Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Ein Betrugsversuch innerhalb der Gemeinde: Hananias und Saphira belügen Gott

51Auch ein Mann namens Hananias und seine Frau Saphira verkauften ein Stück Land, 2und Hananias stellte ´der Gemeinde` einen Teil des Erlöses zur Verfügung. Aber mit dem Einverständnis seiner Frau gab er diesen Betrag als Gesamterlös aus, während er in Wirklichkeit einen Teil für sich behielt. Als er das Geld vor den Aposteln niederlegte, 3sagte Petrus zu ihm: »Hananias, warum hast du dein Herz dem Satan geöffnet und dich von ihm dazu verführen lassen, den Heiligen Geist zu belügen? Warum hast du uns verheimlicht5,3 W warum hat der Satan dein Herz erfüllt, sodass du den Heiligen Geist belogen und verheimlichst hast., dass du einen Teil vom Erlös deines Grundstücks für dich behalten hast? 4Niemand hat dich gezwungen, das Land zu verkaufen; es war ja dein Eigentum!5,4 W 4 Blieb es dir nicht ´zur Verfügung`, solange es ´unverkauft` blieb? Und nach dem Verkauf stand es dir frei, mit dem Erlös zu machen, was du wolltest. Was hat dich nur dazu gebracht, so zu handeln? Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott!« 5Als Hananias diese Worte hörte, brach er tot zusammen. Es war ein Ende, das bei allen, die davon erfuhren, tiefes Erschrecken auslöste5,5 Od tiefe Ehrfurcht vor Gott bewirkte.. 6Einige junge Männer ´unter den Versammelten` traten zu dem Leichnam, wickelten ihn in ein Tuch und trugen ihn hinaus, um ihn zu begraben.

7Nachdem etwa drei Stunden vergangen waren, kam die Frau von Hananias. Sie wusste nichts von dem, was geschehen war. 8»Sag mir«, fragte Petrus sie, »ist das der volle Betrag, den ihr für euer Grundstück bekommen habt?« – »Ja«, erwiderte Saphira, »das ist der volle Betrag.« 9Da sagte Petrus zu ihr: »Warum seid ihr beiden übereingekommen, den Geist des Herrn herauszufordern? Hörst du die Schritte vor der Tür? Die Leute, die deinen Mann begraben haben, ´kommen gerade zurück`. Sie werden auch dich hinaustragen.« 10Im selben Augenblick sank Saphira zu Boden und starb, und als die Männer hereinkamen, sahen sie ihren Leichnam zu Petrus’ Füßen liegen. Da trugen sie sie ebenfalls hinaus und begruben sie an der Seite ihres Mannes.

11Eine tiefe Ehrfurcht vor Gott ergriff die ganze Gemeinde5,11 Od Die ganze Gemeinde war tief erschüttert., und genauso erging es allen, die von diesem Vorfall erfuhren.

Machtvolles Wirken der Apostel

12Durch die Apostel5,12 W Durch die Hände der Apostel. geschahen unter dem Volk zahlreiche Wunder und viele außergewöhnliche Dinge. Alle, ´die an Jesus glaubten,` trafen sich regelmäßig und einmütig in der Salomohalle5,12 Siehe die Anmerkung zu Kapitel 3,11.. 13Von denen jedoch, die nicht bereit waren, an ihn zu glauben,5,13 Von den übrigen Tempelbesuchern jedoch. W Von den Übrigen jedoch. wagte keiner, in engeren Kontakt mit ihnen zu treten. Aber jedermann sprach mit Hochachtung von ihnen, 14und die Gemeinde wuchs ständig5,14 W und immer mehr wurden hinzugefügt.; Scharen von Männern und Frauen kamen zum Glauben an den Herrn. 15Und überall, wo Petrus hinkam, trug man die Kranken auf die Straße und legte sie dort auf Betten und Matten in der Hoffnung, dass wenigstens5,15 W 15 Man trug sogar die Kranken auf die Straße … in der Hoffnung, dass, wenn Petrus käme, wenigstens. sein Schatten auf den einen oder anderen von ihnen falle. 16Auch aus den Ortschaften rings um Jerusalem strömten die Menschen zusammen. Sie brachten Kranke und von bösen5,16 W unreinen. Geistern Geplagte ´zu den Aposteln`, und alle wurden geheilt.

Verhaftung der Apostel; Befreiung durch Gottes Eingreifen

17Diese Geschehnisse weckten den Neid des Hohenpriesters und seiner ganzen Gefolgschaft, der Partei der Sadduzäer, und sie beschlossen, nicht länger untätig zuzusehen5,17 W und sie standen auf.. 18Sie ließen die Apostel festnehmen und in das städtische Gefängnis bringen5,18 und vor den Augen der Öffentlichkeit ins Gefängnis bringen..

