber er hat keine ´entsprechenden` Taten vorzuweisen? Kann der Glaube ´als solcher` ihn retten? 15Angenommen, ein Bruder oder eine Schwester haben nicht genügend anzuziehen, und es fehlt ihnen an dem, was sie täglich zum Essen brauchen. 16Wenn nun jemand von euch zu ihnen sagt: »Ich wünsche euch alles Gute!2,16 Od Gottes Frieden begleite euch! Hoffentlich bekommt ihr warme Kleider und könnt euch satt essen!«2,16 W »Geht in Frieden! Wärmt euch und esst euch satt!«, aber ihr gebt ihnen nicht, was sie zum Leben2,16 W für den Körper. brauchen – was nützt ihnen das? 17Genauso ist es mit dem Glauben: Wenn er keine Taten vorzuweisen hat, ist er tot; er ist tot, weil er ohne Auswirkungen bleibt2,17 W er ist tot in sich selbst..

18Vielleicht hält mir jemand entgegen: »Der eine hat eben den Glauben und der andere die Taten.«2,18 W Du hast Glauben, und ich habe Taten. »Du … ich« bedeutet hier wahrscheinlich so viel wie »Der eine … der andere«. Allerdings ist die Deutung dieses Verses umstritten. Wirklich? Wie willst du mir denn deinen Glauben beweisen, wenn die ´entsprechenden` Taten fehlen? Ich dagegen kann dir meinen Glauben anhand von dem beweisen, was ich tue. 19Du glaubst, dass es nur einen Gott gibt2,19 5. Mose 6,4.? Schön und gut! Aber auch die Dämonen glauben das – und zittern!2,19 Vergleiche z. B. Matthäus 8,29; Markus 1,24.

20Willst du denn nicht begreifen, du unverständiger Mensch, dass der Glaube ohne Taten nutzlos ist? 21Wurde nicht unser Vater Abraham aufgrund seines Tuns für gerecht erklärt? Er wurde für gerecht erklärt, weil er seinen Sohn Isaak auf den Altar legte, ´um ihn Gott als Opfer darzubringen`.2,21 1. Mose 22,9.10. 22Daran siehst du, dass sein Glaube mit seinen Taten zusammenwirkte; erst durch seine Taten wurde sein Glaube vollkommen. 23Und erst damit zeigte sich die volle Bedeutung dessen2,23 W Und es wurde erfüllt., was die Schrift sagt: »Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet«2,23 1. Mose 15,6.; ja, er wurde sogar »Freund Gottes« genannt2,23 2. Chronik 20,7; Jesaja 41,8..

24Ihr seht also, dass der Glaube allein nicht genügt; ein Mensch wird nur dann von Gott für gerecht erklärt, wenn sein Glaube auch Taten hervorbringt2,24 W dass ein Mensch aufgrund von Taten für gerecht erklärt wird und nicht aufgrund von Glauben allein. – Bei der scheinbar entgegengesetzt lautenden Aussage in Römer 3,28 geht es darum, dass Juden wie Nichtjuden von Gott angenommen (»für gerecht erklärt«) werden aufgrund ihres Glaubens an Jesus Christus – unabhängig davon, ob sie die vom mosaischen Gesetz geforderten Taten vorweisen können. Bei Jakobus hingegen geht es darum, dass der Glaube der Christen nicht ein bloßes Bekenntnis sein darf, sondern sich in entsprechenden Taten als lebendig erweisen soll (genau wie Paulus das z. B. in 1. Korinther 13,2; Galater 5,6 fordert; vergleiche auch Matthäus 7,15-20). Nur ein solcher tatkräftiger Glaube wird von Gott als echt anerkannt..2,24 Bei der scheinbar entgegengesetzt lautenden Aussage in Römer 3,28 geht es darum, dass Juden wie Nichtjuden von Gott angenommen (»für gerecht erklärt«) werden aufgrund ihres Glaubens an Jesus Christus – unabhängig davon, ob sie die vom mosaischen Gesetz geforderten Taten vorweisen können. Bei Jakobus hingegen geht es darum, dass der Glaube der Christen nicht ein bloßes Bekenntnis sein darf, sondern sich in entsprechenden Taten als lebendig erweisen soll (genau wie Paulus das z. B. in 1. Korinther 13,2; Galater 5,6 fordert; vergleiche auch Matthäus 7,15-20). Nur ein solcher tatkräftiger Glaube wird von Gott als echt anerkannt.

25War es bei der Prostituierten Rahab nicht ebenso? Auch sie wurde aufgrund ihrer Taten für gerecht erklärt, denn sie nahm die ´israelitischen` Boten gastfreundlich bei sich auf und half ihnen, auf einem geheimen Weg aus der Stadt zu fliehen2,25 W und ließ sie auf einem anderen Weg hinaus. Josua 2,1-16; 6,17; siehe auch Hebräer 11,31..2,25 Josua 2,1-16; 6,17; siehe auch Hebräer 11,31. 26Genauso nämlich, wie der Körper ohne den Geist ein toter Körper ist, ist auch der Glaube ohne Taten ein toter Glaube.

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Die gefährliche Macht der Worte

31Meine Geschwister3,1 Od Meine Brüder., es sollen nicht so viele von euch darauf aus sein, Lehrer der Gemeinde zu werden3,1 Od es sollen nicht so viele von euch als Lehrer der Gemeinde auftreten. W werdet nicht viele Lehrer.! Ihr wisst doch, dass wir ´Lehrer` einmal besonders streng beurteilt werden. 2Wir alle lassen uns ja oft und in vieler Hinsicht etwas zuschulden kommen, ´am meisten jedoch bei dem, was wir sagen`. Wenn jemand sich nie auch nur mit einem Wort etwas zuschulden kommen lässt, ist er ein vollkommener3,2 Od geistlich reifer. Mensch, der auch jeden anderen Bereich seines Lebens3,2 W der auch den ganzen Körper. unter Kontrolle halten kann.

