Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Absender und Empfänger des Briefes. Segenswunsch

11Simeon1,1 Eine Variante von Simon (siehe auch Apostelgeschichte 15,14). AL(2) Simon. Petrus, Diener und Apostel Jesu Christi, an alle, die den gleichen kostbaren Glauben empfangen haben wie wir – einen Glauben, der uns aufgrund der Gerechtigkeit unseres Gottes und Retters1,1 und des Retters. Jesus Christus geschenkt ist1,1 Od an alle, die einen Glauben empfangen haben, der aufgrund der Gerechtigkeit unseres Gottes und Retters Jesus Christus genauso kostbar ist wie unserer.. 2´Ich wünsche` euch, dass ihr Gott und unseren Herrn Jesus immer besser kennen lernt und dadurch1,2 Od dass ihr, weil ihr Gott und unseren Herrn Jesus kennt. W dass ihr durch die Erkenntnis Gottes und unseres Herrn Jesus. in immer größerem Maß Gnade und Frieden erfahrt.

Teilhabe an der göttlichen Natur

3In seiner göttlichen Macht hat Jesus1,3 Od Gott. W 3 Seine göttliche Macht hat. uns alles geschenkt, was zu einem Leben in der Ehrfurcht vor ihm nötig ist. Wir haben es dadurch bekommen, dass wir ihn kennen gelernt haben – ihn, der uns in seiner wunderbaren Güte zum Glauben gerufen hat. 4In seiner Güte1,4 W ihn, der uns durch seine eigene Herrlichkeit und Vortrefflichkeit (od Macht) berufen hat. 4 Durch sie (seine Herrlichkeit und Vortrefflichkeit). Das griechische Wort für Vortrefflichkeit ist in Vers 5 mit Charakterfestigkeit wiedergegeben. hat er uns auch die größten und kostbarsten Zusagen gegeben. Gestützt auf sie, könnt ihr dem Verderben entfliehen, dem1,4 Od der Vergänglichkeit entfliehen, der. diese Welt aufgrund ihrer Begierden ausgeliefert ist, und könnt Anteil an seiner göttlichen Natur bekommen.1,4 Zu Anteil an der göttlichen Natur bekommen vergleiche z. B. Epheser 3,19.

5Darum setzt alles daran, dass zu eurem Glauben Charakterfestigkeit1,5 W (ethische) Vortrefflichkeit; siehe die erste Anmerkung zu Vers 4. hinzukommt und zur Charakterfestigkeit ´geistliche` Erkenntnis, 6zur Erkenntnis Selbstbeherrschung, zur Selbstbeherrschung Standhaftigkeit, zur Standhaftigkeit Ehrfurcht vor Gott, 7zur Ehrfurcht vor Gott Liebe zu den Glaubensgeschwistern und darüber hinaus Liebe ´zu allen Menschen`. 8Denn wenn das alles bei euch vorhanden ist und ständig zunimmt, wird euer Glaube nicht untätig und nicht unfruchtbar bleiben, und ihr werdet Jesus Christus, unseren Herrn, immer besser kennen lernen1,8 Od wird euer Glaube – gegründet darauf, dass ihr Jesus Christus, unseren Herrn, kennt – nicht untätig und nicht unfruchtbar bleiben. W wird es (= das alles) euch nicht untätig und nicht unfruchtbar lassen im Hinblick auf die Erkenntnis von Jesus Christus, unserem Herrn.. 9Doch wer das alles nicht hat, der ist so kurzsichtig, dass er wie ein Blinder ´im Dunkeln umhertappt`. Ein solcher Mensch hat vergessen, dass er vom Schmutz seiner früheren Sünden gereinigt wurde.

10Deshalb, liebe Geschwister, setzt erst recht alles daran, eure Berufung und Erwählung ´durch ein entsprechendes Leben` zu bestätigen. Wenn ihr das tut, werdet ihr vor jedem Fehltritt bewahrt bleiben1,10 W werdet ihr niemals zu Fall kommen., 11und der Zugang zum ewigen Reich unseres Herrn und Retters Jesus Christus wird euch weit offen stehen1,11 Od und es wird euch ein herrlicher Empfang im ewigen Reich unseres Herrn und Retters Jesus Christus bereitet werden..

