Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Zwischen Freiheit und Rücksichtnahme: Die Frage nach dem Essen von Götzenopferfleisch

81Nun zu einem anderen Punkt, den ihr angesprochen habt: Darf man Fleisch essen, das den Götzen geopfert wurde?8,1 Das Schlachten eines Tieres war in den meisten Fällen von einer Opferzeremonie begleitet. »Wir alle wissen doch in dieser Sache Bescheid«, sagt ihr, und damit habt ihr sicher Recht.8,1 W 1 Was aber das Fleisch von Götzenopfern betrifft, so wissen wir, dass wir alle Erkenntnis haben. Wahrscheinlich zitiert Paulus hier und in Vers 4 Aussagen, die die Korinther in ihrem in Kapitel 7,1 erwähnten Brief an ihn gemacht hatten. Aber bloßes Wissen macht überheblich. Was uns wirklich voranbringt, ist die Liebe. 2Wenn sich jemand etwas auf sein Wissen einbildet, weiß er noch gar nicht, was es bedeutet, echtes Wissen zu haben.8,2 Od Wenn jemand meint, er habe sich Wissen angeeignet, hat er noch gar nicht das Wissen, das er eigentlich haben sollte. 3Echtes Wissen ist nur bei dem zu finden, der Gott liebt; denn wer Gott liebt, weiß, dass Gott ihn kennt und liebt.8,3 W 3 Aber wenn jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt (worden). AL(2) Aber wenn jemand liebt, hat er das richtige Wissen erlangt.

4Zurück zur Frage nach dem Essen von Götzenopferfleisch. Ihr habt Recht8,4 W Wir wissen.: »Die Götzen gibt es in Wirklichkeit8,4 W in der ´realen` Welt. gar nicht; es gibt keinen Gott außer dem einen.« 5Viele behaupten zwar, dass es Götter gibt – Götter im Himmel und Götter auf der Erde; und es werden ja auch zahlreiche Götter und zahlreiche Herren verehrt8,5 Od und es gibt, wie man meint, zahlreiche Götter und zahlreiche Herren. W 5 Zwar gibt es so genannte Götter – sei es im Himmel, sei es auf der Erde –, wie es ja auch viele Götter und viele Herren gibt.. 6Aber für uns ´steht fest`: Es gibt nur einen Gott8,6 Vergleiche 5. Mose 4,35.39; 6,4; Jesaja 44,8; 45,5.6; Markus 12,32. – den Vater, von dem alles kommt und für den wir ´geschaffen` sind. Und es gibt nur einen Herrn – Jesus Christus, durch den alles ´geschaffen` wurde und durch den auch wir ´das Leben haben`.

7Doch nicht alle haben schon die volle Konsequenz aus dieser Erkenntnis gezogen.8,7 Od Doch zu dieser Erkenntnis sind noch nicht alle gekommen. Manche haben sich bis heute nicht von ihren alten Vorstellungen über Götzen gelöst. Wenn sie Opferfleisch essen, meinen sie immer noch, sie würden damit den Götzen anerkennen, für den das Tier geschlachtet wurde8,7 W Manche essen es – aus Gewöhnung (aL(2) aus gewissensmäßiger Bindung) an den Götzen bis jetzt – als Götzenopferfleisch., und das belastet ihr empfindliches8,7 W schwaches. Ebenso in den Versen 9 bis 12. Gewissen.

8Nun hat zwar das, was wir essen, keine Auswirkung auf unser Verhältnis zu Gott.8,8 Od Nun bringt uns zwar das, was wir essen, Gott nicht näher. Nun bringt uns zwar das, was wir essen, nicht vor Gottes Richterstuhl. W Speise aber bringt uns nicht vor Gott. Wir sind in seinen Augen nicht weniger wert, wenn wir kein Opferfleisch essen8,8 Od wenn wir etwas nicht essen., und wir sind in seinen Augen nicht mehr wert, wenn wir davon essen.8,8 Manche sehen in Vers 8 ein Zitat aus dem Brief der Korinther an Paulus (siehe Kapitel 7,1) und übersetzen: ´Ihr sagt:` »Was wir essen, hat keine Auswirkung …« 9Doch ihr müsst darauf achten, dass die Freiheit, die ihr für euch in Anspruch nehmt,8,9 W dass diese eure Freiheit (od dieses euer Recht). für diejenigen, die ein empfindliches Gewissen haben, kein Hindernis wird, an dem sie zu Fall kommen.

