Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
11

Was Glaube ist

111Was ist denn der Glaube? Er ist ein Rechnen mit der Erfüllung dessen11,1 Od Er ist die Garantie für die Erfüllung dessen., worauf man hofft, ein Überzeugtsein von der Wirklichkeit unsichtbarer Dinge11,1 Od ein Mittel, um die Wirklichkeit unsichtbarer Dinge kennen zu lernen..

2Weil unsere Vorfahren diesen Glauben hatten, stellt Gott ihnen in der Schrift11,2 Od stellt ihnen die Schrift. ein gutes Zeugnis aus.

Auswirkungen des Glaubens: Beispiele und Vorbilder aus alttestamentlicher Zeit

3Wie können wir verstehen, dass die Welt durch Gottes Wort entstanden ist11,3 W dass die Welten (die Weltzeiten) durch Gottes Wort gebildet wurden. 1. Mose 1,3-31; siehe auch Psalm 33,6.9; Römer 4,17; 2. Petrus 3,5.?11,3 1. Mose 1,3-31; siehe auch Psalm 33,6.9; Römer 4,17; 2. Petrus 3,5. Wir verstehen es durch den Glauben. Durch ihn erkennen wir, dass das Sichtbare seinen Ursprung in dem hat, was man nicht sieht.

4Wie kam es, dass Abels Opfer Gott besser gefiel als das von Kain11,4 Od dass Abel Gott ein besseres/wertvolleres Opfer darbrachte als Kain. Zum ganzen Vers siehe 1. Mose 4,4.5; siehe auch Matthäus 23,35; Hebräer 12,24.? Der Grund dafür war Abels Glaube. Weil Abel Gott vertraute, nahm Gott seine Gaben an und stellte ihm damit das Zeugnis aus, dass er vor ihm bestehen konnte11,4 W dass er gerecht war.. Und durch seinen Glauben redet Abel heute noch zu uns, obwohl er längst gestorben ist.11,4 1. Mose 4,4.5; siehe auch Matthäus 23,35; Hebräer 12,24.

5Wie kam es, dass Gott Henoch zu sich nahm, ohne dass dieser sterben musste? »Niemand«, ´so heißt es ja in der Schrift,` »konnte ihn mehr finden, weil Gott ihn zu sich genommen hatte.«11,5 1. Mose 5,24. Der Grund dafür war Henochs Glaube. Denn bevor die Schrift von diesem Geschehen berichtet, stellt sie Henoch das Zeugnis aus11,5 W denn vor der Hinwegnahme wurde ihm das Zeugnis ausgestellt. Zum ganzen Vers siehe 1. Mose 5,22.24., dass sein Leben Gott gefallen hatte.11,5 1. Mose 5,22.24. 6Und ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass es ihn gibt und dass er die belohnt, die ihn aufrichtig suchen.

7Wie kam es, dass Noah nach Gottes Anweisungen eine Arche baute, um seine Familie zu retten? Der Grund dafür war sein Glaube. Noah nahm die göttliche Warnung ernst, obwohl von dem angedrohten Unheil noch nichts zu sehen war. Durch sein Vertrauen auf Gott verurteilte er ´den Unglauben` der damaligen Welt; er selbst aber wurde ein Erbe jener Gerechtigkeit, deren Grundlage der Glaube ist.11,7 1. Mose 6,13-22; 7,1.7; siehe auch 1. Petrus 3,20.

8Wie kam es, dass Abraham dem Ruf Gottes gehorchte, seine Heimat verließ und an einen Ort zog, der ´nach Gottes Zusage` einmal sein Erbbesitz sein würde? Warum machte er sich auf den Weg, obwohl er nicht wusste, wohin er kommen würde? Der Grund dafür war sein Glaube. 9Im Vertrauen auf Gott ließ er sich in dem ihm zugesagten Land nieder, auch wenn er dort zunächst nichts weiter war als ein Gast in einem fremden Land und zusammen mit Isaak und Jakob11,9 Od und wie später auch Isaak und Jakob., denen Gott dasselbe Erbe in Aussicht gestellt hatte, in Zelten wohnte. 10Er wartete auf die Stadt, die auf festen Fundamenten steht und deren Gründer und Erbauer Gott selbst ist.11,10 Zu den Versen 8 bis 10 siehe 1. Mose 12,1-5; 13,18; 17,8; 23,4; 26,3.25; 35,12.21.27; siehe auch Apostelgeschichte 7,2-5.

