Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Das Heiligtum des ersten Bundes

91Nun gehörten ja bereits zum ersten Bund gottesdienstliche Vorschriften, und es gab schon damals ein Heiligtum – allerdings ein irdisches, 2ein Zelt9,2 2. Mose 26,1-30., das folgendermaßen aufgebaut und eingerichtet war: Es hatte einen vorderen Raum, in dem der Leuchter9,2 2. Mose 25,31-40., der Tisch9,2 2. Mose 25,23-30. und – darauf ausgelegt – die geweihten Brote waren. Dieser erste Raum des Zeltes, ´den man durch einen Vorhang betrat,` wurde das Heilige genannt. 3Dahinter befand sich, durch einen weiteren Vorhang abgetrennt, ein zweiter Raum, das so genannte Allerheiligste9,3 2. Mose 26,31-33., 4zu dem der goldene Räucheraltar9,4 2. Mose 30,1-10. und die ganz mit Gold überzogene Bundeslade9,4 2. Mose 25,10-22. gehörten. In dieser waren der goldene Krug mit dem Manna9,4 Die Nahrung, mit der Gott die Israeliten in der Zeit ihrer Wüstenwanderung versorgte (2. Mose 16)., der Stab Aarons, der Blüten getrieben hatte9,4 4. Mose 17,16-26., und die ´beiden` Steintafeln ´mit den Gesetzesbestimmungen` des Bundes9,4 2. Mose 25,16; 5. Mose 10,1-5.. 5Auf der Bundeslade standen – als Hinweis auf die Gegenwart der Herrlichkeit Gottes – zwei Kerube, die ihre Flügel über der Deckplatte der Lade, dem so genannten Sühnedeckel, ausbreiteten.9,5 Die Kerube waren geflügelte Figuren, vermutlich symbolische Darstellungen von Engeln. 2. Mose 25,18-22.

6So sahen also – ohne dass wir jetzt auf weitere Einzelheiten einzugehen brauchen – Aufbau und Einrichtung des Heiligtums aus. Jeden Tag nun betraten die Priester den vorderen Raum des Zeltes, um dort ihre gottesdienstlichen Pflichten zu erfüllen. 7Den hinteren Raum jedoch durfte nur der Hohepriester betreten, und zwar nur ein einziges Mal im Jahr und nur mit dem Blut ´von Opfertieren`. Dieses Blut brachte er als Opfer für seine eigenen Verfehlungen9,7 W für seine eigenen aus Unwissenheit begangenen Sünden. Zum ganzen Vers siehe 3. Mose 16,1-19. und für die des Volkes dar.9,7 3. Mose 16,1-19.

8Was lehrt uns der Heilige Geist durch das alles? Er macht deutlich, dass der Weg ins ´himmlische` Heiligtum nicht offen ist, solange die Bestimmungen des irdischen Zeltes in Kraft sind9,8 Od dass der Weg ins Allerheiligste nicht offen ist, solange der vordere Raum des Zeltes Bestand hat.. 9Dieses Zelt ist nämlich ein Sinnbild, dessen volle Bedeutung wir erst in der heutigen Zeit verstehen9,9 Od ein Sinnbild für die alte Ordnung, die wir ja bis in unsere Zeit vor Augen haben. W ein Sinnbild im Hinblick auf (od bis in; od für) die gegenwärtige Zeit.: Die Gaben und Opfer, die nach den Vorschriften des Gesetzes dargebracht werden, sind nicht imstande, den Opfernden wirklich von seiner Schuld zu befreien und sein Gewissen zur Ruhe zu bringen9,9 W den Opfernden seinem Gewissen nach vollkommen zu machen.. 10Bei allen diesen Vorschriften geht es um Äußerlichkeiten9,10 um den äußeren Menschen. – um Fragen des Essens und Trinkens und um eine Vielzahl9,10 Od geht es um Äußerlichkeiten – genauso wie bei den Bestimmungen über Essen und Trinken und über die Vielzahl. von rituellen Waschungen –, und sie gelten deshalb auch nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem eine neue und bessere Ordnung9,10 W eine richtige Ordnung. eingeführt wird.

