Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Verfolgung der Jerusalemer Gemeinde durch König Herodes: Jakobus wird hingerichtet, Petrus inhaftiert

121Um diese Zeit begann König Herodes12,1 Agrippa I., auch Herodes genannt, gestorben 44 n. Chr., ein Enkel von Herodes dem Großen (in dessen Regierungszeit die Geburt Jesu fällt – Matthäus 2,1) und ein Neffe von Herodes Antipas (der Johannes den Täufer hinrichten ließ und Jesus verhörte – Matthäus 14,1-12; Lukas 23,6-12)., die Gemeinde in Jerusalem zu verfolgen, und ging mit Gewalt gegen einige ihrer Mitglieder vor12,1 W begann König Herodes, einige von der Gemeinde zu misshandeln. Da die mit beginnen wiedergegebene griechische Wendung auch festnehmen bedeuten kann, ist auch folgende Übersetzung möglich: Um diese Zeit ließ König Herodes einige Mitglieder der Jerusalemer Gemeinde festnehmen und misshandeln.. 2Jakobus, den Bruder des Johannes, ließ er mit dem Schwert hinrichten. 3Als er sah, dass er den Juden damit einen Gefallen tat, setzte er den eingeschlagenen Kurs fort und ließ auch Petrus festnehmen, und zwar gerade während der Zeit, in der ´das Passafest` gefeiert wurde, das Fest der ungesäuerten Brote.12,3 An den Tag mit der Passamahlfeier schloss sich das einwöchige Fest der ungesäuerten Brote an (3. Mose 23,5-8). Beide Feste konnten unter der Bezeichnung »Passa« zusammengefasst werden. 4Herodes ließ Petrus ins Gefängnis bringen und beauftragte vier Gruppen zu je vier Soldaten mit seiner Bewachung12,4 Wahrscheinlich lösten die vier Abteilungen einander während der vier dreistündigen Nachtwachen ab.; nach den Festtagen12,4 W nach dem Passafest. wollte er ihn dann vor allem Volk aburteilen. 5Während Petrus nun also ´streng bewacht` im Gefängnis saß, betete die Gemeinde intensiv für ihn zu Gott.

Befreiung von Petrus durch einen Engel

6In der Nacht vor der von Herodes geplanten öffentlichen Verurteilung schlief Petrus zwischen zwei Soldaten, mit je einer Kette an sie gefesselt; und vor der Tür seiner Zelle waren Posten aufgestellt und hielten Wache. 7Mit einem Mal stand ein12,7 Od der. Engel des Herrn in der Zelle, und helles Licht erfüllte den Raum. Der Engel gab Petrus einen Stoß in die Seite, um ihn zu wecken. »Schnell, steh auf!«, sagte er. Im selben Augenblick fielen die Ketten, die Petrus um die Handgelenke trug, zu Boden. 8Der Engel sagte: »Binde den Gürtel um12,8 Man schlief normalerweise im Untergewand, das beim Aufstehen mit dem Gürtel festgebunden wurde. und zieh deine Sandalen an!«, Petrus tat es. »Und jetzt wirf dir den Mantel über und komm mit!«, sagte der Engel. 9Petrus folgte ihm nach draußen, allerdings ohne zu wissen, dass das, was er mit dem Engel erlebte, Wirklichkeit war; er meinte vielmehr, er hätte eine Vision12,9 Od er würde träumen.. 10Sie passierten den ersten Wachtposten, ebenso den zweiten, und als sie schließlich zu dem eisernen Tor kamen, das in die Stadt führte, öffnete es sich ihnen von selbst.12,10 Wahrscheinlich befand sich das Gefängnis in der Burg Antonia, die zwei Ausgänge hatte – einen zum Tempel und einen zur Stadt. Sie traten ins Freie und gingen eine Gasse entlang12,10 Od gingen eine Gasse weit. – und plötzlich war der Engel verschwunden.