10Stell dir nur einmal vor, du nimmst im Tempel eines Götzen an einem Opfermahl teil (wozu du dich aufgrund deiner Erkenntnis berechtigt fühlst), und jemand mit einem empfindlichen Gewissen sieht dich dort! Wird er da etwa im Glauben gefestigt? Wird er nicht vielmehr dazu verleitet, gegen seine Überzeugung zu handeln und ebenfalls Götzenopferfleisch zu essen?8,10 W 10 Denn wenn jemand dich, der du Erkenntnis hast, im Götzentempel zu Tisch liegen sieht, wird da nicht sein Gewissen, weil er schwach ist, bestärkt werden, das Götzenopferfleisch zu essen? bestärken (im Griechischen dasselbe Wort wie voranbringen in Vers 1) ist hier wohl ironisch zu verstehen. 11Deine Erkenntnis wird also dem, der ein empfindliches Gewissen hat, zum Verhängnis, deinem Bruder8,11 Od Deine Erkenntnis führt also dazu, dass der, der ein empfindliches Gewissen hat, verloren geht, dein Bruder., für den Christus gestorben ist! 12Ja, ihr versündigt euch nicht nur an euren Geschwistern, wenn ihr so rücksichtslos mit ihrem empfindlichen Gewissen umgeht; ihr versündigt euch ´letztlich` an Christus selbst.

13Um diesen Punkt zusammenzufassen: Mein Bruder und meine Schwester8,13 Zu Schwester siehe die erste Anmerkung zu Römer 14,10. dürfen wegen dem, was ich esse, nicht in Sünde geraten8,13 Od nicht ins Verderben stürzen.. Lieber will ich mein Leben lang auf Fleisch verzichten, als dass eines von meinen Geschwistern durch mich zu einer Sünde verführt wird8,13 Od durch mich ins Verderben stürzt..

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Das Beispiel des Paulus: Die ihm als Apostel zustehenden Rechte …

91Bin ich nicht frei? Bin ich nicht ein Apostel? Habe ich nicht Jesus, unseren Herrn, gesehen? Und seid nicht ihr das Ergebnis meiner Arbeit für den Herrn?9,1 Od Und ist eure Zugehörigkeit zum Herrn nicht das Ergebnis meiner Arbeit? Od 1 Heißt das nun, dass ich nicht frei bin? Oder dass ich womöglich kein Apostel bin? Aber habe ich nicht Jesus, unseren Herrn, gesehen? Und seid nicht ihr das Ergebnis meiner Arbeit für den Herrn? 2Auch wenn andere mich nicht als Apostel anerkennen – ihr jedenfalls wisst, dass ich ein Apostel bin9,2 Od Auch wenn ich anderswo nicht als Apostel tätig gewesen bin – bei euch war ich es auf jeden Fall.: Die Tatsache, dass es eure Gemeinde gibt, ist eine sichtbare Bestätigung dafür, dass der Herr mich zum Apostel berufen hat.9,2 W 2 Wenn ich für andere nicht ein Apostel bin, bin ich es doch zumindest für euch. Denn das Siegel meiner Apostelschaft seid ihr im Herrn.

3Daher möchte ich denen, die sich als meine Richter aufspielen, Folgendes zu bedenken geben9,3 W Folgendes zu meiner Verteidigung sagen. Manche sehen in Vers 3 den Abschluss des vorangehenden Abschnitts und übersetzen: Das gebe ich denen zu bedenken, die sich als meine Richter aufspielen.: 4Hätten Barnabas9,4 Zu Barnabas siehe unter anderem Apostelgeschichte 4,36.37; 9,27; 11,22-26.30; 13,1-3; 15,2-4.22.30.35-39. und ich nicht das Recht, uns für unsere Arbeit9,4 Hätte ich nicht das Recht, mich für meine Arbeit. Entsprechend in Vers 5: Hätte ich nicht das Recht … auf meine Reisen mitzunehmen. – Zu Barnabas siehe unter anderem Apostelgeschichte 4,36.37; 9,27; 11,22-26.30; 13,1-3; 15,2-4.22.30.35-39. von der Gemeinde mit Essen und Trinken versorgen zu lassen9,4 das Recht, zu essen und zu trinken, was wir wollen. W 4 Hätten wir nicht das Recht, zu essen und zu trinken.? 5Hätten wir nicht das Recht, eine gläubige Frau zu heiraten und sie auf unsere Reisen mitzunehmen9,5 W das Recht, eine Schwester als Frau umherzuführen., wie das die anderen Apostel tun und die Brüder des Herrn und auch Petrus? 6Bei ihnen allen ist es selbstverständlich, dass sie für ihren Lebensunterhalt nicht selbst aufkommen müssen. Sind Barnabas und ich die Einzigen, denen dieses Recht nicht zusteht?9,6 W 6 Oder haben nur ich und Barnabas nicht das Recht, nicht zu arbeiten? 7Welcher Soldat zieht jemals auf eigene Kosten in den Krieg? Wer pflanzt einen Weinberg an und isst dann nicht von dessen Trauben? Wer hütet eine Herde, ohne von der Milch der Schafe zu trinken?

