Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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81Saulus aber war mit dieser Hinrichtung voll und ganz einverstanden.

Verfolgung der Gemeinde in Jerusalem

Noch am selben Tag brach über die Gemeinde in Jerusalem eine schwere Verfolgung herein. Alle, ´die an Jesus glaubten,` flohen und zerstreuten sich über das ganze Gebiet von Judäa und Samarien; nur die Apostel blieben in Jerusalem zurück.

2Einige fromme Männer bestatteten Stephanus und hielten eine feierliche Totenklage. 3Saulus jedoch setzte alles daran, die Gemeinde auszurotten. Er durchsuchte Haus für Haus, und ´wo er Christen fand,` ließ er sie abführen8,3 Od Er drang in die Häuser ´der Christen` ein und ließ sie abführen. – Männer wie Frauen – und ließ sie ins Gefängnis bringen.

Die Botschaft von Jesus Christus kommt nach Samarien

4Die ´Christen`, die aus Jerusalem geflohen waren, machten überall, wo sie hinkamen,8,4 Od geflohen waren, zogen umher und machten überall. das Evangelium bekannt. 5Unter ihnen war auch Philippus8,5 Einer der in Kapitel 6,5 genannten sieben Mitarbeiter der Apostel.. Er ging in die ´bedeutendste` Stadt von Samarien8,5 Vermutlich Sichem, das religiöse Zentrum der Samaritaner. Nach anderer Auffassung: Samaria (in neutestamentlicher Zeit Sebaste genannt), die Hauptstadt von Samarien. und verkündete dort, dass Jesus der Messias ist8,5 W verkündete ihnen den Messias (od Christus).. 6Scharen von Menschen hörten ihm mit ungeteilter Aufmerksamkeit zu; sie waren beeindruckt von dem, was er sagte, und das umso mehr, als sie die Wunder miterlebten, die durch ihn geschahen.8,6 Od Scharen von Menschen schenkten dem, was er sagte, ungeteilte Aufmerksamkeit, und das umso mehr, als sie von den Wundern (w den zeichenhaften Dingen) hörten, die durch ihn geschahen, und sie auch selbst miterlebten. 7Bei vielen Besessenen fuhren die bösen8,7 W unreinen. Geister aus; sie verließen ihre Opfer mit lautem Geschrei. Auch zahlreiche Gelähmte und Verkrüppelte wurden geheilt. 8In der ganzen Stadt herrschte große Freude.

Der Magier Simon

9Schon seit längerem hatte ein Magier namens Simon diese Stadt zum Schauplatz für sein Wirken gemacht. Er trat mit dem Anspruch auf, ein Meister der Magie zu sein8,9 W ein Großer zu sein., und seine okkulten Fähigkeiten setzten die Einwohnerschaft von Samarien in Erstaunen. 10Auf ihn richtete sich die Aufmerksamkeit der gesamten Bevölkerung. »Dieser Mann ist die Kraft Gottes in Person«, sagten die Leute und nannten ihn »Die Große Kraft«8,10 Bei den Samaritanern eine Bezeichnung für Gott.. 11Sie standen völlig unter seinem Bann, so sehr hatte er sie immer wieder8,11 W hatte er sie lange Zeit. mit seinen Zauberkünsten fasziniert.

12Doch jetzt, als Philippus ihnen die Botschaft vom Reich Gottes verkündete und über Person und Werk8,12 W über den Namen. von Jesus Christus sprach, wandten sie sich Philippus zu und schenkten ihm Glauben, und Männer und Frauen ließen sich taufen. 13Auch Simon kam zum Glauben und ließ sich taufen. Von da an wich er Philippus nicht mehr von der Seite. Die Wunder, die er miterlebte und in denen sich Gottes große Kraft zeigte8,13 W Die zeichenhaften Dinge und die großen Machttaten, die er sah., ließen ihn nicht mehr aus dem Staunen herauskommen.

Petrus und Johannes in Samarien: Die Gläubigen erhalten den Heiligen Geist

14Als die Apostel in Jerusalem hörten, dass die Samaritaner8,14 W dass Samarien. Gottes Botschaft angenommen hatten, schickten sie Petrus und Johannes zu ihnen. 15´In der betreffenden Stadt` angekommen, beteten die beiden für sie und baten Gott, ihnen den Heiligen Geist zu geben. 16Denn bis zu diesem Zeitpunkt war der Heilige Geist noch auf keinen Einzigen von ihnen herabgekommen; sie waren nur auf den Namen8,16 Od im Namen. von Jesus, dem Herrn, getauft. 17Nach dem Gebet legten Petrus und Johannes ihnen die Hände auf, und jetzt bekamen auch sie den Heiligen Geist.

