Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Die maßgebenden Leute in der Urgemeinde erkennen Paulus als Apostel für die nichtjüdischen Völker an

21Dann – vierzehn Jahre später2,1 Wahrscheinlich von Paulus’ erstem Besuch in Jerusalem an gerechnet. – ging ich wieder nach Jerusalem hinauf. Diesmal war Barnabas dabei, und ich nahm auch Titus mit. 2Der Grund für meine Reise war, dass Gott mir in einer Offenbarung eine entsprechende Weisung gegeben hatte2,2 W war eine Offenbarung. Manche denken dabei nicht an eine Offenbarung, die Paulus selbst erhielt, sondern an die Botschaft des Propheten Agabus (Apostelgeschichte 11,27-30).. Ich legte der Gemeinde von Jerusalem2,2 W Ich legte ihnen. das Evangelium vor, das ich unter den nichtjüdischen Völkern verkünde – genauer gesagt: Ich legte es den maßgebenden Leuten vor; nur sie nahmen an der Besprechung teil.2,2 Od verkünde. Dasselbe tat ich dann auch noch in einer besonderen Zusammenkunft mit ihren maßgebenden Leuten. Denn ich wollte sicherstellen, dass die Arbeit, die ich getan hatte und noch tun würde, nicht vergeblich war2,2 W dass ich nicht vergeblich laufe oder gelaufen bin.. 3Doch ´meine Sorge war unbegründet:` Man versuchte nicht einmal, meinen Begleiter Titus, der ja ein Grieche ist, zur Beschneidung zu zwingen.

4Allerdings mussten wir uns mit einigen falschen Brüdern auseinander setzen2,4 Od Die Frage der Beschneidung wäre überhaupt nicht aufgekommen, wären da nicht einige falsche Brüder gewesen. – Nach Auffassung einiger Ausleger trug sich das in den Versen 4 und 5 Berichtete zu einem anderen Zeitpunkt zu als die Geschehnisse der Verse 1 bis 3, und zwar entweder früher (Die Frage der Beschneidung war ein Grund gewesen, ´weshalb wir nach Jerusalem reisten`; einige falsche Brüder hatten sie aufgebracht) oder später (Die Frage der Beschneidung kam erst später auf wegen einiger falscher Brüder; in diesem Fall wäre die Gemeinde von Antiochia Schauplatz der Auseinandersetzung gewesen, vergleiche die Verse 11-14)., mit Eindringlingen, die sich bei uns eingeschlichen hatten und ausspionieren wollten, wie wir mit der Freiheit umgehen, die Jesus Christus2,4 W die Christus Jesus. uns gebracht hat. Ihr Ziel war, uns wieder zu Sklaven ´des Gesetzes`2,4 Od uns zu ´ihren` Sklaven. zu machen. 5Aber wir haben ihnen nicht einen Augenblick2,5 W nicht eine Stunde. nachgegeben und haben uns ´ihren Forderungen` nicht gebeugt; denn die Wahrheit, die uns mit dem Evangelium gegeben ist, sollte euch unter allen Umständen erhalten bleiben2,5 denn das Evangelium sollte euch unter allen Umständen unverfälscht erhalten bleiben..

6Zurück zu denen, die als die maßgebenden Leute ´der Gemeinde` galten. Es spielt für mich zwar keine Rolle, wie angesehen sie damals waren2,6 Od was sie früher einmal waren (dies wäre dann eine Anspielung darauf, dass sie zu den Jüngern zählten, die Jesus während seiner Zeit auf der Erde persönlich gekannt hatten).; Gott achtet nicht auf Rang und Namen. Trotzdem kam alles auf ihre Entscheidung an. Und die sah so aus, dass sie mir keinerlei Auflagen machten.2,6 W Gott achtet nicht auf die Person eines Menschen. Die maßgebenden Leute nun machten mir keinerlei (zusätzliche) Auflagen. 7Im Gegenteil: Es war ihnen klar geworden, dass mir die Aufgabe anvertraut ist, das Evangelium denen zu bringen, die nicht beschnitten sind2,7 den Nichtjuden., genauso wie Petrus den Auftrag hat, es denen zu bringen, die beschnitten sind2,7 den Juden (siehe 1. Mose 17,10-14).. 8Denn derselbe Gott, der durch Petrus gewirkt und ihn als Apostel für die Beschnittenen bestätigt hat, hat auch durch mich gewirkt und hat mich als Apostel für die Nichtjuden bestätigt.2,8 W Denn der, der in/durch Petrus gewirkt hat zum Apostelamt der Beschneidung, hat auch in mir / durch mich gewirkt für die Nichtjuden.

9Jakobus, Petrus und Johannes hatten also erkannt, welchen Auftrag Gott mir in seiner Gnade gegeben hat2,9 W welche Gnade mir gegeben worden ist.. Deshalb reichten sie, die als die Säulen ´der Gemeinde` galten, mir selbst und Barnabas die rechte Hand ´zum Zeichen` der Gemeinschaft ´und zur Besiegelung folgender Übereinkunft`: Während sie weiterhin unter den Beschnittenen arbeiten wollten, sollte unser Arbeitsgebiet die nichtjüdische Welt sein. 10Das einzige, worum sie uns baten, war, dass wir die Armen in der Gemeinde von Jerusalem nicht vergessen, und ich habe alles getan, um dieser Bitte nachzukommen2,10 Od und das tat ich ja bereits, so gut ich konnte. W 10 Nur sollten wir an die Armen denken, was zu tun ich mich auch eifrig bemüht habe..

