Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Warnung vor Gleichgültigkeit dem Evangelium gegenüber

21Das alles macht deutlich, dass wir uns nicht entschieden genug an die Botschaft halten können2,1 Od dass wir uns noch viel entschiedener als bisher (od als es beim Gesetz der Fall war) an die Botschaft halten müssen., die wir gehört haben, weil wir sonst in der Gefahr sind, vom Weg abzukommen.2,1 W 1 Deshalb müssen wir umso mehr auf das Gehörte achten, damit wir nicht ´am Ziel` vorbeitreiben. – Nach Auffassung mancher Ausleger bezieht sich Deshalb nicht auf Kapitel 1 als Ganzes (das Reden Gottes durch seinen Sohn), sondern nur auf die letzte Aussage (»wir sollen am kommenden Heil teilhaben«). 2Denn schon das Gesetz2,2 W Wort., das ja durch Engel verkündet wurde, war unumstößlich2,2 Od war zuverlässig übermittelt., und wer seine Anordnungen missachtete oder dagegen verstieß, erhielt die verdiente Strafe. 3Wie sollten wir da der Strafe entgehen, wenn wir Gottes einzigartige Heilsbotschaft gering achten? Schließlich war es doch der Herr selbst, durch den diese Botschaft zunächst verkündet wurde, und diejenigen, die sie an uns weitergaben, hatten ihn persönlich gehört; ihr Zeugnis war zuverlässig 4und wurde von Gott bestätigt durch Wunder und außergewöhnliche Geschehnisse und viele ´andere` Zeichen seiner Macht sowie dadurch, dass er uns nach seinem freien Ermessen Anteil am Heiligen Geist und seinen Gaben gegeben hat2,4 W sowie durch Austeilungen des Heiligen Geistes nach seinem Willen..

Die gegenwärtige und zukünftige Herrschaft des Sohnes

5Dazu kommt noch etwas: Gott hat die zukünftige Welt, um die es in unserer Verkündigung geht2,5 Od von der wir hier reden., nicht den Engeln unterstellt. 6Es gibt eine Stelle in der Schrift, an der ausdrücklich gesagt wird:

»Was ist der Mensch, dass du, ´Gott,` an ihn denkst?

Was ist der Menschensohn, dass du dich um ihn kümmerst?

7Du hast ihn für eine kurze Zeit2,7 Od ein wenig. geringer gemacht als die Engel,

dann aber hast du ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt2,7 AL(2) gekrönt und hast ihn als Herrscher eingesetzt über alles, was deine Hände geschaffen haben.

8und hast ihm alles unter die Füße gelegt.«2,8 Psalm 8,5-7.

Der, von dem hier die Rede ist2,8 Nämlich Jesus; nach anderer Auffassung: der Mensch (wobei dann der Schluss von Vers 8 und der Anfang von Vers 9 so zu übersetzen wären: Allerdings ist das, wie wir sehen, gegenwärtig noch nicht in vollem Umfang verwirklicht. Aber wenn wir Jesus ansehen, stellen wir fest: Er, der …)., ist es, dem Gott alles unterstellt hat; mit anderen Worten: Es gibt nichts, worüber er nicht der Herr wäre. Allerdings ist das gegenwärtig für uns noch nicht in vollem Umfang sichtbar. 9Eins jedoch sehen wir bereits: Er selbst, Jesus, der für eine kurze Zeit2,9 Od ein wenig. geringer war als die Engel, ist jetzt aufgrund seines Leidens und Sterbens mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Denn er hatte den Tod auf sich genommen, damit durch Gottes Gnade allen Menschen der Weg zur Rettung offen steht.2,9 W Denn er sollte durch Gottes Gnade für jeden den Tod schmecken.

10In Gott hat ja alles nicht nur seinen Ursprung, sondern auch sein Ziel, und er will viele als seine Söhne und Töchter2,10 Das griechische Wort, das hier mit Söhne und Töchter wiedergegeben ist, bezeichnet je nach dem Zusammenhang nur die männlichen oder aber die männlichen und die weiblichen Nachkommen. an seiner Herrlichkeit teilhaben lassen. Aber um diesen Plan zu verwirklichen, war es notwendig, den Wegbereiter ihrer Rettung durch Leiden ´und Sterben` vollkommen zu machen.

