Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Die erste Missionsreise des Apostels Paulus (Kapitel 13,1 bis 14,28)

Aussendung von Barnabas und Saulus durch die Gemeinde in Antiochia

131In der Gemeinde von Antiochia gab es eine Reihe von Propheten und Lehrern: Barnabas13,1 Od und Lehrern, darunter Barnabas., Simeon, genannt »der Schwarze«13,1 Od Simeon mit dem Beinamen Niger (lateinisch für »schwarz«). Simeon war vielleicht von dunkler Hautfarbe., Luzius aus Zyrene, Manaën, der zusammen mit dem Fürsten Herodes13,1 Herodes Antipas, Sohn von Herodes dem Großen und Onkel von Herodes Agrippa I. (siehe die Anmerkung zu Kapitel 12,1), herrschte von 4 v. Chr. bis 39 n. Chr. über Galiläa und Peräa. Seine Bezeichnung als Fürst (griechisch Tetrarch – eigentlich »Viertelsfürst«, d. h. Herrscher über den vierten Teil eines Gebiets) weist auf seinen weniger bedeutenden Rang hin. aufgewachsen war13,1 Od Manaën, einen Jugendgefährten (od einen vertrauten Freund) des Fürsten Herodes., und Saulus. 2Eines Tages, während die Gemeinde dem Herrn mit Gebet und Fasten diente13,2 Od während diese Männer dem Herrn mit Gebet und Fasten dienten. W während sie dem Herrn dienten und fasteten., sagte der Heilige Geist: »Stellt mir Barnabas und Saulus für die Aufgabe frei, zu der ich sie berufen habe!« 3Da legte man13,3 Od Da legten die Propheten und Lehrer. den beiden nach weiterem Fasten und Beten die Hände auf und ließ sie ziehen13,3 Od und schickten sie los..

Auf Zypern: Zusammenstoß mit einem jüdischen Magier, Erfolg bei dem Prokonsul der Insel

4Auf diese Weise vom Heiligen Geist ausgesandt, gingen Barnabas und Saulus nach Seleuzia hinunter und nahmen dort ein Schiff, das nach Zypern fuhr; 5als Helfer hatten sie Johannes13,5 Der in Kapitel 12,12.25 erwähnte Johannes mit dem Beinamen Markus. dabei. In Salamis angekommen, verkündeten sie die Botschaft Gottes in den jüdischen Synagogen der Stadt. 6Anschließend durchzogen sie die ganze Insel, bis sie nach Paphos kamen. Dort begegneten sie einem Juden, der ein Magier und ein falscher Prophet war. Er hieß Barjesus 7und gehörte zum Gefolge von Sergius Paulus, dem Prokonsul13,7 Prokonsul: Statthalter, der eine Provinz im Auftrag des römischen Senats verwaltete. der Insel, einem klugen und vernünftigen Mann. Dieser hatte Barnabas und Saulus zu sich eingeladen, weil er sehr daran interessiert war, die Botschaft Gottes zu hören. 8Doch Barjesus (oder Elymas, wie der Magier auch genannt wurde13,8 Od wie der Magier sich auch nannte. – Elymas bedeutet »Zauberer«) griff die beiden heftig an und versuchte mit allen Mitteln, den Prokonsul vom Glauben abzuhalten. 9Da blickte ihn Saulus – sein römischer Name ist Paulus13,9 Neben seinem jüdischen Namen Saul/Saulus (hebräisch-aramäisch) trug der Apostel auch einen römischen (Paulus; lateinisch). In der Apostelgeschichte wird von dieser Stelle an nur noch der zweite Name verwendet – ein Hinweis darauf, dass Paulus jetzt die führende Rolle in der Missionierung der nichtjüdischen Welt übernimmt. – durchdringend an. Vom Heiligen Geist erfüllt, 10sagte er zu ihm: »Du Sohn des Teufels13,10 Vielleicht eine Anspielung darauf, dass Barjesus, der aramäische Name des Magiers, »Sohn von Jesus« bedeutet., hinterhältig und durchtrieben bist du, ein Feind von allem, was gut und richtig ist! Wann hörst du endlich auf, dich dem Herrn in den Weg zu stellen, um seine guten Pläne zu durchkreuzen13,10 W auf, die geraden Wege des Herrn krumm zu machen.? 11Doch jetzt bekommst du die ´mächtige` Hand des Herrn zu spüren: Du wirst eine Zeitlang13,11 Od für eine von Gott bestimmte Zeit. blind sein und die Sonne nicht sehen können!« Im selben Augenblick fand sich der Magier in tiefste Dunkelheit gehüllt; er tappte hilflos umher und suchte jemand, der bereit war, ihn an der Hand zu führen. 12Als der Prokonsul das sah, kam er zum Glauben, tief beeindruckt von der Lehre des Herrn13,12 Od von der Lehre über den Herrn., ´die solche Dinge bewirkte`.

