Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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In Thessalonich: Erfolge und Anfeindungen

171Über Amphipolis und Apollonia kamen Paulus und Silas nach Thessalonich. Dort gab es eine jüdische Gemeinde17,1 W eine Synagoge.. 2Wie es seine Gewohnheit war, ging Paulus als Erstes in ihre Synagoge17,2 W ging Paulus zu ihnen hinein., wo er an drei aufeinanderfolgenden Sabbaten17,2 wo er während drei Wochen. zu17,2 Od mit. den Versammelten sprach. 3Er öffnete ihnen das Verständnis für die Aussagen der Schrift, die vom Leiden und Sterben des Messias17,3 Od Christus. Ebenso in der zweiten Vershälfte. und von seiner Auferstehung von den Toten sprechen, und zeigte ihnen, dass das alles ´nach Gottes Plan` so kommen musste.17,3 Siehe z. B. Psalm 16,8-11; 110; 118,22 und Jesaja 52,13–53,12. »Und ´deshalb`«, so sagte er, »ist der Jesus, den ich euch verkünde, niemand anders als der Messias, ´von dem die Schrift spricht`.«17,3 Od »Und dieser Messias, ´von dem die Schrift spricht`«, so sagte er, »ist niemand anders als der Jesus, den ich euch verkünde.«

4Einige der jüdischen Zuhörer ließen sich überzeugen und schlossen sich Paulus und Silas an. Außerdem ´kamen` zahlreiche Griechen17,4 W Hellenen. Siehe die Anmerkung zu Kapitel 11,20. ´zum Glauben`, die sich zur Synagogengemeinde hielten17,4 W die Gott verehrten., sowie17,4 Od darunter. eine ganze Reihe von Frauen aus der oberen Gesellschaftsschicht.

5Dieser Erfolg erregte den Neid derjenigen Juden, ´die vom Evangelium nichts wissen wollten`. Sie warben einige skrupellose Männer an, die sich auf dem Marktplatz herumtrieben, und wiegelten mit ihrer Hilfe die Volksmenge auf, sodass die ganze Stadt in Unruhe geriet. Dann zogen sie vor das Haus von Jason, ´bei dem Paulus und Silas zu Gast waren,` um die beiden von dort herauszuholen und vor die Bürgerversammlung zu stellen17,5 und der Volksmenge auszuliefern..

6Doch als sie Paulus und Silas nicht fanden, schleppten sie statt dessen Jason selbst und einige andere Christen17,6 W Geschwister. vor die Politarchen, ´die höchsten Beamten der Stadt,` und schrien: »Die Leute, die in der ganzen Welt für Aufruhr sorgen, sind jetzt auch hierher gekommen; 7Jason hat sie bei sich aufgenommen! Sie setzen sich alle über die Verordnungen des Kaisers hinweg, indem17,7 Od weil. sie behaupten, ein anderer sei der ´wahre` Herrscher, nämlich Jesus.«

8Die Stadtbevölkerung und die Politarchen waren tief beunruhigt, als sie das hörten, 9und erst nachdem Jason und die anderen ´Christen` eine Kaution hinterlegt hatten, wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt.17,9 Wahrscheinlich sollte die Zahlung einer Kaution sicherstellen, dass die »Unruhestifter« die Stadt sofort und für immer verließen. Nach damaliger römischer Rechtspraxis verfiel eine Kaution bei Wiederholung des Vergehens.

In Beröa: Große Aufgeschlossenheit für das Evangelium

10Noch in derselben Nacht17,10 Od Sobald die Nacht hereinbrach. ließen die Christen17,10 Od die leitenden Brüder der Gemeinde. W die Geschwister/Brüder. Ebenso in Vers 14. ´von Thessalonich` Paulus und Silas nach Beröa weiterziehen. Auch dort suchten die beiden ´zunächst einmal` die jüdische Synagoge auf. 11Die Juden in Beröa waren nicht so voreingenommen wie die in Thessalonich. Mit großer Bereitwilligkeit gingen sie auf das Evangelium von Jesus Christus17,11 W auf die Botschaft. ein, und sie studierten täglich die Heilige Schrift, um zu prüfen, ob das, was Paulus lehrte, mit den Aussagen der Schrift übereinstimmte17,11 W ob das sich so verhielt.. 12Die Folge war, dass viele von ihnen zum Glauben kamen, außerdem eine beträchtliche Zahl einflussreicher griechischer Frauen und eine ganze Reihe griechischer Männer17,12 Od einflussreicher (w vornehmer) griechischer Frauen und Männer..