Das Opfer des Hohenpriesters Christus

11´Jetzt aber ist diese Zeit angebrochen, denn jetzt` ist Christus gekommen, der Hohepriester, der uns die wahren Güter gebracht hat9,11 Manche übersetzen aufgrund einer anderen Lesart (aL(2)): der uns die wahren Güter bringen wird. Allerdings lässt sich diese Lesart auch so verstehen: der uns die angekündigten wahren Güter gebracht hat.. Er hat ein größeres und vollkommeneres Zelt durchschritten, ein Zelt, das nicht von Menschen gemacht wurde und nicht zu dieser Schöpfung gehört. 12Und was ihm den Weg ins Heiligtum9,12 Od ins Allerheiligste. öffnete9,12 Und das, womit er ins Heiligtum hineinging., war nicht das Blut von Böcken und Kälbern, sondern sein eigenes Blut. Ein einziges Mal ist er hineingegangen, und die Erlösung, die er bewirkt hat, gilt für immer und ewig9,12 Od hineingegangen, nachdem er eine Erlösung bewirkt hat, die für immer und ewig gilt..

13Nun reinigt9,13 W heiligt. zwar auch das Blut von Böcken und Stieren, aber dabei handelt es sich nur um eine äußerliche Reinheit. Und nicht anders ist es, wenn die, die unrein geworden sind, mit der ´in Wasser aufgelösten` Asche einer jungen Kuh besprengt werden.9,13 4. Mose 19,1-10.17-19. 14Das Blut Christi jedoch hat eine unvergleichlich größere Wirkung. Denn als Christus sich selbst, von Gottes ewigem Geist geleitet9,14 Od von seinem ewigen Geist geleitet. W durch (den) ewigen Geist., Gott dargebracht hat, war das ein Opfer, dem kein Makel anhaftete. Deshalb reinigt uns sein Blut bis in unser Innerstes; es befreit unser Gewissen von der Belastung durch Taten, die letztlich zum Tod führen9,14 Od von der Belastung durch nutzlose religiöse Riten. W Deshalb reinigt sein Blut unser (aL(1) euer) Gewissen von toten Werken., sodass es uns jetzt möglich ist, dem lebendigen Gott zu dienen.

15Christus ist also der Vermittler eines neuen Bundes. Mit seinem Tod hat er für die unter dem ersten Bund begangenen Übertretungen bezahlt, sodass jetzt alle, die Gott berufen hat, losgekauft sind und das ihnen zugesagte unvergängliche Erbe in Besitz nehmen können.

16´Mit dem neuen Bund verhält es sich wie mit einem Testament.`9,16 Das Griechische benutzt für Testament dasselbe Wort wie für Bund. Um ein Testament vollstrecken zu können, muss man nachweisen, dass der, der es aufgesetzt hat, gestorben ist. 17Erst im Todesfall wird es gültig; solange der Betreffende lebt, ist es noch nicht rechtskräftig.

18Aus demselben Grund konnte auch der erste Bund nicht ohne Blut in Kraft treten. 19Nachdem Mose das Gesetz9,19 Nachdem Mose, wie es das Gesetz befahl. Zum ganzen Vers siehe 2. Mose 24,3.6-8. vor versammeltem Volk Gebot um Gebot verlesen hatte, nahm er das Blut von Kälbern und Böcken9,19 AL(1) ohne und Böcken. sowie Wasser, scharlachrote Wolle und ein Ysop-Büschel, besprengte mit dem Blut sowohl das Gesetzbuch als auch das ganze Volk 20und erklärte: »Das ist das Blut des Bundes, zu dessen Einhaltung Gott euch verpflichtet hat9,20 Od des Bundes, den Gott im Hinblick auf euch angeordnet (d. h. geschlossen) hat. 2. Mose 24,8.9,20 Zu den Versen 19 und 20 siehe 2. Mose 24,8. 21Ebenso9,21 Od In der gleichen Weise. besprengte Mose auch das heilige Zelt und alle für den Gottesdienst bestimmten Geräte mit Blut. 22Überhaupt ist nach dem Gesetz fast jedes Mal Blut nötig, wenn etwas gereinigt werden muss, und ohne das Blut eines Opfers gibt es keine Vergebung.9,22 3. Mose 17,11.

23Mit solchen Mitteln müssen also die Einrichtungen des alten Bundes gereinigt werden. Aber diese sind ja nur ein Abbild der himmlischen Wirklichkeit. Wo es um die himmlische Wirklichkeit selbst geht9,23 Od Wo es um die Reinigung der himmlischen Dinge selbst geht., sind bessere Opfer erforderlich.9,23 W 23 Hiermit müssen also die Abbilder der himmlischen Dinge gereinigt werden, die himmlischen Dinge selbst aber mit besseren Opfern als diesen. 24Christus ist schließlich nicht in eine von Menschenhand gemachte Nachbildung des wahren Heiligtums9,24 Od des wahren Allerheiligsten. hineingegangen, sondern in den Himmel selbst, wo er sich nun unmittelbar bei Gott für uns einsetzt.

