Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Die Verteidigungsrede des Stephanus: Eine Bilanz der Geschichte Israels

71Der Hohepriester fragte Stephanus: »Treffen die Vorwürfe zu, die gegen dich erhoben werden?«

2Stephanus erwiderte: »Meine Brüder, Väter ´unseres Volkes`, hört mich an!«

– Abraham und das zugesagte Land

»Der Gott, dem alle Macht und Herrlichkeit gehört7,2 Od Der Gott, dem alle Ehre gebührt. Od Gott in seiner Herrlichkeit. W Der Gott der Herrlichkeit., erschien unserem Vater Abraham, als dieser noch in Mesopotamien lebte und noch nicht in die Stadt Haran gezogen war, 3und sagte zu ihm: ›Verlass deine Heimat und deine Verwandtschaft und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde.‹7,3 1. Mose 12,1. 4Da verließ Abraham das Land der Chaldäer und zog nach Haran.7,4 1. Mose 11,31.32; 12,4.5. Und nachdem sein Vater gestorben war, zog er weiter und ließ sich auf Gottes Weisung hin in dem Land nieder7,4 W gestorben war, ließ er (Gott) ihn von dort in das Land umziehen., in dem ihr jetzt lebt. 5Allerdings gab Gott ihm damals keinen Grundbesitz7,5 W Erbbesitz. in diesem Land, nicht einmal so viel, dass er seinen Fuß hätte darauf stellen können. Er versprach jedoch, ihm eines Tages das ganze Land zum Besitz zu geben – ihm und seinen Nachkommen.7,5 1. Mose 12,7; 13,15; 15,18; 17,8; 24,7; 48,4. Dabei hatte Abraham zu jenem Zeitpunkt noch gar keine Kinder! 6Seine Nachkommen, sagte Gott, würden als Fremde in einem fremden Land leben und vierhundert Jahre lang unterdrückt und zu Sklavendiensten gezwungen werden. 7›Doch ich selbst‹, kündigte Gott an, ›werde das Volk zur Rechenschaft ziehen, das sie versklavt, und dann werden sie von dort wegziehen und mir hier, in diesem Land, dienen.‹7,7 1. Mose 15,13.14. 8In der Folge schloss Gott mit Abraham den Bund, dessen Zeichen die Beschneidung ist. Als daher Abraham seinen Sohn Isaak bekam, beschnitt er ihn acht Tage nach der Geburt. Und genauso machte es Isaak mit seinem Sohn Jakob und Jakob mit seinen zwölf Söhnen, unseren Stammvätern.7,8 1. Mose 17,7-14; 21,2-4; 25,26; 29,31–30,24; 35,16-18.«

– Josef und die Rettung seiner Familie

9»Die Stammväter waren neidisch auf ihren Bruder Josef und verkauften ihn als Sklaven nach Ägypten.7,9 1. Mose 37,4.11.28; 39,1. Doch Gott war mit ihm7,9 1. Mose 39,2.21.23. 10und half ihm aus allen Schwierigkeiten heraus, in die er geriet. Er sorgte dafür, dass der Pharao, der ägyptische König, auf Josef aufmerksam wurde und ihm sein Vertrauen schenkte. Der Pharao war von Josefs Weisheit so beeindruckt7,10 Er sorgte in seiner Gnade dafür, dass der Pharao, der ägyptische König, von Josefs Weisheit so beeindruckt war. W Er gab ihm solche Gunst/Gnade und Weisheit vor Pharao, dem König Ägyptens., dass er ihm das höchste Regierungsamt Ägyptens anvertraute und ihn zum Verwalter aller königlichen Güter7,10 1. Mose 41,37-46. machte.

11Dann brach in ganz Ägypten und in Kanaan eine Hungersnot aus, und damit begann für diese Länder eine schwere Zeit. Auch unsere Vorfahren hatten nichts mehr zu essen. 12Als Jakob hörte, dass es in Ägypten noch Getreide gab, schickte er ´seine Söhne,` unsere Stammväter, dorthin, ein erstes 13und ein zweites Mal. Beim zweiten Mal gab sich Josef seinen Brüdern zu erkennen, und auf diese Weise erfuhr der Pharao ´Genaueres` über Josefs Familie7,13 Od Herkunft. Zu den Versen 11 bis 13 siehe 1. Mose 41,54; 42,1-5; 43,15; 45,1-4.16..7,13 Zu den Versen 11 bis 13 siehe 1. Mose 41,54; 42,1-5; 43,15; 45,1-4.16. 14Josef ließ dann seinen Vater Jakob und alle Verwandten nach Ägypten kommen, insgesamt fünfundsiebzig Personen.7,14 Siehe 1. Mose 46,26.27; 2. Mose 1,5 (nach der Septuaginta). Der hebräische Text spricht von siebzig Personen. Wahrscheinlich zählt die Septuaginta weitere Nachkommen Josefs mit. 15Jakob ließ sich in Ägypten nieder7,15 W Jakob zog nach Ägypten hinunter., und dort starb er auch, er und unsere Väter.7,15 1. Mose 46,5-7; 49,33; 2. Mose 1,6. 16Sie wurden nach Sichem überführt und in dem Grab beigesetzt, das Abraham dort von den Söhnen Hamors7,16 AL(1) Hamors, des Vaters von Sichem. Stephanus scheint hier mehrere alttestamentliche Berichte in stark gedrängter Form zusammenzufassen: 1. Mose 23,17.18 (Kauf der Grabhöhle Machpela durch Abraham), 1. Mose 33,19 (Landkauf in Sichem), 1. Mose 50,13 (Begräbnis Jakobs in Machpela) und Josua 24,32 (Begräbnis Josefs in Sichem). gekauft hatte7,16 W von den Söhnen Hamors für einen Betrag (Silber-)Geld gekauft hatte..7,16 Stephanus scheint hier mehrere alttestamentliche Berichte in stark gedrängter Form zusammenzufassen: 1. Mose 23,17.18 (Kauf der Grabhöhle Machpela durch Abraham), 1. Mose 33,19 (Landkauf in Sichem), 1. Mose 50,13 (Begräbnis Jakobs in Machpela) und Josua 24,32 (Begräbnis Josefs in Sichem).«