Glaube und Gesetz: Der Konflikt zwischen Paulus und Petrus in Antiochia

11Doch als Petrus dann nach Antiochia kam, sah ich mich gezwungen2,11 Nach anderer Auffassung spielte sich das in den Versen 11-14 Berichtete vor dem Voranstehenden ab, sodass zu übersetzen wäre: ´Vor diesem Geschehen` war Petrus nach Antiochia gekommen, und damals hatte ich mich gezwungen gesehen., ihn vor der ganzen Gemeinde zur Rede zu stellen; denn so, wie er sich dort verhielt, sprach er sich selbst das Urteil2,11 W kam, stellte ich mich ihm entgegen, weil er verurteilt war.. 12Zunächst hatte er zusammen mit den nichtjüdischen ´Geschwistern` an den gemeinsamen Mahlzeiten teilgenommen. Als dann aber einige Leute aus dem Kreis um Jakobus2,12 W einige von Jakobus. kamen, zog sich Petrus aus Angst vor den Verfechtern der Beschneidung2,12 Od vor diesen Beschnittenen (d. h. vor diesen Juden). W vor denen aus der Beschneidung. zurück und sonderte sich ´von den Nichtjuden` ab. 13Und genauso unaufrichtig verhielten sich in der Folge die anderen jüdischen ´Geschwister`. Sogar Barnabas ließ sich dazu hinreißen, dieses heuchlerische Spiel mitzumachen.

14Als ich nun sah, dass sie den richtigen Weg verlassen hatten, den Weg, der mit der Wahrheit des Evangeliums übereinstimmt, sagte ich in Gegenwart aller zu Petrus: »Du selbst nimmst dir – obwohl du ein Jude bist – die Freiheit, dich über die jüdische Lebensweise hinwegzusetzen und wie ein Nichtjude zu leben. Wieso zwingst du dann die Nichtjuden, sich der jüdischen Lebensweise anzupassen?«2,14 Nach anderer Auffassung enden die Worte, die Paulus an Petrus richtet, erst mit Vers 16 bzw. mit Vers 21.

Glaube an Jesus Christus: für Juden wie Nichtjuden der einzige Weg zur Rettung

15´Es stimmt,` unserer Herkunft nach sind wir Juden; wir sind keine »Sünder«2,15 Eine gebräuchliche jüdische Bezeichnung für Nichtjuden (vergleiche z. B. Matthäus 26,45; Lukas 6,32-34; 24,7), die Paulus hier zwar aufgreift, von der er sich aber im Folgenden (Vers 17) distanziert. wie die Menschen heidnischer Abstammung. 16Aber wir wissen ´jetzt`, dass der Mensch nicht durch das Befolgen von Gesetzesvorschriften für gerecht erklärt wird, sondern nur durch den Glauben an2,16 durch die Treue von. Jesus Christus. Darum haben auch wir unser Vertrauen auf Jesus Christus gesetzt, denn wir möchten vor Gott bestehen können, und das ist – wie gesagt – nur auf der Grundlage des Glaubens an Christus möglich, nicht auf der Grundlage der Gesetzeserfüllung. Niemand steht durch das Befolgen von Gesetzesvorschriften vor Gott gerecht da.2,16 Vergleiche Psalm 143,2.

17Gerade unser Bestreben, durch die Verbindung mit Christus2,17 Od durch Christus. für gerecht erklärt zu werden, macht also deutlich, dass wir ´Juden` genauso Sünder sind ´wie alle anderen Menschen`. Bedeutet das dann, dass Christus im Dienst der Sünde steht? Niemals! 18´Vielmehr bin ich es, der sich schuldig macht,` und zwar dann, wenn ich das, was ich niedergerissen habe, wieder aufbaue. Denn damit ´erkläre ich das Niederreißen nachträglich für falsch und` erweise mich selbst als ein Gesetzesübertreter.

19In Wirklichkeit jedoch ´habe ich mit dem Gesetz nichts mehr zu tun;` ich bin durch das Urteil des Gesetzes2,19 W durch das Gesetz. dem Gesetz gegenüber gestorben, um ´von jetzt an` für Gott zu leben; ich bin mit Christus gekreuzigt. 20Nicht mehr ich bin es, der lebt, nein, Christus lebt in mir. Und solange ich noch dieses irdische Leben habe2,20 W noch im Fleisch lebe., lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mir seine Liebe erwiesen und sich selbst für mich hingegeben hat.

21Ich weise Gottes Gnade also nicht zurück2,21 Od Ich erkläre Gottes Gnade also nicht für ungültig., denn das Gesetz kann uns nicht dazu verhelfen, vor Gott gerecht dazustehen. Wäre es anders2,21 W denn wenn es durch das Gesetz Gerechtigkeit gäbe., dann hätte Christus nicht sterben müssen.