Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Sexuelle Enthaltsamkeit in der Ehe?

71Kommen wir nun zu dem, was ihr mir geschrieben habt. ´Ihr sagt:` »Es ist das Beste, wenn7,1 Od ´Ihr fragt:` »Ist es das Beste, wenn …?« Nach anderer Auffassung zitiert Paulus hier nicht eine Behauptung oder eine Frage der Korinther, sondern äußert seine eigene Überzeugung (… was ihr mir geschrieben habt. ´Ich meine,` es ist das Beste, wenn ein Mann überhaupt keinen Geschlechtsverkehr mit einer Frau hat. 2 Doch wegen der Gefahr …). ein Mann überhaupt keinen Geschlechtsverkehr mit einer7,1 Od seiner. Frau hat7,1 Od wenn ein Mann überhaupt nicht heiratet. W Es ist gut für einen Menschen, eine Frau nicht zu berühren.2´Meine Antwort darauf lautet:` Wegen der Gefahr sexueller Unmoral soll ein Mann die eheliche Beziehung mit seiner Frau pflegen, und eine Frau soll die eheliche Beziehung mit ihrem Mann pflegen7,2 Od soll jeder Mann seine eigene Frau haben und die eheliche Beziehung mit ihr pflegen, und jede Frau soll ihren eigenen Mann haben und die eheliche Beziehung mit ihm pflegen. W Wegen der Unsittlichkeiten soll jeder seine Frau haben, und jede soll den eigenen Mann haben.. 3Der Mann darf sich seiner Frau nicht verweigern, und genauso wenig darf sich die Frau ihrem Mann verweigern. 4Nicht die Frau verfügt über ihren Körper, sondern der Mann, und ebenso verfügt nicht der Mann über seinen Körper, sondern die Frau. 5Keiner von euch darf sich seinem Ehepartner entziehen, es sei denn, ihr beschließt gemeinsam, eine Zeitlang auf den ehelichen Verkehr zu verzichten, um euch ganz auf das Gebet zu konzentrieren. Aber danach sollt ihr wieder zusammenkommen; sonst könnte euch der Satan in Versuchung bringen, weil es euch schwer fallen würde, euer sexuelles Verlangen zu kontrollieren7,5 W in Versuchung bringen wegen eurer Unenthaltsamkeit.. 6Versteht mich nicht falsch: Was ich hier über zeitweilige Enthaltsamkeit sage7,6 über das Heiraten sage. 6 Was ich jetzt sage (also bezogen auf den nächsten Vers). W 6 Das aber, was ich sage., ist ein Zugeständnis an euch und nicht etwa eine Vorschrift.

7Am liebsten wäre mir ja, wenn jeder wie ich die Befähigung hätte, ledig zu bleiben7,7 Od wenn jeder wie ich ledig bleiben würde. W wenn alle Menschen wären wie auch ich.. Aber es haben nicht alle die gleiche Gabe; dem einen gibt Gott diese, dem anderen eine andere.

Heiraten oder nicht?

8Den Unverheirateten und den Verwitweten7,8 Od Den Unverheirateten und den Witwen. Den Witwern und den Witwen. rate ich, ´ehelos` zu bleiben, wie ich es bin; das ist das Beste für sie. 9Fällt es ihnen jedoch zu schwer, ihr Verlangen zu beherrschen, dann sollen sie heiraten. Es ist besser zu heiraten, als ´von unerfülltem Verlangen` verzehrt zu werden.

Die Frage der Scheidung

10Nun zu den Verheirateten. Für sie habe ich eine Anweisung, die nicht von mir stammt, sondern die der Herr selbst gegeben hat7,10 Matthäus 5,31.32; 19,3-9; Markus 10,2-12; Lukas 16,18.: Eine Frau darf sich nicht von ihrem Mann scheiden lassen. 11Wenn sie es bereits getan hat7,11 Od Wenn sie es doch tut., soll sie ehelos bleiben oder sich mit ihrem Mann aussöhnen. Dasselbe gilt für den Mann: Er darf sich nicht von seiner Frau trennen.