Auseinandersetzung der Apostel mit Simon: Den Heiligen Geist bekommt man nicht für Geld

18Als Simon sah, dass der Heilige Geist denen gegeben wurde, denen die Apostel die Hände auflegten, bot er Petrus und Johannes Geld an 19und sagte: »Gebt mir ´Anteil an` dieser Kraft, damit auch bei mir jeder den Heiligen Geist bekommt, dem ich die Hände auflege!«

20»Zur Hölle mit dir und deinem Geld!8,20 W Dein Geld gehe mit dir ins Verderben!«, fuhr Petrus ihn an. »Zu denken, was Gott schenkt, könne man kaufen! 21Nein, du hast keinen Anteil an dieser Kraft8,21 W Sache. und hast kein Anrecht auf sie. Denn in deinem tiefsten Innern bist du nicht aufrichtig vor Gott. 22Bereue doch deine Verschlagenheit8,22 Od Bosheit. und bete zum Herrn! Vielleicht findest du Vergebung für deine üblen Absichten. 23Ich sehe nämlich, dass dein Denken durch und durch vergiftet ist8,23 Od dass du verderbenbringendes Gift verbreitest. Od dass du auf ein bitteres Ende zusteuerst. und dass das Böse dich fest in seinem Griff hat8,23 W dass du in Galle der Bitterkeit und in Banden des Unrechts bist. Vergleiche 5. Mose 29,17 und Jesaja 58,6.

24Simon erwiderte: »Betet ihr für mich zum Herrn! Betet, dass nichts von dem eintrifft, was ihr mir angedroht habt!«

25Nachdem Petrus und Johannes Jesus als den Herrn bezeugt und seine Botschaft bekannt gemacht hatten8,25 W Nachdem sie nun die Botschaft des Herrn / über den Herrn bezeugt und verkündet hatten., kehrten sie nach Jerusalem zurück. Unterwegs verkündeten sie das Evangelium noch in vielen anderen Ortschaften Samariens.

Philippus und der äthiopische Finanzminister

26Philippus aber bekam von einem8,26 Od dem. Engel des Herrn folgenden Auftrag: »Mach dich auf den Weg in Richtung Süden!8,26 Od Mach dich um die Mittagszeit auf den Weg! Benutze die einsame Wüstenstraße, die von Jerusalem nach Gaza hinunterführt.8,26 Eine andere Straße von Jerusalem nach Gaza führte zunächst westwärts und wurde stärker benutzt.«

27Philippus machte sich auf den Weg; und als er diese Straße entlangging, kam dort in seinem Reisewagen ein Äthiopier gefahren, ein Eunuch8,27 Als Eunuch (zeugungsunfähig gemachter Mann) wird der Äthiopier im griechischen Text auch in den Versen 34, 36, 38 und 39 bezeichnet. Wegen 5. Mose 23,2 durften Eunuchen lediglich den äußeren Vorhof des jüdischen Tempels betreten, aber nicht am Gottesdienst teilnehmen. Hier wird nun die in Jesaja 56,3-5 angekündigte Aufnahme von Eunuchen in Gottes Gemeinde Wirklichkeit.. Es handelte sich um einen hohen Würdenträger, den Finanzminister der Kandake, der äthiopischen Königin.8,27 Das Königreich Äthiopien war in der oberen Nilregion gelegen, im Gebiet des heutigen Sudan. Kandake ist kein Eigenname, sondern war der Titel der äthiopischen Königinnen. Der Mann war in Jerusalem gewesen, um ´den Gott Israels` anzubeten, 28und befand sich jetzt auf der Rückreise. Er saß in seinem Wagen und las im Buch des Propheten Jesaja.

29Der ´Heilige` Geist sagte zu Philippus: »Geh zu dem Wagen dort und halte dich dicht neben ihm!« 30Philippus lief hin, und als er neben dem Wagen herging, hörte er den Mann laut aus dem Buch des Propheten Jesaja lesen. »Verstehst du denn, was du da liest?«, fragte er ihn. 31»Wie kann ich es verstehen, wenn niemand es mir erklärt?«, erwiderte der Mann. Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen.

32Der Abschnitt der Schrift, den er eben gelesen hatte, lautete:

»Man hat ihn weggeführt wie ein Schaf, das geschlachtet werden soll.

Und wie ein Lamm8,32 Od »Wie bei einem Schaf, das sich ´stumm` zur Schlachtung führen lässt, und wie bei einem Lamm, das. beim Scheren keinen Laut von sich gibt,

so kam auch über seine Lippen kein Laut ´der Klage`.