Das Vermächtnis des Apostels

12Daher werde ich euch immer wieder an diese Dinge erinnern, auch wenn ihr sie bereits kennt und fest auf dem Boden der Wahrheit steht, die euch verkündet wurde1,12 W die ´bei euch` vorhanden ist.. 13Aber ich halte es für richtig, euch das alles ins Gedächtnis zu rufen und euch auf diese Weise immer wieder wachzurütteln, solange ich noch in meinem jetzigen Körper bin, diesem Zelt, das meine irdische Bleibe ist1,13 W solange ich noch in diesem Zelt bin.. 14Ich weiß nämlich, dass mein Zelt schon bald abgebrochen wird1,14 dass mein Zelt plötzlich abgebrochen wird (wäre ein Hinweis auf einen gewaltsamen Tod, vergleiche Johannes 21,18.19).; Jesus Christus selbst1,14 Od auch Jesus Christus selbst., unser Herr, hat es mir offenbart. 15Doch ich werde alles daran setzen, dass ihr euch auch nach meinem Tod jederzeit an diese Dinge erinnern könnt.

Augen- und Ohrenzeugen der Größe und Herrlichkeit von Christus

16Denn wir haben uns nicht etwa auf klug ausgedachte Geschichten gestützt, als wir euch ankündigten, dass Jesus Christus, unser Herr, wiederkommen und seine Macht offenbaren wird1,16 Od als wir euch von der Macht Jesu Christi, unseres Herrn, berichteten und euch ankündigten, dass er wiederkommen wird. W als wir euch die Macht und Wiederkunft Jesu Christi, unseres Herrn, bekannt machten.. Nein, wir haben seine majestätische Größe mit eigenen Augen gesehen. 17´Wir waren` nämlich ´dabei,` als er von Gott, dem Vater, geehrt wurde und in himmlischem Glanz erschien1,17 W als er von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit empfing.; ´wir waren dabei,` als die Stimme der höchsten Majestät zu ihm sprach und Folgendes verkündete1,17 W als von der majestätischen Herrlichkeit folgende Stimme an ihn erging.: »Dies ist mein geliebter Sohn; an ihm habe ich Freude.« 18Wir selbst haben die Stimme gehört, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren – diese Stimme, die vom Himmel kam.1,18 Zu den Versen 17 und 18 siehe Matthäus 17,1-8; Markus 9,2-8 und Lukas 9,28-36.

19Darüber hinaus haben wir die Botschaft der Propheten, die durch und durch zuverlässig ist.1,19 Od Dadurch wissen wir nun erst recht, dass die Botschaft der Propheten zuverlässig ist. Ihr tut gut daran, euch an sie zu halten, denn sie ist wie eine Lampe1,19 Od Fackel., die an einem dunklen Ort scheint. ´Haltet euch an diese Botschaft,` bis der Tag anbricht und das Licht des Morgensterns es in euren Herzen hell werden lässt1,19 W und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht..

20In diesem Zusammenhang ist es von größter Wichtigkeit, dass ihr Folgendes bedenkt: Keine einzige prophetische Aussage der Schrift ist das Ergebnis eigenmächtiger Überlegungen1,20 W Deutung. ´des jeweiligen Propheten`. 21Anders gesagt: Keine Prophetie1,21 Od Keine einzige prophetische Aussage der Schrift lässt eine eigenmächtige Deutung zu. 21 Denn keine Prophetie. hat je ihren Ursprung im Willen eines Menschen gehabt. Vielmehr haben Menschen, vom Heiligen Geist geleitet, im Auftrag Gottes geredet.

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Die Gefährdung der Gemeinde durch Irrlehrer

21Allerdings traten in Israel2,1 W im Volk. auch falsche Propheten auf, und genauso werden auch unter euch falsche Lehrer auftreten. Heimtückisch werden sie sektiererische Lehren in Umlauf bringen, die ins Verderben führen, und werden sich damit von dem Herrn und Herrscher lossagen, der sie ´sich zum Eigentum` erkauft hat2,1 Od der sie ´von ihren Sünden` freigekauft hat.. Auf diese Weise ziehen sie sich selbst ein schnelles Verderben zu. 2Ihr ausschweifendes Leben wird viele zur Nachahmung verleiten, was dazu führen wird, dass2,2 W verleiten, sodass ihretwegen (der Nachahmer wegen; nach anderer Auffassung: der Irrlehrer wegen). der wahre Glaube2,2 W der Weg der Wahrheit. in Verruf gerät. 3In ihrer Habgier werden sie versuchen, euch mit raffinierten Lügen für sich einzunehmen2,3 Od euch mit raffinierten Lügen auszubeuten.. Doch das Urteil über sie ist längst gesprochen2,3 W ist schon seit langem nicht untätig.; ihr Verderben wird nicht auf sich warten lassen.