11Wie kam es, dass Abraham noch in einem Alter, in dem man eigentlich nicht mehr Vater werden kann, die Kraft erhielt, mit seiner Frau Sara, die selbst unfruchtbar war, ein Kind zu zeugen? Auch dafür war sein Glaube der Grund. Abraham war überzeugt, dass der, der ihm11,11 Od 11 Wie kam es, dass Abrahams Frau Sara trotz ihrer Unfruchtbarkeit und trotz ihres hohen Alters noch die Kraft erhielt, Mutter zu werden (od eine Nachkommenschaft zu gründen)? Auch dafür war ihr Glaube der Grund. Sara war überzeugt, dass der, der ihnen. AL(1) ohne trotz ihrer Unfruchtbarkeit. Zum ganzen Vers siehe 1. Mose 17,15-19; 18,9-14; 21,1-7; siehe auch Römer 4,17-21. ´einen Sohn` versprochen hatte, vertrauenswürdig ist.11,11 1. Mose 17,15-19; 18,9-14; 21,1-7; siehe auch Römer 4,17-21. 12So stammt also von einem einzigen Mann – noch dazu von einem, dessen Zeugungskraft erloschen war – eine unermesslich große Nachkommenschaft ab, so unzählbar wie die Sterne am Himmel und der Sand am Ufer des Meeres.11,12 1. Mose 12,2; 15,5.6; 22,17; 2. Mose 32,13; 5. Mose 1,10; 10,22; siehe auch Römer 4,17.18.

13Sie alle, von denen wir jetzt gesprochen haben, haben Gott bis zu ihrem Tod vertraut, obwohl das, was er ihnen zugesagt hatte, dann noch nicht eingetroffen war. Sie erblickten es nur aus der Ferne, aber sie sahen der Erfüllung voller Freude entgegen; denn sie waren auf dieser Erde nur Gäste und Fremde und sprachen das auch offen aus. 14Wenn sich aber jemand als Fremder und als Gast bezeichnet, gibt er damit zu verstehen, dass er nach einer Heimat Ausschau hält. 15Hätten unsere Vorväter dabei an das Land gedacht, aus dem sie gekommen waren, so hätten sie ja genügend Zeit gehabt, dorthin zurückzukehren. 16Nein, sie sehnten sich nach etwas Besserem, nach einer Heimat im Himmel. Daher schämt sich Gott auch nicht, ihr Gott genannt zu werden11,16 Od Daher schämt sich Gott auch nicht, sich zu ihnen zu bekennen und ihr Gott genannt zu werden.; schließlich hat er ´im Himmel` tatsächlich eine Stadt für sie erbaut.

17-18Um noch einmal auf Abraham zurückzukommen: Abraham brachte seinen Sohn Isaak als Opfer dar, wie Gott es, um ihn auf die Probe zu stellen, von ihm forderte. Aber hatten denn die Zusagen, die Gott ihm gemacht hatte, nicht alle mit Isaak zu tun?11,17-18 W Aber hatte er nicht die Zusagen bekommen? Hatte Gott nicht zu ihm gesagt: »Durch Isaak gebe ich dir die Nachkommenschaft, ´die ich dir versprochen habe`!«11,17-18 1. Mose 21,12.? Wie kam es dann, dass Abraham trotzdem bereit war, ihn, seinen einzigen Sohn, zu opfern? Der Grund dafür war sein Glaube. 19Abraham war überzeugt, dass Gott sogar die Macht hat, Tote aufzuerwecken, und bildlich gesprochen11,19 Od und als ein Sinnbild ´für die Auferstehung` (od ´für die Auferstehung Jesu`). hat er11,19 Od und deshalb hat er, bildlich gesprochen. seinen Sohn ja auch vom Tod zurückbekommen.11,19 Zu den Versen 17 bis 19 siehe 1. Mose 22,1-19; siehe auch Jakobus 2,21-23.

20Wie kam es, dass Isaak, als er seine beiden Söhne Jakob und Esau segnete, Dinge aussprach, die noch in ferner Zukunft lagen?11,20 1. Mose 27,27-29.39.40. Der Grund dafür war sein Glaube.

21Wie kam es, dass Jakob auf seinem Sterbebett die beiden Söhne Josefs segnete, und zwar jeden ´auf eine besondere Weise`? Der Grund dafür war sein Glaube; er segnete sie im Vertrauen auf Gott, den er, über den Griff seines Wanderstabs gebeugt, anbetete.11,21 1. Mose 47,31–48,22.

