Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Erfolgreiche Tätigkeit in Korinth

181Bald darauf verließ Paulus Athen und ging nach Korinth. 2Dort lernte er Aquila kennen, einen Juden18,2 Wahrscheinlich waren Aquila und Priszilla bereits Christen, als sie Paulus kennen lernten., der aus ´der Provinz` Pontus stammte. Aquila und seine Frau Priszilla waren erst kurz zuvor aus Italien gekommen, weil ´Kaiser` Klaudius ein Edikt erlassen hatte, wonach alle Juden Rom verlassen mussten.18,2 Dieser Erlass, der auch in außerbiblischen Quellen erwähnt wird, ist wahrscheinlich auf das Jahr 49 n. Chr. zu datieren. Die beiden luden Paulus zu sich ein18,2 W Er ging zu ihnen., 3und weil er dasselbe Handwerk ausübte wie sie – sie waren18,3 Od wie Aquila – beide waren. Zeltmacher18,3 Sattler (Hersteller von Lederwaren). –, blieb er bei ihnen und arbeitete ´in ihrem Geschäft mit`.

4Jeden Sabbat sprach Paulus in der Synagoge18,4 Od redete Paulus in der Synagoge mit denen, die dort versammelt waren. und versuchte, sowohl Juden als auch Griechen18,4 W Hellenen. Siehe die Anmerkung zu Kapitel 11,20. ´von der Wahrheit des Evangeliums` zu überzeugen18,4 Od und überzeugte sowohl Juden als auch Griechen ´von der Wahrheit des Evangeliums`..

5Als dann Silas und Timotheus, von Mazedonien kommend, in Korinth eintrafen, konnte Paulus seine ganze Zeit für die Verkündigung von Gottes Botschaft einsetzen18,5 W widmete Paulus sich ganz der Botschaft. Vielleicht überbrachten Silas und Timotheus eine Geldspende der Gemeinde von Philippi (einer bedeutenden mazedonischen Stadt), sodass Paulus nicht mehr selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen musste (siehe 2. Korinther 11,8.9 und Philipper 4,15.16)..18,5 Vielleicht überbrachten Silas und Timotheus eine Geldspende der Gemeinde von Philippi (einer bedeutenden mazedonischen Stadt), sodass Paulus nicht mehr selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen musste (siehe 2. Korinther 11,8.9 und Philipper 4,15.16). Mit allem Nachdruck bezeugte er den Juden, dass Jesus der Messias18,5 Od Christus. ist. 6Doch alles, was er dafür erntete, waren Anfeindungen und Beschimpfungen. Da schüttelte er18,6 W Doch als sie sich widersetzten und ihn beschimpften (od und ´Christus` verhöhnten), schüttelte er. den Staub von seinen Kleidern18,6 Zu dieser symbolischen Handlung vergleiche Kapitel 13,51 und siehe Lukas 9,5; 10,10-12. und erklärte: »Ihr habt es euch selbst zuzuschreiben, wenn das Gericht Gottes über euch hereinbricht!18,6 W »Euer Blut auf euren Kopf! Vergleiche 3. Mose 20,9; 2. Samuel 1,16; Hesekiel (Ezechiel) 33,5 und Matthäus 27,25. Mich trifft keine Schuld. Von jetzt ab wende ich mich an die Nichtjuden.« 7Er verließ die Synagoge und verkündete das Evangelium von da an bei18,7 W und ging in das Haus von. Titius Justus, ´einem Nichtjuden,` der an den Gott Israels glaubte18,7 W der Gott verehrte. und dessen Haus unmittelbar neben der Synagoge stand.

8In der Folge kam ´kein Geringerer als` Krispus, der Vorsteher der Synagoge, zum Glauben an den Herrn – er und alle, die in seinem Haus lebten. Auch viele andere Korinther, die ´Gottes Botschaft` hörten, glaubten18,8 Od Viele Korinther, die davon hörten, kamen ebenfalls zum Glauben. und ließen sich taufen.

9In einer nächtlichen Vision sagte der Herr zu Paulus: »Du brauchst dich nicht zu fürchten! Verkünde ´das Evangelium`, und lass dich durch nichts zum Schweigen bringen! 10Ich selbst bin bei dir, und niemand, der dich angreift, kann dir etwas anhaben. Denn mir gehört ein großes Volk in dieser Stadt.« 11So kam es, dass Paulus eineinhalb Jahre18,11 Od noch weitere eineinhalb Jahre. ´in Korinth` blieb, und in dieser ganzen Zeit unterrichtete er die Menschen in der Botschaft Gottes.

