Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Einschüchterungsversuche des jüdischen Gerichtshofs

41Petrus und Johannes sprachen noch zu der Menge, als plötzlich einige Priester, der Kommandant der Tempelwache und eine Anzahl Sadduzäer auf sie zutraten, 2voll Zorn darüber, dass die Apostel ´es wagten`, vor dem Volk als Lehrer aufzutreten, und dass sie die Auferstehung Jesu bezeugten und damit verkündeten, die Toten würden auferstehen4,2 Die Sadduzäer glaubten nicht an eine Auferstehung der Toten (siehe Kapitel 23,8 und Lukas 20,27).. 3Sie nahmen die beiden fest, und weil es bereits Abend war, sperrten sie sie über Nacht ins Gefängnis.

4Doch viele von denen, die die Botschaft der Apostel gehört hatten, kamen zum Glauben ´an Jesus`, sodass die Zahl der Christen4,4 Od sodass nur schon die Zahl der gläubigen Männer. W sodass die Zahl der Menschen/Männer. auf etwa fünftausend anwuchs.4,4 um.

5Am nächsten Tag trat ´der Hohe Rat` in Jerusalem zu einer Sitzung zusammen. Neben den führenden Priestern4,5 Od den führenden Männern des Volkes., den Ratsältesten und den Gesetzeslehrern 6nahmen auch der Hohepriester Hannas sowie Kajafas, Johannes und Alexander daran teil; auch die übrigen Vertreter der hohepriesterlichen Familien waren vollzählig anwesend. 7Sie ließen Petrus und Johannes vorführen und begannen das Verhör. »Mit welcher Kraft und in wessen Namen habt ihr den Gelähmten geheilt4,7 W habt ihr das getan.?«, wollten sie wissen.

8Vom Heiligen Geist erfüllt, gab Petrus ihnen folgende Antwort: »Führer unseres Volkes! ´Verehrte` Ratsmitglieder4,8 W Älteste. AL(2) Älteste Israels.! 9Wenn wir uns heute dafür verantworten müssen, dass wir einem kranken Menschen Gutes getan haben, und wenn ihr uns fragt, auf welche Weise4,9 Od durch wen. er denn gesund geworden ist4,9 gesund werden: im Griechischen dasselbe Wort wie gerettet werden (Vers 12)., 10dann sollt ihr alle und das ganze israelitische Volk wissen: Es geschah im Namen von Jesus Christus aus Nazaret, den ihr habt kreuzigen lassen und den Gott von den Toten auferweckt hat. Seine Kraft hat bewirkt, dass4,10 W Durch ihn ist es geschehen, dass. dieser Mann hier gesund vor euch steht. 11Jesus Christus ist ›der Stein, den ihr, die Bauleute, voller Verachtung beiseite geschoben habt und der zum Eckstein geworden ist‹.4,11 Nach Psalm 118,22. 12Bei niemand anderem ist Rettung zu finden; unter dem ganzen Himmel ist uns Menschen kein anderer Name gegeben, durch den wir gerettet werden können.«

13Die Unerschrockenheit, mit der Petrus und Johannes sich verteidigten, machte großen Eindruck auf die Mitglieder des Hohen Rates, zumal es sich bei den beiden offensichtlich um einfache Leute ohne besondere Ausbildung in der Heiligen Schrift4,13 Od um einfache und ungelehrte Leute. handelte. Sie wussten, dass Petrus und Johannes mit Jesus zusammen gewesen waren, 14aber sie hatten nichts in der Hand, um ihnen zu widersprechen; denn der, der gelähmt gewesen war, stand bei den Aposteln, und jedermann konnte sehen, dass er geheilt war4,14 W denn sie sahen den Menschen bei ihnen stehen – den, der geheilt war..

15Sie ließen Petrus und Johannes aus dem Sitzungssaal führen4,15 Wahrscheinlich musste auch der Geheilte den Saal verlassen., um miteinander über das weitere Vorgehen zu beraten. 16»Wie sollen wir mit diesen Menschen verfahren?«, überlegten sie. »Es ist nun einmal unzweifelhaft ein Wunder durch sie geschehen, und alle Einwohner Jerusalems haben davon erfahren; daher hat es keinen Sinn, wenn wir die Heilung abstreiten. 17Doch darf sich ´die Botschaft von diesem Jesus4,17 Od die Nachricht von diesem Wunder.` auf keinen Fall noch weiter unter der Bevölkerung verbreiten. Deshalb wollen wir ihnen unter Strafandrohung verbieten, in Zukunft irgendeinem Menschen gegenüber seinen Namen auch nur zu erwähnen4,17 Od in Zukunft mit irgendeinem Menschen unter Berufung auf seinen Namen zu sprechen.