22Wie kam es, dass Josef kurz vor seinem Tod vom Auszug der Israeliten ´aus Ägypten` sprach, der damals noch in weiter Ferne lag? Der Grund dafür war sein Glaube. Josef bestimmte sogar, was dann mit seinen sterblichen Überresten geschehen sollte.11,22 1. Mose 50,24-26; 2. Mose 13,19; Josua 24,32.

23Wie kam es, dass Mose nach seiner Geburt drei Monate lang versteckt gehalten wurde? Der Grund dafür war der Glaube seiner Eltern. Sie sahen, dass er ein schönes11,23 Od ein außergewöhnlich schönes. ein besonderes. Kind war, und ließen sich von den Anordnungen des Königs nicht einschüchtern.11,23 2. Mose 1,22–2,2.

24Wie kam es, dass Mose, als er groß geworden war, nicht länger »Sohn der Tochter des Pharaos« genannt werden wollte?11,24 Siehe 2. Mose 2,10-12. Der Grund dafür war sein Glaube. 25Mose wollte lieber mit dem Volk Gottes leiden, als sich dem flüchtigen Genuss der Sünde hinzugeben11,25 Od als die vorübergehenden Vorteile der Sünde zu genießen.. 26Die Schmach, die er dadurch auf sich nahm – dieselbe Schmach, die auch Christus zu tragen hatte11,26 Od Die Schmach, die er dadurch um Christi willen auf sich nahm. Die Schmach, die (er als) Gottes Gesalbter auf sich zu nehmen hatte. W Die Schmach Christi. –, bedeutete ihm mehr als alle Reichtümer Ägyptens, weil sein Blick auf die Belohnung gerichtet war, ´die Gott für ihn bereithielt`.

27Wie kam es, dass Mose Ägypten verließ, ohne sich vor dem Zorn des Königs zu fürchten?11,27 2. Mose 11,1-8; 12,51. Der Grund dafür war sein Glaube. Mose ging entschlossen seinen Weg, weil er auf den sah11,27 Od Mose ging entschlossen seinen Weg, als könnte er den sehen. Mose ließ sich durch nichts davon abbringen, auf den zu sehen., der unsichtbar ist.

28Wie kam es, dass Mose das Passafest einführte? Der Grund dafür war sein Glaube. Im Vertrauen auf Gott ließ er das Blut ´der Passalämmer an die Türrahmen` streichen, damit der Verderben bringende ´Engel` die erstgeborenen Söhne der Israeliten verschonte.11,28 2. Mose 12,1-14.21-30.

29Wie kam es, dass die Israeliten durch das Rote Meer zogen, als wäre es trockenes Land? Der Grund dafür war ihr Glaube. Die Ägypter hingegen, die dasselbe versuchten, ertranken in den Fluten.11,29 2. Mose 14,21-31.

30Wie kam es, dass die Mauern von Jericho einstürzten? Der Grund dafür war der Glaube der Israeliten; denn ´auf Gottes Befehl hin` waren sie sieben Tage lang um die Stadt gezogen.11,30 Josua 6,12-21.

31Wie kam es, dass die Prostituierte Rahab vor dem Verderben bewahrt blieb, das über Jericho hereinbrach? Der Grund dafür war ihr Glaube. Die anderen Einwohner hatten sich Gott nicht unterworfen11,31 Od Die anderen Einwohner waren Ungläubige. Zum ganzen Vers siehe Josua 2,1-16; 6,17.22-25; siehe auch Jakobus 2,25., sie aber hatte die Kundschafter der Israeliten freundlich bei sich aufgenommen.11,31 Josua 2,1-16; 6,17.22-25; siehe auch Jakobus 2,25.

32Wie viele andere Beispiele wären noch zu nennen! Die Zeit fehlt mir, um auf Gideon11,32 Richter 6,11–8,32. und Barak11,32 Richter 4,4–5,31. einzugehen, auf Simson11,32 Richter 13,2–16,31. und Jiftach11,32 Richter 11,1–12,7., auf David11,32 1. Samuel 16,1–2. Könige 2,11; 1. Chronik 11–29. und Samuel11,32 1. Samuel 1,1–25,1. und auf die Propheten. 33Was haben Menschen wie sie durch ihren Glauben nicht alles zustande gebracht! Sie zwangen Königreiche nieder, sie sorgten für Recht und Gerechtigkeit, sie erlebten die Erfüllung von Zusagen, die Gott ihnen gemacht hatte, sie hielten Löwen das Maul zu11,33 Siehe z. B. Richter 14,5.6; 1. Samuel 17,34-37; Daniel 6,1-28., 34sie blieben mitten im Feuer unberührt von den Flammen11,34 Siehe z. B. Daniel 3,1-27., sie entkamen dem tödlichen Schwert, sie wurden, wo es ihnen an Kraft fehlte, von Gott gestärkt, sie erwiesen sich als Helden im Kampf, sie schlugen feindliche Heere in die Flucht. 35Es kam ´sogar` vor, dass Frauen, die Gott vertrauten, ihre verstorbenen Angehörigen zurückerhielten, weil Gott sie wieder lebendig machte.11,35 Siehe z. B. 1. Könige 17,17-24; 2. Könige 4,18-37.

