Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Rechenschaftsbericht von Petrus vor der Gemeinde in Jerusalem

111Die Neuigkeit, dass jetzt auch die Nichtjuden Gottes Botschaft angenommen hatten, erreichte schon bald die Apostel und die Christen11,1 W die Geschwister. in Judäa.

2Als Petrus nun nach Jerusalem zurückkehrte, stellten ihn die Gläubigen der dortigen Gemeinde, die ja alle beschnitten waren,11,2 Od stellten ihn die Verfechter der Beschneidung. W stellten ihn die aus der Beschneidung. zur Rede. 3»Du bist in ein Haus gegangen, in dem Unbeschnittene11,3 D. h. Nichtjuden. wohnen, und hast sogar mit ihnen gegessen!«, hielten sie ihm vor.11,3 Vergleiche Kapitel 10,28.

4Da gab Petrus ihnen einen ausführlichen Bericht über das11,4 Od Da berichtete Petrus ihnen der Reihe nach., was geschehen war. 5»Als ich«, so begann er, »in der Stadt Joppe war und gerade betete, hatte ich11,5 W hatte ich in einer Verzückung. eine Vision: Ich sah etwas wie ein riesiges leinenes Tuch herabkommen, das – gehalten an seinen vier Ecken – aus dem Himmel heruntergelassen wurde, bis es sich unmittelbar vor mir befand. 6Gespannt schaute ich hinein und erblickte die verschiedensten Tiere – Haustiere11,6 Od Vierfüßer. Zu der Aufzählung vergleiche 1,24., wilde Tiere, Reptilien und Vögel. 7Jetzt hörte ich auch eine Stimme, die zu mir sagte: ›Auf, Petrus, schlachte und iss!‹ – 8›Auf gar keinen Fall, Herr!‹, entgegnete ich. ›Noch nie in meinem Leben habe ich von etwas Unheiligem oder Unreinem auch nur einen Bissen gegessen!‹ 9Doch die Stimme aus dem Himmel wiederholte die Aufforderung. ›Was Gott für rein erklärt hat, das behandle du nicht, als wäre es unrein11,9 W unheilig.!‹, sagte sie. 10Und noch ein drittes Mal wurde ich zum Essen aufgefordert.11,10 10 Das Ganze geschah dreimal. Danach wurde das Tuch mit allem, was darin war,11,10 W Danach wurde alles. wieder in den Himmel hinaufgezogen.

11Die Vision war kaum vorüber, da standen drei Männer vor dem Haus, in dem wir11,11 Wahrscheinlich Petrus und die im nächsten Vers genannten Christen. AL(1) in dem ich mich befand. uns befanden; sie kamen aus Cäsarea und waren zu mir geschickt worden. 12Der Geist ´Gottes` sagte mir, ich solle ohne Bedenken11,12 ohne einen Unterschied ´zwischen Juden und Nichtjuden` zu machen. mit ihnen gehen, was ich dann auch tat. Diese sechs Brüder hier, ´die ich aus Joppe mitgebracht habe,` begleiteten mich. Wir betraten das Haus des Mannes, ´der nach mir geschickt hatte,` 13und er erzählte uns, er habe einen11,13 Od den. Engel in seinem Haus stehen sehen, der zu ihm gesagt habe: ›Schicke Boten nach Joppe zu einem Simon mit dem Beinamen Petrus und bitte ihn, zu dir zu kommen! 14Was er dir zu sagen hat, wird dir Rettung bringen, dir und allen, die in deinem Haus leben.‹

15Ich hatte eben erst begonnen11,15 Od Ich hatte noch nicht aufgehört., zu den Versammelten zu sprechen, als der Heilige Geist auf sie herabkam – genau wie damals am Pfingsttag11,15 Kapitel 2,2-4. auf uns. 16Da musste ich an das Wort denken, das der Herr gesagt hatte: ›Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber werdet mit dem Heiligen Geist getauft werden.‹11,16 Kapitel 1,5. 17Gott hat ihnen also, als sie zum Glauben an Jesus Christus, den Herrn, kamen, dieselbe Gabe geschenkt wie uns.11,17 Od Gott hat ihnen also dieselbe Gabe geschenkt wie uns, nachdem wir zum Glauben an Jesus Christus, den Herrn, gekommen waren. Wer bin ich, dass ich es da noch hätte wagen dürfen, mich Gott in den Weg zu stellen?«

18Als diejenigen, ´die von Petrus Rechenschaft gefordert hatten,` diesen Bericht hörten, verstummte ihre Kritik11,18 Od waren sie beruhigt.. Sie priesen Gott und sagten: »Jetzt hat Gott also auch den Nichtjuden die Umkehr zu ihm ermöglicht und hat ihnen damit den Weg zum Leben eröffnet11,18 W die Umkehr zum/ins Leben gegeben.

