Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
24

Der Anwalt Tertullus erhebt Anklage gegen Paulus

241Fünf Tage später kam der Hohepriester Hananias zusammen mit einigen Ratsältesten und einem Anwalt namens Tertullus ´nach Cäsarea`, um beim Gouverneur Anklage gegen Paulus zu erheben. 2Nachdem man Paulus ´aus dem Gefängnis` geholt hatte, begann Tertullus seine Anklagerede: »Hochverehrter Felix! Dir kommt das Verdienst zu, dass wir nun schon so lange in Ruhe und Frieden leben, und deiner umsichtigen Amtsführung verdanken wir zahlreiche Reformen zum Wohl unseres Volkes. 3Immer und überall sprechen wir davon mit Anerkennung und tiefer Dankbarkeit. 4Doch um deine kostbare Zeit nicht unnötig in Anspruch zu nehmen, ´will ich möglichst rasch zur Sache kommen und` bitte dich, uns für einen kurzen Augenblick deine wohlwollende Aufmerksamkeit zu schenken. 5Der Grund für unser Erscheinen ist Folgender: Wir haben festgestellt, dass dieser Mann hier gefährlich ist wie die Pest. Er ist der führende Kopf der Nazarener-Sekte24,5 Verächtliche Bezeichnung der Anhänger des aus Nazaret in Galiläa stammenden »Nazareners« Jesus., und überall in der Welt stürzt er die Juden in Verwirrung, sodass es zu Unruhen und Auseinandersetzungen kommt24,5 W und er erregt Zwistigkeiten/Unruhen zum Schaden aller Juden in der Welt.. 6Und damit nicht genug: Er hat sogar versucht, den Tempel zu entweihen! ´Um das zu verhindern,` haben wir ihn ´ohne zu zögern` festgenommen.24,6 Eine weniger gut bezeugte Lesart fügt hier die Verse 6b, 7 und 8a an: 6b Wir wollten ihm nach unserem eigenen Gesetz das Urteil sprechen. 7 Doch Kommandant Lysias trat mit einem großen Aufgebot an Soldaten (w mit großer Gewalt) dazwischen und entriss ihn uns. 8a Und die Ankläger wies er an, sich ´mit ihren Beschuldigungen` an dich zu wenden. 8Wenn du ihn verhörst, kannst du dir anhand seiner Aussagen selbst ein Urteil bilden und wirst feststellen, dass die Anschuldigungen, die wir gegen ihn vorbringen, in jedem Punkt zutreffen.« 9Die ´mitgereisten` Juden unterstützten Tertullus mit allem Nachdruck und erklärten, seine Ausführungen würden den Tatsachen entsprechen.

Paulus verteidigt sich

10Nun forderte der Gouverneur Paulus durch ein Zeichen24,10 W durch Zunicken. auf, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. »Seit vielen Jahren«, begann Paulus, »bist du für die Rechtsprechung in unserem Volk zuständig. Das zu wissen gibt mir Mut und lässt mich meine Sache voll Zuversicht verteidigen. 11Ich war nach Jerusalem gereist, um dort ´im Tempel` zu beten, und verbrachte nicht mehr als zwölf Tage in der Stadt, wie du selbst leicht nachprüfen kannst. 12Niemand hat mich in dieser Zeit dabei angetroffen, dass ich eine Diskussion mit jemand geführt oder gar das Volk aufgehetzt hätte – weder im Tempel noch in einer der Synagogen, noch sonst irgendwo in der Stadt. 13Für keine der Beschuldigungen, die hier gegen mich vorgebracht werden, können meine Ankläger dir auch nur den geringsten Beweis liefern.