Andere, die auch Gott vertrauten, ließen sich lieber zu Tode foltern, als sich von Gott loszusagen, obwohl sie dadurch freigekommen wären. Sie waren bereit, ihr irdisches Leben zu verlieren, um durch die Auferstehung ein besseres Leben zu erhalten.11,35 W Andere aber wurden zu Tode gefoltert, weil sie die Befreiung nicht annahmen, um eine bessere Auferstehung zu erhalten. 36Manche mussten sich verspotten und auspeitschen lassen, manche wurden11,36 Od auspeitschen lassen und wurden sogar. gefesselt und ins Gefängnis geworfen.11,36 Siehe z. B. 1. Könige 22,26.27; Jeremia 20,2; 37,15.16; 38,6. 37Sie wurden gesteinigt11,37 Siehe z. B. 1. Könige 21,13; 2. Chronik 24,20-22., sie wurden zersägt, sie wurden mit dem Schwert hingerichtet11,37 Siehe z. B. 1. Könige 19,10; Jeremia 26,20-23.. Heimatlos zogen sie umher, in Schaf- und Ziegenfelle gehüllt, Not leidend, verfolgt und misshandelt – 38die Welt war es nicht wert, sie ´in ihrer Mitte` zu haben. Sie mussten in der Wüste und in den Bergen, in Höhlen und in Erdlöchern Zuflucht suchen.11,38 Siehe z. B. 1. Könige 18,13.

39Ihnen allen stellte Gott aufgrund ihres Glaubens ein gutes Zeugnis aus, und doch haben sie die endgültige Erfüllung dessen, was er ihnen zugesagt hatte, nicht erlebt. 40Gott hat für unsere Zeit11,40 W für uns. etwas vorgesehen, was besser ist ´als alles Frühere`, und deshalb können sie11,40 Od Gott, der auch an uns dachte, hatte noch etwas Besseres vorgesehen: Sie sollten. erst zusammen mit uns die Vollkommenheit11,40 Od das Ziel. erreichen.

12

Im Kampf des Glaubens auf Jesus blicken

121Wir sind also von einer großen Schar von Zeugen umgeben, deren Leben uns zeigt, dass es durch den Glauben möglich ist, den uns aufgetragenen Kampf zu bestehen. Deshalb wollen auch wir – wie Läufer bei einem Wettkampf – mit aller Ausdauer dem Ziel entgegenlaufen. Wir wollen alles ablegen, was uns beim Laufen hindert, uns von der Sünde trennen, die uns so leicht gefangen nimmt12,1 W 1 Deshalb wollen auch wir, da wir eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, alles Beschwerliche und (od und zwar; od und vor allem) die leicht umschlingende Sünde ablegen und mit Ausdauer den uns auferlegten (od den vor uns liegenden) Kampf durchlaufen., 2und unseren Blick auf Jesus richten, den Wegbereiter des Glaubens, der uns ans Ziel vorausgegangen ist. Weil Jesus wusste, welche Freude auf ihn wartete, nahm er den Tod am Kreuz auf sich, und auch die Schande, die damit verbunden war, konnte ihn nicht abschrecken. Deshalb sitzt er jetzt auf dem Thron im Himmel an Gottes rechter Seite.12,2 W 2 und unseren Blick auf Jesus richten, den Wegbereiter und Vollender des Glaubens, der wegen der vor ihm liegenden Freude (od anstelle der Freude, die er hätte haben können) das Kreuz erduldete, ohne die Schande zu beachten, und der sich auf die rechte Seite von Gottes Thron gesetzt hat.

3Wenn ihr also in der Gefahr steht, müde zu werden, dann denkt an Jesus! Wie sehr wurde er von sündigen Menschen angefeindet12,3 AL(1) Wie sehr haben sündige Menschen ihn – zu ihrem eigenen Verderben – angefeindet., und wie geduldig hat er alles ertragen! Wenn ihr euch das vor Augen haltet, werdet ihr nicht den Mut verlieren.

