Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Die Schiffsreise nach Rom: Mühevoller Beginn …

271Als es dann so weit war, dass wir27,1 Beginn des dritten »Wir-Berichtes« (siehe die Anmerkung zu Kapitel 16,10). nach Italien abreisen sollten27,1 Od Da es nun also beschlossen war, dass wir nach Italien reisen sollten. Od Nachdem dann festgelegt worden war, wann wir nach Italien abreisen sollten. Nachdem dann beschlossen worden war, dass wir mit dem Schiff nach Italien reisen sollten (häufig wurde auch der Landweg benutzt)., wurden Paulus und einige andere Gefangene einem ´römischen` Offizier übergeben, einem Hauptmann namens Julius, dessen Regiment den Ehrentitel »Kaiserliches Regiment« trug27,1 W einem Hauptmann namens Julius von der Kaiserlichen Kohorte.. 2Wir gingen an Bord eines Schiffes aus Adramyttium, das die Küstenstädte der Provinz Asien anlief, und stachen in See. Aristarch, ein Mazedonier aus Thessalonich, begleitete uns. 3Am folgenden Tag legten wir in Sidon an. Julius behandelte Paulus sehr zuvorkommend und erlaubte ihm, seine Freunde aufzusuchen, um sich von ihnen mit allem Nötigen versorgen zu lassen27,3 Od um sich bei ihnen ´von den Strapazen der Haft` zu erholen.. 4Wieder auf See, zwang uns ein heftiger Gegenwind27,4 Der im Sommer vorherrschende West- oder Nordwestwind., im Schutz der Küste von Zypern weiterzusegeln27,4 Also entlang der Ostseite der Insel (statt an der Küste des Festlands; nach anderer Auffassung: statt auf der kürzeren Route südlich von Zypern).. 5Als wir dann das offene Meer vor Zilizien und Pamphylien durchquert hatten, legten wir in Myra in Lyzien an.

6In Myra fand unser Hauptmann ein Schiff aus Alexandria, das auf dem Weg nach Italien war und auf das er uns umsteigen ließ. 7Viele Tage lang machten wir nur wenig Fahrt, und als wir schließlich mit großer Mühe bis auf die Höhe von Knidos gekommen waren, gelang es uns wegen des starken Windes nicht, dort anzulegen27,7 Od nicht mehr, weiterzukommen.. Statt dessen nahmen wir Kurs auf Kreta, steuerten am Kap Salmone vorbei und segelten auf der dem Wind abgekehrten Ostseite an der Insel entlang. 8Mit größter Mühe ging es dann an ´der Südküste von` Kreta weiter, bis wir schließlich einen Ort namens Kaloi Limenes27,8 »Gute Häfen«. erreichten, einen Hafen, der nicht weit von der Stadt Lasäa entfernt ist.

9Inzwischen war viel ´kostbare` Zeit verstrichen; sogar der ´jüdische` Fastentag27,9 Der Große Versöhnungstag (Jom Kippur; 3. Mose 16,29-31; 23,26-32), der im Jahr 59 n. Chr. (so die wahrscheinlichste Datierung dieser Schiffsreise) auf einen besonders späten Zeitpunkt fiel (Anfang Oktober). war schon vorüber, und ´so spät im Herbst` war die Schifffahrt mit hohen Risiken verbunden.27,9 Von Mitte September an war die Schifffahrt auf dem Mittelmeer zunehmend gefährlich; im Winter wurde sie völlig eingestellt. Deshalb warnte Paulus die Besatzung. 10»Männer«, sagte er, »ich sehe große Gefahren auf uns zukommen, wenn wir die Reise fortsetzen. Wir riskieren nicht nur den Verlust der Ladung und des Schiffes, sondern setzen auch unser eigenes Leben aufs Spiel.« 11Doch der Hauptmann schenkte den Worten des Steuermanns und des Schiffseigentümers27,11 Der Schiffseigner reiste gewöhnlich mit und nahm dabei die Aufgabe eines Kapitäns wahr. mehr Vertrauen als dem, was Paulus sagte. 12Und da der Hafen von Kaloi Limenes zum Überwintern wenig geeignet war, sprach sich fast die gesamte Mannschaft dafür aus, noch einmal in See zu stechen. Man wollte versuchen, bis nach Phönix zu kommen, einem ebenfalls auf Kreta gelegenen Hafen, der nur nach Südwesten und Nordwesten hin offen ist27,12 der gegen den Südwest- und Nordwestwind geschützt ist. ´und daher besseren Schutz bietet27,12 Nämlich vor den gefährlichen Ost- und Nordostwinden des Winters (vergleiche Vers 14).`. Dort wollte man dann den Winter über bleiben.