14Zu jener neuen Glaubensrichtung24,14 W Zu jenem Weg. allerdings, die sie als sektiererisch bezeichnen, bekenne ich mich frei und offen. Denn ich kann dir versichern, dass ich gerade auf diese Weise dem Gott diene, dem schon unsere Vorfahren dienten, und dass ich ´nach wie vor` an alles glaube, was im Gesetz ´des Mose` und in den Schriften der Propheten steht. 15Weil ich auf Gott vertraue, habe ich auch die feste Hoffnung – eine Hoffnung, die ich mit meinen Anklägern teile –, dass alle Menschen vom Tod auferstehen werden, sowohl die, die sich nach Gottes Willen richten, als auch die, die sich gegen Gott auflehnen24,15 W sowohl die Gerechten als auch die Ungerechten.. 16Aus diesem Grund bemühe ich mich auch darum, mich in jeder Situation so zu verhalten, dass ich vor Gott und vor den Menschen ein reines24,16 W unversehrtes. Gewissen habe.

17Nachdem ich nun mehrere Jahre ´im Ausland` verbracht hatte, bin ich ´nach Jerusalem` zurückgekommen, um meinem Volk eine Geldspende24,17 Od um meinem Volk eine Geldspende zugunsten der Armen. zu übergeben und Gott Opfer darzubringen. 18Als ich mich wegen der Opfer im Tempel aufhielt, sahen mich dort einige Leute, ´die mir feindlich gesinnt sind`. Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass ich mich der vorgeschriebenen Reinigung bereits unterzogen hatte und dass ich von keiner Menschenmenge umringt und in keinen Tumult verwickelt war. 19Es handelt sich bei jenen Leuten um einige Juden aus der Provinz Asien, und eigentlich hätten sie heute vor dir erscheinen und ihre Anklage vorbringen müssen, falls sie mir etwas vorzuwerfen haben. 20´Weil sie nun aber nicht unter uns sind,` sollen doch diese Männer hier einmal klar und deutlich sagen, was für ein Vergehen sie mir nachweisen konnten, als ich vor dem Hohen Rat verhört wurde. 21Es könnte höchstens jener eine Satz sein, den ich damals in die Versammlung hineinrief: ›Ich stehe heute vor Gericht und werde von euch angeklagt, weil ich an die Auferstehung der Toten glaube24,21 W angeklagt wegen der Auferstehung der Toten. Kapitel 23,6.!‹24,21 Kapitel 23,6.«

Hafterleichterung

22Felix, der über die neue Glaubensrichtung24,22 W über den Weg. ziemlich genau Bescheid wusste, beschloss daraufhin, die Verhandlung zu vertagen. »Wenn Kommandant Lysias hierherkommt«, teilte er den Anwesenden mit, »werde ich den Fall nochmals genau untersuchen und dann eine Entscheidung treffen.« 23Den zuständigen Offizier wies er an, Paulus zwar weiterhin in Gewahrsam zu halten, ihm jedoch Hafterleichterung zu gewähren und keinen seiner Freunde daran zu hindern, sich um sein Wohlergehen zu kümmern24,23 W ihm zu dienen..

Paulus vor dem Gouverneursehepaar. Verschleppung des Prozesses

24Einige Tage danach kam es erneut zu einer Begegnung zwischen Felix und Paulus. Diesmal war der Gouverneur in Begleitung seiner Frau24,24 Od Einige Tage danach begab sich Felix ins Gefängnis (od kehrte Felix von einer Reise zurück). Diesmal war der Gouverneur in Begleitung seiner Frau. W Einige Tage danach kam Felix mit seiner Frau. Drusilla, einer Jüdin, und er ließ Paulus zu sich kommen, weil er von ihm noch mehr über den Glauben an Jesus Christus erfahren wollte. 25Doch als Paulus die Rede dann auf Gerechtigkeit24,25 Od auf ein Leben nach Gottes Willen/Geboten. und Selbstbeherrschung brachte und vom künftigen Gericht sprach, bekam Felix es mit der Angst zu tun. Er unterbrach Paulus und sagte: »Für diesmal ist es genug; du kannst jetzt gehen. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, lasse ich dich wieder einmal rufen.« 26Gleichzeitig hoffte Felix allerdings auch, von Paulus Bestechungsgelder zu bekommen. Deshalb ließ er von Zeit zu Zeit nach ihm schicken, um sich mit ihm zu unterhalten.

