Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Timotheus wird Mitarbeiter von Paulus

161Paulus kam auch wieder nach Derbe und nach Lystra. In Lystra lebte ein Jünger ´Jesu` namens Timotheus. Seine Mutter, die ebenfalls ´an Jesus` glaubte, war jüdischer Herkunft, während sein Vater Grieche16,1 W Hellene (hier gleichbedeutend mit Nichtjude). Siehe die Anmerkung zu Kapitel 11,20. war. 2Diesen Timotheus, über den die Christen von Lystra und Ikonion nur Gutes zu berichten wussten16,2 Od dem die Christen (w Geschwister) von Lystra und Ikonion ein gutes Zeugnis ausstellten., 3wollte Paulus auf die weitere Reise mitnehmen. Deshalb holte er ihn zu sich und ließ ihn aus Rücksicht auf die Juden jener Gegend beschneiden16,3 Od und beschnitt ihn aus Rücksicht auf die Juden jener Gegend (od jener Orte).; denn sie wussten alle, dass er einen griechischen Vater hatte16,3 Od gehabt hatte. W dass sein Vater ein Hellene (gewesen) war (zu Hellene siehe die Anmerkung zu Vers 1)..

Bekanntmachung der Jerusalemer Beschlüsse

4In allen Städten, durch die sie kamen, teilten Paulus und seine Begleiter den Christen16,4 W teilten sie ihnen. die Beschlüsse mit, die die Apostel und die Ältesten von Jerusalem gefasst hatten, und forderten sie auf, diese Anordnungen zu befolgen. 5Das führte dazu, dass die Gemeinden im Glauben gefestigt wurden und dass die Zahl der Christen täglich zunahm16,5 W und dass sie täglich an Zahl zunahmen..

Paulus hat eine Vision: Ein Mazedonier bittet ihn, in sein Land zu kommen

6Paulus und seine Begleiter zogen nun durch den Teil Phrygiens, der zur Provinz Galatien gehört16,6 Od zogen nun durch Phrygien und das Gebiet von Galatien.. Eigentlich hatten sie vorgehabt, die Botschaft ´Gottes` in der Provinz Asien16,6 Gedacht ist wahrscheinlich an die großen Städte im Westen der Provinz, vor allem an Ephesus. zu verkünden, aber der Heilige Geist hatte sie daran gehindert. 7Als sie sich dann Mysien näherten, versuchten sie, nach Bithynien weiterzureisen, aber auch das ließ der Geist Jesu nicht zu. 8Da zogen sie, ohne sich aufzuhalten, durch Mysien16,8 Od Da zogen sie an Mysien vorbei., bis sie in die Hafenstadt Troas kamen16,8 W bis sie nach Troas hinunterkamen..

9Dort hatte Paulus in der Nacht eine Vision. Er sah einen Mazedonier ´vor sich` stehen, der ihn bat: »Komm nach Mazedonien herüber und hilf uns!« 10Daraufhin suchten wir16,10 Hier beginnt der erste der drei so genannten »Wir-Berichte« (Kapitel 16,10-17; 20,5–21,18; 27,1–28,16). Durch die Einbeziehung seiner Person informiert der Autor der Apostelgeschichte den Leser darüber, dass er Paulus auf den betreffenden Reiseabschnitten begleitet hatte. unverzüglich nach einer Gelegenheit zur Überfahrt nach Mazedonien; denn wir waren überzeugt16,10 W denn wir schlossen daraus., dass Gott selbst uns ´durch diese Vision` dazu aufgerufen hatte, den Menschen dort das Evangelium zu bringen.

In Philippi: Bekehrung der Geschäftsfrau Lydia

11Nachdem unser Schiff von Troas ausgelaufen war, fuhren wir auf direktem Weg zur Insel Samothrake. Am folgenden Tag kamen wir nach Neapolis, 12und von dort ging die Reise ´landeinwärts` nach Philippi. Philippi, eine ´römische` Kolonie16,12 Die Bewohner einer römischen Kolonie (in erster Linie ausgediente Soldaten) besaßen das römische Bürgerrecht, das ihnen zahlreiche Privilegien verlieh und sie vor der Willkür der Provinzbehörden schützte (vergleiche die Verse 37 bis 39)., war die bedeutendste Stadt in diesem Teil16,12 Andere lesen mit Hinzufügung eines Buchstabens: war eine Stadt im ersten Bezirk. Die Provinz Mazedonien war in vier voneinander unabhängige Verwaltungsbezirke unterteilt. der Provinz Mazedonien.