8Vielleicht hält man mir entgegen, ich würde die Sache nur von einem menschlichen Standpunkt aus9,8 Od vom Standpunkt des allgemein Üblichen aus. betrachten. Aber sagt das Gesetz, das Mose uns im Auftrag Gottes gab, nicht genau dasselbe? 9Dort heißt es doch9,9 W 8 Rede ich das etwa nur nach Menschenweise? Oder sagt das nicht auch das Gesetz? 9 Denn in dem Gesetz des Mose ist geschrieben.: »Binde einem Ochsen beim Dreschen nicht das Maul zu!«9,9 5. Mose 25,4. Zum Dreschen des Getreides wurde ein Rind über den Dreschplatz geführt, das einen Dreschschlitten zog. Geht es Gott ´hier` um die Ochsen? 10Sagt er das nicht in erster Linie wegen uns?9,10 Od nicht unzweifelhaft wegen uns. nicht ausschließlich wegen uns. Od Geht es ihm nicht vielmehr um uns bei allem, was er sagt? Ja, unseretwegen steht diese Anweisung in der Schrift. Gott zeigt damit: Wer pflügt oder drischt, erwartet zu Recht9,10 W soll es in der Hoffnung tun., dass er für seine Arbeit einen Teil vom Ernteertrag bekommt.9,10 Ja, unseretwegen heißt es in der Schrift: »Wer pflügt … bekommt.«

11Nun, wir haben9,11 ich habe. Entsprechend im ganzen Vers und in Vers 12. bei euch gesät; wir haben Saatgut ausgestreut, das eurem geistlichen Leben zugute kommt. Wäre es da nicht recht und billig, wenn wir – gewissermaßen als unseren Anteil an der Ernte – das von euch bekämen, was wir für unser irdisches Leben brauchen?9,11 W 11 Wenn wir euch die geistlichen Dinge gesät haben, ist es da etwas Großes, wenn wir eure irdischen Dinge ernten? 12Wenn andere das Recht haben, sich von euch unterstützen zu lassen9,12 W Wenn andere am (Verfügungs-)Recht über euch Anteil haben., hätten wir es dann nicht noch viel mehr?

… und sein Verzicht, davon Gebrauch zu machen

Doch wir haben von unserem Recht keinen Gebrauch gemacht. Und alle Schwierigkeiten, ´die dieser Verzicht mit sich bringt,` nehmen wir bereitwillig in Kauf, um ´die Ausbreitung` des Evangeliums von Christus in keiner Weise zu behindern.

13Ihr wisst doch: Die, die im Tempel Dienst tun, bekommen ihren Unterhalt von den Einkünften des Tempels9,13 W Die, die die heiligen Dinge tun, essen die Dinge aus dem Heiligen (eine Bezeichnung für den Tempel).; und die, die am Altar den Opferdienst verrichten, bekommen einen Anteil an den Opfergaben9,13 W bekommen einen Anteil am Altar / teilen sich ´die Opfergaben` mit dem Altar. Siehe 3. Mose 6,9.19; 4. Mose 18; 5. Mose 18,1.3.4..9,13 Siehe 3. Mose 6,9.19; 4. Mose 18; 5. Mose 18,1.3.4. 14Genauso hat es der Herr auch im Hinblick auf die angeordnet, die das Evangelium verkünden: Sie haben das Recht, von der Verkündigung des Evangeliums zu leben.9,14 Siehe Matthäus 10,10; Lukas 10,7.