… Irrfahrt im Sturm

13Als nun ein leichter Südwind einsetzte27,13 Sodass also keine Gefahr bestand, von der Küste abgetrieben zu werden., sahen sich die Seeleute in ihrem Vorhaben bestätigt. Sie lichteten die Anker und fuhren so dicht wie möglich an der Küste Kretas entlang. 14Doch es dauerte nicht lange, da brach von den Bergen der Insel her ein orkanartiger Sturm über uns herein, der gefürchtete Nordost27,14 Griechisch Eurakýlon. Nach einer weniger gut bezeugten Lesart handelte es sich um den Euroklýdon, einen Südostwind; in diesem Fall wäre das Schiff an die Westküste Griechenlands getrieben worden (siehe die Anmerkung zu Kapitel 28,1).. 15Das Schiff wurde mitgerissen, und alle Versuche, es zu drehen und gegen den Wind zu segeln, waren vergeblich27,15 Od und jeder Versuch … wäre sinnlos gewesen.. Wir mussten das Schiff dem Sturm preisgeben und uns treiben lassen. 16Als wir dann ´eine Zeitlang` im Schutz einer kleinen Insel namens Kauda dahintrieben, gelang es uns – wenn auch nur mit größter Mühe –, das Beiboot27,16 das gewöhnlich im Schlepptau fuhr. unter Kontrolle zu bringen 17und an Deck zu holen. Außerdem trafen die Seeleute verschiedene Schutzvorkehrungen: Sie spannten Taue um den Schiffsrumpf, ´um ihn vor dem Auseinanderbrechen zu bewahren`; und weil sie fürchteten, in die Große Syrte27,17 Wegen unberechenbarer Strömungen und wandernder Sandbänke gefürchtete Bucht an der nordafrikanischen Küste. ´mit ihren Sandbänken` verschlagen zu werden, brachten sie den Treibanker aus27,17 Od holten sie alles entbehrliche Takelwerk herunter. holten sie das Hauptsegel ein. und verlangsamten dadurch das Abdriften27,17 W und auf diese Weise trieben wir dahin.. 18Weil uns der Sturm weiterhin mit unverminderter Gewalt zusetzte, warfen die Seeleute am nächsten Tag einen Teil der Ladung über Bord. 19Und wieder einen Tag später beförderten sie sogar Teile der Schiffsausrüstung27,19 Od des Takelwerks. eigenhändig ins Meer. 20Tagelang waren weder die Sonne noch die Sterne zu sehen, ´sodass keinerlei Orientierung möglich war,` und das Unwetter tobte so heftig, dass wir zuletzt jede Hoffnung auf Rettung aufgaben.

… Ermutigung der Besatzung durch Paulus

21Niemand war mehr imstande, etwas zu essen27,21 Od Während langer Zeit hatte niemand mehr etwas gegessen., bis Paulus schließlich vor die Schiffsmannschaft27,21 Od vor die Schiffsinsassen. trat und sagte: »Ihr Männer! Man hätte auf mich hören und nicht mehr weiterfahren sollen, nachdem wir einmal auf Kreta angelegt hatten; dann wären wir gar nicht erst in diese Gefahr geraten, und all der Schaden wäre uns erspart geblieben. 22Aber nachdem jetzt alles so gekommen ist, fordere ich euch auf: Lasst den Mut nicht sinken! Denn nicht ein Einziger von euch wird umkommen; nur das Schiff ist verloren. 23Letzte Nacht trat nämlich ein Engel des Gottes, dem ich gehöre und dem ich diene, zu mir 24und sagte: ›Paulus, du brauchst dich nicht zu fürchten! ´Gott hat bestimmt, dass` du vor dem Kaiser erscheinen sollst, und deinetwegen wird er allen, die mit dir auf dem Schiff sind, das Leben schenken27,24 W und sieh, Gott hat dir alle geschenkt, die mit dir auf dem Schiff sind..‹ 25Fasst also wieder Mut, Männer! Denn ich vertraue Gott und bin überzeugt, dass alles so kommen wird, wie es mir ´durch den Engel` gesagt wurde. 26Wir werden – so hat Gott es bestimmt – vor einer Insel stranden.27,26 Od 26 Eins allerdings wird uns nicht erspart bleiben: Wir werden vor einer Insel stranden. W 26 Wir müssen vor einer Insel stranden.«

