Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Paulus und die falschen Apostel

111Ich wünschte, ihr würdet euch ein klein wenig Unverstand von meiner Seite gefallen lassen! Seid nachsichtig mit mir, ich bitte euch darum!11,1 Od Aber ihr seid ja bereits nachsichtig mit mir! 2Denn ich kämpfe mit leidenschaftlichem Eifer um euch, mit einem Eifer, den Gott selbst in mir geweckt hat. Wie ein Vater seine Tochter mit dem einen Mann verlobt, für den sie bestimmt ist, so habe ich euch mit Christus verlobt, und mir liegt alles daran, ihm eine reine, unberührte Braut zuzuführen.11,2 W Denn ich kämpfe mit Gottes Eifer/Eifersucht um euch. Ich habe euch nämlich mit einem Mann verlobt, um Christus eine reine Jungfrau zuzuführen. – Zu Gottes Eifersucht vergleiche z. B. 2. Mose 20,5; 34,14. 3Ich fürchte jedoch, es könnte euch gehen wie Eva. Eva wurde auf hinterlistige Weise von der Schlange verführt11,3 1. Mose 3,1-13., und genauso könnten auch eure Gedanken unter einen verhängnisvollen Einfluss geraten, sodass die Aufrichtigkeit und Reinheit eurer Beziehung zu Christus verloren gehen. 4Wenn nämlich jemand kommt und euch einen anderen Jesus verkündet als den, den wir verkündet haben, dann lasst ihr euch das nur allzu gern gefallen. Ihr findet nichts dabei, euch einem anderen Geist zu öffnen als dem, den ihr durch uns bekommen habt, oder ein anderes Evangelium anzunehmen als das, das ihr von uns angenommen habt.11,4 W einen anderen Jesus verkündet, den wir nicht verkündet haben, oder wenn ihr einen anderen/andersartigen Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes/andersartiges Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, dann lasst ihr euch das schön gefallen. 5Dabei bin ich überzeugt, dass ich mich in keiner Beziehung vor diesen Superaposteln11,5 Gemeint sind die »falschen Apostel« (Vers13). verstecken muss. 6Mag sein, dass es mir an rhetorischen Fähigkeiten fehlt11,6 W dass ich im Wort / in der Redekunst ein Laie bin. – an Erkenntnis fehlt es mir ganz sicher nicht! Das haben wir im Umgang mit euch bei jeder Gelegenheit11,6 im Umgang mit euch vor allen Menschen (d. h. öffentlich). und in jeder Hinsicht bewiesen.

7Oder habe ich etwa eine Sünde begangen, als ich mich erniedrigte, um euch zu erhöhen? Ich spreche davon, dass ich ´auf mein Recht als Apostel verzichtet11,7 Vergleiche 1. Korinther 9,4. und` euch das Evangelium Gottes verkündet habe, ohne etwas dafür zu verlangen. 8´Verglichen mit euch,` habe ich andere Gemeinden geradezu ausgeraubt, indem ich mich von ihnen unterstützen ließ11,8 Od indem ich mir von ihnen einen Lohn zahlen ließ., um euch ´unentgeltlich` dienen zu können. 9Und als ich bei euch war und meine Mittel knapp wurden, bin ich keinem von euch zur Last gefallen; die Brüder, die aus Mazedonien kamen11,9 Möglicherweise Silas/Silvanus und Timotheus; vergleiche Apostelgeschichte 18,5 und die dortige Anmerkung., brachten mir das, was mir fehlte. Ich habe mich also davor gehütet, eure Hilfe auch nur im Geringsten zu beanspruchen, und werde mich auch weiterhin davor hüten. 10´So gewiss` die Wahrheit11,10 Od Wahrhaftigkeit. von Christus mich erfüllt: Niemand in der ganzen Provinz Achaia wird mir diesen Ruhm nehmen können. 11Warum ´nehme ich kein Geld von euch an`? Weil ich euch nicht liebe? Gott weiß, ´wie es mit meiner Liebe zu euch steht!`11,11 Od Gott weiß, ´dass ich euch liebe!`