– Mose und die Befreiung seines Volkes

17»Je näher nun der Zeitpunkt für die Einlösung des Versprechens rückte, das Gott Abraham gegeben hatte, desto größer wurde unser Volk in Ägypten. Es wuchs und vermehrte sich, 18bis ein König den Thron Ägyptens bestieg, der nichts mehr von Josef wusste.7,18 2. Mose 1,7.8. 19Dieser Herrscher ging mit heimtückischer Grausamkeit gegen unser Volk vor: Er zwang unsere Vorfahren, ihre neugeborenen Kinder auszusetzen, um so das weitere Wachstum des Volkes zu verhindern7,19 Od auszusetzen, weil er nicht wollte, dass sie am Leben blieben. 2. Mose 1,15-19.22..7,19 2. Mose 1,15-19.22.

20In dieser Zeit wurde Mose geboren, und Gott hatte Gefallen an ihm7,20 Od geboren, ein außergewöhnlich schönes Kind. W geboren, und er war schön in Gottes Augen.. Drei Monate lang war es seinen Eltern möglich, in ihrem Haus für ihn zu sorgen.7,20 2. Mose 2,2. 21Als er dann doch ausgesetzt werden musste, nahm ihn die Tochter des Pharaos zu sich7,21 Od adoptierte ihn die Tochter des Pharaos. Od rettete ihn die Tochter des Pharaos. ließ ihn die Tochter des Pharaos ´aus dem Wasser` holen (siehe 2. Mose 2,5.10). und zog ihn wie einen eigenen Sohn auf. 22Mose erhielt eine umfassende Ausbildung in den Wissenschaften7,22 W eine Ausbildung in aller Weisheit. der Ägypter, und seine Worte und Taten zeichneten ihn als einen besonders fähigen Mann aus7,22 Od und er war wortgewaltig und voller Tatkraft..

23Im Alter von vierzig Jahren erwachte in Mose der Wunsch7,23 Od fasste Mose den Entschluss. Zu den Versen 23 bis 29 siehe 2. Mose 2,11-15., nach seinen Brüdern und Schwestern, den Israeliten, zu sehen. 24´Als er sie aufsuchte,` wurde er Zeuge, wie ein Israelit von einem Ägypter misshandelt wurde. Er kam dem Unterdrückten zu Hilfe und rächte das Unrecht, indem er den Ägypter erschlug. 25Mose dachte, seine Landsleute würden verstehen, dass es Gottes Plan war, sie durch ihn zu retten, aber sie verstanden es nicht. 26´Das zeigte sich` am darauffolgenden Tag: Mose kam gerade dazu, als zwei Israeliten sich stritten und einander schlugen. Er versuchte den Streit zu schlichten und wollte die beiden dazu bewegen, Frieden zu schließen. ›Männer‹, sagte er, ›ihr seid doch Brüder! Warum fügt ihr einander solches Unrecht zu?‹ 27Da stieß ihn der, der den Streit begonnen hatte7,27 W der seinem Nächsten Unrecht zufügte., zur Seite und rief: ›Wer hat dich eigentlich zu unserem Anführer und Richter eingesetzt? 28Willst du mich etwa auch töten, wie du gestern den Ägypter getötet hast?‹7,28 2. Mose 2,13.14. 29Als Mose das hörte, floh er in das Gebiet der Midianiter.7,29 Zu den Versen 23 bis 29 siehe 2. Mose 2,11-15. Während der Zeit seines Exils wurden ihm zwei Söhne geboren.7,29 2. Mose 2,22; 18,2-4.

30Wieder vergingen vierzig Jahre. Da erschien ihm eines Tages in der Wüste am Berg Sinai ein Engel in den Flammen eines brennenden Dornbusches.7,30 Zu den Versen 30 bis 34 siehe 2. Mose 3,1-10. 31Mose sah, ´dass der Busch in Flammen stand, aber nicht verbrannte,` und wunderte sich über diese rätselhafte Erscheinung. Er trat näher, um herauszufinden, was es damit auf sich hatte. Da hörte er die Stimme des Herrn: 32›Ich bin der Gott deiner Väter7,32 Od der Gott, dem schon deine Vorfahren dienten., der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.‹7,32 2. Mose 3,6. Mose war so erschrocken, dass er am ganzen Körper zitterte und nicht hinzusehen wagte. 33Der Herr aber sagte zu ihm: ›Zieh deine Schuhe aus7,33 Ein Zeichen des Respekts vor Gott, so wie das Ausziehen der Schuhe beim Betreten eines Hauses ein Zeichen der Ehrerbietung gegenüber dem Gastgeber war., denn du stehst auf heiligem Boden! 34Schon lange habe ich gesehen, wie mein Volk in Ägypten misshandelt wird, und habe das Stöhnen der Unterdrückten gehört. Nun bin ich herabgekommen, um sie zu befreien. Darum mach du dich jetzt auf den Weg; ich sende dich nach Ägypten.‹7,34 2. Mose 3,5.7.8.10.