15Ich aber habe nichts von dem, was mir zusteht, in Anspruch genommen. Und ich schreibe das auch nicht in der Absicht, mich in Zukunft von euch versorgen zu lassen9,15 W in der Absicht, dass es bei mir so wird.. Lieber würde ich sterben, als dass ich mir meinen Ruhm von jemand zunichte machen lasse! 16Mein Ruhm besteht ja nicht darin, dass ich das Evangelium verkünde. Das ist schließlich eine Verpflichtung, der ich nicht ausweichen kann – wehe mir, wenn ich sie nicht erfülle! 17Hätte ich diese Aufgabe aus eigenem Antrieb übernommen, könnte ich einen Lohn dafür erwarten. Ich habe sie aber nicht gewählt; sie ist mir übertragen worden: Gott hat mir die Aufgabe anvertraut, seine Botschaft zu verkünden.9,17 17 Da ich diese Aufgabe bereitwillig erfülle, bekomme ich einen Lohn. Aber selbst wenn mir der Sinn nicht danach stünde, müsste ich sie ausführen, weil mir dieses Amt nun einmal anvertraut ist. W 17 Denn wenn ich das freiwillig tue, habe/bekomme ich einen Lohn; wenn aber unfreiwillig, bin ich mit einem Verwaltungsamt betraut. 18Heißt das dann, dass ich überhaupt keinen Lohn bekomme? O doch: Mein Lohn besteht genau darin, dass ich das Evangelium unentgeltlich verkünde und keinerlei Gebrauch von dem Recht mache, das ich als Verkündiger dieser Botschaft habe9,18 W von meinem Recht am Evangelium mache..

Seine freiwillige Unterordnung unter alle anderen …

19Ich bin also frei und keinem Menschen gegenüber zu irgendetwas verpflichtet.9,19 Ich bin also in jeder Hinsicht frei. W Ich bin also frei von allen / von allem. Und doch habe ich mich zum Sklaven aller gemacht, um möglichst viele ´für Christus` zu gewinnen. 20Wenn ich mit Juden zu tun habe, verhalte ich mich wie ein Jude, um die Juden zu gewinnen. Wenn ich mit denen zu tun habe, die dem Gesetz des Mose unterstehen9,20 Damit sind entweder Juden gemeint (also dieselbe Gruppe wie in Vers 20a) oder Juden und Proselyten (Nichtjuden, die sich nach dem mosaischen Gesetz richten) oder nur Proselyten., verhalte ich mich so, als wäre ich ebenfalls dem Gesetz des Mose unterstellt9,20 W 20 Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit ich Juden gewinne. Denen unter dem Gesetz bin ich wie einer unter dem Gesetz geworden. (obwohl das nicht mehr der Fall ist); denn ich möchte auch diese Menschen gewinnen. 21Wenn ich mit denen zu tun habe, die das Gesetz des Mose nicht kennen, verhalte ich mich so, als würde ich es ebenfalls nicht kennen9,21 W 21 Denen ohne Gesetz bin ich wie einer ohne Gesetz geworden.; denn auch sie möchte ich gewinnen. (Das bedeutet allerdings nicht, dass mein Leben mit Gott nicht doch einem Gesetz untersteht; ich bin ja an das Gesetz gebunden, das Christus uns gegeben hat9,21 Siehe z. B. Johannes 13,34; 15,12.17; Galater 6,2..) 22Und wenn ich mit Menschen zu tun habe, deren Gewissen empfindlich ist, verzichte ich auf meine Freiheit9,22 W 22 Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden., weil ich auch diese Menschen gewinnen möchte. In jedem einzelnen Fall nehme ich jede nur erdenkliche Rücksicht auf die, mit denen ich es gerade zu tun habe9,22 W gewinnen möchte. Allen bin ich alles geworden., um jedes Mal wenigstens einige zu retten. 23Das alles tue ich wegen des Evangeliums; denn ich möchte an dem Segen teilhaben, den diese Botschaft bringt9,23 Od denn ich möchte mithelfen, Menschen für diese Botschaft zu gewinnen. W denn ich möchte sein Teilhaber werden..