In Antiochia entsteht eine Gemeinde aus Juden und Nichtjuden

19Die ´Christen`, die sich in der Verfolgungszeit nach dem Tod des Stephanus ´über ganz Judäa und Samarien hin` zerstreut hatten, zogen ´zum Teil` noch weiter und kamen bis nach Phönizien und Zypern und bis nach Antiochia11,19 Antiochia in Syrien, eine der bedeutendsten Städte des Römischen Reiches, wurde zum Ausgangspunkt der drei Missionsreisen des Apostels Paulus (Kapitel 13,1-3; 15,40; 18,23). Davon zu unterscheiden ist das pisidische Antiochia (Kapitel 13,14)., aber sie machten die Botschaft Gottes nach wie vor ausschließlich unter Juden bekannt. 20Doch einige von ihnen – Männer von Zypern und aus der Gegend von Zyrene – wandten sich, als sie nach Antiochia kamen, auch an die nichtjüdischen Einwohner der Stadt11,20 W an die Hellenisten. AL(1) an die Hellenen. Beide Begriffe bezeichnen hier die griechischsprachige nichtjüdische Bevölkerung. und verkündeten ihnen das Evangelium von Jesus, dem Herrn. 21Und Gott wirkte so mächtig durch sie, dass11,21 W Und die Hand des Herrn war mit ihnen, sodass. Wahrscheinlich ist bei dieser aus dem Alten Testament übernommenen Wendung die Hand Gottes und nicht die Hand Jesu gemeint (vergleiche z. B. Kapitel 4,28.30 und Lukas 1,66). eine große Zahl ´Nichtjuden ihrer Botschaft` glaubte und sich dem Herrn zuwandte.

22Von dieser Entwicklung erfuhr auch die Gemeinde in Jerusalem, und Barnabas reiste in ihrem Auftrag11,22 im Auftrag der Apostel. nach Antiochia. 23Als er sah, was dort durch Gottes Gnade geschah, war er glücklich. Er machte allen Mut und forderte sie dazu auf, dem Herrn mit ungeteilter Hingabe11,23 Od entsprechend ihrem Vorsatz. W mit dem Entschluss/Vorsatz des Herzens. treu zu bleiben. 24Denn er hatte einen edlen Charakter, war mit dem Heiligen Geist erfüllt und hatte einen festen Glauben. Durch seinen Dienst stieg die Zahl derer, die an den Herrn glaubten, ständig an.11,24 W 24 Denn er war ein guter Mann und war erfüllt mit dem Heiligen Geist und mit Glauben. Und eine große Menge wurde für den Herrn hinzugefügt. 25Schließlich reiste er nach Tarsus, um Saulus zu suchen, 26und als er ihn gefunden hatte, nahm er ihn mit nach Antiochia. Die beiden waren dann ein ganzes Jahr miteinander in der Gemeinde ´tätig` und unterrichteten viele Menschen ´im Glauben`.

Hier in Antiochia wurden die Jünger ´des Herrn` zum ersten Mal Christen genannt.

Hilfe aus Antiochia für die Gemeinde in Jerusalem

27Während dieser Zeit kamen einige Propheten aus Jerusalem nach Antiochia. 28Einer von ihnen – ein Mann namens Agabus – wurde vom Geist ´Gottes` dazu gedrängt, vor ´die Gemeinde` zu treten und anzukündigen, dass eine schwere Hungersnot über die ganze Welt hereinbrechen werde (was während der Regierungszeit von Kaiser Klaudius dann auch tatsächlich geschah).11,28 Klaudius war von 41 bis 54 n. Chr. römischer Kaiser. Die angekündigte Hungersnot fiel wohl in die Jahre 45 bis 48. Missernten in Ägypten, der Kornkammer Roms, führten zu einer starken Verteuerung der Lebensmittel im ganzen Römischen Reich, worunter besonders die ärmeren Bevölkerungsschichten zu leiden hatten. 29Da beschlossen die Jünger, den Geschwistern in Judäa ´eine Geldspende` zukommen zu lassen; jeder sollte entsprechend seinen Möglichkeiten zu ihrer Unterstützung beitragen. 30Das taten sie dann auch. Sie schickten ´das Geld` an die Ältesten ´der Gemeinde von Jerusalem`, und Barnabas und Saulus waren die Überbringer.