35Die Israeliten hatten Mose abgelehnt und zu ihm gesagt: ›Wer hat dich zum Anführer und Richter eingesetzt?‹ Und genau diesen Mose sandte Gott nun als Anführer und Befreier7,35 Od Erlöser. zu ihnen; er beauftragte ihn durch den Engel, der ihm im Dornbusch erschien. 36Mose war es, der die Israeliten aus dem Land herausführte, ´in dem sie Sklaven gewesen waren,` und er tat dabei Wunder und außergewöhnliche Dinge – sowohl in Ägypten als auch am Roten Meer7,36 Rotes Meer: Hier (wie auch in Hebräer 11,29 und in der Septuaginta) Bezeichnung für das im hebräischen Alten Testament so genannte »Schilfmeer«, das die Israeliten nach ihrem Auszug aus Ägypten durchquerten (2. Mose 14) und das vermutlich im Bereich der heutigen Schilfseen im östlichen Nildelta zu suchen ist. und während der vierzig Jahre in der Wüste. 37Mose war es auch, der zu den Israeliten sagte: ›Einen Propheten wie mich wird Gott aus eurer Mitte berufen und als seinen Boten zu euch senden.7,37 ›Genauso, wie Gott mich gesandt hat, wird er wieder einen Propheten aus eurer Mitte berufen und als seinen Boten zu euch senden. W Einen Propheten wird euch Gott aus dem Kreis eurer Brüder erwecken wie mich. 5. Mose 18,15.7,37 5. Mose 18,15. 38Und als sich unsere Vorfahren in der Wüste am Sinai vor Gott versammelten, war Mose der Vermittler zwischen ihnen und dem Engel, der auf dem Berg mit ihm redete; und es war Mose, der die Gebote entgegennahm – Worte, die zum Leben führen7,38 W der lebendige Worte entgegennahm. Zum ganzen Vers siehe 2. Mose 19,1–20,17. – und der sie an uns weitergab.7,38 2. Mose 19,1–20,17.«

– Götzenverehrung Israels in der Wüste

39»Aber unsere Vorfahren waren nicht bereit, sich Mose zu unterstellen. Im Gegenteil, sie lehnten sich gegen ihn auf und waren entschlossen7,39 Od und sehnten sich danach. Zum ganzen Vers siehe 4. Mose 14,3.4., nach Ägypten zurückzukehren.7,39 4. Mose 14,3.4. 40´Als Mose auf dem Berg war,` forderten sie Aaron auf: ›Mach uns Götter, die uns voranziehen ´und uns beschützen`! Denn dieser Mose, der uns aus Ägypten herausgeführt hat, ´ist verschollen`; keiner weiß, was aus ihm geworden ist.‹7,40 2. Mose 32,1.23. 41Und dann fertigten sie eine Götzenfigur an, die Nachbildung eines jungen Stieres, brachten ihr ein Schlachtopfer dar und feierten ein Fest – ein Fest zu Ehren dieses selbstgemachten Götzen.7,41 2. Mose 32,4-6.

42Da wandte sich Gott von ihnen ab und überließ sie ihrem Irrweg, und sie begannen die Gestirne anzubeten, das ganze Heer des Himmels7,42 W und überließ sie der Anbetung des Himmelsheeres., wie das im Zwölfprophetenbuch7,42 Die Worte der zwölf »Kleinen Propheten« des Alten Testaments (Hosea bis Maleachi) hatten auf einer Schriftrolle Platz. zu lesen ist. ´Dort sagt Gott:`

›Bin ich es etwa, dem ihr während der vierzig Jahre in der Wüste

Schlachtopfer und Speiseopfer dargebracht habt7,42 Od ›Habt ihr mir während der vierzig Jahre in der Wüste jemals Schlachtopfer und Speiseopfer dargebracht., ihr Israeliten?

43Nein, das Zelt7,43 Od den Schrein. des Götzen Moloch habt ihr mit euch geführt

und den Stern eures Gottes Räfan;

Götzenbilder habt ihr euch gemacht7,43 W Räfan – die Götzenbilder, die ihr euch gemacht habt.,

um euch vor ihnen niederzuwerfen.

Darum werde ich euch in die Verbannung führen,

noch über Babylon hinaus.‹7,43 Amos 5,25-27. Während Amos an dieser Stelle nur vom Nordreich (Israel) spricht und ihm die Verbannung nach Assyrien ankündigt (»über Damaskus hinaus«), bezieht Stephanus das darauf folgende Gericht am Südreich (Juda) mit ein (»über Babylon hinaus«).«

