Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
16

Timotheus wird Mitarbeiter von Paulus

161Paulus kam auch wieder nach Derbe und nach Lystra. In Lystra lebte ein Jünger ´Jesu` namens Timotheus. Seine Mutter, die ebenfalls ´an Jesus` glaubte, war jüdischer Herkunft, während sein Vater Grieche16,1 W Hellene (hier gleichbedeutend mit Nichtjude). Siehe die Anmerkung zu Kapitel 11,20. war. 2Diesen Timotheus, über den die Christen von Lystra und Ikonion nur Gutes zu berichten wussten16,2 Od dem die Christen (w Geschwister) von Lystra und Ikonion ein gutes Zeugnis ausstellten., 3wollte Paulus auf die weitere Reise mitnehmen. Deshalb holte er ihn zu sich und ließ ihn aus Rücksicht auf die Juden jener Gegend beschneiden16,3 Od und beschnitt ihn aus Rücksicht auf die Juden jener Gegend (od jener Orte).; denn sie wussten alle, dass er einen griechischen Vater hatte16,3 Od gehabt hatte. W dass sein Vater ein Hellene (gewesen) war (zu Hellene siehe die Anmerkung zu Vers 1)..

Bekanntmachung der Jerusalemer Beschlüsse

4In allen Städten, durch die sie kamen, teilten Paulus und seine Begleiter den Christen16,4 W teilten sie ihnen. die Beschlüsse mit, die die Apostel und die Ältesten von Jerusalem gefasst hatten, und forderten sie auf, diese Anordnungen zu befolgen. 5Das führte dazu, dass die Gemeinden im Glauben gefestigt wurden und dass die Zahl der Christen täglich zunahm16,5 W und dass sie täglich an Zahl zunahmen..

Paulus hat eine Vision: Ein Mazedonier bittet ihn, in sein Land zu kommen

6Paulus und seine Begleiter zogen nun durch den Teil Phrygiens, der zur Provinz Galatien gehört16,6 Od zogen nun durch Phrygien und das Gebiet von Galatien.. Eigentlich hatten sie vorgehabt, die Botschaft ´Gottes` in der Provinz Asien16,6 Gedacht ist wahrscheinlich an die großen Städte im Westen der Provinz, vor allem an Ephesus. zu verkünden, aber der Heilige Geist hatte sie daran gehindert. 7Als sie sich dann Mysien näherten, versuchten sie, nach Bithynien weiterzureisen, aber auch das ließ der Geist Jesu nicht zu. 8Da zogen sie, ohne sich aufzuhalten, durch Mysien16,8 Od Da zogen sie an Mysien vorbei., bis sie in die Hafenstadt Troas kamen16,8 W bis sie nach Troas hinunterkamen..

9Dort hatte Paulus in der Nacht eine Vision. Er sah einen Mazedonier ´vor sich` stehen, der ihn bat: »Komm nach Mazedonien herüber und hilf uns!« 10Daraufhin suchten wir16,10 Hier beginnt der erste der drei so genannten »Wir-Berichte« (Kapitel 16,10-17; 20,5–21,18; 27,1–28,16). Durch die Einbeziehung seiner Person informiert der Autor der Apostelgeschichte den Leser darüber, dass er Paulus auf den betreffenden Reiseabschnitten begleitet hatte. unverzüglich nach einer Gelegenheit zur Überfahrt nach Mazedonien; denn wir waren überzeugt16,10 W denn wir schlossen daraus., dass Gott selbst uns ´durch diese Vision` dazu aufgerufen hatte, den Menschen dort das Evangelium zu bringen.

In Philippi: Bekehrung der Geschäftsfrau Lydia

11Nachdem unser Schiff von Troas ausgelaufen war, fuhren wir auf direktem Weg zur Insel Samothrake. Am folgenden Tag kamen wir nach Neapolis, 12und von dort ging die Reise ´landeinwärts` nach Philippi. Philippi, eine ´römische` Kolonie16,12 Die Bewohner einer römischen Kolonie (in erster Linie ausgediente Soldaten) besaßen das römische Bürgerrecht, das ihnen zahlreiche Privilegien verlieh und sie vor der Willkür der Provinzbehörden schützte (vergleiche die Verse 37 bis 39)., war die bedeutendste Stadt in diesem Teil16,12 Andere lesen mit Hinzufügung eines Buchstabens: war eine Stadt im ersten Bezirk. Die Provinz Mazedonien war in vier voneinander unabhängige Verwaltungsbezirke unterteilt. der Provinz Mazedonien.