Gott erzieht uns wie ein Vater seine Kinder

4Bisher habt ihr in dem Kampf gegen die Sünde, ´den wir alle zu führen haben und` in dem auch ihr steht, noch nicht das Leben lassen müssen. 5Außerdem dürft ihr jenes ermutigende Wort in der Schrift nicht vergessen12,5 Od 4 Bisher habt ihr bei eurem Kampf gegen die Sünde noch nicht mit letzter Entschiedenheit Widerstand geleistet. 5 Außerdem habt ihr – ´so scheint mir` – jenes ermutigende Wort in der Schrift vergessen., das an euch als Gottes Kinder gerichtet ist.

»Mein Sohn«, heißt es dort,

»lehne dich nicht dagegen auf12,5 W verachte es nicht.,

wenn der Herr dich mit strenger Hand erzieht!

Lass dich nicht entmutigen,

wenn er dich zurechtweist!

6Denn wen der Herr liebt,

den erzieht er mit ´der nötigen` Strenge;

jeden, den er als seinen Sohn annimmt,

lässt er auch seine strafende Hand spüren.«12,6 Sprüche 3,11.12.

7Wenn ihr also Nöte durchmachen müsst, dann seht darin12,7 Od dann liegt das an. Gottes Absicht, euch zu erziehen.12,7 W 7 Erduldet ´die Nöte` / Ihr erduldet ´die Nöte` um der Erziehung willen. Er macht es mit euch wie ein Vater mit seinen Kindern. Oder gibt es einen Sohn, der von seinem Vater nicht mit strenger Hand erzogen wird? 8Mit allen seinen Kindern ist Gott auf diese Weise verfahren.12,8 Od Mit Kindern ist immer auf diese Weise verfahren worden. Wenn er euch nicht erziehen würde, würde das heißen, dass ihr gar nicht seine rechtmäßigen Kinder seid12,8 W dass ihr uneheliche ´Kinder` und nicht ´rechtmäßige` Kinder seid..

9Und überlegt euch auch Folgendes: Unsere leiblichen Väter haben uns mit ´der nötigen` Strenge erzogen, und wir hatten Respekt vor ihnen. Müssen wir uns da nicht noch viel mehr dem Vater unterordnen, der allen Wesen Geist und Leben gibt12,9 Od dem Vater unterordnen, dem wir unser neues/geistliches Leben verdanken. W dem Vater der Geister unterordnen.? Denn sich ihm unterzuordnen bedeutet wahres Leben. 10Unsere leiblichen Väter haben uns nur eine verhältnismäßig kurze Zeit erzogen, und zwar so, wie es ihren Vorstellungen entsprach. Gott aber ´weiß wirklich`, was zu unserem Besten dient; er erzieht uns so, dass wir an seiner Heiligkeit Anteil bekommen. 11Mit strenger Hand erzogen zu werden tut weh und scheint zunächst alles andere als ein Grund zur Freude zu sein. Später jedoch trägt eine solche Erziehung bei denen, die sich erziehen lassen, reiche Früchte: Ihr Leben wird von Frieden und Gerechtigkeit erfüllt sein.12,11 W Später jedoch gibt diese Erziehung denen, die durch sie geübt sind, die friedvolle Frucht der Gerechtigkeit.

Gemeinsames und entschlossenes Vorwärtsgehen

12Darum stärkt eure müden Hände und eure zitternden Knie12,12 Vergleiche Jesaja 35,3. 13und lenkt eure Schritte entschlossen in die richtige Richtung12,13 Vergleiche Sprüche 4,26.! Denn die lahm gewordenen Glieder dürfen sich nicht auch noch ausrenken12,13 dürfen nicht auch noch vom Weg abkommen., sondern sollen wieder heil werden.

14Bemüht euch mit ganzer Kraft um Frieden mit jedermann und richtet euch in allem nach Gottes Willen aus! Denn ohne ein geheiligtes Leben12,14 W um Frieden mit allen und um die Heiligung, denn ohne sie. wird niemand den Herrn sehen.