11Er, der sie heiligt, und sie, die von ihm geheiligt werden, haben nämlich alle denselben Vater. Aus diesem Grund schämt sich Jesus auch nicht, sie als seine Geschwister zu bezeichnen, 12etwa wenn er sagt:

»Ich will meinen Brüdern verkünden, wie groß du bist, o Gott2,12 W meinen Brüdern deinen Namen verkünden.;

mitten in der Gemeinde will ich dir Loblieder singen.«2,12 Psalm 22,23.

13An einer anderen Stelle sagt er:

»Nichts soll mich davon abbringen, auf Gott zu vertrauen!«

und fährt dann fort:

»Hier bin ich, und das sind die Kinder, die Gott mir gegeben hat.«2,13 Jesaja 8,17.18.

14Weil nun aber alle diese Kinder Geschöpfe aus Fleisch und Blut sind, ist auch er ein Mensch von Fleisch und Blut geworden2,14 W hat auch er in gleicher/ähnlicher Weise daran Anteil bekommen.. So konnte er durch den Tod den entmachten, der mit Hilfe des Todes seine Macht ausübt2,14 Od der die Macht über den Tod ausübt., nämlich den Teufel, 15und konnte die, deren ganzes Leben von der Angst vor dem Tod beherrscht war, aus ihrer Sklaverei befreien.

16Im Übrigen wissen wir ja, dass es nicht die Engel sind, denen er zu Hilfe kommt, sondern die Nachkommen Abrahams2,16 dass er nicht die Natur der Engel angenommen hat, sondern die der Nachkommen Abrahams.. 17Ihnen, seinen Brüdern und Schwestern, musste er in jeder Hinsicht gleich werden. Deshalb kann er jetzt als ein barmherziger und treuer Hoherpriester vor Gott für sie eintreten – ein Hoherpriester, durch den die Sünden des Volkes gesühnt werden. 18Und weil er selbst gelitten hat und Versuchungen ausgesetzt war, kann er denen helfen, die ebenfalls Versuchungen ausgesetzt sind.

3

Der Sohn Gottes im Vergleich zu Mose

31Richtet daher eure ganze Aufmerksamkeit auf Jesus, liebe Geschwister! Auch ihr gehört ja zu denen, die geheiligt und zur Teilhabe an der himmlischen Welt berufen sind3,1 Od und dem Ruf vom Himmel gefolgt sind. W Liebe Geschwister, die ihr heilig seid und an der himmlischen Berufung teilhabt.. Seht auf ihn, den wahren Apostel und Hohenpriester, zu dem wir uns alle bekennen3,1 W den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses., 2und haltet euch vor Augen, wie treu er dem dient, der ihn eingesetzt hat!

Er ist darin Mose vergleichbar, ´von dem die Schrift sagt, dass` »er sich in Gottes ganzem Haus3,2 W in seinem ganzen Haus. AL(1) in seinem Haus. Manche verstehen darunter das Haus des Mose bzw. das Haus Jesu. als treu erwies«3,2 4. Mose 12,7.. 3-4´Mose allerdings gehörte selbst zu diesem Haus, während Jesus dessen Erbauer ist.` (Schließlich hat jedes Haus einen Erbauer, und der, der alles erschaffen hat, ist Gott.) Und weil nicht dem Haus, sondern seinem Erbauer die eigentliche Ehre zukommt, ist auch die Ehre und Herrlichkeit Jesu größer als die von Mose. 5Wenn Mose, ´wie es in jener Schriftstelle heißt,` sich in Gottes3,5 W seinem. ganzem Haus als treu erwies, bezieht sich das auf seinen Dienst als Verwalter – einen Dienst, der über ihn selbst und seine Zeit hinauswies auf Gottes Reden durch Christus3,5 Od einen Dienst, bei dem er über sich selbst und seine Zeit hinauswies auf Gottes Reden durch Christus. W einen Dienst zum Zeugnis von dem, was geredet werden würde.. 6Christus hingegen beweist seine Treue als Gottes Sohn ´und somit als der Herr` über Gottes3,6 W sein. Haus.

Dieses Haus sind wir – vorausgesetzt, wir halten voll Zuversicht an der Hoffnung fest, die Gott uns gegeben hat und die uns mit Freude und Stolz erfüllt3,6 Od vorausgesetzt, wir bekennen uns weiterhin voll Zuversicht zu Jesus und halten unbeirrt an der Hoffnung fest, die Gott uns gegeben hat und die uns mit Freude und Stolz erfüllt. W vorausgesetzt, wir halten an der Zuversicht und an dem Rühmen der Hoffnung fest. AL(2) fügt hinzu: mit aller Entschiedenheit bis zuletzt..