12Für Verheiratete, deren Ehepartner nicht an Christus glauben, hat uns der Herr keine ausdrückliche Weisung hinterlassen. Ihnen sage ich Folgendes: Der gläubige Mann7,12 W 12 Den Übrigen aber sage ich, nicht der Herr: Der Bruder. soll sich nicht von seiner ungläubigen Frau trennen, wenn sie bereit ist, bei ihm zu bleiben. 13Und die ´gläubige` Frau soll sich nicht von ihrem ungläubigen Mann trennen, wenn er bereit ist, bei ihr zu bleiben. 14Denn der ungläubige Mann hat durch die Gemeinschaft mit seiner Frau teil an dem Segen, den Gott ihr gibt, und die ungläubige Frau hat durch die Gemeinschaft mit ihrem Mann teil an dem Segen, den Gott ihm gibt. Andernfalls wären ja auch eure Kinder von der Gemeinschaft mit Gott ausgeschlossen, während sie doch in Wirklichkeit an seinem Segen teilhaben.7,14 W 14 Denn der ungläubige Mann ist durch die Frau geheiligt, und die ungläubige Frau ist durch den Bruder geheiligt. Andernfalls wären ja eure Kinder unrein; nun aber sind sie heilig.

15Wenn sich der ungläubige Partner jedoch scheiden lassen will, mag er es tun. Der gläubige Mann oder die gläubige Frau ist in diesem Fall nicht verpflichtet, an der Ehe festzuhalten7,15 Od nicht an den Partner gebunden.. Denkt daran, dass Gott euch zu einem Leben im Frieden berufen hat.7,15 W Der Bruder oder die Schwester ist in solchen Fällen nicht versklavt. Im Frieden aber hat Gott euch (aL(1) uns) berufen. 16Weißt du denn, Frau, ob du deinen Mann retten kannst? Oder weißt du, Mann, ob du deine Frau retten kannst?7,16 Nach anderer Auffassung wird das Gegenteil gesagt: … an der Ehe festzuhalten. Aber denkt daran, dass Gott euch dazu berufen hat, im Frieden miteinander zu leben. 16 Wer weiß? Vielleicht kannst du, Frau, deinen Mann retten! Oder vielleicht kannst du, Mann, deine Frau retten!

Christsein ist nicht abhängig von den Lebensumständen

17Grundsätzlich gilt: Akzeptiert die Lebensverhältnisse, die der Herr euch zugewiesen hat und in denen ihr wart, als Gott euch zum Glauben rief.7,17 W 17 Doch so, wie der Herr es jedem zugemessen hat, so, wie Gott jeden berufen hat, so soll er leben. So ordne ich es in allen Gemeinden an. 18War jemand beschnitten, als Gott ihn rief? Dann soll er nicht versuchen, die Beschneidung rückgängig zu machen7,18 Durch einen operativen Eingriff.. War jemand unbeschnitten, als Gott ihn rief? Dann soll er sich nicht beschneiden lassen. 19Ob einer beschnitten ist oder ob er unbeschnitten ist, macht keinerlei Unterschied.7,19 W 19 Die Beschneidung ist nichts, und das Unbeschnittensein ist nichts. Worauf es ankommt, ist, Gottes Gebote zu halten.

20Jeder soll die Lebensumstände akzeptieren, in denen er sich befand, als er zum Glauben gerufen wurde.7,20 W 20 In der Berufung, in der er berufen wurde, in der soll jeder bleiben. 21Warst du ein Sklave, als Gott dich rief? Lass dich davon nicht niederdrücken! Wenn sich dir allerdings eine Gelegenheit bietet, die Freiheit zu erlangen, dann mach dankbar7,21 Od mach auf jeden Fall. davon Gebrauch.7,21 Nach anderer Auffassung gibt Paulus den gegenteiligen Rat: Selbst wenn sich dir eine Gelegenheit bietet, die Freiheit zu erlangen, bleib lieber Sklave (d. h. mach lieber das Beste aus deinem Sklavenstand). 22Ob du frei bist oder nicht, spielt letztlich keine Rolle. Denn wenn du ein Sklave warst, als du in die Gemeinschaft mit dem Herrn gerufen wurdest, bist du jetzt durch den Herrn ein freier Mensch. Und wenn du frei warst, als Gott dich rief, bist du jetzt ein Sklave – ein Sklave von Christus.7,22 W Denn der im Herrn / durch den Herrn berufene Sklave ist ein Freigelassener des Herrn. Ebenso ist der als freier Mensch Berufene ein Sklave von Christus. 23Denkt an den Preis, den Christus gezahlt hat, um euch als sein Eigentum zu erwerben! Macht euch daher nicht selbst zu Sklaven7,23 W 23 Ihr seid um einen Preis erkauft worden. Werdet nicht Sklaven. von Menschen!

