Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
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Die Gaben, die Gottes Geist den Christen schenkt (Kapitel 12 bis 14)

Was ist vom Heiligen Geist gewirkt? Das Bekenntnis zu Jesus als entscheidendes Kriterium

121Ein weiterer Punkt, den ihr erwähnt habt12,1 Od von dem ich in Bezug auf euch gehört habe., liebe Geschwister, sind die Fähigkeiten, die uns durch Gottes Geist gegeben werden. Es liegt mir sehr daran, dass ihr in dieser Sache genau Bescheid wisst.12,1 W 1 Über die geistlichen ´Fähigkeiten/Gaben` aber, Geschwister, will ich euch nicht in Unkenntnis lassen. 2Denkt an die Zeit, als ihr noch nicht an Christus geglaubt habt: Damals habt ihr euch ständig irreführen und dazu hinreißen lassen, den Götzen zu dienen – Götzenbildern, die nicht einmal reden können.12,2 Od Damals habt ihr – dem äusseren Anschein nach – etwas Ähnliches erlebt, als ihr immer wieder vor den stummen Götzen in Ekstase geraten seid. W 2 Ihr wisst, dass ihr, als ihr Heiden wart, (ständig) zu den stummen Götzenbildern hingezogen, ja fortgerissen wurdet. 3Deshalb weise ich euch auf Folgendes hin: Niemand, der unter der Leitung von Gottes Geist12,3 W der im/durch Gottes Geist. redet, wird jemals sagen: »Jesus sei12,3 Od ist. verflucht!« Und umgekehrt kann niemand sagen: »Jesus ist der Herr!«, es sei denn, er wird vom Heiligen Geist geleitet12,3 W es sei denn in dem / durch den Heiligen Geist..

Ein Geist – viele Gaben

4Es gibt viele verschiedene Gaben, aber es ist ein und derselbe Geist, ´der sie uns zuteilt`. 5Es gibt viele verschiedene Dienste, aber es ist ein und derselbe Herr, ´der uns damit beauftragt12,5 Od dem wir dienen.`. 6Es gibt viele verschiedene Kräfte, aber es ist ein und derselbe Gott, durch den sie alle in ´uns` allen wirksam werden.

7Bei jedem zeigt sich das Wirken des Geistes ´auf eine andere Weise`, aber immer geht es um den Nutzen ´der ganzen Gemeinde`. 8Dem einen wird durch den Geist die Fähigkeit geschenkt, Einsichten in Gottes Weisheit weiterzugeben12,8 Od einen weisen Rat zu geben. Od mit göttlicher Weisheit zu reden. W wird durch den Geist ein Wort der Weisheit gegeben.. Der andere erkennt und sagt mit Hilfe desselben Geistes12,8 sagt in Übereinstimmung mit demselben Geist., was in einer bestimmten Situation zu tun ist.12,8 Od Der andere spricht mit Hilfe desselben Geistes Erkenntnisse über geistliche Dinge aus. W Einem anderen aber ´wird` ein Wort der Erkenntnis ´gegeben` nach demselben Geist. 9Einem dritten wird – ebenfalls durch denselben Geist – ´ein besonderes Maß an` Glauben gegeben, und wieder ein anderer bekommt durch diesen einen Geist die Gabe, Kranke zu heilen12,9 W (die) Gaben der Heilungen. Die doppelte Mehrzahl (so auch in den Versen 28 und 30) weist vielleicht darauf hin, dass die Heilungsgabe nicht unbedingt auf Dauer und nicht für jeden einzelnen Krankheitsfall gegeben wird.. 10Einer wird dazu befähigt, Wunder zu tun, ein anderer, prophetische Aussagen zu machen, wieder ein anderer, zu beurteilen, ob etwas vom Geist Gottes gewirkt ist oder nicht12,10 Od ein anderer, zwischen dem Geist Gottes und anderen Geistern zu unterscheiden.. Einer wird befähigt, in Sprachen12,10 W in Arten von Sprachen. Ebenso in Vers 28. zu reden, ´die von Gott eingegeben sind,` und ein anderer, das Gesagte in verständlichen Worten wiederzugeben12,10 Od das Gesagte zu deuten / auszulegen. Ebenso in Vers 30.. 11Das alles ist das Werk ein und desselben Geistes, und es ist seine freie Entscheidung, welche Gabe er jedem Einzelnen zuteilt.