Hier blieben wir einige Tage 13´und warteten, bis es Sabbat war`. Am Sabbat16,13 Od Hier verbrachten wir eine längere Zeit. 13 Am ´ersten` Sabbat ´unseres Aufenthalts`. gingen wir vor das Stadttor an den Fluss, wo wir eine jüdische Gebetsstätte vermuteten und dann auch tatsächlich einige Frauen antrafen, die sich dort versammelt hatten. Wir setzten uns zu ihnen und begannen mit ihnen zu reden.16,13 W wo wir eine Gebetsstätte vermuteten, und wir setzten uns und redeten mit/zu den Frauen, die zusammengekommen waren. 14Eine dieser Frauen – sie hieß Lydia – war eine Purpurhändlerin aus Thyatira16,14 Thyatira, in Lydien in der Provinz Asien gelegen und ursprünglich eine mazedonische Kolonie, war ein Handelszentrum für Purpurstoffe., die an den Gott Israels glaubte16,14 W die Gott verehrte.. Während sie uns zuhörte, öffnete ihr der Herr das Herz, so dass sie das, was Paulus sagte, bereitwillig aufnahm. 15Nachdem sie sich dann mit allen, die in ihrem Haus lebten, hatte taufen lassen, lud sie uns zu sich ein. »Wenn ihr überzeugt seid, dass ich ´jetzt eine Christin bin und` an den Herrn glaube16,15 dass ich dem Herrn treu bin.«, sagte sie, »dann kommt in mein Haus und seid meine Gäste!« Sie drängte uns ´so, dass wir einwilligten`.

Paulus treibt einen Wahrsagegeist aus …

16Eines Tages – wir waren gerade auf dem Weg zur Gebetsstätte – begegnete uns eine Frau, die von einem Wahrsagegeist besessen war; sie war eine Sklavin und brachte ihren Besitzern mit ihrer Wahrsagerei viel Geld ein. 17Die Frau lief hinter Paulus und uns anderen her und schrie in einem fort: »Diese Leute sind Diener des höchsten Gottes! Sie sagen euch, wie ihr gerettet werden könnt!16,17 W Sie verkünden euch den Weg der Rettung / zur Rettung!« 18So ging das viele Tage, bis Paulus es schließlich nicht mehr ertragen konnte. Er drehte sich um und sagte zu dem Wahrsagegeist: »Im Namen von Jesus Christus gebiete ich dir: Verlass diese Frau!« Im selben Augenblick verließ der Geist die Frau.

… und muss dafür zusammen mit Silas ins Gefängnis

19Als die Besitzer der Sklavin begriffen, dass mit dem Wahrsagegeist auch ihre Aussicht auf Gewinn verschwunden war16,19 W dass ihre Hoffnung auf Gewinn ausgefahren war., packten sie Paulus und Silas und schleppten sie zum Marktplatz, wo die Stadtbehörde ihren Sitz hatte. 20Sie führten sie den ´beiden` Prätoren vor, ´den höchsten Justizbeamten von Philippi,` und sagten: »Unsere ganze Stadt ist in Aufruhr wegen dieser Leute hier! Juden sind sie, 21und sie propagieren Sitten, die wir als römische Bürger nicht gutheißen können und die wir auf keinen Fall übernehmen dürfen.« 22Als dann auch noch die Volksmenge in diese Anschuldigungen einstimmte16,22 W die Volksmenge gegen sie auftrat., ließen die Prätoren Paulus und Silas die Kleider vom Leib reißen und ordneten an, sie mit der Rute16,22 Od mit dem Stock. Od mit der Peitsche. zu schlagen. 23Nachdem man ihnen eine große Zahl von Schlägen gegeben hatte, ließen die Prätoren sie ins Gefängnis werfen und wiesen den Gefängnisaufseher an, sie scharf zu bewachen. 24Das tat dieser dann auch: Er sperrte die beiden in die hinterste Zelle des Gefängnisses16,24 W 24 Dieser sperrte sie, als er einen solchen Befehl empfangen hatte, in das innere Gefängnis. und schloss ihre Füße in den Block16,24 Mit Löchern versehener hölzerner Block; ein Folterinstrument, das zugleich der Fluchtverhinderung diente..

