Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Eine verpasste Gelegenheit und ein neues »Heute«

41Wie schrecklich wäre es, wenn einer von euch am Ende ebenfalls das Urteil hören müsste, er habe das Ziel nicht erreicht! Wir wollen alles tun, damit das nicht geschieht.4,1 W 1 Achten wir also voller Furcht darauf, dass keiner von euch einmal das Urteil erhält (od dass es sich bei keinem von euch einmal herausstellt), er habe das Ziel nicht erreicht. Schließlich gilt Gottes Zusage nach wie vor; 2auch uns ist sein Angebot verkündet worden, an seiner Ruhe teilzuhaben, genau wie jenen Menschen damals. Ihnen allerdings hat es nichts genützt, diese Botschaft zu hören, weil zum Hören nicht der Glaube hinzukam4,2 AL(1) weil sie sich nicht auf die Seite jener Hörer stellten, die daran glaubten.. 3Wir jedoch haben die Botschaft geglaubt und angenommen, und wer das tut, bekommt4,3 W angenommen und bekommen daher. Anteil an seiner Ruhe – an der Ruhe, auf die Gott sich bezog, als er sagte:

»Ich schwor in meinem Zorn:

›Niemals sollen sie an meiner Ruhe teilhaben!‹«4,3 Psalm 95,11.

Nun gibt es diese Ruhe zwar schon seit der Erschaffung der Welt4,3 W Nun sind die Werke zwar schon seit der Erschaffung der Welt beendet.; 4denn dort, wo vom siebten Schöpfungstag die Rede ist, lesen wir: »Am siebten Tag, als Gott das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte, ruhte er.«4,4 1. Mose 2,2. 5Und doch sagt Gott, wie eben zitiert: »Niemals sollen sie an meiner Ruhe teilhaben!« 6Die Erfüllung seiner Zusage, Menschen an seiner Ruhe Anteil zu geben, steht also immer noch aus; die, denen er dieses Angebot ursprünglich machte, haben das Ziel nicht erreicht, weil sie ihm nicht gehorchten. 7Deshalb hat Gott für eine neue Gelegenheit gesorgt; es ist dieses »Heute«, von dem er – lange nach jenem Geschehen – durch David an der bereits erwähnten Stelle sagt: »Wenn ihr heute die Stimme Gottes hört, dann verschließt euch seinem Reden nicht!«4,7 Psalm 95,7.8. 8Zwar hat Josua die Israeliten in das ihnen zugesagte Land geführt, aber an der eigentlichen Ruhe hatten sie deswegen immer noch nicht teil; sonst4,8 W 8 Wenn nämlich Josua sie in die Ruhe gebracht hätte, dann. hätte Gott nicht zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal von einem »Heute« gesprochen. 9Somit wartet auf Gottes Volk noch eine Zeit vollkommener Ruhe – die ´wahre` Sabbatfeier. 10Denn wer an Gottes Ruhe Anteil bekommt, darf von all seiner Arbeit ausruhen, genauso wie Gott ruhte, als er alles erschaffen hatte.

11Setzen wir also alles daran, an dieser Ruhe teilzuhaben, und lassen wir uns den Ungehorsam jener früheren Generation als warnendes Beispiel dienen, damit wir nicht wie sie zu Fall kommen!

Gottes Wort – ein unbestechlicher Richter

12Denn eines müssen wir wissen: Gottes Wort ist lebendig und voller Kraft. Das schärfste beidseitig geschliffene Schwert ist nicht so scharf wie dieses Wort, das Seele und Geist und Mark und Bein durchdringt4,12 das Seele und Geist sowie Mark und Bein voneinander trennt. und sich als Richter unserer geheimsten Wünsche und Gedanken4,12 W als Richter der Wünsche und Gedanken des Herzens. erweist. 13Kein Geschöpf ist vor Gott verborgen; alles liegt offen und ungeschützt vor den Augen dessen da, dem wir Rechenschaft geben müssen.

Jesus, der große Hohepriester

14Weil wir nun aber einen großen Hohenpriester haben, der den ganzen Himmel ´bis hin zum Thron Gottes` durchschritten hat – Jesus, den Sohn Gottes –, wollen wir entschlossen an unserem Bekenntnis zu ihm4,14 Od an dem Glauben, zu dem wir uns bekennen. W an dem Bekenntnis. festhalten. 15Jesus ist ja nicht ein Hoherpriester, der uns in unserer Schwachheit nicht verstehen könnte. Vielmehr war er – genau wie wir – Versuchungen aller Art ausgesetzt4,15 Od war er in jeder Hinsicht denselben Versuchungen ausgesetzt wie wir., ´allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass` er ohne Sünde blieb.

