Neue Genfer Übersetzung (NGUE)
11

111Folgt meinem Beispiel, so wie ich dem Beispiel folge, das Christus uns gegeben hat.

Mann und Frau im Gottesdienst: Die Frage der Kopfbedeckung

2Im Übrigen kann ich euch nur loben, weil ihr in allem an das denkt, was ich euch gesagt habe11,2 W weil ihr euch in allem an mich erinnert., und treu an dem festhaltet, was der Herr gelehrt hat und was11,2 W treu an den Überlieferungen festhaltet, die. ich an euch weitergegeben habe.

3Eine Sache allerdings möchte ich zur Sprache bringen, weil ihr darüber offensichtlich noch nicht Bescheid wisst: Der Mann11,3 W 3 Ich will aber, dass ihr wisst: Jeder Mann. hat Christus als Haupt über sich, die Frau hat den11,3 Od ihren. Mann als Haupt über sich, und Christus hat Gott als Haupt über sich. 4Wenn ein Mann seinen Kopf bedeckt, während er betet oder prophetisch redet, entehrt er den, der sein Haupt ist11,4 entehrt er seinen Kopf (d. h. sich selbst).. 5Eine Frau hingegen entehrt ihr Haupt11,5 ihren Kopf (d. h. sich selbst)., wenn sie ohne Kopfbedeckung betet oder prophetisch redet. Es ist dann nicht anders, als wenn sie kahlgeschoren11,5 eine kahlgeschorene ´Prostituierte`. wäre. 6Denn eine Frau, die ihren Kopf nicht bedeckt, sollte ´so konsequent sein und` sich auch die Haare abschneiden lassen. Nun ist es aber doch entehrend für eine Frau, kurzgeschnittenes Haar zu haben oder völlig kahlgeschoren zu sein. Folglich soll sie auch eine Kopfbedeckung tragen.

7Der Mann soll11,7 Od muss. keine Kopfbedeckung tragen, denn er ist das Abbild Gottes und spiegelt Gottes Herrlichkeit wider. In der Frau hingegen spiegelt sich die Herrlichkeit des Mannes.11,7 W denn er ist das Abbild und die Herrlichkeit / der Ruhm Gottes. Die Frau aber ist die Herrlichkeit / der Ruhm des (od ihres) Mannes. 8Denn bei der Schöpfung wurde nicht der Mann aus der Frau gemacht11,8 W Denn der Mann ist nicht aus der Frau., sondern die Frau aus dem Mann. 9Und der Mann wurde nicht wegen der Frau erschaffen, sondern die Frau wegen des Mannes.11,9 Siehe 1. Mose 2,18-23. 10Deshalb also und wegen der Engel11,10 Vielleicht ein Hinweis darauf, dass die Engel im Gottesdienst zugegen sind und über die Einhaltung von Gottes Ordnungen wachen. soll die Frau eine Kopfbedeckung tragen – ein Zeichen dafür, dass sie der Autorität des11,10 Od ihres. Mannes untersteht11,10 W soll die Frau eine Autorität (d. h. wohl: ein Zeichen der Autorität, die über sie ausgeübt wird) auf dem Kopf haben. Zum Verhältnis von Mann und Frau vergleiche Epheser 5,21-23. – Nach anderer Auffassung spricht Paulus hier von der Autorität, die die Frau selbst ausübt, sodass zu übersetzen wäre: … ein Zeichen dafür, dass sie (zum Beten und prophetischen Reden) bevollmächtigt ist bzw. allgemeiner: dass sie bereit ist, ihre Verantwortung wahrzunehmen..11,10 Zum Verhältnis von Mann und Frau vergleiche Epheser 5,21-23.

11Es muss allerdings klar gesagt werden, dass nach der Ordnung, die der Herr geschaffen hat,11,11 Od dass in Bezug auf das Leben mit dem Herrn. W dass im Herrn / durch den Herrn. nicht nur die Frau auf den Mann angewiesen ist, sondern ebenso der Mann auf die Frau11,11 Od dass es nach der Ordnung … weder die Frau ohne den Mann gibt noch den Mann ohne die Frau.. 12Denn auch wenn die ´erste` Frau aus dem Mann geschaffen wurde, ist doch seither jeder Mann durch eine Frau auf die Welt gekommen. Und letztlich kommen beide, Mann und Frau, von Gott, der alles geschaffen hat.11,12 Und das alles ist von Gott so geordnet. W Alles aber ist von Gott.

