Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Das Wirken des Apostels und seiner Mitarbeiter in Thessalonich

21Ihr wisst ja selbst, Geschwister, dass unser Aufenthalt bei euch nicht vergeblich gewesen ist. 2Kurz zuvor, in Philippi, hatten wir noch viel zu leiden gehabt; ihr wisst, dass wir beschimpft und misshandelt worden waren. Aber unser Gott schenkte uns neuen Mut, und obwohl wir ´auch in Thessalonich` auf heftigen Widerstand stießen, konnten wir euch sein Evangelium frei und offen verkünden.

3Mit dieser Botschaft führen wir schließlich niemand in die Irre2,3 Od folgen wir schließlich nicht trügerischen Vorstellungen.; wir verfolgen auch keine fragwürdigen Absichten, wenn wir dazu auffordern, sie anzunehmen, und arbeiten nicht mit betrügerischen Methoden. 4Nein, das Evangelium ist uns von Gott selbst anvertraut, der uns geprüft und für zuverlässig befunden hat, und wir verkünden es in der Verantwortung vor ihm2,4 W und so reden wir.. Es geht uns nicht darum, Menschen zu gefallen, sondern ihm, der unser Innerstes ´kennt und` prüft.

5Wir haben – das könnt ihr bestätigen – nie versucht, uns mit schönen Worten bei euch einzuschmeicheln. Die Verkündigung diente uns auch nicht als Vorwand, um uns zu bereichern; dafür ist Gott unser Zeuge. 6Ebenso wenig ging es uns darum, von Menschen geehrt zu werden, weder von euch noch von irgendjemand anders. 7Wir hätten das Recht gehabt, von unserer Autorität als Apostel Christi vollen Gebrauch zu machen2,7 Od Als Apostel Christi hätten wir das Recht gehabt, uns von euch unterstützen zu lassen. W Als Apostel Christi hätten wir gewichtig / eine Last sein können.; stattdessen sind wir behutsam mit euch umgegangen wie eine Mutter2,7 AL(1) stattdessen sind wir in eurer Mitte wie kleine Kinder geworden (d. h. wohl: wir haben uns auf eine Stufe mit euch gestellt); wir verhielten uns wie eine Mutter., die liebevoll für ihre Kinder sorgt – 8so sehr hatten wir euch ins Herz geschlossen. Ihr wart uns so lieb geworden, dass wir mit ebenso viel Freude, wie wir euch das Evangelium2,8 W das Evangelium Gottes. Ebenso im nächsten Vers. weitergaben, auch unser ganzes Leben mit euch teilten.

9Ihr erinnert euch doch sicher daran, Geschwister, dass wir damals, als wir euch das Evangelium verkündeten, Tag und Nacht ´für unseren Lebensunterhalt` arbeiteten; wir mühten uns ab und scheuten vor keiner Anstrengung zurück, um nur ja keinem von euch zur Last zu fallen. 10In all unserem Umgang mit euch, unseren Glaubensgeschwistern2,10 W mit euch, den Gläubigen. Nach anderer Auffassung gehört Gläubige zu der Aussage am Schluss des Verses: Ihr als Gläubige könnt es bestätigen., ließen wir uns von der Ehrfurcht vor Gott leiten, und unser Verhalten war in jeder Hinsicht korrekt und tadellos. Ihr könnt es bestätigen, und Gott selbst ist unser Zeuge. 11Ihr wisst, dass wir uns um jeden Einzelnen von euch gekümmert haben wie ein Vater um seine Kinder. 12Wir haben euch ermahnt und ermutigt und mit allem Nachdruck daran erinnert, wie wichtig es ist, ein Leben zu führen, durch das Gott geehrt wird. Er ist es ja, der euch dazu beruft2,12 AL(1) berufen hat., an seinem Reich und an seiner Herrlichkeit teilzuhaben.