33Er wurde erniedrigt und all seiner Rechte beraubt.

Niemand wird über Nachkommen von ihm berichten können8,33 Od Niemand kann ´die Schlechtigkeit` seiner Zeitgenossen beschreiben.,

denn sein Leben auf der Erde wurde ihm genommen.8,33 Od 33 Er wurde erniedrigt ´und verurteilt`, aber dann verhalf Gott ihm zu seinem Recht. Seine Nachkommenschaft wird so ´groß` sein, dass niemand sie zählen kann, denn sein Leben wurde von der Erde weg ´in den Himmel` emporgehoben. Jesaja 53,7.8.«8,33 Jesaja 53,7.8.

34Der Äthiopier wandte sich an Philippus: »Bitte sag mir, von wem ist hier die Rede? Spricht der Prophet von sich selbst, oder spricht er von jemand anders?« 35Da ergriff Philippus die Gelegenheit8,35 W Da öffnete Philippus seinen Mund. und erklärte ihm, von dieser Schriftstelle ausgehend, das Evangelium von Jesus.

36Als sie nun, ´ins Gespräch vertieft,` die Straße entlangfuhren, kamen sie an einer Wasserstelle vorbei. »Hier ist Wasser!«, rief der Äthiopier. »Spricht etwas dagegen, dass ich getauft werde?«8,36 Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hier Vers 37 an: Philippus sagte: »Wenn du mit aufrichtigem Herzen glaubst, kannst du getauft werden.« – »Ja«, antwortete der Äthiopier, »ich glaube, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist.« 38Und er befahl, den Wagen anzuhalten. Beide, Philippus und der Äthiopier, stiegen ins Wasser, und Philippus taufte den Mann.

39Als sie wieder aus dem Wasser stiegen, wurde Philippus plötzlich vom Geist des Herrn ergriffen und an einen anderen Ort versetzt, und der Äthiopier sah ihn nicht mehr. Trotzdem erfüllte ihn eine tiefe Freude, als er nun seine Reise fortsetzte.

40Philippus fand sich in Aschdod wieder. Er zog ´nordwärts` und verkündete in allen Städten das Evangelium, bis er schließlich nach Cäsarea kam.

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Die Umkehr des Saulus: vom Verfolger der Gemeinde zum Nachfolger Christi

91-2Saulus führte weiterhin einen wütenden Kampf gegen die Jünger des Herrn. Er drohte ihnen mit dem Tod und war entschlossen, die Gemeinde auszurotten.9,1-2 W 1-2 Saulus aber schnaubte immer noch Drohungen und Mord gegen die Jünger des Herrn. Auch in Damaskus wollte er die Anhänger der neuen Lehre9,1-2 W des Weges. aufspüren, um sie alle – Männer wie Frauen – in Ketten nach Jerusalem zu bringen. Zu diesem Zweck wandte er sich an den Hohenpriester und bat ihn um Briefe ´mit einer entsprechenden Bevollmächtigung`, die er den Synagogen in Damaskus vorlegen wollte.

3Als er nun nach Damaskus unterwegs war und die Stadt schon fast erreicht hatte, leuchtete plötzlich vom Himmel her ein Licht auf. Von allen Seiten umgab ihn ein solcher Glanz, 4dass er ´geblendet` zu Boden stürzte. Gleichzeitig hörte er, wie eine Stimme zu ihm sagte: »Saul, Saul9,4 Die hebräisch-aramäische Namensform (hier und in Kapitel 22,7 und 26,14; vergleiche auch Kapitel 9,17 und 22,13) weist darauf hin, dass die Stimme hebräisch/aramäisch mit Saulus sprach (so ausdrücklich in Kapitel 26,14). Siehe dazu die Anmerkung zu Kapitel 21,40., warum verfolgst du mich?« – 5»Wer bist du, Herr?«, fragte Saulus. Die Stimme antwortete: »Ich bin der, den du verfolgst; ich bin Jesus. 6Doch jetzt steh auf und geh in die Stadt! Dort wird man dir sagen, was du tun sollst.«

7Die Männer, die mit Saulus reisten, standen sprachlos ´vor Bestürzung` dabei; sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemand. 8Saulus richtete sich vom Boden auf und öffnete die Augen, aber er konnte nichts sehen. Seine Begleiter mussten ihn bei der Hand nehmen und nach Damaskus führen. 9Drei Tage lang war er blind, und er aß nichts und trank nichts.