– Bundeszelt und Tempel

44»Während ihrer Wanderung durch die Wüste hatten unsere Vorfahren das heilige Zelt7,44 W das Zelt des Zeugnisses. So wird auch in der Septuaginta das Zeltheiligtum der Israeliten bezeichnet, in dem unter anderem die beiden steinernen Gesetzestafeln aufbewahrt wurden, das so genannte »Zeugnis«. bei sich – jenes Zelt, das Mose nach den Anweisungen Gottes7,44 W nach den Anweisungen dessen, der mit ihm redete. hatte anfertigen lassen und das dem Vorbild7,44 Od dem Original. Zum ganzen Vers siehe 2. Mose 25,8.9.40. entsprach, das ihm gezeigt worden war.7,44 2. Mose 25,8.9.40. 45Die erste Generation übergab das Zelt der zweiten, und diese brachte es in das Land7,45 W 45 Und unsere Vorfahren brachten es, nachdem sie es übernommen hatten, in das Land. Zum ganzen Vers siehe Josua 3,14-17; 18,1; 23,9; 24,18; 2. Samuel 7,2.6; 2. Chronik 1,3; 5,5., dessen Bewohner Gott vor unseren Vorfahren her vertrieb und das sie unter der Führung von Josua in Besitz nahmen. ´Dort diente das Zelt` bis in die Zeit Davids ´als Heiligtum`.7,45 Josua 3,14-17; 18,1; 23,9; 24,18; 2. Samuel 7,2.6; 2. Chronik 1,3; 5,5. 46David nun war ein Mann, den Gott seine Gnade in besonderem Maß erfahren ließ7,46 W der vor Gott Gnade/Gunst fand.. Deshalb bat er Gott darum, als Heiligtum für die Nachkommen Jakobs7,46 AL(2) für den Gott Jakobs. Zum ganzen Vers siehe 2. Samuel 7,1-16. ein festes Gebäude errichten zu dürfen.7,46 2. Samuel 7,1-16. 47Und sein Sohn Salomo war es dann, der Gott tatsächlich ein Haus baute.7,47 1. Könige 6.

48Aber wohnt denn der Höchste in einem Haus, das von Menschenhand erbaut ist7,48 Od in Häusern, die von Menschenhand erbaut sind.? Niemals! Beim Propheten ´Jesaja` heißt es:

49›Der Himmel ist mein Thron,

und die Erde ist mein Fußschemel.

Was für ein Haus wollt ihr da für mich bauen? sagt der Herr.

Und wo wollt ihr einen Ort finden, an dem ich wohnen könnte?7,49 W Und welches wäre der Ort meiner Ruhe?

50Hat meine Hand nicht das ganze Weltall erschaffen?‹7,50 Jesaja 66,1.2.«

Der Angeklagte klagt an

51»Aber ihr lasst euch ja nicht belehren!7,51 W Ihr Starrköpfe!«, ´fuhr Stephanus fort.` »Unbeschnitten seid ihr, unbeschnitten an eurem Herzen und taub für Gottes Reden7,51 W und an euren Ohren.! Immerfort widersetzt ihr euch dem Heiligen Geist, genau wie eure Vorfahren. Ihr seid nicht besser als sie.7,51 W dem Heiligen Geist – wie eure Vorfahren, so auch ihr. 52Gab es je einen Propheten, den eure Vorfahren nicht verfolgt haben? Sie haben die getötet, die das Kommen des Gerechten ankündigten; und den Gerechten selbst habt ihr jetzt verraten und ermordet. 53Ihr habt zwar das Gesetz erhalten – Engel haben es euch in Gottes Auftrag überbracht7,53 W Ihr habt durch Anordnungen von Engeln das Gesetz erhalten. Vergleiche Vers 38 und Galater 3,19; Hebräer 2,2. –, aber befolgt habt ihr es nicht.«

Die Steinigung des Stephanus

54Als Stephanus das sagte, packte seine Zuhörer ein unbändiger Zorn, und ihre Gesichter verzerrten sich vor Wut7,54 W und sie knirschten mit den Zähnen gegen ihn.. 55Stephanus aber, vom Heiligen Geist erfüllt, blickte jetzt unverwandt zum Himmel hinauf, denn er sah dort die Herrlichkeit Gottes, und er sah Jesus, der an Gottes rechter Seite stand. 56»Ich sehe den Himmel offen stehen!«, rief er. »Ich sehe den Menschensohn, wie er an der rechten Seite Gottes steht!«

57´Vor Empörung` schrien die Ratsmitglieder laut auf und hielten sich die Ohren zu. Alle miteinander stürzten sie sich auf ihn 58und schleppten ihn vor die Stadt, um ihn zu steinigen. Die Zeugen, ´die gegen ihn aufgetreten waren und daher mit der Steinigung zu beginnen hatten7,58 Siehe 5. Mose 17,7.,` zogen ihre Oberkleider aus und legten sie zur Aufbewahrung bei einem jungen Mann nieder, der Saulus hieß. 59Während man ihn steinigte, betete Stephanus. »Jesus, ´treuer` Herr«, sagte er, »nimm meinen Geist bei dir auf!« 60Er sank auf die Knie und rief mit lauter Stimme: »Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!« Das waren seine letzten Worte; dann starb er.

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81Saulus aber war mit dieser Hinrichtung voll und ganz einverstanden.

Verfolgung der Gemeinde in Jerusalem

Noch am selben Tag brach über die Gemeinde in Jerusalem eine schwere Verfolgung herein. Alle, ´die an Jesus glaubten,` flohen und zerstreuten sich über das ganze Gebiet von Judäa und Samarien; nur die Apostel blieben in Jerusalem zurück.

2Einige fromme Männer bestatteten Stephanus und hielten eine feierliche Totenklage. 3Saulus jedoch setzte alles daran, die Gemeinde auszurotten. Er durchsuchte Haus für Haus, und ´wo er Christen fand,` ließ er sie abführen8,3 Od Er drang in die Häuser ´der Christen` ein und ließ sie abführen. – Männer wie Frauen – und ließ sie ins Gefängnis bringen.

