Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
2

Die Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten

21Schließlich kam das Pfingstfest. Auch an diesem Tag2,1 Od 1 Als der Tag des Pfingstfestes anbrach. waren sie alle wieder am selben Ort2,1 Od an einem Ort. Od einmütig. versammelt. 2Plötzlich setzte vom Himmel her ein Rauschen ein wie von einem gewaltigen Sturm; das ganze Haus, in dem sie sich befanden2,2 Od in dem sie saßen., war von diesem Brausen erfüllt. 3Gleichzeitig sahen sie so etwas wie Flammenzungen, die sich verteilten und sich auf jeden Einzelnen von ihnen niederließen2,3 Od die sich verteilten; auf jeden Einzelnen von ihnen ließ sich eine Flammenzunge nieder.. 4Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt, und sie begannen, in fremden Sprachen2,4 Im Griechischen dasselbe Wort wie Zungen (Vers 3). zu reden; jeder sprach so, wie der Geist es ihm eingab.

5´Wegen des Pfingstfestes` hielten sich damals fromme Juden aus aller Welt in Jerusalem auf.2,5 Od In Jerusalem lebten fromme Juden aus aller Welt, die sich in dieser Stadt niedergelassen hatten. 6Als nun jenes mächtige Brausen vom Himmel einsetzte2,6 W Als aber dieses Geräusch einsetzte. Das griechische Wort für Geräusch bedeutet auch Stimme und wird von manchen auf das laute Reden der Christen (Vers 4) bezogen., strömten sie in Scharen zusammen. Sie waren zutiefst verwirrt, denn jeder hörte die Apostel und die, die bei ihnen waren,2,6 W denn jeder hörte sie. in seiner eigenen Sprache reden. 7Fassungslos riefen sie: »Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? 8Wie kommt es dann, dass jeder von uns sie in seiner Muttersprache reden hört? 9Wir sind Parther, Meder und Elamiter; wir kommen aus Mesopotamien und aus Judäa, aus Kappadozien, aus Pontus und aus der Provinz Asien, 10aus Phrygien und Pamphylien, aus Ägypten und aus der Gegend von Zyrene in Libyen. Sogar aus Rom sind Besucher hier2,10 Od Sogar Römer, die sich hier niedergelassen haben, sind unter uns. Od Sogar römische Bürger sind unter den Besuchern., 11sowohl solche, die von Geburt Juden sind, als auch Nichtjuden2,11 Od 11 Zum Teil sind wir von Geburt Juden, zum Teil sind wir Nichtjuden., die den jüdischen Glauben angenommen haben. Auch Kreter und Araber befinden sich unter uns. Und wir alle hören sie in unseren eigenen Sprachen von den wunderbaren Dingen reden, die Gott getan hat!« 12Alle waren außer sich vor Staunen. »Was hat das zu bedeuten?«, fragte einer den anderen, aber keiner hatte eine Erklärung dafür. 13Es gab allerdings auch einige, die sich darüber lustig machten. »Die haben zu viel süßen Wein getrunken!«, spotteten sie.

Die Rede des Apostels Petrus vor Juden aus aller Welt: Erklärung des Geschehenen …

14Jetzt trat Petrus2,14 Jetzt stand Petrus auf und trat. zusammen mit den elf anderen Aposteln vor die Menge. Mit lauter Stimme erklärte er: »Ihr Leute von Judäa und ihr alle, die ihr zur Zeit hier in Jerusalem seid!2,14 Od Ihr Juden ´aus aller Welt` und ihr alle, die ihr hier in Jerusalem wohnt! Ich habe euch etwas zu sagen, was ihr unbedingt wissen müsst.2,14 Od Ihr sollt wissen, was hier vor sich geht. Hört mir zu! 15Diese Leute hier sind nicht betrunken, wie ihr vermutet. Es ist ja erst neun Uhr morgens.2,15 W Es ist ja die dritte Stunde des Tages (von sechs Uhr morgens an gerechnet). 16Nein, was hier geschieht, ist nichts anderes als die Erfüllung dessen, was Gott durch den Propheten Joel angekündigt hat.