Glaube trotz Verfolgung

13Im Übrigen danken wir Gott immer wieder dafür, dass ihr die Botschaft, die wir euch in seinem Auftrag verkündeten, als das aufgenommen habt, was sie tatsächlich ist – das Wort Gottes und nicht eine Lehre von Menschen. Und seit ihr glaubt, erfahrt ihr die Kraft dieses Wortes2,13 die Kraft Gottes. in eurem eigenen Leben. 14Ihr wart sogar bereit, Verfolgungen auf euch zu nehmen, liebe Geschwister, und seid damit dem Vorbild der Gemeinden Gottes in Judäa gefolgt, die sich wie ihr zu Jesus Christus bekennen2,14 W 14 Denn, Geschwister, ihr wurdet Nachahmer der Gemeinden Gottes in Christus Jesus, die in Judäa sind.. Denn ihr hattet durch eure Landsleute in gleicher Weise zu leiden wie die Gläubigen von Judäa durch ihre Landsleute2,14 W durch die Juden/Judäer.. 15Diese haben Jesus, den Herrn, getötet, wie sie es schon mit den Propheten gemacht hatten, und jetzt verfolgen sie auch uns2,15 Od und auch uns haben sie verfolgt (od vertrieben).. Es ist unmöglich, dass sie Gott damit gefallen! Außerdem stellen sie sich gegen alle Menschen, 16weil sie uns daran hindern wollen, den anderen Völkern die Botschaft zu verkünden, die ihnen den Weg zur Rettung zeigt. Auf diese Weise machen sie das Maß ihrer Sünden endgültig2,16 W immer. voll. Nun wird Gottes Zorn unweigerlich über sie hereinbrechen.2,16 Die Verse 14-16 sind immer wieder als Rechtfertigung für antisemitische Propaganda und Judenverfolgung missbraucht worden. Doch ist Folgendes zu bedenken: 1. Paulus, der Verfasser dieses Briefes, war selbst Jude, bekannte sich voller Stolz dazu und liebte sein Volk (Römer 9,2.3; 11,1). 2. Seine Kritik richtet sich nicht gegen seine Landsleute als solche, sondern dagegen, dass sie das Evangelium ablehnen und sich seiner Verbreitung in den Weg stellen. Unter dasselbe Urteil fallen aber auch alle anderen Menschen, die sich so verhalten (Römer 2,9). 3. Paulus ruft nirgends zu Rache und Gewalt gegenüber Verfolgern auf. Vielmehr sieht er die Lösung darin, dass man Böses mit Gutem besiegt (Römer 12,14.17-21).

Sehnsucht nach einem Wiedersehen mit der Gemeinde

17Zurück zu uns ´und unserem Ergehen`, Geschwister. Obwohl wir doch ´nach unserer Abreise` nur äußerlich von euch getrennt waren, nicht in unseren Herzen, kamen wir uns wie verwaist vor und sehnten uns so sehr nach euch, dass wir schon bald alles unternahmen2,17 Od Obwohl wir doch ´nach unserer Abreise` nur für kurze Zeit von euch getrennt waren, und auch das nur äußerlich, nicht in unseren Herzen, kamen wir uns wie verwaist vor und sehnten uns so sehr nach euch, dass wir alles unternahmen., um euch wieder zu sehen. 18Wir waren entschlossen, zu euch zu kommen; ich, Paulus, versuchte es sogar mehr als einmal. Doch der Satan hat uns daran gehindert. 19Wer ist denn unsere Hoffnung und unsere Freude? Wer ist der Siegeskranz, auf den wir stolz sein können, wenn Jesus, unser Herr, wiederkommt und wir vor ihm stehen werden? Seid nicht gerade2,19 Od auch. ihr es? 20Ja, ihr seid unser Stolz2,20 W Ehre/Herrlichkeit. und unsere Freude!

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Der Auftrag des Timotheus

31Als wir3,1 Nach Auffassung mancher Ausleger spricht Paulus in den Versen 1 und 2 (und an einigen anderen Stellen dieses Briefes) nur von sich selbst, gebraucht dafür aber den so genannten Plural des Briefstils (»wir«). es schließlich nicht länger aushielten, entschlossen wir uns, allein in Athen zu bleiben, 2und unseren Bruder Timotheus zu euch zu schicken, der als Mitarbeiter3,2 AL(2) Diener. Gottes ´zusammen mit uns`3,2 ´wie wir`. das Evangelium von Christus verkündet. Wir gaben ihm den Auftrag, euch im Glauben zu stärken und zu ermutigen, 3damit keiner von euch durch die Verfolgungen, denen ihr ausgesetzt seid, ´in seinem Vertrauen auf Gott` erschüttert wird. Ihr wisst ja selbst, dass solche Leiden zu unserem Leben als Gläubige gehören3,3 W dass wir dazu bestimmt sind.. 4Im Übrigen hatten wir euch, schon als wir bei euch waren, immer wieder darauf hingewiesen, dass es zu Verfolgungen kommen wird, und was das bedeutet, wisst ihr inzwischen aus eigener Erfahrung3,4 W kommen wird, wie es auch geschehen ist, und ihr wisst es..