18Nachdem sie die Apostel wieder hereingerufen hatten, untersagten sie ihnen mit allem Nachdruck, jemals wieder öffentlich über Jesus zu sprechen oder unter Berufung auf seinen Namen als Lehrer aufzutreten. 19Aber Petrus und Johannes erwiderten: »Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, euch mehr zu gehorchen als ihm! 20Uns ist es auf jeden Fall unmöglich, nicht von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.«

21Die Ratsmitglieder drohten ihnen daraufhin noch einmal mit schwerwiegenden Konsequenzen und ließen sie dann gehen. Sie sahen vorerst keine Möglichkeit, die beiden zu bestrafen, ohne damit das Volk gegen sich aufzubringen4,21 W zu bestrafen, wegen des Volkes.; denn alle priesen Gott für das, was geschehen war. 22Immerhin war der Geheilte über vierzig Jahre alt, und dass jemand, der von Geburt an gelähmt gewesen war, nach so langer Zeit noch gesund wurde, war ein besonders eindrucksvoller Beweis für Gottes Macht.4,22 W Immerhin war der Mensch über vierzig Jahre alt, an dem dieses Zeichen der Heilung geschehen war.

Die Reaktion der Gemeinde: Gebet um Gottes Eingreifen

23Sobald Petrus und Johannes wieder auf freiem Fuß waren, gingen sie zu den Mitchristen4,23 W zu den eigenen Leuten. und berichteten ihnen, was die führenden Priester und die Ratsältesten zu ihnen gesagt hatten. 24Die Reaktion der Versammelten auf das, was sie hörten, war, dass sich alle gemeinsam und einmütig an Gott wandten. Mit lauter Stimme beteten sie: »Du großer Herrscher! Du bist es, der den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen hat, ´das ganze Universum` mit allem, was darin ist. 25Du bist es auch, der durch unseren Vater David, deinen Diener, geredet hat, als dieser, vom Heiligen Geist geleitet, sagte:

›Was soll das Aufbegehren der Nationen?

Was bringt es den Völkern, nutzlose Pläne zu schmieden?

26Die Könige dieser Welt haben sich zum Angriff bereitgemacht4,26 Od haben sich aufgelehnt.,

und die Machthaber haben sich miteinander verbündet

zum Kampf gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten.‹4,26 Psalm 2,1.2. Gesalbter: hebräisch-aramäisch Messias, griechisch Christus.

27Und so ist es tatsächlich gekommen: Hier in dieser Stadt haben sich Herodes und Pontius Pilatus zusammen mit den heidnischen Nationen und den Stämmen4,27 W Völkern. Israels gegen deinen heiligen Diener Jesus verbündet, den du gesalbt hast. 28Doch indem sie so vorgingen, ist genau das eingetreten, was du in deiner Macht vorherbestimmt hattest und was nach deinem Plan geschehen sollte4,28 W was deine Hand und dein Plan vorherbestimmt hatte, dass es geschehen sollte..

29Höre nun, Herr, wie sie uns drohen, und hilf uns als deinen Dienern4,29 Od und hilf deinen Dienern., furchtlos und unerschrocken deine Botschaft zu verkünden. 30Erweise deine Macht4,30 W Streck deine Hand aus., und lass durch den Namen deines heiligen Dieners Jesus Kranke geheilt werden und Wunder und außergewöhnliche Dinge geschehen!«

31Nachdem sie in dieser Weise gebetet hatten, bebte die Erde an dem Ort, an dem sie versammelt waren. Sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und verkündeten die Botschaft Gottes weiterhin frei und unerschrocken.

Die Einheit der Gemeinde: praktische Auswirkungen

32Die ganze Schar derer, die ´an Jesus` glaubten, hielt fest zusammen; alle waren ein Herz und eine Seele. Nicht ein Einziger betrachtete irgendetwas von dem, was ihm gehörte, als sein persönliches Eigentum; vielmehr teilten sie alles miteinander, was sie besaßen. 33Vollmächtig und kraftvoll bezeugten die Apostel, dass Jesus der auferstandene Herr ist4,33 W bezeugten die Apostel die Auferstehung von Jesus, dem Herrn.. Und die ganze Gemeinde erlebte Gottes Gnade in reichem Maß.4,33 Od Und die ganze Gemeinde stand bei der Bevölkerung in hohem Ansehen. W Und große Gnade/Gunst war auf ihnen allen. 34Es gab unter ihnen auch niemand, der Not leiden musste. Denn ´wenn die Bedürfnisse es erforderten,` verkauften diejenigen, die ein Grundstück oder ein Haus besaßen, ihren Besitz und stellten den Erlös ´der Gemeinde` zur Verfügung, 35indem sie das Geld vor den Aposteln niederlegten. Davon wurde dann jedem das zugeteilt, was er nötig hatte.