27Zwei Jahre, nachdem Paulus festgenommen worden war,24,27 Nach zweijähriger Amtszeit. W Als zwei Jahre erfüllt waren. wurde Felix in seinem Gouverneursamt von Porzius Festus abgelöst. Und weil Felix den Juden einen Gefallen erweisen wollte, um bei ihnen in einem günstigen Licht zu stehen, veranlasste er, dass Paulus weiterhin inhaftiert blieb.

25

Gouverneur Festus in Jerusalem

251Bereits drei Tage, nachdem Festus sein Amt als Gouverneur der Provinz Judäa angetreten hatte, reiste er von Cäsarea nach Jerusalem. 2Dort sprachen die führenden Priester und die anderen Männer, die an der Spitze des jüdischen Volkes standen, bei ihm vor. Sie wiederholten ihre Anschuldigungen gegen Paulus und baten den Gouverneur, 3ihnen einen besonderen Gefallen zu tun und den Gefangenen25,3 W und baten den Gouverneur 3 um einen gegen Paulus gerichteten Gefallen; sie baten ihn, den Gefangenen. nach Jerusalem verlegen zu lassen. ´Der wahre Grund für ihre Bitte war jedoch, dass` sie Paulus überfallen und töten wollten, während er auf dem Weg nach Jerusalem war. 4Aber Festus ´ging nicht auf ihre Bitte ein`. Paulus bleibe in Cäsarea, erklärte er, und er selbst werde in Kürze dorthin zurückkehren. 5»Dann«, so schlug er vor, »kann eine Delegation von euch25,5 W können die unter euch, die mächtig (d. h. zuständig/bevollmächtigt) sind. mit mir reisen und ´an meinem Amtssitz` Anklage gegen diesen Mann erheben – vorausgesetzt, er hat sich tatsächlich eines Vergehens schuldig gemacht.«

Wiederaufnahme des Verfahrens

6Festus hielt sich nicht länger als25,6 Od hielt sich anschließend nur noch. acht bis zehn Tage bei den Juden in Jerusalem auf; dann kehrte er nach Cäsarea zurück. Schon am nächsten Tag berief er eine Gerichtsversammlung ein25,6 W setzte er sich auf den Richterstuhl. und befahl, Paulus ´aus dem Gefängnis` zu holen. 7Sowie Paulus ´im Gerichtssaal` erschien, umringten ihn die Juden, die ´mit Festus` aus Jerusalem gekommen waren, und brachten zahlreiche schwere Anschuldigungen gegen ihn vor, die sie allerdings nicht beweisen konnten 8und gegen die sich Paulus entschieden zur Wehr setzte. »Ich habe«, sagte er, »weder gegen das jüdische Gesetz verstoßen noch den Tempel entweiht, noch mir etwas gegenüber dem Kaiser zuschulden kommen lassen.«

Paulus fordert die Verhandlung des Falles vor dem Kaiser in Rom

9Doch Festus, der den Juden einen Gefallen erweisen wollte, sagte zu Paulus: »Wärst du bereit, nach Jerusalem zu gehen, damit dort in einer Gerichtsverhandlung, bei der ich den Vorsitz führe25,9 Od bei der ich zugegen bin., über die Sache entschieden werden kann?« 10Paulus erwiderte: »Ich stehe hier vor einem kaiserlichen Gericht, und vor einem kaiserlichen Gericht25,10 »Für mich ist das Gericht des Kaisers zuständig; vor dem Gericht des Kaisers. muss mein Fall entschieden werden. Ich habe den Juden kein Unrecht zugefügt ´und bin überzeugt, dass` auch du das sehr wohl weißt. 11Wäre ich im Unrecht und hätte etwas getan, worauf die Todesstrafe steht, würde ich mich nicht weigern zu sterben. Doch wenn die Anklagen dieser Leute aus der Luft gegriffen sind, hat niemand das Recht, mich an sie auszuliefern, nur um ihnen einen Gefallen zu erweisen. Ich verlange, dass mein Fall vor den Kaiser kommt!25,11 W Ich berufe mich auf den Kaiser!«

12Festus besprach sich daraufhin mit seinen Beratern und teilte Paulus dann seine Entscheidung mit: »Auf den Kaiser hast du dich berufen – vor dem Kaiser sollst du dich verantworten25,12 W zum Kaiser sollst du gehen.