11Da erst kam Petrus zu sich. »Wahrhaftig«, sagte er, »jetzt weiß ich, dass der Herr seinen Engel gesandt hat! Er hat mich Herodes und seiner Macht entrissen und hat mich vor all dem bewahrt, was das jüdische Volk so gern gesehen hätte.« 12Nachdem er über seine Lage nachgedacht hatte12,12 Od Als ihm das alles klar geworden war., ging er zum Haus von Maria, der Mutter des Johannes, der den Beinamen Markus trägt12,12 Der Verfasser des Markus-Evangeliums und der spätere Mitarbeiter von Paulus (Vers 25; Kapitel 13,5.13; 15,37-39; 2. Timotheus 4,11) und Petrus (1. Petrus 5,13).. Dort war eine große Zahl ´von Christen` zum Gebet versammelt. 13Petrus klopfte an das Eingangstor, worauf eine Dienerin namens Rhode kam, um nachzusehen, wer vor dem Haus stand12,13 W um zu reagieren / um auf den zu hören, ´der Einlass suchte`.. 14Als sie die Stimme von Petrus erkannte, vergaß sie vor lauter Freude, das Tor zu öffnen, lief ins Haus zurück und rief: »Es ist Petrus! Petrus steht vor dem Tor!« – 15»Du hast wohl den Verstand verloren!«, entgegneten die anderen. Und als Rhode darauf beharrte, dass es sich genauso verhielt, wie sie sagte, meinten sie: »Dann muss es sein Engel sein.12,15 Od Dann muss es ein Engel sein, der ihm gleicht. Vielleicht ist an eine Art persönlichen Schutzengel gedacht (vergleiche Matthäus 18,10). Nach verbreiteter Auffassung zeigten sich Schutzengel von Zeit zu Zeit in sichtbarer Gestalt, wobei sie das Aussehen ihrer Schutzbefohlenen annahmen.« 16Währenddessen klopfte Petrus wieder und wieder ans Tor. Als sie schließlich öffneten und ihn sahen, waren sie außer sich vor Freude. 17Petrus bat sie mit einer Handbewegung, sich zu beruhigen, und erzählte ihnen, wie der Herr ihn aus dem Gefängnis herausgeführt hatte. »Berichtet das auch Jakobus12,17 Jakobus, ein leiblicher Bruder von Jesus (siehe Galater 1,19) und der Verfasser des Jakobusbriefes, nahm eine führende Stellung in der Jerusalemer Gemeinde ein (Kapitel 15,13-22; 21,18; vergleiche Galater 2,9.12). und den anderen Geschwistern12,17 Od den anderen ´leitenden` Brüdern.!«, sagte er. Dann verabschiedete er sich von ihnen und verließ die Stadt.12,17 W Dann ging er hinaus und ging an einen anderen Ort.

18Als es Tag wurde, war die Bestürzung unter den Soldaten groß; keiner wusste, was mit Petrus geschehen war. 19Herodes ließ überall nach ihm suchen, aber er blieb unauffindbar.12,19 Od Herodes wollte ihn holen lassen, aber er war unauffindbar. Da nahm Herodes die Wachen ins Verhör und befahl schließlich, sie ´zur Hinrichtung` abzuführen.12,19 Nach römischem Recht haftete der Wächter mit seinem Leben für den Gefangenen. Daraufhin verließ er Jerusalem und das judäische Umland12,19 W verließ er Judäa. Judäa bezeichnet hier nicht die römische Provinz (deren Regierungssitz Cäsarea hauptsächlich von Nichtjuden bewohnt war), sondern das jüdische Kernland mit Jerusalem als Zentrum. und reiste nach Cäsarea12,19 Residenzstadt sowohl der römischen Gouverneure als auch der herodianischen Könige., wo er seine Residenz hatte12,19 W wo er verweilte..

Das schreckliche Ende des Herodes

20Herodes lag damals in heftigem Streit mit den Bürgern von Tyrus und Sidon. Nun schickten sie eine gemeinsame Abordnung zu ihm, und nachdem es den Delegierten gelungen war, Blastus, den Palastverwalter und engen Vertrauten des Königs, als Fürsprecher zu gewinnen, baten sie Herodes um eine friedliche Beilegung des Konflikts. (´Sie sahen sich zu diesem Schritt gezwungen,` weil ihr Land auf die Lieferung von Nahrungsmitteln aus dem Herrschaftsgebiet des Königs angewiesen war.) 21An dem Tag, der ´für die offizielle Beendigung des Streits` vorgesehen war, erschien Herodes in königlichem Prunk12,21 W Gewand. ´vor dem versammelten Volk`, nahm auf der Tribüne12,21 Od auf seinem Thron. Od auf dem Richterstuhl. Platz und hielt eine feierliche Rede an die Delegation aus Tyrus und Sidon12,21 Od an die Volksmenge. W an sie.. 22Begeistert jubelte das Volk ihm zu: »So spricht ein Gott und nicht ein Mensch!« 23Und Herodes ließ sich das gefallen, anstatt Gott die Ehre zu geben. Da vollstreckte ein Engel des Herrn das göttliche Urteil an ihm: Herodes brach noch auf der Tribüne zusammen, von einer schweren Krankheit befallen. Würmer zerfraßen seinen Leib, und er starb einen qualvollen Tod.12,23 W 23 Sofort schlug ihn ein (od der) Engel des Herrn, weil er Gott nicht die Ehre gab, und er wurde von Würmern zerfressen und hauchte sein Leben aus. Nach einem Bericht des jüdischen Historikers Josephus brach Herodes während eines öffentlichen Auftritts zusammen und starb fünf Tage später.