19Doch in der Nacht öffnete ein5,19 Od der. Engel des Herrn die Türen des Gefängnisses und führte die Apostel hinaus. 20»Geht in den Tempel«, befahl er ihnen, »tretet vor das Volk und verkündet unerschrocken die Botschaft, die der Herr gebracht hat und die zum Leben führt5,20 W tretet vor das Volk und redet alle Worte dieses Lebens.21Die Apostel befolgten die Anweisung des Engels: Gleich bei Tagesanbruch gingen sie5,21 W 21 Als sie das gehört hatten, gingen sie bei Tagesanbruch. in den Tempel und begannen, die Menschen dort zu lehren.

Währenddessen kamen der Hohepriester und seine Gefolgsleute zusammen und beriefen die ganze Ältestenschaft des israelitischen Volkes zu einer Sitzung des Hohen Rates ein5,21 und beriefen den Hohen Rat und die ganze Ältestenschaft des israelitischen Volkes zu einer Sitzung ein.. Einige Männer von der Tempelwache5,21 Od Einige Ratsdiener. erhielten den Auftrag, die Apostel aus dem Gefängnis zu holen. 22Doch als sie ins Gefängnis kamen, mussten sie feststellen, dass die Apostel nicht dort waren. Sie kehrten zurück, um dem Rat Meldung zu erstatten. 23»Wir fanden alles so, wie es den Vorschriften entspricht«, berichteten sie. »Die Türen des Gefängnisses waren verschlossen, und vor den Türen standen die Wachen. Aber als wir aufschlossen und hineingingen, war niemand da.« 24Der Kommandant der Tempelwache und die führenden Priester waren sprachlos, als sie das hörten; sie konnten sich nicht erklären, was mit den Aposteln geschehen war5,24 Od sie fragten sich, wohin das wohl noch führen würde.. 25Doch dann kam jemand und meldete ihnen: »Stellt euch vor: Die Männer, die ihr ins Gefängnis habt bringen lassen, stehen im Tempel und lehren das Volk!« 26Sofort machte sich der Kommandant mit seinen Leuten5,26 Od mit den Ratsdienern. auf den Weg, um die Apostel zu holen. Sie hüteten sich allerdings davor, Gewalt anzuwenden, denn sie hatten Angst, die Menge könnte sie steinigen5,26 Od könnte mit Steinen nach ihnen werfen..

Die Apostel vor dem jüdischen Gerichtshof: mutiges Bekenntnis zu Jesus Christus

27Die Apostel wurden in den Sitzungssaal geführt, wo sie der Hohepriester vor versammeltem Rat zur Rede stellte. 28»Haben wir euch nicht strengstens verboten, jemals wieder unter Berufung auf diesen Namen5,28 Od jemals wieder etwas über diesen Namen. zu lehren?«, sagte er. »Und was macht ihr? Ganz Jerusalem ist inzwischen von eurer Lehre erfüllt! Ihr wollt uns wohl für den Tod dieses Menschen verantwortlich machen?5,28 W Und ihr – ihr habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt und wollt das Blut dieses Menschen auf uns bringen!«

29Petrus und die anderen Apostel erwiderten: »Gott muss man mehr gehorchen als den Menschen. 30Der Gott unserer Väter5,30 Od Der Gott, dem schon unsere Vorfahren dienten. hat Jesus ´von den Toten` auferweckt5,30 Od hat Jesus gesandt. – den Jesus, den ihr umgebracht habt, indem ihr ihn ans Kreuz habt schlagen lassen5,30 W ans Holz / an den Holzpfahl habt hängen lassen. Wahrscheinlich eine Anspielung auf 5. Mose 21,22.23; vergleiche auch Galater 3,13.. 31Gott hat ihn erhöht und ihm den Ehrenplatz an seiner rechten Seite gegeben; er hat ihn zum Herrscher und Retter gemacht5,31 Od 31 Gott hat ihn mit seinem mächtigen Arm erhöht; er hat ihn zum Herrscher und Retter gemacht. W Gott hat ihn zum Herrscher (Lebensbringer) und Retter erhöht zu seiner rechten Hand (od durch seine rechte Hand)., um Israel zur Umkehr zu führen und die Sünden des Volkes zu vergeben. 32Wir sind Zeugen für das alles – wir und der Heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen.«