16Wir wollen also voll Zuversicht vor den Thron unseres gnädigen Gottes treten, damit er uns sein Erbarmen schenkt und uns seine Gnade erfahren lässt und wir zur rechten Zeit die Hilfe bekommen, die wir brauchen4,16 W vor den Thron der Gnade treten, damit wir Erbarmen bekommen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe..

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51Ein Hoherpriester ist jemand, der aus dem Kreis seiner Mitmenschen herausgerufen und für seine Mitmenschen5,1 W der aus den Menschen genommen und für die Menschen. eingesetzt wird mit dem Auftrag, vor Gott für sie einzutreten5,1 Od mit dem Auftrag, sie in den Dingen zu vertreten, die Gott betreffen. und für ihre Sünden Gaben und Opfer darzubringen. 2Er kann die verstehen, die aus Unwissenheit oder durch ein Versehen vom richtigen Weg abkommen, denn er kennt die menschliche Schwachheit aus eigener Erfahrung. 3Allerdings muss er deshalb auch für seine eigenen Sünden Opfer darbringen und nicht nur für die des Volkes.

4Im Übrigen kann sich niemand eigenmächtig zum Hohenpriester machen; man muss von Gott zu dieser ehrenvollen Aufgabe berufen sein, wie es schon bei Aaron der Fall war.

5Genauso war es auch bei Christus. Er hat es sich nicht selbst angemaßt, Hoherpriester zu werden; vielmehr wurde ihm diese Würde von dem verliehen, der zu ihm gesagt hat: »Du bist mein Sohn; heute habe ich dich gezeugt5,5 Od dich in deine Sohnesrechte eingesetzt. Psalm 2,7.5,5 Psalm 2,7. 6An einer anderen Stelle sagt Gott nämlich5,6 Od Er hat sich die Würde, Hoherpriester zu werden, nicht selbst angemaßt. Vielmehr hat Gott zu ihm gesagt: »Du bist mein Sohn; heute habe ich dich gezeugt.« 6 Und an einer anderen Stelle sagt er.: »Du sollst für alle Zeiten Priester sein – ein Priester von derselben priesterlichen Ordnung wie5,6 Od ein Priester wie. W ein Priester nach der Ordnung/Art von. Entsprechend in Vers 10 und in Kapitel 6,20 und 7,17. Melchisedek.«5,6 Psalm 110,4. Siehe 1. Mose 14,17-20 und Hebräer 7.

7Als Christus hier auf der Erde war – ein Mensch von Fleisch und Blut –, hat er5,7 W 7In den Tagen seines Fleisches hat er. mit lautem Schreien und unter Tränen gebetet und zu dem gefleht, der ihn aus der Gewalt des Todes befreien konnte, und weil er sich seinem Willen in Ehrfurcht unterstellte, wurde sein Gebet erhört5,7 W und wegen seiner (Gottes-)Furcht wurde er erhört. Nach anderer Auffassung geht es hier um Todesfurcht, sodass zu übersetzen wäre: und er wurde erhört und von seiner Angst befreit.. 8´Allerdings` blieb es selbst ihm, dem Sohn Gottes, nicht erspart, durch Leiden zu lernen, was es bedeutet, gehorsam zu sein5,8 W durch das, was er litt, den Gehorsam zu lernen.. 9Doch jetzt, wo er durch sein Leiden vollkommen gemacht ist, kann er die retten, die ihm gehorsam sind; ihm verdanken sie alle ihr ewiges Heil.5,9 W 9 Und vollkommen gemacht, ist er allen, die ihm gehorsam sind, zum Urheber ewigen Heils geworden. 10Gott selbst hat ihn zum Hohenpriester ernannt, zu einem Hohenpriester von derselben priesterlichen Ordnung wie Melchisedek.