12Der Grund, warum ich so handle und auch in Zukunft so handeln werde, ist der: Es gibt Leute, die nur auf eine Gelegenheit warten, beweisen zu können, dass in Sachen Unterstützung zwischen ihrem Vorgehen, auf das sie so stolz sind, und unserem Vorgehen kein Unterschied besteht11,12 W warten, damit sie in dem, womit sie sich rühmen, wie wir gefunden werden., und eine solche Gelegenheit möchte ich ihnen nicht geben. 13In Wirklichkeit sind diese Leute nämlich falsche Apostel, Betrüger, die sich verstellen und auftreten, als wären sie Apostel von Christus11,13 W betrügerische Arbeiter, die sich als Apostel von Christus tarnen.! 14Das ist allerdings kein Wunder, denn der Satan selbst tarnt sich als Engel des Lichts. 15Warum sollte es dann etwas Außergewöhnliches sein, wenn auch seine Diener sich verstellen und so auftreten, als würden sie im Dienst der Gerechtigkeit stehen11,15 W wenn auch seine Diener sich als Diener der Gerechtigkeit tarnen.? Doch am Ende wird es ihnen so ergehen, wie sie es mit ihren Taten verdient haben.

Paulus in der Rolle des Narren: eine ungewöhnliche Selbstempfehlung

16Ich sage es noch einmal11,16 Siehe Vers 1.: Niemand soll mich für einen Narren halten. Wenn ihr es aber doch tut, nun, dann müsst ihr auch hinnehmen, dass ich mich wie ein Narr aufführe und ein wenig Eigenlob betreibe, wie ihr das ja auch von anderen gewohnt seid11,16 W und dass auch ich ein wenig Eigenlob betreibe.. 17Was ich im Folgenden sage, entspricht also nicht der Art des Herrn11,17 Od ist also nicht etwas, was der Herr mir aufgetragen hat. W ist nicht nach dem Herrn., nein, ich rede wie einer, der keinen Verstand hat. Aber das gehört nun einmal zu diesem Unterfangen, mich selbst zu rühmen.11,17 Od der keinen Verstand hat und sich selbstbewusst rühmt. W der keinen Verstand hat, bei diesem Unterfangen (Od mit dieser Zuversicht) des Sich-Rühmens. 18Da so viele sich mit ihren Vorzügen und Leistungen rühmen11,18 W sich nach dem Fleisch rühmen., will auch ich jetzt in ´diese Art von` Rühmen einstimmen. 19Ihr lasst euch ja den Unverstand der Narren gern gefallen, so verständig, wie ihr seid! 20Und nicht nur das: Ihr lasst es euch gefallen, wenn man euch wie Sklaven behandelt, wenn man euch ausbeutet, wenn man ´euch Fallen stellt und` euch einfängt, wenn man sich euch gegenüber arrogant verhält, ja sogar, wenn man euch ins Gesicht schlägt11,20 Manche verstehen diese Aussage nur in einem übertragenen Sinn (wenn man euch beleidigt).. 21Zu ´meiner11,21 eurer.` Schande muss ich gestehen: Wir sind zu schwach gewesen, ´um so mit euch umzugehen!`11,21 Vergleiche Kapitel 10,1.10.