König Agrippa lässt sich über den Fall informieren

13Bald danach kamen König Agrippa25,13 Herodes Agrippa II., der Sohn von Agrippa I. (siehe die Anmerkung zu Kapitel 12,1). und ´seine Schwester` Berenike nach Cäsarea, um Festus anlässlich seines Amtsantritts einen offiziellen Besuch abzustatten25,13 W um Festus zu grüßen.. 14Da sie einige Tage in Cäsarea blieben, ´nutzte` Festus ´die Gelegenheit und` informierte den König über den Fall Paulus. »Wir haben hier«, sagte er, »einen Gefangenen, den ´mein Vorgänger` Felix mir zurückgelassen hat. 15Seinetwegen sprachen die führenden Priester und die Ratsältesten des jüdischen Volkes bei mir vor, als ich kürzlich in Jerusalem war. Sie erhoben Anklage gegen ihn und drängten mich, ihn zu verurteilen. 16Ich gab ihnen zur Antwort, dass es bei den Römern nicht üblich ist, jemand ohne vorheriges Verhör abzuurteilen25,16 W jemand auszuliefern/preiszugeben., nur um seinen Gegnern einen Gefallen zu erweisen. Erst müsse der Angeklagte den Anklägern persönlich gegenübergestellt werden und Gelegenheit erhalten, sich gegen ihre Anschuldigungen zu verteidigen.

17Daraufhin reisten einige von ihnen mit mir hierher.25,17 Od Daraufhin kamen einige von ihnen hier zusammen. Ich schob die Angelegenheit dann nicht lange auf, sondern berief schon am nächsten Tag eine Gerichtsversammlung ein25,17 W sondern setzte mich schon am nächsten Tag auf den Richterstuhl. und befahl, den Angeklagten ´aus dem Gefängnis` zu holen. 18Doch bei der Gegenüberstellung brachten die Ankläger keinerlei Beschuldigungen wegen irgendwelcher Verbrechen vor, wie ich das erwartet hatte. 19Die Anklagepunkte hatten vielmehr mit Streitfragen ihrer Religion zu tun und betrafen einen25,19 Od und mit einem. gewissen Jesus, der längst tot ist und von dem Paulus behauptet, er lebe. 20Nun verstehe ich von diesen Dingen zu wenig, als dass ich eine entsprechende Untersuchung hätte führen können. Deshalb fragte ich Paulus, ob er bereit wäre, nach Jerusalem zu gehen, damit die Sache dort in einer Gerichtsverhandlung entschieden werden könne. 21Doch er verlangte, Seine kaiserliche Hoheit persönlich solle den Fall entscheiden, und bis es soweit ist, will er hier in Haft bleiben. Da ordnete ich an, ihn ´in Cäsarea` in Gewahrsam zu halten, bis es mir möglich wäre, ihn ´nach Rom` zum Kaiser bringen zu lassen.«

22»Am liebsten«, sagte Agrippa zu Festus, »würde ich diesen Mann einmal kennen lernen und selbst hören, was er zu sagen hat25,22 W würde ich den Menschen einmal selbst hören..« Festus erwiderte: »Morgen sollst du dazu Gelegenheit bekommen25,22 W sollst du ihn hören.