5So kam es also, dass ich Timotheus zu euch geschickt habe. Ich konnte ´die Ungewissheit` nicht mehr ertragen und wollte erfahren, wie es mit euch steht. Meine Sorge war, dem Versucher könnte es gelungen sein, euch vom Glauben abzubringen, sodass unsere ganze Arbeit vergeblich gewesen wäre.

Der ermutigende Bericht des Timotheus. Dank und Fürbitte

6Doch jetzt ist Timotheus mit einem so guten Bericht zu uns zurückgekehrt! Er hat uns von eurem Glauben und eurer Liebe erzählt und dass ihr uns stets in guter Erinnerung habt und euch genauso sehr wie wir nach einem Wiedersehen sehnt. 7Diese Nachrichten über euch und euren Glauben, Geschwister, haben uns in unseren eigenen Nöten und Schwierigkeiten3,7 in all unserer Angst und Sorge ´um euch`. neuen Mut gegeben. 8Ja, wir leben richtig auf, ´seit wir erfahren haben,` dass3,8 wir leben richtig auf, wenn. ihr treu zum Herrn haltet. 9Wir wissen gar nicht, wie wir unserem Gott für euch danken sollen, so groß ist die Freude, die uns jedes Mal erfüllt, wenn wir im Gebet an euch denken3,9 W die Freude, mit der wir uns wegen euch vor ihm freuen.. 10Tag und Nacht bitten wir ihn inständig um die Möglichkeit, euch wieder zu sehen und euch in den Punkten weiterzuhelfen, wo es euch in eurem Glauben noch an etwas fehlt. 11Ja, wir bitten Gott, unseren Vater, und Jesus, unseren Herrn, uns den Weg zu euch zu ebnen. 12Und für euch erbitten wir vom Herrn eine immer größere Liebe zueinander und zu allen Menschen – eine Liebe, die so überströmend ist wie unsere Liebe zu euch. 13Wir bitten ihn, euch auf diese Weise innerlich so stark zu machen, dass nichts mehr an euch sein wird, was Tadel verdient, und ihr in Heiligkeit vor Gott, unseren Vater, treten könnt, wenn Jesus, unser Herr, mit allen seinen Heiligen3,13 Gemeint sind wahrscheinlich sowohl die verstorbenen Gläubigen als auch die Engel. wiederkommt. Amen.3,13 AL(1) ohne Amen.

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Das richtige Verhalten im sexuellen Bereich …

41Jetzt noch etwas anderes, Geschwister. Wir haben euch gelehrt, wie ihr leben sollt, um Gott zu gefallen, und ihr handelt auch danach. Doch nun bitten wir euch im Namen des Herrn Jesus mit allem Nachdruck: Macht darin auch weiterhin Fortschritte!

2Ihr kennt ja die Anweisungen, die wir euch im Auftrag des Herrn Jesus gegeben haben. 3Gott will, dass ihr ein geheiligtes Leben führt. ´Dazu gehört,` dass ihr euch von aller sexuellen Sünde fern haltet. 4Jeder von euch muss lernen, Herr über seine Triebe zu sein, denn euer Leben gehört Gott, und die Menschen sollen Achtung vor euch haben4,4 und ihr sollt euren Mitmenschen Achtung entgegenbringen. W Jeder von euch muss es verstehen, sein eigenes Gefäß in Heiligkeit und Ehrbarkeit zu besitzen / zu erwerben. Mit »Gefäß« ist hier wahrscheinlich der Körper unter dem Gesichtspunkt der Geschlechtlichkeit gemeint. Andere sehen darin eine Bezeichnung für »Frau«, sodass dann das richtige Verhalten beim Werben um eine Frau bzw. beim Zusammenenleben mit der Ehefrau und beim Verkehr mit ihr angesprochen wäre.. 5Lasst euch nicht von Begierden und Leidenschaften beherrschen wie die Menschen4,5 W wie die (nichtjüdischen) Völker., die Gott nicht kennen. 6Keiner darf in diesen Dingen die von Gott gesetzten Grenzen überschreiten und seinen Bruder betrügen.4,6 Keiner darf sich bei Geschäften über die Rechte seines Bruders hinwegsetzen und ihn um das betrügen, was ihm gehört. W Keiner darf sich einen Übergriff erlauben und seinen Bruder in der Sache übervorteilen. Denn für alle solche Vergehen wird der Herr die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen. Im Übrigen wiederholen wir mit dieser Warnung nur, was wir euch schon früher gesagt haben. 7Gott hat uns dazu berufen, ein geheiligtes Leben zu führen und nicht ein Leben, das von Sünde beschmutzt ist. 8Wer diese Anweisungen missachtet, missachtet daher nicht einen Menschen, sondern den, der euch seinen Heiligen Geist schenkt4,8 AL(1) geschenkt hat. – Gott selbst.