Nun, womit auch immer jemand ´sich rühmen mag`: Wenn er so vermessen ist, das zu tun, dann bin ich – ich rede, als wäre ich von Sinnen – jetzt einmal genauso vermessen. 22Diese Leute sind Hebräer? Ich auch. Sie sind Israeliten? Ich auch. Sie sind Nachkommen Abrahams?11,22 Alle drei Bezeichnungen dieses Verses weisen auf die Zugehörigkeit zum jüdischen Volk und zur jüdischen Religion hin. Hebräer betont wahrscheinlich die sprachliche (Aramäisch) und geographische (Palästina) Nähe zu Jesus Christus; Israeliten stellt die Zugehörigkeit zu Gottes heiligem Volk mit seinen Privilegien heraus, und Nachkommen Abrahams erinnert an den ewigen Bund, den Gott mit dem Stammvater seines Volkes geschlossen hat (1. Mose 17,7). Ich auch. 23Sie sind Diener von Christus? Ich bin wahnwitzig genug zu behaupten: Ich noch viel mehr!11,23 Od Ich habe viel mehr ´Belege` als sie dafür, dass ich einer bin. Ich nahm weit mehr Mühen auf mich als sie, war weit öfter im Gefängnis, wurde ungleich häufiger11,23 Od wurde sehr häufig. ausgepeitscht, war wieder und wieder vom Tod bedroht11,23 Od war häufiger als sie vom Tod bedroht.. 24Von den Juden habe ich fünfmal die »vierzig ´Hiebe` weniger einen« bekommen.11,24 Vergleiche Matthäus 10,17. – Nach dem mosaischen Gesetz (5. Mose 25,3) betrug die Höchststrafe 40 Schläge. Um diese Grenze nicht aus Versehen zu überschreiten, beließen es die jüdischen Gerichte bei 39 Schlägen. 25Dreimal wurde ich mit der Rute geschlagen11,25 Z. B. in Philippi (Apostelgeschichte 16,22.23)., einmal wurde ich gesteinigt11,25 In Lystra (Apostelgeschichte 14,19.20)., dreimal habe ich einen Schiffbruch erlebt11,25 Genaueres ist uns dazu nicht überliefert; der in Apostelgeschichte 27 geschilderte Schiffbruch ereignete sich erst einige Jahre nach der Abfassung des 2. Korintherbriefes., und einmal trieb ich einen ganzen Tag und eine ganze Nacht11,25 Od trieb ich eine ganze Nacht und dann noch den folgenden Tag. auf dem offenen Meer. 26Ich habe viele ´beschwerliche` Reisen unternommen ´und war dabei ständig Gefahren ausgesetzt`: Gefahren durch ´reißende` Flüsse, Gefahren durch Wegelagerer, Gefahren durch Menschen aus meinem eigenen Volk, Gefahren durch Menschen aus anderen Völkern, Gefahren in den Städten, Gefahren in der Wüste, Gefahren auf hoher See, Gefahren durch Leute, die sich als meine Geschwister ausgaben11,26 W durch falsche Geschwister.. 27Ich nahm Mühen und Anstrengungen auf mich, musste oft ohne Schlaf auskommen, litt Hunger und Durst, war häufig zum Fasten gezwungen11,27 Od fastete häufig., ertrug bittere Kälte und hatte nichts anzuziehen. 28Und als wäre das alles nicht genug11,28 Od Und abgesehen von anderen ´Nöten, die ich jetzt nicht erwähnt habe`. Und abgesehen von diesen »äußeren« Dingen., ist da auch noch der Druck, der täglich auf mir lastet – die Sorge11,28 Od ist da auch noch der tägliche Andrang zu mir und die Sorge. um alle Gemeinden. 29Gibt es jemand, der schwach ist, ohne dass ich Rücksicht auf seine Schwachheit nehme11,29 Od ohne dass ich mit ihm an seiner Schwachheit leide. W ohne dass ich schwach bin.? Gibt es jemand, der auf Abwege gerät11,29 Od der sich zur Sünde verführen lässt. Od der in Gefahr ist, vom Glauben abzukommen., ohne dass ich brennenden Schmerz11,29 Od glühenden Zorn (über den Verführer). verzehrendes Mitleid (mit dem Verführten). empfinde?

30Wenn ich nun schon gezwungen bin, mich selbst zu rühmen11,30 W Wenn das Sich-Rühmen sein muss., dann will ich die Dinge rühmen, an denen meine Schwachheit sichtbar wird. 31Ich lüge nicht, wenn ich das sage; Gott weiß es. Er, der Gott und Vater11,31 Od Er, der Vater. unseres Herrn Jesus, sei für immer und ewig gepriesen!