24Die Botschaft Gottes aber breitete sich immer weiter aus, und die Zahl derer, die sie annahmen, wuchs ständig.12,24 W Die Botschaft Gottes aber wuchs und vermehrte sich.

25Nachdem Barnabas und Saulus ihren Auftrag in Jerusalem erfüllt ´und die Geldspende überbracht` hatten12,25 Kapitel 11,29.30., kehrten sie ´nach Antiochia` zurück; Johannes mit dem Beinamen Markus begleitete sie.

13

Die erste Missionsreise des Apostels Paulus (Kapitel 13,1 bis 14,28)

Aussendung von Barnabas und Saulus durch die Gemeinde in Antiochia

131In der Gemeinde von Antiochia gab es eine Reihe von Propheten und Lehrern: Barnabas13,1 Od und Lehrern, darunter Barnabas., Simeon, genannt »der Schwarze«13,1 Od Simeon mit dem Beinamen Niger (lateinisch für »schwarz«). Simeon war vielleicht von dunkler Hautfarbe., Luzius aus Zyrene, Manaën, der zusammen mit dem Fürsten Herodes13,1 Herodes Antipas, Sohn von Herodes dem Großen und Onkel von Herodes Agrippa I. (siehe die Anmerkung zu Kapitel 12,1), herrschte von 4 v. Chr. bis 39 n. Chr. über Galiläa und Peräa. Seine Bezeichnung als Fürst (griechisch Tetrarch – eigentlich »Viertelsfürst«, d. h. Herrscher über den vierten Teil eines Gebiets) weist auf seinen weniger bedeutenden Rang hin. aufgewachsen war13,1 Od Manaën, einen Jugendgefährten (od einen vertrauten Freund) des Fürsten Herodes., und Saulus. 2Eines Tages, während die Gemeinde dem Herrn mit Gebet und Fasten diente13,2 Od während diese Männer dem Herrn mit Gebet und Fasten dienten. W während sie dem Herrn dienten und fasteten., sagte der Heilige Geist: »Stellt mir Barnabas und Saulus für die Aufgabe frei, zu der ich sie berufen habe!« 3Da legte man13,3 Od Da legten die Propheten und Lehrer. den beiden nach weiterem Fasten und Beten die Hände auf und ließ sie ziehen13,3 Od und schickten sie los..

Auf Zypern: Zusammenstoß mit einem jüdischen Magier, Erfolg bei dem Prokonsul der Insel

4Auf diese Weise vom Heiligen Geist ausgesandt, gingen Barnabas und Saulus nach Seleuzia hinunter und nahmen dort ein Schiff, das nach Zypern fuhr; 5als Helfer hatten sie Johannes13,5 Der in Kapitel 12,12.25 erwähnte Johannes mit dem Beinamen Markus. dabei. In Salamis angekommen, verkündeten sie die Botschaft Gottes in den jüdischen Synagogen der Stadt. 6Anschließend durchzogen sie die ganze Insel, bis sie nach Paphos kamen. Dort begegneten sie einem Juden, der ein Magier und ein falscher Prophet war. Er hieß Barjesus 7und gehörte zum Gefolge von Sergius Paulus, dem Prokonsul13,7 Prokonsul: Statthalter, der eine Provinz im Auftrag des römischen Senats verwaltete. der Insel, einem klugen und vernünftigen Mann. Dieser hatte Barnabas und Saulus zu sich eingeladen, weil er sehr daran interessiert war, die Botschaft Gottes zu hören. 8Doch Barjesus (oder Elymas, wie der Magier auch genannt wurde13,8 Od wie der Magier sich auch nannte. – Elymas bedeutet »Zauberer«) griff die beiden heftig an und versuchte mit allen Mitteln, den Prokonsul vom Glauben abzuhalten. 9Da blickte ihn Saulus – sein römischer Name ist Paulus13,9 Neben seinem jüdischen Namen Saul/Saulus (hebräisch-aramäisch) trug der Apostel auch einen römischen (Paulus; lateinisch). In der Apostelgeschichte wird von dieser Stelle an nur noch der zweite Name verwendet – ein Hinweis darauf, dass Paulus jetzt die führende Rolle in der Missionierung der nichtjüdischen Welt übernimmt. – durchdringend an. Vom Heiligen Geist erfüllt, 10sagte er zu ihm: »Du Sohn des Teufels13,10 Vielleicht eine Anspielung darauf, dass Barjesus, der aramäische Name des Magiers, »Sohn von Jesus« bedeutet., hinterhältig und durchtrieben bist du, ein Feind von allem, was gut und richtig ist! Wann hörst du endlich auf, dich dem Herrn in den Weg zu stellen, um seine guten Pläne zu durchkreuzen13,10 W auf, die geraden Wege des Herrn krumm zu machen.? 11Doch jetzt bekommst du die ´mächtige` Hand des Herrn zu spüren: Du wirst eine Zeitlang13,11 Od für eine von Gott bestimmte Zeit. blind sein und die Sonne nicht sehen können!« Im selben Augenblick fand sich der Magier in tiefste Dunkelheit gehüllt; er tappte hilflos umher und suchte jemand, der bereit war, ihn an der Hand zu führen. 12Als der Prokonsul das sah, kam er zum Glauben, tief beeindruckt von der Lehre des Herrn13,12 Od von der Lehre über den Herrn., ´die solche Dinge bewirkte`.