Die Botschaft von Jesus Christus kommt nach Samarien

4Die ´Christen`, die aus Jerusalem geflohen waren, machten überall, wo sie hinkamen,8,4 Od geflohen waren, zogen umher und machten überall. das Evangelium bekannt. 5Unter ihnen war auch Philippus8,5 Einer der in Kapitel 6,5 genannten sieben Mitarbeiter der Apostel.. Er ging in die ´bedeutendste` Stadt von Samarien8,5 Vermutlich Sichem, das religiöse Zentrum der Samaritaner. Nach anderer Auffassung: Samaria (in neutestamentlicher Zeit Sebaste genannt), die Hauptstadt von Samarien. und verkündete dort, dass Jesus der Messias ist8,5 W verkündete ihnen den Messias (od Christus).. 6Scharen von Menschen hörten ihm mit ungeteilter Aufmerksamkeit zu; sie waren beeindruckt von dem, was er sagte, und das umso mehr, als sie die Wunder miterlebten, die durch ihn geschahen.8,6 Od Scharen von Menschen schenkten dem, was er sagte, ungeteilte Aufmerksamkeit, und das umso mehr, als sie von den Wundern (w den zeichenhaften Dingen) hörten, die durch ihn geschahen, und sie auch selbst miterlebten. 7Bei vielen Besessenen fuhren die bösen8,7 W unreinen. Geister aus; sie verließen ihre Opfer mit lautem Geschrei. Auch zahlreiche Gelähmte und Verkrüppelte wurden geheilt. 8In der ganzen Stadt herrschte große Freude.

Der Magier Simon

9Schon seit längerem hatte ein Magier namens Simon diese Stadt zum Schauplatz für sein Wirken gemacht. Er trat mit dem Anspruch auf, ein Meister der Magie zu sein8,9 W ein Großer zu sein., und seine okkulten Fähigkeiten setzten die Einwohnerschaft von Samarien in Erstaunen. 10Auf ihn richtete sich die Aufmerksamkeit der gesamten Bevölkerung. »Dieser Mann ist die Kraft Gottes in Person«, sagten die Leute und nannten ihn »Die Große Kraft«8,10 Bei den Samaritanern eine Bezeichnung für Gott.. 11Sie standen völlig unter seinem Bann, so sehr hatte er sie immer wieder8,11 W hatte er sie lange Zeit. mit seinen Zauberkünsten fasziniert.

12Doch jetzt, als Philippus ihnen die Botschaft vom Reich Gottes verkündete und über Person und Werk8,12 W über den Namen. von Jesus Christus sprach, wandten sie sich Philippus zu und schenkten ihm Glauben, und Männer und Frauen ließen sich taufen. 13Auch Simon kam zum Glauben und ließ sich taufen. Von da an wich er Philippus nicht mehr von der Seite. Die Wunder, die er miterlebte und in denen sich Gottes große Kraft zeigte8,13 W Die zeichenhaften Dinge und die großen Machttaten, die er sah., ließen ihn nicht mehr aus dem Staunen herauskommen.

Petrus und Johannes in Samarien: Die Gläubigen erhalten den Heiligen Geist

14Als die Apostel in Jerusalem hörten, dass die Samaritaner8,14 W dass Samarien. Gottes Botschaft angenommen hatten, schickten sie Petrus und Johannes zu ihnen. 15´In der betreffenden Stadt` angekommen, beteten die beiden für sie und baten Gott, ihnen den Heiligen Geist zu geben. 16Denn bis zu diesem Zeitpunkt war der Heilige Geist noch auf keinen Einzigen von ihnen herabgekommen; sie waren nur auf den Namen8,16 Od im Namen. von Jesus, dem Herrn, getauft. 17Nach dem Gebet legten Petrus und Johannes ihnen die Hände auf, und jetzt bekamen auch sie den Heiligen Geist.

Auseinandersetzung der Apostel mit Simon: Den Heiligen Geist bekommt man nicht für Geld

18Als Simon sah, dass der Heilige Geist denen gegeben wurde, denen die Apostel die Hände auflegten, bot er Petrus und Johannes Geld an 19und sagte: »Gebt mir ´Anteil an` dieser Kraft, damit auch bei mir jeder den Heiligen Geist bekommt, dem ich die Hände auflege!«

20»Zur Hölle mit dir und deinem Geld!8,20 W Dein Geld gehe mit dir ins Verderben!«, fuhr Petrus ihn an. »Zu denken, was Gott schenkt, könne man kaufen! 21Nein, du hast keinen Anteil an dieser Kraft8,21 W Sache. und hast kein Anrecht auf sie. Denn in deinem tiefsten Innern bist du nicht aufrichtig vor Gott. 22Bereue doch deine Verschlagenheit8,22 Od Bosheit. und bete zum Herrn! Vielleicht findest du Vergebung für deine üblen Absichten. 23Ich sehe nämlich, dass dein Denken durch und durch vergiftet ist8,23 Od dass du verderbenbringendes Gift verbreitest. Od dass du auf ein bitteres Ende zusteuerst. und dass das Böse dich fest in seinem Griff hat8,23 W dass du in Galle der Bitterkeit und in Banden des Unrechts bist. Vergleiche 5. Mose 29,17 und Jesaja 58,6.

24Simon erwiderte: »Betet ihr für mich zum Herrn! Betet, dass nichts von dem eintrifft, was ihr mir angedroht habt!«

25Nachdem Petrus und Johannes Jesus als den Herrn bezeugt und seine Botschaft bekannt gemacht hatten8,25 W Nachdem sie nun die Botschaft des Herrn / über den Herrn bezeugt und verkündet hatten., kehrten sie nach Jerusalem zurück. Unterwegs verkündeten sie das Evangelium noch in vielen anderen Ortschaften Samariens.