Paulus vor König Agrippa

23Und so geschah es. Am folgenden Tag erschienen Agrippa und Berenike in prunkvoller Aufmachung und begaben sich in den Audienzsaal, begleitet von hohen ´römischen` Offizieren und von den angesehensten Persönlichkeiten der Stadt, und Paulus wurde auf Anordnung des Gouverneurs ´aus dem Gefängnis` geholt. 24Darauf ergriff Festus das Wort: »König Agrippa und ihr alle, die ihr heute mit uns zusammen seid! Hier seht ihr den Mann, dessentwegen mich das ganze jüdische Volk so heftig bedrängt. Sowohl in Jerusalem als auch hier25,24 Od Zuerst in Jerusalem und später auch hier. in Cäsarea haben sie mich bestürmt, er dürfe nicht am Leben bleiben. 25Was mich betrifft, konnte ich allerdings nicht feststellen, dass er irgendetwas getan hätte25,25 Od 25 Allerdings hat er, soweit ich das feststellen konnte, nichts getan., worauf die Todesstrafe steht. Doch weil er verlangt hat, dass sein Fall vor Seine Majestät, den Kaiser, kommt25,25 W Doch weil er sich auf Seine kaiserliche Hoheit berufen hat., habe ich beschlossen, ihn ´zum Kaiser` zu schicken. 26Nur verfüge ich vorläufig in dieser Angelegenheit25,26 Od zu seiner Person. über keinerlei zuverlässige Informationen, die ich an unseren Herrscher weitergeben könnte. Deshalb habe ich ihn euch und besonders dir, König Agrippa, vorführen lassen in der Hoffnung, dass ich nach dieser Vernehmung imstande bin, einen Bericht abzufassen. 27Denn es erscheint mir unsinnig, einen Gefangenen ´nach Rom` zu schicken, solange ich keine konkreten Angaben über die Beschuldigungen machen kann, die gegen ihn vorgebracht werden.«

26

Die Verteidigungsrede des Apostels: Sein früheres Leben …

261Nun wandte sich Agrippa an Paulus und sagte: »Es ist dir gestattet, in eigener Sache zu sprechen!« Paulus hob die Hand26,1 Wahrscheinlich eine respektvolle Gruß- oder Dankgebärde. Vielleicht brachte die Geste auch zum Ausdruck, dass Paulus bereit war, seine Rede zu beginnen. und begann dann seine Verteidigungsrede: 2»Angesichts all der Anschuldigungen, die vonseiten der Juden gegen mich erhoben werden, schätze ich mich glücklich, König Agrippa, dass ich heute Gelegenheit habe, mich vor dir zu verteidigen, 3und das umso mehr, als du – wie ich weiß – ein hervorragender Kenner aller jüdischen Sitten26,3 Od Gesetzesvorschriften. und Streitfragen bist. Daher bitte ich dich, mich jetzt wohlwollend26,3 W geduldig. anzuhören.

4Was meinen früheren Lebensweg betrifft, so gibt es daran nichts, was nicht allen Juden bekannt wäre, habe ich doch von meiner Jugend an mitten unter meinem Volk in Jerusalem gelebt26,4 habe ich doch von meiner Jugend an zunächst in meiner Heimatprovinz und dann hier in Jerusalem ´unter ihnen` gelebt.. 5Alle wissen – und können es, wenn sie nur wollen, jederzeit bezeugen –, dass ich damals der strengsten Richtung unserer Religion angehörte, derjenigen der Pharisäer, und ihren Regeln entsprechend gelebt habe.

6Wenn ich nun heute vor Gericht stehe, dann nur, weil ich der festen Überzeugung bin26,6 W dann ist es wegen der Hoffnung., dass Gott die Zusage erfüllen wird, die er unseren Vorfahren gegeben hat. 7Unser ganzes zwölfstämmiges Volk dient Gott unablässig26,7 Od mit ganzer Hingabe. bei Tag und bei Nacht in der Hoffnung, die Erfüllung dieser Zusage zu erleben. Und jetzt, Majestät, werde ich wegen dieser Hoffnung angeklagt, und das ausgerechnet von Juden! 8Warum fällt es euch Juden so schwer zu glauben26,8 Nach anderer Auffassung spricht Paulus in Vers 8 in erster Linie die Nichtjuden unter seinen Zuhörern an. W Warum wird es bei euch für unglaubhaft gehalten., dass Gott Tote auferweckt?