32Als ich in Damaskus war, der »Stadt der Damaszener«11,32 Wahrscheinlich ein Ehrentitel; Damaskus gehörte zu den freien Städten des Römischen Reiches., ließ der Statthalter des Königs Aretas11,32 Aretas IV. war von 9 v. Chr. bis ca. 39 n. Chr. König des Nabatäerreiches (südlich von Syrien und östlich von Palästina gelegen). ´die Tore` der Stadt bewachen, weil er mich festnehmen wollte. 33Doch ich wurde in einem Korb durch ein Fenster11,33 Wahrscheinlich ein Fenster von einem an die Stadtmauer gebauten Haus (vergleiche Josua 2,15). außen an der Stadtmauer hinuntergelassen und entkam seinem Zugriff.11,33 Zu den Versen 32 und 33 siehe auch Apostelgeschichte 9,23-25.

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»Wenn ich schwach bin, bin ich stark«

121Ich bin – wie gesagt – gezwungen, mich selbst zu rühmen.12,1 Vergleiche Kapitel 11,30. ´Eigenlob`12,1 ´Was ich im Folgenden schreiben werde`. nützt zwar nichts; trotzdem will ich nun noch auf Visionen und Offenbarungen vonseiten des Herrn12,1 über den Herrn. zu sprechen kommen.

2Ich kenne einen Menschen, der zu Christus gehört12,2 Paulus spricht hier von sich selbst. und der – es ist jetzt vierzehn Jahre her12,2 Etwa 42 oder 43 n. Chr. Dieses Ereignis fällt damit in die Zeit zwischen dem, was in Apostelgeschichte 9,30 bzw. 11,25.26 über ihn berichtet wird; es fand also noch vor Paulus’ erster Missionsreise (Apostelgeschichte 13,1–14,28) statt. – bis in den dritten Himmel versetzt wurde. Ob er dabei in seinem Körper war, weiß ich nicht; ob er außerhalb seines Körpers war, weiß ich genauso wenig; Gott allein weiß es. 3-4Auf jeden Fall weiß ich, dass der Betreffende ins Paradies12,3-4 Vergleiche Lukas 23,43 und Offenbarung 2,7. Wahrscheinlich beschreibt Paulus in den Versen 2 bis 4 nicht zwei verschiedene Erlebnisse, sondern eine einzige Vision. Das Paradies ist daher wohl identisch mit dem dritten (d. h. dem höchsten) Himmel. versetzt wurde (ob in seinem Körper oder ohne seinen Körper, weiß ich – ´wie gesagt` – nicht; nur Gott weiß es) und dass er dort geheimnisvolle12,3-4 W unsagbare. Worte hörte, Worte, die auszusprechen einem Menschen nicht zusteht12,3-4 Od nicht erlaubt ist..

5Im Hinblick auf diesen Menschen12,5 auf dieses Erlebnis. will ich mich rühmen; an mir selbst jedoch will ich nichts rühmen – nichts außer meinen Schwachheiten. 6Wenn ich wollte, könnte ich mich sehr wohl ´auch mit anderen Dingen` rühmen, ohne mich deshalb zum Narren zu machen; denn was ich sagen würde, wäre die Wahrheit. Trotzdem verzichte ich darauf, weil ich nicht möchte, dass jemand eine höhere Meinung von mir hat als die, die er sich selbst bilden kann, wenn er sieht, wie ich lebe, und hört, was ich lehre12,6 W dass jemand höher von mir denkt, als was er an mir sieht oder was er von mir hört.. 7´Ich verzichte darauf,` weil diese Offenbarungen etwas ganz Außergewöhnliches darstellen. Gerade deshalb nämlich12,7 Od 7 Und gerade deshalb, weil diese Offenbarungen etwas ganz Außergewöhnliches darstellen. – um zu verhindern, dass ich mir etwas darauf einbilde – ist mir ein Leiden auferlegt worden, bei dem mein Körper wie von einem Stachel durchbohrt wird: Einem Engel des Satans wurde erlaubt, mich12,7 W ist mir ein Stachel (Od Pfahl) für das Fleisch gegeben worden, ein Engel des Satans, um mich. mit Fäusten zu schlagen, damit ich vor Überheblichkeit bewahrt bleibe. 8Dreimal habe ich deswegen zum Herrn gebetet ´und ihn angefleht, der Satansengel` möge von mir ablassen. 9Doch der Herr hat zu mir gesagt: »Meine Gnade ist alles, was du brauchst, denn meine Kraft kommt gerade in der Schwachheit zur vollen Auswirkung.«12,9 Vergleiche Kapitel 4,7-12.16-18. Daher will ich nun mit größter Freude und mehr als alles andere meine Schwachheiten rühmen, weil dann die Kraft von Christus in mir wohnt12,9 Od auf mir ruht. Od weil dann die Kraft von Christus in meinem Leben sichtbar wird.. 10Ja, ich kann es von ganzem Herzen akzeptieren, dass ich wegen Christus12,10 Andere beziehen wegen Christus auf den Satzanfang: Ja, wegen Christus kann ich es von ganzem Herzen akzeptieren, dass ich mit Schwachheiten leben … muss. mit Schwachheiten leben und Misshandlungen12,10 Od Beleidigungen., Nöte, Verfolgungen und Bedrängnisse ertragen muss. Denn gerade dann, wenn ich schwach bin, bin ich stark.