… Schiffbruch und Rettung

27So kam schließlich die vierzehnte Nacht, in der wir auf dem Adriatischen Meer27,27 Der Begriff bezeichnete damals neben der heutigen Adria auch das Ionische Meer (zwischen Griechenland und Süditalien). dahintrieben. Gegen Mitternacht meinten die Seeleute plötzlich, Anzeichen dafür zu entdecken, dass wir uns einer Küste näherten27,27 W meinten die Seeleute, dass sich ihnen Land näherte.. 28Sie warfen das Lot aus und maßen ´eine Wassertiefe von` zwanzig Faden27,28 Etwa 37 m (1 Faden = 1,85 m).. Kurze Zeit später warfen sie das Lot noch einmal aus und maßen fünfzehn Faden27,28 Knapp 28 m.. 29Jetzt packte sie die Angst, wir könnten irgendwo ´vor der Küste` auf ein Riff auflaufen. Sie warfen vom Heck des Schiffes vier Anker aus und wünschten sehnlichst den Tag herbei. 30´In ihrer Verzweiflung` machten sie sogar einen Versuch, das Schiff zu verlassen und zu fliehen. Unter dem Vorwand, sie wollten auch vom Bug aus Anker ausbringen, ließen sie das Beiboot zu Wasser.27,30 Ein Schiff, das bereits vor Anker lag, konnte zusätzlich gesichert werden, indem man weitere Anker mit Hilfe des Beibootes vom Schiff wegzog, in einiger Entfernung versenkte und die Ankertaue dann vom Schiff aus straff spannte. 31Doch Paulus warnte den Hauptmann und die Soldaten: »Wenn diese Männer nicht auf dem Schiff bleiben, habt ihr keine Chance, gerettet zu werden!« 32Da kappten die Soldaten die Taue des Beibootes und ließen es davontreiben27,32 Od hinunterfallen..

33Noch bevor es hell wurde, wandte sich Paulus an alle, ´die auf dem Schiff waren,` und bat sie eindringlich, etwas zu essen. »Heute ist schon der vierzehnte Tag«, sagte er, »den ihr in Anspannung und Ungewissheit zubringt27,33 W den ihr mit (ängstlichem) Warten zubringt., und während der ganzen Zeit habt ihr keine richtige Mahlzeit27,33 Od nicht das kleinste Bisschen Nahrung. zu euch genommen. 34Deshalb fordere ich euch jetzt dringend auf, etwas zu essen; ihr müsst euch stärken, wenn ihr gerettet werden wollt27,34 Od etwas zu essen und euch damit für die bevorstehende Rettung zu stärken. W etwas zu essen, denn das ist zu eurer Rettung nötig / dient zu eurer Rettung.. ´Ich versichere euch, dass` keiner von euch auch nur ein Haar von seinem Kopf verlieren wird.« 35Mit diesen Worten nahm er ein Brot, dankte Gott vor allen dafür, brach ein Stück davon ab27,35 Od brach es in Stücke. und begann zu essen. 36Da bekamen alle neuen Mut und fingen ebenfalls an zu essen. 37Insgesamt befanden sich 276 Personen an Bord. 38Als alle satt waren, schüttete man die restliche Getreideladung ins Meer, um das Schiff so leicht wie möglich zu machen.