… und seine Selbstdisziplin

24Ihr wisst doch, wie es ist, wenn in einem Stadion ein Wettlauf stattfindet: Viele nehmen daran teil9,24 W Wisst ihr es nicht? Die, die im Stadion / auf der Rennbahn laufen, laufen zwar alle., aber nur einer bekommt den Siegespreis. ´Macht es wie der siegreiche Athlet:` Lauft so, dass ihr den Preis bekommt! 25Jeder, der an einem Wettkampf teilnehmen will, unterwirft sich einer strengen Disziplin.9,25 W Jeder Wettkämpfer ist in jeder Hinsicht enthaltsam. Die Athleten tun es für einen Siegeskranz, der bald wieder verwelkt. Unser Siegeskranz hingegen ist unvergänglich.

26Für mich gibt es daher nur eins: Ich laufe wie ein Läufer, der das Ziel nicht aus den Augen verliert9,26 W der nicht ins Ungewisse läuft., und kämpfe wie ein Boxer, dessen Schläge nicht ins Leere gehen. 27Ich führe einen harten Kampf gegen mich selbst, als wäre mein Körper ein Sklave, dem ich meinen Willen aufzwinge.9,27 W Ich schlage meinen Körper und mache ihn zum Sklaven. Denn ich möchte nicht anderen predigen und dann als einer dastehen, der sich selbst nicht an das hält, was er sagt.9,27 Denn ich möchte nicht andere ´zum Wettkampf` auffordern und dann selbst ´wegen Übertretung der Regeln` ausgeschlossen werden (w und dann selbst unbewährt/unbrauchbar sein).

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Warnende Beispiele aus Israels Geschichte

101Ihr dürft nämlich nicht vergessen10,1 W Ich will nämlich nicht, dass ihr nicht wisst., Geschwister, wie es unseren Vorfahren ´zur Zeit des Mose` erging. Über ihnen allen war die Wolkensäule10,1 2. Mose 13,21.22; 14,19.20., und alle durchquerten sie das Meer10,1 2. Mose 14,22., 2sodass sie alle gewissermaßen eine Taufe auf Mose erlebten – eine Taufe durch die Wolke und durch das Meer10,2 Od eine Taufe in der Wolke und im Meer.. 3Sie aßen alle dieselbe Nahrung – das Brot vom Himmel, das Gott ihnen gab10,3 2. Mose 16,4-36. –, 4und tranken alle denselben Trank – einen Trank, den Gott ihnen gab, das Wasser aus dem Felsen (wobei der wahre Fels, der sie begleitete und von dessen Wasser sie tranken, Christus war)10,4 Od das Wasser aus dem Felsen, der sie begleitete (wobei der wahre Fels, von dessen Wasser sie tranken, Christus war). W 4 und tranken alle denselben geistlichen Trank. Sie tranken nämlich von dem geistlichen Felsen, der ´sie` begleitete; der Fels aber war Christus. 2. Mose 17,1-6; 4. Mose 20,2-11..10,4 2. Mose 17,1-6; 4. Mose 20,2-11. 5Und trotzdem hatte Gott an den meisten von ihnen keine Freude, sodass er sie in der Wüste umkommen ließ10,5 W keine Freude, denn sie wurden in der Wüste niedergestreckt..

6Was damals mit unseren Vorfahren geschah, ist eine Warnung an uns10,6 W 6 Diese Dinge aber sind Beispiele für uns geworden.: Unser Verlangen darf nicht auf das Böse gerichtet sein, wie es bei ihnen der Fall war. 7Werdet10,7 Od Werdet auch. keine Götzendiener, wie manche von ihnen es waren. Es heißt ja in der Schrift: »Das Volk feierte ein Fest zu Ehren des goldenen Stieres; man setzte sich nieder, um zu essen und zu trinken, und dann wurde wild und zügellos getanzt.«10,7 2. Mose 32,6. 8Auch auf Hurerei dürfen wir uns nicht einlassen, wie manche von ihnen es taten. ´Ihre Unmoral wurde damit bestraft,` dass an einem einzigen Tag dreiundzwanzigtausend von ihnen umkamen.10,8 4. Mose 25,1-9. 9Wir müssen uns davor hüten, Christus herauszufordern, wie manche von ihnen es taten, worauf sie von Schlangen gebissen wurden und starben10,9 W worauf sie von den Schlangen umgebracht wurden. 4. Mose 21,4-6; vergleiche Johannes 3,14.15..10,9 4. Mose 21,4-6; vergleiche Johannes 3,14.15. 10Hütet euch auch davor, euch gegen Gott aufzulehnen und ihm Vorwürfe zu machen10,10 W 10 Murrt auch nicht., denn manche von ihnen wurden deshalb von dem Engel des Gerichts getötet10,10 W von dem Verderber getötet. Vergleiche 4. Mose 14; 16; 17,6-15..10,10 Vergleiche 4. Mose 14; 16; 17,6-15.

