Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Absender und Empfänger des Briefes. Segenswunsch

11Paulus, Apostel, ´berufen` nicht von Menschen oder durch menschliche Vermittlung, sondern unmittelbar von Jesus Christus und von Gott, unserem Vater, der Jesus von den Toten auferweckt hat, 2an die Gemeinden in Galatien.

´Ich schreibe euch` im Namen aller Geschwister1,2 Od zusammen mit allen Geschwistern (Od Brüdern/Mitarbeitern)., die bei mir sind, 3´und wünsche` euch Gnade und Frieden von Gott, unserem Vater, und von Jesus Christus, unserem1,3 Od dem. Herrn, 4der sich selbst ´als Opfer` für unsere Sünden hingegeben hat. Er hat sein Leben hingegeben, um uns von allem Bösen zu befreien, das die jetzige Welt beherrscht1,4 Od um uns aus der jetzigen Welt zu befreien, in der das Böse regiert., und hat damit den Willen Gottes, unseres Vaters, erfüllt1,4 W um uns herauszunehmen aus dem gegenwärtigen bösen Äon, entsprechend dem Willen unseres Gottes und Vaters., 5dem für immer und ewig die Ehre gebührt. Amen.

Es gibt nur ein Evangelium

6Ich wundere mich, wie schnell ihr euch von dem abwendet, der euch zum Glauben gerufen hat1,6 also von Gott.! Durch Christus hat er euch seine Gnade erwiesen1,6 der euch zu einem Leben in der Gnade von Christus berufen hat. W der euch berufen hat in der Gnade Christi. AL(1) ohne Christi, also: der euch in seiner Gnade berufen hat., und ihr kehrt ihm den Rücken und wendet euch einem anderen Evangelium zu. 7Dabei gibt es doch überhaupt kein anderes Evangelium! Es ist nur so, dass gewisse Leute euch in Verwirrung stürzen, weil sie versuchen, das Evangelium von Christus auf den Kopf zu stellen.

8Doch wer immer euch ein anderes Evangelium bringt – und wäre es einer von uns Aposteln1,8 W und wären es wir (selbst). oder sogar ein Engel vom Himmel –, wer immer euch eine Botschaft bringt, die dem Evangelium widerspricht, das wir euch verkündet haben, der sei verflucht! 9Wir haben euch das bereits früher gesagt, und ich sage es hiermit noch einmal: Wenn euch jemand ein Evangelium verkündet, das im Widerspruch zu dem Evangelium steht, das ihr angenommen habt, sei er verflucht!

10Sagt selbst: Bin ich, wenn ich so rede, auf die Zustimmung der Menschen aus oder auf die Zustimmung Gottes?1,10 Sagt selbst: Will ich, wenn ich so rede, Menschen überreden oder womöglich Gott? Gemeint wäre in diesem Fall: Biete ich den Nichtjuden einen bequemen Weg zur Rettung an und versuche Gott dazu zu bringen, dass er sie nicht so streng behandelt, nicht so viel von ihnen fordert wie von den Juden? Geht es mir wirklich darum, Menschen zu gefallen?1,10 10 Ihr seht also: Ich versuche Menschen zu überzeugen, nicht Gott! Oder andersherum gesagt: Ich will nicht Menschen gefallen, ´sondern Gott`. Wenn ich noch Menschen gefallen wollte, wäre ich nicht ein Diener Christi!

Wem Paulus seine Botschaft und seine Autorität verdankt

11Denn eins müsst ihr wissen, Geschwister: Das Evangelium, das ich verkünde1,11 Od das ich euch verkündet habe., ist nicht menschlichen Ursprungs. 12Ich habe diese Botschaft ja auch nicht von einem Menschen empfangen und wurde auch nicht von einem Menschen darin unterwiesen; nein, Jesus Christus selbst hat sie mir offenbart1,12 Od nein, ich habe sie dadurch empfangen, dass Gott mir Jesus Christus offenbarte..