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Verfolgung der Jerusalemer Gemeinde durch König Herodes: Jakobus wird hingerichtet, Petrus inhaftiert

121Um diese Zeit begann König Herodes12,1 Agrippa I., auch Herodes genannt, gestorben 44 n. Chr., ein Enkel von Herodes dem Großen (in dessen Regierungszeit die Geburt Jesu fällt – Matthäus 2,1) und ein Neffe von Herodes Antipas (der Johannes den Täufer hinrichten ließ und Jesus verhörte – Matthäus 14,1-12; Lukas 23,6-12)., die Gemeinde in Jerusalem zu verfolgen, und ging mit Gewalt gegen einige ihrer Mitglieder vor12,1 W begann König Herodes, einige von der Gemeinde zu misshandeln. Da die mit beginnen wiedergegebene griechische Wendung auch festnehmen bedeuten kann, ist auch folgende Übersetzung möglich: Um diese Zeit ließ König Herodes einige Mitglieder der Jerusalemer Gemeinde festnehmen und misshandeln.. 2Jakobus, den Bruder des Johannes, ließ er mit dem Schwert hinrichten. 3Als er sah, dass er den Juden damit einen Gefallen tat, setzte er den eingeschlagenen Kurs fort und ließ auch Petrus festnehmen, und zwar gerade während der Zeit, in der ´das Passafest` gefeiert wurde, das Fest der ungesäuerten Brote.12,3 An den Tag mit der Passamahlfeier schloss sich das einwöchige Fest der ungesäuerten Brote an (3. Mose 23,5-8). Beide Feste konnten unter der Bezeichnung »Passa« zusammengefasst werden. 4Herodes ließ Petrus ins Gefängnis bringen und beauftragte vier Gruppen zu je vier Soldaten mit seiner Bewachung12,4 Wahrscheinlich lösten die vier Abteilungen einander während der vier dreistündigen Nachtwachen ab.; nach den Festtagen12,4 W nach dem Passafest. wollte er ihn dann vor allem Volk aburteilen. 5Während Petrus nun also ´streng bewacht` im Gefängnis saß, betete die Gemeinde intensiv für ihn zu Gott.

Befreiung von Petrus durch einen Engel

6In der Nacht vor der von Herodes geplanten öffentlichen Verurteilung schlief Petrus zwischen zwei Soldaten, mit je einer Kette an sie gefesselt; und vor der Tür seiner Zelle waren Posten aufgestellt und hielten Wache. 7Mit einem Mal stand ein12,7 Od der. Engel des Herrn in der Zelle, und helles Licht erfüllte den Raum. Der Engel gab Petrus einen Stoß in die Seite, um ihn zu wecken. »Schnell, steh auf!«, sagte er. Im selben Augenblick fielen die Ketten, die Petrus um die Handgelenke trug, zu Boden. 8Der Engel sagte: »Binde den Gürtel um12,8 Man schlief normalerweise im Untergewand, das beim Aufstehen mit dem Gürtel festgebunden wurde. und zieh deine Sandalen an!«, Petrus tat es. »Und jetzt wirf dir den Mantel über und komm mit!«, sagte der Engel. 9Petrus folgte ihm nach draußen, allerdings ohne zu wissen, dass das, was er mit dem Engel erlebte, Wirklichkeit war; er meinte vielmehr, er hätte eine Vision12,9 Od er würde träumen.. 10Sie passierten den ersten Wachtposten, ebenso den zweiten, und als sie schließlich zu dem eisernen Tor kamen, das in die Stadt führte, öffnete es sich ihnen von selbst.12,10 Wahrscheinlich befand sich das Gefängnis in der Burg Antonia, die zwei Ausgänge hatte – einen zum Tempel und einen zur Stadt. Sie traten ins Freie und gingen eine Gasse entlang12,10 Od gingen eine Gasse weit. – und plötzlich war der Engel verschwunden.