36´Einer von denen, die den Bedürftigen in dieser Weise halfen, war` Josef, ein Levit von Zypern4,36 Od ein Levit, dessen Familie von Zypern stammte., den die Apostel Barnabas nannten (Barnabas bedeutet: »der, der andere ermutigt«4,36 W »Sohn der Tröstung«.). 37Josef verkaufte ein Stück Land, das ihm gehörte, und stellte das Geld, das er dafür bekam, ´der Gemeinde` zur Verfügung, indem er es vor den Aposteln niederlegte.

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Ein Betrugsversuch innerhalb der Gemeinde: Hananias und Saphira belügen Gott

51Auch ein Mann namens Hananias und seine Frau Saphira verkauften ein Stück Land, 2und Hananias stellte ´der Gemeinde` einen Teil des Erlöses zur Verfügung. Aber mit dem Einverständnis seiner Frau gab er diesen Betrag als Gesamterlös aus, während er in Wirklichkeit einen Teil für sich behielt. Als er das Geld vor den Aposteln niederlegte, 3sagte Petrus zu ihm: »Hananias, warum hast du dein Herz dem Satan geöffnet und dich von ihm dazu verführen lassen, den Heiligen Geist zu belügen? Warum hast du uns verheimlicht5,3 W warum hat der Satan dein Herz erfüllt, sodass du den Heiligen Geist belogen und verheimlichst hast., dass du einen Teil vom Erlös deines Grundstücks für dich behalten hast? 4Niemand hat dich gezwungen, das Land zu verkaufen; es war ja dein Eigentum!5,4 W 4 Blieb es dir nicht ´zur Verfügung`, solange es ´unverkauft` blieb? Und nach dem Verkauf stand es dir frei, mit dem Erlös zu machen, was du wolltest. Was hat dich nur dazu gebracht, so zu handeln? Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott!« 5Als Hananias diese Worte hörte, brach er tot zusammen. Es war ein Ende, das bei allen, die davon erfuhren, tiefes Erschrecken auslöste5,5 Od tiefe Ehrfurcht vor Gott bewirkte.. 6Einige junge Männer ´unter den Versammelten` traten zu dem Leichnam, wickelten ihn in ein Tuch und trugen ihn hinaus, um ihn zu begraben.

7Nachdem etwa drei Stunden vergangen waren, kam die Frau von Hananias. Sie wusste nichts von dem, was geschehen war. 8»Sag mir«, fragte Petrus sie, »ist das der volle Betrag, den ihr für euer Grundstück bekommen habt?« – »Ja«, erwiderte Saphira, »das ist der volle Betrag.« 9Da sagte Petrus zu ihr: »Warum seid ihr beiden übereingekommen, den Geist des Herrn herauszufordern? Hörst du die Schritte vor der Tür? Die Leute, die deinen Mann begraben haben, ´kommen gerade zurück`. Sie werden auch dich hinaustragen.« 10Im selben Augenblick sank Saphira zu Boden und starb, und als die Männer hereinkamen, sahen sie ihren Leichnam zu Petrus’ Füßen liegen. Da trugen sie sie ebenfalls hinaus und begruben sie an der Seite ihres Mannes.

11Eine tiefe Ehrfurcht vor Gott ergriff die ganze Gemeinde5,11 Od Die ganze Gemeinde war tief erschüttert., und genauso erging es allen, die von diesem Vorfall erfuhren.