9Zunächst allerdings war auch ich der Meinung, ich müsste den Glauben an diesen Jesus26,9 W ich müsste den Namen dieses Jesus. von Nazaret mit allen Mitteln bekämpfen. 10Das habe ich dann auch getan: Ausgestattet mit den nötigen Vollmachten vonseiten der führenden Priester, brachte ich in Jerusalem zahlreiche Christen26,10 W Heilige. ins Gefängnis, und wenn sie zum Tod verurteilt wurden26,10 W und wenn sie getötet wurden., stimmte ich ihrer Hinrichtung zu26,10 Od gab ich meine Stimme gegen sie ab.. 11In sämtlichen Synagogen ´der Stadt`26,11 Od ´von Judäa`. habe ich viele Male versucht, die Christen durch Strafmaßnahmen dazu zu zwingen, Jesus zu verfluchen26,11 Od zu verhöhnen. W sie durch Strafmaßnahmen zum Lästern zu zwingen.. Ich war so wild entschlossen, diese Bewegung auszurotten, dass ich ihre Anhänger26,11 W Ich wütete so übermäßig gegen sie, dass ich sie. sogar bis in die Städte außerhalb ´von Judäa` verfolgte.«

… seine Umkehr zu Jesus Christus

12»In dieser Absicht reiste ich dann auch nach Damaskus; ich hatte die Zustimmung der führenden Priester eingeholt und war mit entsprechenden Vollmachten ausgestattet. 13Unterwegs, Majestät, – es war gegen Mittag – sah ich plötzlich vom Himmel her ein Licht aufleuchten, ein Licht, das heller war als die Sonne und das mich und meine Begleiter von allen Seiten umgab. 14Wir alle stürzten zu Boden, und ich hörte eine Stimme auf hebräisch26,14 Zu hebräisch siehe die Sacherklärungen. zu mir sagen: ›Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Du schlägst vergeblich gegen den Stock des Treibers aus!‹ – 15›Herr‹, sagte ich, ›wer bist du?‹ Der Herr antwortete: ›Ich bin der, den du verfolgst; ich bin Jesus. 16Doch jetzt steh auf! Denn ich bin dir erschienen, um dich zu meinem Diener und Zeugen zu machen. Bezeuge ´den Menschen`, dass du mich ´heute` gesehen hast26,16 AL(1) was du ´heute` gesehen hast., und bezeuge es ihnen, wenn ich dir wieder erscheine26,16 Vergleiche Kapitel 18,9; 22,17-21; 23,11; 2. Korinther 12,1-4. und bezeuge ihnen, was ich dir noch zeigen werde..26,16 Vergleiche Kapitel 18,9; 22,17-21; 23,11; 2. Korinther 12,1-4. 17Ich sende dich sowohl zum jüdischen Volk als auch zu den Nichtjuden, und vor allen ihren Angriffen werde ich dich schützen.26,17 Od 17 Ich werde dich vor den Angriffen des jüdischen Volkes schützen und ebenso vor den Angriffen der Nichtjuden, zu denen ich dich sende. Ich wähle dich jetzt aus aus dem jüdischen Volk und aus den nichtjüdischen Völkern, zu denen ich dich sende. 18Öffne ihnen die Augen, damit sie umkehren und sich von der Finsternis zum Licht wenden und von der Macht des Satans zu Gott. Dann werden ihnen ihre Sünden vergeben, und sie werden zusammen mit allen anderen, die durch den Glauben an mich zu Gottes heiligem Volk gehören, ein ´ewiges` Erbe erhalten26,18 Od und sie werden einen Platz unter denen erhalten, die durch den Glauben an mich zu Gottes heiligem Volk gehören (w die durch den Glauben an mich geheiligt sind). Od Dann werden ihnen durch den Glauben ihre Sünden vergeben, und sie werden zusammen mit allen anderen, die zu Gottes heiligem Volk gehören, ein ´ewiges` Erbe erhalten..‹«