17›Am Ende der Zeit‹, so sagt Gott,

›werde ich meinen Geist2,17 Od werde ich einen Anteil von meinem Geist. Ebenso im nächsten Vers. über alle Menschen2,17 W über alles Fleisch. ausgießen.

Dann werden eure Söhne und eure Töchter prophetisch reden;

die Jüngeren unter euch werden Visionen haben

und die Älteren prophetische Träume.

18Sogar über die Diener und Dienerinnen2,18 Od die Sklaven und Sklavinnen., die an mich glauben2,18 Od 18 Ja, über die Männer und Frauen, die mir dienen. W Ja, sogar über meine Diener/Sklaven und über meine Dienerinnen/Sklavinnen.,

werde ich in jener Zeit meinen Geist ausgießen,

und auch sie werden prophetisch reden.

19Sowohl droben am Himmel als auch unten auf der Erde

werde ich Wunder geschehen lassen,

und es werden furchterregende Dinge zu sehen sein2,19 Od 19 Droben am Himmel werde ich Wunder geschehen lassen, und unten auf der Erde werden furchterregende (w zeichenhafte) Dinge zu sehen sein.:

Blut und Feuer und dichte Rauchwolken.

20Die Sonne wird sich verfinstern,

und der Mond wird rot werden wie Blut,

bevor jener große Tag kommt,

an dem der Herr in seiner Herrlichkeit erscheint2,20 W bevor der große und herrliche Tag des Herrn kommt..

21Jeder, der dann den Namen des Herrn anruft,

wird gerettet werden.‹2,21 Joel 3,1-5.«

… Bezeugung der Auferstehung von Jesus Christus

22»Ihr Leute von Israel, hört her! Bei dem, was wir euch zu sagen haben, geht es um Jesus von Nazaret. Durch diesen Mann hat Gott – wie ihr alle wisst – in eurer Mitte mächtige Taten vollbracht, Wunder gewirkt und außergewöhnliche2,22 W zeichenhafte. Ebenso in Vers 43 und in Kapitel 4,30; 5,12; 6,8; 7,36; 14,3; 15,12. Dinge getan. Damit hat er ihn euch gegenüber ´als seinen Gesandten` bestätigt. 23Was dann geschah, wusste Gott schon lange im Voraus; er selbst hatte es so geplant: Jesus wurde ´verraten und an euch` ausgeliefert, und ihr habt ihn durch Menschen, die nichts vom Gesetz Gottes wissen,2,23 Od durch gottlose Menschen. ans Kreuz schlagen und töten lassen. 24Doch Gott hat ihn aus der Gewalt des Todes befreit2,24 W hat die Wehen des Todes gelöst/aufgehoben. und hat ihn auferweckt; es zeigte sich, dass der Tod keine Macht über ihn hatte und ihn nicht festhalten konnte.

25Schon David sagt (und eigentlich ist es Jesus, der hier spricht)2,25 W 25 David nämlich sagt im Hinblick auf ihn.:

›Ich habe den Herrn ständig vor Augen;

er steht mir zur Seite2,25 W denn er ist an meiner rechten Seite., damit ich nicht ins Wanken gerate.

26Deshalb ist Freude in meinem Herzen und Jubel auf meinen Lippen.

Sogar noch dann, wenn mein Körper im Grab liegt, gibt es Hoffnung2,26 W Sogar mein Fleisch wird, gestützt auf Hoffnung, ruhen.,

27denn ´ich weiß, dass` du mich2,27 W meine Seele. nicht im Totenreich lässt;

du wirst deinen heiligen ´Diener` nicht der Verwesung preisgeben.

28Du hast mir den Weg gezeigt, der zum Leben führt,

und dass ich in deiner Nähe sein darf, erfüllt mich mit Freude2,28 Od und wenn ich einmal bei dir sein werde, werde ich die Freude in ihrer ganzen Fülle erleben. W 28 Du hast mir Wege des Lebens / zum Leben gezeigt; du wirst mich mit Freude erfüllen vor deinem Angesicht. Psalm 16,8-11..‹2,28 Psalm 16,8-11.