13Als jedoch die Juden von Thessalonich erfuhren, dass Paulus jetzt in Beröa die Botschaft Gottes verkündete, reisten sie ihm nach und begannen auch dort, Unruhe zu stiften und die Volksmenge gegen ihn aufzuhetzen. 14Die Christen von Beröa reagierten sofort und schickten Paulus weiter, hinunter zur Küste. Silas und Timotheus hingegen blieben in Beröa. 15Einige ´Brüder` reisten mit Paulus und begleiteten ihn bis nach Athen. Er trug ihnen auf, Silas und Timotheus auszurichten, sie sollten so bald wie möglich nachkommen; dann kehrten sie nach Beröa zurück.

Paulus in Athen: Begegnung mit griechischen Philosophen

16Während Paulus nun in Athen auf die beiden wartete, sah er sich in der Stadt um. Empört und erschüttert stellte er fest, dass ihre Straßen von zahllosen Götterstatuen gesäumt waren17,16 W dass sie voller Götterbilder war., 17und er begann, ´mit den Leuten Gespräche zu führen`. In der Synagoge redete er mit den Juden und mit denen17,17 Od zu den Juden und zu denen., die sich zur jüdischen Gemeinde hielten17,17 W die Gott verehrten., und auf dem Marktplatz unterhielt er sich Tag für Tag mit denen, die er dort antraf.

18Dabei kam es auch zu Diskussionen mit epikureischen und stoischen Philosophen17,18 Anhänger von zwei bedeutenden Philosophenschulen, die in Athen beheimatet waren.. Einige von ihnen spotteten: »Was will eigentlich dieser sonderbare Vogel mit seinen aufgepickten Weisheiten? Glaubt er, er könne uns etwas beibringen?«17,18 W »Was will eigentlich dieser Samenaufpicker sagen?« Andere meinten: »Es scheint, als wolle er Propaganda für irgendwelche fremden17,18 Od ausländischen. Götter machen!« ´Zu diesem Schluss kamen sie,` weil sie Paulus, als er das Evangelium verkündete, von Jesus und von der Auferstehung reden hörten.17,18 Möglicherweise hielten die Zuhörer »Anástasis« (das griechische Wort für Auferstehung) für den Namen einer weiblichen Gottheit, die zusammen mit Jesus ein Götterpaar bildete.

19Schließlich nahmen sie Paulus in ihre Mitte und führten ihn vor den Areopag, ´den Stadtrat von Athen`.17,19 Der Areopag war ursprünglich die Regierung des selbstständigen Athener Stadtstaates und hatte seinen Sitz auf dem mitten in der Stadt gelegenen Hügel gleichen Namens. Unter römischer Oberherrschaft hatte der Areopag nur noch eingeschränkte Befugnisse. Er tagte jetzt in einem Gebäude am Athener Marktplatz und war unter anderem für Religionsangelegenheiten zuständig. – Nach anderer Auffassung ist hier vom Areopag-Hügel selbst die Rede, sodass zu übersetzen wäre: … und führten ihn auf den Areopag (und in Vers 22: Da stellte sich Paulus auf den höchsten Punkt des Areopags). »Dürften wir erfahren, was das für eine neue Lehre ist, die du da vertrittst?«, sagten sie. 20»Du redest über Dinge, die uns bisher noch nie zu Ohren gekommen sind, und es würde uns interessieren, worum es dabei eigentlich geht.« (21´Man muss dazu wissen, dass` sich sämtliche Einwohner Athens und sogar die Fremden, die sich nur vorübergehend in dieser Stadt aufhalten17,21 Od sämtliche Einwohner Athens, sogar die Fremden, die sich in dieser Stadt niedergelassen haben., ihre Zeit am liebsten damit vertreiben, stets das Allerneuste in Erfahrung zu bringen und es weiterzuerzählen.)

Aufruf an die Bürger von Athen, zum wahren Gott umzukehren

22Da trat Paulus vor die Ratsmitglieder und alle anderen, die zusammengekommen waren,17,22 W Da trat Paulus in die Mitte des Areopags. und begann: »Bürger von Athen! Ich habe mich mit eigenen Augen davon überzeugen können, dass ihr außergewöhnlich religiöse Leute seid.17,22 W Ich sehe, dass ihr in jeder Beziehung sehr religiös seid / Nach allem, was ich sehe, seid ihr sehr religiös. 23Als ich nämlich durch die Straßen eurer Stadt ging und mir eure Heiligtümer ansah, stieß ich auf einen Altar mit der Inschrift: ›Für einen unbekannten Gott‹. Ihr verehrt also ´ein göttliches Wesen`, ohne es zu kennen. Nun, gerade diese ´euch unbekannte Gottheit` verkünde ich euch.