4Gott hat ja auch die Engel nicht verschont, die gesündigt hatten2,4 Vielleicht ein Hinweis auf eine Rebellion von Engeln gegen Gott vor dem Sündenfall des Menschen oder eine Anspielung auf 1. Mose 6,1-4., sondern hat sie in Fesseln gelegt und in den finstersten Abgrund der Unterwelt geworfen2,4 W sondern hat sie in Fesseln (aL(1) Höhlen) der Finsternis im Tartarus (griechisch für Unterwelt/Hölle) verwahrt., wo sie bis zum ´endgültigen` Gericht in Gewahrsam gehalten werden. 5Er hat auch die ehemalige Welt nicht verschont. Nur acht Personen hat er bewahrt, als er die große Flut über jene gottlose Welt hereinbrechen ließ – Noah, den Verkündiger der Gerechtigkeit, ´und sieben andere mit ihm`.2,5 1. Mose 7,7 und 8,18. Zur großen Flut siehe 1. Mose 6–8. 6Auch die Städte Sodom und Gomorra hat er zum Untergang verurteilt; er hat sie in Schutt und Asche gelegt und hat sie damit zu einem warnenden Beispiel für das gemacht, was den Gottlosen bevorsteht2,6 AL(1) für die gemacht, die in Zukunft gottlos sein würden. Zum Untergang von Sodom und Gomorra siehe 1. Mose 19,24.25..2,6 1. Mose 19,24.25. 7Nur einen hat er gerettet: den rechtschaffenen Lot, der unter dem ausschweifenden Leben jener gewissenlosen Leute litt. 8Lot lebte ja mitten unter ihnen, und weil er selbst sich nach Gottes Willen richtete, quälte ihn all das Unrecht zutiefst, das2,8 W und er quälte seine gerechte Seele mit den gesetzlosen Taten, die. Zum Verhalten der Bewohner von Sodom siehe 1. Mose 19,4-11; zur Rettung Lots siehe 1. Mose 19,12-29. er, dieser rechtschaffene Mensch, Tag für Tag mit ansehen und mit anhören musste.2,8 Zum Verhalten der Bewohner von Sodom siehe 1. Mose 19,4-11; zur Rettung Lots siehe 1. Mose 19,12-29.

9´Das alles macht deutlich, dass` der Herr diejenigen, die ihn ehren, sehr wohl retten kann, wenn ihr Glaube auf die Probe gestellt ist2,9 Od sehr wohl vor/aus der Versuchung retten kann., und dass er diejenigen, die Unrecht tun, in Gewahrsam hält, bis sie am Tag des Gerichts ihre Strafe bekommen2,9 die Unrecht tun, bestraft, während er sie bis zum Tag des Gerichts in Gewahrsam hält..

Die Verkommenheit der Irrlehrer

10Besonders hart werden die ´falschen Lehrer` bestraft werden, weil sie den schmutzigen Begierden ihrer selbstsüchtigen Natur freien Lauf lassen2,10 W weil sie in beschmutzender Begierde dem Fleisch nachlaufen. und sich über die Autorität ´des Herrn`2,10 Od über die Autorität ´Gottes`. über ´jede` Autorität. hinwegsetzen. Selbstherrlich und vermessen, wie sie sind, schrecken sie nicht davor zurück, abfällig von überirdischen Mächten2,10 W von Herrlichkeiten. Gedacht ist wohl an gottfeindliche Mächte (von Gott abgefallene Engel), siehe den nächsten Vers. Nach anderer Auffassung ist hier von guten Engeln die Rede (vergleiche Judas 1,8). In diesem Fall müsste in Vers 11 statt diesen Mächten ergänzt werden: diesen Irrlehrern. zu reden. 11Dabei gebrauchen nicht einmal Engel, obwohl sie ´diesen Mächten` an Kraft und Stärke weit überlegen sind, abfällige Worte, wenn sie ihnen das Urteil verkünden, das der Herr über sie gesprochen hat.2,11 W Dabei bringen nicht einmal Engel … ein abfälliges Urteil vonseiten des Herrn gegen sie vor. Od/AL(1) Dabei urteilen nicht einmal Engel … vor dem Herrn abfällig über sie.

12Die falschen Lehrer jedoch haben nicht mehr Verstand als die vernunftlosen Tiere, deren Schicksal es ist, gejagt und getötet zu werden.2,12 W 12 Diese jedoch sind wie vernunftlose Tiere, die von Natur aus zum Eingefangenwerden und Verderben geboren sind. Sie äußern sich abfällig über Dinge, von denen sie nichts verstehen, und ihre Verdorbenheit wird sie ins Verderben stürzen2,12 Od und genauso, wie die Tiere enden, wird auch ihr Ende sein. Od Sie äußern sich abfällig über Wesen (die gottfeindlichen Engelmächte), von denen sie nichts verstehen, und zusammen mit ihnen werden dann auch sie dem Verderben zum Opfer fallen.. 13So ernten sie das Unrecht, das sie gesät haben.2,13 Od So werden sie um den Gewinn gebracht, den sie sich von ihrem unrechten Tun erhoffen. W So wird ihnen als Lohn des Unrechts Unheil zugefügt werden bzw. So werden sie um den Lohn des Unrechts gebracht werden. AL(2) So werden sie den Lohn des Unrechts bekommen.