Ein wirkungsloser Angriff gegen Paulus

12Nachdem Gallio Prokonsul der Provinz Achaia geworden war18,12 Gallio, ein Bruder des Philosophen Seneca, verwaltete im Auftrag des römischen Senats von 51 bis 52 n. Chr. die Provinz Achaia; Regierungssitz war Korinth., verabredeten sich die Juden zu einer gemeinsamen Aktion gegen Paulus. Sie schleppten ihn vor den Richterstuhl ´auf dem Gerichtsplatz` 13und erklärten: »Dieser Mann verführt die Leute dazu, Gott auf eine Weise zu verehren, die gegen das Gesetz verstößt!«

14Paulus wollte gerade zu einer Entgegnung ansetzen, als Gallio zu den Anklägern18,14 W zu den Juden. sagte: »Werte Juden! Wenn es sich hier um ein Verbrechen oder ein böswilliges Vergehen handeln würde, wäre es meine Pflicht18,14 Od wäre es für mich selbstverständlich., auf eure Klage einzugehen. 15Da es aber lediglich um Begriffe und Namen geht und die Streitfragen alle mit eurem eigenen Gesetz zu tun haben18,15 W Da es aber Streitfragen sind über Worte (Begriffe, Formulierungen, Lehren) und Namen (Personen) und euer eigenes Gesetz., müsst ihr selbst sehen, ´wie ihr damit fertig werdet`. Ich jedenfalls bin nicht gewillt, in solchen Dingen ein Urteil zu fällen.« 16Damit ließ er sie vom Richterstuhl wegführen.

17Sie waren noch auf dem Gerichtsplatz, da fiel die Volksmenge, die dabeigestanden hatte,18,17 Od da fielen die Juden in ihrer Enttäuschung. W 17 Vor dem Richterstuhl fielen alle. über den Synagogenvorsteher Sosthenes her und verprügelte ihn. Aber Gallio kümmerte sich nicht im Geringsten darum.

Kurze Besuche in Ephesus und Jerusalem. Rückkehr nach Antiochia

18Paulus blieb danach noch einige Zeit ´in Korinth`. Schließlich nahm er Abschied von den Geschwistern und trat zusammen mit Priszilla und Aquila die Seereise nach Syrien an. Bevor sie in Kenchreä an Bord gingen, ließ er sich das Haar wieder schneiden, das er wegen eines Gelübdes hatte wachsen lassen.18,18 Wahrscheinlich handelte es sich um das so genannte Nasiräatsgelübde (4. Mose 6,1-21; vergleiche Apostelgeschichte 21,23.24). Möglicherweise hatte Paulus das Gelübde im Zusammenhang mit einer Bitte um Gottes Schutz für die Zeit in Korinth abgelegt. Mit dem Abschneiden der Haare beendete er nun die Weihezeit und brachte damit gleichzeitig seinen Dank für die erfahrene Bewahrung zum Ausdruck.

19Die Reise führte über Ephesus, wo Paulus Priszilla und Aquila zurückließ. Er selbst suchte ´vor der Weiterfahrt` die Synagoge der Stadt auf und sprach dort zu18,19 Od mit. den Juden. 20Sie baten ihn, länger zu bleiben, aber er ging nicht darauf ein, 21sondern verabschiedete sich von ihnen. »Wenn es Gottes Wille ist«, sagte er, »werde ich zu euch zurückkommen.« Dann brach er wieder auf.

22Das Schiff brachte ihn nach Cäsarea, wo er an Land ging. Er machte sich auf den Weg hinauf ´nach Jerusalem` und stattete der Gemeinde dort einen kurzen Besuch ab.18,22 Od Er suchte die ´dortige` Gemeinde auf und stattete ihr einen kurzen Besuch ab (w und grüßte sie). Schließlich kehrte er nach Antiochia zurück18,22 W ging er nach Antiochia hinunter..

Die dritte Missionsreise des Apostels Paulus (Kapitel 18,23 bis 21,16)

23Nachdem Paulus einige Zeit dort verbracht hatte, machte er sich erneut auf die Reise. Er zog zunächst durch das Gebiet von Galatien18,23 Vermutlich die Provinz Galatien (in deren Südteil die Städte Ikonion, Lystra, Derbe und das pisidische Antiochia lagen); nach anderer Auffassung: die Landschaft Galatien (im Norden der Provinz). und anschließend durch Phrygien, und überall stärkte er die Jünger18,23 Od Er zog durch das Gebiet von Galatien und von Phrygien (od durch den phrygischen Teil der Provinz Galatien), besuchte eine Gemeinde nach der anderen und stärkte alle Jünger. ´in ihrem Glauben`.