24´Meine Botschaft handelt von` dem Gott, der die ganze Welt mit allem, was darin ist, geschaffen hat. Er, der Herr über Himmel und Erde, wohnt nicht in Tempeln, die von Menschen17,24 W von Händen. erbaut wurden. 25Er ist auch nicht darauf angewiesen, dass wir Menschen17,25 W dass Menschenhände. ihm dienen. Nicht er ist von uns abhängig, ´sondern wir von ihm`. Er ist es, der uns allen das Leben und die Luft zum Atmen gibt und uns mit allem versorgt, ´was wir zum Leben brauchen`. 26Aus einem einzigen ´Menschen` hat er alle Völker17,26 Od die ganze Menschheit. hervorgehen lassen. Er hat bestimmt, dass sich die Menschen über die ganze Erde ausbreiten, und hat festgelegt, wie lange jedes Volk bestehen und in welchem Gebiet es leben soll17,26 Od ausbreiten. Er hat den Ablauf der Jahreszeiten festgelegt und hat den Menschen / den Völkern bewohnbare Gebiete zugewiesen. W Er hat festgesetzte Zeiten und die Grenzen ihres Wohngebiets bestimmt..

27´Mit allem, was er tat,` wollte er die Menschen dazu bringen, nach ihm zu fragen; er wollte, dass sie – wenn irgend möglich – in Kontakt mit ihm kommen17,27 W ihn ertasten. und ihn finden. Er ist ja für keinen von uns in ´unerreichbarer` Ferne. 28Denn in ihm17,28 Od durch ihn., ´dessen Gegenwart alles durchdringt,` leben wir, bestehen wir17,28 W bewegen wir uns. und sind wir.17,28 Vers 28a enthält Anklänge an einen Ausspruch, der dem kretischen, zeitweise in Athen wirkenden Dichter Epimenides (6. Jahrhundert v. Chr.) zugeschrieben wird. Oder, wie es einige eurer eigenen Dichter ausgedrückt haben: ›Er ist es, von dem wir abstammen.‹17,28 Zitat aus den Werken der beiden kleinasiatischen Dichter Aratus und Kleanthes, die im 4./3. Jahrhundert v. Chr. lebten und beide den griechischen Stoikern nahestanden.

29Wenn wir nun aber von Gott abstammen, dürfen wir nicht meinen, die Gottheit gleiche ´jenen Statuen aus` Gold, Silber oder Stein, die das Produkt menschlicher Erfindungskraft und Kunstfertigkeit sind. 30In der Vergangenheit hat Gott gnädig über die Verfehlungen hinweggesehen, die die Menschen in ihrer Unwissenheit begangen haben.17,30 W 30 Die Zeiten der Unwissenheit hat Gott übersehen. Doch jetzt fordert er alle Menschen an allen Orten zur Umkehr auf. 31Er hat nämlich einen Tag festgesetzt, an dem er durch einen von ihm bestimmten Mann über die ganze Menschheit Gericht halten und über alle ein gerechtes Urteil sprechen wird. Diesen Mann hat er vor aller Welt ´als den künftigen Richter` bestätigt17,31 ein gerechtes Urteil sprechen wird. Zugleich hat er allen die Möglichkeit des Glaubens angeboten (w hat er allen den Beweis / den Glauben gewährt)., indem er ihn von den Toten auferweckt hat.«

Unterschiedliche Reaktionen

32Als Paulus von der Auferstehung der Toten sprach, brach ein Teil der Zuhörer in Gelächter aus, und andere sagten: »Über dieses Thema wollen wir zu einem späteren Zeitpunkt mehr von dir erfahren.« 33Damit endete die Anhörung, und Paulus verließ die Ratsversammlung.17,33 W 33 So ging Paulus aus ihrer Mitte weg.

34Doch einige Leute schlossen sich ihm an und kamen zum Glauben, so zum Beispiel Dionysios, ein Mitglied des Stadtrats17,34 W Dionysios, der Areopagite., und eine Frau namens Damaris; und es gab noch andere, die zusammen mit diesen beiden ´an Jesus glaubten`.

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Erfolgreiche Tätigkeit in Korinth

181Bald darauf verließ Paulus Athen und ging nach Korinth. 2Dort lernte er Aquila kennen, einen Juden18,2 Wahrscheinlich waren Aquila und Priszilla bereits Christen, als sie Paulus kennen lernten., der aus ´der Provinz` Pontus stammte. Aquila und seine Frau Priszilla waren erst kurz zuvor aus Italien gekommen, weil ´Kaiser` Klaudius ein Edikt erlassen hatte, wonach alle Juden Rom verlassen mussten.18,2 Dieser Erlass, der auch in außerbiblischen Quellen erwähnt wird, ist wahrscheinlich auf das Jahr 49 n. Chr. zu datieren. Die beiden luden Paulus zu sich ein18,2 W Er ging zu ihnen., 3und weil er dasselbe Handwerk ausübte wie sie – sie waren18,3 Od wie Aquila – beide waren. Zeltmacher18,3 Sattler (Hersteller von Lederwaren). –, blieb er bei ihnen und arbeitete ´in ihrem Geschäft mit`.