Gamaliel rät zur Freilassung der Apostel

33Bei diesen Worten packte die Zuhörer ein unbändiger Zorn, und sie hätten die Apostel am liebsten ´auf der Stelle` getötet5,33 Od und sie waren entschlossen, die Apostel zu töten.. 34Da erhob sich eines der Ratsmitglieder, ein Pharisäer namens Gamaliel, ein Gesetzeslehrer, der beim ganzen Volk in hohem Ansehen stand. Gamaliel beantragte, dass die Angeklagten für einen Augenblick aus dem Saal geführt würden, 35und sagte dann zu den Versammelten: »Vertreter unseres israelitischen Volkes!5,35 W Männer, Israeliten! Überlegt euch genau, wie ihr mit diesen Leuten verfahren wollt. 36Es ist schon einige Zeit her, da machte Theudas einen Aufstand. Er behauptete, etwas Besonderes zu sein, und tatsächlich schlossen sich ihm etwa vierhundert Männer an. Doch Theudas wurde getötet, und alle seine Anhänger liefen auseinander, sodass sich die ganze Bewegung in nichts auflöste. 37Danach, zur Zeit der Volkszählung, trat der Galiläer Judas auf. Er scharte eine Menge Leute um sich und zettelte einen Aufstand an. Doch auch er kam um, und alle seine Anhänger zerstreuten sich.

38Was daher den vorliegenden Fall betrifft, rate ich euch Folgendes: Lasst diese Leute unbehelligt! Geht nicht gegen sie vor! Denn wenn das, was sie planen und unternehmen, nichts weiter ist als Menschenwerk, wird es von selbst zugrunde gehen. 39Wenn es jedoch Gottes Werk ist, werdet ihr nicht imstande sein, diese Bewegung zum Verschwinden zu bringen. Oder wollt ihr am Ende als solche dastehen, die gegen Gott kämpfen?«

Was Gamaliel sagte, überzeugte den Rat. 40Man rief die Apostel wieder herein, ließ sie auspeitschen und verbot ihnen nochmals, unter Berufung auf den Namen Jesu5,40 Od nochmals, über den Namen Jesu. ´in der Öffentlichkeit` zu reden. Dann ließ man sie gehen.

41Die Apostel ihrerseits verließen den Hohen Rat voll Freude darüber, dass Gott sie für würdig geachtet hatte, um des Namens Jesu willen5,41 Od für ihr Bekenntnis zu Jesus. Schmach und Schande zu erleiden. 42Unbeirrt lehrten sie auch weiterhin Tag für Tag im Tempel und in Privathäusern5,42 Od und von Haus zu Haus. und verkündeten die gute Nachricht, dass Jesus der Messias ist5,42 Od die gute Nachricht von Jesus, dem Messias / von Jesus Christus..

6

Entlastung der Apostel: Die Wahl von sieben Mitarbeitern

61Die Zahl der Jünger wuchs unaufhörlich. Allerdings wurden in dieser Zeit auch Klagen ´innerhalb der Gemeinde` laut, und zwar vonseiten der Jünger, die aus griechischsprachigen Ländern stammten6,1 W vonseiten der Hellenisten.. Sie waren der Meinung, dass ihre Witwen bei der täglichen Versorgung mit Lebensmitteln6,1 W bei der täglichen Bedienung. benachteiligt wurden, und beschwerten sich darüber bei den einheimischen Jüngern6,1 W bei den Hebräern..

2Da beriefen die Zwölf eine Versammlung aller Jünger ein und erklärten: »Es wäre nicht gut, wenn wir ´Apostel` uns persönlich um den Dienst der Verteilung der Lebensmittel6,2 W um die Bedienung der Tische. kümmern müssten und darüber die Verkündigung von Gottes Botschaft vernachlässigen würden. 3Seht euch daher, liebe Geschwister, in eurer Mitte nach sieben Männern um, die einen guten Ruf haben, mit dem Heiligen Geist erfüllt sind und von Gott Weisheit und Einsicht bekommen haben6,3 W mit (dem) Geist und Weisheit erfüllt sind.. Ihnen wollen wir diese Aufgabe übertragen. 4Wir selbst aber werden uns weiterhin ganz auf das Gebet und den Dienst der Verkündigung des Evangeliums6,4 W den Dienst des Wortes. konzentrieren.«

5Dieser Vorschlag fand allgemeine Zustimmung, und die Gemeinde wählte folgende sieben Männer aus: Stephanus, einen Mann mit einem festen Glauben6,5 W einen Mann voller Glauben. und erfüllt vom Heiligen Geist, Philippus, Prochorus, Nikanor, Timon, Parmenas und Nikolaus, einen Nichtjuden aus Antiochia, der zum Judentum übergetreten war. 6Man ließ sie vor die Apostel treten, und die Apostel beteten für sie und legten ihnen die Hände auf.

7Die Botschaft Gottes breitete sich immer weiter aus6,7 W Die Botschaft Gottes wuchs., und die Zahl der Jünger in Jerusalem stieg sprunghaft an. Auch zahlreiche Priester nahmen das Evangelium an und glaubten an Jesus.6,7 W Auch zahlreiche Priester gehorchten dem Glauben.