Die Zusage einer Ruhe für Gottes Volk. Warnung vor Unglauben

7Aus diesem Grund mahnt uns der Heilige Geist:

»Wenn ihr heute die Stimme Gottes hört,

8dann verschließt euch seinem Reden nicht!

Macht es nicht wie das Volk in der Wüste an jenem Tag3,8 Od in jener Zeit.,

als es gegen ihn rebellierte und ihn herausforderte.«

9»Damals«, ´sagt Gott,`

»haben mich eure Vorfahren herausgefordert

und einen Beweis meiner Macht von mir verlangt,

obwohl sie meine großen Taten mit eigenen Augen gesehen hatten.

10Vierzig Jahre lang

´haben sie sich immer wieder gegen mich aufgelehnt`.3,10 Od obwohl sie meine großen Taten vierzig Jahre lang mit eigenen Augen gesehen hatten.

Deshalb war mir jene ganze Generation zuwider.

›Ständig lassen sie sich von ihren eigenen Wünschen3,10 W von/in ihrem Herzen. irreleiten‹, sagte ich;

›aber zu begreifen, welche Wege ich sie führen will3,10 W aber meine Wege zu begreifen.,

dazu waren sie nicht imstande.‹

11Schließlich schwor ich in meinem Zorn:

›Niemals sollen sie3,11 Od sollen sie in ´das Land` kommen, wo sie. Entsprechend in Vers 18 und in Kapitel 4,3.5. an meiner Ruhe teilhaben!‹«3,11 Psalm 95,7-11.

12Achtet also darauf, Geschwister, dass keiner von euch durch eine rebellische Haltung dem Unglauben Raum gibt und sich3,12 W dass in keinem von euch ein böses Herz des Unglaubens ist, wodurch er sich. von dem lebendigen Gott abwendet. 13Ermahnt und ermutigt einander vielmehr Tag für Tag, solange dieses »Heute«, ´von dem die Schrift spricht,` noch andauert, damit niemand unter euch sich von der Sünde betrügen lässt und sich dadurch ´dem Wirken Gottes` verschließt. 14Wir sind ja mit Christus verbunden und haben Anteil an dem, was ihm gehört3,14 W Wir sind ja Gefährten/Teilhaber Christi geworden. – vorausgesetzt, wir halten mit aller Entschiedenheit an dem fest, was uns von Anfang an Zuversicht gab3,14 Od wir halten mit aller Entschiedenheit an unserer anfänglichen Zuversicht (Stellung) fest., und weichen bis zuletzt nicht davon ab.

15Noch einmal zurück zu der bereits zitierten Schriftstelle3,15 Od und weichen bis zuletzt nicht davon ab, 15 weshalb es ja in der bereits zitierten Schriftstelle heißt. Nach dieser Auffassung beginnt der neue Abschnitt erst mit Vers 16.:

»Wenn ihr heute die Stimme Gottes hört,

dann verschließt euch ´seinem Reden` nicht wie damals,

als gegen ihn rebelliert wurde!«3,15 Psalm 95,7.

16Wer hatte denn Gottes Stimme gehört und sich dann trotzdem gegen ihn aufgelehnt? War es nicht das gesamte Volk, das unter der Führung des Mose aus Ägypten gezogen war? 17Wer erregte denn vierzig Jahre lang Gottes Widerwillen? Waren es nicht die, die gegen ihn sündigten und deren Leben deshalb in der Wüste endete? 18Und wen meinte Gott, als er schwor: »Niemals sollen sie an meiner Ruhe teilhaben!«3,18 Psalm 95,11.? Er sprach von denen, die sich weigerten, auf ihn zu hören.

19Wir sehen also, was sie daran hinderte, das Ziel zu erreichen: Es war ihr Unglaube.