25Der ´levitische` Hohepriester betritt das Heiligtum9,25 Od das Allerheiligste. viele Male ´im Lauf seines Lebens` – Jahr für Jahr von neuem –, und immer mit dem Blut eines Tieres, nicht mit seinem eigenen Blut9,25 W und immer mit fremdem Blut.. Christus hingegen brachte sich selbst als Opfer dar, und er brauchte das nur ein einziges Mal zu tun9,25 und er brauchte dazu nur ein einziges Mal ins Heiligtum / ins Allerheiligste hineinzugehen.. 26Andernfalls hätte er ja seit der Erschaffung der Welt schon viele Male leiden ´und sterben` müssen. Tatsache jedoch ist, dass er nur einmal in die Welt kam – jetzt, am Ende der Zeiten –, um uns durch das Opfer seines eigenen Leibes von der Sünde zu befreien.

27Sterben müssen alle Menschen; aber sie sterben nur einmal, und darauf folgt das Gericht. 28Genauso wurde auch Christus nur einmal als Opfer dargebracht – als Opfer, das die Sünden der ganzen Menschheit9,28 W die Sünden von vielen. auf sich nahm. Wenn er wiederkommt, kommt er nicht mehr wegen der Sünde, sondern um denen Rettung zu bringen, die auf ihn warten.

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Die umfassenden und bleibenden Auswirkungen dieses Opfers

101Das Gesetz lässt also nur ein Schattenbild der künftigen Güter erkennen10,1 W Das Gesetz hat also nur ein Schattenbild der künftigen Güter., nicht deren wahre Gestalt. Mit seinen Jahr für Jahr dargebrachten und immer wieder gleichen Opfern kann es die, die vor Gott treten, niemals völlig von ihrer Schuld befreien10,1 W niemals vollkommen machen.. 2Wenn es anders wäre, hätte man dann nicht schon längst aufgehört zu opfern? Denn der Opfernde wäre ja mit einem einzigen Opfer für immer rein, und seine Sünden würden sein Gewissen nicht länger belasten. 3Tatsache jedoch ist, dass die Menschen durch die Opfer alljährlich wieder neu an ihre Sünden erinnert werden. 4Das Blut von Stieren und Böcken ist eben nicht imstande, Sünden wegzunehmen.

5Darum hat Christus, als er in die Welt kam, gesagt:

»Opfer und Gaben10,5 Mahlopfer und Speiseopfer. Entsprechend in Vers 8. willst du nicht;

stattdessen hast du mir einen Leib gegeben10,5 W bereitet..

6An Brandopfern und Sündopfern hast du kein Gefallen.

7Da habe ich gesagt: Hier bin ich!

´Ich weiß, dass` in der Schrift10,7 W Schriftrolle. von mir die Rede ist,

und bin gekommen, um deinen Willen, o Gott, zu tun.«10,7 Psalm 40,7-9.

8Christus sagt also zunächst: »Opfer und Gaben, Brandopfer und Sündopfer willst du nicht; du hast kein Gefallen daran.« Er sagt das, wohlgemerkt, von den Opfern, die das Gesetz vorschreibt. 9Dann aber fährt er fort: »Hier bin ich! Ich bin gekommen, um deinen Willen zu tun.« Das bedeutet nichts anderes, als dass er die alte Ordnung aufhebt, um eine neue in Kraft zu setzen. 10Und weil Jesus Christus den Willen Gottes erfüllt und seinen eigenen Leib als Opfer dargebracht hat, sind wir jetzt ein für alle Mal geheiligt10,10 und seinen eigenen Leib ein für allemal als Opfer dargebracht hat, sind wir jetzt geheiligt..

11Jeder andere Priester steht Tag für Tag ´am Altar`, um seinen Dienst zu verrichten, und bringt unzählige Male die gleichen Opfer dar, die doch niemals imstande sind, Sünden wegzunehmen. 12Christus dagegen hat sich, nachdem er ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht hat, für immer10,12 Od nachdem er ein einziges und für immer gültiges Opfer für die Sünden dargebracht hat. auf den Ehrenplatz an Gottes rechter Seite gesetzt 13und wartet seither darauf, dass seine Feinde zum Schemel für seine Füße gemacht werden. 14Denn mit diesem einen Opfer hat er alle, die sich von ihm heiligen lassen, völlig und für immer von ihrer Schuld befreit10,14 W hat er die, die geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht..