13Ihr habt doch gehört, wie ´radikal` ich früher den jüdischen Glauben praktizierte: Ich verfolgte die Gemeinde Gottes mit äußerster Härte und tat alles, um sie auszurotten. 14Ja, was ´den Eifer für` den jüdischen Glauben angeht, übertraf ich viele meiner Altersgenossen in meinem Volk, denn ich war ein besonders leidenschaftlicher Verfechter der ´religiösen` Überlieferungen meiner Vorfahren.

15Doch dann hat Gott beschlossen, mir seinen Sohn zu offenbaren. Gott hatte mich ja schon ´für sich` ausgesondert, als ich noch im Leib meiner Mutter war,1,15 Od schon von Geburt an ´für sich` ausgesondert. und hatte mich in seiner Gnade dazu bestimmt, ihm zu dienen1,15 W und hatte mich durch seine Gnade berufen.. 16Als er mir nun seinen Sohn offenbarte – mir ganz persönlich –,1,16 W Als er nun seinen Sohn in mir offenbarte. gab er mir den Auftrag, die gute Nachricht von Jesus Christus1,16 W von ihm. unter den nichtjüdischen Völkern zu verkünden. Daraufhin holte ich nicht erst den Rat von Menschen1,16 W von Fleisch und Blut. ein. 17Ich ging auch nicht nach Jerusalem hinauf zu denen, die schon vor mir Apostel waren. Nein, ich machte mich auf den Weg nach Arabien, und von Arabien kehrte ich nach Damaskus zurück.

18Erst dann – drei Jahre später1,18 Wahrscheinlich von Paulus’ Rückkehr nach Damaskus an gerechnet. – ging ich nach Jerusalem, um Petrus1,18 W Kephas (aramäisch für Petrus). Ebenso in Kapitel 2,9.11.14. kennen zu lernen1,18 um von Petrus Informationen zu erhalten., und blieb zwei Wochen1,18 W fünfzehn Tage. bei ihm. 19Von den anderen Aposteln habe ich ´während dieser Zeit` keinen gesehen außer Jakobus1,19 Od keinen gesehen; ich sah nur Jakobus., den Bruder des Herrn. 20Was ich euch schreibe, schreibe ich in der Gegenwart Gottes; ´er ist mein Zeuge,` dass ich nicht lüge.

21Daraufhin ging ich nach1,21 W ging ich in die Gebiete von. Syrien und Zilizien. 22Die christlichen Gemeinden in Judäa1,22 W Die Gemeinden von Judäa, die in Christus sind. hingegen kannten mich damals noch nicht persönlich. 23Das einzige, was sie immer wieder hörten, war: Der, der uns früher verfolgte, verkündet jetzt das Evangelium; er tritt für den Glauben ein, den er damals auszurotten versuchte! 24Und sie priesen Gott für das, was mit mir geschehen war1,24 W priesen Gott an mir..

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Die maßgebenden Leute in der Urgemeinde erkennen Paulus als Apostel für die nichtjüdischen Völker an

21Dann – vierzehn Jahre später2,1 Wahrscheinlich von Paulus’ erstem Besuch in Jerusalem an gerechnet. – ging ich wieder nach Jerusalem hinauf. Diesmal war Barnabas dabei, und ich nahm auch Titus mit. 2Der Grund für meine Reise war, dass Gott mir in einer Offenbarung eine entsprechende Weisung gegeben hatte2,2 W war eine Offenbarung. Manche denken dabei nicht an eine Offenbarung, die Paulus selbst erhielt, sondern an die Botschaft des Propheten Agabus (Apostelgeschichte 11,27-30).. Ich legte der Gemeinde von Jerusalem2,2 W Ich legte ihnen. das Evangelium vor, das ich unter den nichtjüdischen Völkern verkünde – genauer gesagt: Ich legte es den maßgebenden Leuten vor; nur sie nahmen an der Besprechung teil.2,2 Od verkünde. Dasselbe tat ich dann auch noch in einer besonderen Zusammenkunft mit ihren maßgebenden Leuten. Denn ich wollte sicherstellen, dass die Arbeit, die ich getan hatte und noch tun würde, nicht vergeblich war2,2 W dass ich nicht vergeblich laufe oder gelaufen bin.. 3Doch ´meine Sorge war unbegründet:` Man versuchte nicht einmal, meinen Begleiter Titus, der ja ein Grieche ist, zur Beschneidung zu zwingen.