13Urteilt selbst: Gehört es sich für eine Frau, ohne Kopfbedeckung zu Gott zu beten? 14Lehrt euch nicht schon euer natürliches Empfinden11,14 Od Lehrt euch nicht schon die natürliche Ordnung der Dinge. W Lehrt euch nicht die Natur selbst., dass es für den Mann eine Schande, 15für die Frau dagegen eine Ehre11,15 Od ein Schmuck. ist, das Haar lang zu tragen? Das lange Haar ist der Frau nämlich als ´eine Art` Umhüllung11,15 nämlich anstelle einer Kopfbedeckung. gegeben.

16Wenn aber jemand das alles bestreitet und rechthaberisch auf seiner Meinung beharrt, ´soll er wissen, dass` wir keine andere gottesdienstliche Praxis kennen11,16 dass Rechthaberei eine Sitte ist, die wir nicht kennen. – weder wir ´hier in Ephesus`11,16 Siehe Kapitel 15,32 und 16,8. noch irgendeine andere von11,16 Od weder meine Mitarbeiter und ich noch irgendeine von. den Gemeinden Gottes.

Missstände bei der Feier des Abendmahls

17Es gibt noch eine Sache, in der ich Anordnungen treffen muss, und diesmal handelt es sich um etwas, wofür ich euch nicht loben kann. Ihr verhaltet euch bei euren Zusammenkünften nämlich so, dass es ´die Gemeinde` nicht fördert, sondern ihr schadet. 18Ich habe – um damit zu beginnen – gehört, dass ihr euch, wenn ihr als Gemeinde zusammenkommt, in Gruppen aufspaltet, und zumindest teilweise glaube ich das auch. 19So, wie es bei euch steht, muss es ja zu Spaltungen kommen; nur dann wird sichtbar, wer von euch ´im Glauben` bewährt ist.

20Wie sieht es denn nun bei euren Zusammenkünften aus? ´Ihr nehmt zwar alle` am selben Ort ´eine Mahlzeit ein`, aber als Mahl des Herrn kann man dieses Essen nicht bezeichnen; 21es ist die Privatmahlzeit jedes Einzelnen. Denn statt zu warten, bis alle da sind, beginnt jeder für sich zu essen11,21 Od Denn keiner teilt das, was er mitgebracht hat, mit den anderen. W 21 denn jeder nimmt bei dem Essen die eigene Mahlzeit vorher / für sich ein., und so kommt es, dass der eine hungrig bleibt, während der andere ´im Übermaß isst und` sich sogar betrinkt. 22Könnt ihr denn nicht bei euch zu Hause essen und trinken?11,22 W Habt ihr denn nicht Häuser, um zu essen und zu trinken? Oder bedeutet euch die Gemeinde Gottes so wenig, dass es euch nichts ausmacht, die bloßzustellen11,22 W Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und stellt die bloß., die nichts haben? Was soll ich dazu sagen? Soll ich euch loben? In diesem Punkt lobe ich euch nicht.

23Ihr wisst doch, was der Herr über dieses Mahl gesagt hat; ich selbst habe seine Worte so an euch weitergegeben, wie sie mir berichtet wurden11,23 Od wie ich sie persönlich von ihm empfangen habe. W 23 Denn ich selbst habe von dem Herrn empfangen, was ich euch auch weitergegeben habe.:

In der Nacht, in der er verraten11,23 Od ´an seine Feinde` ausgeliefert. Od ´dem Tod` preisgegeben. wurde, nahm Jesus, der Herr, das Brot11,23 Im Rahmen der letzten Passamahlfeier, die Jesus mit seinen Jüngern hielt (siehe Matthäus 26,26-29; Markus 14,22-25; Lukas 22,14-20)., 24dankte Gott dafür, brach es in Stücke und sagte: »Das ist mein Leib, der für euch geopfert wird. Wenn ihr künftig dieses Mahl feiert und von dem Brot esst, dann ruft euch in Erinnerung, was ich für euch getan habe11,24 Od in Erinnerung, dass ich unter euch gegenwärtig bin. W Das ist mein Leib für euch. Tut das zum Gedenken an mich.25Nachdem sie gegessen hatten, nahm er den Becher, dankte Gott auch dafür11,25 W gegessen hatten, ´machte er es` mit dem Becher genauso. und sagte: »Dieser Becher ist der neue Bund, besiegelt mit meinem Blut. Wenn ihr künftig aus dem Becher trinkt, dann ruft euch jedes Mal in Erinnerung, was ich für euch getan habe11,25 Od in Erinnerung, dass ich unter euch gegenwärtig bin. W Dieser Becher ist der neue Bund in meinem Blut / durch mein Blut. Tut das, sooft ihr trinkt, zum Gedenken an mich.