15Das bestätigt uns auch der Heilige Geist. In der Schrift heißt es nämlich zunächst:

16»Der zukünftige Bund, den ich mit ihnen schließen werde,

wird so aussehen:

Ich werde – sagt der Herr – meine Gesetze in ihre Herzen legen

und werde sie in ihr Innerstes schreiben.«

17Und dann heißt es weiter:

»Ich werde nie mehr an ihre Sünden

und an ihren Ungehorsam gegenüber meinen Geboten denken.«10,17 Jeremia 31,33.34.

18Wo aber die Sünden vergeben sind, ist kein weiteres Opfer mehr dafür nötig.

Aufforderung zum gemeinsamen Festhalten am Glauben

19Wir haben jetzt also, liebe Geschwister, einen freien und ungehinderten Zugang zu Gottes Heiligtum10,19 Od zum Allerheiligsten von Gottes Heiligtum.; Jesus hat ihn uns durch sein Blut eröffnet. 20Durch den Vorhang hindurch – das heißt konkret: durch das Opfer seines Leibes10,20 Od durch sein irdisches Dasein. – hat er einen Weg gebahnt, den bis dahin noch keiner gegangen ist, einen Weg, der zum Leben führt.10,20 Wie man das Allerheiligste im irdischen Heiligtum nur durch den Vorhang hindurch betreten konnte, so führt der neue Weg in Gottes Gegenwart nur über Jesu »Leib«, d. h. über das Opfer seines irdischen Lebens. 21Und wir haben einen Hohenpriester, dem das ganze Haus Gottes unterstellt ist.

22Deshalb wollen wir mit ungeteilter Hingabe und voller Vertrauen und Zuversicht vor Gott treten. Wir sind ja in unserem Innersten ´mit dem Blut Jesu` besprengt und dadurch von unserem schuldbeladenen10,22 W bösen. Gewissen befreit; wir sind – ´bildlich gesprochen` – am ganzen Körper mit reinem Wasser gewaschen10,22 Od befreit, und unser Leib ist mit dem reinigenden Wasser ´der Taufe` gewaschen.. 23Ferner wollen wir unbeirrbar an der Hoffnung festhalten, zu der wir uns bekennen; denn Gott ist treu und hält, was er zugesagt hat. 24Und weil wir auch füreinander verantwortlich sind, wollen wir uns gegenseitig dazu anspornen10,24 W Und wir wollen aufeinander Acht haben, um uns anzuspornen., einander Liebe zu erweisen und Gutes zu tun. 25Deshalb ist es wichtig, dass wir unseren Zusammenkünften nicht fernbleiben, wie einige sich das angewöhnt haben, sondern dass wir einander ermutigen, und das umso mehr, als – wie ihr selbst feststellen könnt – der Tag näher rückt, ´an dem der Herr wiederkommt`.

Die Missachtung von Jesu Opfer und ihre Konsequenzen

26Wenn wir nämlich, nachdem Gott uns die Wahrheit hat erkennen lassen, vorsätzlich und fortgesetzt sündigen, verwerfen wir damit das Opfer Jesu – das einzige Opfer, das Sünden wegnehmen kann10,26 W sündigen, bleibt kein Opfer für Sünden mehr übrig.. 27Alles, was uns dann noch bleibt, ist die schreckliche Erwartung des Gerichts, die Aussicht auf jenes verzehrende Feuer, dem Gott alle übergeben wird, die sich gegen ihn stellen. 28Es gab ja schon für den keine Nachsicht, der sich über das Gesetz des Mose hinwegsetzte: Auf die Aussagen von zwei oder drei Zeugen hin musste er sterben.10,28 4. Mose 35,30; 5. Mose 17,6; 19,15. 29Wenn nun aber jemand die Ehre des Sohnes Gottes mit Füßen tritt, wenn er das Blut des Bundes entweiht, durch das er geheiligt worden ist, und damit den Heiligen Geist verhöhnt, durch den er Gottes Gnade erkannt hat10,29 W entweiht, durch das er geheiligt wurde, und den Geist der Gnade verhöhnt. – meint ihr nicht auch, dass so jemand eine noch viel härtere Strafe verdient?

30Wir kennen doch den, der gesagt hat:

»Ich bin der Richter, der alles Unrecht straft10,30 W rächt.;

ich werde Vergeltung üben.«10,30 5. Mose 32,35.

Und weiter heißt es:

»Der Herr wird sein Volk zur Rechenschaft ziehen.«10,30 5. Mose 32,36; Psalm 135,14.

31Ja, es ist schrecklich, dem lebendigen Gott in die Hände zu fallen!