Im Glauben erwachsen werden

11Darüber haben wir noch viel zu sagen; allerdings wird es schwierig sein, euch diese Dinge zu erklären, weil ihr in letzter Zeit so wenig Interesse daran zeigt; es ist geradezu, als wärt ihr schwerhörig geworden5,11 W weil ihr so träge an den Ohren / zum Hören geworden seid.. 12Eigentlich müsstet ihr längst in der Lage sein, andere zu unterrichten; stattdessen braucht ihr selbst wieder jemand, der euch die grundlegenden Wahrheiten der Botschaft Gottes5,12 W die Anfangselemente der Worte Gottes. lehrt. Ihr habt sozusagen wieder Milch nötig statt fester Nahrung. 13Wer nur Milch verträgt, ist ein Kind und hat noch nicht die nötige Erfahrung, um sein Leben so zu gestalten, wie es nach Gottes Wort richtig ist5,13 W und ist unerfahren im Wort der Gerechtigkeit. Nach anderer Auffassung wäre Wort der Gerechtigkeit mit richtiges Reden wiederzugeben (und versteht es noch nicht, richtig zu reden bzw. und versteht die Sprache der Erwachsenen noch nicht); noch andere verstehen darunter die neutestamentliche Lehre von der Glaubensgerechtigkeit.. 14Feste Nahrung hingegen ist für Erwachsene, für reife Menschen also5,14 W ist für Vollkommene. Das griechische Wort bezeichnet sowohl den erwachsenen als auch den reifen Menschen., deren Urteilsfähigkeit aufgrund ihrer Erfahrung so geschult ist, dass sie imstande sind, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.

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61Weil uns nun aber daran liegt, dass ihr im Glauben erwachsen werdet, wollen wir6,1 W 1 Deshalb wollen wir. nicht bei den Anfangslektionen der Botschaft von Christus stehen bleiben, sondern uns dem zuwenden, was zur Reife im Glauben gehört6,1 Od sondern uns der Lehre für geistlich reife Menschen zuwenden. W sondern uns zur Vollkommenheit hinziehen lassen / hinbewegen.. Wir wollen nicht von neuem über die Dinge reden, die das Fundament bilden: über die Abkehr von Taten, die letztlich zum Tod führen6,1 Od über die Abkehr von nutzlosen religiösen Riten. W über die Umkehr von toten Werken., und über den Glauben an Gott, 2über die Bedeutung der Taufe im Unterschied zu anderen Waschungen6,2 Od über die verschiedenen Arten von Taufe und ihre Bedeutung. Od über die Bedeutung der verschiedenen Taufhandlungen. über die Bedeutung von (rituellen) Waschungen. W über die Lehre von Taufen/Waschungen. und über die Handauflegung, über die Auferstehung der Toten und über das letzte Gericht mit seinem ewig gültigen Urteil6,2 W und über das ewige Gericht.. 3Nein, wenn Gott es zulässt, wollen wir jetzt weitergehen6,3 W wollen wir dieses tun..

Konsequenzen der Abwendung vom Glauben

4Denn eines steht fest: Wenn einem Menschen einmal die Augen für die Wahrheit geöffnet wurden und er die Gnade kennen gelernt hat, die Gott schenkt6,4 W 4 Denn wenn jemand einmal erleuchtet wurde und die himmlische Gabe geschmeckt hat., wenn er Anteil am Heiligen Geist erhalten 5und Gottes wunderbares Wort und die Kräfte der kommenden Welt kennen gelernt6,5 W geschmeckt. hat 6und sich dann bewusst von Gott abwendet, ist es unmöglich, ihm erneut zur Umkehr zu verhelfen6,6 ist es für ihn unmöglich, erneut umzukehren.. ´Mit seinem Verhalten` kreuzigt er ja – zu seinem eigenen Verderben6,6 Od im vollen Bewusstsein seiner Verantwortung / seiner Schuld. Od sozusagen mit eigener Hand. W für sich selbst. – den Sohn Gottes noch einmal und setzt ihn von neuem6,6 Od den Sohn Gottes und setzt ihn. der öffentlichen Schande aus.6,6 Od ihm erneut zur Umkehr zu verhelfen. Voraussetzung dafür wäre ja, dass er den Sohn Gottes eigens für sich noch einmal kreuzigt und von neuem der öffentlichen Schande aussetzt.

7Wie ist es – um einen Vergleich zu gebrauchen – bei einem Acker, der durch häufigen Regen gut bewässert ist? Wenn er Pflanzen wachsen lässt6,7 bei einem Acker? Wenn er den häufig auf ihn fallenden Regen aufnimmt und Pflanzen wachsen lässt., die denen, die ihn bebauen, von Nutzen sind, steht er unter dem Segen Gottes. 8Wenn er aber nichts als Dornen und Disteln hervorbringt, ist er unbrauchbar. Er zieht den Fluch Gottes auf sich und wird schließlich abgebrannt.

