Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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»Wenn ich schwach bin, bin ich stark«

121Ich bin – wie gesagt – gezwungen, mich selbst zu rühmen.12,1 Vergleiche Kapitel 11,30. ´Eigenlob`12,1 ´Was ich im Folgenden schreiben werde`. nützt zwar nichts; trotzdem will ich nun noch auf Visionen und Offenbarungen vonseiten des Herrn12,1 über den Herrn. zu sprechen kommen.

2Ich kenne einen Menschen, der zu Christus gehört12,2 Paulus spricht hier von sich selbst. und der – es ist jetzt vierzehn Jahre her12,2 Etwa 42 oder 43 n. Chr. Dieses Ereignis fällt damit in die Zeit zwischen dem, was in Apostelgeschichte 9,30 bzw. 11,25.26 über ihn berichtet wird; es fand also noch vor Paulus’ erster Missionsreise (Apostelgeschichte 13,1–14,28) statt. – bis in den dritten Himmel versetzt wurde. Ob er dabei in seinem Körper war, weiß ich nicht; ob er außerhalb seines Körpers war, weiß ich genauso wenig; Gott allein weiß es. 3-4Auf jeden Fall weiß ich, dass der Betreffende ins Paradies12,3-4 Vergleiche Lukas 23,43 und Offenbarung 2,7. Wahrscheinlich beschreibt Paulus in den Versen 2 bis 4 nicht zwei verschiedene Erlebnisse, sondern eine einzige Vision. Das Paradies ist daher wohl identisch mit dem dritten (d. h. dem höchsten) Himmel. versetzt wurde (ob in seinem Körper oder ohne seinen Körper, weiß ich – ´wie gesagt` – nicht; nur Gott weiß es) und dass er dort geheimnisvolle12,3-4 W unsagbare. Worte hörte, Worte, die auszusprechen einem Menschen nicht zusteht12,3-4 Od nicht erlaubt ist..

5Im Hinblick auf diesen Menschen12,5 auf dieses Erlebnis. will ich mich rühmen; an mir selbst jedoch will ich nichts rühmen – nichts außer meinen Schwachheiten. 6Wenn ich wollte, könnte ich mich sehr wohl ´auch mit anderen Dingen` rühmen, ohne mich deshalb zum Narren zu machen; denn was ich sagen würde, wäre die Wahrheit. Trotzdem verzichte ich darauf, weil ich nicht möchte, dass jemand eine höhere Meinung von mir hat als die, die er sich selbst bilden kann, wenn er sieht, wie ich lebe, und hört, was ich lehre12,6 W dass jemand höher von mir denkt, als was er an mir sieht oder was er von mir hört.. 7´Ich verzichte darauf,` weil diese Offenbarungen etwas ganz Außergewöhnliches darstellen. Gerade deshalb nämlich12,7 Od 7 Und gerade deshalb, weil diese Offenbarungen etwas ganz Außergewöhnliches darstellen. – um zu verhindern, dass ich mir etwas darauf einbilde – ist mir ein Leiden auferlegt worden, bei dem mein Körper wie von einem Stachel durchbohrt wird: Einem Engel des Satans wurde erlaubt, mich12,7 W ist mir ein Stachel (Od Pfahl) für das Fleisch gegeben worden, ein Engel des Satans, um mich. mit Fäusten zu schlagen, damit ich vor Überheblichkeit bewahrt bleibe. 8Dreimal habe ich deswegen zum Herrn gebetet ´und ihn angefleht, der Satansengel` möge von mir ablassen. 9Doch der Herr hat zu mir gesagt: »Meine Gnade ist alles, was du brauchst, denn meine Kraft kommt gerade in der Schwachheit zur vollen Auswirkung.«12,9 Vergleiche Kapitel 4,7-12.16-18. Daher will ich nun mit größter Freude und mehr als alles andere meine Schwachheiten rühmen, weil dann die Kraft von Christus in mir wohnt12,9 Od auf mir ruht. Od weil dann die Kraft von Christus in meinem Leben sichtbar wird.. 10Ja, ich kann es von ganzem Herzen akzeptieren, dass ich wegen Christus12,10 Andere beziehen wegen Christus auf den Satzanfang: Ja, wegen Christus kann ich es von ganzem Herzen akzeptieren, dass ich mit Schwachheiten leben … muss. mit Schwachheiten leben und Misshandlungen12,10 Od Beleidigungen., Nöte, Verfolgungen und Bedrängnisse ertragen muss. Denn gerade dann, wenn ich schwach bin, bin ich stark.