4Jeden Sabbat sprach Paulus in der Synagoge18,4 Od redete Paulus in der Synagoge mit denen, die dort versammelt waren. und versuchte, sowohl Juden als auch Griechen18,4 W Hellenen. Siehe die Anmerkung zu Kapitel 11,20. ´von der Wahrheit des Evangeliums` zu überzeugen18,4 Od und überzeugte sowohl Juden als auch Griechen ´von der Wahrheit des Evangeliums`..

5Als dann Silas und Timotheus, von Mazedonien kommend, in Korinth eintrafen, konnte Paulus seine ganze Zeit für die Verkündigung von Gottes Botschaft einsetzen18,5 W widmete Paulus sich ganz der Botschaft. Vielleicht überbrachten Silas und Timotheus eine Geldspende der Gemeinde von Philippi (einer bedeutenden mazedonischen Stadt), sodass Paulus nicht mehr selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen musste (siehe 2. Korinther 11,8.9 und Philipper 4,15.16)..18,5 Vielleicht überbrachten Silas und Timotheus eine Geldspende der Gemeinde von Philippi (einer bedeutenden mazedonischen Stadt), sodass Paulus nicht mehr selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen musste (siehe 2. Korinther 11,8.9 und Philipper 4,15.16). Mit allem Nachdruck bezeugte er den Juden, dass Jesus der Messias18,5 Od Christus. ist. 6Doch alles, was er dafür erntete, waren Anfeindungen und Beschimpfungen. Da schüttelte er18,6 W Doch als sie sich widersetzten und ihn beschimpften (od und ´Christus` verhöhnten), schüttelte er. den Staub von seinen Kleidern18,6 Zu dieser symbolischen Handlung vergleiche Kapitel 13,51 und siehe Lukas 9,5; 10,10-12. und erklärte: »Ihr habt es euch selbst zuzuschreiben, wenn das Gericht Gottes über euch hereinbricht!18,6 W »Euer Blut auf euren Kopf! Vergleiche 3. Mose 20,9; 2. Samuel 1,16; Hesekiel (Ezechiel) 33,5 und Matthäus 27,25. Mich trifft keine Schuld. Von jetzt ab wende ich mich an die Nichtjuden.« 7Er verließ die Synagoge und verkündete das Evangelium von da an bei18,7 W und ging in das Haus von. Titius Justus, ´einem Nichtjuden,` der an den Gott Israels glaubte18,7 W der Gott verehrte. und dessen Haus unmittelbar neben der Synagoge stand.

8In der Folge kam ´kein Geringerer als` Krispus, der Vorsteher der Synagoge, zum Glauben an den Herrn – er und alle, die in seinem Haus lebten. Auch viele andere Korinther, die ´Gottes Botschaft` hörten, glaubten18,8 Od Viele Korinther, die davon hörten, kamen ebenfalls zum Glauben. und ließen sich taufen.

9In einer nächtlichen Vision sagte der Herr zu Paulus: »Du brauchst dich nicht zu fürchten! Verkünde ´das Evangelium`, und lass dich durch nichts zum Schweigen bringen! 10Ich selbst bin bei dir, und niemand, der dich angreift, kann dir etwas anhaben. Denn mir gehört ein großes Volk in dieser Stadt.« 11So kam es, dass Paulus eineinhalb Jahre18,11 Od noch weitere eineinhalb Jahre. ´in Korinth` blieb, und in dieser ganzen Zeit unterrichtete er die Menschen in der Botschaft Gottes.

Ein wirkungsloser Angriff gegen Paulus

12Nachdem Gallio Prokonsul der Provinz Achaia geworden war18,12 Gallio, ein Bruder des Philosophen Seneca, verwaltete im Auftrag des römischen Senats von 51 bis 52 n. Chr. die Provinz Achaia; Regierungssitz war Korinth., verabredeten sich die Juden zu einer gemeinsamen Aktion gegen Paulus. Sie schleppten ihn vor den Richterstuhl ´auf dem Gerichtsplatz` 13und erklärten: »Dieser Mann verführt die Leute dazu, Gott auf eine Weise zu verehren, die gegen das Gesetz verstößt!«

14Paulus wollte gerade zu einer Entgegnung ansetzen, als Gallio zu den Anklägern18,14 W zu den Juden. sagte: »Werte Juden! Wenn es sich hier um ein Verbrechen oder ein böswilliges Vergehen handeln würde, wäre es meine Pflicht18,14 Od wäre es für mich selbstverständlich., auf eure Klage einzugehen. 15Da es aber lediglich um Begriffe und Namen geht und die Streitfragen alle mit eurem eigenen Gesetz zu tun haben18,15 W Da es aber Streitfragen sind über Worte (Begriffe, Formulierungen, Lehren) und Namen (Personen) und euer eigenes Gesetz., müsst ihr selbst sehen, ´wie ihr damit fertig werdet`. Ich jedenfalls bin nicht gewillt, in solchen Dingen ein Urteil zu fällen.« 16Damit ließ er sie vom Richterstuhl wegführen.