11Aus dem, was mit unseren Vorfahren geschah, sollen wir eine Lehre ziehen.10,11 W Diese Dinge aber sind jenen beispielhaft widerfahren. Die Schrift berichtet davon, um uns zu warnen – uns, die wir am Ende der Zeit leben10,11 W uns, zu denen die Enden der Äonen gekommen sind..

12Wer also meint, er stehe fest und sicher, der gebe Acht, dass er nicht zu Fall kommt. 13Die Prüfungen10,13 Od Versuchungen., denen ihr bisher ausgesetzt wart, sind nicht über ein für uns Menschen erträgliches Maß hinausgegangen10,13 W sind menschlich gewesen.. Und Gott ist treu; er wird euch ´auch in Zukunft` in keine Prüfung10,13 Od Versuchung. geraten lassen, die eure Kraft übersteigt. Wenn er euren Glauben auf die Probe stellt, wird er euch auch einen Weg zeigen, auf dem ihr die Probe bestehen könnt.10,13 W übersteigt, sondern wird mit der Prüfung/Versuchung auch den Ausweg schaffen, damit/sodass ihr sie ertragen könnt.

Die Unvereinbarkeit von Abendmahl und Götzenopferfest

14Wenn ihr euch das alles vor Augen haltet, meine lieben Freunde, gibt es nur eins: Lasst euch unter keinen Umständen zum Götzendienst verleiten!10,14 W 14 Darum, meine lieben Freunde, flieht vor dem Götzendienst! 15Ich spreche doch zu vernünftigen Leuten. Beurteilt selbst, ob das, was ich sage, richtig ist. 16Beim Mahl des Herrn trinken wir aus dem Becher, für den wir Gott mit einem Dankgebet preisen. Bedeutet das nicht, dass wir alle Anteil an dem haben, was das Blut Christi für uns bewirkt hat? Wir brechen das Brot in Stücke und essen davon. Bedeutet das nicht, dass wir alle Anteil an dem haben, was Christus durch die Hingabe seines Leibes in den Tod für uns getan hat10,16 dass wir alle mit dem Leib Christi (d. h. mit der Gemeinde) verbunden sind. W 16 Der Becher des Segnens/Weihens, den wir segnen/weihen, ist er nicht die Gemeinschaft mit dem Blut Christi? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft mit dem Leib Christi?? 17Es ist ein Brot, und weil wir alle von diesem einen Brot essen, sind wir alle – wie viele ´und wie unterschiedlich` wir auch sein mögen – ein Leib.10,17 17 Denn wir alle – wie viele ´und wie unterschiedlich` wir auch sein mögen – sind ein Brot und ein Leib, weil wir alle von diesem einen Brot essen (w an dem einen Brot teilhaben).

18Denkt an das israelitische Volk10,18 W das Israel nach dem Fleisch.! Kommen nicht alle, die vom Fleisch der Opfertiere essen, in Verbindung mit dem Altar ´und dadurch mit Gott, dem der Altar geweiht ist`?10,18 Besteht nicht eine Verbindung zwischen allen, die vom Fleisch der Opfertiere essen, die auf dem Altar dargebracht werden? 19Was folgt daraus im Hinblick auf das Götzenopferfleisch? Ist es etwa doch mehr als nur Fleisch? Gibt es die Götzen in Wirklichkeit doch? 20Nein, das nicht; aber was den Götzen geopfert wird, wird den Dämonen geopfert und nicht dem ´wahren` Gott. Und ich möchte nicht, dass ihr in Verbindung mit Dämonen kommt. 21Ihr könnt nicht aus dem Becher des Herrn trinken und zugleich aus dem Becher der Dämonen. Ihr könnt nicht am Tisch des Herrn essen10,21 W teilhaben. und zugleich am Tisch der Dämonen. 22Oder wollen wir den Herrn herausfordern, indem wir ihm unsere ungeteilte Hingabe aufkündigen?10,22 W Oder wollen wir den Herrn zur Eifersucht reizen? Sind wir etwa stärker als er?