Machtvolles Wirken der Apostel

12Durch die Apostel5,12 W Durch die Hände der Apostel. geschahen unter dem Volk zahlreiche Wunder und viele außergewöhnliche Dinge. Alle, ´die an Jesus glaubten,` trafen sich regelmäßig und einmütig in der Salomohalle5,12 Siehe die Anmerkung zu Kapitel 3,11.. 13Von denen jedoch, die nicht bereit waren, an ihn zu glauben,5,13 Von den übrigen Tempelbesuchern jedoch. W Von den Übrigen jedoch. wagte keiner, in engeren Kontakt mit ihnen zu treten. Aber jedermann sprach mit Hochachtung von ihnen, 14und die Gemeinde wuchs ständig5,14 W und immer mehr wurden hinzugefügt.; Scharen von Männern und Frauen kamen zum Glauben an den Herrn. 15Und überall, wo Petrus hinkam, trug man die Kranken auf die Straße und legte sie dort auf Betten und Matten in der Hoffnung, dass wenigstens5,15 W 15 Man trug sogar die Kranken auf die Straße … in der Hoffnung, dass, wenn Petrus käme, wenigstens. sein Schatten auf den einen oder anderen von ihnen falle. 16Auch aus den Ortschaften rings um Jerusalem strömten die Menschen zusammen. Sie brachten Kranke und von bösen5,16 W unreinen. Geistern Geplagte ´zu den Aposteln`, und alle wurden geheilt.

Verhaftung der Apostel; Befreiung durch Gottes Eingreifen

17Diese Geschehnisse weckten den Neid des Hohenpriesters und seiner ganzen Gefolgschaft, der Partei der Sadduzäer, und sie beschlossen, nicht länger untätig zuzusehen5,17 W und sie standen auf.. 18Sie ließen die Apostel festnehmen und in das städtische Gefängnis bringen5,18 und vor den Augen der Öffentlichkeit ins Gefängnis bringen..

19Doch in der Nacht öffnete ein5,19 Od der. Engel des Herrn die Türen des Gefängnisses und führte die Apostel hinaus. 20»Geht in den Tempel«, befahl er ihnen, »tretet vor das Volk und verkündet unerschrocken die Botschaft, die der Herr gebracht hat und die zum Leben führt5,20 W tretet vor das Volk und redet alle Worte dieses Lebens.21Die Apostel befolgten die Anweisung des Engels: Gleich bei Tagesanbruch gingen sie5,21 W 21 Als sie das gehört hatten, gingen sie bei Tagesanbruch. in den Tempel und begannen, die Menschen dort zu lehren.

Währenddessen kamen der Hohepriester und seine Gefolgsleute zusammen und beriefen die ganze Ältestenschaft des israelitischen Volkes zu einer Sitzung des Hohen Rates ein5,21 und beriefen den Hohen Rat und die ganze Ältestenschaft des israelitischen Volkes zu einer Sitzung ein.. Einige Männer von der Tempelwache5,21 Od Einige Ratsdiener. erhielten den Auftrag, die Apostel aus dem Gefängnis zu holen. 22Doch als sie ins Gefängnis kamen, mussten sie feststellen, dass die Apostel nicht dort waren. Sie kehrten zurück, um dem Rat Meldung zu erstatten. 23»Wir fanden alles so, wie es den Vorschriften entspricht«, berichteten sie. »Die Türen des Gefängnisses waren verschlossen, und vor den Türen standen die Wachen. Aber als wir aufschlossen und hineingingen, war niemand da.« 24Der Kommandant der Tempelwache und die führenden Priester waren sprachlos, als sie das hörten; sie konnten sich nicht erklären, was mit den Aposteln geschehen war5,24 Od sie fragten sich, wohin das wohl noch führen würde.. 25Doch dann kam jemand und meldete ihnen: »Stellt euch vor: Die Männer, die ihr ins Gefängnis habt bringen lassen, stehen im Tempel und lehren das Volk!« 26Sofort machte sich der Kommandant mit seinen Leuten5,26 Od mit den Ratsdienern. auf den Weg, um die Apostel zu holen. Sie hüteten sich allerdings davor, Gewalt anzuwenden, denn sie hatten Angst, die Menge könnte sie steinigen5,26 Od könnte mit Steinen nach ihnen werfen..

Die Apostel vor dem jüdischen Gerichtshof: mutiges Bekenntnis zu Jesus Christus

27Die Apostel wurden in den Sitzungssaal geführt, wo sie der Hohepriester vor versammeltem Rat zur Rede stellte. 28»Haben wir euch nicht strengstens verboten, jemals wieder unter Berufung auf diesen Namen5,28 Od jemals wieder etwas über diesen Namen. zu lehren?«, sagte er. »Und was macht ihr? Ganz Jerusalem ist inzwischen von eurer Lehre erfüllt! Ihr wollt uns wohl für den Tod dieses Menschen verantwortlich machen?5,28 W Und ihr – ihr habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt und wollt das Blut dieses Menschen auf uns bringen!«