Glaubensmut und Standhaftigkeit

32Damals, als Gott euch die Augen für die Wahrheit öffnete, hattet ihr viel zu leiden und schwere Kämpfe zu bestehen. Wisst ihr noch, wie standhaft ihr das alles ertragen habt? 33Einige von euch wurden in aller Öffentlichkeit beschimpft und misshandelt; die Übrigen standen10,33 Od 33 Manchmal wurdet ihr in aller Öffentlichkeit beschimpft und misshandelt; zu anderen Zeiten standet ihr. denen, die das durchmachen mussten, treu zur Seite. 34Auch mit denen, die im Gefängnis waren, habt ihr gelitten. Und als man euch euren Besitz wegnahm, habt ihr das mit Freude ertragen in dem Bewusstsein, etwas zu besitzen, was viel wertvoller ist und was euch niemand nehmen kann10,34 W etwas Besseres und Bleibendes zu besitzen..

35Gebt diesen Glaubensmut jetzt nicht auf! Er wird einmal reich belohnt werden. 36Ja, was ihr nötig habt, ist Standhaftigkeit. Denn wenn ihr unbeirrt Gottes Willen tut, werdet ihr einmal erhalten, was er euch zugesagt hat.

37Wie heißt es in der Schrift?:

»Nur noch eine ganz kurze Zeit,

dann wird der da sein, dessen Kommen angekündigt ist10,37 W dann wird der Kommende kommen.;

seine Ankunft wird sich nicht verzögern.«

38´Und weiter sagt Gott:`

»Der, der sich auf mich verlässt und im Glauben festbleibt,

wird leben.10,38 Od Der, der sich auf mich verlässt, wird aufgrund seines Glaubens leben. W Mein Gerechter wird aufgrund seines Glaubens leben (aL(2) Der Gerechte wird aufgrund seines Glaubens an mich leben).

Wenn er sich aber von mir abwendet,

werde auch ich nicht zu ihm halten.10,38 Od Wer sich aber von mir abwendet, zu dem werde auch ich nicht halten. Habakuk 2,3.4 (z. T. nach der Septuaginta); vergleiche Jesaja 26,20.«10,38 Habakuk 2,3.4 (z. T. nach der Septuaginta); vergleiche Jesaja 26,20.

39Doch wir gehören nicht zu denen, die sich abwenden und sich damit selbst ins Verderben stürzen. Nein, wir gehören zu denen, die am Glauben festhalten und dadurch ihr Leben retten10,39 Od das Leben bekommen..
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Was Glaube ist

111Was ist denn der Glaube? Er ist ein Rechnen mit der Erfüllung dessen11,1 Od Er ist die Garantie für die Erfüllung dessen., worauf man hofft, ein Überzeugtsein von der Wirklichkeit unsichtbarer Dinge11,1 Od ein Mittel, um die Wirklichkeit unsichtbarer Dinge kennen zu lernen..

2Weil unsere Vorfahren diesen Glauben hatten, stellt Gott ihnen in der Schrift11,2 Od stellt ihnen die Schrift. ein gutes Zeugnis aus.

Auswirkungen des Glaubens: Beispiele und Vorbilder aus alttestamentlicher Zeit

3Wie können wir verstehen, dass die Welt durch Gottes Wort entstanden ist11,3 W dass die Welten (die Weltzeiten) durch Gottes Wort gebildet wurden. 1. Mose 1,3-31; siehe auch Psalm 33,6.9; Römer 4,17; 2. Petrus 3,5.?11,3 1. Mose 1,3-31; siehe auch Psalm 33,6.9; Römer 4,17; 2. Petrus 3,5. Wir verstehen es durch den Glauben. Durch ihn erkennen wir, dass das Sichtbare seinen Ursprung in dem hat, was man nicht sieht.

4Wie kam es, dass Abels Opfer Gott besser gefiel als das von Kain11,4 Od dass Abel Gott ein besseres/wertvolleres Opfer darbrachte als Kain. Zum ganzen Vers siehe 1. Mose 4,4.5; siehe auch Matthäus 23,35; Hebräer 12,24.? Der Grund dafür war Abels Glaube. Weil Abel Gott vertraute, nahm Gott seine Gaben an und stellte ihm damit das Zeugnis aus, dass er vor ihm bestehen konnte11,4 W dass er gerecht war.. Und durch seinen Glauben redet Abel heute noch zu uns, obwohl er längst gestorben ist.11,4 1. Mose 4,4.5; siehe auch Matthäus 23,35; Hebräer 12,24.