… seine evangelistische Tätigkeit

19»Angesichts dieser Erscheinung vom Himmel, König Agrippa, gab es für mich nur eins: Ich gehorchte dem, was mir gesagt worden war26,19 W »Daher, König Agrippa, war ich der himmlischen Erscheinung nicht ungehorsam., 20und verkündete ´die Botschaft von Jesus` zunächst in Damaskus und Jerusalem, dann in ganz Judäa und schließlich unter den nichtjüdischen Völkern. Überall forderte ich die Menschen auf, ihre verkehrten Wege zu verlassen, zu Gott umzukehren und ein Leben zu führen, das dieser Umkehr angemessen ist.«

… und seine Verhaftung

21»Das alles führte schließlich dazu, dass die Juden26,21 Od einige Juden. über mich herfielen, als ich ´in Jerusalem` im Tempel war, und mich umzubringen versuchten. 22Doch Gott kam mir zu Hilfe, und deshalb stehe ich bis zum heutigen Tag als sein Zeuge26,22 Od Doch Gott kam mir ´damals und` bis zum heutigen Tag immer wieder zu Hilfe, und deshalb stehe ich als sein Zeuge. vor den Menschen, den einfachen ebenso wie den hoch gestellten. Was ich bezeuge, ist nichts anderes als das, was die Propheten angekündigt haben und wovon bereits Mose gesprochen hat: 23dass nämlich der Messias26,23 Od Christus. leiden und sterben müsse und dass er als Erster von den Toten auferstehen werde, um dann allen Völkern das Licht des Evangeliums zu bringen26,23 W um dann Licht zu verkünden., sowohl dem jüdischen Volk als auch den anderen Völkern.«

Agrippa weicht einer Entscheidung aus

24Als Paulus in seiner Verteidigungsrede an diesem Punkt angelangt war, rief Festus mit lauter Stimme: »Paulus, du bist verrückt geworden! Deine große Gelehrsamkeit26,24 Od Das viele Studieren. treibt dich in den Wahnsinn.« 25Doch Paulus erwiderte: »Ich bin nicht verrückt, hochverehrter Festus! Was ich sage, ist wahr, und meine Worte sind vernünftig. 26Der König, zu dem ich so frei und offen rede, weiß sehr wohl über diese Dinge Bescheid. Ich bin überzeugt, dass ihm nichts von dem, ´was ich gesagt habe,` unbekannt gewesen ist; schließlich hat sich das alles nicht in irgendeinem verborgenen Winkel zugetragen. 27König Agrippa, glaubst du den Propheten? Ich weiß, dass du ihnen glaubst!« 28Agrippa entgegnete: »Du redest so überzeugend, dass du demnächst noch einen Christen aus mir machst!26,28 Manche halten diese Aussage nicht für ernst gemeint, sondern verstehen sie ironisch-spöttisch. Andere Übersetzungsmöglichkeiten: Du redest so überzeugend, dass du mich demnächst noch dazu bringst, mich als einen Christen auszugeben! Od Meinst du, du könntest mich in so kurzer Zeit (od mit so geringem Aufwand / mit so schwachen Argumenten) dazu überreden, Christ zu werden / mich als einen Christen auszugeben?« 29Darauf sagte Paulus: »Ich bete zu Gott, dass früher oder später nicht nur du, sondern alle, die mich heute gehört haben, das werden, was ich ´geworden` bin – abgesehen natürlich von den Fesseln.«

30Nun erhoben sich der König und der Gouverneur und ebenso Berenike und alle anderen, die an der Zusammenkunft teilgenommen hatten. 31Beim Verlassen26,31 Od Nach dem Verlassen. des Saales unterhielten sie sich ´über das, was Paulus gesagt hatte`.26,31 Od und ebenso Berenike und ihre Rechtsberater 31 und zogen sich zur Beratung zurück. »Dieser Mann«, so lautete das einhellige Urteil, »tut nichts, was den Tod oder auch nur eine Gefängnisstrafe verdient!« 32Und Agrippa sagte zu Festus: »Der Mann hätte freigelassen werden können, wenn er nicht verlangt hätte, dass sein Fall vor den Kaiser kommt26,32 W wenn er sich nicht auf den Kaiser berufen hätte. Kapitel 25,11..26,32 Kapitel 25,11.«