Paulus’ Glaubwürdigkeit als Apostel

11Jetzt habe ich mich wie ein Narr aufgeführt, und ihr habt mich dazu gezwungen! Eigentlich hätte ich ja – statt mich selbst zu loben – von euch empfohlen werden sollen. Auch wenn ich nämlich ein Nichts bin – vor den Superaposteln12,11 Siehe die Anmerkung zu Kapitel 11,5. muss12,11 Od musste. ich mich in keiner Beziehung verstecken. 12Denn ich habe mich12,12 Od Denn Gott hat mich. bei euch sehr wohl als Apostel ausgewiesen: Mein Dienst war gekennzeichnet von unbeirrter Standhaftigkeit und war begleitet von außergewöhnlichen Geschehnissen12,12 Od Denn ich habe mich bei euch sehr wohl und mit aller Standhaftigkeit als Apostel ausgewiesen: durch außergewöhnliche Geschehnisse. W Denn die Zeichen des Apostels sind unter euch vollbracht worden in aller Standhaftigkeit mit Zeichen., Wundern und machtvollen Taten. 13Oder gibt es irgendetwas, worin ihr gegenüber den anderen Gemeinden zu kurz gekommen seid? Es könnte eigentlich nur der Umstand sein, dass ich persönlich euch nicht ´mit der Forderung nach Unterhalt` zur Last gefallen bin. Verzeiht mir dieses Unrecht!

14Ich habe schon die nötigen Vorbereitungen getroffen12,14 W Seht, ich halte mich bereit., um ein drittes Mal12,14 Das erste Mal war bei der Gründung der Gemeinde von Korinth (Apostelgeschichte 18,1-18); auf das zweite Mal wird in Kapitel 13,2 Bezug genommen. zu euch zu kommen, und ´auch diesmal` werde ich euch nicht zur Last fallen. Denn es geht mir nicht um euren Besitz, es geht mir um euch selbst. Schließlich sollen nicht die Kinder für den Unterhalt ihrer Eltern aufkommen, sondern die Eltern für den Unterhalt ihrer Kinder12,14 W sollen nicht die Kinder für die Eltern sparen, sondern die Eltern für die Kinder.. 15Ich jedenfalls bin bereit, für euch und euer Wohlergehen12,15 W für eure Seelen. mit größter Freude ´jedes erdenkliche` Opfer zu bringen, ja sogar mich selbst aufzuopfern. Aber kann es sein, dass ich, je mehr ich euch liebe, desto weniger von euch geliebt werde?