26Seid euch also darüber im Klaren: Jedes Mal, wenn ihr von dem Brot esst und aus dem Becher trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn – bis der Herr wiederkommt. 27Wer daher auf unwürdige Weise von dem Brot isst oder aus dem Becher des Herrn trinkt, macht sich am Leib und am Blut des Herrn schuldig. 28Deshalb soll sich jeder prüfen, und erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Becher trinken. 29Denn wer isst und trinkt, ohne sich vor Augen zu halten, dass es bei diesem Mahl um den Leib des Herrn geht11,29 Od um die Gemeinde als den Leib Christi geht. W ohne den Leib zu unterscheiden / (richtig) zu beurteilen., der zieht sich mit seinem Essen und Trinken das Gericht ´Gottes` zu. 30Das ist übrigens auch der Grund, weshalb so viele von euch schwach und krank sind. Manche aus eurer Gemeinde sind sogar gestorben. 31Würden wir uns selbst einer kritischen Beurteilung unterziehen, dann müsste der Herr uns nicht richten. 32Wenn er uns allerdings straft, tut er es, um uns auf den rechten Weg zu bringen, damit wir nicht zusammen mit der übrigen Welt verurteilt werden.

33Was bedeutet das konkret, liebe Geschwister? Wenn ihr zusammenkommt, um miteinander zu essen ´und das Mahl des Herrn zu feiern`, dann nehmt aufeinander Rücksicht und wartet, bis alle da sind11,33 Od und teilt das Essen miteinander. W dann wartet aufeinander / dann nehmt einander an.. 34Wenn jemand so hungrig ist, ´dass er nicht warten kann,` soll er zu Hause essen.11,34 Od Wenn jemand sich nur satt essen will, soll er das zu Hause tun. Dann werdet ihr nicht durch eure Zusammenkünfte das Gericht ´Gottes` über euch bringen.

Alles weitere werde ich regeln, wenn ich komme11,34 Od wenn ich ´das nächste Mal` zu euch komme..

12

Die Gaben, die Gottes Geist den Christen schenkt (Kapitel 12 bis 14)

Was ist vom Heiligen Geist gewirkt? Das Bekenntnis zu Jesus als entscheidendes Kriterium

121Ein weiterer Punkt, den ihr erwähnt habt12,1 Od von dem ich in Bezug auf euch gehört habe., liebe Geschwister, sind die Fähigkeiten, die uns durch Gottes Geist gegeben werden. Es liegt mir sehr daran, dass ihr in dieser Sache genau Bescheid wisst.12,1 W 1 Über die geistlichen ´Fähigkeiten/Gaben` aber, Geschwister, will ich euch nicht in Unkenntnis lassen. 2Denkt an die Zeit, als ihr noch nicht an Christus geglaubt habt: Damals habt ihr euch ständig irreführen und dazu hinreißen lassen, den Götzen zu dienen – Götzenbildern, die nicht einmal reden können.12,2 Od Damals habt ihr – dem äusseren Anschein nach – etwas Ähnliches erlebt, als ihr immer wieder vor den stummen Götzen in Ekstase geraten seid. W 2 Ihr wisst, dass ihr, als ihr Heiden wart, (ständig) zu den stummen Götzenbildern hingezogen, ja fortgerissen wurdet. 3Deshalb weise ich euch auf Folgendes hin: Niemand, der unter der Leitung von Gottes Geist12,3 W der im/durch Gottes Geist. redet, wird jemals sagen: »Jesus sei12,3 Od ist. verflucht!« Und umgekehrt kann niemand sagen: »Jesus ist der Herr!«, es sei denn, er wird vom Heiligen Geist geleitet12,3 W es sei denn in dem / durch den Heiligen Geist..

Ein Geist – viele Gaben

4Es gibt viele verschiedene Gaben, aber es ist ein und derselbe Geist, ´der sie uns zuteilt`. 5Es gibt viele verschiedene Dienste, aber es ist ein und derselbe Herr, ´der uns damit beauftragt12,5 Od dem wir dienen.`. 6Es gibt viele verschiedene Kräfte, aber es ist ein und derselbe Gott, durch den sie alle in ´uns` allen wirksam werden.