Paulus’ Glaubwürdigkeit als Apostel

11Jetzt habe ich mich wie ein Narr aufgeführt, und ihr habt mich dazu gezwungen! Eigentlich hätte ich ja – statt mich selbst zu loben – von euch empfohlen werden sollen. Auch wenn ich nämlich ein Nichts bin – vor den Superaposteln12,11 Siehe die Anmerkung zu Kapitel 11,5. muss12,11 Od musste. ich mich in keiner Beziehung verstecken. 12Denn ich habe mich12,12 Od Denn Gott hat mich. bei euch sehr wohl als Apostel ausgewiesen: Mein Dienst war gekennzeichnet von unbeirrter Standhaftigkeit und war begleitet von außergewöhnlichen Geschehnissen12,12 Od Denn ich habe mich bei euch sehr wohl und mit aller Standhaftigkeit als Apostel ausgewiesen: durch außergewöhnliche Geschehnisse. W Denn die Zeichen des Apostels sind unter euch vollbracht worden in aller Standhaftigkeit mit Zeichen., Wundern und machtvollen Taten. 13Oder gibt es irgendetwas, worin ihr gegenüber den anderen Gemeinden zu kurz gekommen seid? Es könnte eigentlich nur der Umstand sein, dass ich persönlich euch nicht ´mit der Forderung nach Unterhalt` zur Last gefallen bin. Verzeiht mir dieses Unrecht!

14Ich habe schon die nötigen Vorbereitungen getroffen12,14 W Seht, ich halte mich bereit., um ein drittes Mal12,14 Das erste Mal war bei der Gründung der Gemeinde von Korinth (Apostelgeschichte 18,1-18); auf das zweite Mal wird in Kapitel 13,2 Bezug genommen. zu euch zu kommen, und ´auch diesmal` werde ich euch nicht zur Last fallen. Denn es geht mir nicht um euren Besitz, es geht mir um euch selbst. Schließlich sollen nicht die Kinder für den Unterhalt ihrer Eltern aufkommen, sondern die Eltern für den Unterhalt ihrer Kinder12,14 W sollen nicht die Kinder für die Eltern sparen, sondern die Eltern für die Kinder.. 15Ich jedenfalls bin bereit, für euch und euer Wohlergehen12,15 W für eure Seelen. mit größter Freude ´jedes erdenkliche` Opfer zu bringen, ja sogar mich selbst aufzuopfern. Aber kann es sein, dass ich, je mehr ich euch liebe, desto weniger von euch geliebt werde?

16Wie dem auch sei12,16 Od 16 Also gut. – ihr müsst zugeben, dass ich euch nicht zur Last gefallen bin. Aber ´vielleicht habe ich das ja nur deshalb nicht getan, weil` ich so durchtrieben bin, dass ich euch auf hinterhältige Weise einfangen wollte?! 17´Wirklich?` Habe ich euch etwa durch einen ´meiner Mitarbeiter` ausgebeutet, die ich zu euch schickte? 18Ich hatte ja Titus gebeten, ´euch zu besuchen,` und schickte12,18 18 Ich habe Titus gebeten, ´euch zu besuchen,` und schicke. auch noch den anderen Bruder mit. Wollt ihr etwa behaupten, Titus habe euch ausgebeutet? Haben wir beide nicht immer im gleichen Geist12,18 D. h. mit derselben Einstellung. Od von dem einen Geist ´Gottes` geleitet. gehandelt? Sind wir nicht immer denselben Weg12,18 W immer in denselben Fußspuren. gegangen?

Mahnung zur Umkehr, Hoffnung auf Erneuerung

19Wahrscheinlich denkt ihr schon die ganze Zeit, wir würden euch nur schreiben, um uns vor euch zu rechtfertigen. Nun, was wir sagen, sagen wir in der Verantwortung vor Gott und in der Abhängigkeit von Christus12,19 Od und als Menschen, die mit Christus verbunden sind. Od um uns vor euch zu rechtfertigen. Nein, wir tun es – verbunden mit Christus – vor Gott; nur ihm sind wir Rechenschaft schuldig. W 19 Ihr denkt schon lange, dass wir uns vor euch verteidigen/rechtfertigen. Vor Gott reden wir in Christus.. Und bei allem, ´was wir tun,` liebe Freunde, geht es uns nur darum, euch ´in eurem Glauben` voranzubringen12,19 Od euch ´als Gemeinde` aufzubauen..

20Ich fürchte nämlich, dass ich euch, wenn ich komme, möglicherweise so antreffe, wie ich es mir nicht wünsche, und dass dann auch ihr mich so kennen lernt, wie ihr es euch nicht wünscht.12,20 Vergleiche 1. Korinther 4,21. Ich fürchte, dass mich bei euch womöglich Streit und Rechthaberei12,20 Od Eifersucht. erwarten, Wutausbrüche, Rivalitäten12,20 Od selbstsüchtiges Verhalten., Verleumdungen, abfälliges Reden hinter dem Rücken der anderen, überhebliches Gehabe und Missstände ´aller Art`12,20 und widerspenstiges Verhalten.. 21Ich fürchte, dass mein Gott mich – was meine Beziehung zu euch betrifft – bei meinem Kommen ein weiteres Mal12,21 Od bei meinem erneuten Kommen. demütigt und dass ich ´beschämt und` traurig sein werde, weil so viele bis heute nicht mit ihren alten Sünden gebrochen12,21 W weil so viele früher gesündigt. und sich nicht von ihrer schamlosen12,21 W unreinen., unmoralischen und ausschweifenden Lebensführung abgekehrt haben.