Bekehrung des Gefängnisaufsehers

25Gegen Mitternacht beteten Paulus und Silas; sie priesen Gott mit Lobliedern, und die Mitgefangenen hörten ihnen zu. 26Plötzlich bebte die Erde so heftig, dass das Gebäude bis in seine Grundmauern erschüttert wurde. Im selben Augenblick sprangen sämtliche Türen auf, und die Ketten aller Gefangenen fielen zu Boden. 27Der Aufseher fuhr aus dem Schlaf hoch, und als er die Türen des Gefängnisses offen stehen sah, zog er sein Schwert und wollte sich töten, denn er dachte, die Gefangenen seien geflohen.16,27 Siehe die Anmerkung zu Kapitel 12,19. 28Doch Paulus rief, so laut er konnte: »Tu dir nichts an! Wir sind alle noch hier!« 29Da ließ der Aufseher Fackeln16,29 Od Lampen. bringen, stürzte in das Gefängnis und warf sich zitternd vor Paulus und Silas zu Boden. 30Während er sie dann nach draußen führte, fragte er sie: »Ihr Herren, was muss ich tun, damit ich gerettet werde?« 31Sie antworteten: »Glaube an Jesus, den Herrn, und du wirst gerettet werden, du und alle, die in deinem Haus leben!« 32Und sie verkündeten ihm und allen, die bei ihm im Haus wohnten, die Botschaft des Herrn.

33Der Gefängnisaufseher kümmerte sich noch in derselben Stunde, mitten in der Nacht, um Paulus und Silas und wusch ihnen das Blut von den Striemen ab. Dann ließen sich er und alle, die zu ihm gehörten, ohne zu zögern taufen. 34Anschließend führte er die beiden in sein Haus16,34 Od in das Obergeschoss seines Hauses. hinauf und ließ eine Mahlzeit für sie zubereiten. Er war überglücklich, dass er mit seinem ganzen Haus zum Glauben an Gott gefunden hatte.

Paulus und Silas werden rehabilitiert

35Am nächsten Morgen kamen die Gerichtsdiener im Auftrag der Prätoren ´zum Gefängnisaufseher` mit der Anweisung: »Lass diese Männer frei!« 36Der Aufseher berichtete Paulus davon. »Die Prätoren haben mir durch ihre Diener befohlen, euch freizulassen«, erklärte er. »Verlasst nun also das Gefängnis und zieht im Frieden ´Gottes` weiter16,36 Od das Gefängnis; ihr könnt ungehindert weiterziehen.37Da wandte sich Paulus an die Gerichtsdiener und sagte16,37 Od Doch Paulus ließ den Gerichtsdienern ausrichten.: »Erst haben sie uns ohne jedes Gerichtsverfahren16,37 Od ohne dass man uns eine Schuld nachgewiesen hätte. öffentlich schlagen lassen, obwohl wir das römische Bürgerrecht besitzen, dann haben sie uns ins Gefängnis geworfen, und jetzt wollen sie uns still und heimlich abschieben? Das kommt nicht in Frage! Sie sollen selbst hier erscheinen und uns persönlich aus dem Gefängnis herausführen!« 38Die Gerichtsdiener erstatteten den Prätoren Meldung und berichteten ihnen, was Paulus gesagt hatte. Als die Prätoren hörten, dass es sich bei diesen Männern um römische Bürger handelte, bekamen sie es mit der Angst zu tun. 39Sie begaben sich persönlich zu ihnen und entschuldigten sich16,39 Od und baten um Nachsicht. ´für das, was geschehen war`. Daraufhin führten sie die beiden aus dem Gefängnis und baten sie, die Stadt zu verlassen. 40Wieder in Freiheit, gingen Paulus und Silas zu Lydia, wo sie sich mit den Geschwistern16,40 mit den anderen Mitarbeitern (Timotheus und Lukas). trafen und ihnen Mut machten. Danach verließen sie die Stadt.

17

In Thessalonich: Erfolge und Anfeindungen

171Über Amphipolis und Apollonia kamen Paulus und Silas nach Thessalonich. Dort gab es eine jüdische Gemeinde17,1 W eine Synagoge.. 2Wie es seine Gewohnheit war, ging Paulus als Erstes in ihre Synagoge17,2 W ging Paulus zu ihnen hinein., wo er an drei aufeinanderfolgenden Sabbaten17,2 wo er während drei Wochen. zu17,2 Od mit. den Versammelten sprach. 3Er öffnete ihnen das Verständnis für die Aussagen der Schrift, die vom Leiden und Sterben des Messias17,3 Od Christus. Ebenso in der zweiten Vershälfte. und von seiner Auferstehung von den Toten sprechen, und zeigte ihnen, dass das alles ´nach Gottes Plan` so kommen musste.17,3 Siehe z. B. Psalm 16,8-11; 110; 118,22 und Jesaja 52,13–53,12. »Und ´deshalb`«, so sagte er, »ist der Jesus, den ich euch verkünde, niemand anders als der Messias, ´von dem die Schrift spricht`.«17,3 Od »Und dieser Messias, ´von dem die Schrift spricht`«, so sagte er, »ist niemand anders als der Jesus, den ich euch verkünde.«

4Einige der jüdischen Zuhörer ließen sich überzeugen und schlossen sich Paulus und Silas an. Außerdem ´kamen` zahlreiche Griechen17,4 W Hellenen. Siehe die Anmerkung zu Kapitel 11,20. ´zum Glauben`, die sich zur Synagogengemeinde hielten17,4 W die Gott verehrten., sowie17,4 Od darunter. eine ganze Reihe von Frauen aus der oberen Gesellschaftsschicht.