7Bei jedem zeigt sich das Wirken des Geistes ´auf eine andere Weise`, aber immer geht es um den Nutzen ´der ganzen Gemeinde`. 8Dem einen wird durch den Geist die Fähigkeit geschenkt, Einsichten in Gottes Weisheit weiterzugeben12,8 Od einen weisen Rat zu geben. Od mit göttlicher Weisheit zu reden. W wird durch den Geist ein Wort der Weisheit gegeben.. Der andere erkennt und sagt mit Hilfe desselben Geistes12,8 sagt in Übereinstimmung mit demselben Geist., was in einer bestimmten Situation zu tun ist.12,8 Od Der andere spricht mit Hilfe desselben Geistes Erkenntnisse über geistliche Dinge aus. W Einem anderen aber ´wird` ein Wort der Erkenntnis ´gegeben` nach demselben Geist. 9Einem dritten wird – ebenfalls durch denselben Geist – ´ein besonderes Maß an` Glauben gegeben, und wieder ein anderer bekommt durch diesen einen Geist die Gabe, Kranke zu heilen12,9 W (die) Gaben der Heilungen. Die doppelte Mehrzahl (so auch in den Versen 28 und 30) weist vielleicht darauf hin, dass die Heilungsgabe nicht unbedingt auf Dauer und nicht für jeden einzelnen Krankheitsfall gegeben wird.. 10Einer wird dazu befähigt, Wunder zu tun, ein anderer, prophetische Aussagen zu machen, wieder ein anderer, zu beurteilen, ob etwas vom Geist Gottes gewirkt ist oder nicht12,10 Od ein anderer, zwischen dem Geist Gottes und anderen Geistern zu unterscheiden.. Einer wird befähigt, in Sprachen12,10 W in Arten von Sprachen. Ebenso in Vers 28. zu reden, ´die von Gott eingegeben sind,` und ein anderer, das Gesagte in verständlichen Worten wiederzugeben12,10 Od das Gesagte zu deuten / auszulegen. Ebenso in Vers 30.. 11Das alles ist das Werk ein und desselben Geistes, und es ist seine freie Entscheidung, welche Gabe er jedem Einzelnen zuteilt.

Ein Körper – viele Glieder

12Denkt zum Vergleich an den ´menschlichen` Körper! Er stellt eine Einheit dar, die aus vielen Teilen besteht; oder andersherum betrachtet: Er setzt sich aus vielen Teilen zusammen, die alle miteinander ein zusammenhängendes Ganzes bilden. Genauso ist es bei Christus. 13Denn wir alle – ob Juden oder Nichtjuden12,13 W Griechen., Sklaven oder Freie – sind mit demselben Geist12,13 Od durch denselben Geist. getauft worden und haben von derselben Quelle, dem Geist Gottes, zu trinken bekommen12,13 Vergleiche Johannes 4,14; 7,37-39., und dadurch sind wir alle zu einem Leib geworden12,13 Od sind wir alle in einen Leib eingefügt worden. W Denn wir alle … sind in einem Geist / mit einem Geist / durch einen Geist in einen Leib getauft worden und sind alle mit einem Geist getränkt worden. – Leib ist im Griechischen dasselbe Wort wie Körper (Vers 12); so auch weiterhin in diesem Kapitel..

14Und wie jeder Körper besteht dieser Leib aus vielen Teilen12,14 Od Und ein Körper besteht aus vielen Teilen., nicht nur aus einem. 15Wenn der Fuß behaupten würde: »Weil ich nicht die Hand bin, gehöre ich nicht zum Körper!«, würde er trotzdem nicht aufhören, ein Teil des Körpers zu sein. 16Und wenn das Ohr behaupten würde: »Weil ich nicht das Auge bin, gehöre ich nicht zum Körper!«, würde es trotzdem nicht aufhören, ein Teil des Körpers zu sein. 17Wenn der ganze Körper nur aus Augen bestünde, wo bliebe dann das Gehör? Wenn er nur aus Ohren bestünde, wo bliebe der Geruchssinn? 18Tatsache jedoch ist, dass Gott, entsprechend seinem Plan, jedem einzelnen Teil ´eine besondere Aufgabe` innerhalb des Ganzen12,18 W des Körpers. zugewiesen hat. 19Was wäre das schließlich für ein Körper, wenn alle Teile dieselbe Aufgabe hätten?12,19 W 19 Wenn aber alles ein Körperteil wäre, wo wäre der Körper? 20Aber so ist es ja nicht. Es gibt einerseits viele verschiedene Teile und andererseits nur einen Körper.