4Allerdings mussten wir uns mit einigen falschen Brüdern auseinander setzen2,4 Od Die Frage der Beschneidung wäre überhaupt nicht aufgekommen, wären da nicht einige falsche Brüder gewesen. – Nach Auffassung einiger Ausleger trug sich das in den Versen 4 und 5 Berichtete zu einem anderen Zeitpunkt zu als die Geschehnisse der Verse 1 bis 3, und zwar entweder früher (Die Frage der Beschneidung war ein Grund gewesen, ´weshalb wir nach Jerusalem reisten`; einige falsche Brüder hatten sie aufgebracht) oder später (Die Frage der Beschneidung kam erst später auf wegen einiger falscher Brüder; in diesem Fall wäre die Gemeinde von Antiochia Schauplatz der Auseinandersetzung gewesen, vergleiche die Verse 11-14)., mit Eindringlingen, die sich bei uns eingeschlichen hatten und ausspionieren wollten, wie wir mit der Freiheit umgehen, die Jesus Christus2,4 W die Christus Jesus. uns gebracht hat. Ihr Ziel war, uns wieder zu Sklaven ´des Gesetzes`2,4 Od uns zu ´ihren` Sklaven. zu machen. 5Aber wir haben ihnen nicht einen Augenblick2,5 W nicht eine Stunde. nachgegeben und haben uns ´ihren Forderungen` nicht gebeugt; denn die Wahrheit, die uns mit dem Evangelium gegeben ist, sollte euch unter allen Umständen erhalten bleiben2,5 denn das Evangelium sollte euch unter allen Umständen unverfälscht erhalten bleiben..

6Zurück zu denen, die als die maßgebenden Leute ´der Gemeinde` galten. Es spielt für mich zwar keine Rolle, wie angesehen sie damals waren2,6 Od was sie früher einmal waren (dies wäre dann eine Anspielung darauf, dass sie zu den Jüngern zählten, die Jesus während seiner Zeit auf der Erde persönlich gekannt hatten).; Gott achtet nicht auf Rang und Namen. Trotzdem kam alles auf ihre Entscheidung an. Und die sah so aus, dass sie mir keinerlei Auflagen machten.2,6 W Gott achtet nicht auf die Person eines Menschen. Die maßgebenden Leute nun machten mir keinerlei (zusätzliche) Auflagen. 7Im Gegenteil: Es war ihnen klar geworden, dass mir die Aufgabe anvertraut ist, das Evangelium denen zu bringen, die nicht beschnitten sind2,7 den Nichtjuden., genauso wie Petrus den Auftrag hat, es denen zu bringen, die beschnitten sind2,7 den Juden (siehe 1. Mose 17,10-14).. 8Denn derselbe Gott, der durch Petrus gewirkt und ihn als Apostel für die Beschnittenen bestätigt hat, hat auch durch mich gewirkt und hat mich als Apostel für die Nichtjuden bestätigt.2,8 W Denn der, der in/durch Petrus gewirkt hat zum Apostelamt der Beschneidung, hat auch in mir / durch mich gewirkt für die Nichtjuden.

9Jakobus, Petrus und Johannes hatten also erkannt, welchen Auftrag Gott mir in seiner Gnade gegeben hat2,9 W welche Gnade mir gegeben worden ist.. Deshalb reichten sie, die als die Säulen ´der Gemeinde` galten, mir selbst und Barnabas die rechte Hand ´zum Zeichen` der Gemeinschaft ´und zur Besiegelung folgender Übereinkunft`: Während sie weiterhin unter den Beschnittenen arbeiten wollten, sollte unser Arbeitsgebiet die nichtjüdische Welt sein. 10Das einzige, worum sie uns baten, war, dass wir die Armen in der Gemeinde von Jerusalem nicht vergessen, und ich habe alles getan, um dieser Bitte nachzukommen2,10 Od und das tat ich ja bereits, so gut ich konnte. W 10 Nur sollten wir an die Armen denken, was zu tun ich mich auch eifrig bemüht habe..