Im pisidischen Antiochia: Paulus predigt in der Synagoge

13Paulus und seine Begleiter brachen wieder auf; sie bestiegen ein Schiff und fuhren von Paphos nach Perge in Pamphylien. Dort trennte sich Johannes von Paulus und Barnabas. Während Johannes nach Jerusalem zurückkehrte, 14zogen die beiden anderen von Perge aus landeinwärts, bis sie in das an der Grenze zu Pisidien gelegene Antiochia13,14 W in das pisidische Antiochia. kamen. Am Sabbat gingen sie in die dortige Synagoge und setzten sich ´zu den Gottesdienstbesuchern`. 15Nach der Lesung aus dem Gesetz des Mose und aus den Schriften der Propheten schickten die Synagogenvorsteher ´den Synagogendiener` zu Paulus und Barnabas und ließen ihnen mitteilen13,15 Od Nach der Lesung … wandten sich die Synagogenvorsteher an Paulus und Barnabas und sagten.: »Liebe Brüder, wenn ihr ein Wort der Ermutigung13,15 Od Ermahnung. mitgebracht habt, das ihr an die Gemeinde13,15 W an das Volk (Gottes). weitergeben wollt, dann ist jetzt Gelegenheit dazu!«

16Da stand Paulus auf, bat mit einer Handbewegung um Aufmerksamkeit und begann: »Ihr Israeliten und ihr anderen, die ihr an den Gott Israels glaubt13,16 W die ihr Ehrfurcht vor Gott habt., hört mich an! 17Der Gott unseres israelitischen Volkes hat unsere Väter erwählt. Er ließ unsere Vorfahren zu einem großen Volk werden13,17 W Er erhöhte das Volk., als sie in der Fremde waren, in Ägypten, und bewies dann seine Macht, indem er sie von dort wegführte13,17 W und führte sie mit erhobenem Arm von dort weg.. 18Mit großer Geduld ertrug er sie13,18 AL(1) sorgte er für sie. während der ganzen Zeit, die sie in der Wüste zubrachten, etwa vierzig Jahre lang. 19Danach unterwarf er die Einwohner Kanaans – ´nicht weniger als` sieben Völker – und gab ihr Land unseren Vorfahren zum Besitz. 20Das geschah etwa vierhundertfünfzig Jahre ´nach der Übersiedlung unserer Vorfahren nach Ägypten`. In der nun folgenden Zeit13,20 AL(1) 20 In der nun folgenden Zeit, während etwa vierhundertfünfzig Jahren. gab Gott ihnen Richter; der letzte Richter war der Prophet Samuel13,20 W gab Gott ihnen Richter bis zum Propheten Samuel. Zur Kennzeichnung Samuels als Richter und als Prophet siehe 1. Samuel 7,15 und 3,20.. 21Dann forderten sie von Gott einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kisch, einen Mann aus dem Stamm Benjamin. Doch nachdem Saul vierzig Jahre regiert hatte, 22verstieß ihn Gott und erhob David auf den Thron. Ihm stellte er folgendes Zeugnis aus: ›In David, dem Sohn Isais, habe ich einen Mann gefunden13,22 W Ich habe David gefunden, den Sohn Isais, einen Mann., wie ich ihn mir wünsche; er wird alle meine Pläne ausführen13,22 W er wird meinen ganzen Willen tun. Nach Psalm 89,21; 1. Samuel 13,14; Jesaja 44,28..‹13,22 Nach Psalm 89,21; 1. Samuel 13,14; Jesaja 44,28.