21Das Auge kann nicht einfach zur Hand sagen: »Ich brauche dich nicht!« oder der Kopf zu den Füßen: »Ich brauche euch nicht!« 22Nein, gerade die Teile des Körpers, die schwächer zu sein scheinen, sind besonders wichtig12,22 W nötig.; 23gerade den Teilen, die wir für weniger ehrenwert halten, schenken wir besonders viel Aufmerksamkeit12,23 Od gerade die Teile … kleiden wir mit besonderer Sorgfalt.; gerade bei den Teilen, die Anstoß erregen könnten, achten wir besonders darauf, dass sie sorgfältig bedeckt sind12,23 W 23 und die ´Teile` des Körpers, die uns weniger ehrenwert zu sein scheinen, gerade die umgeben wir mit umso größerer Ehre, und unsere weniger anständigen erhalten umso größeren Anstand. 24(bei denen, die keinen Anstoß erregen, ist das nicht nötig). Gott selbst, der ´die verschiedenen Teile des` Körpers zusammengefügt hat, hat dem, was unscheinbar ist, eine besondere Würde verliehen12,24 Od hat dafür gesorgt, dass das, was unscheinbar ist, besonders geehrt wird.. 25Es darf nämlich im Körper nicht zu einer Spaltung kommen12,25 Od im Körper keine Uneinigkeit geben.; vielmehr soll es das gemeinsame Anliegen aller Teile sein, füreinander zu sorgen. 26Wenn ein Teil des Körpers leidet, leiden alle anderen mit, und wenn ein Teil geehrt wird, ist das auch für alle anderen ein Anlass zur Freude.

Verschiedenheit und Vielfalt der Gaben

27´Das alles gilt nun auch im Hinblick auf euch, denn` ihr seid der Leib Christi, und jeder Einzelne von euch ist ein Teil dieses Leibes. 28Gott hat in der Gemeinde allen eine bestimmte Aufgabe zugewiesen. An erster Stelle sind die Apostel zu nennen, an zweiter die Propheten, an dritter die Lehrer. Weiter gibt es die, die dazu befähigt sind, Wunder zu tun, oder denen die Gabe des Heilens geschenkt ist oder die imstande sind, praktische Hilfe zu leisten oder Leitungsaufgaben12,28 Od Aufgaben der Organisation / der Administration. zu übernehmen, oder die in Sprachen reden können, ´die von Gott eingegeben sind`. 29Sind etwa alle Apostel? Sind alle Propheten? Sind alle Lehrer? Natürlich nicht! Es sind auch nicht alle dazu befähigt, Wunder zu tun; 30nicht alle haben die Gabe des Heilens; nicht alle können in einer ´von Gott eingegebenen` Sprache reden oder das Gesagte in verständlichen Worten wiedergeben. 31Allerdings ist der Nutzen für die Gemeinde nicht bei allen Gaben gleich groß. Bemüht euch um die Gaben, die der Gemeinde am meisten nützen!12,31 31 Aber was tut ihr? Ihr bemüht euch um die vermeintlich größten Gaben! W 31 Bemüht euch aber / Ihr bemüht euch aber um die größeren Gaben!

Und jetzt zeige ich euch einen Weg, der weit über das alles hinausführt.