Apollos in Ephesus und in Korinth

24Um diese Zeit kam ein Jude namens Apollos nach Ephesus. Er stammte aus Alexandria, war ein glänzender Redner18,24 Od ein gelehrter Mann. und besaß eine umfassende Kenntnis der Heiligen Schrift18,24 Od und legte die Heilige Schrift mit großer Überzeugungskraft aus.. 25Darüber hinaus war er auch in der Lehre18,25 W im Weg. des Herrn unterwiesen worden. Überall sprach er mit glühender Begeisterung18,25 Od von Gottes Geist durchdrungen. W im Geist brennend. von Jesus und unterrichtete seine Zuhörer gewissenhaft und genau über das, was Jesus getan und gelehrt hatte18,25 W was Jesus betraf.. Allerdings kannte er keine andere Taufe als die von Johannes ´dem Täufer`.

26Dieser Apollos nun begann, in der Synagoge ´von Ephesus` frei und offen ´von Jesus` zu sprechen. Auch Priszilla und Aquila hörten ihn. Da luden sie ihn zu sich ein und erklärten ihm die Lehre18,26 W den Weg. Gottes noch genauer. 27Als Apollos dann in die Provinz Achaia reisen wollte, ermutigten ihn die Christen18,27 Od die leitenden Brüder der Gemeinde. W die Geschwister/Brüder. ´von Ephesus` zu diesem Schritt und gaben ihm einen Empfehlungsbrief mit, in dem sie die Jünger ´in Achaia` baten18,27 Od reisen wollte, gaben ihm die Christen ´von Ephesus` einen Empfehlungsbrief an die Jünger ´in Achaia` mit, in dem sie diese dazu ermutigten., ihn freundlich aufzunehmen. Und tatsächlich erwies sich Apollos dort mit seiner besonderen Gabe als eine große Hilfe für die Gläubigen18,27 Od dort durch Gottes Gnade als eine große Hilfe für die Gläubigen. Od dort als eine große Hilfe für die, die durch Gottes Gnade zum Glauben gekommen waren.. 28Denn er führte öffentliche Diskussionen mit den Juden, in denen er ihre Einwände mit überzeugenden Argumenten widerlegte und anhand der Schrift nachwies, dass Jesus der Messias18,28 Od Christus. ist.

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Paulus in Ephesus: Begegnung mit Nachfolgern Jesu, die den Heiligen Geist noch nicht erhalten haben

191Während Apollos in Korinth war, zog Paulus durch das ´kleinasiatische` Hochland19,1 Od durch das ´kleinasiatische` Binnenland. Od durch die weiter nördlich gelegenen Gebiete ´von Kleinasien`. und dann ´zur Küste` hinunter nach Ephesus. Dort traf er auf eine Gruppe von Jüngern, ´die seine Aufmerksamkeit auf sich zogen`. 2»Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als19,2 nachdem. ihr zum Glauben gekommen seid?«, fragte er sie. »Den Heiligen Geist empfangen?«, entgegneten sie. »Wir haben nicht einmal gehört, dass der Heilige Geist schon gekommen ist19,2 Od dass es überhaupt so etwas wie einen Heiligen Geist gibt.!« – 3»Was für eine Taufe ist denn an euch vollzogen worden?«, wollte Paulus wissen. »Die Taufe des Johannes«, erwiderten sie. 4Da sagte Paulus: »Johannes rief das israelitische Volk zur Umkehr auf und taufte die, die seinem Aufruf folgten. Aber er verband damit die Aufforderung19,4 W Johannes taufte mit der Taufe der Umkehr, wobei er das Volk aufforderte., an den zu glauben, der nach ihm kommen würde, nämlich an Jesus.« 5Als sie das hörten, ließen sie sich auf den Namen19,5 Od im Namen. von Jesus, dem Herrn, taufen. 6Und als Paulus ihnen dann die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie herab, und sie redeten in ´geistgewirkten` Sprachen und machten prophetische Aussagen. 7Es waren etwa zwölf Männer, die zu dieser Gruppe gehörten.