15Achtet darauf, dass niemand sich selbst von Gottes Gnade ausschließt! Lasst nicht zu, dass aus einer bitteren Wurzel eine Giftpflanze hervorwächst, die12,15 dass Bitterkeit unter euch Wurzeln schlägt und. Unheil anrichtet; sonst wird am Ende noch die ganze Gemeinde in Mitleidenschaft gezogen12,15 W die Unheil anrichtet, und dass durch sie viele verunreinigt werden.. 16Achtet auch darauf, dass niemand ein unmoralisches Leben führt12,16 dass niemand sich treulos von Gott abwendet. oder mit heiligen Dingen so geringschätzig umgeht wie Esau, der sein Erstgeburtsrecht für eine einzige Mahlzeit verkaufte. 17Ihr wisst, wie es ihm später erging: Als er den Segen bekommen wollte, der ihm als dem Erstgeborenen zustand, musste er erfahren, dass Gott ihn verworfen hatte12,17 Od zustand, wurde er von seinem Vater abgewiesen. W Als er den Segen erben wollte, wurde er verworfen.. Er fand keine Möglichkeit mehr, ´das Geschehene` rückgängig zu machen12,17 Od Er fand keine Möglichkeit mehr zur Umkehr. Er fand keine Möglichkeit mehr, ´seinen Vater` umzustimmen., so sehr er sich auch unter Tränen darum12,17 Od um den Segen. bemühte.

Die Zugehörigkeit zum neuen Bund: Vorrecht und Verantwortung

18Nun habt ihr Gott ja auf ganz andere Weise kennen gelernt als die Israeliten damals am Sinai12,18 Siehe 2. Mose 19 und 20 und 5. Mose 4 und 5.. Der Berg, zu dem sie kamen, war ein irdischer Berg. Er stand in Flammen und war in dunkle Wolken gehüllt.12,18 W 18 Denn ihr seid nicht zu einem berührbaren und in Flammen stehenden ´Berg` (od zu einem berührbaren ´Berg` und zu einem lodernden Feuer) und zu einer Dunkelheit gekommen. Es herrschte Finsternis, ein Sturm tobte, 19Posaunenschall ertönte, und eine Stimme sprach zu ihnen, ´vor der sie sich so fürchteten, dass` sie inständig baten, kein weiteres Wort mehr hören zu müssen. 20Denn schon zuvor, als es hieß, alle müssten gesteinigt werden, die dem Berg zu nahe kämen – gleich, ob Menschen oder Tiere12,20 2. Mose 19,12.13. –, hatten Angst und Schrecken sie befallen. 21Das ganze Geschehen, das sich vor ihren Augen abspielte, war so Furcht erregend, dass selbst Mose bekannte, er zittere vor Angst.12,21 Vergleiche 5. Mose 9,19.

22Ihr hingegen seid zum Berg Zion gekommen, zur Stadt12,22 Od und zur Stadt. des lebendigen Gottes, zu dem Jerusalem, das im Himmel ist. Ihr seid zu der festlichen Versammlung einer unzählbar großen Schar von Engeln gekommen 23und zu der Gemeinde von Gottes Erstgeborenen12,23 Od Ihr seid zu einer unzählbar großen Schar von Engeln gekommen und zu der festlichen Versammlung 23 der Gemeinde von Gottes Erstgeborenen., deren Namen im Himmel aufgeschrieben sind. Ihr seid zu Gott selbst gekommen, dem Richter, vor dem sich alle verantworten müssen, und zu den Gerechten, die bereits vollendet sind und deren Geist bei Gott ist12,23 W und zu den Geistern der vollendeten Gerechten.. 24Und ihr seid zu dem Vermittler des neuen Bundes gekommen, zu Jesus, und seid mit seinem Blut besprengt worden – mit dem Blut, das noch viel nachdrücklicher redet als das Blut Abels12,24 Vergleiche 1. Mose 4,10..

25Hütet euch also davor, den abzuweisen, der zu euch spricht! Schon bei den Israeliten, ´die Gottes Stimme am Sinai gehört hatten,` kam keiner ungestraft davon, der sich seinen Anweisungen widersetzte12,25 Od der Gottes Warnungen in den Wind schlug., und damals war es ein Ort auf der Erde, von dem aus Gott zu ihnen sprach. Zu uns jedoch spricht er12,25 und damals sprach ein irdischer Bote (Mose) zu ihnen. Zu uns jedoch spricht Gott selbst. vom Himmel her. Wie viel schlimmer wird es uns daher gehen, wenn wir uns von ihm abwenden! 26Damals brachte seine Stimme die Erde zum Beben. Für unsere Zeit hingegen12,26 W Jetzt hingegen. hat Gott noch etwas ´viel Gewaltigeres` angekündigt12,26 W verheißen (der positive Inhalt der Ankündigung ist in dem unzerstörbaren Reich zu sehen, von dem Vers 28 spricht).. »Noch einmal«, sagt er, »werde ich ein Beben kommen lassen, aber dann wird nicht nur die Erde erschüttert werden, sondern auch der Himmel.«12,26 Haggai 2,6. 27»Noch einmal« – das bedeutet, dass bei dieser Erschütterung die ganze geschaffene Welt vergeht12,27 Od dass alles vergehen wird, was erschaffen ist und darum erschüttert werden kann. – Statt vergehen ist auch die Übersetzung möglich: eine grundlegende Umgestaltung erfahren.; bleiben wird nur das, was nicht erschüttert werden kann.