Verhaftung des Stephanus

8Von Gottes Gnade geleitet und mit seiner Kraft erfüllt6,8 W Mit Gnade und Kraft erfüllt., vollbrachte Stephanus unter der Bevölkerung große Wunder und außergewöhnliche Dinge.

9Aber es regte sich auch Widerstand gegen ihn, und zwar in der so genannten Synagoge der Freigelassenen6,9 Wahrscheinlich freigelassene jüdische Sklaven oder deren Nachkommen., zu der Juden aus der Gegend von Zyrene, aus Alexandria und aus den Provinzen Zilizien und Asien gehörten.6,9 Nach anderer Auffassung handelte es sich um fünf verschiedene Synagogen (die Synagoge der Freigelassenen und vier weitere Synagogen mit Juden aus je einer der genannten Gegenden). Einige Mitglieder dieser Synagoge fingen Streitgespräche mit Stephanus an. 10Doch gegen die Weisheit, die aus seinen Worten sprach, und gegen die Kraft des Heiligen Geistes, mit der er redete6,10 Od Doch gegen die vom Heiligen Geist geschenkte Weisheit, mit der er redete. W Doch gegen die Weisheit und den Geist, mit dem er redete., konnten sie nichts ausrichten.

11Da stifteten sie einige Männer dazu an, die Behauptung zu verbreiten, Stephanus habe lästerliche Dinge über Mose gesagt und Gott verhöhnt; sie hätten es mit eigenen Ohren gehört. 12Nachdem seine Gegner auf diese Weise das Volk, die Ratsältesten und die Gesetzeslehrer gegen Stephanus aufgehetzt hatten, fielen sie über ihn her und schleppten ihn vor den Hohen Rat.

13Dort ließen sie falsche Zeugen auftreten, die behaupteten: »Dieser Mensch äußert sich in einem fort abfällig über unseren heiligen Tempel und über das Gesetz. 14Wir haben ihn zum Beispiel sagen hören, dieser Jesus von Nazaret werde den Tempel niederreißen und die Ordnungen ändern, die Mose uns im Auftrag Gottes gegeben hat6,14 W und die Ordnungen (od Sitten; od Gesetzesvorschriften) ändern, die Mose an uns weitergegeben hat.

15Alle, die im Ratssaal saßen, richteten ihren Blick nun auf Stephanus, gespannt, ´was er zu seiner Verteidigung vorbringen würde`. Zu ihrem Erstaunen sahen sie, dass sein Gesicht leuchtete wie das Gesicht eines Engels.

7

Die Verteidigungsrede des Stephanus: Eine Bilanz der Geschichte Israels

71Der Hohepriester fragte Stephanus: »Treffen die Vorwürfe zu, die gegen dich erhoben werden?«

2Stephanus erwiderte: »Meine Brüder, Väter ´unseres Volkes`, hört mich an!«

– Abraham und das zugesagte Land

»Der Gott, dem alle Macht und Herrlichkeit gehört7,2 Od Der Gott, dem alle Ehre gebührt. Od Gott in seiner Herrlichkeit. W Der Gott der Herrlichkeit., erschien unserem Vater Abraham, als dieser noch in Mesopotamien lebte und noch nicht in die Stadt Haran gezogen war, 3und sagte zu ihm: ›Verlass deine Heimat und deine Verwandtschaft und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde.‹7,3 1. Mose 12,1. 4Da verließ Abraham das Land der Chaldäer und zog nach Haran.7,4 1. Mose 11,31.32; 12,4.5. Und nachdem sein Vater gestorben war, zog er weiter und ließ sich auf Gottes Weisung hin in dem Land nieder7,4 W gestorben war, ließ er (Gott) ihn von dort in das Land umziehen., in dem ihr jetzt lebt. 5Allerdings gab Gott ihm damals keinen Grundbesitz7,5 W Erbbesitz. in diesem Land, nicht einmal so viel, dass er seinen Fuß hätte darauf stellen können. Er versprach jedoch, ihm eines Tages das ganze Land zum Besitz zu geben – ihm und seinen Nachkommen.7,5 1. Mose 12,7; 13,15; 15,18; 17,8; 24,7; 48,4. Dabei hatte Abraham zu jenem Zeitpunkt noch gar keine Kinder! 6Seine Nachkommen, sagte Gott, würden als Fremde in einem fremden Land leben und vierhundert Jahre lang unterdrückt und zu Sklavendiensten gezwungen werden. 7›Doch ich selbst‹, kündigte Gott an, ›werde das Volk zur Rechenschaft ziehen, das sie versklavt, und dann werden sie von dort wegziehen und mir hier, in diesem Land, dienen.‹7,7 1. Mose 15,13.14. 8In der Folge schloss Gott mit Abraham den Bund, dessen Zeichen die Beschneidung ist. Als daher Abraham seinen Sohn Isaak bekam, beschnitt er ihn acht Tage nach der Geburt. Und genauso machte es Isaak mit seinem Sohn Jakob und Jakob mit seinen zwölf Söhnen, unseren Stammvätern.7,8 1. Mose 17,7-14; 21,2-4; 25,26; 29,31–30,24; 35,16-18.«