23Einen von Davids Nachkommen hat Gott nun dem israelitischen Volk als Retter gesandt, wie er es zugesagt hatte13,23 Siehe z. B. 2. Samuel 7,12.13; Psalm 132,11.17; Jesaja 11,1., und das ist Jesus. 24Vorbereitet wurde sein Kommen von Johannes, der ganz Israel dazu aufrief, umzukehren und sich taufen zu lassen13,24 W der dem ganzen Volk Israel die Taufe der Umkehr verkündete.. 25Als Johannes am Ende seines Wirkens stand, sagte er zu den Leuten: ›Für wen haltet ihr mich? Ich bin nicht der, ´auf den ihr wartet13,25 Od für den ihr mich haltet.`. Aber der, der nach mir kommt, der ist es, und ich bin nicht einmal würdig, ihm die Riemen seiner Sandalen zu öffnen.‹13,25 Lukas 3,16; Johannes 1,20-27.

26Liebe Geschwister, ihr Nachkommen Abrahams und auch ihr anderen hier, die ihr an den Gott Israels glaubt13,26 W die ihr Ehrfurcht vor Gott habt. – uns allen hat Gott diese rettende Botschaft gesandt13,26 uns ´Aposteln` hat Gott diese rettende Botschaft anvertraut.. 27Die Einwohner von Jerusalem und ihre führenden Männer erkannten nämlich nicht, wer dieser Jesus ist13,27 Od verstanden diese Botschaft nämlich nicht.. Sie verstanden auch die Voraussagen der Propheten nicht, deren Schriften doch Sabbat für Sabbat ´in der Synagoge` vorgelesen werden. So kam es, dass sie ihm den Prozess machten, und gerade auf diese Weise haben sie die prophetischen Ankündigungen erfüllt! 28Obwohl sie nichts an ihm fanden, was den Tod verdient hätte, forderten sie von Pilatus, ihn hinrichten zu lassen. 29Durch das, was sie taten, ging alles in Erfüllung, was in der Schrift über sein Leiden und Sterben vorausgesagt war. Zuletzt nahmen sie ihn vom Kreuz herunter13,29 W 29 Als sie aber alles erfüllt hatten, was über ihn geschrieben ist, nahmen sie ihn vom Holz(pfahl) herunter. Zu Holz(pfahl) siehe die Anmerkung zu Kapitel 5,30. und legten ihn in ein Grab. 30Aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt, 31und als der Auferstandene hat er sich über viele Tage hin denen gezeigt, die ihn auf seinem Weg von Galiläa nach Jerusalem begleitet hatten und die heute als seine Zeugen vor dem israelitischen Volk stehen.

32Und nun sind Barnabas und ich hier, um euch diese gute Nachricht zu überbringen: Was Gott unseren Vorfahren zugesagt hatte, 33das hat er jetzt eingelöst, sodass es uns, den Nachkommen, zugute kommt. Er hat seine Zusage erfüllt, indem er Jesus auferweckte13,33 Od indem er Jesus ´als Retter` sandte.. Damit ist eingetreten, was im zweiten13,33 AL(2) ersten. Neben der bis heute üblichen Psalmenaufteilung gab es damals auch eine Zählung, bei der Psalm 1 und 2 zusammen den ersten Psalm bildeten. Psalm steht, ´wo Gott sagt`:

›Du bist mein Sohn;

heute habe ich dich gezeugt13,33 Od heute habe ich dich in deine Sohnesrechte eingesetzt. Psalm 2,7..‹13,33 Psalm 2,7.

34Dass er ihn von den Toten auferweckt und damit für immer der Verwesung entrissen hat, hat er mit folgenden Worten angekündigt:

›Ich werde euch die heiligen und unvergänglichen Gaben schenken,

die ich David versprochen habe13,34 W werde euch die heiligen, zuverlässigen Dinge Davids geben. Jesaja 55,3..‹13,34 Jesaja 55,3.

35Deshalb heißt es13,35 Od Deshalb sagt David. auch an einer anderen Stelle13,35 Od in einem anderen Psalm.:

›Du wirst deinen heiligen ´Diener` nicht der Verwesung preisgeben.‹13,35 Psalm 16,10.

36Wie war es denn bei David, ´von dem diese Aussage stammt`? Nachdem er den Menschen seiner Zeit so gedient hatte, wie Gott es wollte, starb er13,36 Od Nachdem er, wie es Gottes Plan entsprach, den Menschen seiner Zeit gedient hatte, starb er. Od Nachdem er in seiner Zeit Gott gedient und Gottes Willen getan hatte, starb er. Od Nachdem er den Menschen seiner Zeit gedient hatte, starb er, wie Gott es für jeden Menschen bestimmt hat. und wurde bei seinen Vorfahren begraben13,36 Od starb er wie alle seine Vorfahren., und sein Körper verweste. 37Der jedoch, den Gott auferweckt hat, verweste nicht.