39Endlich wurde es Tag, doch die Küste, ´die die Seeleute nun vor sich sahen,` war ihnen unbekannt. Als sie eine Bucht mit einem flachen Strand entdeckten, wollten sie versuchen, das Schiff dort auf Grund zu setzen. 40Sie kappten die Ankertaue, sodass die Anker im Meer zurückblieben, und lösten zugleich die Taue, mit denen man die beiden Steuerruder während des Sturms festgebunden hatte27,40 W und lösten zugleich die Haltetaue der Steuerruder.. Dann hissten sie das Vorsegel vor den Wind und hielten auf den Strand zu. 41Doch dabei geriet das Schiff auf eine Sandbank27,41 Od Landzunge. und lief auf Grund, ohne dass sie etwas dagegen tun konnten27,41 W und sie ´mussten` es auf Grund laufen lassen.. Der Bug bohrte sich so tief ´in den Sand` ein, dass er unbeweglich festsaß, während das Heck unter der Wucht der Wellen nach und nach auseinander brach.

42Da beschlossen die Soldaten, die Gefangenen zu töten, damit keiner von ihnen an Land schwimmen und entkommen konnte.27,42 Die Soldaten hatten mit schwerer Bestrafung zu rechnen, wenn sie die Gefangenen lebend entkommen ließen. 43Doch der Hauptmann, der Paulus das Leben retten wollte, hielt sie von ihrem Vorhaben ab. Er befahl, dass zunächst einmal diejenigen, die schwimmen konnten, über Bord springen und versuchen sollten, das Ufer zu erreichen. 44Die Übrigen sollten auf Planken und anderen Wrackteilen27,44 auf Planken oder auf dem Rücken von Seeleuten. folgen. So kam es, dass alle ´unversehrt blieben und` sich an Land retten konnten.

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Auf der Insel Malta

281Nach unserer Rettung fanden wir heraus, dass es sich bei der Insel, ´auf die es uns verschlagen hatte,` um Malta28,1 Griechisch Melite; wahrscheinlich das heutige Malta. Nach anderer Auffassung handelt es sich um die dalmatische Insel Mljet oder um die westgriechische Insel Kephallenia (siehe die Anmerkung zu Kapitel 27,14). handelte. 2Die Bewohner der Insel – sie sprachen nicht Griechisch28,2 W Die Barbaren (d. h. die unverständlich sprechenden Fremden/Nichtgriechen). Ihre Sprache, ein phönizischer Dialekt, war der hebräisch-aramäischen Muttersprache von Paulus möglicherweise so ähnlich, dass er sie verstehen konnte. Vielleicht verständigten sich die Inselbewohner auch auf Lateinisch mit den Schiffbrüchigen. – waren überaus freundlich zu uns: Sie machten ´im Freien` ein Feuer und luden uns alle ein, uns daran zu wärmen28,2 W und holten uns alle zu sich., denn es hatte angefangen zu regnen28,2 denn es drohte zu regnen., und es war kalt.

3Paulus trug ein Bündel Reisig zusammen und wollte es gerade in die Flammen werfen, da schoss – aufgescheucht von der Hitze – eine giftige Schlange aus dem Reisig28,3 Od aus dem brennenden Holzstoß. hervor und biss sich an seiner Hand fest. 4Als die Inselbewohner die Schlange an seiner Hand hängen sahen, blickten sie einander ´entsetzt` an. »Dieser Mensch muss ein Mörder sein!«, sagten sie. »Aus dem Meer hat er sich noch retten können, doch jetzt fordert die Göttin der Vergeltung28,4 Od die göttliche Gerechtigkeit. endgültig sein Leben.« 5Paulus schüttelte das Tier ab, sodass es ins Feuer fiel; es war ihm nicht das Geringste geschehen. 6Die Leute warteten darauf, dass sein Körper anschwellen oder dass Paulus plötzlich tot umfallen würde. Nachdem sie ihn jedoch längere Zeit beobachtet hatten und feststellten, dass nichts Ungewöhnliches mit ihm geschah, änderten sie mit einem Mal ihre Meinung und sagten, Paulus sei ein Gott.