Richtiger Umgang mit christlicher Freiheit

23»Alles ist erlaubt!« ´sagt ihr`. ´Mag sein,` aber nicht alles ist deshalb auch hilfreich. – »Alles ist erlaubt!« Aber nicht alles dient der Gemeinde.10,23 Od Aber nicht alles fördert den Glauben. W Aber nicht alles baut auf. 24Jeder soll auf den Vorteil des anderen bedacht sein, nicht auf den eigenen Vorteil.

25´Was heißt das konkret?` Bei Fleisch, das auf dem Markt verkauft wird, braucht ihr nicht nachzuforschen, ´ob es einem Götzen geopfert wurde`.10,25 Siehe die erste Anmerkung zu Kapitel 8,1. Ihr könnt alles ohne Bedenken und mit gutem Gewissen essen, 26denn »die Erde und alles, was darauf lebt, gehört dem Herrn«.10,26 Psalm 24,1.

27´Dasselbe gilt auch,` wenn jemand, der nicht ´an Christus` glaubt, euch zum Essen einlädt und ihr die Einladung annehmt: Ihr könnt alles, was euch vorgesetzt wird, unbedenklich und mit gutem Gewissen essen und braucht nicht nachzuforschen, ´woher das Fleisch kommt`10,27 unbedenklich essen; ihr sollt nicht nachforschen, ´woher das Fleisch kommt,` damit ihr euer Gewissen nicht belastet.. 28Sollte allerdings jemand ausdrücklich zu euch sagen: »Dieses Fleisch wurde als Opfer dargebracht!«, dann esst nicht davon, und zwar mit Rücksicht auf den, der euch darauf aufmerksam gemacht hat – genauer gesagt, mit Rücksicht auf sein Gewissen10,28 gemacht hat, und mit Rücksicht auf die, die ein empfindliches Gewissen haben. W gemacht hat, und (zwar) auf das Gewissen.. 29Wohlgemerkt, ich spreche vom Gewissen des anderen. Was mein eigenes Gewissen betrifft, bin ich frei. Doch warum sollte ich mich so verhalten, dass das Gewissen des anderen verletzt wird und er meine Freiheit verurteilt?10,29 W 29 Ich spreche aber nicht vom eigenen Gewissen, sondern von dem des anderen. Denn warum sollte meine Freiheit von einem anderen Gewissen gerichtet werden? 30Ich könnte zwar mit einem Dankgebet an der Mahlzeit teilnehmen. Aber soll es etwa dahin kommen, dass man mir Vorhaltungen macht wegen etwas, wofür ich Gott danke?10,30 Nach anderer Auffassung begründet Paulus in den Versen 29b und 30 nicht seinen Verzicht, sondern seine Freiheit: 29 … bin ich frei. Oder soll ich etwa meine Freiheit von jemand anders abhängig machen und sie dem Urteil seines Gewissens unterwerfen? 30 Ich nehme doch mit einem Dankgebet an der Mahlzeit teil. Will man mir Vorhaltungen machen wegen etwas …? Noch andere sehen in den Versen 29b und 30 einen möglichen Einwand (Aber soll ich denn meine Freiheit von jemand anders abhängig machen …?), auf den die Verse 31 bis 33 bis eine Antwort geben (Nun, was immer ihr tut …).

31Was immer ihr tut, ob ihr esst oder trinkt oder was es auch sei – verhaltet euch so, dass Gott dadurch geehrt wird 32und dass ihr für niemand ein Glaubenshindernis seid, weder für Juden noch für Nichtjuden, noch für die Gemeinde Gottes10,32 Od und dass niemand durch euch zu einer Sünde verführt wird, weder Juden noch Nichtjuden (w Griechen), noch die Gemeinde Gottes.. 33´Nach diesem Grundsatz handle` auch ich: Bei allem, was ich tue, nehme ich Rücksicht auf alle. Ich bin nicht auf meinen eigenen Vorteil aus, sondern habe die vielen anderen Menschen im Blick; denn ich möchte, dass sie gerettet werden.