38Ihr sollt daher wissen, Geschwister, dass es durch Jesus Vergebung der Sünden gibt; das ist die Botschaft, die Gott euch verkünden lässt. Wozu das Gesetz des Mose nie imstande war, 39das hat Jesus möglich gemacht: Jeder, der an ihn glaubt, wird von aller Schuld freigesprochen.13,39 Während das Gesetz des Mose euch von vielen Sünden nicht freisprechen konnte, 39 wird durch Jesus jeder, der an ihn glaubt, von aller Schuld freigesprochen. W Von allem, wovon ihr durch das Gesetz des Mose nicht freigesprochen werden konntet, 39 wird durch diesen jeder, der glaubt, freigesprochen.

40Jetzt liegt es also an euch zu verhindern, dass ´das Unheil über euch` hereinbricht, von dem im Zwölfprophetenbuch13,40 Od in den Schriften der Propheten. W bei den Propheten. Siehe die Anmerkung zu Kapitel 7,42. zu lesen ist. ´Dort sagt Gott:`

41›Seht her, ihr, die ihr meine Weisungen missachtet13,41 W ihr Verächter.,

staunt, ´erschreckt` und geht zugrunde!

Denn schon bald werde ich etwas ganz Außergewöhnliches tun;

wenn euch jemand davon berichten würde,

würdet ihr ihm nicht glauben.‹13,41 Habakuk 1,5 (nach der Septuaginta).«

42Als Paulus und Barnabas die Synagoge verließen, wurden sie gebeten13,42 Od Als die Gottesdienstbesucher die Synagoge verließen, baten sie Paulus und Barnabas., am nächsten Sabbat ´wiederzukommen und noch mehr` über diese Dinge zu sagen. 43Viele, die am Gottesdienst teilgenommen hatten, schlossen sich13,43 W 43 Als die Synagogenversammlung sich aufgelöst hatte, schlossen sich viele. den beiden an – sowohl Juden als auch fromme13,43 W Gott verehrende. Nichtjuden, die zum Judentum übergetreten waren. Paulus und Barnabas sprachen lange mit ihnen und forderten sie eindringlich auf, sich ganz auf Gottes Gnade zu verlassen und auf dem jetzt eingeschlagenen Weg zu bleiben13,43 W eindringlich auf, beharrlich bei der Gnade Gottes zu bleiben..

Auseinandersetzung mit den Juden, Hinwendung zu den Nichtjuden

44Am folgenden Sabbat kam fast die ganze Stadt zusammen, um die Botschaft des Herrn zu hören. 45Als diejenigen Juden, ´die vom Evangelium nichts wissen wollten,` die Menschenmassen sahen, packte sie der Neid, und sie beschimpften Paulus und widersprachen ihm13,45 Od sie verhöhnten Jesus und widersprachen Paulus. bei allem, was er sagte. 46Schließlich erklärten Paulus und Barnabas frei und offen: »Zuerst musste die Botschaft Gottes euch verkündet werden. Doch ihr weist sie zurück und zeigt damit13,46 Od und fällt damit über euch selbst das Urteil., dass ihr nicht würdig seid, das ewige Leben zu bekommen. Deshalb wenden wir uns jetzt an die Nichtjuden. 47Wir erfüllen damit den Auftrag, den der Herr uns gegeben hat. Er hat gesagt:

›Ich habe dich zu einem Licht für alle Völker13,47 Od für die nichtjüdischen Völker. gemacht;

du sollst das Heil bis in die entferntesten Gegenden der Erde bringen13,47 W sein. Jesaja 49,6..‹13,47 Jesaja 49,6.«

48Als die Nichtjuden das hörten, brachen sie in Jubel aus13,48 W freuten sie sich. und priesen den Herrn für diese Botschaft. Alle, die dazu bestimmt waren, das ewige Leben zu erhalten, kamen zum Glauben, 49und die Botschaft des Herrn verbreitete sich in der ganzen Gegend.