11Da erst kam Petrus zu sich. »Wahrhaftig«, sagte er, »jetzt weiß ich, dass der Herr seinen Engel gesandt hat! Er hat mich Herodes und seiner Macht entrissen und hat mich vor all dem bewahrt, was das jüdische Volk so gern gesehen hätte.« 12Nachdem er über seine Lage nachgedacht hatte12,12 Od Als ihm das alles klar geworden war., ging er zum Haus von Maria, der Mutter des Johannes, der den Beinamen Markus trägt12,12 Der Verfasser des Markus-Evangeliums und der spätere Mitarbeiter von Paulus (Vers 25; Kapitel 13,5.13; 15,37-39; 2. Timotheus 4,11) und Petrus (1. Petrus 5,13).. Dort war eine große Zahl ´von Christen` zum Gebet versammelt. 13Petrus klopfte an das Eingangstor, worauf eine Dienerin namens Rhode kam, um nachzusehen, wer vor dem Haus stand12,13 W um zu reagieren / um auf den zu hören, ´der Einlass suchte`.. 14Als sie die Stimme von Petrus erkannte, vergaß sie vor lauter Freude, das Tor zu öffnen, lief ins Haus zurück und rief: »Es ist Petrus! Petrus steht vor dem Tor!« – 15»Du hast wohl den Verstand verloren!«, entgegneten die anderen. Und als Rhode darauf beharrte, dass es sich genauso verhielt, wie sie sagte, meinten sie: »Dann muss es sein Engel sein.12,15 Od Dann muss es ein Engel sein, der ihm gleicht. Vielleicht ist an eine Art persönlichen Schutzengel gedacht (vergleiche Matthäus 18,10). Nach verbreiteter Auffassung zeigten sich Schutzengel von Zeit zu Zeit in sichtbarer Gestalt, wobei sie das Aussehen ihrer Schutzbefohlenen annahmen.« 16Währenddessen klopfte Petrus wieder und wieder ans Tor. Als sie schließlich öffneten und ihn sahen, waren sie außer sich vor Freude. 17Petrus bat sie mit einer Handbewegung, sich zu beruhigen, und erzählte ihnen, wie der Herr ihn aus dem Gefängnis herausgeführt hatte. »Berichtet das auch Jakobus12,17 Jakobus, ein leiblicher Bruder von Jesus (siehe Galater 1,19) und der Verfasser des Jakobusbriefes, nahm eine führende Stellung in der Jerusalemer Gemeinde ein (Kapitel 15,13-22; 21,18; vergleiche Galater 2,9.12). und den anderen Geschwistern12,17 Od den anderen ´leitenden` Brüdern.!«, sagte er. Dann verabschiedete er sich von ihnen und verließ die Stadt.12,17 W Dann ging er hinaus und ging an einen anderen Ort.

18Als es Tag wurde, war die Bestürzung unter den Soldaten groß; keiner wusste, was mit Petrus geschehen war. 19Herodes ließ überall nach ihm suchen, aber er blieb unauffindbar.12,19 Od Herodes wollte ihn holen lassen, aber er war unauffindbar. Da nahm Herodes die Wachen ins Verhör und befahl schließlich, sie ´zur Hinrichtung` abzuführen.12,19 Nach römischem Recht haftete der Wächter mit seinem Leben für den Gefangenen. Daraufhin verließ er Jerusalem und das judäische Umland12,19 W verließ er Judäa. Judäa bezeichnet hier nicht die römische Provinz (deren Regierungssitz Cäsarea hauptsächlich von Nichtjuden bewohnt war), sondern das jüdische Kernland mit Jerusalem als Zentrum. und reiste nach Cäsarea12,19 Residenzstadt sowohl der römischen Gouverneure als auch der herodianischen Könige., wo er seine Residenz hatte12,19 W wo er verweilte..

Das schreckliche Ende des Herodes

20Herodes lag damals in heftigem Streit mit den Bürgern von Tyrus und Sidon. Nun schickten sie eine gemeinsame Abordnung zu ihm, und nachdem es den Delegierten gelungen war, Blastus, den Palastverwalter und engen Vertrauten des Königs, als Fürsprecher zu gewinnen, baten sie Herodes um eine friedliche Beilegung des Konflikts. (´Sie sahen sich zu diesem Schritt gezwungen,` weil ihr Land auf die Lieferung von Nahrungsmitteln aus dem Herrschaftsgebiet des Königs angewiesen war.) 21An dem Tag, der ´für die offizielle Beendigung des Streits` vorgesehen war, erschien Herodes in königlichem Prunk12,21 W Gewand. ´vor dem versammelten Volk`, nahm auf der Tribüne12,21 Od auf seinem Thron. Od auf dem Richterstuhl. Platz und hielt eine feierliche Rede an die Delegation aus Tyrus und Sidon12,21 Od an die Volksmenge. W an sie.. 22Begeistert jubelte das Volk ihm zu: »So spricht ein Gott und nicht ein Mensch!« 23Und Herodes ließ sich das gefallen, anstatt Gott die Ehre zu geben. Da vollstreckte ein Engel des Herrn das göttliche Urteil an ihm: Herodes brach noch auf der Tribüne zusammen, von einer schweren Krankheit befallen. Würmer zerfraßen seinen Leib, und er starb einen qualvollen Tod.12,23 W 23 Sofort schlug ihn ein (od der) Engel des Herrn, weil er Gott nicht die Ehre gab, und er wurde von Würmern zerfressen und hauchte sein Leben aus. Nach einem Bericht des jüdischen Historikers Josephus brach Herodes während eines öffentlichen Auftritts zusammen und starb fünf Tage später.