29Liebe Geschwister, ihr erlaubt mir sicher, es offen auszusprechen: Auch unser großer Vater David starb und wurde begraben – ´genau wie andere Menschen`; seine Grabstätte ist noch heute bei uns zu sehen. 30Doch David wusste, dass einer seiner Nachkommen auf seinem Thron sitzen würde2,30 Siehe Psalm 132,11 und vergleiche 2. Samuel 7,12.13 und Psalm 89,4.5.; Gott hatte es ihm mit einem Eid zugesichert. Und weil David ein Prophet war, 31sprach er in prophetischer Vorschau von der Auferstehung des Messias. Denn es war der Messias2,31 Od von der Auferstehung Christi. Denn es war Christus., den Gott nicht im Totenreich ließ und dessen Körper nicht verweste.

32Ja, diesen Jesus hat Gott auferweckt; wir alle sind Zeugen dafür. 33Er ist in den Himmel emporgehoben worden, um den Ehrenplatz an Gottes rechter Seite einzunehmen2,33 Od 33 Gott hat ihn mit seinem mächtigen Arm in den Himmel emporgehoben. W Er ist zur rechten Hand (od durch die rechte Hand) Gottes erhöht worden., und hat von seinem Vater die versprochene Gabe erhalten, den Heiligen Geist. Diesen Geist hat er nun über uns ausgegossen, und das ist es2,33 W den Heiligen Geist. Und nun hat er das ausgegossen., was ihr hier seht und hört.

34Dass es nicht David war, der in den Himmel hinaufgenommen wurde, zeigt auch der folgende Ausspruch, den er selbst gemacht hat:

›Der Herr sagte zu meinem Herrn:

Setze dich an meine rechte Seite,

35bis ich deine Feinde zum Schemel für deine Füße gemacht habe.‹2,35 Psalm 110,1.

36Es steht also unzweifelhaft fest, und ganz Israel2,36 W das ganze Haus Israel. soll es erkennen: Gott hat Jesus zum Herrn und Messias2,36 Od Christus. gemacht – den Jesus, den ihr gekreuzigt habt.«

… Aufruf zur Umkehr

37Die Zuhörer waren von dem, was Petrus sagte, bis ins Innerste getroffen. »Was sollen wir jetzt tun, liebe Brüder?«, fragten sie ihn und die anderen Apostel. 38»Kehrt um«, erwiderte Petrus, »und jeder von euch lasse sich auf den Namen2,38 Od im Namen. von Jesus Christus taufen! Dann wird Gott euch eure Sünden vergeben, und ihr werdet seine Gabe, den Heiligen Geist, bekommen. 39Denn diese Zusage gilt euch und euren Nachkommen und darüber hinaus allen Menschen auch in den entferntesten Ländern2,39 Siehe Jesaja 57,19 und Joel 3,5 und vergleiche Epheser 2,12.13.17. – allen, die der Herr, unser Gott, zu seiner Gemeinde rufen wird2,39 Od zum Glauben an Jesus rufen wird. W herzurufen wird.

40Mit diesen und noch vielen anderen Worten bezeugte Petrus ihnen ´das Evangelium`2,40 Od beschwor Petrus sie.; eindringlich ermahnte er sie: »Diese Generation ist auf dem Weg ins Verderben! Lasst euch retten vor dem Gericht, das über sie hereinbrechen wird!2,40 Od »Diese Generation ist auf dem Weg ins Verderben! Wendet euch von ihrer Verdorbenheit ab und lasst euch retten! W »Lasst euch retten vor/aus dieser verdorbenen Generation!«

41Viele nahmen die Botschaft an, die Petrus ihnen verkündete, und ließen sich taufen. Durch Gottes Wirken wuchs die Gemeinde an diesem Tag um etwa dreitausend Personen.2,41 W 41 Diejenigen nun, die seine Botschaft annahmen, ließen sich taufen, und an jenem Tag wurden etwa dreitausend Personen hinzugefügt.

Leben und Zusammenhalt der ersten Christen

42Was das Leben der Christen prägte2,42 W Womit sie sich beharrlich beschäftigten / Woran sie beharrlich festhielten., waren die Lehre, in der die Apostel sie unterwiesen, ihr Zusammenhalt in gegenseitiger Liebe und Hilfsbereitschaft, das Mahl des Herrn2,42 Wahrscheinlich war das Mahl des Herrn (das Abendmahl) mit einer gemeinsamen Mahlzeit verbunden. und das Gebet.