Philippus und der äthiopische Finanzminister

26Philippus aber bekam von einem8,26 Od dem. Engel des Herrn folgenden Auftrag: »Mach dich auf den Weg in Richtung Süden!8,26 Od Mach dich um die Mittagszeit auf den Weg! Benutze die einsame Wüstenstraße, die von Jerusalem nach Gaza hinunterführt.8,26 Eine andere Straße von Jerusalem nach Gaza führte zunächst westwärts und wurde stärker benutzt.«

27Philippus machte sich auf den Weg; und als er diese Straße entlangging, kam dort in seinem Reisewagen ein Äthiopier gefahren, ein Eunuch8,27 Als Eunuch (zeugungsunfähig gemachter Mann) wird der Äthiopier im griechischen Text auch in den Versen 34, 36, 38 und 39 bezeichnet. Wegen 5. Mose 23,2 durften Eunuchen lediglich den äußeren Vorhof des jüdischen Tempels betreten, aber nicht am Gottesdienst teilnehmen. Hier wird nun die in Jesaja 56,3-5 angekündigte Aufnahme von Eunuchen in Gottes Gemeinde Wirklichkeit.. Es handelte sich um einen hohen Würdenträger, den Finanzminister der Kandake, der äthiopischen Königin.8,27 Das Königreich Äthiopien war in der oberen Nilregion gelegen, im Gebiet des heutigen Sudan. Kandake ist kein Eigenname, sondern war der Titel der äthiopischen Königinnen. Der Mann war in Jerusalem gewesen, um ´den Gott Israels` anzubeten, 28und befand sich jetzt auf der Rückreise. Er saß in seinem Wagen und las im Buch des Propheten Jesaja.

29Der ´Heilige` Geist sagte zu Philippus: »Geh zu dem Wagen dort und halte dich dicht neben ihm!« 30Philippus lief hin, und als er neben dem Wagen herging, hörte er den Mann laut aus dem Buch des Propheten Jesaja lesen. »Verstehst du denn, was du da liest?«, fragte er ihn. 31»Wie kann ich es verstehen, wenn niemand es mir erklärt?«, erwiderte der Mann. Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen.

32Der Abschnitt der Schrift, den er eben gelesen hatte, lautete:

»Man hat ihn weggeführt wie ein Schaf, das geschlachtet werden soll.

Und wie ein Lamm8,32 Od »Wie bei einem Schaf, das sich ´stumm` zur Schlachtung führen lässt, und wie bei einem Lamm, das. beim Scheren keinen Laut von sich gibt,

so kam auch über seine Lippen kein Laut ´der Klage`.

33Er wurde erniedrigt und all seiner Rechte beraubt.

Niemand wird über Nachkommen von ihm berichten können8,33 Od Niemand kann ´die Schlechtigkeit` seiner Zeitgenossen beschreiben.,

denn sein Leben auf der Erde wurde ihm genommen.8,33 Od 33 Er wurde erniedrigt ´und verurteilt`, aber dann verhalf Gott ihm zu seinem Recht. Seine Nachkommenschaft wird so ´groß` sein, dass niemand sie zählen kann, denn sein Leben wurde von der Erde weg ´in den Himmel` emporgehoben. Jesaja 53,7.8.«8,33 Jesaja 53,7.8.

34Der Äthiopier wandte sich an Philippus: »Bitte sag mir, von wem ist hier die Rede? Spricht der Prophet von sich selbst, oder spricht er von jemand anders?« 35Da ergriff Philippus die Gelegenheit8,35 W Da öffnete Philippus seinen Mund. und erklärte ihm, von dieser Schriftstelle ausgehend, das Evangelium von Jesus.

36Als sie nun, ´ins Gespräch vertieft,` die Straße entlangfuhren, kamen sie an einer Wasserstelle vorbei. »Hier ist Wasser!«, rief der Äthiopier. »Spricht etwas dagegen, dass ich getauft werde?«8,36 Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hier Vers 37 an: Philippus sagte: »Wenn du mit aufrichtigem Herzen glaubst, kannst du getauft werden.« – »Ja«, antwortete der Äthiopier, »ich glaube, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist.« 38Und er befahl, den Wagen anzuhalten. Beide, Philippus und der Äthiopier, stiegen ins Wasser, und Philippus taufte den Mann.

39Als sie wieder aus dem Wasser stiegen, wurde Philippus plötzlich vom Geist des Herrn ergriffen und an einen anderen Ort versetzt, und der Äthiopier sah ihn nicht mehr. Trotzdem erfüllte ihn eine tiefe Freude, als er nun seine Reise fortsetzte.

40Philippus fand sich in Aschdod wieder. Er zog ´nordwärts` und verkündete in allen Städten das Evangelium, bis er schließlich nach Cäsarea kam.

9

Die Umkehr des Saulus: vom Verfolger der Gemeinde zum Nachfolger Christi

91-2Saulus führte weiterhin einen wütenden Kampf gegen die Jünger des Herrn. Er drohte ihnen mit dem Tod und war entschlossen, die Gemeinde auszurotten.9,1-2 W 1-2 Saulus aber schnaubte immer noch Drohungen und Mord gegen die Jünger des Herrn. Auch in Damaskus wollte er die Anhänger der neuen Lehre9,1-2 W des Weges. aufspüren, um sie alle – Männer wie Frauen – in Ketten nach Jerusalem zu bringen. Zu diesem Zweck wandte er sich an den Hohenpriester und bat ihn um Briefe ´mit einer entsprechenden Bevollmächtigung`, die er den Synagogen in Damaskus vorlegen wollte.