– Josef und die Rettung seiner Familie

9»Die Stammväter waren neidisch auf ihren Bruder Josef und verkauften ihn als Sklaven nach Ägypten.7,9 1. Mose 37,4.11.28; 39,1. Doch Gott war mit ihm7,9 1. Mose 39,2.21.23. 10und half ihm aus allen Schwierigkeiten heraus, in die er geriet. Er sorgte dafür, dass der Pharao, der ägyptische König, auf Josef aufmerksam wurde und ihm sein Vertrauen schenkte. Der Pharao war von Josefs Weisheit so beeindruckt7,10 Er sorgte in seiner Gnade dafür, dass der Pharao, der ägyptische König, von Josefs Weisheit so beeindruckt war. W Er gab ihm solche Gunst/Gnade und Weisheit vor Pharao, dem König Ägyptens., dass er ihm das höchste Regierungsamt Ägyptens anvertraute und ihn zum Verwalter aller königlichen Güter7,10 1. Mose 41,37-46. machte.

11Dann brach in ganz Ägypten und in Kanaan eine Hungersnot aus, und damit begann für diese Länder eine schwere Zeit. Auch unsere Vorfahren hatten nichts mehr zu essen. 12Als Jakob hörte, dass es in Ägypten noch Getreide gab, schickte er ´seine Söhne,` unsere Stammväter, dorthin, ein erstes 13und ein zweites Mal. Beim zweiten Mal gab sich Josef seinen Brüdern zu erkennen, und auf diese Weise erfuhr der Pharao ´Genaueres` über Josefs Familie7,13 Od Herkunft. Zu den Versen 11 bis 13 siehe 1. Mose 41,54; 42,1-5; 43,15; 45,1-4.16..7,13 Zu den Versen 11 bis 13 siehe 1. Mose 41,54; 42,1-5; 43,15; 45,1-4.16. 14Josef ließ dann seinen Vater Jakob und alle Verwandten nach Ägypten kommen, insgesamt fünfundsiebzig Personen.7,14 Siehe 1. Mose 46,26.27; 2. Mose 1,5 (nach der Septuaginta). Der hebräische Text spricht von siebzig Personen. Wahrscheinlich zählt die Septuaginta weitere Nachkommen Josefs mit. 15Jakob ließ sich in Ägypten nieder7,15 W Jakob zog nach Ägypten hinunter., und dort starb er auch, er und unsere Väter.7,15 1. Mose 46,5-7; 49,33; 2. Mose 1,6. 16Sie wurden nach Sichem überführt und in dem Grab beigesetzt, das Abraham dort von den Söhnen Hamors7,16 AL(1) Hamors, des Vaters von Sichem. Stephanus scheint hier mehrere alttestamentliche Berichte in stark gedrängter Form zusammenzufassen: 1. Mose 23,17.18 (Kauf der Grabhöhle Machpela durch Abraham), 1. Mose 33,19 (Landkauf in Sichem), 1. Mose 50,13 (Begräbnis Jakobs in Machpela) und Josua 24,32 (Begräbnis Josefs in Sichem). gekauft hatte7,16 W von den Söhnen Hamors für einen Betrag (Silber-)Geld gekauft hatte..7,16 Stephanus scheint hier mehrere alttestamentliche Berichte in stark gedrängter Form zusammenzufassen: 1. Mose 23,17.18 (Kauf der Grabhöhle Machpela durch Abraham), 1. Mose 33,19 (Landkauf in Sichem), 1. Mose 50,13 (Begräbnis Jakobs in Machpela) und Josua 24,32 (Begräbnis Josefs in Sichem).«

– Mose und die Befreiung seines Volkes

17»Je näher nun der Zeitpunkt für die Einlösung des Versprechens rückte, das Gott Abraham gegeben hatte, desto größer wurde unser Volk in Ägypten. Es wuchs und vermehrte sich, 18bis ein König den Thron Ägyptens bestieg, der nichts mehr von Josef wusste.7,18 2. Mose 1,7.8. 19Dieser Herrscher ging mit heimtückischer Grausamkeit gegen unser Volk vor: Er zwang unsere Vorfahren, ihre neugeborenen Kinder auszusetzen, um so das weitere Wachstum des Volkes zu verhindern7,19 Od auszusetzen, weil er nicht wollte, dass sie am Leben blieben. 2. Mose 1,15-19.22..7,19 2. Mose 1,15-19.22.