24Noch einmal, Geschwister: Jeder soll die Lebensverhältnisse akzeptieren, in denen er sich befand, als er zum Glauben gerufen wurde, und soll seinen Platz so ausfüllen, wie es Gott gefällt.7,24 W 24 In dem, worin er berufen worden ist, Geschwister, in dem soll jeder vor Gott bleiben.

Die Vorteile der Ehelosigkeit

25Nun ´zu eurer Anfrage` im Hinblick auf die, die noch unverheiratet sind7,25 Od auf die Frauen, die noch unverheiratet sind. W auf die Jungfrauen. Da Paulus auf Aussagen der Korinther Bezug nimmt, ist nach Auffassung mancher Ausleger mit Jungfrauen bereits hier dasselbe gemeint wie in den Versen 36-38, sodass zu übersetzen wäre: auf die Frauen, die verlobt sind.. Ich habe diesbezüglich keine ausdrückliche Anweisung vom Herrn; aber weil der Herr mir sein Erbarmen erwiesen und mich in seinen Dienst gestellt hat, könnt ihr meinem Urteil vertrauen7,25 W aber als einer, dem der Herr das Erbarmen erwiesen hat, vertrauenswürdig zu sein, gebe ich eine Meinung.. 26Ich meine, dass es wegen der bedrängten Lage, in der wir uns befinden7,26 wegen der notvollen Zeit, die uns bevorsteht. W wegen der gegenwärtigen/bevorstehenden Not., das Beste ist, unverheiratet zu bleiben7,26 Od das Beste ist, wenn jeder in den Lebensverhältnissen bleibt, in denen er sich befindet. Od das Beste ist, so zu bleiben, wie im Folgenden beschrieben. W gut ist, so zu sein.. 27Wenn du bereits an eine Frau gebunden bist, dann versuche nicht, diese Bindung aufzulösen. Bist du jedoch noch ungebunden, dann bemühe dich nicht darum, eine Frau zu finden. 28Allerdings begehst du keine Sünde, wenn du heiratest. Und auch die ledige Frau sündigt nicht, wenn sie heiratet. Nur ist es eben so, dass euer irdisches Leben damit zusätzlichen Belastungen ausgesetzt ist7,28 W Und auch die Jungfrau sündigt nicht, wenn sie heiratet. Aber solche werden Bedrängnis im Fleisch haben., die ich euch gern ersparen möchte.

29Eins ist sicher, Geschwister: Es geht immer schneller dem Ende zu. Deshalb darf es in der Zeit, die uns noch bleibt, beim Verheirateten nicht die Ehe sein, die sein Leben bestimmt; 30beim Traurigen darf es nicht die Traurigkeit sein und beim Fröhlichen nicht die Freude. Wer etwas kauft, soll damit so umgehen, als würde es ihm nicht gehören, 31und wer von den Dingen dieser Welt Gebrauch macht, darf sich nicht von ihnen gefangen nehmen lassen. Denn die Welt in ihrer jetzigen Gestalt ist dem Untergang geweiht.7,31 W 29 Das aber sage ich, Geschwister: Die Zeit ist zusammengedrängt. Daher sollen von jetzt an die, die Frauen haben, sein, als hätten sie keine, 30 und die, die weinen, als würden sie nicht weinen, und die, die sich freuen, als würden sie sich nicht freuen, und die, die etwas kaufen, als würden sie es nicht besitzen (od behalten), 31 und die, die von der Welt Gebrauch machen, als würden sie sie nicht gebrauchen. Denn die Gestalt dieser Welt vergeht.

32Ich möchte, dass ihr frei seid von ´unnötigen` Sorgen. Wenn ein Mann ledig ist, gilt seine ganze Sorge der Sache des Herrn; er bemüht sich, so zu leben, dass der Herr Freude daran hat. 33Aber wenn er verheiratet ist, bemüht er sich, auch seiner Frau Freude zu machen. Daher sorgt er sich auch um Dinge, die zum Leben in dieser Welt gehören, 34und das führt dazu, dass seine Interessen geteilt sind. Genauso ist es bei der Frau: Wenn sie noch nicht verheiratet ist oder wenn sie keinen Mann mehr hat7,34 Od Wenn sie noch keinen Mann hat oder erst verlobt ist. W Wenn sie unverheiratet ist und wenn sie Jungfrau ist. Die beiden Begriffe sind im NGÜ-Text aus Gründen der Verständlichkeit umgestellt., gilt ihre ganze Sorge der Sache des Herrn7,34 AL(1) die zum Leben in dieser Welt gehören. 34 Genauso haben die verheirateten Frauen und die ledigen Frauen unterschiedliche Interessen. Die ganze Sorge der unverheirateten Frau gilt der Sache des Herrn.; sie möchte ihm dienen mit allen ihren Gedanken und all ihrem Tun7,34 W sie möchte sowohl mit dem Körper als auch mit dem Geist heilig sein.. Aber wenn sie verheiratet ist, sorgt sie sich auch um irdische Dinge; sie bemüht sich, ihrem Mann Freude zu machen.