43Jedermann ´in Jerusalem` war von einer tiefen Ehrfurcht vor Gott ergriffen, und durch die Apostel geschahen zahlreiche Wunder und viele außergewöhnliche Dinge. 44Alle, die ´an Jesus` glaubten, hielten fest zusammen und teilten alles miteinander, was sie besaßen. 45Sie verkauften sogar Grundstücke und sonstigen Besitz und verteilten den Erlös entsprechend den jeweiligen Bedürfnissen an alle, die in Not waren. 46Einmütig und mit großer Treue kamen sie Tag für Tag im Tempel zusammen. Außerdem trafen sie sich täglich in ihren Häusern, um miteinander zu essen und das Mahl des Herrn zu feiern, und ihre Zusammenkünfte2,46 W um Brot zu brechen, und ihre Mahlzeiten. Nach Auffassung mancher Ausleger ist hier nur an gemeinsame Mahlzeiten zu denken und nicht auch an die Abendmahlsfeier. waren von überschwänglicher Freude und aufrichtiger Herzlichkeit geprägt. 47Sie priesen Gott ´bei allem, was sie taten,` und standen beim ganzen Volk in hohem Ansehen. Und jeden Tag rettete der Herr weitere Menschen, sodass die Gemeinde immer größer wurde.2,47 W Und jeden Tag fügte der Herr die, die gerettet wurden, zu ihrer Schar hinzu.

3

Heilung eines Gelähmten durch Petrus und Johannes

31Eines Tages geschah Folgendes: Gegen drei Uhr, zur Zeit des Nachmittagsgebets3,1 Die Zeiten des täglichen Morgen- bzw. Abendopfers im Tempel (2. Mose 29,38-42; 4. Mose 28,3.4) waren zugleich Zeiten des öffentlichen Gebets., gingen Petrus und Johannes zum Tempel hinauf. 2´Um dieselbe Zeit` brachte man einen Mann, der von Geburt an gelähmt war, zu dem Tor des Tempels, das die »Schöne Pforte« genannt wurde3,2 Möglicherweise das Nikanor-Tor, das vom »Vorhof der Heiden« zum Frauenvorhof führte.. Wie jeden Tag ließ der Gelähmte sich dort hinsetzen3,2 2 An dem Tor des Tempels, das die »Schöne Pforte« genannt wurde, saß ein Mann, der von Geburt an gelähmt war. Wie jeden Tag hatte er sich dort hintragen lassen., um von den Tempelbesuchern eine Gabe zu erbitten. 3Als er nun Petrus und Johannes sah, die eben durch das Tor3,3 W in den Tempel. gehen wollten, bat er sie, ihm etwas zu geben. 4Die beiden blickten ihn aufmerksam an, und Petrus sagte: »Sieh uns an!« 5Der Mann sah erwartungsvoll zu ihnen auf; er hoffte, etwas von ihnen zu bekommen. 6Da sagte Petrus zu ihm: »Silber habe ich nicht, und Gold habe ich nicht; doch was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen von Jesus Christus aus Nazaret – steh auf und geh umher!« 7Mit diesen Worten fasste er ihn bei der rechten Hand und half ihm, sich aufzurichten. Im selben Augenblick kam Kraft in die Füße des Gelähmten, und seine Gelenke wurden fest. 8Er sprang auf, und tatsächlich: Seine Beine trugen ihn; er konnte gehen! Der Mann folgte Petrus und Johannes in den inneren Tempelvorhof3,8 W in den Tempel., und immerfort lief er hin und her, hüpfte vor Freude und pries Gott. 9-10Die ganze Menschenmenge, ´die sich dort aufhielt,` wurde auf ihn aufmerksam. Als die Leute begriffen, dass der, der da hin- und hersprang und Gott lobte, niemand anders war als der Bettler, der sonst immer an der Schönen Pforte des Tempels gesessen hatte, waren sie außer sich vor Staunen über das, was mit ihm geschehen war.