5Dieser Erfolg erregte den Neid derjenigen Juden, ´die vom Evangelium nichts wissen wollten`. Sie warben einige skrupellose Männer an, die sich auf dem Marktplatz herumtrieben, und wiegelten mit ihrer Hilfe die Volksmenge auf, sodass die ganze Stadt in Unruhe geriet. Dann zogen sie vor das Haus von Jason, ´bei dem Paulus und Silas zu Gast waren,` um die beiden von dort herauszuholen und vor die Bürgerversammlung zu stellen17,5 und der Volksmenge auszuliefern..

6Doch als sie Paulus und Silas nicht fanden, schleppten sie statt dessen Jason selbst und einige andere Christen17,6 W Geschwister. vor die Politarchen, ´die höchsten Beamten der Stadt,` und schrien: »Die Leute, die in der ganzen Welt für Aufruhr sorgen, sind jetzt auch hierher gekommen; 7Jason hat sie bei sich aufgenommen! Sie setzen sich alle über die Verordnungen des Kaisers hinweg, indem17,7 Od weil. sie behaupten, ein anderer sei der ´wahre` Herrscher, nämlich Jesus.«

8Die Stadtbevölkerung und die Politarchen waren tief beunruhigt, als sie das hörten, 9und erst nachdem Jason und die anderen ´Christen` eine Kaution hinterlegt hatten, wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt.17,9 Wahrscheinlich sollte die Zahlung einer Kaution sicherstellen, dass die »Unruhestifter« die Stadt sofort und für immer verließen. Nach damaliger römischer Rechtspraxis verfiel eine Kaution bei Wiederholung des Vergehens.

In Beröa: Große Aufgeschlossenheit für das Evangelium

10Noch in derselben Nacht17,10 Od Sobald die Nacht hereinbrach. ließen die Christen17,10 Od die leitenden Brüder der Gemeinde. W die Geschwister/Brüder. Ebenso in Vers 14. ´von Thessalonich` Paulus und Silas nach Beröa weiterziehen. Auch dort suchten die beiden ´zunächst einmal` die jüdische Synagoge auf. 11Die Juden in Beröa waren nicht so voreingenommen wie die in Thessalonich. Mit großer Bereitwilligkeit gingen sie auf das Evangelium von Jesus Christus17,11 W auf die Botschaft. ein, und sie studierten täglich die Heilige Schrift, um zu prüfen, ob das, was Paulus lehrte, mit den Aussagen der Schrift übereinstimmte17,11 W ob das sich so verhielt.. 12Die Folge war, dass viele von ihnen zum Glauben kamen, außerdem eine beträchtliche Zahl einflussreicher griechischer Frauen und eine ganze Reihe griechischer Männer17,12 Od einflussreicher (w vornehmer) griechischer Frauen und Männer..

13Als jedoch die Juden von Thessalonich erfuhren, dass Paulus jetzt in Beröa die Botschaft Gottes verkündete, reisten sie ihm nach und begannen auch dort, Unruhe zu stiften und die Volksmenge gegen ihn aufzuhetzen. 14Die Christen von Beröa reagierten sofort und schickten Paulus weiter, hinunter zur Küste. Silas und Timotheus hingegen blieben in Beröa. 15Einige ´Brüder` reisten mit Paulus und begleiteten ihn bis nach Athen. Er trug ihnen auf, Silas und Timotheus auszurichten, sie sollten so bald wie möglich nachkommen; dann kehrten sie nach Beröa zurück.

Paulus in Athen: Begegnung mit griechischen Philosophen

16Während Paulus nun in Athen auf die beiden wartete, sah er sich in der Stadt um. Empört und erschüttert stellte er fest, dass ihre Straßen von zahllosen Götterstatuen gesäumt waren17,16 W dass sie voller Götterbilder war., 17und er begann, ´mit den Leuten Gespräche zu führen`. In der Synagoge redete er mit den Juden und mit denen17,17 Od zu den Juden und zu denen., die sich zur jüdischen Gemeinde hielten17,17 W die Gott verehrten., und auf dem Marktplatz unterhielt er sich Tag für Tag mit denen, die er dort antraf.