17Sie waren noch auf dem Gerichtsplatz, da fiel die Volksmenge, die dabeigestanden hatte,18,17 Od da fielen die Juden in ihrer Enttäuschung. W 17 Vor dem Richterstuhl fielen alle. über den Synagogenvorsteher Sosthenes her und verprügelte ihn. Aber Gallio kümmerte sich nicht im Geringsten darum.

Kurze Besuche in Ephesus und Jerusalem. Rückkehr nach Antiochia

18Paulus blieb danach noch einige Zeit ´in Korinth`. Schließlich nahm er Abschied von den Geschwistern und trat zusammen mit Priszilla und Aquila die Seereise nach Syrien an. Bevor sie in Kenchreä an Bord gingen, ließ er sich das Haar wieder schneiden, das er wegen eines Gelübdes hatte wachsen lassen.18,18 Wahrscheinlich handelte es sich um das so genannte Nasiräatsgelübde (4. Mose 6,1-21; vergleiche Apostelgeschichte 21,23.24). Möglicherweise hatte Paulus das Gelübde im Zusammenhang mit einer Bitte um Gottes Schutz für die Zeit in Korinth abgelegt. Mit dem Abschneiden der Haare beendete er nun die Weihezeit und brachte damit gleichzeitig seinen Dank für die erfahrene Bewahrung zum Ausdruck.

19Die Reise führte über Ephesus, wo Paulus Priszilla und Aquila zurückließ. Er selbst suchte ´vor der Weiterfahrt` die Synagoge der Stadt auf und sprach dort zu18,19 Od mit. den Juden. 20Sie baten ihn, länger zu bleiben, aber er ging nicht darauf ein, 21sondern verabschiedete sich von ihnen. »Wenn es Gottes Wille ist«, sagte er, »werde ich zu euch zurückkommen.« Dann brach er wieder auf.

22Das Schiff brachte ihn nach Cäsarea, wo er an Land ging. Er machte sich auf den Weg hinauf ´nach Jerusalem` und stattete der Gemeinde dort einen kurzen Besuch ab.18,22 Od Er suchte die ´dortige` Gemeinde auf und stattete ihr einen kurzen Besuch ab (w und grüßte sie). Schließlich kehrte er nach Antiochia zurück18,22 W ging er nach Antiochia hinunter..

Die dritte Missionsreise des Apostels Paulus (Kapitel 18,23 bis 21,16)

23Nachdem Paulus einige Zeit dort verbracht hatte, machte er sich erneut auf die Reise. Er zog zunächst durch das Gebiet von Galatien18,23 Vermutlich die Provinz Galatien (in deren Südteil die Städte Ikonion, Lystra, Derbe und das pisidische Antiochia lagen); nach anderer Auffassung: die Landschaft Galatien (im Norden der Provinz). und anschließend durch Phrygien, und überall stärkte er die Jünger18,23 Od Er zog durch das Gebiet von Galatien und von Phrygien (od durch den phrygischen Teil der Provinz Galatien), besuchte eine Gemeinde nach der anderen und stärkte alle Jünger. ´in ihrem Glauben`.

Apollos in Ephesus und in Korinth

24Um diese Zeit kam ein Jude namens Apollos nach Ephesus. Er stammte aus Alexandria, war ein glänzender Redner18,24 Od ein gelehrter Mann. und besaß eine umfassende Kenntnis der Heiligen Schrift18,24 Od und legte die Heilige Schrift mit großer Überzeugungskraft aus.. 25Darüber hinaus war er auch in der Lehre18,25 W im Weg. des Herrn unterwiesen worden. Überall sprach er mit glühender Begeisterung18,25 Od von Gottes Geist durchdrungen. W im Geist brennend. von Jesus und unterrichtete seine Zuhörer gewissenhaft und genau über das, was Jesus getan und gelehrt hatte18,25 W was Jesus betraf.. Allerdings kannte er keine andere Taufe als die von Johannes ´dem Täufer`.