Lange und erfolgreiche Lehrtätigkeit

8Drei Monate lang ging Paulus ´regelmäßig` in die Synagoge ´von Ephesus` und sprach dort frei und offen über das Reich Gottes und alles, was damit zusammenhängt. Er diskutierte ´mit den Synagogenbesuchern` und versuchte sie ´von der Wahrheit seiner Botschaft` zu überzeugen19,8 Od und überzeugte sie ´von der Wahrheit seiner Botschaft`.. 9Doch einige von ihnen verschlossen sich dem, was er verkündete, und waren nicht bereit, das Evangelium anzunehmen19,9 W verschlossen sich und waren ungehorsam.. Statt dessen redeten sie vor allen Versammelten19,9 Od in aller Öffentlichkeit. abfällig über die neue Glaubensrichtung19,9 Od die neue Lehre. W den Weg.. Daraufhin brach Paulus den Kontakt mit ihnen ab. Zusammen mit denen, die Jünger des Herrn geworden waren, trennte er sich von der jüdischen Gemeinde19,9 W Daraufhin entfernte er sich von ihnen und sonderte die Jünger ab. und sprach19,9 Od und unterwies die Jünger. Od und redete mit den Leuten. von da an täglich im Lehrsaal eines Mannes namens Tyrannus. 10Das tat er volle zwei Jahre lang, sodass nach und nach die ganze Bevölkerung der Provinz Asien – Juden wie Nichtjuden19,10 W Hellenen (ebenso in Vers 17). Siehe die Anmerkung zu Kapitel 11,20. – die Botschaft des Herrn hörte.

Auseinandersetzungen mit dämonischen Mächten

11Dazu kam, dass Gott durch Paulus19,11 durch Handauflegung vonseiten des Paulus. W durch die Hände von Paulus. ganz außergewöhnliche Dinge19,11 W ganz außergewöhnliche Machttaten. geschehen ließ. 12Die Leute nahmen sogar Tücher, mit denen Paulus sich den Schweiß abgewischt19,12 Od den Kopf bedeckt., oder Schürzen, ´die er bei seiner handwerklichen Arbeit getragen hatte,` und legten sie auf die Kranken19,12 W 12 Man legte sogar Schweißtücher oder Schürzen, von seiner Haut kommend (d. h. die er getragen hatte), auf die Kranken. mit dem Ergebnis, dass die Krankheiten verschwanden und dass ´bei den Besessenen` die bösen Geister ausfuhren.

13Einige der jüdischen Geisterbeschwörer, die im Land umherzogen, versuchten, den Namen von Jesus, dem Herrn, ´für ihre Zwecke` zu gebrauchen. Sie sprachen ihn über den von bösen Geistern Besessenen aus, wobei sie folgende Formel benutzten: »Ich beschwöre euch bei dem Jesus, den Paulus verkündet!« 14Auch die sieben Söhne19,14 Od Auch sieben Söhne. eines gewissen Skevas, eines führenden jüdischen Priesters19,14 Od eines Juden von hohepriesterlicher Abstammung. Od eines ´selbsternannten` jüdischen Hohenpriesters., gingen so vor.19,14 14 Bei diesen Geisterbeschwörern handelte es sich um die sieben Söhne eines gewissen Skevas, eines führenden jüdischen Priesters. 15Doch ´eines Tages` gab ihnen der böse Geist, ´der in einem Besessenen war,` zur Antwort: »Jesus kenne ich, und wer Paulus ist, weiß ich ebenfalls; aber wer seid ihr16Und der Mensch, der von dem bösen Geist besessen war, stürzte sich auf sie, überwältigte sie alle19,16 überwältigte zwei von ihnen. und schlug sie so zusammen19,16 W und richtete sie so zu., dass sie blutend und mit zerrissenen Kleidern19,16 Od und nur mit dem Untergewand bekleidet. Od und nackt. aus dem Haus flohen. 17Von diesem Vorfall erfuhren alle, die in Ephesus wohnten, Juden wie Nichtjuden. Alle wurden von einer tiefen Ehrfurcht vor Gott ergriffen und priesen den Namen von Jesus, dem Herrn, für seine Größe.

18Auch traten jetzt viele von denen, die zum Glauben gekommen waren, ´vor die Gemeinde` und bekannten offen19,18 bekannten ´ihre Sünden` und gaben zu., sich mit okkulten Praktiken abgegeben zu haben19,18 Od und bekannten offen, was sie früher getan hatten. Od und gaben die geheimen magischen Formeln preis, die sie früher benutzt hatten. W und bekannten und berichteten ihre Taten. Taten ist hier vielleicht ein spezieller Ausdruck für bestimmte okkulte Praktiken.. 19Zahlreiche ´Christen`, die Zauberei getrieben hatten, brachten ihre Zauberbücher und verbrannten sie öffentlich. Als man den Wert der Bücher zusammenrechnete, kam man auf eine Summe von 50.000 Silberdrachmen.19,19 Die Drachme, eine Silbermünze, entsprach dem Tagelohn eines Arbeiters.