10In Damaskus lebte ein Jünger ´Jesu` namens Hananias. Zu ihm sagte der Herr in einer Vision: »Hananias!« – »Ja, Herr?«, erwiderte Hananias. 11»Geh in die Gerade Straße«, befahl ihm der Herr, »und frage im Haus des Judas nach einem Saulus aus Tarsus. Du musst Folgendes wissen: Saulus betet, 12und in einer Vision hat er gesehen, wie ein Mann namens Hananias in sein Zimmer tritt und ihm die Hände auflegt, damit er wieder sehen kann.«

13»Herr«, entgegnete Hananias, »von den verschiedensten Seiten habe ich erfahren, wie viel schreckliche Dinge dieser Mann in Jerusalem denen angetan hat, die zu deiner Gemeinde gehören9,13 W in Jerusalem deinen Heiligen angetan hat.. 14Außerdem ist er von den führenden Priestern dazu ermächtigt, hier in Damaskus alle zu verhaften, die sich zu deinem Namen bekennen9,14 W die deinen Namen anrufen.

15Aber der Herr sagte: »Geh ´trotzdem` zu ihm! Denn gerade ihn habe ich mir als Werkzeug ausgewählt9,15 Od Denn gerade er ist mir ein überaus nützliches Werkzeug., damit er meinen Namen ´in aller Welt` bekannt macht – bei den nichtjüdischen Völkern und ihren Herrschern ebenso wie bei den Israeliten. 16Und ich will ihm zeigen, wie viel er ´von jetzt an` um meines Namens willen9,16 Od für sein Bekenntnis zu mir. leiden muss.«

17Da machte sich Hananias auf den Weg und ging in jenes Haus. Er legte Saulus die Hände auf und sagte: »Saul9,17 Vergleiche die Anmerkung zu Vers 4., mein Bruder! Der Herr selbst – Jesus, der dir auf deiner Reise hierher erschienen ist – hat mich geschickt. Er möchte, dass du wieder sehen kannst und mit dem Heiligen Geist erfüllt wirst.« 18Im selben Augenblick war es, als würden Schuppen von Saulus’ Augen fallen: Er konnte wieder sehen! Saulus stand auf und ließ sich taufen. 19Und nachdem er etwas gegessen hatte, kehrten seine Kräfte zurück.

Saulus verkündet in Damaskus das Evangelium

Saulus war erst einige Tage bei den Jüngern in Damaskus, 20da begann er auch schon9,20 Od Saulus blieb einige Tage bei den Jüngern in Damaskus, 20 und er begann sofort., in den Synagogen der Stadt zu verkünden, dass Jesus der Sohn Gottes ist.

21Alle, die Saulus hörten9,21 Od die davon hörten., waren außer sich vor Verwunderung. »Ist das nicht der, der in Jerusalem mit unerbittlicher Härte gegen jeden vorging, der sich zu diesem Jesus bekannte9,21 W der diesen Namen anrief.?«, sagten sie. »Und ist er nicht in der Absicht hierhergekommen, die ´Anhänger dieses Mannes` auch hier zu verhaften und sie den führenden Priestern ´in Jerusalem` auszuliefern?«

22Saulus jedoch trat mit immer größerer Entschiedenheit auf9,22 W Saulus jedoch wurde immer stärker. und brachte die Juden, die in Damaskus lebten, in größte Verwirrung, weil er überzeugend darlegte, dass Jesus der Messias9,22 Od Christus. ist.

Flucht aus Damaskus

23Längere Zeit verging.9,23 Vermutlich fällt in diese Zeit der Arabienaufenthalt, den Paulus in Galater 1,17 erwähnt. Schließlich fassten die Juden den Beschluss, Saulus zu töten. 24Saulus erfuhr von ihren Plänen, doch sie bewachten Tag und Nacht die Stadttore, damit er ihnen nicht entkommen konnte9,24 W damit sie ihn töten konnten.. 25Da ließen ihn seine Anhänger9,25 die Jünger Jesu. eines Nachts in einem Korb an der Stadtmauer hinunter9,25 Od in einem Korb durch eine Öffnung in der Stadtmauer hinunter. Zu den Versen 23 bis 25 siehe auch 2. Korinther 11,32.33. ´und verhalfen ihm so zur Flucht`.9,25 Zu den Versen 23 bis 25 siehe auch 2. Korinther 11,32.33.

Saulus in Jerusalem. Abreise nach Tarsus

26Als Saulus wieder nach Jerusalem kam, versuchte er sich den Jüngern anzuschließen. Aber sie hatten alle Angst vor ihm, weil sie nicht glauben konnten, dass jetzt auch er ein Jünger ´Jesu` war. 27Da kam ihm Barnabas zu Hilfe. Er brachte ihn zu den Aposteln und berichtete ihnen, wie Saulus auf seiner Reise ´nach Damaskus` den Herrn gesehen und wie9,27 Od was. der Herr mit ihm gesprochen hatte. Außerdem berichtete er ihnen, wie unerschrocken Saulus dann in Damaskus im Namen Jesu aufgetreten war.