Ein Körper – viele Glieder

12Denkt zum Vergleich an den ´menschlichen` Körper! Er stellt eine Einheit dar, die aus vielen Teilen besteht; oder andersherum betrachtet: Er setzt sich aus vielen Teilen zusammen, die alle miteinander ein zusammenhängendes Ganzes bilden. Genauso ist es bei Christus. 13Denn wir alle – ob Juden oder Nichtjuden12,13 W Griechen., Sklaven oder Freie – sind mit demselben Geist12,13 Od durch denselben Geist. getauft worden und haben von derselben Quelle, dem Geist Gottes, zu trinken bekommen12,13 Vergleiche Johannes 4,14; 7,37-39., und dadurch sind wir alle zu einem Leib geworden12,13 Od sind wir alle in einen Leib eingefügt worden. W Denn wir alle … sind in einem Geist / mit einem Geist / durch einen Geist in einen Leib getauft worden und sind alle mit einem Geist getränkt worden. – Leib ist im Griechischen dasselbe Wort wie Körper (Vers 12); so auch weiterhin in diesem Kapitel..

14Und wie jeder Körper besteht dieser Leib aus vielen Teilen12,14 Od Und ein Körper besteht aus vielen Teilen., nicht nur aus einem. 15Wenn der Fuß behaupten würde: »Weil ich nicht die Hand bin, gehöre ich nicht zum Körper!«, würde er trotzdem nicht aufhören, ein Teil des Körpers zu sein. 16Und wenn das Ohr behaupten würde: »Weil ich nicht das Auge bin, gehöre ich nicht zum Körper!«, würde es trotzdem nicht aufhören, ein Teil des Körpers zu sein. 17Wenn der ganze Körper nur aus Augen bestünde, wo bliebe dann das Gehör? Wenn er nur aus Ohren bestünde, wo bliebe der Geruchssinn? 18Tatsache jedoch ist, dass Gott, entsprechend seinem Plan, jedem einzelnen Teil ´eine besondere Aufgabe` innerhalb des Ganzen12,18 W des Körpers. zugewiesen hat. 19Was wäre das schließlich für ein Körper, wenn alle Teile dieselbe Aufgabe hätten?12,19 W 19 Wenn aber alles ein Körperteil wäre, wo wäre der Körper? 20Aber so ist es ja nicht. Es gibt einerseits viele verschiedene Teile und andererseits nur einen Körper.

21Das Auge kann nicht einfach zur Hand sagen: »Ich brauche dich nicht!« oder der Kopf zu den Füßen: »Ich brauche euch nicht!« 22Nein, gerade die Teile des Körpers, die schwächer zu sein scheinen, sind besonders wichtig12,22 W nötig.; 23gerade den Teilen, die wir für weniger ehrenwert halten, schenken wir besonders viel Aufmerksamkeit12,23 Od gerade die Teile … kleiden wir mit besonderer Sorgfalt.; gerade bei den Teilen, die Anstoß erregen könnten, achten wir besonders darauf, dass sie sorgfältig bedeckt sind12,23 W 23 und die ´Teile` des Körpers, die uns weniger ehrenwert zu sein scheinen, gerade die umgeben wir mit umso größerer Ehre, und unsere weniger anständigen erhalten umso größeren Anstand. 24(bei denen, die keinen Anstoß erregen, ist das nicht nötig). Gott selbst, der ´die verschiedenen Teile des` Körpers zusammengefügt hat, hat dem, was unscheinbar ist, eine besondere Würde verliehen12,24 Od hat dafür gesorgt, dass das, was unscheinbar ist, besonders geehrt wird.. 25Es darf nämlich im Körper nicht zu einer Spaltung kommen12,25 Od im Körper keine Uneinigkeit geben.; vielmehr soll es das gemeinsame Anliegen aller Teile sein, füreinander zu sorgen. 26Wenn ein Teil des Körpers leidet, leiden alle anderen mit, und wenn ein Teil geehrt wird, ist das auch für alle anderen ein Anlass zur Freude.