3Als er nun nach Damaskus unterwegs war und die Stadt schon fast erreicht hatte, leuchtete plötzlich vom Himmel her ein Licht auf. Von allen Seiten umgab ihn ein solcher Glanz, 4dass er ´geblendet` zu Boden stürzte. Gleichzeitig hörte er, wie eine Stimme zu ihm sagte: »Saul, Saul9,4 Die hebräisch-aramäische Namensform (hier und in Kapitel 22,7 und 26,14; vergleiche auch Kapitel 9,17 und 22,13) weist darauf hin, dass die Stimme hebräisch/aramäisch mit Saulus sprach (so ausdrücklich in Kapitel 26,14). Siehe dazu die Anmerkung zu Kapitel 21,40., warum verfolgst du mich?« – 5»Wer bist du, Herr?«, fragte Saulus. Die Stimme antwortete: »Ich bin der, den du verfolgst; ich bin Jesus. 6Doch jetzt steh auf und geh in die Stadt! Dort wird man dir sagen, was du tun sollst.«

7Die Männer, die mit Saulus reisten, standen sprachlos ´vor Bestürzung` dabei; sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemand. 8Saulus richtete sich vom Boden auf und öffnete die Augen, aber er konnte nichts sehen. Seine Begleiter mussten ihn bei der Hand nehmen und nach Damaskus führen. 9Drei Tage lang war er blind, und er aß nichts und trank nichts.

10In Damaskus lebte ein Jünger ´Jesu` namens Hananias. Zu ihm sagte der Herr in einer Vision: »Hananias!« – »Ja, Herr?«, erwiderte Hananias. 11»Geh in die Gerade Straße«, befahl ihm der Herr, »und frage im Haus des Judas nach einem Saulus aus Tarsus. Du musst Folgendes wissen: Saulus betet, 12und in einer Vision hat er gesehen, wie ein Mann namens Hananias in sein Zimmer tritt und ihm die Hände auflegt, damit er wieder sehen kann.«

13»Herr«, entgegnete Hananias, »von den verschiedensten Seiten habe ich erfahren, wie viel schreckliche Dinge dieser Mann in Jerusalem denen angetan hat, die zu deiner Gemeinde gehören9,13 W in Jerusalem deinen Heiligen angetan hat.. 14Außerdem ist er von den führenden Priestern dazu ermächtigt, hier in Damaskus alle zu verhaften, die sich zu deinem Namen bekennen9,14 W die deinen Namen anrufen.

15Aber der Herr sagte: »Geh ´trotzdem` zu ihm! Denn gerade ihn habe ich mir als Werkzeug ausgewählt9,15 Od Denn gerade er ist mir ein überaus nützliches Werkzeug., damit er meinen Namen ´in aller Welt` bekannt macht – bei den nichtjüdischen Völkern und ihren Herrschern ebenso wie bei den Israeliten. 16Und ich will ihm zeigen, wie viel er ´von jetzt an` um meines Namens willen9,16 Od für sein Bekenntnis zu mir. leiden muss.«

17Da machte sich Hananias auf den Weg und ging in jenes Haus. Er legte Saulus die Hände auf und sagte: »Saul9,17 Vergleiche die Anmerkung zu Vers 4., mein Bruder! Der Herr selbst – Jesus, der dir auf deiner Reise hierher erschienen ist – hat mich geschickt. Er möchte, dass du wieder sehen kannst und mit dem Heiligen Geist erfüllt wirst.« 18Im selben Augenblick war es, als würden Schuppen von Saulus’ Augen fallen: Er konnte wieder sehen! Saulus stand auf und ließ sich taufen. 19Und nachdem er etwas gegessen hatte, kehrten seine Kräfte zurück.

Saulus verkündet in Damaskus das Evangelium

Saulus war erst einige Tage bei den Jüngern in Damaskus, 20da begann er auch schon9,20 Od Saulus blieb einige Tage bei den Jüngern in Damaskus, 20 und er begann sofort., in den Synagogen der Stadt zu verkünden, dass Jesus der Sohn Gottes ist.

21Alle, die Saulus hörten9,21 Od die davon hörten., waren außer sich vor Verwunderung. »Ist das nicht der, der in Jerusalem mit unerbittlicher Härte gegen jeden vorging, der sich zu diesem Jesus bekannte9,21 W der diesen Namen anrief.?«, sagten sie. »Und ist er nicht in der Absicht hierhergekommen, die ´Anhänger dieses Mannes` auch hier zu verhaften und sie den führenden Priestern ´in Jerusalem` auszuliefern?«

22Saulus jedoch trat mit immer größerer Entschiedenheit auf9,22 W Saulus jedoch wurde immer stärker. und brachte die Juden, die in Damaskus lebten, in größte Verwirrung, weil er überzeugend darlegte, dass Jesus der Messias9,22 Od Christus. ist.

Flucht aus Damaskus

23Längere Zeit verging.9,23 Vermutlich fällt in diese Zeit der Arabienaufenthalt, den Paulus in Galater 1,17 erwähnt. Schließlich fassten die Juden den Beschluss, Saulus zu töten. 24Saulus erfuhr von ihren Plänen, doch sie bewachten Tag und Nacht die Stadttore, damit er ihnen nicht entkommen konnte9,24 W damit sie ihn töten konnten.. 25Da ließen ihn seine Anhänger9,25 die Jünger Jesu. eines Nachts in einem Korb an der Stadtmauer hinunter9,25 Od in einem Korb durch eine Öffnung in der Stadtmauer hinunter. Zu den Versen 23 bis 25 siehe auch 2. Korinther 11,32.33. ´und verhalfen ihm so zur Flucht`.9,25 Zu den Versen 23 bis 25 siehe auch 2. Korinther 11,32.33.