28Von da an ging Saulus bei den Christen in Jerusalem aus und ein9,28 Od Von da an wirkte Saulus zusammen mit den Aposteln (w mit ihnen) in Jerusalem., und auch hier trat er unerschrocken im Namen des Herrn auf. 29Er unterhielt sich mit den Juden, die aus griechischsprachigen Ländern stammten,9,29 W mit den Hellenisten. und führte lange Streitgespräche mit ihnen. Doch ´statt sich überzeugen zu lassen,` versuchten sie ihn umzubringen. 30Als die Christen9,30 Od die leitenden Brüder der Gemeinde. W die Geschwister/Brüder. das erfuhren, brachten sie ihn nach Cäsarea, von wo sie ihn dann nach Tarsus ziehen ließen.

Zwischenbilanz: Die Gemeinde in Judäa, Galiläa und Samarien

31Die Gemeinde in ganz Judäa, Galiläa und Samarien erlebte nun eine Zeit der Ruhe und des Friedens. Die Christen wurden im Glauben gefestigt und lebten9,31 Od Die Gemeinde festigte sich, und die Christen lebten. W Sie wurden aufgebaut und lebten. in Ehrfurcht vor dem Herrn. Und weil der Heilige Geist ihnen zur Seite stand9,31 W Und durch den Zuspruch des Heiligen Geistes., wuchs die Gemeinde ständig weiter.

Petrus in Lydda: Heilung eines Gelähmten

32Auf seinen Reisen9,32 Od Auf einer Reise., die ihn durch das ganze Land führten, kam Petrus auch zu den Christen9,32 W zu den Heiligen. in Lydda. 33Dort begegnete er einem Mann namens Äneas, der gelähmt und seit acht Jahren ans Bett gefesselt war. 34Petrus sagte zu ihm: »Äneas, Jesus Christus heilt dich. Steh auf und mach dein Bett!« Im selben Augenblick konnte Äneas aufstehen. 35Alle Bewohner von Lydda und von der Scharon-Ebene sahen den Geheilten. Da wandten sie sich dem Herrn zu ´und glaubten an ihn`.

Petrus in Joppe: Auferweckung einer Toten

36In Joppe lebte eine Jüngerin ´Jesu` namens Tabita. (Tabita – oder Dorkas, wie ihr Name auf Griechisch lautete – bedeutet »Gazelle«.)9,36 W namens Tabita, was übersetzt heißt: Dorkas (»Gazelle«). Tabita tat viel Gutes und half den Bedürftigen, wo sie nur konnte. 37Doch während Petrus in Lydda war, wurde sie krank und starb. Man wusch den Leichnam und bahrte ihn im Obergeschoss des Hauses auf, ´in dem sie gewohnt hatte`.

38Als die Jünger von Joppe erfuhren9,38 Od Weil die Jünger von Joppe erfahren hatten., dass Petrus sich in dem nicht weit entfernten Lydda aufhielt, schickten sie zwei Männer zu ihm mit der Bitte, so schnell wie möglich zu ihnen zu kommen. 39Petrus ging unverzüglich mit. In Joppe angekommen, wurde er in das Zimmer im Obergeschoss geführt, in dem Tabita aufgebahrt war. Viele Witwen waren dort versammelt und beweinten die Tote. Sie alle drängten sich jetzt um Petrus und zeigten ihm unter Tränen9,39 W wurde er in das Obergeschoss/Obergemach geführt, und alle Witwen traten weinend zu ihm und zeigten ihm. ihre Kleider und Mäntel. »Das alles hat Dorkas gemacht, als sie noch unter uns war!«, sagten sie. 40Doch Petrus schickte sie alle aus dem Zimmer. ´Als er allein war,` kniete er nieder und betete. Dann wandte er sich zu der Toten und sagte: »Tabita, steh auf!« Tabita öffnete die Augen, sah Petrus an und setzte sich auf, 41und Petrus fasste sie bei der Hand und half ihr auf die Füße. Danach rief er die Witwen und die anderen Gläubigen herein9,41 Od rief er die Gläubigen und die Witwen herein., damit sie die wieder zum Leben erweckte Tabita sehen konnten.

42Die Nachricht von diesem Ereignis verbreitete sich in der ganzen Stadt, und viele kamen zum Glauben an den Herrn. 43Petrus blieb noch längere Zeit in Joppe; er wohnte bei einem gewissen Simon, einem Gerber.