26Dieser Apollos nun begann, in der Synagoge ´von Ephesus` frei und offen ´von Jesus` zu sprechen. Auch Priszilla und Aquila hörten ihn. Da luden sie ihn zu sich ein und erklärten ihm die Lehre18,26 W den Weg. Gottes noch genauer. 27Als Apollos dann in die Provinz Achaia reisen wollte, ermutigten ihn die Christen18,27 Od die leitenden Brüder der Gemeinde. W die Geschwister/Brüder. ´von Ephesus` zu diesem Schritt und gaben ihm einen Empfehlungsbrief mit, in dem sie die Jünger ´in Achaia` baten18,27 Od reisen wollte, gaben ihm die Christen ´von Ephesus` einen Empfehlungsbrief an die Jünger ´in Achaia` mit, in dem sie diese dazu ermutigten., ihn freundlich aufzunehmen. Und tatsächlich erwies sich Apollos dort mit seiner besonderen Gabe als eine große Hilfe für die Gläubigen18,27 Od dort durch Gottes Gnade als eine große Hilfe für die Gläubigen. Od dort als eine große Hilfe für die, die durch Gottes Gnade zum Glauben gekommen waren.. 28Denn er führte öffentliche Diskussionen mit den Juden, in denen er ihre Einwände mit überzeugenden Argumenten widerlegte und anhand der Schrift nachwies, dass Jesus der Messias18,28 Od Christus. ist.

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Paulus in Ephesus: Begegnung mit Nachfolgern Jesu, die den Heiligen Geist noch nicht erhalten haben

191Während Apollos in Korinth war, zog Paulus durch das ´kleinasiatische` Hochland19,1 Od durch das ´kleinasiatische` Binnenland. Od durch die weiter nördlich gelegenen Gebiete ´von Kleinasien`. und dann ´zur Küste` hinunter nach Ephesus. Dort traf er auf eine Gruppe von Jüngern, ´die seine Aufmerksamkeit auf sich zogen`. 2»Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als19,2 nachdem. ihr zum Glauben gekommen seid?«, fragte er sie. »Den Heiligen Geist empfangen?«, entgegneten sie. »Wir haben nicht einmal gehört, dass der Heilige Geist schon gekommen ist19,2 Od dass es überhaupt so etwas wie einen Heiligen Geist gibt.!« – 3»Was für eine Taufe ist denn an euch vollzogen worden?«, wollte Paulus wissen. »Die Taufe des Johannes«, erwiderten sie. 4Da sagte Paulus: »Johannes rief das israelitische Volk zur Umkehr auf und taufte die, die seinem Aufruf folgten. Aber er verband damit die Aufforderung19,4 W Johannes taufte mit der Taufe der Umkehr, wobei er das Volk aufforderte., an den zu glauben, der nach ihm kommen würde, nämlich an Jesus.« 5Als sie das hörten, ließen sie sich auf den Namen19,5 Od im Namen. von Jesus, dem Herrn, taufen. 6Und als Paulus ihnen dann die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie herab, und sie redeten in ´geistgewirkten` Sprachen und machten prophetische Aussagen. 7Es waren etwa zwölf Männer, die zu dieser Gruppe gehörten.

Lange und erfolgreiche Lehrtätigkeit

8Drei Monate lang ging Paulus ´regelmäßig` in die Synagoge ´von Ephesus` und sprach dort frei und offen über das Reich Gottes und alles, was damit zusammenhängt. Er diskutierte ´mit den Synagogenbesuchern` und versuchte sie ´von der Wahrheit seiner Botschaft` zu überzeugen19,8 Od und überzeugte sie ´von der Wahrheit seiner Botschaft`.. 9Doch einige von ihnen verschlossen sich dem, was er verkündete, und waren nicht bereit, das Evangelium anzunehmen19,9 W verschlossen sich und waren ungehorsam.. Statt dessen redeten sie vor allen Versammelten19,9 Od in aller Öffentlichkeit. abfällig über die neue Glaubensrichtung19,9 Od die neue Lehre. W den Weg.. Daraufhin brach Paulus den Kontakt mit ihnen ab. Zusammen mit denen, die Jünger des Herrn geworden waren, trennte er sich von der jüdischen Gemeinde19,9 W Daraufhin entfernte er sich von ihnen und sonderte die Jünger ab. und sprach19,9 Od und unterwies die Jünger. Od und redete mit den Leuten. von da an täglich im Lehrsaal eines Mannes namens Tyrannus. 10Das tat er volle zwei Jahre lang, sodass nach und nach die ganze Bevölkerung der Provinz Asien – Juden wie Nichtjuden19,10 W Hellenen (ebenso in Vers 17). Siehe die Anmerkung zu Kapitel 11,20. – die Botschaft des Herrn hörte.