Hier blieben wir einige Tage 13´und warteten, bis es Sabbat war`. Am Sabbat16,13 Od Hier verbrachten wir eine längere Zeit. 13 Am ´ersten` Sabbat ´unseres Aufenthalts`. gingen wir vor das Stadttor an den Fluss, wo wir eine jüdische Gebetsstätte vermuteten und dann auch tatsächlich einige Frauen antrafen, die sich dort versammelt hatten. Wir setzten uns zu ihnen und begannen mit ihnen zu reden.16,13 W wo wir eine Gebetsstätte vermuteten, und wir setzten uns und redeten mit/zu den Frauen, die zusammengekommen waren. 14Eine dieser Frauen – sie hieß Lydia – war eine Purpurhändlerin aus Thyatira16,14 Thyatira, in Lydien in der Provinz Asien gelegen und ursprünglich eine mazedonische Kolonie, war ein Handelszentrum für Purpurstoffe., die an den Gott Israels glaubte16,14 W die Gott verehrte.. Während sie uns zuhörte, öffnete ihr der Herr das Herz, so dass sie das, was Paulus sagte, bereitwillig aufnahm. 15Nachdem sie sich dann mit allen, die in ihrem Haus lebten, hatte taufen lassen, lud sie uns zu sich ein. »Wenn ihr überzeugt seid, dass ich ´jetzt eine Christin bin und` an den Herrn glaube16,15 dass ich dem Herrn treu bin.«, sagte sie, »dann kommt in mein Haus und seid meine Gäste!« Sie drängte uns ´so, dass wir einwilligten`.

Paulus treibt einen Wahrsagegeist aus …

16Eines Tages – wir waren gerade auf dem Weg zur Gebetsstätte – begegnete uns eine Frau, die von einem Wahrsagegeist besessen war; sie war eine Sklavin und brachte ihren Besitzern mit ihrer Wahrsagerei viel Geld ein. 17Die Frau lief hinter Paulus und uns anderen her und schrie in einem fort: »Diese Leute sind Diener des höchsten Gottes! Sie sagen euch, wie ihr gerettet werden könnt!16,17 W Sie verkünden euch den Weg der Rettung / zur Rettung!« 18So ging das viele Tage, bis Paulus es schließlich nicht mehr ertragen konnte. Er drehte sich um und sagte zu dem Wahrsagegeist: »Im Namen von Jesus Christus gebiete ich dir: Verlass diese Frau!« Im selben Augenblick verließ der Geist die Frau.

… und muss dafür zusammen mit Silas ins Gefängnis

19Als die Besitzer der Sklavin begriffen, dass mit dem Wahrsagegeist auch ihre Aussicht auf Gewinn verschwunden war16,19 W dass ihre Hoffnung auf Gewinn ausgefahren war., packten sie Paulus und Silas und schleppten sie zum Marktplatz, wo die Stadtbehörde ihren Sitz hatte. 20Sie führten sie den ´beiden` Prätoren vor, ´den höchsten Justizbeamten von Philippi,` und sagten: »Unsere ganze Stadt ist in Aufruhr wegen dieser Leute hier! Juden sind sie, 21und sie propagieren Sitten, die wir als römische Bürger nicht gutheißen können und die wir auf keinen Fall übernehmen dürfen.« 22Als dann auch noch die Volksmenge in diese Anschuldigungen einstimmte16,22 W die Volksmenge gegen sie auftrat., ließen die Prätoren Paulus und Silas die Kleider vom Leib reißen und ordneten an, sie mit der Rute16,22 Od mit dem Stock. Od mit der Peitsche. zu schlagen. 23Nachdem man ihnen eine große Zahl von Schlägen gegeben hatte, ließen die Prätoren sie ins Gefängnis werfen und wiesen den Gefängnisaufseher an, sie scharf zu bewachen. 24Das tat dieser dann auch: Er sperrte die beiden in die hinterste Zelle des Gefängnisses16,24 W 24 Dieser sperrte sie, als er einen solchen Befehl empfangen hatte, in das innere Gefängnis. und schloss ihre Füße in den Block16,24 Mit Löchern versehener hölzerner Block; ein Folterinstrument, das zugleich der Fluchtverhinderung diente..