Verschiedenheit und Vielfalt der Gaben

27´Das alles gilt nun auch im Hinblick auf euch, denn` ihr seid der Leib Christi, und jeder Einzelne von euch ist ein Teil dieses Leibes. 28Gott hat in der Gemeinde allen eine bestimmte Aufgabe zugewiesen. An erster Stelle sind die Apostel zu nennen, an zweiter die Propheten, an dritter die Lehrer. Weiter gibt es die, die dazu befähigt sind, Wunder zu tun, oder denen die Gabe des Heilens geschenkt ist oder die imstande sind, praktische Hilfe zu leisten oder Leitungsaufgaben12,28 Od Aufgaben der Organisation / der Administration. zu übernehmen, oder die in Sprachen reden können, ´die von Gott eingegeben sind`. 29Sind etwa alle Apostel? Sind alle Propheten? Sind alle Lehrer? Natürlich nicht! Es sind auch nicht alle dazu befähigt, Wunder zu tun; 30nicht alle haben die Gabe des Heilens; nicht alle können in einer ´von Gott eingegebenen` Sprache reden oder das Gesagte in verständlichen Worten wiedergeben. 31Allerdings ist der Nutzen für die Gemeinde nicht bei allen Gaben gleich groß. Bemüht euch um die Gaben, die der Gemeinde am meisten nützen!12,31 31 Aber was tut ihr? Ihr bemüht euch um die vermeintlich größten Gaben! W 31 Bemüht euch aber / Ihr bemüht euch aber um die größeren Gaben!

Und jetzt zeige ich euch einen Weg, der weit über das alles hinausführt.

13

Die Liebe – größer als alle Gaben

131Wenn ich in Sprachen rede, die von Gott eingegeben sind – in irdischen Sprachen13,1 Od Wenn ich in den verschiedensten irdischen Sprachen rede. und sogar in der Sprache der Engel13,1 W Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel rede. –, aber keine Liebe habe, bin ich nichts weiter als ein dröhnender Gong oder eine lärmende Pauke13,1 Od bin ich zu einem dröhnenden Gong (w Erz) und zu einer lärmenden Pauke (w Zimbel)geworden.. 2Wenn ich prophetische Eingebungen habe, wenn mir alle Geheimnisse enthüllt sind und ich alle Erkenntnis besitze, wenn mir der Glaube im höchsten nur denkbaren Maß gegeben ist13,2 W wenn ich allen Glauben habe., sodass ich Berge versetzen kann – ´wenn ich alle diese Gaben besitze,` aber keine Liebe habe, bin ich nichts. 3Wenn ich meinen ganzen Besitz an die Armen verteile13,3 Od meinen ganzen Besitz den Armen gebe, damit sie zu essen haben., wenn ich sogar bereit bin, mein Leben zu opfern und mich bei lebendigem Leib verbrennen zu lassen13,3 W wenn ich (sogar) meinen Leib hergebe, um mich verbrennen zu lassen (aL(1) um mich zu rühmen). Wenn der »Selbstruhm« in der angeführten Lesart negativ zu verstehen ist, müsste man übersetzen: wenn ich sogar bereit bin, mein Leben zu opfern, aber es nur aus Ruhmsucht tue und nicht aus Liebe, nützt es mir nichts. Denkbar ist auch ein positives Verständnis; in diesem Fall wäre der Versschluss so wiederzugeben: wenn ich sogar bereit bin, mein Leben zu opfern, aber keine Liebe habe, nützt es mir nichts und ist nichts, worauf ich vor Gott stolz sein kann., aber keine Liebe habe, nützt es mir nichts.

4Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich13,4 Od gütig.. Sie kennt keinen Neid13,4 Od keine Eifersucht., sie spielt sich nicht auf, sie ist nicht eingebildet. 5Sie verhält sich nicht taktlos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil, sie verliert nicht die Beherrschung13,5 Od sie wird nicht bitter., sie trägt keinem etwas nach13,5 sie schmiedet keine Rachepläne. W sie rechnet das Böse nicht an.. 6Sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, aber wo die Wahrheit siegt, freut sie sich mit13,6 W aber sie freut sich mit der Wahrheit.. 7Alles erträgt sie13,7 Od Alles deckt sie zu / Alles vergibt sie. Od Sie gibt nie jemand auf., in jeder Lage glaubt sie, immer hofft sie, allem hält sie stand.