50Aber die Juden ´von Antiochia` hetzten die einflussreichen griechischen Frauen, die sich zur Synagogengemeinde hielten13,50 W hetzten die vornehmen Frauen, die Gott verehrten., sowie die Magistratsbeamten der Stadt gegen Paulus und Barnabas auf; sie zettelten eine Verfolgung der beiden an und sorgten dafür, dass sie aus der Stadt13,50 W aus ihrem Gebiet. ausgewiesen wurden. 51Da schüttelten Paulus und Barnabas den Staub von ihren Füßen als Zeichen der Warnung für die Juden von Antiochia13,51 W von ihren Füßen gegen sie. Eine symbolische Handlung, mit der die Apostel sich von der Jesus ablehnenden Haltung jener Juden distanzierten und sie vor den möglichen Folgen warnten. Vergleiche Lukas 9,5; 10,10-12. und machten sich auf den Weg nach Ikonion. 52Die Jünger ´in Antiochia` aber waren ´trotz dieser Vorkommnisse` voller Freude und wurden ´immer mehr` mit dem Heiligen Geist erfüllt.

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In Ikonion: Erfolgreiche Tätigkeit, Anfeindungen und Flucht

141In Ikonion gingen Paulus und Barnabas genau wie ´in Antiochia` zunächst in die jüdische Synagoge. Sie verkündeten das Evangelium mit solcher Vollmacht14,1 W Sie redeten so., dass zahlreiche ´Gottesdienstbesucher` – Juden wie Nichtjuden – zum Glauben kamen.14,1 Od in die jüdische Synagoge, und wieder kamen durch ihre Verkündigung zahlreiche ´Gottesdienstbesucher` zum Glauben, Juden wie Nichtjuden (w Hellenen; siehe die Anmerkung zu Kapitel 11,20). 2Doch diejenigen Juden, die nichts ´vom Evangelium` wissen wollten, hetzten die nichtjüdische Bevölkerung der Stadt gegen die Christen14,2 gegen die beiden. W gegen die Geschwister/Brüder. auf und schürten Hass und Aggressionen gegen sie. 3Trotzdem14,3 Od Gerade deshalb. blieben Paulus und Barnabas noch eine längere Zeit in Ikonion. Unerschrocken verkündeten sie die Botschaft von der Gnade des Herrn. Sie vertrauten auf seine Hilfe, und der Herr bestätigte ihre Verkündigung14,3 Od Unerschrocken traten sie für den Herrn ein, und der Herr bestätigte die Botschaft von seiner Gnade., indem er Wunder und außergewöhnliche Dinge durch sie14,3 W durch ihre Hände. geschehen ließ. 4Die Einwohnerschaft der Stadt spaltete sich in zwei Lager; die einen hielten zu den Juden, die anderen zu den Aposteln. 5Schließlich bereitete ´die gegnerische Seite` – Nichtjuden ebenso wie Juden samt den führenden Männern der Stadt und der Synagoge – einen Anschlag gegen Paulus und Barnabas vor. Sie wollten die beiden in ihre Gewalt bringen14,5 Od die beiden misshandeln. und steinigen. 6Als Paulus und Barnabas davon erfuhren, flohen sie nach Lykaonien. Sie gingen in die Städte Lystra und Derbe und in das umliegende Gebiet 7und verkündeten nun dort das Evangelium.

In Lystra: Heilung eines Gelähmten …

8In Lystra lebte ein Mann14,8 Od saß ein Mann da., der verkrüppelte Füße hatte14,8 Od der keine Kraft in den Füßen hatte.; er war von Geburt an gelähmt und hatte noch nie auch nur einen Schritt getan. 9Dieser Mann war unter den Zuhörern, als Paulus ´das Evangelium` verkündete. Paulus blickte ihn aufmerksam an, und als er merkte, dass der Gelähmte Vertrauen ´zu Jesus` gefasst hatte und dass er überzeugt war, er könne geheilt werden14,9 und geheilt werden konnte., 10sagte er mit lauter Stimme zu ihm: »Steh auf! Stell dich auf deine Füße und richte dich auf!« Da sprang der Mann auf und begann umherzugehen.

… Aufruf zur Umkehr

11Als die Volksmenge sah, was durch Paulus geschehen war, brach ein Tumult los, und die Leute riefen auf Lykaonisch14,11 W erhoben die Leute ihre Stimme und riefen auf Lykaonisch. Wie der Fortgang der Ereignisse zeigt, verstanden Paulus und Barnabas diese Sprache nicht. Sie selbst gebrauchten bei ihrer Verkündigung die damalige Weltsprache Griechisch.: »Die Götter haben Menschengestalt angenommen und sind zu uns herabgekommen!« 12Sie nannten Barnabas Zeus, und Paulus nannten sie Hermes, weil er der Wortführer war.14,12 Zeus stand an der Spitze der griechischen Götterwelt und war zugleich Lokalgott von Lystra. Hermes war der Bote der Götter und damit ihr Sprecher. Eine alte griechische Sage berichtet von einer Erscheinung der beiden Götter in Menschengestalt in dieser Gegend; offenbar dachten die Einwohner nun an eine zweite Erscheinung.