20Das alles trug dazu bei, dass die Botschaft des Herrn sich unaufhaltsam ausbreitete und einen immer größeren Einfluss gewann.19,20 W 20 Auf diese Weise wuchs die Botschaft des Herrn mit Macht (wuchs die Botschaft durch die Macht des Herrn) und wurde immer stärker.

Reisepläne

21Nach all diesen Ereignissen19,21 Als die zwei Jahre vorüber waren. fasste Paulus den Entschluss19,21 Od beschloss Paulus, von Gottes Geist geleitet. W nahm sich Paulus im Geist vor., über Mazedonien und Achaia nach Jerusalem zu reisen. »Und wenn ich dort gewesen bin«, erklärte er, »muss ich endlich auch Rom besuchen!« 22Er schickte zwei seiner Mitarbeiter, Timotheus und Erastus, nach Mazedonien voraus, blieb aber selbst noch eine Zeitlang in der Provinz Asien.

Aufruhr in Ephesus

23Während dieser Zeit kam es ´in Ephesus` wegen der neuen Glaubensrichtung19,23 W wegen des Weges. zu schweren Unruhen. 24Ausgelöst wurden sie durch Folgendes: Ein Silberschmied namens Demetrius leitete die Herstellung von silbernen Nachbildungen des Tempels der Göttin Artemis19,24 In manchen Bibelübersetzungen wird die griechische Göttin Artemis mit ihrem lateinischen Namen Diana bezeichnet. und verschaffte damit den Kunsthandwerkern ´der Stadt` beträchtliche Gewinne. 25Eines Tages nun organisierte Demetrius ein Treffen der Handwerker, ´die er selbst beschäftigte,` und aller anderen, die in diesem Gewerbe tätig waren. »Meine Freunde«, sagte er, »ihr wisst, dass wir unseren Wohlstand der Herstellung von Tempelnachbildungen verdanken. 26Nun habt ihr aber sicher schon miterlebt oder durch andere erfahren, dass dieser Paulus nicht nur hier in Ephesus, sondern beinahe überall in der Provinz Asien Scharen von Leuten den Kopf verdreht und sie auf Abwege führt. Denn er behauptet, Götter, die von Menschen19,26 W die mit Händen. gemacht werden, seien überhaupt keine Götter. 27Damit droht nicht nur unser Berufsstand in Misskredit zu geraten, nein, es besteht auch die Gefahr, dass jede Achtung vor dem Tempel der großen Göttin Artemis verloren geht! Am Ende kommt es noch dahin, dass die Göttin selbst ihr Ansehen einbüßt – sie, die doch in der ganzen Provinz Asien, ja von allen Bewohnern der Erde für ihre majestätische Größe verehrt wird.«

28Als die Versammelten das hörten, packte sie die Wut, und sie schrien: »Groß ist die Artemis von Ephesus!« 29Bald befand sich die ganze Stadt in hellem Aufruhr. Wie ein Mann stürmten die Menschen ins Amphitheater19,29 Hier wurden die Versammlungen der Bürger von Ephesus abgehalten. Das Amphitheater bot annähernd 25.000 Menschen Platz., wobei sie die Mazedonier Gaius und Aristarch, zwei Reisegefährten von Paulus, ergriffen und mitschleppten. 30´Als Paulus von diesen Vorgängen erfuhr,` wollte er persönlich vor die Volksmenge treten, aber die Jünger ließen es nicht zu. 31Und auch einige hohe Beamte der Provinzverwaltung19,31 W einige von den Asiarchen (den höchsten Beamten der Provinz Asien)., die freundschaftlich mit ihm verbunden waren, warnten ihn durch Boten davor, sich ins Theater zu begeben.

32´Im Theater,` wo sich das Volk versammelt hatte, herrschte ein unbeschreibliches Durcheinander; die einen schrien dies, die anderen das, und die meisten wussten nicht einmal, weshalb man überhaupt zusammengekommen war. 33Schließlich schickten die Juden Alexander nach vorn. Alexander ließ sich von einigen aus der Menge ´über den Anlass der Zusammenkunft` informieren und versuchte dann, sich mit einer Handbewegung Gehör zu verschaffen; er wollte vor dem Volk eine Erklärung zugunsten ´seiner Landsleute` abgeben.19,33 nach vorn, weshalb einige aus der Menge zu dem Schluss kamen, ´er sei für den Aufruhr verantwortlich`. Alexander versuchte sich mit einer Handbewegung Gehör zu verschaffen; er wollte vor dem Volk etwas zu seiner Verteidigung sagen. 34Doch sobald die Versammelten merkten, dass er Jude war, begannen sie alle wie aus einem Mund zwei Stunden lang zu schreien: »Groß ist die Artemis von Ephesus!«