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Die Vision des römischen Hauptmanns Kornelius in Cäsarea

101In Cäsarea lebte ein ´römischer` Offizier namens Kornelius, ein Hauptmann, der zum so genannten Italischen Regiment gehörte10,1 lebte ein ´ehemaliger römischer` Offizier namens Kornelius, ein Hauptmann, der zum so genannten Italischen Regiment gehört hatte.. 2Kornelius war ein frommer Mann, der mit allen, die in seinem Haus lebten, an den Gott Israels glaubte10,2 W Ehrfurcht vor Gott hatte. Wahrscheinlich hielt sich Kornelius zur jüdischen Gemeinde.; er gab großzügige Spenden für die Bedürftigen in der ´jüdischen` Bevölkerung und betete treu und regelmäßig.

3Eines Tages – gegen drei Uhr nachmittags10,3 Im religiösen Leben des jüdischen Volkes eine Stunde des privaten und öffentlichen Gebets (siehe Kapitel 3,1). – hatte Kornelius eine Vision: Klar und deutlich sah er, wie ein10,3 Od der. Engel Gottes zu ihm ins Zimmer trat. »Kornelius!«, hörte er ihn sagen. 4Erschrocken starrte Kornelius den Engel an. »Was ist, Herr?«, fragte er. Der Engel erwiderte: »Gott hat deine Gebete gehört und hat gesehen, wie viel Gutes du den Armen tust.10,4 Od Deine Gebete und deine Gaben für die Armen sind wie ein Erinnerungsopfer, dessen Rauch zu Gott emporgestiegen ist. W Deine Gebete und deine Almosen sind hinaufgestiegen zur Erinnerung / als Erinnerungsopfer vor Gott. 5Darum schicke jetzt einige Männer nach Joppe zu einem gewissen Simon mit dem Beinamen Petrus und bitte ihn, zu dir zu kommen. 6Er ist bei einem Gerber zu Gast, der ebenfalls Simon heißt und dessen Haus direkt am Meer liegt.«

7Als der Engel10,7 W der Engel, der mit ihm geredet hatte. wieder gegangen war, rief Kornelius zwei seiner Diener sowie einen gläubigen Soldaten aus seinem persönlichen Gefolge zu sich. 8Er berichtete ihnen alles, was er soeben erlebt hatte10,8 Er erklärte ihnen genau, was sie zu tun hatten., und schickte sie dann nach Joppe.

Die Vision von Petrus in Joppe

9Um die Mittagszeit10,9 W Um die sechste Stunde (von sechs Uhr morgens an gerechnet). des folgenden Tages – die Boten des Kornelius waren noch unterwegs, näherten sich aber bereits der Stadt – stieg Petrus zum Beten auf das flache Dach ´des Hauses, in dem er zu Gast war`. 10Nach einiger Zeit wurde er hungrig und bat um etwas zu essen. Während ihm nun eine Mahlzeit zubereitet wurde, hatte er eine Vision10,10 W kam eine Verzückung über ihn.. 11Er sah den Himmel offen stehen und etwas wie ein riesiges leinenes Tuch herabkommen, das – gehalten an seinen vier Ecken – auf die Erde heruntergelassen wurde. 12In dem Tuch befanden sich Tiere aller Art – Vierfüßer, Reptilien und Vögel10,12 Also auch Tiere, die nach den Speisevorschriften von 3. Mose 11 und 5. Mose 14 als unrein galten und daher nicht gegessen werden durften.. 13Nun hörte er eine Stimme: »Auf, Petrus, schlachte und iss!« – 14»Auf gar keinen Fall, Herr!«, entgegnete Petrus. »In meinem ganzen Leben habe ich noch nie etwas Unheiliges und Unreines gegessen!« 15Doch die Stimme wiederholte die Aufforderung. »Was Gott für rein erklärt hat, das behandle du nicht, als wäre es unrein10,15 W unheilig.!«, sagte sie. 16Und noch ein drittes Mal wurde Petrus zum Essen aufgefordert.10,16 16 Das Ganze geschah dreimal. Danach verschwand das Tuch so unvermittelt wieder im Himmel, ´wie es gekommen war`.

Die Boten des Kornelius bei Petrus

17Während Petrus noch darüber rätselte, was diese Vision bedeuten sollte, kamen auch schon die Männer an, die Kornelius geschickt hatte. Sie hatten sich zu Simons Haus durchgefragt und standen jetzt ´unten` vor dem Eingangstor. 18»Ist hier ein Simon mit dem Beinamen Petrus zu Gast?«, riefen sie.