29Petrus und die anderen Apostel erwiderten: »Gott muss man mehr gehorchen als den Menschen. 30Der Gott unserer Väter5,30 Od Der Gott, dem schon unsere Vorfahren dienten. hat Jesus ´von den Toten` auferweckt5,30 Od hat Jesus gesandt. – den Jesus, den ihr umgebracht habt, indem ihr ihn ans Kreuz habt schlagen lassen5,30 W ans Holz / an den Holzpfahl habt hängen lassen. Wahrscheinlich eine Anspielung auf 5. Mose 21,22.23; vergleiche auch Galater 3,13.. 31Gott hat ihn erhöht und ihm den Ehrenplatz an seiner rechten Seite gegeben; er hat ihn zum Herrscher und Retter gemacht5,31 Od 31 Gott hat ihn mit seinem mächtigen Arm erhöht; er hat ihn zum Herrscher und Retter gemacht. W Gott hat ihn zum Herrscher (Lebensbringer) und Retter erhöht zu seiner rechten Hand (od durch seine rechte Hand)., um Israel zur Umkehr zu führen und die Sünden des Volkes zu vergeben. 32Wir sind Zeugen für das alles – wir und der Heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen.«

Gamaliel rät zur Freilassung der Apostel

33Bei diesen Worten packte die Zuhörer ein unbändiger Zorn, und sie hätten die Apostel am liebsten ´auf der Stelle` getötet5,33 Od und sie waren entschlossen, die Apostel zu töten.. 34Da erhob sich eines der Ratsmitglieder, ein Pharisäer namens Gamaliel, ein Gesetzeslehrer, der beim ganzen Volk in hohem Ansehen stand. Gamaliel beantragte, dass die Angeklagten für einen Augenblick aus dem Saal geführt würden, 35und sagte dann zu den Versammelten: »Vertreter unseres israelitischen Volkes!5,35 W Männer, Israeliten! Überlegt euch genau, wie ihr mit diesen Leuten verfahren wollt. 36Es ist schon einige Zeit her, da machte Theudas einen Aufstand. Er behauptete, etwas Besonderes zu sein, und tatsächlich schlossen sich ihm etwa vierhundert Männer an. Doch Theudas wurde getötet, und alle seine Anhänger liefen auseinander, sodass sich die ganze Bewegung in nichts auflöste. 37Danach, zur Zeit der Volkszählung, trat der Galiläer Judas auf. Er scharte eine Menge Leute um sich und zettelte einen Aufstand an. Doch auch er kam um, und alle seine Anhänger zerstreuten sich.

38Was daher den vorliegenden Fall betrifft, rate ich euch Folgendes: Lasst diese Leute unbehelligt! Geht nicht gegen sie vor! Denn wenn das, was sie planen und unternehmen, nichts weiter ist als Menschenwerk, wird es von selbst zugrunde gehen. 39Wenn es jedoch Gottes Werk ist, werdet ihr nicht imstande sein, diese Bewegung zum Verschwinden zu bringen. Oder wollt ihr am Ende als solche dastehen, die gegen Gott kämpfen?«

Was Gamaliel sagte, überzeugte den Rat. 40Man rief die Apostel wieder herein, ließ sie auspeitschen und verbot ihnen nochmals, unter Berufung auf den Namen Jesu5,40 Od nochmals, über den Namen Jesu. ´in der Öffentlichkeit` zu reden. Dann ließ man sie gehen.

41Die Apostel ihrerseits verließen den Hohen Rat voll Freude darüber, dass Gott sie für würdig geachtet hatte, um des Namens Jesu willen5,41 Od für ihr Bekenntnis zu Jesus. Schmach und Schande zu erleiden. 42Unbeirrt lehrten sie auch weiterhin Tag für Tag im Tempel und in Privathäusern5,42 Od und von Haus zu Haus. und verkündeten die gute Nachricht, dass Jesus der Messias ist5,42 Od die gute Nachricht von Jesus, dem Messias / von Jesus Christus..

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Entlastung der Apostel: Die Wahl von sieben Mitarbeitern

61Die Zahl der Jünger wuchs unaufhörlich. Allerdings wurden in dieser Zeit auch Klagen ´innerhalb der Gemeinde` laut, und zwar vonseiten der Jünger, die aus griechischsprachigen Ländern stammten6,1 W vonseiten der Hellenisten.. Sie waren der Meinung, dass ihre Witwen bei der täglichen Versorgung mit Lebensmitteln6,1 W bei der täglichen Bedienung. benachteiligt wurden, und beschwerten sich darüber bei den einheimischen Jüngern6,1 W bei den Hebräern..