24Die Botschaft Gottes aber breitete sich immer weiter aus, und die Zahl derer, die sie annahmen, wuchs ständig.12,24 W Die Botschaft Gottes aber wuchs und vermehrte sich.

25Nachdem Barnabas und Saulus ihren Auftrag in Jerusalem erfüllt ´und die Geldspende überbracht` hatten12,25 Kapitel 11,29.30., kehrten sie ´nach Antiochia` zurück; Johannes mit dem Beinamen Markus begleitete sie.

13

Die erste Missionsreise des Apostels Paulus (Kapitel 13,1 bis 14,28)

Aussendung von Barnabas und Saulus durch die Gemeinde in Antiochia

131In der Gemeinde von Antiochia gab es eine Reihe von Propheten und Lehrern: Barnabas13,1 Od und Lehrern, darunter Barnabas., Simeon, genannt »der Schwarze«13,1 Od Simeon mit dem Beinamen Niger (lateinisch für »schwarz«). Simeon war vielleicht von dunkler Hautfarbe., Luzius aus Zyrene, Manaën, der zusammen mit dem Fürsten Herodes13,1 Herodes Antipas, Sohn von Herodes dem Großen und Onkel von Herodes Agrippa I. (siehe die Anmerkung zu Kapitel 12,1), herrschte von 4 v. Chr. bis 39 n. Chr. über Galiläa und Peräa. Seine Bezeichnung als Fürst (griechisch Tetrarch – eigentlich »Viertelsfürst«, d. h. Herrscher über den vierten Teil eines Gebiets) weist auf seinen weniger bedeutenden Rang hin. aufgewachsen war13,1 Od Manaën, einen Jugendgefährten (od einen vertrauten Freund) des Fürsten Herodes., und Saulus. 2Eines Tages, während die Gemeinde dem Herrn mit Gebet und Fasten diente13,2 Od während diese Männer dem Herrn mit Gebet und Fasten dienten. W während sie dem Herrn dienten und fasteten., sagte der Heilige Geist: »Stellt mir Barnabas und Saulus für die Aufgabe frei, zu der ich sie berufen habe!« 3Da legte man13,3 Od Da legten die Propheten und Lehrer. den beiden nach weiterem Fasten und Beten die Hände auf und ließ sie ziehen13,3 Od und schickten sie los..

Auf Zypern: Zusammenstoß mit einem jüdischen Magier, Erfolg bei dem Prokonsul der Insel

4Auf diese Weise vom Heiligen Geist ausgesandt, gingen Barnabas und Saulus nach Seleuzia hinunter und nahmen dort ein Schiff, das nach Zypern fuhr; 5als Helfer hatten sie Johannes13,5 Der in Kapitel 12,12.25 erwähnte Johannes mit dem Beinamen Markus. dabei. In Salamis angekommen, verkündeten sie die Botschaft Gottes in den jüdischen Synagogen der Stadt. 6Anschließend durchzogen sie die ganze Insel, bis sie nach Paphos kamen. Dort begegneten sie einem Juden, der ein Magier und ein falscher Prophet war. Er hieß Barjesus 7und gehörte zum Gefolge von Sergius Paulus, dem Prokonsul13,7 Prokonsul: Statthalter, der eine Provinz im Auftrag des römischen Senats verwaltete. der Insel, einem klugen und vernünftigen Mann. Dieser hatte Barnabas und Saulus zu sich eingeladen, weil er sehr daran interessiert war, die Botschaft Gottes zu hören. 8Doch Barjesus (oder Elymas, wie der Magier auch genannt wurde13,8 Od wie der Magier sich auch nannte. – Elymas bedeutet »Zauberer«) griff die beiden heftig an und versuchte mit allen Mitteln, den Prokonsul vom Glauben abzuhalten. 9Da blickte ihn Saulus – sein römischer Name ist Paulus13,9 Neben seinem jüdischen Namen Saul/Saulus (hebräisch-aramäisch) trug der Apostel auch einen römischen (Paulus; lateinisch). In der Apostelgeschichte wird von dieser Stelle an nur noch der zweite Name verwendet – ein Hinweis darauf, dass Paulus jetzt die führende Rolle in der Missionierung der nichtjüdischen Welt übernimmt. – durchdringend an. Vom Heiligen Geist erfüllt, 10sagte er zu ihm: »Du Sohn des Teufels13,10 Vielleicht eine Anspielung darauf, dass Barjesus, der aramäische Name des Magiers, »Sohn von Jesus« bedeutet., hinterhältig und durchtrieben bist du, ein Feind von allem, was gut und richtig ist! Wann hörst du endlich auf, dich dem Herrn in den Weg zu stellen, um seine guten Pläne zu durchkreuzen13,10 W auf, die geraden Wege des Herrn krumm zu machen.? 11Doch jetzt bekommst du die ´mächtige` Hand des Herrn zu spüren: Du wirst eine Zeitlang13,11 Od für eine von Gott bestimmte Zeit. blind sein und die Sonne nicht sehen können!« Im selben Augenblick fand sich der Magier in tiefste Dunkelheit gehüllt; er tappte hilflos umher und suchte jemand, der bereit war, ihn an der Hand zu führen. 12Als der Prokonsul das sah, kam er zum Glauben, tief beeindruckt von der Lehre des Herrn13,12 Od von der Lehre über den Herrn., ´die solche Dinge bewirkte`.