19Da sagte der Geist ´Gottes` zu Petrus, der immer noch über die Vision nachdachte: »Petrus! ´Vor dem Haus` sind drei Männer, die zu dir wollen. 20Darum steh jetzt auf und geh nach unten. ´Sie werden dich bitten, mit ihnen zu kommen.` Folge ihnen ohne Bedenken10,20 Folge ihnen, ohne einen Unterschied ´zwischen Juden und Nichtjuden` zu machen.; ich selbst habe sie geschickt.«

21Da ging Petrus zu den Männern hinunter und sagte: »Ich bin der, den ihr sucht. Was führt euch zu mir?« – 22»´Wir kommen von` Hauptmann Kornelius«, antworteten sie, »einem frommen und gerechten Mann, der an den Gott Israels glaubt10,22 W der Ehrfurcht vor Gott hat. und bei der ganzen jüdischen Bevölkerung in hohem Ansehen steht. Er hat von einem heiligen Engel den Auftrag erhalten, dich in sein Haus einzuladen, um zu erfahren, was du ihm zu sagen hast.« 23Als Petrus das hörte, bat er die Männer herein und sorgte dafür, dass sie bei Simon übernachten konnten10,23 W und beherbergte sie..

Petrus bei Kornelius

Gleich am nächsten Morgen machte sich Petrus mit ihnen auf den Weg, begleitet von einigen Brüdern aus Joppe. 24Am darauf folgenden Tag kamen sie in Cäsarea an. Kornelius, der seine Verwandten und seine engsten Freunde zu sich eingeladen hatte, erwartete sie bereits.

25Als Petrus durch ´das Hoftor` trat, kam Kornelius ihm entgegen und warf sich ehrfurchtsvoll10,25 Od anbetend. vor ihm nieder. 26Doch Petrus zog ihn wieder hoch. »Steh auf!«, sagte er. »Ich bin auch nur ein Mensch.« 27Und während er sich mit Kornelius unterhielt, betrat er das Haus.

Überrascht sah er die vielen Leute, die sich dort zusammengefunden hatten. 28»Ihr wisst sicher«, sagte er zu ihnen, »dass es einem Juden nicht erlaubt ist, engeren Kontakt mit jemand zu haben, der zu einem anderen Volk gehört, oder ihn gar in seinem Haus zu besuchen.10,28 Er würde damit gegen die jüdischen Reinheitsvorschriften verstoßen; vergleiche z. B. Johannes 18,28. Aber Gott hat mir unmissverständlich klar gemacht, dass man keinen Menschen als unheilig oder unrein bezeichnen darf, ´nur weil er kein Jude ist`. 29Daher habe ich auch keine Einwände gemacht, als man mich einlud, hierher zu kommen. Und nun lasst mich wissen, aus welchem Grund ihr mich geholt habt!«

30Kornelius erwiderte: »Vor drei Tagen hatte ich mich zur gleichen Zeit wie jetzt, nachmittags gegen drei Uhr, hier in meinem Haus zum Gebet zurückgezogen10,30 W Vor vier Tagen (bei dieser »inklusiven« Zählweise wird der Tag mitgezählt, von dem an zurückgerechnet wird) war ich bis zu dieser, der neunten Stunde (von sechs Uhr morgens an gerechnet) am Beten., als plötzlich ein Mann in einem leuchtend weißen Gewand vor mir stand. 31›Kornelius!‹, sagte er. ›Gott hat dein Beten erhört, und er weiß sehr wohl, wie viel Gutes du den Armen tust10,31 W und deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott.. 32Schicke daher Boten nach Joppe zu einem Simon mit dem Beinamen Petrus und lade ihn zu dir ein; er ist bei dem Gerber Simon zu Gast, dessen Haus direkt am Meer liegt.10,32 Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hinzu: Petrus wird, wenn er hierhergekommen ist, mit dir reden.33Daraufhin schickte ich sofort ´einige Leute` zu dir, und du bist so freundlich gewesen, zu uns zu kommen. Nun sind wir alle hier in Gottes Gegenwart versammelt, um zu hören, was du uns im Auftrag des Herrn zu sagen hast.«

Das Evangelium wird zum ersten Mal vor Nichtjuden verkündet

34»Wahrhaftig«, begann Petrus, »jetzt wird mir ´erst richtig` klar, dass Gott keine Unterschiede zwischen den Menschen macht! 35Er fragt nicht danach, zu welchem Volk jemand gehört, sondern nimmt jeden an10,35 W 35 Vielmehr ist ihm in jedem Volk jeder willkommen., der Ehrfurcht vor ihm hat und tut, was gut und richtig ist.