2Da beriefen die Zwölf eine Versammlung aller Jünger ein und erklärten: »Es wäre nicht gut, wenn wir ´Apostel` uns persönlich um den Dienst der Verteilung der Lebensmittel6,2 W um die Bedienung der Tische. kümmern müssten und darüber die Verkündigung von Gottes Botschaft vernachlässigen würden. 3Seht euch daher, liebe Geschwister, in eurer Mitte nach sieben Männern um, die einen guten Ruf haben, mit dem Heiligen Geist erfüllt sind und von Gott Weisheit und Einsicht bekommen haben6,3 W mit (dem) Geist und Weisheit erfüllt sind.. Ihnen wollen wir diese Aufgabe übertragen. 4Wir selbst aber werden uns weiterhin ganz auf das Gebet und den Dienst der Verkündigung des Evangeliums6,4 W den Dienst des Wortes. konzentrieren.«

5Dieser Vorschlag fand allgemeine Zustimmung, und die Gemeinde wählte folgende sieben Männer aus: Stephanus, einen Mann mit einem festen Glauben6,5 W einen Mann voller Glauben. und erfüllt vom Heiligen Geist, Philippus, Prochorus, Nikanor, Timon, Parmenas und Nikolaus, einen Nichtjuden aus Antiochia, der zum Judentum übergetreten war. 6Man ließ sie vor die Apostel treten, und die Apostel beteten für sie und legten ihnen die Hände auf.

7Die Botschaft Gottes breitete sich immer weiter aus6,7 W Die Botschaft Gottes wuchs., und die Zahl der Jünger in Jerusalem stieg sprunghaft an. Auch zahlreiche Priester nahmen das Evangelium an und glaubten an Jesus.6,7 W Auch zahlreiche Priester gehorchten dem Glauben.

Verhaftung des Stephanus

8Von Gottes Gnade geleitet und mit seiner Kraft erfüllt6,8 W Mit Gnade und Kraft erfüllt., vollbrachte Stephanus unter der Bevölkerung große Wunder und außergewöhnliche Dinge.

9Aber es regte sich auch Widerstand gegen ihn, und zwar in der so genannten Synagoge der Freigelassenen6,9 Wahrscheinlich freigelassene jüdische Sklaven oder deren Nachkommen., zu der Juden aus der Gegend von Zyrene, aus Alexandria und aus den Provinzen Zilizien und Asien gehörten.6,9 Nach anderer Auffassung handelte es sich um fünf verschiedene Synagogen (die Synagoge der Freigelassenen und vier weitere Synagogen mit Juden aus je einer der genannten Gegenden). Einige Mitglieder dieser Synagoge fingen Streitgespräche mit Stephanus an. 10Doch gegen die Weisheit, die aus seinen Worten sprach, und gegen die Kraft des Heiligen Geistes, mit der er redete6,10 Od Doch gegen die vom Heiligen Geist geschenkte Weisheit, mit der er redete. W Doch gegen die Weisheit und den Geist, mit dem er redete., konnten sie nichts ausrichten.

11Da stifteten sie einige Männer dazu an, die Behauptung zu verbreiten, Stephanus habe lästerliche Dinge über Mose gesagt und Gott verhöhnt; sie hätten es mit eigenen Ohren gehört. 12Nachdem seine Gegner auf diese Weise das Volk, die Ratsältesten und die Gesetzeslehrer gegen Stephanus aufgehetzt hatten, fielen sie über ihn her und schleppten ihn vor den Hohen Rat.

13Dort ließen sie falsche Zeugen auftreten, die behaupteten: »Dieser Mensch äußert sich in einem fort abfällig über unseren heiligen Tempel und über das Gesetz. 14Wir haben ihn zum Beispiel sagen hören, dieser Jesus von Nazaret werde den Tempel niederreißen und die Ordnungen ändern, die Mose uns im Auftrag Gottes gegeben hat6,14 W und die Ordnungen (od Sitten; od Gesetzesvorschriften) ändern, die Mose an uns weitergegeben hat.

15Alle, die im Ratssaal saßen, richteten ihren Blick nun auf Stephanus, gespannt, ´was er zu seiner Verteidigung vorbringen würde`. Zu ihrem Erstaunen sahen sie, dass sein Gesicht leuchtete wie das Gesicht eines Engels.