20In dieser Zeit wurde Mose geboren, und Gott hatte Gefallen an ihm7,20 Od geboren, ein außergewöhnlich schönes Kind. W geboren, und er war schön in Gottes Augen.. Drei Monate lang war es seinen Eltern möglich, in ihrem Haus für ihn zu sorgen.7,20 2. Mose 2,2. 21Als er dann doch ausgesetzt werden musste, nahm ihn die Tochter des Pharaos zu sich7,21 Od adoptierte ihn die Tochter des Pharaos. Od rettete ihn die Tochter des Pharaos. ließ ihn die Tochter des Pharaos ´aus dem Wasser` holen (siehe 2. Mose 2,5.10). und zog ihn wie einen eigenen Sohn auf. 22Mose erhielt eine umfassende Ausbildung in den Wissenschaften7,22 W eine Ausbildung in aller Weisheit. der Ägypter, und seine Worte und Taten zeichneten ihn als einen besonders fähigen Mann aus7,22 Od und er war wortgewaltig und voller Tatkraft..

23Im Alter von vierzig Jahren erwachte in Mose der Wunsch7,23 Od fasste Mose den Entschluss. Zu den Versen 23 bis 29 siehe 2. Mose 2,11-15., nach seinen Brüdern und Schwestern, den Israeliten, zu sehen. 24´Als er sie aufsuchte,` wurde er Zeuge, wie ein Israelit von einem Ägypter misshandelt wurde. Er kam dem Unterdrückten zu Hilfe und rächte das Unrecht, indem er den Ägypter erschlug. 25Mose dachte, seine Landsleute würden verstehen, dass es Gottes Plan war, sie durch ihn zu retten, aber sie verstanden es nicht. 26´Das zeigte sich` am darauffolgenden Tag: Mose kam gerade dazu, als zwei Israeliten sich stritten und einander schlugen. Er versuchte den Streit zu schlichten und wollte die beiden dazu bewegen, Frieden zu schließen. ›Männer‹, sagte er, ›ihr seid doch Brüder! Warum fügt ihr einander solches Unrecht zu?‹ 27Da stieß ihn der, der den Streit begonnen hatte7,27 W der seinem Nächsten Unrecht zufügte., zur Seite und rief: ›Wer hat dich eigentlich zu unserem Anführer und Richter eingesetzt? 28Willst du mich etwa auch töten, wie du gestern den Ägypter getötet hast?‹7,28 2. Mose 2,13.14. 29Als Mose das hörte, floh er in das Gebiet der Midianiter.7,29 Zu den Versen 23 bis 29 siehe 2. Mose 2,11-15. Während der Zeit seines Exils wurden ihm zwei Söhne geboren.7,29 2. Mose 2,22; 18,2-4.

30Wieder vergingen vierzig Jahre. Da erschien ihm eines Tages in der Wüste am Berg Sinai ein Engel in den Flammen eines brennenden Dornbusches.7,30 Zu den Versen 30 bis 34 siehe 2. Mose 3,1-10. 31Mose sah, ´dass der Busch in Flammen stand, aber nicht verbrannte,` und wunderte sich über diese rätselhafte Erscheinung. Er trat näher, um herauszufinden, was es damit auf sich hatte. Da hörte er die Stimme des Herrn: 32›Ich bin der Gott deiner Väter7,32 Od der Gott, dem schon deine Vorfahren dienten., der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.‹7,32 2. Mose 3,6. Mose war so erschrocken, dass er am ganzen Körper zitterte und nicht hinzusehen wagte. 33Der Herr aber sagte zu ihm: ›Zieh deine Schuhe aus7,33 Ein Zeichen des Respekts vor Gott, so wie das Ausziehen der Schuhe beim Betreten eines Hauses ein Zeichen der Ehrerbietung gegenüber dem Gastgeber war., denn du stehst auf heiligem Boden! 34Schon lange habe ich gesehen, wie mein Volk in Ägypten misshandelt wird, und habe das Stöhnen der Unterdrückten gehört. Nun bin ich herabgekommen, um sie zu befreien. Darum mach du dich jetzt auf den Weg; ich sende dich nach Ägypten.‹7,34 2. Mose 3,5.7.8.10.