Erneute Gelegenheit für Petrus, das Evangelium zu verkünden

11Der Geheilte wich Petrus und Johannes nicht mehr von der Seite, und als die Apostel in die so genannte Salomohalle3,11 Eine Säulenhalle auf der inneren Seite der Mauer, die den Tempelvorhof umschloss; die Halle war nach dem altisraelitischen König Salomo benannt. gingen, strömte das ganze Volk in heller Aufregung dort zusammen.

12Da nahm Petrus die Gelegenheit wahr, wandte sich an die Menge und sagte: »Ihr Leute von Israel, warum seid ihr so überrascht, dass dieser Mann auf einmal gehen kann? Warum staunt ihr uns an, als hätten wir das mit unserer Kraft und unserer Frömmigkeit zustande gebracht? 13Nein, der Gott unserer Väter3,13 Od der Gott, dem schon unsere Vorfahren dienten., der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat auf diese Weise die Macht und Herrlichkeit sichtbar werden lassen, die er seinem Diener3,13 Zur Bezeichnung von Jesus als »Diener Gottes« vergleiche Jesaja 52,13–53,12. Jesus verliehen hat3,13 Od 13 Der Gott unserer Väter … hat seinem Diener Jesus Macht und Herrlichkeit verliehen (durch die Auferweckung von den Toten). W Der Gott unserer Väter … hat seinen Diener Jesus verherrlicht. Zur Bezeichnung von Jesus als »Diener Gottes« vergleiche Jesaja 52,13–53,12. Das griechische Wort für Diener bedeutet auch Kind/Sohn (entsprechend in Vers 26 und in Kapitel 4,27.30)..

Ihr habt diesen Jesus an Pilatus ausgeliefert und habt auch dann noch auf seiner Verurteilung bestanden3,13 W und habt euch vor Pilatus von ihm losgesagt., als Pilatus entschied, ihn freizulassen. 14Ihr habt euch von dem Heiligen und Gerechten losgesagt und habt die Freigabe eines Mörders verlangt. 15Ihr habt den getötet, von dem alles Leben kommt3,15 Od der das Leben bringt. Od der über das Leben herrscht.. Aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt; dafür sind wir Zeugen.

16Und jetzt ist der Mann, den ihr hier seht und den ihr alle kennt, durch sein3,16 Od unser. Vertrauen auf den Namen Jesu und durch die Macht dieses Namens von seiner Lähmung geheilt worden. Der Glaube, den Jesus in ihm geweckt hat, hat ihn vollständig gesund gemacht; das könnt ihr alle bezeugen3,16 W gesund gemacht in der Gegenwart von euch allen..

17Nun, Geschwister, ich bin überzeugt, dass ihr nicht wirklich wusstet, was ihr getan habt, ´als ihr Jesus habt töten lassen,` und eure führenden Männer wussten es ebensowenig. 18Gott hatte durch alle Propheten angekündigt, dass der Messias, den er senden würde,3,18 W dass sein Messias/Christus. leiden und sterben müsse. Diese Voraussagen hat er durch das, was geschehen ist, in Erfüllung gehen lassen.

19Kehrt jetzt also um und wendet euch ihm, dem Herrn, zu, damit er die Schuld auslöscht, die ihr durch eure Verfehlungen auf euch geladen habt3,19 W damit eure Sünden ausgelöscht werden.. 20Dann wird er die ersehnte Zeit der Ruhe anbrechen lassen3,20 Od Dann wird er immer wieder eine Zeit der Ruhe kommen lassen. W Dann werden Zeiten der Ruhe kommen vom Angesicht des Herrn. und wird euch den senden, den er zu eurem Retter bestimmt hat3,20 W den er für euch bestimmt hat. – Jesus, den Messias3,20 Od Jesus Christus.. 21Zunächst allerdings ist Jesus, wie Gott es geplant hat, in den Himmel zurückgekehrt. Dort nimmt er den ihm gebührenden Platz ein3,21 W 21 Ihn muss allerdings der Himmel aufnehmen., bis die Zeit kommt, in der alles wiederhergestellt wird, wie Gott es3,21 Od in der alles verwirklicht wird, was Gott. schon seit langem durch seine heiligen Propheten angekündigt hat.