18Dabei kam es auch zu Diskussionen mit epikureischen und stoischen Philosophen17,18 Anhänger von zwei bedeutenden Philosophenschulen, die in Athen beheimatet waren.. Einige von ihnen spotteten: »Was will eigentlich dieser sonderbare Vogel mit seinen aufgepickten Weisheiten? Glaubt er, er könne uns etwas beibringen?«17,18 W »Was will eigentlich dieser Samenaufpicker sagen?« Andere meinten: »Es scheint, als wolle er Propaganda für irgendwelche fremden17,18 Od ausländischen. Götter machen!« ´Zu diesem Schluss kamen sie,` weil sie Paulus, als er das Evangelium verkündete, von Jesus und von der Auferstehung reden hörten.17,18 Möglicherweise hielten die Zuhörer »Anástasis« (das griechische Wort für Auferstehung) für den Namen einer weiblichen Gottheit, die zusammen mit Jesus ein Götterpaar bildete.

19Schließlich nahmen sie Paulus in ihre Mitte und führten ihn vor den Areopag, ´den Stadtrat von Athen`.17,19 Der Areopag war ursprünglich die Regierung des selbstständigen Athener Stadtstaates und hatte seinen Sitz auf dem mitten in der Stadt gelegenen Hügel gleichen Namens. Unter römischer Oberherrschaft hatte der Areopag nur noch eingeschränkte Befugnisse. Er tagte jetzt in einem Gebäude am Athener Marktplatz und war unter anderem für Religionsangelegenheiten zuständig. – Nach anderer Auffassung ist hier vom Areopag-Hügel selbst die Rede, sodass zu übersetzen wäre: … und führten ihn auf den Areopag (und in Vers 22: Da stellte sich Paulus auf den höchsten Punkt des Areopags). »Dürften wir erfahren, was das für eine neue Lehre ist, die du da vertrittst?«, sagten sie. 20»Du redest über Dinge, die uns bisher noch nie zu Ohren gekommen sind, und es würde uns interessieren, worum es dabei eigentlich geht.« (21´Man muss dazu wissen, dass` sich sämtliche Einwohner Athens und sogar die Fremden, die sich nur vorübergehend in dieser Stadt aufhalten17,21 Od sämtliche Einwohner Athens, sogar die Fremden, die sich in dieser Stadt niedergelassen haben., ihre Zeit am liebsten damit vertreiben, stets das Allerneuste in Erfahrung zu bringen und es weiterzuerzählen.)

Aufruf an die Bürger von Athen, zum wahren Gott umzukehren

22Da trat Paulus vor die Ratsmitglieder und alle anderen, die zusammengekommen waren,17,22 W Da trat Paulus in die Mitte des Areopags. und begann: »Bürger von Athen! Ich habe mich mit eigenen Augen davon überzeugen können, dass ihr außergewöhnlich religiöse Leute seid.17,22 W Ich sehe, dass ihr in jeder Beziehung sehr religiös seid / Nach allem, was ich sehe, seid ihr sehr religiös. 23Als ich nämlich durch die Straßen eurer Stadt ging und mir eure Heiligtümer ansah, stieß ich auf einen Altar mit der Inschrift: ›Für einen unbekannten Gott‹. Ihr verehrt also ´ein göttliches Wesen`, ohne es zu kennen. Nun, gerade diese ´euch unbekannte Gottheit` verkünde ich euch.

24´Meine Botschaft handelt von` dem Gott, der die ganze Welt mit allem, was darin ist, geschaffen hat. Er, der Herr über Himmel und Erde, wohnt nicht in Tempeln, die von Menschen17,24 W von Händen. erbaut wurden. 25Er ist auch nicht darauf angewiesen, dass wir Menschen17,25 W dass Menschenhände. ihm dienen. Nicht er ist von uns abhängig, ´sondern wir von ihm`. Er ist es, der uns allen das Leben und die Luft zum Atmen gibt und uns mit allem versorgt, ´was wir zum Leben brauchen`. 26Aus einem einzigen ´Menschen` hat er alle Völker17,26 Od die ganze Menschheit. hervorgehen lassen. Er hat bestimmt, dass sich die Menschen über die ganze Erde ausbreiten, und hat festgelegt, wie lange jedes Volk bestehen und in welchem Gebiet es leben soll17,26 Od ausbreiten. Er hat den Ablauf der Jahreszeiten festgelegt und hat den Menschen / den Völkern bewohnbare Gebiete zugewiesen. W Er hat festgesetzte Zeiten und die Grenzen ihres Wohngebiets bestimmt..