7In der Nähe jener Stelle, ´an der wir gestrandet waren,` befand sich ein Gut mit ausgedehnten Ländereien, das dem obersten Regierungsbeamten28,7 Od dem Angesehensten unter den Bewohnern. der Insel gehörte, einem Mann namens Publius. Dieser nahm uns freundlich bei sich auf, und wir waren für drei Tage seine Gäste. 8Der Vater des Publius hatte damals gerade die Ruhr und lag mit hohem Fieber im Bett. Paulus ging zu ihm ins Zimmer, betete mit ihm und legte ihm die Hände auf; da wurde der Kranke gesund28,8 W auf diese Weise heilte er ihn.. 9Jetzt kamen auch die anderen Inselbewohner, die an einer Krankheit litten, und alle wurden geheilt. 10Die Folge war, dass wir mit Geschenken überschüttet wurden28,10 Od dass uns in vielfältiger Weise Ehre erwiesen wurde., und als wir Malta wieder verließen, gab man uns alles mit, was wir für die Weiterreise brauchten.

Weiterreise und Ankunft in Rom

11Nach drei Monaten setzten wir unsere Reise fort, und zwar mit einem Schiff aus Alexandria, dessen Galionsfigur28,11 Geschnitzte Figur (oder aufgemaltes Bild) am Bug des Schiffes. die Dioskuren28,11 W die »Zeus-Söhne«, nämlich die Zwillingsbrüder Kastor und Pollux, die in der Antike als Schutzpatrone der Seefahrt verehrt wurden. waren und das den Winter über in einem Hafen der Insel gelegen hatte. 12Wir liefen Syrakus an, wo wir einen dreitägigen Aufenthalt hatten. 13Dann lichteten wir erneut die Anker und fuhren nach Rhegion.28,13 Od 13 Von dort ging es nach Rhegion; allerdings mussten wir ´wegen des ungünstigen Windes` in einem Bogen fahren / einen Zickzackkurs steuern. Od Von dort ging es in einem Bogen ´an der Küste von Sizilien` weiter und dann nach Rhegion. Einen Tag, nachdem wir dort angelegt hatten, kam Südwind auf, sodass wir dann nur noch zwei Tage benötigten, um Puteoli zu erreichen. 14Hier trafen wir Christen28,14 W Geschwister. Ebenso im nächsten Vers., die uns zu sich einluden und bei denen wir eine Woche blieben28,14 W die uns baten, sieben Tage zu bleiben..

Und dann kamen wir nach Rom. 15Die Christen dort hatten von unserer Ankunft in Puteoli gehört28,15 W hatten von dem, was uns betraf, gehört. und kamen uns bis Tres Tabernae28,15 »Drei Wirtshäuser«, ca. 50 km südlich von Rom., zum Teil sogar bis Forum Appii28,15 »Marktplatz des Appius«, ca. 65 km von Rom entfernt. entgegen. Als Paulus sie sah, dankte er Gott und fasste neuen Mut. 16In Rom angekommen28,16 W Als wir in Rom ankamen. Hier endet der dritte und letzte Wir-Bericht (siehe die Anmerkung zu Kapitel 16,10)., erhielt er die Erlaubnis, in eine eigene Wohnung zu ziehen, allerdings unter ständiger Bewachung durch einen Soldaten28,16 an den er gefesselt war (vergleiche Vers 20)..

Begegnung mit den Repräsentanten der Judenschaft von Rom

17Bereits nach drei Tagen lud Paulus die führenden Juden ´der Stadt` zu einem Treffen bei sich ein. Als alle zusammengekommen waren, sagte er zu ihnen: »Lasst mich euch etwas in eigener Sache mitteilen, meine Brüder! Ich habe nichts getan28,17 W »Ich (d. h. Was mich betrifft), meine Brüder, ich habe nichts getan., was gegen unser Volk gerichtet wäre oder gegen die Vorschriften des Gesetzes28,17 Od gegen die Sitten. verstoßen würde, das uns von unseren Vorfahren her überliefert ist. Trotzdem wurde ich, als ich in Jerusalem war, festgenommen und an die römischen Besatzungstruppen28,17 W und in die Hände der Römer. ausgeliefert. 18Die Römer verhörten mich und wollten mich dann wieder freilassen, weil nichts gegen mich vorlag, was die ´von jüdischer Seite geforderte` Todesstrafe gerechtfertigt hätte. 19Doch als die Juden Einspruch erhoben, sah ich mich gezwungen zu verlangen, dass mein Fall vor den Kaiser kommt28,19 W gezwungen, mich auf den Kaiser zu berufen.. Ich tat es also keineswegs in der Absicht, mein Volk wegen irgendeiner Sache anzuklagen. 20Das ist es, was ich euch sagen wollte; ich habe euch hergebeten, um persönlich mit euch darüber zu sprechen28,20 Od ich habe gebeten, persönlich mit euch darüber sprechen zu dürfen.. Dass ich, wie ihr seht, gefesselt bin, hat letztlich nur einen einzigen Grund: Ich bin der festen Überzeugung, dass das eintrifft, worauf ganz Israel hofft.28,20 Gemeint ist wahrscheinlich sowohl die Auferstehungshoffnung (vergleiche Kapitel 23,6; 24,15; 26,6-8) als auch die damit zusammenhängende Hoffnung auf den Messias (vergleiche Jeremia 14,8; 17,13).«