35Ich sage das in eurem eigenen Interesse und nicht, um euch in eurer Freiheit einzuschränken7,35 W um euch eine Schlinge überzuwerfen.. Vielmehr will ich euch helfen, das zu tun, was gut und richtig ist, und dem Herrn unbeirrt und mit ungeteilter Hingabe zu dienen.

Die Verlobten

36Vielleicht denkt jemand, er verhalte sich nicht richtig gegenüber seiner Verlobten7,36 W Jungfrau. Für eine andere Auffassung siehe die Anmerkung zu Vers 38., ´wenn er sie nicht heiratet`; vielleicht ist sein Verlangen nach ihr7,36 Od sein sexuelles Verlangen. so stark, dass für ihn nur Heiraten in Frage kommt7,36 Od ´wenn er sie nicht heiratet,` die schon im heiratsfähigen Alter ist (od die schon bald über das heiratsfähige Alter hinaus ist); vielleicht kommt für ihn daher nur Heiraten in Frage.. Nun, dann soll er tun, was er vorhat; er begeht damit keine Sünde. Die beiden sollen ruhig heiraten. 37Jemand anders hingegen ist zu der festen Überzeugung gekommen, ´dass es besser ist, wenn er ledig bleibt`. Es fällt ihm nicht schwer, auf die Ehe zu verzichten7,37 Od Es besteht kein äußerer Druck zu heiraten. W Er hat keine Not., und er kann seine Entscheidung aus freiem Willen treffen. Wenn er daher beschließt, seine Verlobte nicht zu heiraten7,37 W seine Jungfrau zu bewahren., handelt er ebenfalls richtig.

38Beide treffen also eine gute Entscheidung – der, der seine Verlobte heiratet, und der, der ledig bleibt.7,38 Od 36 Vielleicht denkt jemand, er verhalte sich nicht richtig gegenüber seiner Tochter, wenn er sie ´unverheiratet` alt werden lässt; vielleicht kommt für ihn nur ihre Verheiratung in Frage. Nun, dann soll er tun, was er vorhat; er begeht damit keine Sünde. Er soll sie ruhig heiraten lassen. 37 Jemand anders hingegen ist zu der festen Überzeugung gekommen, ´sie nicht zu verheiraten`. Er steht unter keinem Druck von außen, sondern kann seine Entscheidung aus freiem Willen treffen. Wenn er daher beschließt, seine Tochter unverheiratet zu lassen, handelt er ebenfalls richtig. 38 Beide treffen also eine gute Entscheidung – der, der seine Tochter heiraten lässt, und der, der sie unverheiratet lässt. Besser ist allerdings der zweite Weg.

Die Witwen

39Eine Frau ist an ihren Mann gebunden, solange er lebt. Wenn er stirbt, ist sie frei und kann heiraten, wen sie will, vorausgesetzt, der Betreffende gehört wie sie dem Herrn7,39 W vorausgesetzt, ´er ist / es geschieht` im Herrn.. 40Besser ist es allerdings für sie7,40 Od Glücklicher wird sie allerdings sein., wenn sie nicht noch einmal heiratet7,40 W wenn sie so bleibt.. Wenigstens ist das meine Meinung, und ich denke, dass auch ich den Geist Gottes habe.

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Zwischen Freiheit und Rücksichtnahme: Die Frage nach dem Essen von Götzenopferfleisch