Am helllichten Tag zu schlemmen und zu saufen – das ist ihre Vorstellung von Vergnügen. Schmutzflecken und Schandmale sind sie, die sich diesem verführerischen Schlemmen und Saufen sogar dann hingeben2,13 W weil sie in ihren Verführungen (od Betrügereien) schwelgen., wenn sie an euren gemeinsamen Mahlzeiten teilnehmen. 14Lüstern blicken sie jeder Frau hinterher, ständig auf der Suche nach sündigen Abenteuern.2,14 W 14 Sie haben Augen, die voller ´Begierde nach einer` Ehebrecherin und ruhelos/unersättlich nach Sünde sind. Sie ködern Menschen, die ´im Glauben` nicht gefestigt sind, und sind Meister darin, alles an sich zu reißen, wonach ihnen in ihrer Habgier der Sinn steht2,14 W und haben ein in der Habgier geübtes Herz.. Dem Fluch sind sie verfallen! 15Sie haben den geraden Weg verlassen und einen Irrweg eingeschlagen. Sie haben den Weg gewählt, den Bileam, der Sohn Beors2,15 W Bosors. In den alttestamentlichen Berichten wird Bileam »Sohn Beors« genannt (4. Mose 22,5 u. ö.). Vielleicht ist der Name hier bewusst abgeändert, um das hebräische Wort für »Fleisch« (basar) anklingen zu lassen, also: »Sohn des Fleisches« = unmoralischer Mensch., gegangen ist. Bileam war auf das Geld aus, das er als Lohn für sein unrechtes Tun bekommen sollte.2,15 W Bileam liebte den Lohn des Unrechts. 16Aber weil er sich damit Gottes Willen widersetzte, wurde ihm eine bittere Lektion erteilt2,16 W Aber er erhielt eine Zurechtweisung für seine Gesetzwidrigkeit/Schandtat.: Ein Lasttier, das doch eigentlich nicht reden kann, sprach mit Menschenstimme und hinderte den Propheten daran, sein wahnwitziges Vorhaben auszuführen.2,16 4. Mose 22,21-35.

17Wasserlose Quellen sind diese falschen Lehrer, Nebelschwaden, die der Sturm vor sich her treibt2,17 Gemeint ist vielleicht: ohne dass sie den erhofften Regen bringen (vergleiche Judas 1,12).. Die tiefste Finsternis ist für sie bestimmt. 18Denn alles, was sie von sich geben, ist hochtrabendes, leeres Gerede, aber indem sie ein ausschweifendes Leben in Aussicht stellen, das die Begierden der menschlichen Natur befriedigt2,18 Od ein ausschweifendes Leben führen, das die Begierden der menschlichen Natur befriedigt. W aber mit Begierden des Fleisches, mit Ausschweifungen., ködern sie diejenigen, die gerade erst einem Leben im Irrtum entflohen sind2,18 Od die gerade erst dabei sind, einem Leben im Irrtum zu entfliehen. AL(2) die unbezweifelbar einem Leben im Irrtum entflohen sind.. 19Sie versprechen ihnen Freiheit und sind doch selbst Sklaven der Verdorbenheit2,19 Od des Verderbens.; denn wovon2,19 Od denn von wem. man sich hat gefangen nehmen lassen, dessen Sklave ist man geworden.

20Diese Leute2,20 die Irrlehrer; nach anderer Auffassung: die von den Irrlehrern Verführten. hatten zwar unseren Herrn und Retter Jesus Christus kennen gelernt und waren dadurch von dem schändlichen Treiben dieser Welt losgekommen. Wenn sie sich nun aber von neuem in jene Dinge verstricken und sich von ihnen gefangen nehmen lassen, steht es am Ende schlimmer um sie als am Anfang. 21Ja, es wäre besser für sie gewesen, sie hätten den richtigen Weg gar nicht erst kennen gelernt, als dass sie sich, nachdem sie ihn erkannt hatten, wieder von der heiligen Lehre2,21 W von dem heiligen Gebot (die christliche Lehre, zu deren Annahme und Befolgung wir aufgefordert sind). abwandten, die ihnen überbracht worden war. 22Mit ihnen ist genau das geschehen, was das Sprichwort so treffend beschreibt:

»Der Hund kehrt zu dem zurück, was er erbrochen hat2,22 Sprüche 26,11.;

das Schwein2,22 Od was er erbrochen hat.« Oder, ´wie ein anderes Sprichwort sagt`: »Das Schwein., sauber gewaschen, wälzt sich hinterher doch wieder im Schlamm.«