21Die Juden erwiderten: »Wir haben aus Judäa keinen Brief erhalten, der uns vor dir gewarnt hätte28,21 Od in dem von dir die Rede gewesen wäre., und es ist ´von dort` auch kein Bruder hierher gekommen, um uns offiziell oder in einem privaten Gespräch etwas Negatives über dich mitzuteilen. 22Trotzdem halten wir es für angebracht, dass du uns darlegst, was für Ansichten du vertrittst. Denn es ist uns bekannt, dass diese Glaubensrichtung überall auf Widerspruch stößt.«

23Sie machten mit Paulus ein weiteres Treffen ab und kamen an dem vereinbarten Tag in noch größerer Zahl als das erste Mal28,23 Od in großer Zahl. zu ihm in seine Unterkunft. Den ganzen Tag über, vom Morgen bis zum Abend, verkündete und erklärte Paulus ihnen die Botschaft von Gottes Reich und versuchte sie – ausgehend vom Gesetz des Mose und von den Schriften der Propheten – davon zu überzeugen, dass Jesus der Messias ist28,23 W von Jesus zu überzeugen.. 24Ein Teil von ihnen ließ sich tatsächlich durch seine Worte überzeugen; die anderen waren nicht bereit, ihm Glauben zu schenken.

25Untereinander zutiefst uneins brachen sie schließlich wieder auf. Das letzte, was Paulus ihnen sagte, war Folgendes28,25 W wieder auf, als Paulus noch das eine Wort sagte / nachdem Paulus noch das eine Wort gesagt hatte.: »Wie zutreffend ist das, was der Heilige Geist durch den Propheten Jesaja zu euren Vorfahren gesagt hat! 26›Geh zu diesem Volk‹, befahl er Jesaja, ›und sage zu ihnen:

´Hört zu, so viel ihr wollt – ihr werdet doch nichts verstehen.

Seht hin, so lange ihr mögt – ihr werdet doch nichts erkennen.`

27Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt,

ihre Ohren sind verstopft,

und ihre Augen halten sie geschlossen.

Sie wollen28,27 Od sollen. mit ihren Augen nichts sehen,

mit ihren Ohren nichts hören

und mit ihrem Herz nichts verstehen

und wollen28,27 Od sollen. nicht umkehren

und sich nicht von mir heilen lassen.‹28,27 Jesaja 6,9.10 (nach der Septuaginta).«

28»Ihr sollt daher wissen«, fügte Paulus hinzu, »dass das Heil, das Gott uns schenkt, jetzt auch den nichtjüdischen Völkern verkündet wird28,28 W dass dieses Heil Gottes zu den nichtjüdischen Völkern gesandt worden ist., und bei ihnen wird seine Botschaft offene Ohren finden.«28,28 Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hier Vers 29 an: Als Paulus das gesagt hatte, gingen die Juden heftig miteinander diskutierend weg.

Das Evangelium in Rom: eine Schlussbilanz

30Paulus blieb zwei volle Jahre in der von ihm gemieteten Wohnung und durfte dort so viele Besucher empfangen, wie er wollte28,30 Od und durfte dort alle empfangen, die ihn besuchen wollten.. 31Er verkündete ihnen die Botschaft vom Reich Gottes und lehrte sie alles über Jesus Christus, den Herrn. Er tat es frei und offen und wurde von niemand daran gehindert.