16Wie dem auch sei12,16 Od 16 Also gut. – ihr müsst zugeben, dass ich euch nicht zur Last gefallen bin. Aber ´vielleicht habe ich das ja nur deshalb nicht getan, weil` ich so durchtrieben bin, dass ich euch auf hinterhältige Weise einfangen wollte?! 17´Wirklich?` Habe ich euch etwa durch einen ´meiner Mitarbeiter` ausgebeutet, die ich zu euch schickte? 18Ich hatte ja Titus gebeten, ´euch zu besuchen,` und schickte12,18 18 Ich habe Titus gebeten, ´euch zu besuchen,` und schicke. auch noch den anderen Bruder mit. Wollt ihr etwa behaupten, Titus habe euch ausgebeutet? Haben wir beide nicht immer im gleichen Geist12,18 D. h. mit derselben Einstellung. Od von dem einen Geist ´Gottes` geleitet. gehandelt? Sind wir nicht immer denselben Weg12,18 W immer in denselben Fußspuren. gegangen?

Mahnung zur Umkehr, Hoffnung auf Erneuerung

19Wahrscheinlich denkt ihr schon die ganze Zeit, wir würden euch nur schreiben, um uns vor euch zu rechtfertigen. Nun, was wir sagen, sagen wir in der Verantwortung vor Gott und in der Abhängigkeit von Christus12,19 Od und als Menschen, die mit Christus verbunden sind. Od um uns vor euch zu rechtfertigen. Nein, wir tun es – verbunden mit Christus – vor Gott; nur ihm sind wir Rechenschaft schuldig. W 19 Ihr denkt schon lange, dass wir uns vor euch verteidigen/rechtfertigen. Vor Gott reden wir in Christus.. Und bei allem, ´was wir tun,` liebe Freunde, geht es uns nur darum, euch ´in eurem Glauben` voranzubringen12,19 Od euch ´als Gemeinde` aufzubauen..

20Ich fürchte nämlich, dass ich euch, wenn ich komme, möglicherweise so antreffe, wie ich es mir nicht wünsche, und dass dann auch ihr mich so kennen lernt, wie ihr es euch nicht wünscht.12,20 Vergleiche 1. Korinther 4,21. Ich fürchte, dass mich bei euch womöglich Streit und Rechthaberei12,20 Od Eifersucht. erwarten, Wutausbrüche, Rivalitäten12,20 Od selbstsüchtiges Verhalten., Verleumdungen, abfälliges Reden hinter dem Rücken der anderen, überhebliches Gehabe und Missstände ´aller Art`12,20 und widerspenstiges Verhalten.. 21Ich fürchte, dass mein Gott mich – was meine Beziehung zu euch betrifft – bei meinem Kommen ein weiteres Mal12,21 Od bei meinem erneuten Kommen. demütigt und dass ich ´beschämt und` traurig sein werde, weil so viele bis heute nicht mit ihren alten Sünden gebrochen12,21 W weil so viele früher gesündigt. und sich nicht von ihrer schamlosen12,21 W unreinen., unmoralischen und ausschweifenden Lebensführung abgekehrt haben.

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Aufforderung zur Selbstprüfung

131Das ist nun das dritte Mal, dass ich zu euch komme – ´entsprechend dem Grundsatz`: »Jede Sache soll aufgrund der Aussagen von zwei oder drei Zeugen entschieden werden.«13,1 5. Mose 19,15; vergleiche Matthäus 18,16 und 1. Timotheus 5,19. Die Zeugen sind hier wohl im übertragenen Sinn von den wiederholten Besuchen des Paulus zu verstehen bzw. von den Warnungen, die er dabei ausgesprochen hat. 2Ich habe euch schon früher gewarnt – bei meinem zweiten Besuch – und warne euch jetzt noch einmal, diesmal aus der Ferne, und zwar gilt meine Warnung denen, die bis heute nicht mit ihren alten Sünden gebrochen haben13,2 W die früher gesündigt haben., und auch allen anderen: Wenn ich dieses Mal komme, werde ich keine Nachsicht üben. 3Ihr selbst fordert ja einen Beweis dafür, dass Christus, ´in dessen Namen ich auftrete,` auch wirklich durch mich spricht. ´Nun, ihr werdet sehen:` Christus verhält sich euch gegenüber nicht so, als wäre er schwach, sondern erweist unter euch seine Kraft.13,3 Od auch wirklich durch mich spricht – der Christus, der sich euch gegenüber nicht so verhält, als wäre er schwach, sondern der unter euch seine Kraft erweist (W der euch gegenüber nicht schwach ist, sondern stark unter euch). 4Er war schwach, als er gekreuzigt wurde, doch jetzt lebt er durch Gottes Kraft. Genauso ist es bei uns: Wir teilen seine Schwachheit, weil wir mit ihm verbunden sind. Aber gerade deshalb – wegen unserer Zusammengehörigkeit mit ihm – haben wir durch Gottes Kraft auch Anteil an seinem Leben, und das wird sich an unserem Verhalten euch gegenüber zeigen.13,4 W 4 Denn er wurde zwar aus/in Schwachheit gekreuzigt, aber er lebt aus Gottes Kraft. Denn auch wir sind schwach in ihm, aber wir werden mit ihm leben aus Gottes Kraft euch gegenüber.