35Endlich gelang es dem Stadtpräfekten, die aufgebrachte Menge zu beruhigen. »Bürger von Ephesus!«, rief er. »Gibt es einen einzigen Menschen, der nicht wüsste, dass unsere Stadt ´das Vorrecht hat`, Wächterin des Tempels der großen Artemis und Beschützerin ihres direkt vom Himmel gefallenen ´Standbildes` zu sein? 36Weil das nun einmal eine unbestreitbare Tatsache ist, müsst ihr euch ruhig verhalten und dürft euch zu keiner unüberlegten Handlung hinreißen lassen. 37Die Männer, die ihr hierher geschleppt habt, haben schließlich weder den Tempel entweiht19,37 Od beraubt. noch unsere Göttin verhöhnt. 38Wenn Demetrius und die Handwerker, die mit ihm gekommen sind, eine Anklage gegen jemand vorbringen wollen, fällt das in die Zuständigkeit der Prokonsuln19,38 Siehe die Anmerkung zu Kapitel 13,7., und es gibt dafür bestimmte Gerichtstage. Dort können ´die gegnerischen Parteien` ihren Streit austragen. 39Und solltet ihr – davon abgesehen – noch irgendwelche anderen Anliegen haben, muss darüber in einer ordnungsgemäß einberufenen Bürgerversammlung entschieden werden. 40Unserer Stadt droht nämlich angesichts der heutigen Vorkommnisse eine Anklage wegen Rebellion, und womit könnten wir uns dann rechtfertigen? Es gibt für diesen Aufruhr nicht den geringsten Grund!« Nach diesem Appell löste der Stadtpräfekt die Versammlung auf.

20

Erneute Reise durch Mazedonien und Griechenland

201Als der Tumult sich gelegt hatte, rief Paulus die Jünger zusammen, um ihnen noch einmal Mut zuzusprechen. Dann verabschiedete er sich von ihnen und machte sich auf die Reise nach Mazedonien. 2Überall, wo er hinkam, nahm er sich viel Zeit, um mit den Christen zu reden und sie in ihrem Glauben zu ermutigen.20,2 W 2 Er zog durch jene Gegenden und ermutigte sie (die Christen) mit vielen Worten.

´Von Mazedonien aus` reiste er nach Griechenland20,2 Hier wohl gleichbedeutend mit der Provinz Achaia. In deren Hauptstadt Korinth schrieb Paulus in jener Zeit den Römerbrief. weiter 3und verbrachte dort drei Monate. Als er sich daraufhin nach Syrien einschiffen wollte, ´erfuhr er, dass` die Juden einen Anschlag auf ihn vorbereiteten20,3 Od einschiffen wollte, verübten die Juden einen Anschlag auf ihn.. Deshalb ´änderte er seinen Plan und` beschloss, wieder den Landweg über Mazedonien zu nehmen.

4Unter seinen Begleitern waren Sopater, der Sohn des Pyrrhus, aus Beröa, Aristarch und Sekundus aus Thessalonich und Gaius aus Derbe, außerdem Timotheus sowie Tychikus und Trophimus, beide aus der Provinz Asien.

5Sie alle20,5 Od Die beiden Letztgenannten. reisten nach Troas voraus und warteten dort auf uns.20,5 Beginn des zweiten »Wir-Berichtes« (siehe die Anmerkung zu Kapitel 16,10). 6Wir selbst segelten erst nach dem Fest der ungesäuerten Brote20,6 Das Fest der ungesäuerten Brote folgte unmittelbar auf den Festtag mit der Passamahlfeier und dauerte eine Woche. Während der gesamten Festzeit durfte nur Brot gegessen werden, das ohne Sauerteig zubereitet war. von Philippi ab. Nach fünftägiger Fahrt legte unser Schiff in Troas an, wo wir wieder mit den anderen zusammentrafen und eine Woche lang blieben.