3Wenn wir einem Pferd das Zaumzeug ins Maul legen, machen wir uns damit das ganze Tier gefügig und können es so lenken, wie wir es wollen.3,3 W Wenn wir den Pferden die Zäume in die Mäuler legen, damit sie uns gehorchen, lenken wir auch ihren ganzen Körper. 4Oder denkt an ein Schiff: So groß es auch sein mag und so heftig die Winde sind, denen es ausgesetzt ist, wird es doch von einem winzigen Ruder auf dem Kurs gehalten, den der Steuermann bestimmt. 5Genauso ist es mit der Zunge: Sie ist nur ein kleines Organ unseres Körpers und kann sich doch damit rühmen3,5 Od und prahlt doch damit., große Dinge zu vollbringen.

Wie ist es denn beim Feuer? Ein Funke genügt, um einen ganzen Wald in Brand zu setzen! 6Auch die Zunge ist ein Feuer; sie ist – mehr als alle anderen Teile des Körpers – ein Mikrokosmos unserer unheilvollen Welt.3,6 Od Auch die Zunge ist ein Feuer; mit ihr befindet sich mitten unter den anderen Teilen unseres Körpers eine ganze Welt voller Unrecht/Unheil. Unser ganzes Wesen wird von ihr vergiftet; sie setzt die gesamte menschliche Existenz3,6 die gesamte Welt. in Brand mit einem Feuer, das die Hölle selbst in ihr entzündet.3,6 W Auch die Zunge ist ein Feuer; als die Welt des Unrechts/Unheils erweist sich unter unseren Körperteilen die Zunge, die den ganzen Leib beschmutzt und das Rad des Werdens/Daseins (d. h. den Lauf des Lebens / der Welt) in Brand setzt und von der Hölle in Brand gesetzt wird. 7Es gelingt dem Menschen zwar, die unterschiedlichsten Tiere zu zähmen – Raubtiere und Vögel, Reptilien und Fische. Sie alle hat der Mensch gebändigt3,7 W 7 Denn jede Art/Natur/Kreatur sowohl der Landtiere / wilden Tiere als auch der Vögel, sowohl der Kriechtiere als auch der Seetiere wird gebändigt und ist gebändigt worden durch die menschliche Art/Natur/Kreatur.; 8doch die Zunge kann kein Mensch bändigen. Sie ist ein ständiger Unruheherd, eine Unheilstifterin, erfüllt von tödlichem Gift. 9Mit ihr preisen wir den, der ´unser` Herr und Vater ist, und mit ihr verfluchen wir Menschen, die als Ebenbild Gottes geschaffen sind. 10Aus ein und demselben Mund kommen Segen3,10 Od Lobpreis (im Griechischen vom selben Wortstamm gebildet wie preisen in Vers 9). und Fluch. Das, meine Geschwister, darf nicht sein! 11Oder lässt etwa eine Quelle aus ein und derselben Öffnung genießbares und ungenießbares3,11 W süßes und bitteres. Wasser hervorsprudeln? 12Kann ein Feigenbaum Oliven tragen oder ein Weinstock Feigen, meine Geschwister? Natürlich nicht – so wenig, wie aus einer salzhaltigen Quelle Süßwasser fließt!

Zwei Arten von Weisheit

13Hält sich jemand unter euch für weise und verständig? Dann soll er zeigen, dass er das auch tatsächlich ist, indem er ein vorbildliches Leben führt und Dinge tut, die von Weisheit und Bescheidenheit zeugen3,13 Od die von der Bescheidenheit zeugen, die aus der Weisheit kommt. W 13 Wer unter euch ist weise und verständig? Er zeige aufgrund der guten Lebensführung seine Taten in der Bescheidenheit der Weisheit.. 14Wenn aber euer Herz bitter ist vor Eifersucht3,14 Od Neid. und wenn ihr selbstsüchtige Ziele verfolgt3,14 Od und wenn ihr streitsüchtig seid., dann prahlt nicht ´mit eurer Weisheit`; ihr würdet damit lügen und euch gegen die Wahrheit stellen. 15Eine solche Weisheit kommt nicht von oben, sondern spiegelt das Denken dieser Welt wider und ist ganz auf das Irdische ausgerichtet; sie ist dämonischen Ursprungs3,15 W sondern ist irdisch, seelisch, dämonisch.. 16Denn wo Eifersucht und Selbstsucht herrschen, da herrscht auch Unfrieden3,16 W Unordnung/Aufruhr., und das Böse kann sich ungehindert ausbreiten3,16 W und da ist jede böse Sache/Tat..

17Die Weisheit hingegen, die von oben kommt, ist in erster Linie rein und heilig, dann aber auch friedfertig, freundlich und bereit, sich etwas sagen zu lassen. Sie ist voll Erbarmen und bringt eine Fülle von Gutem hervor; sie ist unparteiisch3,17 Od frei von Misstrauen/Zweifeln. und frei von jeder Heuchelei. 18Die Früchte, die vor Gott bestehen können, wachsen dort, wo Friedensstifter eine Saat des Friedens säen.3,18 W 18 Die Frucht der Gerechtigkeit (d. h. die Frucht, die nach Gottes Urteil recht ist; nach anderer Auffassung: die Frucht, die von der Gerechtigkeit hervorgebracht wird) wird im Frieden gesät von denen (od für die), die Frieden stiften.