Die Zuverlässigkeit von Gottes Zusagen

9Trotz dieser ernsten Worte sind wir überzeugt, liebe Freunde, dass auf euch der bessere Teil dieses Vergleichs zutrifft und dass eure Rettung nicht in Frage gestellt ist6,9 Od und dass bei euch Dinge vorhanden sind, die auf eure Rettung hinweisen.. 10Denn Gott ist nicht ungerecht; er vergisst nicht, was ihr alles getan habt. Ihr habt bewiesen, wie groß eure Liebe zu ihm6,10 W zu seinem Namen. ist, indem ihr den anderen Gläubigen6,10 W Heiligen. tatkräftig zur Seite gestanden habt, wie ihr es ja auch weiterhin tut. 11Es ist deshalb unser dringender Wunsch für jeden von euch, dass ihr bis zuletzt denselben Eifer an den Tag legt, damit sich die Hoffnung, die Gott euch gab, voll und ganz erfüllt6,11 Od dass ihr bis zuletzt denselben Eifer an den Tag legt, damit ihr voller Gewissheit an der Hoffnung festhalten könnt, die Gott euch gab. Od dass ihr bis zuletzt mit ebensolchem Eifer und voller Gewissheit an der Hoffnung festhaltet, die Gott euch gab. W dass ihr bis zuletzt denselben Eifer an den Tag legt zur Erfüllung/Fülle / vollen Gewissheit der Hoffnung.. 12Werdet also nicht gleichgültig, sondern nehmt euch die zum Vorbild, die unbeirrt und voll Vertrauen auf das ihnen zugesagte Erbe warteten und die es daher auch in Empfang nehmen werden6,12 Od in Empfang genommen haben..

13Ein Beispiel dafür ist Abraham. Gott gab ihm ein Versprechen und bekräftigte es mit einem Eid, den er bei sich selbst schwor, weil es keinen Größeren gibt, bei dem er hätte schwören können. 14»´Ich schwöre bei mir selbst`«, sagte er, »dass ich dich mit Segen überschütten und dir eine große Nachkommenschaft geben werde.«6,14 1. Mose 22,17. 15Und Abraham, der unbeirrbar auf die Erfüllung wartete, hat erlebt, wie Gott seine Zusage wahr machte.

16Wenn Menschen schwören, tun sie das, um ihrer Aussage Nachdruck zu verleihen und jeden Zweifel daran zu beseitigen; deshalb schwören sie ja auch bei jemand, der größer ist als sie selbst. 17Auch Gott hat sich mit einem Eid ´für die Zuverlässigkeit seiner Zusage` verbürgt. Er wollte denen, die das versprochene Erbe bekommen sollen, unmissverständlich klarmachen, dass nichts seinen Plan umstoßen kann. 18Nun ist es zwar sowieso unmöglich, dass Gott lügt, doch hier hat er sich gleich in doppelter Weise festgelegt – durch die Zusage und durch den Eid, die beide unumstößlich sind. Das ist für uns eine starke Ermutigung6,18 W 18 Denn wir sollen durch zwei unumstößliche Dinge, bei denen Gott unmöglich lügen kann, eine starke Ermutigung haben., alles daranzusetzen, um das vor uns liegende Ziel unserer Hoffnung zu erreichen. Diese Hoffnung ist unsere Zuflucht6,18 W eine starke Ermutigung, die vor uns liegende (od die für uns vorhandene) Hoffnung zu ergreifen (od festzuhalten); wir haben ja unsere Zuflucht ´zu ihr (od zu Gott)` genommen. Möglich ist auch folgende Wiedergabe: eine starke Ermutigung; wir haben ja unsere Zuflucht dazu genommen, die vor uns liegende (od die für uns vorhandene) Hoffnung zu ergreifen.; 19sie ist für unser Leben6,19 Od für unsere Seele. ein sicherer und fester Anker, der uns mit dem Innersten des himmlischen Heiligtums verbindet, dem Raum hinter dem Vorhang6,19 Gemeint ist das so genannte Allerheiligste, siehe Kapitel 9,3.. 20Dorthin ist Jesus uns als Wegbereiter vorausgegangen – er, der für alle Zeiten Hoherpriester wurde, ein Hoherpriester von derselben priesterlichen Ordnung wie Melchisedek.