27´Mit allem, was er tat,` wollte er die Menschen dazu bringen, nach ihm zu fragen; er wollte, dass sie – wenn irgend möglich – in Kontakt mit ihm kommen17,27 W ihn ertasten. und ihn finden. Er ist ja für keinen von uns in ´unerreichbarer` Ferne. 28Denn in ihm17,28 Od durch ihn., ´dessen Gegenwart alles durchdringt,` leben wir, bestehen wir17,28 W bewegen wir uns. und sind wir.17,28 Vers 28a enthält Anklänge an einen Ausspruch, der dem kretischen, zeitweise in Athen wirkenden Dichter Epimenides (6. Jahrhundert v. Chr.) zugeschrieben wird. Oder, wie es einige eurer eigenen Dichter ausgedrückt haben: ›Er ist es, von dem wir abstammen.‹17,28 Zitat aus den Werken der beiden kleinasiatischen Dichter Aratus und Kleanthes, die im 4./3. Jahrhundert v. Chr. lebten und beide den griechischen Stoikern nahestanden.

29Wenn wir nun aber von Gott abstammen, dürfen wir nicht meinen, die Gottheit gleiche ´jenen Statuen aus` Gold, Silber oder Stein, die das Produkt menschlicher Erfindungskraft und Kunstfertigkeit sind. 30In der Vergangenheit hat Gott gnädig über die Verfehlungen hinweggesehen, die die Menschen in ihrer Unwissenheit begangen haben.17,30 W 30 Die Zeiten der Unwissenheit hat Gott übersehen. Doch jetzt fordert er alle Menschen an allen Orten zur Umkehr auf. 31Er hat nämlich einen Tag festgesetzt, an dem er durch einen von ihm bestimmten Mann über die ganze Menschheit Gericht halten und über alle ein gerechtes Urteil sprechen wird. Diesen Mann hat er vor aller Welt ´als den künftigen Richter` bestätigt17,31 ein gerechtes Urteil sprechen wird. Zugleich hat er allen die Möglichkeit des Glaubens angeboten (w hat er allen den Beweis / den Glauben gewährt)., indem er ihn von den Toten auferweckt hat.«

Unterschiedliche Reaktionen

32Als Paulus von der Auferstehung der Toten sprach, brach ein Teil der Zuhörer in Gelächter aus, und andere sagten: »Über dieses Thema wollen wir zu einem späteren Zeitpunkt mehr von dir erfahren.« 33Damit endete die Anhörung, und Paulus verließ die Ratsversammlung.17,33 W 33 So ging Paulus aus ihrer Mitte weg.

34Doch einige Leute schlossen sich ihm an und kamen zum Glauben, so zum Beispiel Dionysios, ein Mitglied des Stadtrats17,34 W Dionysios, der Areopagite., und eine Frau namens Damaris; und es gab noch andere, die zusammen mit diesen beiden ´an Jesus glaubten`.

18

Erfolgreiche Tätigkeit in Korinth

181Bald darauf verließ Paulus Athen und ging nach Korinth. 2Dort lernte er Aquila kennen, einen Juden18,2 Wahrscheinlich waren Aquila und Priszilla bereits Christen, als sie Paulus kennen lernten., der aus ´der Provinz` Pontus stammte. Aquila und seine Frau Priszilla waren erst kurz zuvor aus Italien gekommen, weil ´Kaiser` Klaudius ein Edikt erlassen hatte, wonach alle Juden Rom verlassen mussten.18,2 Dieser Erlass, der auch in außerbiblischen Quellen erwähnt wird, ist wahrscheinlich auf das Jahr 49 n. Chr. zu datieren. Die beiden luden Paulus zu sich ein18,2 W Er ging zu ihnen., 3und weil er dasselbe Handwerk ausübte wie sie – sie waren18,3 Od wie Aquila – beide waren. Zeltmacher18,3 Sattler (Hersteller von Lederwaren). –, blieb er bei ihnen und arbeitete ´in ihrem Geschäft mit`.

4Jeden Sabbat sprach Paulus in der Synagoge18,4 Od redete Paulus in der Synagoge mit denen, die dort versammelt waren. und versuchte, sowohl Juden als auch Griechen18,4 W Hellenen. Siehe die Anmerkung zu Kapitel 11,20. ´von der Wahrheit des Evangeliums` zu überzeugen18,4 Od und überzeugte sowohl Juden als auch Griechen ´von der Wahrheit des Evangeliums`..