Saulus in Jerusalem. Abreise nach Tarsus

26Als Saulus wieder nach Jerusalem kam, versuchte er sich den Jüngern anzuschließen. Aber sie hatten alle Angst vor ihm, weil sie nicht glauben konnten, dass jetzt auch er ein Jünger ´Jesu` war. 27Da kam ihm Barnabas zu Hilfe. Er brachte ihn zu den Aposteln und berichtete ihnen, wie Saulus auf seiner Reise ´nach Damaskus` den Herrn gesehen und wie9,27 Od was. der Herr mit ihm gesprochen hatte. Außerdem berichtete er ihnen, wie unerschrocken Saulus dann in Damaskus im Namen Jesu aufgetreten war.

28Von da an ging Saulus bei den Christen in Jerusalem aus und ein9,28 Od Von da an wirkte Saulus zusammen mit den Aposteln (w mit ihnen) in Jerusalem., und auch hier trat er unerschrocken im Namen des Herrn auf. 29Er unterhielt sich mit den Juden, die aus griechischsprachigen Ländern stammten,9,29 W mit den Hellenisten. und führte lange Streitgespräche mit ihnen. Doch ´statt sich überzeugen zu lassen,` versuchten sie ihn umzubringen. 30Als die Christen9,30 Od die leitenden Brüder der Gemeinde. W die Geschwister/Brüder. das erfuhren, brachten sie ihn nach Cäsarea, von wo sie ihn dann nach Tarsus ziehen ließen.

Zwischenbilanz: Die Gemeinde in Judäa, Galiläa und Samarien

31Die Gemeinde in ganz Judäa, Galiläa und Samarien erlebte nun eine Zeit der Ruhe und des Friedens. Die Christen wurden im Glauben gefestigt und lebten9,31 Od Die Gemeinde festigte sich, und die Christen lebten. W Sie wurden aufgebaut und lebten. in Ehrfurcht vor dem Herrn. Und weil der Heilige Geist ihnen zur Seite stand9,31 W Und durch den Zuspruch des Heiligen Geistes., wuchs die Gemeinde ständig weiter.

Petrus in Lydda: Heilung eines Gelähmten

32Auf seinen Reisen9,32 Od Auf einer Reise., die ihn durch das ganze Land führten, kam Petrus auch zu den Christen9,32 W zu den Heiligen. in Lydda. 33Dort begegnete er einem Mann namens Äneas, der gelähmt und seit acht Jahren ans Bett gefesselt war. 34Petrus sagte zu ihm: »Äneas, Jesus Christus heilt dich. Steh auf und mach dein Bett!« Im selben Augenblick konnte Äneas aufstehen. 35Alle Bewohner von Lydda und von der Scharon-Ebene sahen den Geheilten. Da wandten sie sich dem Herrn zu ´und glaubten an ihn`.

Petrus in Joppe: Auferweckung einer Toten

36In Joppe lebte eine Jüngerin ´Jesu` namens Tabita. (Tabita – oder Dorkas, wie ihr Name auf Griechisch lautete – bedeutet »Gazelle«.)9,36 W namens Tabita, was übersetzt heißt: Dorkas (»Gazelle«). Tabita tat viel Gutes und half den Bedürftigen, wo sie nur konnte. 37Doch während Petrus in Lydda war, wurde sie krank und starb. Man wusch den Leichnam und bahrte ihn im Obergeschoss des Hauses auf, ´in dem sie gewohnt hatte`.

38Als die Jünger von Joppe erfuhren9,38 Od Weil die Jünger von Joppe erfahren hatten., dass Petrus sich in dem nicht weit entfernten Lydda aufhielt, schickten sie zwei Männer zu ihm mit der Bitte, so schnell wie möglich zu ihnen zu kommen. 39Petrus ging unverzüglich mit. In Joppe angekommen, wurde er in das Zimmer im Obergeschoss geführt, in dem Tabita aufgebahrt war. Viele Witwen waren dort versammelt und beweinten die Tote. Sie alle drängten sich jetzt um Petrus und zeigten ihm unter Tränen9,39 W wurde er in das Obergeschoss/Obergemach geführt, und alle Witwen traten weinend zu ihm und zeigten ihm. ihre Kleider und Mäntel. »Das alles hat Dorkas gemacht, als sie noch unter uns war!«, sagten sie. 40Doch Petrus schickte sie alle aus dem Zimmer. ´Als er allein war,` kniete er nieder und betete. Dann wandte er sich zu der Toten und sagte: »Tabita, steh auf!« Tabita öffnete die Augen, sah Petrus an und setzte sich auf, 41und Petrus fasste sie bei der Hand und half ihr auf die Füße. Danach rief er die Witwen und die anderen Gläubigen herein9,41 Od rief er die Gläubigen und die Witwen herein., damit sie die wieder zum Leben erweckte Tabita sehen konnten.

42Die Nachricht von diesem Ereignis verbreitete sich in der ganzen Stadt, und viele kamen zum Glauben an den Herrn. 43Petrus blieb noch längere Zeit in Joppe; er wohnte bei einem gewissen Simon, einem Gerber.