8Die Liebe vergeht13,8 versagt. niemals. Prophetische Eingebungen werden aufhören13,8 Od werden beendet werden.; das Reden in Sprachen, ´die von Gott eingegeben sind,` wird verstummen; die ´Gabe der` Erkenntnis wird es einmal nicht mehr geben13,8 Od wird beseitigt werden.. 9Denn was wir erkennen, ist immer nur ein Teil des Ganzen, und die prophetischen Eingebungen, die wir haben, enthüllen ebenfalls nur einen Teil des Ganzen.13,9 Od Denn was wir erkennen, ist Stückwerk, und die prophetischen Eingebungen, die wir haben, sind Stückwerk. 10Eines Tages aber wird das sichtbar werden, was vollkommen ist. Dann wird alles Unvollkommene ein Ende haben.13,10 W 10 Wenn aber das Vollkommene (od Vollständige/Endgültige) kommt, wird das Unvollkommene (od Unvollständige/Vorläufige) ein Ende haben (od beendet werden).

11Als ich noch ein Kind war, redete ich, wie Kinder reden, dachte, wie Kinder denken13,11 Od empfand, wie Kinder empfinden., und urteilte, wie Kinder urteilen. Doch als Erwachsener13,11 W als ich ein Mann wurde. habe ich abgelegt, was kindlich ist. 12Jetzt sehen wir alles nur wie in einem Spiegel und wie in rätselhaften Bildern13,12 Od Jetzt sehen wir alles nur undeutlich, wie in einem dunklen Spiegel. Diese Auffassung geht davon aus, dass die metallenen Spiegel der Antike oft nur ein verzerrtes Sehen erlaubten (was allerdings keineswegs in jedem Fall zutraf). W Jetzt sehen wir nämlich mit Hilfe eines Spiegels in einem Rätsel.; dann aber werden wir ´Gott` von Angesicht zu Angesicht sehen13,12 Od dann aber werden wir ´alles` unmittelbar vor uns sehen / werden wir ´alles` so sehen, wie es wirklich ist.. Wenn ich jetzt etwas erkenne, erkenne ich immer nur einen Teil des Ganzen13,12 Od erkenne ich es nur bruchstückhaft.; dann aber werde ich alles so kennen13,12 Od von Angesicht zu Angesicht sehen. Jetzt erkenne ich ´Gott` nur unvollkommen; dann aber werde ich ´ihn` völlig kennen., wie Gott mich jetzt schon kennt13,12 W Dann aber werde ich (völlig) erkennen, wie auch ich (völlig) erkannt worden bin..

13Was für immer bleibt13,13 Was bleibt, bis es soweit ist. W Was nun aber bleibt., sind Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei. Aber am größten von ihnen ist die Liebe.

14

Prophetisches Reden und Reden in Sprachen, die von Gott eingegeben sind: ein Vergleich

141Das soll also euer Ziel sein: ein Leben, das von der Liebe bestimmt wird. Bemüht euch aber auch um die Fähigkeiten, die uns durch Gottes Geist gegeben werden, und wenn ich das sage, denke ich vor allem an die Gabe des prophetischen Redens.14,1 W 1 Strebt nach der Liebe, bemüht euch aber um die geistlichen ´Fähigkeiten / Gaben`, vor allem aber darum, dass ihr prophetisch reden könnt.

2Wenn jemand in einer ´von Gott eingegebenen` Sprache redet, richten sich seine Worte nicht an Menschen, sondern an Gott. Keiner versteht ihn; was er – durch Gottes Geist gewirkt – ausspricht, bleibt ein Geheimnis14,2 Od sind göttliche Geheimnisse. W was er im Geist / durch den Geist ausspricht, sind Geheimnisse. Manche denken bei Geist nicht an Gottes Geist, sondern an den Geist des Menschen (vergleiche die Verse 14 bis 16).. 3Wenn jemand hingegen eine prophetische Botschaft verkündet, richten sich seine Worte an die Menschen; was er sagt, bringt ihnen Hilfe, Ermutigung14,3 Od Ermahnung. und Trost. 4Wer in einer ´von Gott eingegebenen` Sprache redet, bringt damit sich selbst ´im Glauben` weiter; wer prophetisch redet, dient der ganzen Gemeinde.

5Ich wünschte, ihr alle könntet in Sprachen reden, ´die von Gott eingegeben sind`; aber noch lieber wäre es mir, ihr alle hättet die Gabe, prophetisch zu reden. Denn wer prophetisch redet, ist von größerem Nutzen für die Gemeinde14,5 W ist größer. als der, der in einer ´von Gott eingegebenen` Sprache redet, es sei denn, dieser14,5 jemand. gibt das Gesagte anschließend mit verständlichen Worten wieder14,5 Siehe die dritte Anmerkung zu Kapitel 12,10. Entsprechend in den Versen 13, 26 und 27.; dann ist auch sein Beitrag eine Hilfe für die Gemeinde.

6Stellt euch vor, Geschwister, ich würde bei meinem nächsten Besuch ´nur` in Sprachen zu euch reden, ´die von Gott eingegeben sind`! Was hättet ihr davon? Nützen wird euch mein Kommen erst dann etwas, wenn ich ´mit verständlichen Worten` zu euch spreche – zum Beispiel, indem ich eine Offenbarung, eine Erkenntnis, eine prophetische Botschaft oder eine Lehre weitergebe. 7Denkt zum Vergleich an ein Musikinstrument, eine Flöte etwa oder eine Harfe. Wenn die Töne, die damit hervorgebracht werden, sich nicht deutlich voneinander unterscheiden, wie soll man dann erkennen, was14,7 ob. auf der Flöte oder der Harfe gespielt wird? 8Oder – um ein anderes Beispiel zu nennen –: Wenn ´vor einer Schlacht` die Trompete nicht ein klares Signal gibt, wer wird sich dann zum Kampf bereitmachen? 9Genauso ist es nun auch, wenn ihr in einer ´von Gott eingegebenen` Sprache redet, statt verständliche Worte zu gebrauchen.14,9 Od Genauso ist es, wenn ihr beim Reden unverständliche Worte gebraucht. Wie soll man da wissen, was ihr sagt? Eure Worte verhallen im Wind. 10Es gibt in der Welt eine Vielzahl verschiedener Sprachen14,10 Im Griechischen steht hier und in Vers 11 ein anderes Wort als das, mit dem die Sprachen bezeichnet werden, die von Gottes Geist eingegeben sind., und jede ist dazu da, dass Menschen sich verständigen können14,10 Od und kein Volk ist ohne Sprache. W und nichts ist ohne Sprache.. 11Wenn ich allerdings die Sprache, in der jemand mit mir redet, nicht verstehe, bleibe ich für ihn ein Fremder, und er bleibt es für mich.

12Was folgt daraus im Hinblick auf euch? Ich weiß, wie eifrig ihr euch um die Gaben bemüht, die uns durch Gottes Geist gegeben werden14,12 Od wie eifrig ihr euch darum bemüht, dass Gottes Geist durch euch wirkt. W wie eifrig ihr euch um Geisteswirkungen bemüht.. Aber dabei muss es euer Ziel sein, vor allem die Gaben zu bekommen, die eine Hilfe für die ganze Gemeinde sind. 13Wer daher in einer ´von Gott eingegebenen` Sprache reden kann, soll Gott um die Fähigkeit bitten, das Gesagte auch mit verständlichen Worten wiederzugeben. 14Denn wenn ich zum Beispiel bete und dabei eine ´von Gott eingegebene` Sprache benutze, betet zwar mein Geist, aber mein Verstand bleibt untätig14,14 Od aber mein Verstand bringt nichts hervor, was für die Hörer hilfreich wäre. W aber mein Verstand ist unfruchtbar..

15Was soll ich also tun? Ich will auf beide Weisen beten – auf die, bei der nur mein Geist zu Gott spricht, aber auch auf die, bei der mein Verstand tätig ist. Ich will auf die Weise singen, bei der nur mein Geist Gott lobt, aber auch auf die, bei der mein Verstand tätig ist.14,15 W Ich will mit dem Geist beten, ich will aber auch mit dem Verstand beten. Ich will mit dem Geist lobsingen, ich will aber auch mit dem Verstand lobsingen. 16Denn wenn du Gott anbetest, ohne dass dein Verstand daran beteiligt ist, wie kann dann jemand, der diese Sprache nicht versteht14,16 der noch nicht viel vom Glauben weiß. W Denn wenn du im Geist anbetest, wie kann dann der, der den Platz / die Rolle des Unkundigen einnimmt., deinem Gebet mit einem Amen zustimmen? Er weiß ja gar nicht, was du sagst. 17An deinem Dankgebet ist nichts Verkehrtes,14,17 W Dein Dankgebet ist zwar gut. aber dem anderen bringt es ´für seinen Glauben` keinen Gewinn.

18Ich bin Gott dankbar, dass ich in Sprachen reden kann, ´die von ihm eingegeben sind,` und ich mache davon mehr Gebrauch als ihr alle14,18 Od dass ich mehr als ihr alle in Sprachen rede, ´die von ihm eingegeben sind`.. 19Aber wenn die Gemeinde versammelt ist, will ich lieber fünf verständliche Worte sagen14,19 W fünf Worte mit meinem Verstand sagen., damit auch andere ´einen Gewinn davon haben und im Glauben` unterrichtet werden, als zehntausend Wörter in einer Sprache, ´die keiner versteht`.

20Geschwister, seid doch nicht wie Kinder, wenn es darum geht, ´diese Dinge`14,20 Od ´etwas`. zu beurteilen! Wie Kinder sollt ihr nur in Bezug auf das Böse sein; in eurem Urteilsvermögen erweist euch als erwachsene Menschen!

21Im Gesetz heißt es:

»Durch fremde Menschen mit fremden Sprachen14,21 W Durch Menschen mit fremden Sprachen und durch die Lippen von Fremden.

werde ich zu diesem Volk reden, sagt der Herr;

aber auch dann werden sie nicht auf mich hören.«14,21 Jesaja 28,11.12.

22Das Reden in Sprachen, ´die von Gott eingegeben sind,` ist demnach nicht ein Zeichen für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen – ´ein Zeichen des Gerichts`. Mit dem prophetischen Reden ist es umgekehrt: Es ist nicht ein Zeichen für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen – ´ein Zeichen von Gottes Gegenwart`.

23Stellt euch nur einmal Folgendes vor: Ihr seid als ganze Gemeinde am selben Ort versammelt und fangt alle an, in Sprachen zu reden, ´die von Gott eingegeben sind`. Und nun kommen Leute dazu, die noch nicht viel oder noch gar nichts vom Glauben wissen14,23 W kommen Unkundige oder Ungläubige herein.. Werden sie nicht sagen: »Ihr seid verrückt!«14,23 Od »Ein Geist hat euch wahnsinnig gemacht!«? 24Und dann stellt euch vor, ihr alle verkündet prophetische Botschaften. Wenn jetzt jemand dazukommt, der vom Glauben nichts oder nicht viel weiß, macht alles, was ihr sagt, ihm bewusst, dass er ein Sünder ist. Durch alles, was er hört, sieht er sich zur Rechenschaft gezogen14,24 W Wenn jetzt jemand hereinkommt, der ungläubig oder unkundig ist, wird er von allen überführt, von allen beurteilt., 25und seine verborgensten Gedanken kommen ans Licht. Er wird sich niederwerfen14,25 W wird auf sein Gesicht fallen., um Gott anzubeten, und wird ausrufen: »Gott ist wirklich in eurer Mitte!«

Der richtige Gebrauch der Geistesgaben im Gottesdienst

26Was ergibt sich aus dem allem für eure Zusammenkünfte, Geschwister? Es steht jedem frei, etwas beizutragen – ein Lied14,26 W Geschwister? Jeder hat ein Lied. oder eine Lehre oder eine Botschaft, die Gott ihm offenbart hat, oder ein Gebet in einer von Gott eingegebenen Sprache14,26 W oder eine Sprache. oder dessen Wiedergabe in verständlichen Worten. Aber jedem soll es darum gehen, dass ´alle` einen Gewinn ´für ihren Glauben` haben14,26 Od dass ´die ganze Gemeinde` gefördert wird..

27Was ist beim Reden in Sprachen zu beachten, ´die von Gott eingegeben sind`? ´Im Verlauf einer Zusammenkunft` sollen nicht mehr als zwei oder höchstens drei reden, und zwar nacheinander, nicht gleichzeitig; außerdem soll14,27 Od zu beachten, ´die von Gott eingegeben sind`? Wenn zwei oder höchstens drei geredet haben, und zwar nacheinander, nicht gleichzeitig, soll. jemand14,27 Od soll einer. Od soll einer von ihnen. das Gesagte in verständlichen Worten wiedergeben. 28Wenn niemand da ist, der das kann, sollen die Betreffenden schweigen. Sie sollen dann nicht in der Gemeinde reden, sondern wenn sie allein sind und nur Gott es hört14,28 W sondern für sich und für Gott..

29Und wie steht es mit dem prophetischen Reden? Von denen, die diese Gabe haben, sollen ebenfalls nur zwei oder drei das Wort ergreifen14,29 W 29 Propheten aber sollen zwei oder drei reden.; die anderen ´Gläubigen14,29 Propheten.` sollen das Gesagte beurteilen. 30Und wenn, ´während jemand eine prophetische Botschaft verkündet,` einem14,30 Od einem Propheten. W einem anderen., der dabeisitzt ´und zuhört`, von Gott etwas offenbart wird, soll der Redende seinen Beitrag beenden, um den Betreffenden zu Wort kommen zu lassen14,30 soll er warten, bis der Redende seinen Beitrag beendet hat. W soll der Erste schweigen.. 31Auf diese Weise hat – ohne dass mehrere gleichzeitig reden – jeder von euch die Möglichkeit, eine prophetische Botschaft weiterzugeben14,31 W 31 Denn ihr könnt alle der Reihe nach prophetisch reden., sodass dann alle etwas lernen und alle ermutigt14,31 Od ermahnt. werden. 32Propheten stehen schließlich nicht unter dem Zwang, reden zu müssen, wenn sie eine prophetische Botschaft empfangen.14,32 Das heißt entweder: Sie können jederzeit aufhören zu reden, damit ein anderer zu Wort kommt, oder (weniger wahrscheinlich): Sie sollen warten, bis sie an der Reihe sind. 32 Außerdem unterstehen die Äußerungen eines Propheten der Beurteilung durch die anderen Propheten. W Und die Geister/Geisteswirkungen der Propheten unterstehen den Propheten. 33Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern ein Gott des Friedens.

Wie in allen Gemeinden derer, die zu Gottes heiligem Volk gehören, 34sollen sich auch bei euch die Frauen während der Zusammenkünfte still verhalten.14,34 Manche verbinden Vers 33b nicht mit Vers 34, sondern mit Vers 33a: … sondern ein Gott des Friedens, wie sich das in allen Gemeinden derer, die zu Gottes heiligem Volk gehören, zeigt / zeigen soll. 34 Die Frauen sollen sich während der Zusammenkünfte der Gemeinde still verhalten (w schweigen). – Wahrscheinlich sind die Verse 34 und 35 vom Thema des prophetischen Redens her zu verstehen, das den größeren Zusammenhang bildet (29-33a; siehe auch 37-40). 29a und b stellen demnach zwei allgemeine Regeln auf, die anschließend verdeutlicht werden (30-33a bzw. 33b-35). Das Schweigegebot ist dann so zu deuten, dass Frauen sich nicht an der Beurteilung von prophetischen Botschaften beteiligen sollen. – Andere sehen in diesen Versen ein Lehrverbot (vergleiche 2,12), wieder andere das Untersagen von Geschwätzigkeit, noch andere ein völliges Redeverbot (aber siehe Kapitel 11,5). Es ist ihnen nicht erlaubt, das Wort zu führen14,34 W nicht erlaubt zu reden.; vielmehr sollen sie sich unterordnen, wie es auch das Gesetz vorschreibt14,34 Vergleiche 1. Mose 2,20-23; 3,16.. 35Und wenn sie in einer Sache genauere Auskunft haben möchten14,35 W wenn sie etwas lernen möchten., sollen sie zu Hause ihren Mann fragen. Denn es ist nicht ehrenhaft für eine Frau, bei einer Zusammenkunft der Gemeinde das Wort zu führen14,35 W in der Gemeinde zu reden..

36´Ihr seid damit nicht einverstanden?` Ja, ist denn Gottes Botschaft von euch aus ´in die Welt` hinausgegangen? Oder seid ihr die Einzigen, zu denen sie gekommen ist? 37Vielleicht meint jemand, er sei ein Prophet oder Gottes Geist habe ihm sonst irgendwelche Gaben geschenkt. Nun, dann muss er zuerst einmal anerkennen14,37 Od dann wird er erkennen., dass das, was ich euch schreibe, vom Herrn angeordnet ist. 38Wenn er das nicht anerkennt, braucht er auch nicht damit zu rechnen, dass man ihn anerkennt14,38 Od dass Gott ihn anerkennt. W Wenn aber jemand das nicht (an)erkennt, wird er nicht (an)erkannt. AL(2) Wenn er das nicht (an)erkennt, soll er es eben nicht (an)erkennen (d. h. entweder: er bleibt unwissend, oder: er muss die Folgen tragen)..

39Um das Ganze zusammenzufassen, liebe Geschwister: Bemüht euch um die Gabe des prophetischen Redens, und hindert keinen daran, in Sprachen zu reden, ´die von Gott eingegeben sind`. 40Sorgt aber dafür, dass alles korrekt und geordnet zugeht.