Im pisidischen Antiochia: Paulus predigt in der Synagoge

13Paulus und seine Begleiter brachen wieder auf; sie bestiegen ein Schiff und fuhren von Paphos nach Perge in Pamphylien. Dort trennte sich Johannes von Paulus und Barnabas. Während Johannes nach Jerusalem zurückkehrte, 14zogen die beiden anderen von Perge aus landeinwärts, bis sie in das an der Grenze zu Pisidien gelegene Antiochia13,14 W in das pisidische Antiochia. kamen. Am Sabbat gingen sie in die dortige Synagoge und setzten sich ´zu den Gottesdienstbesuchern`. 15Nach der Lesung aus dem Gesetz des Mose und aus den Schriften der Propheten schickten die Synagogenvorsteher ´den Synagogendiener` zu Paulus und Barnabas und ließen ihnen mitteilen13,15 Od Nach der Lesung … wandten sich die Synagogenvorsteher an Paulus und Barnabas und sagten.: »Liebe Brüder, wenn ihr ein Wort der Ermutigung13,15 Od Ermahnung. mitgebracht habt, das ihr an die Gemeinde13,15 W an das Volk (Gottes). weitergeben wollt, dann ist jetzt Gelegenheit dazu!«

16Da stand Paulus auf, bat mit einer Handbewegung um Aufmerksamkeit und begann: »Ihr Israeliten und ihr anderen, die ihr an den Gott Israels glaubt13,16 W die ihr Ehrfurcht vor Gott habt., hört mich an! 17Der Gott unseres israelitischen Volkes hat unsere Väter erwählt. Er ließ unsere Vorfahren zu einem großen Volk werden13,17 W Er erhöhte das Volk., als sie in der Fremde waren, in Ägypten, und bewies dann seine Macht, indem er sie von dort wegführte13,17 W und führte sie mit erhobenem Arm von dort weg.. 18Mit großer Geduld ertrug er sie13,18 AL(1) sorgte er für sie. während der ganzen Zeit, die sie in der Wüste zubrachten, etwa vierzig Jahre lang. 19Danach unterwarf er die Einwohner Kanaans – ´nicht weniger als` sieben Völker – und gab ihr Land unseren Vorfahren zum Besitz. 20Das geschah etwa vierhundertfünfzig Jahre ´nach der Übersiedlung unserer Vorfahren nach Ägypten`. In der nun folgenden Zeit13,20 AL(1) 20 In der nun folgenden Zeit, während etwa vierhundertfünfzig Jahren. gab Gott ihnen Richter; der letzte Richter war der Prophet Samuel13,20 W gab Gott ihnen Richter bis zum Propheten Samuel. Zur Kennzeichnung Samuels als Richter und als Prophet siehe 1. Samuel 7,15 und 3,20.. 21Dann forderten sie von Gott einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kisch, einen Mann aus dem Stamm Benjamin. Doch nachdem Saul vierzig Jahre regiert hatte, 22verstieß ihn Gott und erhob David auf den Thron. Ihm stellte er folgendes Zeugnis aus: ›In David, dem Sohn Isais, habe ich einen Mann gefunden13,22 W Ich habe David gefunden, den Sohn Isais, einen Mann., wie ich ihn mir wünsche; er wird alle meine Pläne ausführen13,22 W er wird meinen ganzen Willen tun. Nach Psalm 89,21; 1. Samuel 13,14; Jesaja 44,28..‹13,22 Nach Psalm 89,21; 1. Samuel 13,14; Jesaja 44,28.

23Einen von Davids Nachkommen hat Gott nun dem israelitischen Volk als Retter gesandt, wie er es zugesagt hatte13,23 Siehe z. B. 2. Samuel 7,12.13; Psalm 132,11.17; Jesaja 11,1., und das ist Jesus. 24Vorbereitet wurde sein Kommen von Johannes, der ganz Israel dazu aufrief, umzukehren und sich taufen zu lassen13,24 W der dem ganzen Volk Israel die Taufe der Umkehr verkündete.. 25Als Johannes am Ende seines Wirkens stand, sagte er zu den Leuten: ›Für wen haltet ihr mich? Ich bin nicht der, ´auf den ihr wartet13,25 Od für den ihr mich haltet.`. Aber der, der nach mir kommt, der ist es, und ich bin nicht einmal würdig, ihm die Riemen seiner Sandalen zu öffnen.‹13,25 Lukas 3,16; Johannes 1,20-27.