22Schon Mose hat gesagt: ›Einen Propheten wie mich wird der Herr, euer Gott, aus eurer Mitte berufen und als seinen Boten zu euch senden.3,22 ›Genauso, wie der Herr, euer Gott, mich gesandt hat, wird er wieder einen Propheten aus eurer Mitte berufen und als seinen Boten zu euch senden. W Einen Propheten wird euch Gott aus dem Kreis eurer Brüder erwecken wie mich. Auf ihn sollt ihr hören und alles befolgen, was er euch sagt. 23Wenn jemand nicht auf diesen Propheten hört, muss er aus dem Volk Gottes ausgeschlossen werden3,23 Od ausgeschlossen und getötet werden. 5. Mose 18,15-19; vergleiche 3. Mose 23,29..‹3,23 5. Mose 18,15-19; vergleiche 3. Mose 23,29. 24Genauso haben auch Samuel und alle Propheten, die auf ihn folgten, bei ihrer Verkündigung von dem gesprochen, was wir in diesen Tagen erleben3,24 W von diesen Tagen gesprochen.. 25Euch als den Nachkommen der Propheten gelten die Zusagen, die Gott durch sie gegeben hat, und ihr habt vollen Anteil an dem Bund, den er3,25 W 25 Ihr seid die Söhne der Propheten und des Bundes, den Gott. mit euren Vorfahren eingegangen ist. Denn als er diesen Bund schloss, sagte er zu Abraham: ›Durch deine Nachkommen3,25 Od Durch einen deiner Nachkommen (nämlich Jesus Christus; vergleiche Galater 3,16). werde ich alle Völker der Erde segnen.‹3,25 Siehe 1. Mose 12,3; 18,18; 22,18; 26,4; 28,14. 26Ihr seid daher die Ersten, zu denen Gott seinen Diener Jesus gesandt hat, als er ihn in die Welt kommen ließ3,26 Od nachdem er ihn von den Toten auferweckt hatte.. Jesus möchte euch segnen, und jeder von euch, der sich von seinen verkehrten Wegen abwendet, wird seinen Segen erfahren.3,26 Od Jesus möchte euch segnen, indem er jeden von euch dazu bringt, sich von seinen verkehrten Wegen abzuwenden.«

4

Einschüchterungsversuche des jüdischen Gerichtshofs

41Petrus und Johannes sprachen noch zu der Menge, als plötzlich einige Priester, der Kommandant der Tempelwache und eine Anzahl Sadduzäer auf sie zutraten, 2voll Zorn darüber, dass die Apostel ´es wagten`, vor dem Volk als Lehrer aufzutreten, und dass sie die Auferstehung Jesu bezeugten und damit verkündeten, die Toten würden auferstehen4,2 Die Sadduzäer glaubten nicht an eine Auferstehung der Toten (siehe Kapitel 23,8 und Lukas 20,27).. 3Sie nahmen die beiden fest, und weil es bereits Abend war, sperrten sie sie über Nacht ins Gefängnis.

4Doch viele von denen, die die Botschaft der Apostel gehört hatten, kamen zum Glauben ´an Jesus`, sodass die Zahl der Christen4,4 Od sodass nur schon die Zahl der gläubigen Männer. W sodass die Zahl der Menschen/Männer. auf etwa fünftausend anwuchs.4,4 um.

5Am nächsten Tag trat ´der Hohe Rat` in Jerusalem zu einer Sitzung zusammen. Neben den führenden Priestern4,5 Od den führenden Männern des Volkes., den Ratsältesten und den Gesetzeslehrern 6nahmen auch der Hohepriester Hannas sowie Kajafas, Johannes und Alexander daran teil; auch die übrigen Vertreter der hohepriesterlichen Familien waren vollzählig anwesend. 7Sie ließen Petrus und Johannes vorführen und begannen das Verhör. »Mit welcher Kraft und in wessen Namen habt ihr den Gelähmten geheilt4,7 W habt ihr das getan.?«, wollten sie wissen.