Im pisidischen Antiochia: Paulus predigt in der Synagoge

13Paulus und seine Begleiter brachen wieder auf; sie bestiegen ein Schiff und fuhren von Paphos nach Perge in Pamphylien. Dort trennte sich Johannes von Paulus und Barnabas. Während Johannes nach Jerusalem zurückkehrte, 14zogen die beiden anderen von Perge aus landeinwärts, bis sie in das an der Grenze zu Pisidien gelegene Antiochia13,14 W in das pisidische Antiochia. kamen. Am Sabbat gingen sie in die dortige Synagoge und setzten sich ´zu den Gottesdienstbesuchern`. 15Nach der Lesung aus dem Gesetz des Mose und aus den Schriften der Propheten schickten die Synagogenvorsteher ´den Synagogendiener` zu Paulus und Barnabas und ließen ihnen mitteilen13,15 Od Nach der Lesung … wandten sich die Synagogenvorsteher an Paulus und Barnabas und sagten.: »Liebe Brüder, wenn ihr ein Wort der Ermutigung13,15 Od Ermahnung. mitgebracht habt, das ihr an die Gemeinde13,15 W an das Volk (Gottes). weitergeben wollt, dann ist jetzt Gelegenheit dazu!«

16Da stand Paulus auf, bat mit einer Handbewegung um Aufmerksamkeit und begann: »Ihr Israeliten und ihr anderen, die ihr an den Gott Israels glaubt13,16 W die ihr Ehrfurcht vor Gott habt., hört mich an! 17Der Gott unseres israelitischen Volkes hat unsere Väter erwählt. Er ließ unsere Vorfahren zu einem großen Volk werden13,17 W Er erhöhte das Volk., als sie in der Fremde waren, in Ägypten, und bewies dann seine Macht, indem er sie von dort wegführte13,17 W und führte sie mit erhobenem Arm von dort weg.. 18Mit großer Geduld ertrug er sie13,18 AL(1) sorgte er für sie. während der ganzen Zeit, die sie in der Wüste zubrachten, etwa vierzig Jahre lang. 19Danach unterwarf er die Einwohner Kanaans – ´nicht weniger als` sieben Völker – und gab ihr Land unseren Vorfahren zum Besitz. 20Das geschah etwa vierhundertfünfzig Jahre ´nach der Übersiedlung unserer Vorfahren nach Ägypten`. In der nun folgenden Zeit13,20 AL(1) 20 In der nun folgenden Zeit, während etwa vierhundertfünfzig Jahren. gab Gott ihnen Richter; der letzte Richter war der Prophet Samuel13,20 W gab Gott ihnen Richter bis zum Propheten Samuel. Zur Kennzeichnung Samuels als Richter und als Prophet siehe 1. Samuel 7,15 und 3,20.. 21Dann forderten sie von Gott einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kisch, einen Mann aus dem Stamm Benjamin. Doch nachdem Saul vierzig Jahre regiert hatte, 22verstieß ihn Gott und erhob David auf den Thron. Ihm stellte er folgendes Zeugnis aus: ›In David, dem Sohn Isais, habe ich einen Mann gefunden13,22 W Ich habe David gefunden, den Sohn Isais, einen Mann., wie ich ihn mir wünsche; er wird alle meine Pläne ausführen13,22 W er wird meinen ganzen Willen tun. Nach Psalm 89,21; 1. Samuel 13,14; Jesaja 44,28..‹13,22 Nach Psalm 89,21; 1. Samuel 13,14; Jesaja 44,28.

23Einen von Davids Nachkommen hat Gott nun dem israelitischen Volk als Retter gesandt, wie er es zugesagt hatte13,23 Siehe z. B. 2. Samuel 7,12.13; Psalm 132,11.17; Jesaja 11,1., und das ist Jesus. 24Vorbereitet wurde sein Kommen von Johannes, der ganz Israel dazu aufrief, umzukehren und sich taufen zu lassen13,24 W der dem ganzen Volk Israel die Taufe der Umkehr verkündete.. 25Als Johannes am Ende seines Wirkens stand, sagte er zu den Leuten: ›Für wen haltet ihr mich? Ich bin nicht der, ´auf den ihr wartet13,25 Od für den ihr mich haltet.`. Aber der, der nach mir kommt, der ist es, und ich bin nicht einmal würdig, ihm die Riemen seiner Sandalen zu öffnen.‹13,25 Lukas 3,16; Johannes 1,20-27.