5Als dann Silas und Timotheus, von Mazedonien kommend, in Korinth eintrafen, konnte Paulus seine ganze Zeit für die Verkündigung von Gottes Botschaft einsetzen18,5 W widmete Paulus sich ganz der Botschaft. Vielleicht überbrachten Silas und Timotheus eine Geldspende der Gemeinde von Philippi (einer bedeutenden mazedonischen Stadt), sodass Paulus nicht mehr selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen musste (siehe 2. Korinther 11,8.9 und Philipper 4,15.16)..18,5 Vielleicht überbrachten Silas und Timotheus eine Geldspende der Gemeinde von Philippi (einer bedeutenden mazedonischen Stadt), sodass Paulus nicht mehr selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen musste (siehe 2. Korinther 11,8.9 und Philipper 4,15.16). Mit allem Nachdruck bezeugte er den Juden, dass Jesus der Messias18,5 Od Christus. ist. 6Doch alles, was er dafür erntete, waren Anfeindungen und Beschimpfungen. Da schüttelte er18,6 W Doch als sie sich widersetzten und ihn beschimpften (od und ´Christus` verhöhnten), schüttelte er. den Staub von seinen Kleidern18,6 Zu dieser symbolischen Handlung vergleiche Kapitel 13,51 und siehe Lukas 9,5; 10,10-12. und erklärte: »Ihr habt es euch selbst zuzuschreiben, wenn das Gericht Gottes über euch hereinbricht!18,6 W »Euer Blut auf euren Kopf! Vergleiche 3. Mose 20,9; 2. Samuel 1,16; Hesekiel (Ezechiel) 33,5 und Matthäus 27,25. Mich trifft keine Schuld. Von jetzt ab wende ich mich an die Nichtjuden.« 7Er verließ die Synagoge und verkündete das Evangelium von da an bei18,7 W und ging in das Haus von. Titius Justus, ´einem Nichtjuden,` der an den Gott Israels glaubte18,7 W der Gott verehrte. und dessen Haus unmittelbar neben der Synagoge stand.

8In der Folge kam ´kein Geringerer als` Krispus, der Vorsteher der Synagoge, zum Glauben an den Herrn – er und alle, die in seinem Haus lebten. Auch viele andere Korinther, die ´Gottes Botschaft` hörten, glaubten18,8 Od Viele Korinther, die davon hörten, kamen ebenfalls zum Glauben. und ließen sich taufen.

9In einer nächtlichen Vision sagte der Herr zu Paulus: »Du brauchst dich nicht zu fürchten! Verkünde ´das Evangelium`, und lass dich durch nichts zum Schweigen bringen! 10Ich selbst bin bei dir, und niemand, der dich angreift, kann dir etwas anhaben. Denn mir gehört ein großes Volk in dieser Stadt.« 11So kam es, dass Paulus eineinhalb Jahre18,11 Od noch weitere eineinhalb Jahre. ´in Korinth` blieb, und in dieser ganzen Zeit unterrichtete er die Menschen in der Botschaft Gottes.

Ein wirkungsloser Angriff gegen Paulus

12Nachdem Gallio Prokonsul der Provinz Achaia geworden war18,12 Gallio, ein Bruder des Philosophen Seneca, verwaltete im Auftrag des römischen Senats von 51 bis 52 n. Chr. die Provinz Achaia; Regierungssitz war Korinth., verabredeten sich die Juden zu einer gemeinsamen Aktion gegen Paulus. Sie schleppten ihn vor den Richterstuhl ´auf dem Gerichtsplatz` 13und erklärten: »Dieser Mann verführt die Leute dazu, Gott auf eine Weise zu verehren, die gegen das Gesetz verstößt!«

14Paulus wollte gerade zu einer Entgegnung ansetzen, als Gallio zu den Anklägern18,14 W zu den Juden. sagte: »Werte Juden! Wenn es sich hier um ein Verbrechen oder ein böswilliges Vergehen handeln würde, wäre es meine Pflicht18,14 Od wäre es für mich selbstverständlich., auf eure Klage einzugehen. 15Da es aber lediglich um Begriffe und Namen geht und die Streitfragen alle mit eurem eigenen Gesetz zu tun haben18,15 W Da es aber Streitfragen sind über Worte (Begriffe, Formulierungen, Lehren) und Namen (Personen) und euer eigenes Gesetz., müsst ihr selbst sehen, ´wie ihr damit fertig werdet`. Ich jedenfalls bin nicht gewillt, in solchen Dingen ein Urteil zu fällen.« 16Damit ließ er sie vom Richterstuhl wegführen.

17Sie waren noch auf dem Gerichtsplatz, da fiel die Volksmenge, die dabeigestanden hatte,18,17 Od da fielen die Juden in ihrer Enttäuschung. W 17 Vor dem Richterstuhl fielen alle. über den Synagogenvorsteher Sosthenes her und verprügelte ihn. Aber Gallio kümmerte sich nicht im Geringsten darum.