28Auf uns wartet also12,28 W Wir bekommen also. ein unzerstörbares Reich. Dafür wollen wir Gott danken, und aus Dankbarkeit wollen wir ihm mit Ehrfurcht und Ehrerbietung so dienen, dass er Freude daran hat. 29Denn eines dürfen wir nie vergessen: Unser Gott ist wie ein Feuer, das alles verzehrt.12,29 Vergleiche 5. Mose 4,24.

13

Christliche Lebensführung

131Lasst nichts eure Liebe zueinander beeinträchtigen; durch Christus seid ihr ja Geschwister.13,1 W 1 Die geschwisterliche Liebe soll bleiben.

2Vergesst nicht, gastfrei zu sein. Durch ihre Gastfreundlichkeit haben einige, ohne es zu wissen, Engel bei sich aufgenommen.

3Denkt an die Gefangenen und nehmt an ihrem Schicksal Anteil, als wärt ihr selbst mit ihnen im Gefängnis. Habt Mitgefühl mit den Misshandelten, als wäre es euer Körper, dem die Schmerzen zugefügt werden13,3 W als solche, die auch selbst im Körper sind..

4Die Ehe soll bei allen13,4 Od in jeder Hinsicht. in Ehren gehalten werden; es darf zwischen Mann und Frau keinerlei Untreue geben. Denn wer unmoralisch lebt oder Ehebruch begeht, den wird Gott richten.

5Lasst nicht die Geldgier euer Leben bestimmen. Gebt euch zufrieden mit dem, was ihr habt. Denn Gott selbst hat versprochen:

»Ich werde dich nie vergessen

und dich niemals im Stich lassen.«13,5 5. Mose 31,6.

6Das gibt uns Mut, und wir können voll Zuversicht sagen:

»Der Herr ist mein Helfer,

deshalb fürchte ich mich nicht.

Was kann ein Mensch mir anhaben?«13,6 Psalm 118,6.

Festhalten am Bekenntnis zu Jesus Christus

7Erinnert euch immer wieder an die, die einst die Verantwortung für eure Gemeinde trugen und euch die Botschaft Gottes verkündeten. Haltet euch vor Augen, wie sie Gott bis ans Ende ihres Lebens vertrauten13,7 Od wie fruchtbar ihr Leben gewesen ist. wie sie gestorben sind. W welchen Ausgang ihr Lebenswandel gehabt hat., und nehmt euch ihren Glauben zum Vorbild. 8Denn Jesus Christus ist immer derselbe – gestern, heute und in alle Ewigkeit.

9Lasst euch daher auch nicht durch irgendwelche fremden Lehren vom richtigen Weg abbringen! Worauf es ankommt, ist, innerlich stark zu werden, aber das geschieht durch Gottes Gnade und nicht – ´wie jene Lehren es behaupten` – durch das Befolgen von Speisegeboten13,9 Od durch die Teilnahme an bestimmten (Opfer-)Mahlzeiten. W durch Speisen.. Sich an Vorschriften dieser Art zu halten hat noch nie jemand dem Ziel näher gebracht13,9 W jemand einen Nutzen gebracht..

10Im Übrigen haben ja auch wir eine Opferstätte, und unsere Speise ist das Opfer, das darauf dargebracht wurde. Aber wer noch dem irdischen Heiligtum dient, hat nicht das Recht, davon zu essen.13,10 Wahrscheinlich ist mit der Opferstätte das Kreuz gemeint, an dem Jesus starb und seinen Leib als Opfer darbrachte. Wer den Gekreuzigten im Glauben annimmt, bekommt Anteil an ihm; er isst – bildlich gesprochen – von diesem Opfer (vergleiche Johannes 6,47-58). 11Denn ´nach dem Gesetz13,11 Vergleiche 3. Mose 6,23; 16,27.` darf das Fleisch derjenigen Tiere, deren Blut der Hohepriester zur Sühnung der Sünden ins Heiligtum13,11 Od ins Allerheiligste. hineinbringt, nicht gegessen werden; vielmehr wird ihr Körper draußen vor dem Lager verbrannt. 12Und mit dem Opfer Jesu ist es wie mit diesen Tieropfern: Weil Jesus gekommen war, um das Volk durch sein eigenes Blut zu heiligen, musste auch er außerhalb der Stadtmauern sterben.13,12 W 12 Deshalb musste auch Jesus, um das Volk durch sein eigenes Blut zu heiligen, außerhalb des Stadttors sterben.