36´Was ich euch bringe, ist` die Botschaft10,36 Od ´Ihr kennt ja` die Botschaft., die Gott bereits den Israeliten verkünden ließ; es ist das Evangelium vom Frieden durch den10,36 Od die Botschaft – das Evangelium vom Frieden –, die Gott den Israeliten durch den verkünden ließ., der über alle Menschen Herr ist, Jesus Christus. 37Ihr habt sicher von dem erfahren, was sich im ganzen jüdischen Land zugetragen hat.10,37 Ihr wisst sicher, wovon im ganzen jüdischen Land gesprochen wurde. Angefangen hatte es in Galiläa, nachdem Johannes zur Taufe aufgerufen hatte: 38Jesus von Nazaret wurde von Gott mit dem Heiligen Geist gesalbt und mit Kraft erfüllt und zog dann im ganzen Land umher, tat Gutes und heilte alle, die der Teufel in seiner Gewalt hatte; denn Gott war mit ihm. 39Wir Apostel sind Zeugen von all dem, was er im jüdischen Land und in Jerusalem getan hat. Und dann hat man ihn getötet, indem man ihn ans Kreuz10,39 W ans Holz / an den Holzpfahl. Siehe die Anmerkung zu Kapitel 5,30. hängte. 40Doch drei Tage danach10,40 Bei dieser »inklusiven« Zählweise wird der Tag der Hinrichtung mitgerechnet. Nach unserem Sprachgebrauch handelt es sich um den zweiten Tag danach. hat Gott ihn ´von den Toten` auferweckt, und in Gottes Auftrag hat er sich als der Auferstandene gezeigt10,40 W und er (Gott) hat veranlasst, dass er sichtbar wurde.41allerdings nicht dem ganzen Volk, sondern nur denen, die Gott schon im Voraus zu Zeugen bestimmt hatte, nämlich uns Aposteln. Mit uns hat er, nachdem er von den Toten auferstanden war, sogar gegessen und getrunken.10,41 Siehe Kapitel 1,4 und Lukas 24,43. 42Und er gab uns den Auftrag, dem ganzen Volk mit allem Nachdruck zu verkünden und zu bezeugen, dass er10,42 Od Und Gott gab uns den Auftrag … zu bezeugen, dass dieser Jesus. der von Gott eingesetzte Richter ist, der über die Lebenden und über die Toten das Urteil sprechen wird. 43Schon die Propheten haben von ihm geredet10,43 Od haben davon geredet.. Durch ihn10,43 Aufgrund des Bekenntnisses zu seinem Namen. W Durch seinen Namen., so bezeugen sie alle übereinstimmend, bekommt jeder die Vergebung seiner Sünden – jeder, der an ihn glaubt.10,43 Siehe z. B. 5. Mose 18,15; 32,43; Jesaja 33,24; 53,4-12; Jeremia 23,5.6; 31,34; Hesekiel (Ezechiel) 36,25; Daniel 9,24. Auch wenn nur ein Teil der Propheten ausdrücklich auf die Vergebung durch den Messias hinweist, sprechen doch alle von der Vergebung durch Gottes Gnade, und die messianische Zeit wird – so kündigten es die Propheten an – in besonderem Maß eine Zeit der Gnade sein.«

Auch Nichtjuden erhalten den Heiligen Geist

44Während Petrus noch über diese Dinge sprach, kam der Heilige Geist auf alle herab, die seine Botschaft hörten. 45Die Gläubigen jüdischer Herkunft10,45 W Die Gläubigen aus der Beschneidung., die Petrus nach Cäsarea begleitet hatten, waren außer sich vor Verwunderung, dass die Gabe ´Gottes`, der Heilige Geist, auch über Nichtjuden ausgegossen wurde. 46Sie hörten nämlich, wie die Versammelten in ´geistgewirkten` Sprachen redeten und Gott für seine Größe priesen.

Schließlich wandte sich Petrus an seine Begleiter und sagte: 47»Wer hätte jetzt noch das Recht, diesen Leuten die Taufe10,47 W das Wasser zum Getauftwerden. zu verweigern – jetzt, wo sie genau10,47 auf dieselbe Weise. wie wir den Heiligen Geist empfangen haben?« 48Und er ordnete an, sie im Namen10,48 Od auf den Namen. von Jesus Christus zu taufen.10,48 Und er gab den Versammelten die Anweisung, sich im Namen von Jesus Christus taufen zu lassen. Danach blieb er auf ihre Bitte hin noch einige Tage bei ihnen.