81Nun zu einem anderen Punkt, den ihr angesprochen habt: Darf man Fleisch essen, das den Götzen geopfert wurde?8,1 Das Schlachten eines Tieres war in den meisten Fällen von einer Opferzeremonie begleitet. »Wir alle wissen doch in dieser Sache Bescheid«, sagt ihr, und damit habt ihr sicher Recht.8,1 W 1 Was aber das Fleisch von Götzenopfern betrifft, so wissen wir, dass wir alle Erkenntnis haben. Wahrscheinlich zitiert Paulus hier und in Vers 4 Aussagen, die die Korinther in ihrem in Kapitel 7,1 erwähnten Brief an ihn gemacht hatten. Aber bloßes Wissen macht überheblich. Was uns wirklich voranbringt, ist die Liebe. 2Wenn sich jemand etwas auf sein Wissen einbildet, weiß er noch gar nicht, was es bedeutet, echtes Wissen zu haben.8,2 Od Wenn jemand meint, er habe sich Wissen angeeignet, hat er noch gar nicht das Wissen, das er eigentlich haben sollte. 3Echtes Wissen ist nur bei dem zu finden, der Gott liebt; denn wer Gott liebt, weiß, dass Gott ihn kennt und liebt.8,3 W 3 Aber wenn jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt (worden). AL(2) Aber wenn jemand liebt, hat er das richtige Wissen erlangt.

4Zurück zur Frage nach dem Essen von Götzenopferfleisch. Ihr habt Recht8,4 W Wir wissen.: »Die Götzen gibt es in Wirklichkeit8,4 W in der ´realen` Welt. gar nicht; es gibt keinen Gott außer dem einen.« 5Viele behaupten zwar, dass es Götter gibt – Götter im Himmel und Götter auf der Erde; und es werden ja auch zahlreiche Götter und zahlreiche Herren verehrt8,5 Od und es gibt, wie man meint, zahlreiche Götter und zahlreiche Herren. W 5 Zwar gibt es so genannte Götter – sei es im Himmel, sei es auf der Erde –, wie es ja auch viele Götter und viele Herren gibt.. 6Aber für uns ´steht fest`: Es gibt nur einen Gott8,6 Vergleiche 5. Mose 4,35.39; 6,4; Jesaja 44,8; 45,5.6; Markus 12,32. – den Vater, von dem alles kommt und für den wir ´geschaffen` sind. Und es gibt nur einen Herrn – Jesus Christus, durch den alles ´geschaffen` wurde und durch den auch wir ´das Leben haben`.

7Doch nicht alle haben schon die volle Konsequenz aus dieser Erkenntnis gezogen.8,7 Od Doch zu dieser Erkenntnis sind noch nicht alle gekommen. Manche haben sich bis heute nicht von ihren alten Vorstellungen über Götzen gelöst. Wenn sie Opferfleisch essen, meinen sie immer noch, sie würden damit den Götzen anerkennen, für den das Tier geschlachtet wurde8,7 W Manche essen es – aus Gewöhnung (aL(2) aus gewissensmäßiger Bindung) an den Götzen bis jetzt – als Götzenopferfleisch., und das belastet ihr empfindliches8,7 W schwaches. Ebenso in den Versen 9 bis 12. Gewissen.

8Nun hat zwar das, was wir essen, keine Auswirkung auf unser Verhältnis zu Gott.8,8 Od Nun bringt uns zwar das, was wir essen, Gott nicht näher. Nun bringt uns zwar das, was wir essen, nicht vor Gottes Richterstuhl. W Speise aber bringt uns nicht vor Gott. Wir sind in seinen Augen nicht weniger wert, wenn wir kein Opferfleisch essen8,8 Od wenn wir etwas nicht essen., und wir sind in seinen Augen nicht mehr wert, wenn wir davon essen.8,8 Manche sehen in Vers 8 ein Zitat aus dem Brief der Korinther an Paulus (siehe Kapitel 7,1) und übersetzen: ´Ihr sagt:` »Was wir essen, hat keine Auswirkung …« 9Doch ihr müsst darauf achten, dass die Freiheit, die ihr für euch in Anspruch nehmt,8,9 W dass diese eure Freiheit (od dieses euer Recht). für diejenigen, die ein empfindliches Gewissen haben, kein Hindernis wird, an dem sie zu Fall kommen.

10Stell dir nur einmal vor, du nimmst im Tempel eines Götzen an einem Opfermahl teil (wozu du dich aufgrund deiner Erkenntnis berechtigt fühlst), und jemand mit einem empfindlichen Gewissen sieht dich dort! Wird er da etwa im Glauben gefestigt? Wird er nicht vielmehr dazu verleitet, gegen seine Überzeugung zu handeln und ebenfalls Götzenopferfleisch zu essen?8,10 W 10 Denn wenn jemand dich, der du Erkenntnis hast, im Götzentempel zu Tisch liegen sieht, wird da nicht sein Gewissen, weil er schwach ist, bestärkt werden, das Götzenopferfleisch zu essen? bestärken (im Griechischen dasselbe Wort wie voranbringen in Vers 1) ist hier wohl ironisch zu verstehen. 11Deine Erkenntnis wird also dem, der ein empfindliches Gewissen hat, zum Verhängnis, deinem Bruder8,11 Od Deine Erkenntnis führt also dazu, dass der, der ein empfindliches Gewissen hat, verloren geht, dein Bruder., für den Christus gestorben ist! 12Ja, ihr versündigt euch nicht nur an euren Geschwistern, wenn ihr so rücksichtslos mit ihrem empfindlichen Gewissen umgeht; ihr versündigt euch ´letztlich` an Christus selbst.