8Vom Heiligen Geist erfüllt, gab Petrus ihnen folgende Antwort: »Führer unseres Volkes! ´Verehrte` Ratsmitglieder4,8 W Älteste. AL(2) Älteste Israels.! 9Wenn wir uns heute dafür verantworten müssen, dass wir einem kranken Menschen Gutes getan haben, und wenn ihr uns fragt, auf welche Weise4,9 Od durch wen. er denn gesund geworden ist4,9 gesund werden: im Griechischen dasselbe Wort wie gerettet werden (Vers 12)., 10dann sollt ihr alle und das ganze israelitische Volk wissen: Es geschah im Namen von Jesus Christus aus Nazaret, den ihr habt kreuzigen lassen und den Gott von den Toten auferweckt hat. Seine Kraft hat bewirkt, dass4,10 W Durch ihn ist es geschehen, dass. dieser Mann hier gesund vor euch steht. 11Jesus Christus ist ›der Stein, den ihr, die Bauleute, voller Verachtung beiseite geschoben habt und der zum Eckstein geworden ist‹.4,11 Nach Psalm 118,22. 12Bei niemand anderem ist Rettung zu finden; unter dem ganzen Himmel ist uns Menschen kein anderer Name gegeben, durch den wir gerettet werden können.«

13Die Unerschrockenheit, mit der Petrus und Johannes sich verteidigten, machte großen Eindruck auf die Mitglieder des Hohen Rates, zumal es sich bei den beiden offensichtlich um einfache Leute ohne besondere Ausbildung in der Heiligen Schrift4,13 Od um einfache und ungelehrte Leute. handelte. Sie wussten, dass Petrus und Johannes mit Jesus zusammen gewesen waren, 14aber sie hatten nichts in der Hand, um ihnen zu widersprechen; denn der, der gelähmt gewesen war, stand bei den Aposteln, und jedermann konnte sehen, dass er geheilt war4,14 W denn sie sahen den Menschen bei ihnen stehen – den, der geheilt war..

15Sie ließen Petrus und Johannes aus dem Sitzungssaal führen4,15 Wahrscheinlich musste auch der Geheilte den Saal verlassen., um miteinander über das weitere Vorgehen zu beraten. 16»Wie sollen wir mit diesen Menschen verfahren?«, überlegten sie. »Es ist nun einmal unzweifelhaft ein Wunder durch sie geschehen, und alle Einwohner Jerusalems haben davon erfahren; daher hat es keinen Sinn, wenn wir die Heilung abstreiten. 17Doch darf sich ´die Botschaft von diesem Jesus4,17 Od die Nachricht von diesem Wunder.` auf keinen Fall noch weiter unter der Bevölkerung verbreiten. Deshalb wollen wir ihnen unter Strafandrohung verbieten, in Zukunft irgendeinem Menschen gegenüber seinen Namen auch nur zu erwähnen4,17 Od in Zukunft mit irgendeinem Menschen unter Berufung auf seinen Namen zu sprechen.

18Nachdem sie die Apostel wieder hereingerufen hatten, untersagten sie ihnen mit allem Nachdruck, jemals wieder öffentlich über Jesus zu sprechen oder unter Berufung auf seinen Namen als Lehrer aufzutreten. 19Aber Petrus und Johannes erwiderten: »Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, euch mehr zu gehorchen als ihm! 20Uns ist es auf jeden Fall unmöglich, nicht von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.«

21Die Ratsmitglieder drohten ihnen daraufhin noch einmal mit schwerwiegenden Konsequenzen und ließen sie dann gehen. Sie sahen vorerst keine Möglichkeit, die beiden zu bestrafen, ohne damit das Volk gegen sich aufzubringen4,21 W zu bestrafen, wegen des Volkes.; denn alle priesen Gott für das, was geschehen war. 22Immerhin war der Geheilte über vierzig Jahre alt, und dass jemand, der von Geburt an gelähmt gewesen war, nach so langer Zeit noch gesund wurde, war ein besonders eindrucksvoller Beweis für Gottes Macht.4,22 W Immerhin war der Mensch über vierzig Jahre alt, an dem dieses Zeichen der Heilung geschehen war.