13Lasst uns daher zu Jesus vor das Lager hinausgehen und die Schmach auf uns nehmen, die auch er getragen hat. 14Denn hier auf der Erde gibt es keinen Ort, der wirklich unsere Heimat wäre und wo wir für immer bleiben könnten.13,14 W Denn wir haben hier keine bleibende Stadt. Unsere ganze Sehnsucht gilt jener zukünftigen Stadt, ´zu der wir unterwegs sind`.

15Durch Jesus nun wollen wir Gott ein immer währendes Dankopfer darbringen: Wir wollen ihn preisen und uns zu seinem Namen bekennen.13,15 Vergleiche Hosea 14,3. 16Und vergesst nicht, Gutes zu tun und einander zu helfen13,16 Od und das, was ihr habt, mit anderen zu teilen.! Das sind die Opfer, an denen Gott Freude hat.

17Hört auf die Verantwortlichen eurer Gemeinde und folgt ihren Weisungen! Denn sie wachen über euch13,17 W über euer Leben / über eure Seelen. ´wie Hirten über die ihnen anvertraute Herde` und werden Gott einmal Rechenschaft über ihren Dienst geben müssen. Verhaltet euch so, dass ihre Aufgabe13,17 dass das Rechenschaftgeben. ihnen Freude bereitet und dass sie keinen Grund zum Seufzen haben, denn das wäre nicht zu eurem Vorteil.

18Betet für uns! Ihr dürft dabei sicher sein13,18 W Wir sind überzeugt., dass wir ein reines Gewissen haben und in jeder Hinsicht13,18 und allen Menschen gegenüber. so zu leben versuchen, wie es gut und richtig ist. 19Ich bitte euch vor allem deshalb um eure Gebete, weil ich hoffe, dann umso schneller wieder zu euch zu kommen13,19 Od vor allem um eure Gebete dafür, dass ich bald (od so schnell wie möglich) wieder zu euch komme..

Segenswünsche, Mitteilungen und Grüße

20Der Gott des Friedens, der den großen Hirten seiner Schafe, unseren Herrn Jesus, von den Toten auferweckt hat, nachdem er mit dessen Blut den neuen, ewig gültigen Bund besiegelt hatte13,20 Od nachdem Jesus mit seinem Blut den neuen, ewig gültigen Bund besiegelt hatte. Der Gott des Friedens, der unseren Herrn Jesus von den Toten auferweckt hat – ihn, der durch sein Blut, das Blut des neuen, ewig gültigen Bundes, zum großen Hirten der Schafe geworden ist. W Der Gott des Friedens, der den großen Hirten der Schafe durch das Blut des ewigen Bundes von den Toten heraufgeholt hat.21dieser Gott möge euch die Kraft geben, all das Gute zu tun, das nach seinem Willen durch euch geschehen soll13,21 Od möge euch mit allem Guten ausrüsten, damit ihr seinen Willen tun könnt.. Durch Jesus Christus möge er in unserem Leben13,21 W in uns. AL(2) in euch. das bewirken, woran er Freude hat. Ihm gebührt die Ehre13,21 Od Jesus Christus gebührt die Ehre. für immer und ewig. Amen.

22Ich habe euch das alles geschrieben, liebe Geschwister, um euch zu ermutigen13,22 Od zu ermahnen., und habe mich so kurz wie möglich gefasst. Nun bitte ich euch eindringlich darum, diese Botschaft nicht abzuweisen.

23Wisst ihr schon, dass unser Bruder Timotheus freigelassen worden ist?13,23 Od Wie ihr wisst, ist unser Bruder Timotheus freigelassen worden. Statt er ist freigelassen worden übersetzen einige: er ist abgereist. Wenn er rechtzeitig bei mir eintrifft, werden wir euch gemeinsam besuchen.13,23 Od Sobald er bei mir eintrifft, werden wir euch besuchen.

24Grüßt alle eure Verantwortlichen und die ganze Gemeinde13,24 Od und überhaupt alle Gläubigen. W und alle Heiligen.! Die Geschwister aus Italien lassen euch grüßen.

25´Gottes` Gnade sei mit euch allen!