5Stellt euch selbst auf die Probe, um zu sehen, ob ihr im Glauben ´gefestigt` seid; prüft, ob ihr bewährt seid! Eigentlich müsst ihr doch erkennen, dass Jesus Christus in eurer Mitte13,5 Od in euch. ist, oder nicht? Andernfalls hättet ihr ja die Probe nicht bestanden!13,5 W Andernfalls wärt ihr ja unbewährt! 6Wenn ihr sie aber besteht, dann – so hoffe ich – werdet ihr auch erkennen, dass wir ´ebenfalls` nicht unbewährt sind.

7Im Übrigen beten wir zu Gott, dass ihr euch nichts zuschulden kommen lasst und wir nicht – wie angekündigt – streng durchgreifen müssen. Wir hätten dann zwar nicht bewiesen, dass wir glaubwürdig sind, aber darum geht es uns auch gar nicht. Worum es uns geht, ist, dass ihr tut, was gut und richtig ist – selbst wenn es dann so aussieht, als wären wir den Nachweis unserer Glaubwürdigkeit schuldig geblieben.13,7 W 7 Wir beten aber zu Gott, dass ihr nichts Böses tut – nicht damit wir uns als bewährt zeigen, sondern damit ihr das Gute/Richtige tut, wir aber wie unbewährt sind. 8Schließlich könnten13,8 Od können. wir niemals etwas gegen die Wahrheit tun; wir können immer nur für die Wahrheit eintreten. 9Deshalb ist es uns eine Freude, schwach zu sein13,9 Od eine Freude, so dazustehen, als wären wir schwach., wenn nur ihr stark seid. Und genau das ist es auch, worum wir beten: dass ihr euch zurechthelfen lasst.

10Das ist übrigens auch der Grund, weshalb ich euch das alles schreibe, solange ich noch in der Ferne bin. Ich möchte, wenn ich komme, nicht streng durchgreifen müssen. Die nötige Vollmacht dazu hätte ich ja. Aber der Herr hat sie mir zum Aufbauen und nicht zum Niederreißen gegeben.

Abschließende Mahnungen. Grüße und Segenswünsche

11Damit komme ich zum Schluss, liebe Geschwister. Freut euch!13,11 Od Lebt wohl! Lasst euch zurechthelfen, nehmt euch meine mahnenden Worte zu Herzen, richtet euch ganz auf das gemeinsame Ziel aus13,11 W zurechthelfen, lasst euch mahnen, habt dieselbe Gesinnung. und lebt in Frieden ´miteinander`. Dann13,11 Od ´Bei dem allem`. wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. 12Grüßt einander mit einem Kuss als Ausdruck dafür, dass ihr alle zu Gottes heiligem Volk gehört. Alle Gläubigen13,12 W mit einem/dem heiligen Kuss. Alle Heiligen. hier lassen euch grüßen.

13Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der euch Gemeinschaft untereinander schenkt13,13 Od Gemeinschaft mit ihm schenkt. W und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes (d. h. die von ihm gestiftete Gemeinschaft bzw. die Gemeinschaft mit ihm)., sei mit euch allen!