Auseinandersetzungen mit dämonischen Mächten

11Dazu kam, dass Gott durch Paulus19,11 durch Handauflegung vonseiten des Paulus. W durch die Hände von Paulus. ganz außergewöhnliche Dinge19,11 W ganz außergewöhnliche Machttaten. geschehen ließ. 12Die Leute nahmen sogar Tücher, mit denen Paulus sich den Schweiß abgewischt19,12 Od den Kopf bedeckt., oder Schürzen, ´die er bei seiner handwerklichen Arbeit getragen hatte,` und legten sie auf die Kranken19,12 W 12 Man legte sogar Schweißtücher oder Schürzen, von seiner Haut kommend (d. h. die er getragen hatte), auf die Kranken. mit dem Ergebnis, dass die Krankheiten verschwanden und dass ´bei den Besessenen` die bösen Geister ausfuhren.

13Einige der jüdischen Geisterbeschwörer, die im Land umherzogen, versuchten, den Namen von Jesus, dem Herrn, ´für ihre Zwecke` zu gebrauchen. Sie sprachen ihn über den von bösen Geistern Besessenen aus, wobei sie folgende Formel benutzten: »Ich beschwöre euch bei dem Jesus, den Paulus verkündet!« 14Auch die sieben Söhne19,14 Od Auch sieben Söhne. eines gewissen Skevas, eines führenden jüdischen Priesters19,14 Od eines Juden von hohepriesterlicher Abstammung. Od eines ´selbsternannten` jüdischen Hohenpriesters., gingen so vor.19,14 14 Bei diesen Geisterbeschwörern handelte es sich um die sieben Söhne eines gewissen Skevas, eines führenden jüdischen Priesters. 15Doch ´eines Tages` gab ihnen der böse Geist, ´der in einem Besessenen war,` zur Antwort: »Jesus kenne ich, und wer Paulus ist, weiß ich ebenfalls; aber wer seid ihr16Und der Mensch, der von dem bösen Geist besessen war, stürzte sich auf sie, überwältigte sie alle19,16 überwältigte zwei von ihnen. und schlug sie so zusammen19,16 W und richtete sie so zu., dass sie blutend und mit zerrissenen Kleidern19,16 Od und nur mit dem Untergewand bekleidet. Od und nackt. aus dem Haus flohen. 17Von diesem Vorfall erfuhren alle, die in Ephesus wohnten, Juden wie Nichtjuden. Alle wurden von einer tiefen Ehrfurcht vor Gott ergriffen und priesen den Namen von Jesus, dem Herrn, für seine Größe.

18Auch traten jetzt viele von denen, die zum Glauben gekommen waren, ´vor die Gemeinde` und bekannten offen19,18 bekannten ´ihre Sünden` und gaben zu., sich mit okkulten Praktiken abgegeben zu haben19,18 Od und bekannten offen, was sie früher getan hatten. Od und gaben die geheimen magischen Formeln preis, die sie früher benutzt hatten. W und bekannten und berichteten ihre Taten. Taten ist hier vielleicht ein spezieller Ausdruck für bestimmte okkulte Praktiken.. 19Zahlreiche ´Christen`, die Zauberei getrieben hatten, brachten ihre Zauberbücher und verbrannten sie öffentlich. Als man den Wert der Bücher zusammenrechnete, kam man auf eine Summe von 50.000 Silberdrachmen.19,19 Die Drachme, eine Silbermünze, entsprach dem Tagelohn eines Arbeiters.

20Das alles trug dazu bei, dass die Botschaft des Herrn sich unaufhaltsam ausbreitete und einen immer größeren Einfluss gewann.19,20 W 20 Auf diese Weise wuchs die Botschaft des Herrn mit Macht (wuchs die Botschaft durch die Macht des Herrn) und wurde immer stärker.

Reisepläne

21Nach all diesen Ereignissen19,21 Als die zwei Jahre vorüber waren. fasste Paulus den Entschluss19,21 Od beschloss Paulus, von Gottes Geist geleitet. W nahm sich Paulus im Geist vor., über Mazedonien und Achaia nach Jerusalem zu reisen. »Und wenn ich dort gewesen bin«, erklärte er, »muss ich endlich auch Rom besuchen!« 22Er schickte zwei seiner Mitarbeiter, Timotheus und Erastus, nach Mazedonien voraus, blieb aber selbst noch eine Zeitlang in der Provinz Asien.