13Der Priester des vor der Stadt gelegenen Zeustempels14,13 Od Der Priester von Zeus, dem Schutzgott der Stadt. brachte Stiere und Kränze14,13 Od brachte mit Kränzen geschmückte Stiere. zum Stadttor14,13 Od zum Tempeltor. und wollte – zusammen mit der Bevölkerung – Barnabas und Paulus Opfer darbringen. 14Als den beiden Aposteln erklärt wurde, was die Leute vorhatten, zerrissen sie entsetzt ihre Kleider, stürzten sich in die Menge und riefen: 15»Liebe Leute, was macht ihr da? Wir sind doch auch nur Menschen – Menschen wie ihr! Und mit der guten Nachricht, die wir euch bringen, fordern wir euch ja gerade dazu auf, euch von all diesen Göttern abzuwenden, die gar keine sind14,15 Od dazu auf, Schluss zu machen mit dieser sinnlosen Götterverehrung.. Wendet euch dem lebendigen Gott zu, dem Gott, der den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen hat, ´das ganze Universum` mit allem, was darin ist! 16Zwar ließ er in der Vergangenheit alle Völker ihre eigenen Wege gehen. 17Doch er gab sich ihnen schon immer zu erkennen14,17 W Doch er ließ sich nicht unbezeugt., indem er ihnen Gutes tat. Er ist es, der euch vom Himmel her Regen schickt und euch zu den von ihm bestimmten Zeiten reiche Ernten schenkt; er gibt euch Nahrung im Überfluss und erfüllt euer Herz mit Freude.«

18Mit diesen Worten konnten Paulus und Barnabas, wenn auch nur mit größter Mühe, die Volksmenge davon abhalten, ihnen Opfer darzubringen.

… Rettung aus tödlicher Gefahr

19Aber dann kamen Juden aus Antiochia und Ikonion und redeten so lange auf die Bevölkerung von Lystra ein, bis sie sie auf ihre Seite gezogen hatten14,19 W und überredeten die Bevölkerung.. Daraufhin steinigten sie Paulus, und als sie ihn für tot hielten, schleiften sie ihn zur Stadt hinaus. 20Doch als ihn dann die Jünger umringten, ´kam er wieder zu sich`. Er stand auf und ging in die Stadt zurück. Am nächsten Tag machte er sich zusammen mit Barnabas auf den Weg nach Derbe.

Missionstätigkeit in Derbe. Besuch der neugegründeten Gemeinden und Beendigung der Missionsreise

21Auch in Derbe verkündeten Paulus und Barnabas das Evangelium, und zahlreiche Einwohner wurden durch sie zu Jüngern ´des Herrn`.

Danach machten sie sich auf den Rückweg. Sie reisten wieder über Lystra, Ikonion und Antiochia, 22und in allen drei Städten stärkten sie die Jünger ´in ihrem Vertrauen auf Jesus` und ermutigten sie dazu, unbeirrt am Glauben festzuhalten. »´Nach Gottes Plan`«, so sagten sie zu ihnen, »müssen wir viel Schweres durchmachen, ehe wir in sein Reich kommen.«14,22 Vergleiche 1. Thessalonicher 3,3; 2. Thessalonicher 1,4-7; 2. Timotheus 3,12. 23In jeder Gemeinde setzten sie Gemeindeälteste ein14,23 W wählten/bestimmten sie ihnen Älteste. und vertrauten sie und alle anderen Geschwister14,23 Od und vertrauten diese. mit Gebet und Fasten dem Herrn an, an den sie jetzt glaubten.

24Die Weiterreise führte Paulus und Barnabas zunächst durch Pisidien und dann nach Pamphylien. 25Und nachdem sie in der Stadt Perge die Botschaft ´des Herrn` verkündet hatten, gingen sie an die Küste hinunter nach Attalia, 26wo sie ein Schiff nach Antiochia ´in Syrien` nahmen. Antiochia war der Ausgangspunkt ihrer Reise gewesen; dort hatte man sie Gott und seiner Gnade14,26 W hatte man sie der Gnade Gottes. anvertraut für die Aufgabe, die sie nun erfüllt hatten. 27In Antiochia angekommen, riefen sie die Gemeinde zusammen und berichteten ihr, was Gott durch sie als seine Mitarbeiter alles getan hatte. »´Wir können bestätigen`«, sagten sie, »dass Gott den Nichtjuden die Tür zur Rettung durch den Glauben14,27 W die Tür des Glaubens / zum Glauben. geöffnet hat.«

28Paulus und Barnabas blieben nun für längere Zeit bei den Jüngern ´in Antiochia`.