Auferweckung eines tödlich Verunglückten in Troas

7Am letzten Abend – es war ein Sonntag, der erste Tag der Woche – kamen wir und die Geschwister der Gemeinde von Troas zusammen, um das Mahl des Herrn zu feiern20,7 Also am Sonntagabend (nach römischer Zählung begann der Tag um Mitternacht). Andere gehen von der jüdischen Zählung aus (Tagesbeginn nach Sonnenuntergang), sodass dann vom Samstagabend die Rede wäre. W Am ersten Tag der Woche kamen wir zusammen, um (das) Brot zu brechen.. Paulus, der am nächsten Morgen weiterreisen wollte, sprach zu20,7 Od mit. den Versammelten. Er hatte ihnen noch so vieles zu sagen, dass es darüber Mitternacht wurde.

8In dem Raum im Obergeschoss, in dem wir uns getroffen hatten, brannten zahlreiche Lampen. 9Ein junger Mann – er hieß Eutychus – saß im offenen Fenster. Als sich die Rede von Paulus immer mehr in die Länge zog, wurde er von Müdigkeit übermannt und sank in tiefen Schlaf. Er ´verlor das Gleichgewicht und` fiel aus dem Fenster – drei Stockwerke tief20,9 Das Erdgeschoss mitgerechnet.. Die Geschwister, die hinuntereilten und ihn aufhoben, konnten nur noch seinen Tod feststellen.20,9 W tief, und er wurde tot aufgehoben.

10Paulus, der ebenfalls hinuntergegangen war20,10 Od der jetzt ebenfalls hinunterging., legte sich auf ihn und umfasste den leblosen Körper mit beiden Armen.20,10 Vergleiche 1. Könige 17,21.22 und 2. Könige 4,34.35. Dann sagte er zu den Umstehenden: »Hört auf zu klagen! Er lebt!«20,10 W Dann sagte er: »Regt euch nicht auf, denn seine Seele / sein Leben ist in ihm!«

11Nachdem Paulus wieder ins Obergeschoss gegangen war, feierten sie das Mahl des Herrn; Paulus teilte das Brot aus und aß auch selbst davon20,11 Od feierten sie das Mahl des Herrn, wobei Paulus das Brot austeilte. Hierauf aß er etwas. W gegangen war, brach er das Brot und aß.. Danach sprach er noch lange mit20,11 Od zu. den Versammelten. Als er sich schließlich von ihnen trennte, wurde es bereits hell. 12Den jungen Mann20,12 Od Den Jugendlichen. Den Sklaven. aber brachte man lebendig ´und gesund` nach Hause20,12 Od ins Haus zurück.. Dieses Erlebnis war für die ´Christen` eine große Ermutigung.

Weiterreise nach Milet

13Paulus hatte beschlossen, bis Assos den Landweg zu nehmen20,13 Od zu Fuß zu gehen.. Wir anderen bestiegen ein Schiff und fuhren nach Assos voraus, wo wir ihn dann – so hatte er es mit uns vereinbart – an Bord nehmen sollten. 14Als er in Assos wieder zu uns stieß, ging er an Bord, und wir fuhren gemeinsam nach Mitylene. 15Von dort ging es am nächsten Tag weiter bis auf die Höhe der Insel Chios. Tags darauf legten wir in Samos an, und wieder einen Tag später erreichten wir Milet. 16Paulus hatte bewusst eine Route gewählt, die nicht über Ephesus führte, um in der Provinz Asien nicht unnötig Zeit zu verlieren. Er war deshalb so in Eile, weil er – wenn irgend möglich – am Pfingstfest20,16 W am Pfingsttag. in Jerusalem sein wollte.

Abschiedsrede an die Verantwortlichen der Gemeinde von Ephesus

17´Eins allerdings ließ Paulus sich nicht nehmen:` Er schickte von Milet aus eine Nachricht an die Ältesten der Gemeinde von Ephesus und bat sie, zu ihm zu kommen.

18Als sie in Milet eingetroffen waren, richtete er folgende Worte an sie: »Vom ersten ´bis zum letzten` Tag meines Aufenthalts in der Provinz Asien war ich bei euch, und in dieser ganzen Zeit habt ihr gesehen, wie ich lebte und was ich tat20,18 W wie ich war.. Ihr wisst, 19dass ich dem Herrn diente, ohne je überheblich aufzutreten; ich diente ihm, auch wenn das oft mit Tränen verbunden war und mein Glaube wegen der Angriffe der Juden auf eine harte Probe gestellt wurde20,19 W 19 dass ich dem Herrn mit aller Demut diente und unter Tränen und Anfechtungen/Prüfungen, die mir durch die Anschläge der Juden erwuchsen.. 20Ihr wisst auch, dass ich euch nichts von dem verschwiegen habe, was gut und hilfreich für euch ist; ich habe euch alles verkündet und habe euch alles gelehrt, sowohl öffentlich als auch in den Häusern, ´in denen ihr zusammenkommt`. 21Juden wie Nichtjuden20,21 W Hellenen. Siehe die Anmerkung zu Kapitel 11,20. forderte ich eindringlich auf, zu Gott umzukehren und an Jesus, unseren Herrn, zu glauben.