Die Reaktion der Gemeinde: Gebet um Gottes Eingreifen

23Sobald Petrus und Johannes wieder auf freiem Fuß waren, gingen sie zu den Mitchristen4,23 W zu den eigenen Leuten. und berichteten ihnen, was die führenden Priester und die Ratsältesten zu ihnen gesagt hatten. 24Die Reaktion der Versammelten auf das, was sie hörten, war, dass sich alle gemeinsam und einmütig an Gott wandten. Mit lauter Stimme beteten sie: »Du großer Herrscher! Du bist es, der den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen hat, ´das ganze Universum` mit allem, was darin ist. 25Du bist es auch, der durch unseren Vater David, deinen Diener, geredet hat, als dieser, vom Heiligen Geist geleitet, sagte:

›Was soll das Aufbegehren der Nationen?

Was bringt es den Völkern, nutzlose Pläne zu schmieden?

26Die Könige dieser Welt haben sich zum Angriff bereitgemacht4,26 Od haben sich aufgelehnt.,

und die Machthaber haben sich miteinander verbündet

zum Kampf gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten.‹4,26 Psalm 2,1.2. Gesalbter: hebräisch-aramäisch Messias, griechisch Christus.

27Und so ist es tatsächlich gekommen: Hier in dieser Stadt haben sich Herodes und Pontius Pilatus zusammen mit den heidnischen Nationen und den Stämmen4,27 W Völkern. Israels gegen deinen heiligen Diener Jesus verbündet, den du gesalbt hast. 28Doch indem sie so vorgingen, ist genau das eingetreten, was du in deiner Macht vorherbestimmt hattest und was nach deinem Plan geschehen sollte4,28 W was deine Hand und dein Plan vorherbestimmt hatte, dass es geschehen sollte..

29Höre nun, Herr, wie sie uns drohen, und hilf uns als deinen Dienern4,29 Od und hilf deinen Dienern., furchtlos und unerschrocken deine Botschaft zu verkünden. 30Erweise deine Macht4,30 W Streck deine Hand aus., und lass durch den Namen deines heiligen Dieners Jesus Kranke geheilt werden und Wunder und außergewöhnliche Dinge geschehen!«

31Nachdem sie in dieser Weise gebetet hatten, bebte die Erde an dem Ort, an dem sie versammelt waren. Sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und verkündeten die Botschaft Gottes weiterhin frei und unerschrocken.

Die Einheit der Gemeinde: praktische Auswirkungen

32Die ganze Schar derer, die ´an Jesus` glaubten, hielt fest zusammen; alle waren ein Herz und eine Seele. Nicht ein Einziger betrachtete irgendetwas von dem, was ihm gehörte, als sein persönliches Eigentum; vielmehr teilten sie alles miteinander, was sie besaßen. 33Vollmächtig und kraftvoll bezeugten die Apostel, dass Jesus der auferstandene Herr ist4,33 W bezeugten die Apostel die Auferstehung von Jesus, dem Herrn.. Und die ganze Gemeinde erlebte Gottes Gnade in reichem Maß.4,33 Od Und die ganze Gemeinde stand bei der Bevölkerung in hohem Ansehen. W Und große Gnade/Gunst war auf ihnen allen. 34Es gab unter ihnen auch niemand, der Not leiden musste. Denn ´wenn die Bedürfnisse es erforderten,` verkauften diejenigen, die ein Grundstück oder ein Haus besaßen, ihren Besitz und stellten den Erlös ´der Gemeinde` zur Verfügung, 35indem sie das Geld vor den Aposteln niederlegten. Davon wurde dann jedem das zugeteilt, was er nötig hatte.

36´Einer von denen, die den Bedürftigen in dieser Weise halfen, war` Josef, ein Levit von Zypern4,36 Od ein Levit, dessen Familie von Zypern stammte., den die Apostel Barnabas nannten (Barnabas bedeutet: »der, der andere ermutigt«4,36 W »Sohn der Tröstung«.). 37Josef verkaufte ein Stück Land, das ihm gehörte, und stellte das Geld, das er dafür bekam, ´der Gemeinde` zur Verfügung, indem er es vor den Aposteln niederlegte.