5Wie kam es, dass Gott Henoch zu sich nahm, ohne dass dieser sterben musste? »Niemand«, ´so heißt es ja in der Schrift,` »konnte ihn mehr finden, weil Gott ihn zu sich genommen hatte.«11,5 1. Mose 5,24. Der Grund dafür war Henochs Glaube. Denn bevor die Schrift von diesem Geschehen berichtet, stellt sie Henoch das Zeugnis aus11,5 W denn vor der Hinwegnahme wurde ihm das Zeugnis ausgestellt. Zum ganzen Vers siehe 1. Mose 5,22.24., dass sein Leben Gott gefallen hatte.11,5 1. Mose 5,22.24. 6Und ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass es ihn gibt und dass er die belohnt, die ihn aufrichtig suchen.

7Wie kam es, dass Noah nach Gottes Anweisungen eine Arche baute, um seine Familie zu retten? Der Grund dafür war sein Glaube. Noah nahm die göttliche Warnung ernst, obwohl von dem angedrohten Unheil noch nichts zu sehen war. Durch sein Vertrauen auf Gott verurteilte er ´den Unglauben` der damaligen Welt; er selbst aber wurde ein Erbe jener Gerechtigkeit, deren Grundlage der Glaube ist.11,7 1. Mose 6,13-22; 7,1.7; siehe auch 1. Petrus 3,20.

8Wie kam es, dass Abraham dem Ruf Gottes gehorchte, seine Heimat verließ und an einen Ort zog, der ´nach Gottes Zusage` einmal sein Erbbesitz sein würde? Warum machte er sich auf den Weg, obwohl er nicht wusste, wohin er kommen würde? Der Grund dafür war sein Glaube. 9Im Vertrauen auf Gott ließ er sich in dem ihm zugesagten Land nieder, auch wenn er dort zunächst nichts weiter war als ein Gast in einem fremden Land und zusammen mit Isaak und Jakob11,9 Od und wie später auch Isaak und Jakob., denen Gott dasselbe Erbe in Aussicht gestellt hatte, in Zelten wohnte. 10Er wartete auf die Stadt, die auf festen Fundamenten steht und deren Gründer und Erbauer Gott selbst ist.11,10 Zu den Versen 8 bis 10 siehe 1. Mose 12,1-5; 13,18; 17,8; 23,4; 26,3.25; 35,12.21.27; siehe auch Apostelgeschichte 7,2-5.

11Wie kam es, dass Abraham noch in einem Alter, in dem man eigentlich nicht mehr Vater werden kann, die Kraft erhielt, mit seiner Frau Sara, die selbst unfruchtbar war, ein Kind zu zeugen? Auch dafür war sein Glaube der Grund. Abraham war überzeugt, dass der, der ihm11,11 Od 11 Wie kam es, dass Abrahams Frau Sara trotz ihrer Unfruchtbarkeit und trotz ihres hohen Alters noch die Kraft erhielt, Mutter zu werden (od eine Nachkommenschaft zu gründen)? Auch dafür war ihr Glaube der Grund. Sara war überzeugt, dass der, der ihnen. AL(1) ohne trotz ihrer Unfruchtbarkeit. Zum ganzen Vers siehe 1. Mose 17,15-19; 18,9-14; 21,1-7; siehe auch Römer 4,17-21. ´einen Sohn` versprochen hatte, vertrauenswürdig ist.11,11 1. Mose 17,15-19; 18,9-14; 21,1-7; siehe auch Römer 4,17-21. 12So stammt also von einem einzigen Mann – noch dazu von einem, dessen Zeugungskraft erloschen war – eine unermesslich große Nachkommenschaft ab, so unzählbar wie die Sterne am Himmel und der Sand am Ufer des Meeres.11,12 1. Mose 12,2; 15,5.6; 22,17; 2. Mose 32,13; 5. Mose 1,10; 10,22; siehe auch Römer 4,17.18.

13Sie alle, von denen wir jetzt gesprochen haben, haben Gott bis zu ihrem Tod vertraut, obwohl das, was er ihnen zugesagt hatte, dann noch nicht eingetroffen war. Sie erblickten es nur aus der Ferne, aber sie sahen der Erfüllung voller Freude entgegen; denn sie waren auf dieser Erde nur Gäste und Fremde und sprachen das auch offen aus. 14Wenn sich aber jemand als Fremder und als Gast bezeichnet, gibt er damit zu verstehen, dass er nach einer Heimat Ausschau hält. 15Hätten unsere Vorväter dabei an das Land gedacht, aus dem sie gekommen waren, so hätten sie ja genügend Zeit gehabt, dorthin zurückzukehren. 16Nein, sie sehnten sich nach etwas Besserem, nach einer Heimat im Himmel. Daher schämt sich Gott auch nicht, ihr Gott genannt zu werden11,16 Od Daher schämt sich Gott auch nicht, sich zu ihnen zu bekennen und ihr Gott genannt zu werden.; schließlich hat er ´im Himmel` tatsächlich eine Stadt für sie erbaut.