Kurze Besuche in Ephesus und Jerusalem. Rückkehr nach Antiochia

18Paulus blieb danach noch einige Zeit ´in Korinth`. Schließlich nahm er Abschied von den Geschwistern und trat zusammen mit Priszilla und Aquila die Seereise nach Syrien an. Bevor sie in Kenchreä an Bord gingen, ließ er sich das Haar wieder schneiden, das er wegen eines Gelübdes hatte wachsen lassen.18,18 Wahrscheinlich handelte es sich um das so genannte Nasiräatsgelübde (4. Mose 6,1-21; vergleiche Apostelgeschichte 21,23.24). Möglicherweise hatte Paulus das Gelübde im Zusammenhang mit einer Bitte um Gottes Schutz für die Zeit in Korinth abgelegt. Mit dem Abschneiden der Haare beendete er nun die Weihezeit und brachte damit gleichzeitig seinen Dank für die erfahrene Bewahrung zum Ausdruck.

19Die Reise führte über Ephesus, wo Paulus Priszilla und Aquila zurückließ. Er selbst suchte ´vor der Weiterfahrt` die Synagoge der Stadt auf und sprach dort zu18,19 Od mit. den Juden. 20Sie baten ihn, länger zu bleiben, aber er ging nicht darauf ein, 21sondern verabschiedete sich von ihnen. »Wenn es Gottes Wille ist«, sagte er, »werde ich zu euch zurückkommen.« Dann brach er wieder auf.

22Das Schiff brachte ihn nach Cäsarea, wo er an Land ging. Er machte sich auf den Weg hinauf ´nach Jerusalem` und stattete der Gemeinde dort einen kurzen Besuch ab.18,22 Od Er suchte die ´dortige` Gemeinde auf und stattete ihr einen kurzen Besuch ab (w und grüßte sie). Schließlich kehrte er nach Antiochia zurück18,22 W ging er nach Antiochia hinunter..

Die dritte Missionsreise des Apostels Paulus (Kapitel 18,23 bis 21,16)

23Nachdem Paulus einige Zeit dort verbracht hatte, machte er sich erneut auf die Reise. Er zog zunächst durch das Gebiet von Galatien18,23 Vermutlich die Provinz Galatien (in deren Südteil die Städte Ikonion, Lystra, Derbe und das pisidische Antiochia lagen); nach anderer Auffassung: die Landschaft Galatien (im Norden der Provinz). und anschließend durch Phrygien, und überall stärkte er die Jünger18,23 Od Er zog durch das Gebiet von Galatien und von Phrygien (od durch den phrygischen Teil der Provinz Galatien), besuchte eine Gemeinde nach der anderen und stärkte alle Jünger. ´in ihrem Glauben`.

Apollos in Ephesus und in Korinth

24Um diese Zeit kam ein Jude namens Apollos nach Ephesus. Er stammte aus Alexandria, war ein glänzender Redner18,24 Od ein gelehrter Mann. und besaß eine umfassende Kenntnis der Heiligen Schrift18,24 Od und legte die Heilige Schrift mit großer Überzeugungskraft aus.. 25Darüber hinaus war er auch in der Lehre18,25 W im Weg. des Herrn unterwiesen worden. Überall sprach er mit glühender Begeisterung18,25 Od von Gottes Geist durchdrungen. W im Geist brennend. von Jesus und unterrichtete seine Zuhörer gewissenhaft und genau über das, was Jesus getan und gelehrt hatte18,25 W was Jesus betraf.. Allerdings kannte er keine andere Taufe als die von Johannes ´dem Täufer`.

26Dieser Apollos nun begann, in der Synagoge ´von Ephesus` frei und offen ´von Jesus` zu sprechen. Auch Priszilla und Aquila hörten ihn. Da luden sie ihn zu sich ein und erklärten ihm die Lehre18,26 W den Weg. Gottes noch genauer. 27Als Apollos dann in die Provinz Achaia reisen wollte, ermutigten ihn die Christen18,27 Od die leitenden Brüder der Gemeinde. W die Geschwister/Brüder. ´von Ephesus` zu diesem Schritt und gaben ihm einen Empfehlungsbrief mit, in dem sie die Jünger ´in Achaia` baten18,27 Od reisen wollte, gaben ihm die Christen ´von Ephesus` einen Empfehlungsbrief an die Jünger ´in Achaia` mit, in dem sie diese dazu ermutigten., ihn freundlich aufzunehmen. Und tatsächlich erwies sich Apollos dort mit seiner besonderen Gabe als eine große Hilfe für die Gläubigen18,27 Od dort durch Gottes Gnade als eine große Hilfe für die Gläubigen. Od dort als eine große Hilfe für die, die durch Gottes Gnade zum Glauben gekommen waren.. 28Denn er führte öffentliche Diskussionen mit den Juden, in denen er ihre Einwände mit überzeugenden Argumenten widerlegte und anhand der Schrift nachwies, dass Jesus der Messias18,28 Od Christus. ist.