13Um diesen Punkt zusammenzufassen: Mein Bruder und meine Schwester8,13 Zu Schwester siehe die erste Anmerkung zu Römer 14,10. dürfen wegen dem, was ich esse, nicht in Sünde geraten8,13 Od nicht ins Verderben stürzen.. Lieber will ich mein Leben lang auf Fleisch verzichten, als dass eines von meinen Geschwistern durch mich zu einer Sünde verführt wird8,13 Od durch mich ins Verderben stürzt..

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Das Beispiel des Paulus: Die ihm als Apostel zustehenden Rechte …

91Bin ich nicht frei? Bin ich nicht ein Apostel? Habe ich nicht Jesus, unseren Herrn, gesehen? Und seid nicht ihr das Ergebnis meiner Arbeit für den Herrn?9,1 Od Und ist eure Zugehörigkeit zum Herrn nicht das Ergebnis meiner Arbeit? Od 1 Heißt das nun, dass ich nicht frei bin? Oder dass ich womöglich kein Apostel bin? Aber habe ich nicht Jesus, unseren Herrn, gesehen? Und seid nicht ihr das Ergebnis meiner Arbeit für den Herrn? 2Auch wenn andere mich nicht als Apostel anerkennen – ihr jedenfalls wisst, dass ich ein Apostel bin9,2 Od Auch wenn ich anderswo nicht als Apostel tätig gewesen bin – bei euch war ich es auf jeden Fall.: Die Tatsache, dass es eure Gemeinde gibt, ist eine sichtbare Bestätigung dafür, dass der Herr mich zum Apostel berufen hat.9,2 W 2 Wenn ich für andere nicht ein Apostel bin, bin ich es doch zumindest für euch. Denn das Siegel meiner Apostelschaft seid ihr im Herrn.

3Daher möchte ich denen, die sich als meine Richter aufspielen, Folgendes zu bedenken geben9,3 W Folgendes zu meiner Verteidigung sagen. Manche sehen in Vers 3 den Abschluss des vorangehenden Abschnitts und übersetzen: Das gebe ich denen zu bedenken, die sich als meine Richter aufspielen.: 4Hätten Barnabas9,4 Zu Barnabas siehe unter anderem Apostelgeschichte 4,36.37; 9,27; 11,22-26.30; 13,1-3; 15,2-4.22.30.35-39. und ich nicht das Recht, uns für unsere Arbeit9,4 Hätte ich nicht das Recht, mich für meine Arbeit. Entsprechend in Vers 5: Hätte ich nicht das Recht … auf meine Reisen mitzunehmen. – Zu Barnabas siehe unter anderem Apostelgeschichte 4,36.37; 9,27; 11,22-26.30; 13,1-3; 15,2-4.22.30.35-39. von der Gemeinde mit Essen und Trinken versorgen zu lassen9,4 das Recht, zu essen und zu trinken, was wir wollen. W 4 Hätten wir nicht das Recht, zu essen und zu trinken.? 5Hätten wir nicht das Recht, eine gläubige Frau zu heiraten und sie auf unsere Reisen mitzunehmen9,5 W das Recht, eine Schwester als Frau umherzuführen., wie das die anderen Apostel tun und die Brüder des Herrn und auch Petrus? 6Bei ihnen allen ist es selbstverständlich, dass sie für ihren Lebensunterhalt nicht selbst aufkommen müssen. Sind Barnabas und ich die Einzigen, denen dieses Recht nicht zusteht?9,6 W 6 Oder haben nur ich und Barnabas nicht das Recht, nicht zu arbeiten? 7Welcher Soldat zieht jemals auf eigene Kosten in den Krieg? Wer pflanzt einen Weinberg an und isst dann nicht von dessen Trauben? Wer hütet eine Herde, ohne von der Milch der Schafe zu trinken?