17-18Um noch einmal auf Abraham zurückzukommen: Abraham brachte seinen Sohn Isaak als Opfer dar, wie Gott es, um ihn auf die Probe zu stellen, von ihm forderte. Aber hatten denn die Zusagen, die Gott ihm gemacht hatte, nicht alle mit Isaak zu tun?11,17-18 W Aber hatte er nicht die Zusagen bekommen? Hatte Gott nicht zu ihm gesagt: »Durch Isaak gebe ich dir die Nachkommenschaft, ´die ich dir versprochen habe`!«11,17-18 1. Mose 21,12.? Wie kam es dann, dass Abraham trotzdem bereit war, ihn, seinen einzigen Sohn, zu opfern? Der Grund dafür war sein Glaube. 19Abraham war überzeugt, dass Gott sogar die Macht hat, Tote aufzuerwecken, und bildlich gesprochen11,19 Od und als ein Sinnbild ´für die Auferstehung` (od ´für die Auferstehung Jesu`). hat er11,19 Od und deshalb hat er, bildlich gesprochen. seinen Sohn ja auch vom Tod zurückbekommen.11,19 Zu den Versen 17 bis 19 siehe 1. Mose 22,1-19; siehe auch Jakobus 2,21-23.

20Wie kam es, dass Isaak, als er seine beiden Söhne Jakob und Esau segnete, Dinge aussprach, die noch in ferner Zukunft lagen?11,20 1. Mose 27,27-29.39.40. Der Grund dafür war sein Glaube.

21Wie kam es, dass Jakob auf seinem Sterbebett die beiden Söhne Josefs segnete, und zwar jeden ´auf eine besondere Weise`? Der Grund dafür war sein Glaube; er segnete sie im Vertrauen auf Gott, den er, über den Griff seines Wanderstabs gebeugt, anbetete.11,21 1. Mose 47,31–48,22.

22Wie kam es, dass Josef kurz vor seinem Tod vom Auszug der Israeliten ´aus Ägypten` sprach, der damals noch in weiter Ferne lag? Der Grund dafür war sein Glaube. Josef bestimmte sogar, was dann mit seinen sterblichen Überresten geschehen sollte.11,22 1. Mose 50,24-26; 2. Mose 13,19; Josua 24,32.

23Wie kam es, dass Mose nach seiner Geburt drei Monate lang versteckt gehalten wurde? Der Grund dafür war der Glaube seiner Eltern. Sie sahen, dass er ein schönes11,23 Od ein außergewöhnlich schönes. ein besonderes. Kind war, und ließen sich von den Anordnungen des Königs nicht einschüchtern.11,23 2. Mose 1,22–2,2.

24Wie kam es, dass Mose, als er groß geworden war, nicht länger »Sohn der Tochter des Pharaos« genannt werden wollte?11,24 Siehe 2. Mose 2,10-12. Der Grund dafür war sein Glaube. 25Mose wollte lieber mit dem Volk Gottes leiden, als sich dem flüchtigen Genuss der Sünde hinzugeben11,25 Od als die vorübergehenden Vorteile der Sünde zu genießen.. 26Die Schmach, die er dadurch auf sich nahm – dieselbe Schmach, die auch Christus zu tragen hatte11,26 Od Die Schmach, die er dadurch um Christi willen auf sich nahm. Die Schmach, die (er als) Gottes Gesalbter auf sich zu nehmen hatte. W Die Schmach Christi. –, bedeutete ihm mehr als alle Reichtümer Ägyptens, weil sein Blick auf die Belohnung gerichtet war, ´die Gott für ihn bereithielt`.

27Wie kam es, dass Mose Ägypten verließ, ohne sich vor dem Zorn des Königs zu fürchten?11,27 2. Mose 11,1-8; 12,51. Der Grund dafür war sein Glaube. Mose ging entschlossen seinen Weg, weil er auf den sah11,27 Od Mose ging entschlossen seinen Weg, als könnte er den sehen. Mose ließ sich durch nichts davon abbringen, auf den zu sehen., der unsichtbar ist.

28Wie kam es, dass Mose das Passafest einführte? Der Grund dafür war sein Glaube. Im Vertrauen auf Gott ließ er das Blut ´der Passalämmer an die Türrahmen` streichen, damit der Verderben bringende ´Engel` die erstgeborenen Söhne der Israeliten verschonte.11,28 2. Mose 12,1-14.21-30.