Glaube und Gesetz: Der Konflikt zwischen Paulus und Petrus in Antiochia

11Doch als Petrus dann nach Antiochia kam, sah ich mich gezwungen2,11 Nach anderer Auffassung spielte sich das in den Versen 11-14 Berichtete vor dem Voranstehenden ab, sodass zu übersetzen wäre: ´Vor diesem Geschehen` war Petrus nach Antiochia gekommen, und damals hatte ich mich gezwungen gesehen., ihn vor der ganzen Gemeinde zur Rede zu stellen; denn so, wie er sich dort verhielt, sprach er sich selbst das Urteil2,11 W kam, stellte ich mich ihm entgegen, weil er verurteilt war.. 12Zunächst hatte er zusammen mit den nichtjüdischen ´Geschwistern` an den gemeinsamen Mahlzeiten teilgenommen. Als dann aber einige Leute aus dem Kreis um Jakobus2,12 W einige von Jakobus. kamen, zog sich Petrus aus Angst vor den Verfechtern der Beschneidung2,12 Od vor diesen Beschnittenen (d. h. vor diesen Juden). W vor denen aus der Beschneidung. zurück und sonderte sich ´von den Nichtjuden` ab. 13Und genauso unaufrichtig verhielten sich in der Folge die anderen jüdischen ´Geschwister`. Sogar Barnabas ließ sich dazu hinreißen, dieses heuchlerische Spiel mitzumachen.

14Als ich nun sah, dass sie den richtigen Weg verlassen hatten, den Weg, der mit der Wahrheit des Evangeliums übereinstimmt, sagte ich in Gegenwart aller zu Petrus: »Du selbst nimmst dir – obwohl du ein Jude bist – die Freiheit, dich über die jüdische Lebensweise hinwegzusetzen und wie ein Nichtjude zu leben. Wieso zwingst du dann die Nichtjuden, sich der jüdischen Lebensweise anzupassen?«2,14 Nach anderer Auffassung enden die Worte, die Paulus an Petrus richtet, erst mit Vers 16 bzw. mit Vers 21.

Glaube an Jesus Christus: für Juden wie Nichtjuden der einzige Weg zur Rettung

15´Es stimmt,` unserer Herkunft nach sind wir Juden; wir sind keine »Sünder«2,15 Eine gebräuchliche jüdische Bezeichnung für Nichtjuden (vergleiche z. B. Matthäus 26,45; Lukas 6,32-34; 24,7), die Paulus hier zwar aufgreift, von der er sich aber im Folgenden (Vers 17) distanziert. wie die Menschen heidnischer Abstammung. 16Aber wir wissen ´jetzt`, dass der Mensch nicht durch das Befolgen von Gesetzesvorschriften für gerecht erklärt wird, sondern nur durch den Glauben an2,16 durch die Treue von. Jesus Christus. Darum haben auch wir unser Vertrauen auf Jesus Christus gesetzt, denn wir möchten vor Gott bestehen können, und das ist – wie gesagt – nur auf der Grundlage des Glaubens an Christus möglich, nicht auf der Grundlage der Gesetzeserfüllung. Niemand steht durch das Befolgen von Gesetzesvorschriften vor Gott gerecht da.2,16 Vergleiche Psalm 143,2.

17Gerade unser Bestreben, durch die Verbindung mit Christus2,17 Od durch Christus. für gerecht erklärt zu werden, macht also deutlich, dass wir ´Juden` genauso Sünder sind ´wie alle anderen Menschen`. Bedeutet das dann, dass Christus im Dienst der Sünde steht? Niemals! 18´Vielmehr bin ich es, der sich schuldig macht,` und zwar dann, wenn ich das, was ich niedergerissen habe, wieder aufbaue. Denn damit ´erkläre ich das Niederreißen nachträglich für falsch und` erweise mich selbst als ein Gesetzesübertreter.