8Vielleicht hält man mir entgegen, ich würde die Sache nur von einem menschlichen Standpunkt aus9,8 Od vom Standpunkt des allgemein Üblichen aus. betrachten. Aber sagt das Gesetz, das Mose uns im Auftrag Gottes gab, nicht genau dasselbe? 9Dort heißt es doch9,9 W 8 Rede ich das etwa nur nach Menschenweise? Oder sagt das nicht auch das Gesetz? 9 Denn in dem Gesetz des Mose ist geschrieben.: »Binde einem Ochsen beim Dreschen nicht das Maul zu!«9,9 5. Mose 25,4. Zum Dreschen des Getreides wurde ein Rind über den Dreschplatz geführt, das einen Dreschschlitten zog. Geht es Gott ´hier` um die Ochsen? 10Sagt er das nicht in erster Linie wegen uns?9,10 Od nicht unzweifelhaft wegen uns. nicht ausschließlich wegen uns. Od Geht es ihm nicht vielmehr um uns bei allem, was er sagt? Ja, unseretwegen steht diese Anweisung in der Schrift. Gott zeigt damit: Wer pflügt oder drischt, erwartet zu Recht9,10 W soll es in der Hoffnung tun., dass er für seine Arbeit einen Teil vom Ernteertrag bekommt.9,10 Ja, unseretwegen heißt es in der Schrift: »Wer pflügt … bekommt.«

11Nun, wir haben9,11 ich habe. Entsprechend im ganzen Vers und in Vers 12. bei euch gesät; wir haben Saatgut ausgestreut, das eurem geistlichen Leben zugute kommt. Wäre es da nicht recht und billig, wenn wir – gewissermaßen als unseren Anteil an der Ernte – das von euch bekämen, was wir für unser irdisches Leben brauchen?9,11 W 11 Wenn wir euch die geistlichen Dinge gesät haben, ist es da etwas Großes, wenn wir eure irdischen Dinge ernten? 12Wenn andere das Recht haben, sich von euch unterstützen zu lassen9,12 W Wenn andere am (Verfügungs-)Recht über euch Anteil haben., hätten wir es dann nicht noch viel mehr?

… und sein Verzicht, davon Gebrauch zu machen

Doch wir haben von unserem Recht keinen Gebrauch gemacht. Und alle Schwierigkeiten, ´die dieser Verzicht mit sich bringt,` nehmen wir bereitwillig in Kauf, um ´die Ausbreitung` des Evangeliums von Christus in keiner Weise zu behindern.

13Ihr wisst doch: Die, die im Tempel Dienst tun, bekommen ihren Unterhalt von den Einkünften des Tempels9,13 W Die, die die heiligen Dinge tun, essen die Dinge aus dem Heiligen (eine Bezeichnung für den Tempel).; und die, die am Altar den Opferdienst verrichten, bekommen einen Anteil an den Opfergaben9,13 W bekommen einen Anteil am Altar / teilen sich ´die Opfergaben` mit dem Altar. Siehe 3. Mose 6,9.19; 4. Mose 18; 5. Mose 18,1.3.4..9,13 Siehe 3. Mose 6,9.19; 4. Mose 18; 5. Mose 18,1.3.4. 14Genauso hat es der Herr auch im Hinblick auf die angeordnet, die das Evangelium verkünden: Sie haben das Recht, von der Verkündigung des Evangeliums zu leben.9,14 Siehe Matthäus 10,10; Lukas 10,7.

15Ich aber habe nichts von dem, was mir zusteht, in Anspruch genommen. Und ich schreibe das auch nicht in der Absicht, mich in Zukunft von euch versorgen zu lassen9,15 W in der Absicht, dass es bei mir so wird.. Lieber würde ich sterben, als dass ich mir meinen Ruhm von jemand zunichte machen lasse! 16Mein Ruhm besteht ja nicht darin, dass ich das Evangelium verkünde. Das ist schließlich eine Verpflichtung, der ich nicht ausweichen kann – wehe mir, wenn ich sie nicht erfülle! 17Hätte ich diese Aufgabe aus eigenem Antrieb übernommen, könnte ich einen Lohn dafür erwarten. Ich habe sie aber nicht gewählt; sie ist mir übertragen worden: Gott hat mir die Aufgabe anvertraut, seine Botschaft zu verkünden.9,17 17 Da ich diese Aufgabe bereitwillig erfülle, bekomme ich einen Lohn. Aber selbst wenn mir der Sinn nicht danach stünde, müsste ich sie ausführen, weil mir dieses Amt nun einmal anvertraut ist. W 17 Denn wenn ich das freiwillig tue, habe/bekomme ich einen Lohn; wenn aber unfreiwillig, bin ich mit einem Verwaltungsamt betraut. 18Heißt das dann, dass ich überhaupt keinen Lohn bekomme? O doch: Mein Lohn besteht genau darin, dass ich das Evangelium unentgeltlich verkünde und keinerlei Gebrauch von dem Recht mache, das ich als Verkündiger dieser Botschaft habe9,18 W von meinem Recht am Evangelium mache..