22Und jetzt gehe ich nach Jerusalem, von Gottes Geist dazu gedrängt und an seine Weisung gebunden20,22 Od von Gottes Geist (od in meinem Innersten) dazu gedrängt, als wäre ich (bereits) ein Gefangener. W im Geist gebunden/gefangen.. Was dort im Einzelnen mit mir geschehen wird, weiß ich nicht. 23Ich weiß nur, dass der Heilige Geist mich in jeder Stadt, ´durch die ich komme,` ausdrücklich darauf hinweist, dass Gefangenschaft und Leiden auf mich warten. 24Doch es liegt mir nichts an meinem Leben; mein persönliches Ergehen hat keinerlei Bedeutung. Wichtig ist nur, dass ich das Ziel meines Laufes erreiche und den Auftrag voll und ganz erfülle, den ich von Jesus, dem Herrn, erhalten habe – den Auftrag, allen Menschen die gute Nachricht von Gottes Gnade zu bringen.

25Und noch etwas muss ich euch sagen, euch und allen anderen20,25 W euch allen., bei denen ich gewesen bin, um ihnen die Botschaft von ´Gottes` Reich zu verkünden: Ich weiß, dass ihr mich nicht wiedersehen werdet. 26Deshalb erkläre ich hiermit vor euch allen, dass mich keine Schuld trifft, wenn irgendjemand, der diese Botschaft gehört hat, nicht gerettet wird20,26 W dass ich rein bin vom Blut aller. Vergleiche die Anmerkung zu Kapitel 18,6.. 27Denn ich bin meinem Auftrag nicht untreu gewesen, sondern habe euch den Plan Gottes in seinem ganzen Umfang verkündet.

28Gebt Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, die Gemeinde Gottes, zu deren Leitern euch der Heilige Geist eingesetzt hat. Sorgt für sie als gute Hirten; Gott hat sie ja durch das Blut seines eigenen Sohnes20,28 AL(1) die Gemeinde des Herrn … der Herr hat sie ja durch sein eigenes Blut. erworben. 29Ich weiß, dass nach meinem Abschied20,29 nach meinem Tod. reißende Wölfe bei euch eindringen und erbarmungslos unter der Herde wüten werden. 30Sogar aus euren eigenen Reihen werden Männer auftreten, die die Wahrheit verdrehen, um die Jünger ´des Herrn` irrezuführen und auf ihre Seite zu ziehen. 31Seid also wachsam und denkt daran, dass ich drei Jahre lang unermüdlich, Tag und Nacht, jedem Einzelnen von euch den rechten Weg gewiesen habe, und das oft genug unter Tränen.

32Und nun vertraue ich euch Gott und der Botschaft von seiner Gnade an. Diese Botschaft hat die Macht20,32 Od Gott hat die Macht., euch ´im Glauben` zu festigen, sodass ihr zusammen mit allen anderen, die zu Gottes heiligem Volk gehören,20,32 W mit allen Geheiligten. das ´ewige` Erbe erhaltet.

33Nie war ich auf Silber oder Gold aus; keinen von euch habe ich je um Kleidung gebeten. 34Seht hier meine Hände: Ihr könnt bestätigen, dass ich durch eigene Arbeit für alles gesorgt habe20,34 W 34 Ihr selbst wisst, dass diese Hände für alles gesorgt haben., was ich und meine Begleiter zum Leben brauchten. 35Mit meiner ganzen Lebensführung20,35 W Mit allem / In jeder Hinsicht. habe ich euch gezeigt, dass wir Arbeit und Mühe nicht scheuen dürfen; denn dann können wir den Bedürftigen helfen, wie es unsere Aufgabe ist. Denkt immer an die Worte, die Jesus, der Herr, selbst gesagt hat: ›Auf dem Geben liegt ein größerer Segen als auf dem Nehmen.‹20,35 Ein Ausspruch Jesu, der nicht in den Evangelien überliefert ist.«

36Als Paulus geendet hatte, kniete er zusammen mit allen Ältesten nieder und betete mit ihnen. 37Danach brachen alle in lautes Weinen aus, fielen ihm um den Hals und küssten ihn wieder und wieder. 38Am meisten bedrückte sie, dass er gesagt hatte, sie würden ihn nicht wiedersehen. Dann begleiteten sie ihn zum Schiff.