19In Wirklichkeit jedoch ´habe ich mit dem Gesetz nichts mehr zu tun;` ich bin durch das Urteil des Gesetzes2,19 W durch das Gesetz. dem Gesetz gegenüber gestorben, um ´von jetzt an` für Gott zu leben; ich bin mit Christus gekreuzigt. 20Nicht mehr ich bin es, der lebt, nein, Christus lebt in mir. Und solange ich noch dieses irdische Leben habe2,20 W noch im Fleisch lebe., lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mir seine Liebe erwiesen und sich selbst für mich hingegeben hat.

21Ich weise Gottes Gnade also nicht zurück2,21 Od Ich erkläre Gottes Gnade also nicht für ungültig., denn das Gesetz kann uns nicht dazu verhelfen, vor Gott gerecht dazustehen. Wäre es anders2,21 W denn wenn es durch das Gesetz Gerechtigkeit gäbe., dann hätte Christus nicht sterben müssen.

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Vertrauen auf Christus oder Vertrauen auf das Gesetz?

31Ach ihr unverständigen Galater! In wessen Bann seid ihr nur geraten? Jesus Christus, der Gekreuzigte, wurde euch doch mit aller Deutlichkeit vor Augen gestellt! 2Lasst mich nur das eine wissen: Habt ihr den Geist ´Gottes` bekommen, weil ihr die Vorschriften des Gesetzes befolgt habt, oder habt ihr ihn bekommen, weil ihr die Botschaft, die euch verkündet wurde, im Glauben angenommen habt3,2 Od weil ihr die Botschaft vom Glauben, die euch verkündet wurde, angenommen habt.? 3In der Kraft des Heiligen Geistes3,3 W Durch den Geist. habt ihr begonnen, und jetzt wollt ihr aus eigener Kraft3,3 W durch das Fleisch. Vielleicht gleichzeitig eine Anspielung auf die von den gesetzestreuen Juden/Judenchristen geforderte Beschneidung. das Ziel erreichen? Seid ihr wirklich so unverständig? 4Ihr habt so große Dinge erlebt3,4 Od so viel Schweres durchgemacht.! War das alles umsonst – wirklich und wahrhaftig umsonst? 5Überlegt doch einmal: Wieso gibt Gott euch seinen Geist? Wieso lässt er Wunder bei euch geschehen? Tut er das, weil ihr die Vorschriften des Gesetzes befolgt, oder tut er es, weil ihr der Botschaft glaubt, die euch verkündet wurde3,5 Od weil ihr die Botschaft vom Glauben, die euch verkündet wurde, angenommen habt.?

6Wie war es denn bei Abraham?3,6 Od War es bei Abraham nicht genauso ´wie bei uns`? Abraham, so heißt es in der Schrift, »glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet«3,6 1. Mose 15,6.. 7Daran müsst ihr doch erkennen, wer Abrahams Söhne und Töchter sind: Es sind die Menschen, die ihr Vertrauen auf Gott setzen3,7 W die aus Glauben sind.. 8Von dieser guten Nachricht hat die Schrift schon lange im Voraus gesprochen; sie kündigte an, dass Gott Menschen aus allen Völkern3,8 Od aus den nichtjüdischen Völkern. auf der Grundlage des Glaubens für gerecht erklären würde. Abraham wurde nämlich die Zusage gemacht: »Durch dich werden alle Völker gesegnet werden.«3,8 1. Mose 12,3. 9Daraus folgt: Wer immer sein Vertrauen auf Gott setzt3,9 W Wer immer aus Glauben ist., wird zusammen mit Abraham, dem Mann des Glaubens, gesegnet werden.