26Liebe Geschwister, ihr Nachkommen Abrahams und auch ihr anderen hier, die ihr an den Gott Israels glaubt13,26 W die ihr Ehrfurcht vor Gott habt. – uns allen hat Gott diese rettende Botschaft gesandt13,26 uns ´Aposteln` hat Gott diese rettende Botschaft anvertraut.. 27Die Einwohner von Jerusalem und ihre führenden Männer erkannten nämlich nicht, wer dieser Jesus ist13,27 Od verstanden diese Botschaft nämlich nicht.. Sie verstanden auch die Voraussagen der Propheten nicht, deren Schriften doch Sabbat für Sabbat ´in der Synagoge` vorgelesen werden. So kam es, dass sie ihm den Prozess machten, und gerade auf diese Weise haben sie die prophetischen Ankündigungen erfüllt! 28Obwohl sie nichts an ihm fanden, was den Tod verdient hätte, forderten sie von Pilatus, ihn hinrichten zu lassen. 29Durch das, was sie taten, ging alles in Erfüllung, was in der Schrift über sein Leiden und Sterben vorausgesagt war. Zuletzt nahmen sie ihn vom Kreuz herunter13,29 W 29 Als sie aber alles erfüllt hatten, was über ihn geschrieben ist, nahmen sie ihn vom Holz(pfahl) herunter. Zu Holz(pfahl) siehe die Anmerkung zu Kapitel 5,30. und legten ihn in ein Grab. 30Aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt, 31und als der Auferstandene hat er sich über viele Tage hin denen gezeigt, die ihn auf seinem Weg von Galiläa nach Jerusalem begleitet hatten und die heute als seine Zeugen vor dem israelitischen Volk stehen.

32Und nun sind Barnabas und ich hier, um euch diese gute Nachricht zu überbringen: Was Gott unseren Vorfahren zugesagt hatte, 33das hat er jetzt eingelöst, sodass es uns, den Nachkommen, zugute kommt. Er hat seine Zusage erfüllt, indem er Jesus auferweckte13,33 Od indem er Jesus ´als Retter` sandte.. Damit ist eingetreten, was im zweiten13,33 AL(2) ersten. Neben der bis heute üblichen Psalmenaufteilung gab es damals auch eine Zählung, bei der Psalm 1 und 2 zusammen den ersten Psalm bildeten. Psalm steht, ´wo Gott sagt`:

›Du bist mein Sohn;

heute habe ich dich gezeugt13,33 Od heute habe ich dich in deine Sohnesrechte eingesetzt. Psalm 2,7..‹13,33 Psalm 2,7.

34Dass er ihn von den Toten auferweckt und damit für immer der Verwesung entrissen hat, hat er mit folgenden Worten angekündigt:

›Ich werde euch die heiligen und unvergänglichen Gaben schenken,

die ich David versprochen habe13,34 W werde euch die heiligen, zuverlässigen Dinge Davids geben. Jesaja 55,3..‹13,34 Jesaja 55,3.

35Deshalb heißt es13,35 Od Deshalb sagt David. auch an einer anderen Stelle13,35 Od in einem anderen Psalm.:

›Du wirst deinen heiligen ´Diener` nicht der Verwesung preisgeben.‹13,35 Psalm 16,10.

36Wie war es denn bei David, ´von dem diese Aussage stammt`? Nachdem er den Menschen seiner Zeit so gedient hatte, wie Gott es wollte, starb er13,36 Od Nachdem er, wie es Gottes Plan entsprach, den Menschen seiner Zeit gedient hatte, starb er. Od Nachdem er in seiner Zeit Gott gedient und Gottes Willen getan hatte, starb er. Od Nachdem er den Menschen seiner Zeit gedient hatte, starb er, wie Gott es für jeden Menschen bestimmt hat. und wurde bei seinen Vorfahren begraben13,36 Od starb er wie alle seine Vorfahren., und sein Körper verweste. 37Der jedoch, den Gott auferweckt hat, verweste nicht.

38Ihr sollt daher wissen, Geschwister, dass es durch Jesus Vergebung der Sünden gibt; das ist die Botschaft, die Gott euch verkünden lässt. Wozu das Gesetz des Mose nie imstande war, 39das hat Jesus möglich gemacht: Jeder, der an ihn glaubt, wird von aller Schuld freigesprochen.13,39 Während das Gesetz des Mose euch von vielen Sünden nicht freisprechen konnte, 39 wird durch Jesus jeder, der an ihn glaubt, von aller Schuld freigesprochen. W Von allem, wovon ihr durch das Gesetz des Mose nicht freigesprochen werden konntet, 39 wird durch diesen jeder, der glaubt, freigesprochen.