26Liebe Geschwister, ihr Nachkommen Abrahams und auch ihr anderen hier, die ihr an den Gott Israels glaubt13,26 W die ihr Ehrfurcht vor Gott habt. – uns allen hat Gott diese rettende Botschaft gesandt13,26 uns ´Aposteln` hat Gott diese rettende Botschaft anvertraut.. 27Die Einwohner von Jerusalem und ihre führenden Männer erkannten nämlich nicht, wer dieser Jesus ist13,27 Od verstanden diese Botschaft nämlich nicht.. Sie verstanden auch die Voraussagen der Propheten nicht, deren Schriften doch Sabbat für Sabbat ´in der Synagoge` vorgelesen werden. So kam es, dass sie ihm den Prozess machten, und gerade auf diese Weise haben sie die prophetischen Ankündigungen erfüllt! 28Obwohl sie nichts an ihm fanden, was den Tod verdient hätte, forderten sie von Pilatus, ihn hinrichten zu lassen. 29Durch das, was sie taten, ging alles in Erfüllung, was in der Schrift über sein Leiden und Sterben vorausgesagt war. Zuletzt nahmen sie ihn vom Kreuz herunter13,29 W 29 Als sie aber alles erfüllt hatten, was über ihn geschrieben ist, nahmen sie ihn vom Holz(pfahl) herunter. Zu Holz(pfahl) siehe die Anmerkung zu Kapitel 5,30. und legten ihn in ein Grab. 30Aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt, 31und als der Auferstandene hat er sich über viele Tage hin denen gezeigt, die ihn auf seinem Weg von Galiläa nach Jerusalem begleitet hatten und die heute als seine Zeugen vor dem israelitischen Volk stehen.

32Und nun sind Barnabas und ich hier, um euch diese gute Nachricht zu überbringen: Was Gott unseren Vorfahren zugesagt hatte, 33das hat er jetzt eingelöst, sodass es uns, den Nachkommen, zugute kommt. Er hat seine Zusage erfüllt, indem er Jesus auferweckte13,33 Od indem er Jesus ´als Retter` sandte.. Damit ist eingetreten, was im zweiten13,33 AL(2) ersten. Neben der bis heute üblichen Psalmenaufteilung gab es damals auch eine Zählung, bei der Psalm 1 und 2 zusammen den ersten Psalm bildeten. Psalm steht, ´wo Gott sagt`:

›Du bist mein Sohn;

heute habe ich dich gezeugt13,33 Od heute habe ich dich in deine Sohnesrechte eingesetzt. Psalm 2,7..‹13,33 Psalm 2,7.

34Dass er ihn von den Toten auferweckt und damit für immer der Verwesung entrissen hat, hat er mit folgenden Worten angekündigt:

›Ich werde euch die heiligen und unvergänglichen Gaben schenken,

die ich David versprochen habe13,34 W werde euch die heiligen, zuverlässigen Dinge Davids geben. Jesaja 55,3..‹13,34 Jesaja 55,3.

35Deshalb heißt es13,35 Od Deshalb sagt David. auch an einer anderen Stelle13,35 Od in einem anderen Psalm.:

›Du wirst deinen heiligen ´Diener` nicht der Verwesung preisgeben.‹13,35 Psalm 16,10.

36Wie war es denn bei David, ´von dem diese Aussage stammt`? Nachdem er den Menschen seiner Zeit so gedient hatte, wie Gott es wollte, starb er13,36 Od Nachdem er, wie es Gottes Plan entsprach, den Menschen seiner Zeit gedient hatte, starb er. Od Nachdem er in seiner Zeit Gott gedient und Gottes Willen getan hatte, starb er. Od Nachdem er den Menschen seiner Zeit gedient hatte, starb er, wie Gott es für jeden Menschen bestimmt hat. und wurde bei seinen Vorfahren begraben13,36 Od starb er wie alle seine Vorfahren., und sein Körper verweste. 37Der jedoch, den Gott auferweckt hat, verweste nicht.

38Ihr sollt daher wissen, Geschwister, dass es durch Jesus Vergebung der Sünden gibt; das ist die Botschaft, die Gott euch verkünden lässt. Wozu das Gesetz des Mose nie imstande war, 39das hat Jesus möglich gemacht: Jeder, der an ihn glaubt, wird von aller Schuld freigesprochen.13,39 Während das Gesetz des Mose euch von vielen Sünden nicht freisprechen konnte, 39 wird durch Jesus jeder, der an ihn glaubt, von aller Schuld freigesprochen. W Von allem, wovon ihr durch das Gesetz des Mose nicht freigesprochen werden konntet, 39 wird durch diesen jeder, der glaubt, freigesprochen.

40Jetzt liegt es also an euch zu verhindern, dass ´das Unheil über euch` hereinbricht, von dem im Zwölfprophetenbuch13,40 Od in den Schriften der Propheten. W bei den Propheten. Siehe die Anmerkung zu Kapitel 7,42. zu lesen ist. ´Dort sagt Gott:`

41›Seht her, ihr, die ihr meine Weisungen missachtet13,41 W ihr Verächter.,

staunt, ´erschreckt` und geht zugrunde!

Denn schon bald werde ich etwas ganz Außergewöhnliches tun;

wenn euch jemand davon berichten würde,

würdet ihr ihm nicht glauben.‹13,41 Habakuk 1,5 (nach der Septuaginta).«

42Als Paulus und Barnabas die Synagoge verließen, wurden sie gebeten13,42 Od Als die Gottesdienstbesucher die Synagoge verließen, baten sie Paulus und Barnabas., am nächsten Sabbat ´wiederzukommen und noch mehr` über diese Dinge zu sagen. 43Viele, die am Gottesdienst teilgenommen hatten, schlossen sich13,43 W 43 Als die Synagogenversammlung sich aufgelöst hatte, schlossen sich viele. den beiden an – sowohl Juden als auch fromme13,43 W Gott verehrende. Nichtjuden, die zum Judentum übergetreten waren. Paulus und Barnabas sprachen lange mit ihnen und forderten sie eindringlich auf, sich ganz auf Gottes Gnade zu verlassen und auf dem jetzt eingeschlagenen Weg zu bleiben13,43 W eindringlich auf, beharrlich bei der Gnade Gottes zu bleiben..

Auseinandersetzung mit den Juden, Hinwendung zu den Nichtjuden

44Am folgenden Sabbat kam fast die ganze Stadt zusammen, um die Botschaft des Herrn zu hören. 45Als diejenigen Juden, ´die vom Evangelium nichts wissen wollten,` die Menschenmassen sahen, packte sie der Neid, und sie beschimpften Paulus und widersprachen ihm13,45 Od sie verhöhnten Jesus und widersprachen Paulus. bei allem, was er sagte. 46Schließlich erklärten Paulus und Barnabas frei und offen: »Zuerst musste die Botschaft Gottes euch verkündet werden. Doch ihr weist sie zurück und zeigt damit13,46 Od und fällt damit über euch selbst das Urteil., dass ihr nicht würdig seid, das ewige Leben zu bekommen. Deshalb wenden wir uns jetzt an die Nichtjuden. 47Wir erfüllen damit den Auftrag, den der Herr uns gegeben hat. Er hat gesagt:

›Ich habe dich zu einem Licht für alle Völker13,47 Od für die nichtjüdischen Völker. gemacht;

du sollst das Heil bis in die entferntesten Gegenden der Erde bringen13,47 W sein. Jesaja 49,6..‹13,47 Jesaja 49,6.«

48Als die Nichtjuden das hörten, brachen sie in Jubel aus13,48 W freuten sie sich. und priesen den Herrn für diese Botschaft. Alle, die dazu bestimmt waren, das ewige Leben zu erhalten, kamen zum Glauben, 49und die Botschaft des Herrn verbreitete sich in der ganzen Gegend.

50Aber die Juden ´von Antiochia` hetzten die einflussreichen griechischen Frauen, die sich zur Synagogengemeinde hielten13,50 W hetzten die vornehmen Frauen, die Gott verehrten., sowie die Magistratsbeamten der Stadt gegen Paulus und Barnabas auf; sie zettelten eine Verfolgung der beiden an und sorgten dafür, dass sie aus der Stadt13,50 W aus ihrem Gebiet. ausgewiesen wurden. 51Da schüttelten Paulus und Barnabas den Staub von ihren Füßen als Zeichen der Warnung für die Juden von Antiochia13,51 W von ihren Füßen gegen sie. Eine symbolische Handlung, mit der die Apostel sich von der Jesus ablehnenden Haltung jener Juden distanzierten und sie vor den möglichen Folgen warnten. Vergleiche Lukas 9,5; 10,10-12. und machten sich auf den Weg nach Ikonion. 52Die Jünger ´in Antiochia` aber waren ´trotz dieser Vorkommnisse` voller Freude und wurden ´immer mehr` mit dem Heiligen Geist erfüllt.