Seine freiwillige Unterordnung unter alle anderen …

19Ich bin also frei und keinem Menschen gegenüber zu irgendetwas verpflichtet.9,19 Ich bin also in jeder Hinsicht frei. W Ich bin also frei von allen / von allem. Und doch habe ich mich zum Sklaven aller gemacht, um möglichst viele ´für Christus` zu gewinnen. 20Wenn ich mit Juden zu tun habe, verhalte ich mich wie ein Jude, um die Juden zu gewinnen. Wenn ich mit denen zu tun habe, die dem Gesetz des Mose unterstehen9,20 Damit sind entweder Juden gemeint (also dieselbe Gruppe wie in Vers 20a) oder Juden und Proselyten (Nichtjuden, die sich nach dem mosaischen Gesetz richten) oder nur Proselyten., verhalte ich mich so, als wäre ich ebenfalls dem Gesetz des Mose unterstellt9,20 W 20 Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit ich Juden gewinne. Denen unter dem Gesetz bin ich wie einer unter dem Gesetz geworden. (obwohl das nicht mehr der Fall ist); denn ich möchte auch diese Menschen gewinnen. 21Wenn ich mit denen zu tun habe, die das Gesetz des Mose nicht kennen, verhalte ich mich so, als würde ich es ebenfalls nicht kennen9,21 W 21 Denen ohne Gesetz bin ich wie einer ohne Gesetz geworden.; denn auch sie möchte ich gewinnen. (Das bedeutet allerdings nicht, dass mein Leben mit Gott nicht doch einem Gesetz untersteht; ich bin ja an das Gesetz gebunden, das Christus uns gegeben hat9,21 Siehe z. B. Johannes 13,34; 15,12.17; Galater 6,2..) 22Und wenn ich mit Menschen zu tun habe, deren Gewissen empfindlich ist, verzichte ich auf meine Freiheit9,22 W 22 Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden., weil ich auch diese Menschen gewinnen möchte. In jedem einzelnen Fall nehme ich jede nur erdenkliche Rücksicht auf die, mit denen ich es gerade zu tun habe9,22 W gewinnen möchte. Allen bin ich alles geworden., um jedes Mal wenigstens einige zu retten. 23Das alles tue ich wegen des Evangeliums; denn ich möchte an dem Segen teilhaben, den diese Botschaft bringt9,23 Od denn ich möchte mithelfen, Menschen für diese Botschaft zu gewinnen. W denn ich möchte sein Teilhaber werden..

… und seine Selbstdisziplin

24Ihr wisst doch, wie es ist, wenn in einem Stadion ein Wettlauf stattfindet: Viele nehmen daran teil9,24 W Wisst ihr es nicht? Die, die im Stadion / auf der Rennbahn laufen, laufen zwar alle., aber nur einer bekommt den Siegespreis. ´Macht es wie der siegreiche Athlet:` Lauft so, dass ihr den Preis bekommt! 25Jeder, der an einem Wettkampf teilnehmen will, unterwirft sich einer strengen Disziplin.9,25 W Jeder Wettkämpfer ist in jeder Hinsicht enthaltsam. Die Athleten tun es für einen Siegeskranz, der bald wieder verwelkt. Unser Siegeskranz hingegen ist unvergänglich.

26Für mich gibt es daher nur eins: Ich laufe wie ein Läufer, der das Ziel nicht aus den Augen verliert9,26 W der nicht ins Ungewisse läuft., und kämpfe wie ein Boxer, dessen Schläge nicht ins Leere gehen. 27Ich führe einen harten Kampf gegen mich selbst, als wäre mein Körper ein Sklave, dem ich meinen Willen aufzwinge.9,27 W Ich schlage meinen Körper und mache ihn zum Sklaven. Denn ich möchte nicht anderen predigen und dann als einer dastehen, der sich selbst nicht an das hält, was er sagt.9,27 Denn ich möchte nicht andere ´zum Wettkampf` auffordern und dann selbst ´wegen Übertretung der Regeln` ausgeschlossen werden (w und dann selbst unbewährt/unbrauchbar sein).