40Jetzt liegt es also an euch zu verhindern, dass ´das Unheil über euch` hereinbricht, von dem im Zwölfprophetenbuch13,40 Od in den Schriften der Propheten. W bei den Propheten. Siehe die Anmerkung zu Kapitel 7,42. zu lesen ist. ´Dort sagt Gott:`

41›Seht her, ihr, die ihr meine Weisungen missachtet13,41 W ihr Verächter.,

staunt, ´erschreckt` und geht zugrunde!

Denn schon bald werde ich etwas ganz Außergewöhnliches tun;

wenn euch jemand davon berichten würde,

würdet ihr ihm nicht glauben.‹13,41 Habakuk 1,5 (nach der Septuaginta).«

42Als Paulus und Barnabas die Synagoge verließen, wurden sie gebeten13,42 Od Als die Gottesdienstbesucher die Synagoge verließen, baten sie Paulus und Barnabas., am nächsten Sabbat ´wiederzukommen und noch mehr` über diese Dinge zu sagen. 43Viele, die am Gottesdienst teilgenommen hatten, schlossen sich13,43 W 43 Als die Synagogenversammlung sich aufgelöst hatte, schlossen sich viele. den beiden an – sowohl Juden als auch fromme13,43 W Gott verehrende. Nichtjuden, die zum Judentum übergetreten waren. Paulus und Barnabas sprachen lange mit ihnen und forderten sie eindringlich auf, sich ganz auf Gottes Gnade zu verlassen und auf dem jetzt eingeschlagenen Weg zu bleiben13,43 W eindringlich auf, beharrlich bei der Gnade Gottes zu bleiben..

Auseinandersetzung mit den Juden, Hinwendung zu den Nichtjuden

44Am folgenden Sabbat kam fast die ganze Stadt zusammen, um die Botschaft des Herrn zu hören. 45Als diejenigen Juden, ´die vom Evangelium nichts wissen wollten,` die Menschenmassen sahen, packte sie der Neid, und sie beschimpften Paulus und widersprachen ihm13,45 Od sie verhöhnten Jesus und widersprachen Paulus. bei allem, was er sagte. 46Schließlich erklärten Paulus und Barnabas frei und offen: »Zuerst musste die Botschaft Gottes euch verkündet werden. Doch ihr weist sie zurück und zeigt damit13,46 Od und fällt damit über euch selbst das Urteil., dass ihr nicht würdig seid, das ewige Leben zu bekommen. Deshalb wenden wir uns jetzt an die Nichtjuden. 47Wir erfüllen damit den Auftrag, den der Herr uns gegeben hat. Er hat gesagt:

›Ich habe dich zu einem Licht für alle Völker13,47 Od für die nichtjüdischen Völker. gemacht;

du sollst das Heil bis in die entferntesten Gegenden der Erde bringen13,47 W sein. Jesaja 49,6..‹13,47 Jesaja 49,6.«

48Als die Nichtjuden das hörten, brachen sie in Jubel aus13,48 W freuten sie sich. und priesen den Herrn für diese Botschaft. Alle, die dazu bestimmt waren, das ewige Leben zu erhalten, kamen zum Glauben, 49und die Botschaft des Herrn verbreitete sich in der ganzen Gegend.

50Aber die Juden ´von Antiochia` hetzten die einflussreichen griechischen Frauen, die sich zur Synagogengemeinde hielten13,50 W hetzten die vornehmen Frauen, die Gott verehrten., sowie die Magistratsbeamten der Stadt gegen Paulus und Barnabas auf; sie zettelten eine Verfolgung der beiden an und sorgten dafür, dass sie aus der Stadt13,50 W aus ihrem Gebiet. ausgewiesen wurden. 51Da schüttelten Paulus und Barnabas den Staub von ihren Füßen als Zeichen der Warnung für die Juden von Antiochia13,51 W von ihren Füßen gegen sie. Eine symbolische Handlung, mit der die Apostel sich von der Jesus ablehnenden Haltung jener Juden distanzierten und sie vor den möglichen Folgen warnten. Vergleiche Lukas 9,5; 10,10-12. und machten sich auf den Weg nach Ikonion. 52Die Jünger ´in Antiochia` aber waren ´trotz dieser Vorkommnisse` voller Freude und wurden ´immer mehr` mit dem Heiligen Geist erfüllt.