Aufruhr in Ephesus

23Während dieser Zeit kam es ´in Ephesus` wegen der neuen Glaubensrichtung19,23 W wegen des Weges. zu schweren Unruhen. 24Ausgelöst wurden sie durch Folgendes: Ein Silberschmied namens Demetrius leitete die Herstellung von silbernen Nachbildungen des Tempels der Göttin Artemis19,24 In manchen Bibelübersetzungen wird die griechische Göttin Artemis mit ihrem lateinischen Namen Diana bezeichnet. und verschaffte damit den Kunsthandwerkern ´der Stadt` beträchtliche Gewinne. 25Eines Tages nun organisierte Demetrius ein Treffen der Handwerker, ´die er selbst beschäftigte,` und aller anderen, die in diesem Gewerbe tätig waren. »Meine Freunde«, sagte er, »ihr wisst, dass wir unseren Wohlstand der Herstellung von Tempelnachbildungen verdanken. 26Nun habt ihr aber sicher schon miterlebt oder durch andere erfahren, dass dieser Paulus nicht nur hier in Ephesus, sondern beinahe überall in der Provinz Asien Scharen von Leuten den Kopf verdreht und sie auf Abwege führt. Denn er behauptet, Götter, die von Menschen19,26 W die mit Händen. gemacht werden, seien überhaupt keine Götter. 27Damit droht nicht nur unser Berufsstand in Misskredit zu geraten, nein, es besteht auch die Gefahr, dass jede Achtung vor dem Tempel der großen Göttin Artemis verloren geht! Am Ende kommt es noch dahin, dass die Göttin selbst ihr Ansehen einbüßt – sie, die doch in der ganzen Provinz Asien, ja von allen Bewohnern der Erde für ihre majestätische Größe verehrt wird.«

28Als die Versammelten das hörten, packte sie die Wut, und sie schrien: »Groß ist die Artemis von Ephesus!« 29Bald befand sich die ganze Stadt in hellem Aufruhr. Wie ein Mann stürmten die Menschen ins Amphitheater19,29 Hier wurden die Versammlungen der Bürger von Ephesus abgehalten. Das Amphitheater bot annähernd 25.000 Menschen Platz., wobei sie die Mazedonier Gaius und Aristarch, zwei Reisegefährten von Paulus, ergriffen und mitschleppten. 30´Als Paulus von diesen Vorgängen erfuhr,` wollte er persönlich vor die Volksmenge treten, aber die Jünger ließen es nicht zu. 31Und auch einige hohe Beamte der Provinzverwaltung19,31 W einige von den Asiarchen (den höchsten Beamten der Provinz Asien)., die freundschaftlich mit ihm verbunden waren, warnten ihn durch Boten davor, sich ins Theater zu begeben.

32´Im Theater,` wo sich das Volk versammelt hatte, herrschte ein unbeschreibliches Durcheinander; die einen schrien dies, die anderen das, und die meisten wussten nicht einmal, weshalb man überhaupt zusammengekommen war. 33Schließlich schickten die Juden Alexander nach vorn. Alexander ließ sich von einigen aus der Menge ´über den Anlass der Zusammenkunft` informieren und versuchte dann, sich mit einer Handbewegung Gehör zu verschaffen; er wollte vor dem Volk eine Erklärung zugunsten ´seiner Landsleute` abgeben.19,33 nach vorn, weshalb einige aus der Menge zu dem Schluss kamen, ´er sei für den Aufruhr verantwortlich`. Alexander versuchte sich mit einer Handbewegung Gehör zu verschaffen; er wollte vor dem Volk etwas zu seiner Verteidigung sagen. 34Doch sobald die Versammelten merkten, dass er Jude war, begannen sie alle wie aus einem Mund zwei Stunden lang zu schreien: »Groß ist die Artemis von Ephesus!«

35Endlich gelang es dem Stadtpräfekten, die aufgebrachte Menge zu beruhigen. »Bürger von Ephesus!«, rief er. »Gibt es einen einzigen Menschen, der nicht wüsste, dass unsere Stadt ´das Vorrecht hat`, Wächterin des Tempels der großen Artemis und Beschützerin ihres direkt vom Himmel gefallenen ´Standbildes` zu sein? 36Weil das nun einmal eine unbestreitbare Tatsache ist, müsst ihr euch ruhig verhalten und dürft euch zu keiner unüberlegten Handlung hinreißen lassen. 37Die Männer, die ihr hierher geschleppt habt, haben schließlich weder den Tempel entweiht19,37 Od beraubt. noch unsere Göttin verhöhnt. 38Wenn Demetrius und die Handwerker, die mit ihm gekommen sind, eine Anklage gegen jemand vorbringen wollen, fällt das in die Zuständigkeit der Prokonsuln19,38 Siehe die Anmerkung zu Kapitel 13,7., und es gibt dafür bestimmte Gerichtstage. Dort können ´die gegnerischen Parteien` ihren Streit austragen. 39Und solltet ihr – davon abgesehen – noch irgendwelche anderen Anliegen haben, muss darüber in einer ordnungsgemäß einberufenen Bürgerversammlung entschieden werden. 40Unserer Stadt droht nämlich angesichts der heutigen Vorkommnisse eine Anklage wegen Rebellion, und womit könnten wir uns dann rechtfertigen? Es gibt für diesen Aufruhr nicht den geringsten Grund!« Nach diesem Appell löste der Stadtpräfekt die Versammlung auf.