… und im Umgang miteinander

9Dass euer Verhalten untereinander von Liebe bestimmt sein soll, brauchen wir euch nicht zu schreiben. Gott selbst hat euch gelehrt, einander zu lieben, 10und das befolgt ihr ja auch gegenüber allen Geschwistern in ganz Mazedonien. Trotzdem möchten wir euch eindringlich bitten, Geschwister: Lasst eure Liebe zueinander noch stärker werden! 11Und setzt es euch zum Ziel, ein geordnetes Leben zu führen, euch um eure eigenen Angelegenheiten zu kümmern4,11 euch selbst um eure Angelegenheiten zu kümmern. und selbst für euren Lebensunterhalt zu sorgen4,11 W und mit euren eigenen Händen zu arbeiten.. Wenn ihr das tut – und wir haben euch ja schon früher dazu aufgefordert –, 12werden euch die, die nicht zur Gemeinde gehören4,12 W die draußen sind., achten, und ihr werdet niemand zur Last fallen4,12 W ihr werdet niemand/nichts nötig haben..

Was wird mit den Christen, die vor Jesu Wiederkunft sterben?

13Kommen wir nun zur Frage nach den Gläubigen, die schon gestorben sind4,13 W nach den Entschlafenen.. Es liegt uns sehr daran, Geschwister, dass ihr wisst, was mit ihnen geschehen wird, damit ihr nicht um sie trauert wie die Menschen, die keine Hoffnung haben.

14Nun, wir glauben doch, dass Jesus ´für uns` gestorben und dass er auferstanden ist. Dann wird Gott aber auch dafür sorgen, dass die, die im Vertrauen auf Jesus gestorben sind, mit dabei sein werden, wenn Jesus in seiner Herrlichkeit kommt.4,14 Od Dann wird Gott aber auch die, die im Vertrauen auf Jesus gestorben sind, zu sich holen, sodass sie mit Jesus zusammen sind. W Dann wird Gott aber auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen. – Die Fügung durch Jesus ist sowohl im NGÜ-Text als auch bei der Od-Wiedergabe auf die Entschlafenen bezogen. Nach anderer Auffassung bezieht sie sich jedoch auf führen (also entweder: Dann wird Gott durch Jesus aber auch dafür sorgen, dass die Verstorbenen mit dabei sein werden, wenn Jesus in seiner Herrlichkeit kommt oder: Dann wird Gott durch Jesus aber auch die Verstorbenen zu sich holen, sodass sie mit Jesus zusammen sind).

15Außerdem können wir euch unter Berufung auf ein Wort des Herrn4,15 Od auf das, was der Herr gesagt hat. versichern, dass sie uns gegenüber, soweit wir bei der Wiederkunft des Herrn noch am Leben sind, in keiner Weise benachteiligt sein werden4,15 W dass wir, die Lebenden, die bis zur Wiederkunft des Herrn übrigbleiben, den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen werden.. 16Der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen, ein lauter Befehl wird ertönen, und auch die Stimme eines Engelfürsten und der Schall der Posaune Gottes werden zu hören sein4,16 W herabkommen bei/mit einem Befehlsruf, bei/mit der Stimme eines (od des) Engelfürsten und bei/mit der Posaune Gottes. – Vom Griechischen her lässt sich nicht sicher entscheiden, wer den Befehl erteilt. Wahrscheinlich ist es Christus (und die Angesprochenen sind in diesem Fall wohl die verstorbenen Gläubigen; vgl. Johannes 5,25.28). Nach anderer Auffassung handelt es sich um einen Befehl Gottes an Christus (woraufhin Christus dann vom Himmel herabkommt). Noch andere setzen den Befehlsruf mit der Stimme des Engels gleich.. Daraufhin werden zuerst die Menschen auferstehen, die im Glauben an Christus gestorben sind. 17Danach werden wir – die Gläubigen, die zu diesem Zeitpunkt noch am Leben sind – mit ihnen zusammen in den Wolken emporgehoben4,17 W werden wir – die Lebenden, die übrigbleiben – mit ihnen zusammen in/auf Wolken weggeführt werden in die Luft., dem Herrn entgegen, und dann werden wir alle für immer bei ihm sein.

18Tröstet4,18 Od Ermutigt. euch gegenseitig mit dieser Gewissheit4,18 W mit diesen Worten.!