35Die Israeliten hatten Mose abgelehnt und zu ihm gesagt: ›Wer hat dich zum Anführer und Richter eingesetzt?‹ Und genau diesen Mose sandte Gott nun als Anführer und Befreier7,35 Od Erlöser. zu ihnen; er beauftragte ihn durch den Engel, der ihm im Dornbusch erschien. 36Mose war es, der die Israeliten aus dem Land herausführte, ´in dem sie Sklaven gewesen waren,` und er tat dabei Wunder und außergewöhnliche Dinge – sowohl in Ägypten als auch am Roten Meer7,36 Rotes Meer: Hier (wie auch in Hebräer 11,29 und in der Septuaginta) Bezeichnung für das im hebräischen Alten Testament so genannte »Schilfmeer«, das die Israeliten nach ihrem Auszug aus Ägypten durchquerten (2. Mose 14) und das vermutlich im Bereich der heutigen Schilfseen im östlichen Nildelta zu suchen ist. und während der vierzig Jahre in der Wüste. 37Mose war es auch, der zu den Israeliten sagte: ›Einen Propheten wie mich wird Gott aus eurer Mitte berufen und als seinen Boten zu euch senden.7,37 ›Genauso, wie Gott mich gesandt hat, wird er wieder einen Propheten aus eurer Mitte berufen und als seinen Boten zu euch senden. W Einen Propheten wird euch Gott aus dem Kreis eurer Brüder erwecken wie mich. 5. Mose 18,15.7,37 5. Mose 18,15. 38Und als sich unsere Vorfahren in der Wüste am Sinai vor Gott versammelten, war Mose der Vermittler zwischen ihnen und dem Engel, der auf dem Berg mit ihm redete; und es war Mose, der die Gebote entgegennahm – Worte, die zum Leben führen7,38 W der lebendige Worte entgegennahm. Zum ganzen Vers siehe 2. Mose 19,1–20,17. – und der sie an uns weitergab.7,38 2. Mose 19,1–20,17.«

– Götzenverehrung Israels in der Wüste

39»Aber unsere Vorfahren waren nicht bereit, sich Mose zu unterstellen. Im Gegenteil, sie lehnten sich gegen ihn auf und waren entschlossen7,39 Od und sehnten sich danach. Zum ganzen Vers siehe 4. Mose 14,3.4., nach Ägypten zurückzukehren.7,39 4. Mose 14,3.4. 40´Als Mose auf dem Berg war,` forderten sie Aaron auf: ›Mach uns Götter, die uns voranziehen ´und uns beschützen`! Denn dieser Mose, der uns aus Ägypten herausgeführt hat, ´ist verschollen`; keiner weiß, was aus ihm geworden ist.‹7,40 2. Mose 32,1.23. 41Und dann fertigten sie eine Götzenfigur an, die Nachbildung eines jungen Stieres, brachten ihr ein Schlachtopfer dar und feierten ein Fest – ein Fest zu Ehren dieses selbstgemachten Götzen.7,41 2. Mose 32,4-6.

42Da wandte sich Gott von ihnen ab und überließ sie ihrem Irrweg, und sie begannen die Gestirne anzubeten, das ganze Heer des Himmels7,42 W und überließ sie der Anbetung des Himmelsheeres., wie das im Zwölfprophetenbuch7,42 Die Worte der zwölf »Kleinen Propheten« des Alten Testaments (Hosea bis Maleachi) hatten auf einer Schriftrolle Platz. zu lesen ist. ´Dort sagt Gott:`

›Bin ich es etwa, dem ihr während der vierzig Jahre in der Wüste

Schlachtopfer und Speiseopfer dargebracht habt7,42 Od ›Habt ihr mir während der vierzig Jahre in der Wüste jemals Schlachtopfer und Speiseopfer dargebracht., ihr Israeliten?

43Nein, das Zelt7,43 Od den Schrein. des Götzen Moloch habt ihr mit euch geführt

und den Stern eures Gottes Räfan;

Götzenbilder habt ihr euch gemacht7,43 W Räfan – die Götzenbilder, die ihr euch gemacht habt.,

um euch vor ihnen niederzuwerfen.

Darum werde ich euch in die Verbannung führen,

noch über Babylon hinaus.‹7,43 Amos 5,25-27. Während Amos an dieser Stelle nur vom Nordreich (Israel) spricht und ihm die Verbannung nach Assyrien ankündigt (»über Damaskus hinaus«), bezieht Stephanus das darauf folgende Gericht am Südreich (Juda) mit ein (»über Babylon hinaus«).«