10Diejenigen hingegen, die ihre Hoffnung auf das Einhalten von Gesetzesvorschriften setzen3,10 W die aus Gesetzeswerken sind., stehen unter einem Fluch. Denn es heißt in der Schrift: »Verflucht ist jeder, der sich nicht ständig an alles hält, was im Buch des Gesetzes steht, und der nicht alle seine Vorschriften befolgt.«3,10 5. Mose 27,26. 11Und an einer anderen Stelle heißt es: »Der Gerechte wird leben, weil er glaubt.3,11 Od Der, der aufgrund des Glaubens gerecht ist, wird leben. Habakuk 2,4.«3,11 Habakuk 2,4. Daraus geht klar hervor, dass niemand, der sich auf das Gesetz verlässt,3,11 W dass niemand durch das Gesetz. vor Gott gerecht dastehen kann. 12Denn beim Gesetz zählt nicht der Glaube3,12 W das Gesetz ist nicht aus Glauben.; hier geht es vielmehr nach dem Grundsatz: »Leben wird der, der die Vorschriften des Gesetzes befolgt.«3,12 3. Mose 18,5.

13Christus nun hat uns vom Fluch des Gesetzes losgekauft, indem er an unserer Stelle den Fluch getragen hat3,13 W indem er für uns ein Fluch geworden ist.. Denn – so sagt die Schrift – »verflucht ist jeder, der am Pfahl endet3,13 W der am Holz(pfahl) hängt (5. Mose 21,23) – eine Anspielung auf den Kreuzestod von Jesus Christus.«3,13 5. Mose 21,23 – eine Anspielung auf den Kreuzestod von Jesus Christus.. 14Durch Jesus Christus bekommen jetzt also Menschen aus allen Völkern Anteil an dem Segen, den Gott Abraham zugesagt hatte; aufgrund des Glaubens erhalten wir den Geist, den Gott versprochen hat.3,14 W 14 ´Er hat den Fluch getragen,` damit in/durch Christus Jesus der Segen Abrahams zu den (nichtjüdischen) Völkern kommt (und) damit wir die Zusage des Geistes erhalten durch den Glauben.

Das Gesetz und die Zusage Gottes an Abraham

15Liebe Geschwister, lasst mich ein Beispiel gebrauchen, das uns allen vertraut ist.3,15 W Geschwister, ich rede nach Menschenweise. Wenn jemand ein Testament3,15 Od eine Verfügung. aufgesetzt hat und es rechtskräftig geworden ist, kann keiner mehr es für ungültig erklären oder nachträglich etwas daran ändern. 16Genauso verhält es sich mit den Zusagen, die Abraham und seiner Nachkommenschaft gemacht wurden. Übrigens sagt Gott nicht: »… und deinen Nachkommen« – als würde es sich um eine große Zahl handeln. Vielmehr ist nur von einem Einzigen die Rede: »deinem Nachkommen«3,16 1. Mose 12,7; 13,15; 17,7.8; 24,7. »deine Nachkommen« heißt im Hebräischen wörtlich »dein Same« – ein Ausdruck, der immer in der Einzahl steht., und dieser Eine ist Christus.

17Was ich sagen will, ist folgendes: Gott hat ´mit Abraham` einen rechtskräftigen Bund3,17 Das Griechische gebraucht für Bund dasselbe Wort wie für Testament (Vers 15). geschlossen. Wenn dann 430 Jahre später das Gesetz erlassen wird, kann dieses Gesetz den Bund nicht außer Kraft setzen und damit Gottes Zusage aufheben. 18Genau das wäre nämlich der Fall, wenn der Empfang des Erbes davon abhinge, dass wir das Gesetz befolgen: Dann würden wir es nicht mehr aufgrund von Gottes Zusage erhalten.3,18 W 18 Wenn das Erbe nämlich aus dem Gesetz käme, käme es nicht mehr aus der Zusage. Das Erbe jedoch, das Gott Abraham in Aussicht stellte, ist ein Geschenk, das sich auf seine Zusage gründet.

19Welche Aufgabe hatte dann das Gesetz? Es wurde hinzugefügt, um ans Licht zu bringen, dass wir mit unserem Tun Gottes Gebote übertreten3,19 W Es wurde wegen der Übertretungen hinzugefügt., ´und sollte so lange in Kraft bleiben,` bis jener Nachkomme Abrahams da war, auf den sich Gottes Zusage bezog.