4

Eine verpasste Gelegenheit und ein neues »Heute«

41Wie schrecklich wäre es, wenn einer von euch am Ende ebenfalls das Urteil hören müsste, er habe das Ziel nicht erreicht! Wir wollen alles tun, damit das nicht geschieht.4,1 W 1 Achten wir also voller Furcht darauf, dass keiner von euch einmal das Urteil erhält (od dass es sich bei keinem von euch einmal herausstellt), er habe das Ziel nicht erreicht. Schließlich gilt Gottes Zusage nach wie vor; 2auch uns ist sein Angebot verkündet worden, an seiner Ruhe teilzuhaben, genau wie jenen Menschen damals. Ihnen allerdings hat es nichts genützt, diese Botschaft zu hören, weil zum Hören nicht der Glaube hinzukam4,2 AL(1) weil sie sich nicht auf die Seite jener Hörer stellten, die daran glaubten.. 3Wir jedoch haben die Botschaft geglaubt und angenommen, und wer das tut, bekommt4,3 W angenommen und bekommen daher. Anteil an seiner Ruhe – an der Ruhe, auf die Gott sich bezog, als er sagte:

»Ich schwor in meinem Zorn:

›Niemals sollen sie an meiner Ruhe teilhaben!‹«4,3 Psalm 95,11.

Nun gibt es diese Ruhe zwar schon seit der Erschaffung der Welt4,3 W Nun sind die Werke zwar schon seit der Erschaffung der Welt beendet.; 4denn dort, wo vom siebten Schöpfungstag die Rede ist, lesen wir: »Am siebten Tag, als Gott das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte, ruhte er.«4,4 1. Mose 2,2. 5Und doch sagt Gott, wie eben zitiert: »Niemals sollen sie an meiner Ruhe teilhaben!« 6Die Erfüllung seiner Zusage, Menschen an seiner Ruhe Anteil zu geben, steht also immer noch aus; die, denen er dieses Angebot ursprünglich machte, haben das Ziel nicht erreicht, weil sie ihm nicht gehorchten. 7Deshalb hat Gott für eine neue Gelegenheit gesorgt; es ist dieses »Heute«, von dem er – lange nach jenem Geschehen – durch David an der bereits erwähnten Stelle sagt: »Wenn ihr heute die Stimme Gottes hört, dann verschließt euch seinem Reden nicht!«4,7 Psalm 95,7.8. 8Zwar hat Josua die Israeliten in das ihnen zugesagte Land geführt, aber an der eigentlichen Ruhe hatten sie deswegen immer noch nicht teil; sonst4,8 W 8 Wenn nämlich Josua sie in die Ruhe gebracht hätte, dann. hätte Gott nicht zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal von einem »Heute« gesprochen. 9Somit wartet auf Gottes Volk noch eine Zeit vollkommener Ruhe – die ´wahre` Sabbatfeier. 10Denn wer an Gottes Ruhe Anteil bekommt, darf von all seiner Arbeit ausruhen, genauso wie Gott ruhte, als er alles erschaffen hatte.

11Setzen wir also alles daran, an dieser Ruhe teilzuhaben, und lassen wir uns den Ungehorsam jener früheren Generation als warnendes Beispiel dienen, damit wir nicht wie sie zu Fall kommen!

Gottes Wort – ein unbestechlicher Richter

12Denn eines müssen wir wissen: Gottes Wort ist lebendig und voller Kraft. Das schärfste beidseitig geschliffene Schwert ist nicht so scharf wie dieses Wort, das Seele und Geist und Mark und Bein durchdringt4,12 das Seele und Geist sowie Mark und Bein voneinander trennt. und sich als Richter unserer geheimsten Wünsche und Gedanken4,12 W als Richter der Wünsche und Gedanken des Herzens. erweist. 13Kein Geschöpf ist vor Gott verborgen; alles liegt offen und ungeschützt vor den Augen dessen da, dem wir Rechenschaft geben müssen.

Jesus, der große Hohepriester

14Weil wir nun aber einen großen Hohenpriester haben, der den ganzen Himmel ´bis hin zum Thron Gottes` durchschritten hat – Jesus, den Sohn Gottes –, wollen wir entschlossen an unserem Bekenntnis zu ihm4,14 Od an dem Glauben, zu dem wir uns bekennen. W an dem Bekenntnis. festhalten. 15Jesus ist ja nicht ein Hoherpriester, der uns in unserer Schwachheit nicht verstehen könnte. Vielmehr war er – genau wie wir – Versuchungen aller Art ausgesetzt4,15 Od war er in jeder Hinsicht denselben Versuchungen ausgesetzt wie wir., ´allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass` er ohne Sünde blieb.

16Wir wollen also voll Zuversicht vor den Thron unseres gnädigen Gottes treten, damit er uns sein Erbarmen schenkt und uns seine Gnade erfahren lässt und wir zur rechten Zeit die Hilfe bekommen, die wir brauchen4,16 W vor den Thron der Gnade treten, damit wir Erbarmen bekommen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe..