Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
2

Die Gefährdung der Gemeinde durch Irrlehrer

21Allerdings traten in Israel2,1 W im Volk. auch falsche Propheten auf, und genauso werden auch unter euch falsche Lehrer auftreten. Heimtückisch werden sie sektiererische Lehren in Umlauf bringen, die ins Verderben führen, und werden sich damit von dem Herrn und Herrscher lossagen, der sie ´sich zum Eigentum` erkauft hat2,1 Od der sie ´von ihren Sünden` freigekauft hat.. Auf diese Weise ziehen sie sich selbst ein schnelles Verderben zu. 2Ihr ausschweifendes Leben wird viele zur Nachahmung verleiten, was dazu führen wird, dass2,2 W verleiten, sodass ihretwegen (der Nachahmer wegen; nach anderer Auffassung: der Irrlehrer wegen). der wahre Glaube2,2 W der Weg der Wahrheit. in Verruf gerät. 3In ihrer Habgier werden sie versuchen, euch mit raffinierten Lügen für sich einzunehmen2,3 Od euch mit raffinierten Lügen auszubeuten.. Doch das Urteil über sie ist längst gesprochen2,3 W ist schon seit langem nicht untätig.; ihr Verderben wird nicht auf sich warten lassen.

4Gott hat ja auch die Engel nicht verschont, die gesündigt hatten2,4 Vielleicht ein Hinweis auf eine Rebellion von Engeln gegen Gott vor dem Sündenfall des Menschen oder eine Anspielung auf 1. Mose 6,1-4., sondern hat sie in Fesseln gelegt und in den finstersten Abgrund der Unterwelt geworfen2,4 W sondern hat sie in Fesseln (aL(1) Höhlen) der Finsternis im Tartarus (griechisch für Unterwelt/Hölle) verwahrt., wo sie bis zum ´endgültigen` Gericht in Gewahrsam gehalten werden. 5Er hat auch die ehemalige Welt nicht verschont. Nur acht Personen hat er bewahrt, als er die große Flut über jene gottlose Welt hereinbrechen ließ – Noah, den Verkündiger der Gerechtigkeit, ´und sieben andere mit ihm`.2,5 1. Mose 7,7 und 8,18. Zur großen Flut siehe 1. Mose 6–8. 6Auch die Städte Sodom und Gomorra hat er zum Untergang verurteilt; er hat sie in Schutt und Asche gelegt und hat sie damit zu einem warnenden Beispiel für das gemacht, was den Gottlosen bevorsteht2,6 AL(1) für die gemacht, die in Zukunft gottlos sein würden. Zum Untergang von Sodom und Gomorra siehe 1. Mose 19,24.25..2,6 1. Mose 19,24.25. 7Nur einen hat er gerettet: den rechtschaffenen Lot, der unter dem ausschweifenden Leben jener gewissenlosen Leute litt. 8Lot lebte ja mitten unter ihnen, und weil er selbst sich nach Gottes Willen richtete, quälte ihn all das Unrecht zutiefst, das2,8 W und er quälte seine gerechte Seele mit den gesetzlosen Taten, die. Zum Verhalten der Bewohner von Sodom siehe 1. Mose 19,4-11; zur Rettung Lots siehe 1. Mose 19,12-29. er, dieser rechtschaffene Mensch, Tag für Tag mit ansehen und mit anhören musste.2,8 Zum Verhalten der Bewohner von Sodom siehe 1. Mose 19,4-11; zur Rettung Lots siehe 1. Mose 19,12-29.

9´Das alles macht deutlich, dass` der Herr diejenigen, die ihn ehren, sehr wohl retten kann, wenn ihr Glaube auf die Probe gestellt ist2,9 Od sehr wohl vor/aus der Versuchung retten kann., und dass er diejenigen, die Unrecht tun, in Gewahrsam hält, bis sie am Tag des Gerichts ihre Strafe bekommen2,9 die Unrecht tun, bestraft, während er sie bis zum Tag des Gerichts in Gewahrsam hält..

Die Verkommenheit der Irrlehrer

10Besonders hart werden die ´falschen Lehrer` bestraft werden, weil sie den schmutzigen Begierden ihrer selbstsüchtigen Natur freien Lauf lassen2,10 W weil sie in beschmutzender Begierde dem Fleisch nachlaufen. und sich über die Autorität ´des Herrn`2,10 Od über die Autorität ´Gottes`. über ´jede` Autorität. hinwegsetzen. Selbstherrlich und vermessen, wie sie sind, schrecken sie nicht davor zurück, abfällig von überirdischen Mächten2,10 W von Herrlichkeiten. Gedacht ist wohl an gottfeindliche Mächte (von Gott abgefallene Engel), siehe den nächsten Vers. Nach anderer Auffassung ist hier von guten Engeln die Rede (vergleiche Judas 1,8). In diesem Fall müsste in Vers 11 statt diesen Mächten ergänzt werden: diesen Irrlehrern. zu reden. 11Dabei gebrauchen nicht einmal Engel, obwohl sie ´diesen Mächten` an Kraft und Stärke weit überlegen sind, abfällige Worte, wenn sie ihnen das Urteil verkünden, das der Herr über sie gesprochen hat.2,11 W Dabei bringen nicht einmal Engel … ein abfälliges Urteil vonseiten des Herrn gegen sie vor. Od/AL(1) Dabei urteilen nicht einmal Engel … vor dem Herrn abfällig über sie.

12Die falschen Lehrer jedoch haben nicht mehr Verstand als die vernunftlosen Tiere, deren Schicksal es ist, gejagt und getötet zu werden.2,12 W 12 Diese jedoch sind wie vernunftlose Tiere, die von Natur aus zum Eingefangenwerden und Verderben geboren sind. Sie äußern sich abfällig über Dinge, von denen sie nichts verstehen, und ihre Verdorbenheit wird sie ins Verderben stürzen2,12 Od und genauso, wie die Tiere enden, wird auch ihr Ende sein. Od Sie äußern sich abfällig über Wesen (die gottfeindlichen Engelmächte), von denen sie nichts verstehen, und zusammen mit ihnen werden dann auch sie dem Verderben zum Opfer fallen.. 13So ernten sie das Unrecht, das sie gesät haben.2,13 Od So werden sie um den Gewinn gebracht, den sie sich von ihrem unrechten Tun erhoffen. W So wird ihnen als Lohn des Unrechts Unheil zugefügt werden bzw. So werden sie um den Lohn des Unrechts gebracht werden. AL(2) So werden sie den Lohn des Unrechts bekommen.

Am helllichten Tag zu schlemmen und zu saufen – das ist ihre Vorstellung von Vergnügen. Schmutzflecken und Schandmale sind sie, die sich diesem verführerischen Schlemmen und Saufen sogar dann hingeben2,13 W weil sie in ihren Verführungen (od Betrügereien) schwelgen., wenn sie an euren gemeinsamen Mahlzeiten teilnehmen. 14Lüstern blicken sie jeder Frau hinterher, ständig auf der Suche nach sündigen Abenteuern.2,14 W 14 Sie haben Augen, die voller ´Begierde nach einer` Ehebrecherin und ruhelos/unersättlich nach Sünde sind. Sie ködern Menschen, die ´im Glauben` nicht gefestigt sind, und sind Meister darin, alles an sich zu reißen, wonach ihnen in ihrer Habgier der Sinn steht2,14 W und haben ein in der Habgier geübtes Herz.. Dem Fluch sind sie verfallen! 15Sie haben den geraden Weg verlassen und einen Irrweg eingeschlagen. Sie haben den Weg gewählt, den Bileam, der Sohn Beors2,15 W Bosors. In den alttestamentlichen Berichten wird Bileam »Sohn Beors« genannt (4. Mose 22,5 u. ö.). Vielleicht ist der Name hier bewusst abgeändert, um das hebräische Wort für »Fleisch« (basar) anklingen zu lassen, also: »Sohn des Fleisches« = unmoralischer Mensch., gegangen ist. Bileam war auf das Geld aus, das er als Lohn für sein unrechtes Tun bekommen sollte.2,15 W Bileam liebte den Lohn des Unrechts. 16Aber weil er sich damit Gottes Willen widersetzte, wurde ihm eine bittere Lektion erteilt2,16 W Aber er erhielt eine Zurechtweisung für seine Gesetzwidrigkeit/Schandtat.: Ein Lasttier, das doch eigentlich nicht reden kann, sprach mit Menschenstimme und hinderte den Propheten daran, sein wahnwitziges Vorhaben auszuführen.2,16 4. Mose 22,21-35.

17Wasserlose Quellen sind diese falschen Lehrer, Nebelschwaden, die der Sturm vor sich her treibt2,17 Gemeint ist vielleicht: ohne dass sie den erhofften Regen bringen (vergleiche Judas 1,12).. Die tiefste Finsternis ist für sie bestimmt. 18Denn alles, was sie von sich geben, ist hochtrabendes, leeres Gerede, aber indem sie ein ausschweifendes Leben in Aussicht stellen, das die Begierden der menschlichen Natur befriedigt2,18 Od ein ausschweifendes Leben führen, das die Begierden der menschlichen Natur befriedigt. W aber mit Begierden des Fleisches, mit Ausschweifungen., ködern sie diejenigen, die gerade erst einem Leben im Irrtum entflohen sind2,18 Od die gerade erst dabei sind, einem Leben im Irrtum zu entfliehen. AL(2) die unbezweifelbar einem Leben im Irrtum entflohen sind.. 19Sie versprechen ihnen Freiheit und sind doch selbst Sklaven der Verdorbenheit2,19 Od des Verderbens.; denn wovon2,19 Od denn von wem. man sich hat gefangen nehmen lassen, dessen Sklave ist man geworden.

20Diese Leute2,20 die Irrlehrer; nach anderer Auffassung: die von den Irrlehrern Verführten. hatten zwar unseren Herrn und Retter Jesus Christus kennen gelernt und waren dadurch von dem schändlichen Treiben dieser Welt losgekommen. Wenn sie sich nun aber von neuem in jene Dinge verstricken und sich von ihnen gefangen nehmen lassen, steht es am Ende schlimmer um sie als am Anfang. 21Ja, es wäre besser für sie gewesen, sie hätten den richtigen Weg gar nicht erst kennen gelernt, als dass sie sich, nachdem sie ihn erkannt hatten, wieder von der heiligen Lehre2,21 W von dem heiligen Gebot (die christliche Lehre, zu deren Annahme und Befolgung wir aufgefordert sind). abwandten, die ihnen überbracht worden war. 22Mit ihnen ist genau das geschehen, was das Sprichwort so treffend beschreibt:

»Der Hund kehrt zu dem zurück, was er erbrochen hat2,22 Sprüche 26,11.;

das Schwein2,22 Od was er erbrochen hat.« Oder, ´wie ein anderes Sprichwort sagt`: »Das Schwein., sauber gewaschen, wälzt sich hinterher doch wieder im Schlamm.«

3

Auch wenn manche es nicht wahrhaben wollen: Christus wird wiederkommen

31Dies ist nun schon der zweite Brief, liebe Freunde, den ich euch schreibe. Es geht mir in diesen Briefen darum, euch Dinge ins Gedächtnis zu rufen, die euch helfen sollen, wachsam zu bleiben und euer Denken durch nichts Böses beeinflussen zu lassen3,1 W darum, durch Erinnerung eure reine Gesinnung wachzurufen/wachzuhalten..

2Erinnert euch an das, was die heiligen Propheten vorausgesagt haben, und an die Lehre unseres Herrn und Retters, die euch durch die Apostel, die Gott zu euch schickte, überbracht wurde3,2 W und an das Gebot (siehe die Anmerkung zu Kapitel 2,21) des Herrn und Retters, ´überbracht` durch eure Apostel.. 3Vor allem müsst ihr wissen, dass in den Tagen vor dem Ende Spötter auftreten werden, denen nichts heilig ist und die3,3 W dass in den letzten Tagen Spötter mit Spötterei auftreten werden, die. nur ihren eigenen Begierden folgen. 4»Wo bleibt denn die Erfüllung seiner Zusage?«, höhnen sie. »Er hat doch versprochen, dass er wiederkommt! Inzwischen sind unsere Väter3,4 Damit sind wahrscheinlich christliche Anführer der ersten Generation gemeint. gestorben, aber geändert hat sich nichts. Alles ist immer noch so3,4 W wiederkommt! Denn seit die Väter gestorben sind, bleibt alles so. Mit Väter sind wahrscheinlich christliche Anführer der ersten Generation gemeint. Nach anderer Auffassung geht es um die alttestamentlichen Vorväter, sodass zu übersetzen wäre: Unsere Väter sind schon längst gestorben, aber …, wie es seit der Erschaffung der Welt war.«

5Denen, die das behaupten, entgeht freilich3,5 Od Dabei wollen sie allerdings nicht wahrhaben (entsprechend dann in Vers 6: Und sie wollen nicht wahrhaben)., dass es in alter Zeit schon einmal einen Himmel und eine Erde gab, die auf Gottes Wort hin entstanden waren3,5 Od schon einmal einen Himmel gab und eine Erde, die auf Gottes Wort hin entstanden war. (wobei das Land sich aus dem Wasser erhob und das Wasser dem Land Platz machte3,5 wobei … Platz machte: ein Versuch, das wörtliche aus Wasser und durch Wasser zu deuten. Siehe zu diesem Vers 1,6-10.).3,5 Siehe zu diesem Vers1,6-10. 6´Und es entgeht ihnen, dass` diese damalige Welt vernichtet wurde, und zwar ebenfalls auf Gottes Wort hin und ebenfalls mit Hilfe von Wasser3,6 W vernichtet wurde durch sie (gemeint ist wahrscheinlich: durch das Wort Gottes und das Wasser). – dem Wasser der großen Flut.3,6 1. Mose 6–8. 7Genauso sind auch der jetzige Himmel und die jetzige Erde durch dasselbe göttliche Wort zur Vernichtung bestimmt, allerdings zur Vernichtung durch das Feuer. Sie bleiben nur noch so lange bestehen3,7 W durch dasselbe Wort aufgespart und für das Feuer aufbewahrt., bis der Tag des Gerichts da ist und die gottlosen Menschen dem Verderben ausgeliefert werden.

Gottes Geduld ist unsere Rettung

8Eines freilich dürft ihr nicht vergessen, liebe Freunde: Für den Herrn ist ein Tag wie tausend Jahre, und tausend Jahre sind für ihn wie ein Tag.3,8 Vergleiche Psalm 90,4. 9Es ist also keineswegs so, dass der Herr die Erfüllung seiner Zusage hinauszögert, wie einige denken. Was sie für ein Hinauszögern halten, ist in Wirklichkeit ein Ausdruck seiner Geduld mit euch3,9 W wie einige es für ein Hinauszögern halten, sondern er hat Geduld mit euch (aL(2) mit uns).. Denn er möchte nicht, dass irgendjemand verloren geht; er möchte vielmehr, dass alle ´zu ihm` umkehren. 10Trotzdem: Der Tag des Herrn wird kommen, und er kommt ´so unerwartet` wie ein Dieb. An jenem Tag wird der Himmel mit gewaltigem Krachen3,10 Od auf einen Schlag. vergehen, die Gestirne3,10 Od die Elemente (aus denen die Welt besteht). Ebenso in Vers 12. werden im Feuer verglühen, und über die Erde und alles, was auf ihr getan wurde, wird das Urteil gesprochen werden3,10 W und die Erde … wird ´vor Gericht` erscheinen ´müssen` (aL(1) wird verbrennen)..

Ein neuer Himmel und eine neue Erde

11Wenn das alles auf diese Weise vergeht3,11 AL(2) Wenn also das alles vergeht., wie wichtig ist es da, dass ihr3,11 AL(1) wir. ein durch und durch geheiligtes Leben führt, ein Leben in der Ehrfurcht vor Gott! 12Wartet auf den großen Tag Gottes; verhaltet euch so, dass er bald anbrechen kann!3,12 W Erwartet und beschleunigt (od ersehnt) die Ankunft von Gottes Tag! Sein Kommen bedeutet zwar, dass der Himmel in Brand geraten und vergehen wird und dass die Gestirne im Feuer zerschmelzen. 13Doch wir warten auf den neuen Himmel und die neue Erde, die Gott versprochen hat3,13 Jesaja 65,17; 66,22; vergleiche Offenbarung 21,1. – ´die neue Welt,` in der Gerechtigkeit regiert3,13 W wohnt. Siehe z. B. Jesaja 60,21; 1. Korinther 6,9.10; Offenbarung 21,27; 22,15..3,13 Siehe z. B. Jesaja 60,21; 1. Korinther 6,9.10; Offenbarung 21,27; 22,15.

Aufruf zur Wachsamkeit

14Weil ihr also auf diese Dinge wartet, liebe Freunde, setzt alles daran, euch vor dem Herrn als untadelig und ohne Makel zu erweisen, als Menschen, die Frieden mit ihm haben3,14 Od die im Frieden miteinander leben. W zu erweisen im Frieden.. 15Begreift doch: Die Geduld, die unser Herr ´mit uns` hat, bedeutet ´unsere` Rettung. So hat es euch ja auch unser lieber Bruder Paulus mit der ihm geschenkten Weisheit geschrieben3,15 Siehe z. B. Römer 2,4., 16und dasselbe sagt er in allen Briefen, wenn er über diese Dinge spricht. Einiges in seinen Briefen ist allerdings schwer zu verstehen, was dazu führt, dass die Unbelehrbaren3,16 Od Ungeschulten. und Ungefestigten es verdrehen. Aber das tun sie auch mit den übrigen Heiligen Schriften, und sie tun es zu ihrem eigenen Verderben.

17Ihr, liebe Freunde, wisst nun schon im Voraus Bescheid. Darum seid auf der Hut und lasst euch nicht von den irrigen Ansichten jener gewissenlosen Leute mitreißen; gebt Acht, dass ihr nicht euren festen Stand verliert und zu Fall kommt! 18Lasst stattdessen euer Leben immer mehr von der Gnade bestimmen und lernt Jesus Christus, unseren Herrn und Retter, immer besser kennen.3,18 W 18 Wachst vielmehr in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus. Ihm gebührt die Ehre3,18 Od Herrlichkeit. – jetzt, in dieser Zeit, und dann am ´großen` Tag der Ewigkeit. Amen.