– Bundeszelt und Tempel

44»Während ihrer Wanderung durch die Wüste hatten unsere Vorfahren das heilige Zelt7,44 W das Zelt des Zeugnisses. So wird auch in der Septuaginta das Zeltheiligtum der Israeliten bezeichnet, in dem unter anderem die beiden steinernen Gesetzestafeln aufbewahrt wurden, das so genannte »Zeugnis«. bei sich – jenes Zelt, das Mose nach den Anweisungen Gottes7,44 W nach den Anweisungen dessen, der mit ihm redete. hatte anfertigen lassen und das dem Vorbild7,44 Od dem Original. Zum ganzen Vers siehe 2. Mose 25,8.9.40. entsprach, das ihm gezeigt worden war.7,44 2. Mose 25,8.9.40. 45Die erste Generation übergab das Zelt der zweiten, und diese brachte es in das Land7,45 W 45 Und unsere Vorfahren brachten es, nachdem sie es übernommen hatten, in das Land. Zum ganzen Vers siehe Josua 3,14-17; 18,1; 23,9; 24,18; 2. Samuel 7,2.6; 2. Chronik 1,3; 5,5., dessen Bewohner Gott vor unseren Vorfahren her vertrieb und das sie unter der Führung von Josua in Besitz nahmen. ´Dort diente das Zelt` bis in die Zeit Davids ´als Heiligtum`.7,45 Josua 3,14-17; 18,1; 23,9; 24,18; 2. Samuel 7,2.6; 2. Chronik 1,3; 5,5. 46David nun war ein Mann, den Gott seine Gnade in besonderem Maß erfahren ließ7,46 W der vor Gott Gnade/Gunst fand.. Deshalb bat er Gott darum, als Heiligtum für die Nachkommen Jakobs7,46 AL(2) für den Gott Jakobs. Zum ganzen Vers siehe 2. Samuel 7,1-16. ein festes Gebäude errichten zu dürfen.7,46 2. Samuel 7,1-16. 47Und sein Sohn Salomo war es dann, der Gott tatsächlich ein Haus baute.7,47 1. Könige 6.

48Aber wohnt denn der Höchste in einem Haus, das von Menschenhand erbaut ist7,48 Od in Häusern, die von Menschenhand erbaut sind.? Niemals! Beim Propheten ´Jesaja` heißt es:

49›Der Himmel ist mein Thron,

und die Erde ist mein Fußschemel.

Was für ein Haus wollt ihr da für mich bauen? sagt der Herr.

Und wo wollt ihr einen Ort finden, an dem ich wohnen könnte?7,49 W Und welches wäre der Ort meiner Ruhe?

50Hat meine Hand nicht das ganze Weltall erschaffen?‹7,50 Jesaja 66,1.2.«

Der Angeklagte klagt an

51»Aber ihr lasst euch ja nicht belehren!7,51 W Ihr Starrköpfe!«, ´fuhr Stephanus fort.` »Unbeschnitten seid ihr, unbeschnitten an eurem Herzen und taub für Gottes Reden7,51 W und an euren Ohren.! Immerfort widersetzt ihr euch dem Heiligen Geist, genau wie eure Vorfahren. Ihr seid nicht besser als sie.7,51 W dem Heiligen Geist – wie eure Vorfahren, so auch ihr. 52Gab es je einen Propheten, den eure Vorfahren nicht verfolgt haben? Sie haben die getötet, die das Kommen des Gerechten ankündigten; und den Gerechten selbst habt ihr jetzt verraten und ermordet. 53Ihr habt zwar das Gesetz erhalten – Engel haben es euch in Gottes Auftrag überbracht7,53 W Ihr habt durch Anordnungen von Engeln das Gesetz erhalten. Vergleiche Vers 38 und Galater 3,19; Hebräer 2,2. –, aber befolgt habt ihr es nicht.«

Die Steinigung des Stephanus

54Als Stephanus das sagte, packte seine Zuhörer ein unbändiger Zorn, und ihre Gesichter verzerrten sich vor Wut7,54 W und sie knirschten mit den Zähnen gegen ihn.. 55Stephanus aber, vom Heiligen Geist erfüllt, blickte jetzt unverwandt zum Himmel hinauf, denn er sah dort die Herrlichkeit Gottes, und er sah Jesus, der an Gottes rechter Seite stand. 56»Ich sehe den Himmel offen stehen!«, rief er. »Ich sehe den Menschensohn, wie er an der rechten Seite Gottes steht!«

57´Vor Empörung` schrien die Ratsmitglieder laut auf und hielten sich die Ohren zu. Alle miteinander stürzten sie sich auf ihn 58und schleppten ihn vor die Stadt, um ihn zu steinigen. Die Zeugen, ´die gegen ihn aufgetreten waren und daher mit der Steinigung zu beginnen hatten7,58 Siehe 5. Mose 17,7.,` zogen ihre Oberkleider aus und legten sie zur Aufbewahrung bei einem jungen Mann nieder, der Saulus hieß. 59Während man ihn steinigte, betete Stephanus. »Jesus, ´treuer` Herr«, sagte er, »nimm meinen Geist bei dir auf!« 60Er sank auf die Knie und rief mit lauter Stimme: »Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!« Das waren seine letzten Worte; dann starb er.