29Wie kam es, dass die Israeliten durch das Rote Meer zogen, als wäre es trockenes Land? Der Grund dafür war ihr Glaube. Die Ägypter hingegen, die dasselbe versuchten, ertranken in den Fluten.11,29 2. Mose 14,21-31.

30Wie kam es, dass die Mauern von Jericho einstürzten? Der Grund dafür war der Glaube der Israeliten; denn ´auf Gottes Befehl hin` waren sie sieben Tage lang um die Stadt gezogen.11,30 Josua 6,12-21.

31Wie kam es, dass die Prostituierte Rahab vor dem Verderben bewahrt blieb, das über Jericho hereinbrach? Der Grund dafür war ihr Glaube. Die anderen Einwohner hatten sich Gott nicht unterworfen11,31 Od Die anderen Einwohner waren Ungläubige. Zum ganzen Vers siehe Josua 2,1-16; 6,17.22-25; siehe auch Jakobus 2,25., sie aber hatte die Kundschafter der Israeliten freundlich bei sich aufgenommen.11,31 Josua 2,1-16; 6,17.22-25; siehe auch Jakobus 2,25.

32Wie viele andere Beispiele wären noch zu nennen! Die Zeit fehlt mir, um auf Gideon11,32 Richter 6,11–8,32. und Barak11,32 Richter 4,4–5,31. einzugehen, auf Simson11,32 Richter 13,2–16,31. und Jiftach11,32 Richter 11,1–12,7., auf David11,32 1. Samuel 16,1–2. Könige 2,11; 1. Chronik 11–29. und Samuel11,32 1. Samuel 1,1–25,1. und auf die Propheten. 33Was haben Menschen wie sie durch ihren Glauben nicht alles zustande gebracht! Sie zwangen Königreiche nieder, sie sorgten für Recht und Gerechtigkeit, sie erlebten die Erfüllung von Zusagen, die Gott ihnen gemacht hatte, sie hielten Löwen das Maul zu11,33 Siehe z. B. Richter 14,5.6; 1. Samuel 17,34-37; Daniel 6,1-28., 34sie blieben mitten im Feuer unberührt von den Flammen11,34 Siehe z. B. Daniel 3,1-27., sie entkamen dem tödlichen Schwert, sie wurden, wo es ihnen an Kraft fehlte, von Gott gestärkt, sie erwiesen sich als Helden im Kampf, sie schlugen feindliche Heere in die Flucht. 35Es kam ´sogar` vor, dass Frauen, die Gott vertrauten, ihre verstorbenen Angehörigen zurückerhielten, weil Gott sie wieder lebendig machte.11,35 Siehe z. B. 1. Könige 17,17-24; 2. Könige 4,18-37.

Andere, die auch Gott vertrauten, ließen sich lieber zu Tode foltern, als sich von Gott loszusagen, obwohl sie dadurch freigekommen wären. Sie waren bereit, ihr irdisches Leben zu verlieren, um durch die Auferstehung ein besseres Leben zu erhalten.11,35 W Andere aber wurden zu Tode gefoltert, weil sie die Befreiung nicht annahmen, um eine bessere Auferstehung zu erhalten. 36Manche mussten sich verspotten und auspeitschen lassen, manche wurden11,36 Od auspeitschen lassen und wurden sogar. gefesselt und ins Gefängnis geworfen.11,36 Siehe z. B. 1. Könige 22,26.27; Jeremia 20,2; 37,15.16; 38,6. 37Sie wurden gesteinigt11,37 Siehe z. B. 1. Könige 21,13; 2. Chronik 24,20-22., sie wurden zersägt, sie wurden mit dem Schwert hingerichtet11,37 Siehe z. B. 1. Könige 19,10; Jeremia 26,20-23.. Heimatlos zogen sie umher, in Schaf- und Ziegenfelle gehüllt, Not leidend, verfolgt und misshandelt – 38die Welt war es nicht wert, sie ´in ihrer Mitte` zu haben. Sie mussten in der Wüste und in den Bergen, in Höhlen und in Erdlöchern Zuflucht suchen.11,38 Siehe z. B. 1. Könige 18,13.

39Ihnen allen stellte Gott aufgrund ihres Glaubens ein gutes Zeugnis aus, und doch haben sie die endgültige Erfüllung dessen, was er ihnen zugesagt hatte, nicht erlebt. 40Gott hat für unsere Zeit11,40 W für uns. etwas vorgesehen, was besser ist ´als alles Frühere`, und deshalb können sie11,40 Od Gott, der auch an uns dachte, hatte noch etwas Besseres vorgesehen: Sie sollten. erst zusammen mit uns die Vollkommenheit11,40 Od das Ziel. erreichen.