Im Übrigen wurde uns das Gesetz durch Engel3,19 Vergleiche 5. Mose 33,2; Apostelgeschichte 7,38.53; Hebräer 2,2. mit Hilfe eines Vermittlers3,19 Mose. überbracht. 20Ein Vermittler aber ist nicht nötig, wenn nur ein Einziger handelt, doch genau das war der Fall, als Gott, der eine und einzige Gott, Abraham das Erbe versprach.3,20 W Der Vermittler aber ist nicht ´Vermittler` von einem Einzigen, Gott aber ist ein Einziger. Die Übersetzung ist ein Versuch, den Sinn dieser schwierigen Aussage vom größeren Zusammenhang her zu erfassen.

Die befristete Aufgabe des Gesetzes

21Bedeutet das nun, dass das Gesetz im Widerspruch zu Gottes Zusagen steht? Ausgeschlossen! Wenn ein Gesetz erlassen worden wäre, das imstande ist, lebendig zu machen, dann könnte man tatsächlich mit Hilfe dieses Gesetzes vor Gott gerecht dastehen3,21 W dann käme die Gerechtigkeit tatsächlich aus dem Gesetz.. 22In Wirklichkeit jedoch – das zeigt die Schrift – ist die ganze Menschheit der Sünde unterworfen und wird von ihr gefangen gehalten. Denn Gottes Zusage soll sich ausschließlich auf der Grundlage des Glaubens an Jesus Christus erfüllen; was er versprochen hat, sollen die erhalten, die ihr Vertrauen auf Christus setzen.3,22 W 22 In Wirklichkeit jedoch hat die Schrift alles miteinander unter die Sünde eingeschlossen, damit die Zusage den Glaubenden aufgrund des Glaubens an (aufgrund der Treue von) Jesus Christus gegeben wird.

23Doch bevor ´die Zeit` des Glaubens begann, wurden wir alle zusammen unter ´der Aufsicht` des Gesetzes in Gewahrsam gehalten; unsere Gefangenschaft sollte erst ein Ende haben, wenn Gott uns den Weg des Glaubens eröffnen würde3,23 W in Gewahrsam gehalten, eingeschlossen im Hinblick auf den Glauben, der offenbart werden sollte.. 24Das Gesetz war also unser Aufseher, ´unter dessen strenge Hand Gott uns gestellt hatte,` bis Christus kam3,24 unser Erzieher, dessen Aufgabe es war, uns auf Christus vorzubereiten.; denn es war Gottes Plan, uns auf der Grundlage des Glaubens für gerecht zu erklären. 25Und jetzt, wo ´die Zeit` des Glaubens da ist, stehen wir nicht mehr unter ´der Kontrolle` jenes Aufsehers3,25 jenes Erziehers..

Nicht mehr Sklaven des Gesetzes, sondern Söhne und Töchter Gottes

26Ihr alle seid also Söhne und Töchter Gottes, weil ihr an Jesus Christus3,26 W an Christus Jesus. glaubt und mit ihm verbunden seid. 27Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft worden seid, habt ein neues Gewand angezogen – Christus selbst. 28Hier gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Juden und Griechen, zwischen Sklaven und freien Menschen, zwischen Mann und Frau. Denn durch eure Verbindung mit Jesus Christus seid ihr alle zusammen ein neuer Mensch geworden.3,28 Vergleiche Epheser 2,15.16 und Kolosser 3,10.11. Die Gemeinde als die Gesamtheit der Christen wird im Neuen Testament mit einem Körper verglichen; sie ist der Leib von Christus, dem Haupt (Römer 12,4.5; 1. Korinther 12,12-27). 29Wenn ihr aber zu Christus gehört, seid ihr auch Nachkommen Abrahams und seid damit – entsprechend der Zusage, ´die Gott ihm gegeben hat` – Abrahams ´rechtmäßige` Erben.