Bekehrung des Gefängnisaufsehers

25Gegen Mitternacht beteten Paulus und Silas; sie priesen Gott mit Lobliedern, und die Mitgefangenen hörten ihnen zu. 26Plötzlich bebte die Erde so heftig, dass das Gebäude bis in seine Grundmauern erschüttert wurde. Im selben Augenblick sprangen sämtliche Türen auf, und die Ketten aller Gefangenen fielen zu Boden. 27Der Aufseher fuhr aus dem Schlaf hoch, und als er die Türen des Gefängnisses offen stehen sah, zog er sein Schwert und wollte sich töten, denn er dachte, die Gefangenen seien geflohen.16,27 Siehe die Anmerkung zu Kapitel 12,19. 28Doch Paulus rief, so laut er konnte: »Tu dir nichts an! Wir sind alle noch hier!« 29Da ließ der Aufseher Fackeln16,29 Od Lampen. bringen, stürzte in das Gefängnis und warf sich zitternd vor Paulus und Silas zu Boden. 30Während er sie dann nach draußen führte, fragte er sie: »Ihr Herren, was muss ich tun, damit ich gerettet werde?« 31Sie antworteten: »Glaube an Jesus, den Herrn, und du wirst gerettet werden, du und alle, die in deinem Haus leben!« 32Und sie verkündeten ihm und allen, die bei ihm im Haus wohnten, die Botschaft des Herrn.

33Der Gefängnisaufseher kümmerte sich noch in derselben Stunde, mitten in der Nacht, um Paulus und Silas und wusch ihnen das Blut von den Striemen ab. Dann ließen sich er und alle, die zu ihm gehörten, ohne zu zögern taufen. 34Anschließend führte er die beiden in sein Haus16,34 Od in das Obergeschoss seines Hauses. hinauf und ließ eine Mahlzeit für sie zubereiten. Er war überglücklich, dass er mit seinem ganzen Haus zum Glauben an Gott gefunden hatte.

Paulus und Silas werden rehabilitiert

35Am nächsten Morgen kamen die Gerichtsdiener im Auftrag der Prätoren ´zum Gefängnisaufseher` mit der Anweisung: »Lass diese Männer frei!« 36Der Aufseher berichtete Paulus davon. »Die Prätoren haben mir durch ihre Diener befohlen, euch freizulassen«, erklärte er. »Verlasst nun also das Gefängnis und zieht im Frieden ´Gottes` weiter16,36 Od das Gefängnis; ihr könnt ungehindert weiterziehen.37Da wandte sich Paulus an die Gerichtsdiener und sagte16,37 Od Doch Paulus ließ den Gerichtsdienern ausrichten.: »Erst haben sie uns ohne jedes Gerichtsverfahren16,37 Od ohne dass man uns eine Schuld nachgewiesen hätte. öffentlich schlagen lassen, obwohl wir das römische Bürgerrecht besitzen, dann haben sie uns ins Gefängnis geworfen, und jetzt wollen sie uns still und heimlich abschieben? Das kommt nicht in Frage! Sie sollen selbst hier erscheinen und uns persönlich aus dem Gefängnis herausführen!« 38Die Gerichtsdiener erstatteten den Prätoren Meldung und berichteten ihnen, was Paulus gesagt hatte. Als die Prätoren hörten, dass es sich bei diesen Männern um römische Bürger handelte, bekamen sie es mit der Angst zu tun. 39Sie begaben sich persönlich zu ihnen und entschuldigten sich16,39 Od und baten um Nachsicht. ´für das, was geschehen war`. Daraufhin führten sie die beiden aus dem Gefängnis und baten sie, die Stadt zu verlassen. 40Wieder in Freiheit, gingen Paulus und Silas zu Lydia, wo sie sich mit den Geschwistern16,40 mit den anderen Mitarbeitern (Timotheus und Lukas). trafen und ihnen Mut machten. Danach verließen sie die Stadt.