13

Die Liebe – größer als alle Gaben

131Wenn ich in Sprachen rede, die von Gott eingegeben sind – in irdischen Sprachen13,1 Od Wenn ich in den verschiedensten irdischen Sprachen rede. und sogar in der Sprache der Engel13,1 W Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel rede. –, aber keine Liebe habe, bin ich nichts weiter als ein dröhnender Gong oder eine lärmende Pauke13,1 Od bin ich zu einem dröhnenden Gong (w Erz) und zu einer lärmenden Pauke (w Zimbel)geworden.. 2Wenn ich prophetische Eingebungen habe, wenn mir alle Geheimnisse enthüllt sind und ich alle Erkenntnis besitze, wenn mir der Glaube im höchsten nur denkbaren Maß gegeben ist13,2 W wenn ich allen Glauben habe., sodass ich Berge versetzen kann – ´wenn ich alle diese Gaben besitze,` aber keine Liebe habe, bin ich nichts. 3Wenn ich meinen ganzen Besitz an die Armen verteile13,3 Od meinen ganzen Besitz den Armen gebe, damit sie zu essen haben., wenn ich sogar bereit bin, mein Leben zu opfern und mich bei lebendigem Leib verbrennen zu lassen13,3 W wenn ich (sogar) meinen Leib hergebe, um mich verbrennen zu lassen (aL(1) um mich zu rühmen). Wenn der »Selbstruhm« in der angeführten Lesart negativ zu verstehen ist, müsste man übersetzen: wenn ich sogar bereit bin, mein Leben zu opfern, aber es nur aus Ruhmsucht tue und nicht aus Liebe, nützt es mir nichts. Denkbar ist auch ein positives Verständnis; in diesem Fall wäre der Versschluss so wiederzugeben: wenn ich sogar bereit bin, mein Leben zu opfern, aber keine Liebe habe, nützt es mir nichts und ist nichts, worauf ich vor Gott stolz sein kann., aber keine Liebe habe, nützt es mir nichts.

4Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich13,4 Od gütig.. Sie kennt keinen Neid13,4 Od keine Eifersucht., sie spielt sich nicht auf, sie ist nicht eingebildet. 5Sie verhält sich nicht taktlos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil, sie verliert nicht die Beherrschung13,5 Od sie wird nicht bitter., sie trägt keinem etwas nach13,5 sie schmiedet keine Rachepläne. W sie rechnet das Böse nicht an.. 6Sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, aber wo die Wahrheit siegt, freut sie sich mit13,6 W aber sie freut sich mit der Wahrheit.. 7Alles erträgt sie13,7 Od Alles deckt sie zu / Alles vergibt sie. Od Sie gibt nie jemand auf., in jeder Lage glaubt sie, immer hofft sie, allem hält sie stand.

8Die Liebe vergeht13,8 versagt. niemals. Prophetische Eingebungen werden aufhören13,8 Od werden beendet werden.; das Reden in Sprachen, ´die von Gott eingegeben sind,` wird verstummen; die ´Gabe der` Erkenntnis wird es einmal nicht mehr geben13,8 Od wird beseitigt werden.. 9Denn was wir erkennen, ist immer nur ein Teil des Ganzen, und die prophetischen Eingebungen, die wir haben, enthüllen ebenfalls nur einen Teil des Ganzen.13,9 Od Denn was wir erkennen, ist Stückwerk, und die prophetischen Eingebungen, die wir haben, sind Stückwerk. 10Eines Tages aber wird das sichtbar werden, was vollkommen ist. Dann wird alles Unvollkommene ein Ende haben.13,10 W 10 Wenn aber das Vollkommene (od Vollständige/Endgültige) kommt, wird das Unvollkommene (od Unvollständige/Vorläufige) ein Ende haben (od beendet werden).

11Als ich noch ein Kind war, redete ich, wie Kinder reden, dachte, wie Kinder denken13,11 Od empfand, wie Kinder empfinden., und urteilte, wie Kinder urteilen. Doch als Erwachsener13,11 W als ich ein Mann wurde. habe ich abgelegt, was kindlich ist. 12Jetzt sehen wir alles nur wie in einem Spiegel und wie in rätselhaften Bildern13,12 Od Jetzt sehen wir alles nur undeutlich, wie in einem dunklen Spiegel. Diese Auffassung geht davon aus, dass die metallenen Spiegel der Antike oft nur ein verzerrtes Sehen erlaubten (was allerdings keineswegs in jedem Fall zutraf). W Jetzt sehen wir nämlich mit Hilfe eines Spiegels in einem Rätsel.; dann aber werden wir ´Gott` von Angesicht zu Angesicht sehen13,12 Od dann aber werden wir ´alles` unmittelbar vor uns sehen / werden wir ´alles` so sehen, wie es wirklich ist.. Wenn ich jetzt etwas erkenne, erkenne ich immer nur einen Teil des Ganzen13,12 Od erkenne ich es nur bruchstückhaft.; dann aber werde ich alles so kennen13,12 Od von Angesicht zu Angesicht sehen. Jetzt erkenne ich ´Gott` nur unvollkommen; dann aber werde ich ´ihn` völlig kennen., wie Gott mich jetzt schon kennt13,12 W Dann aber werde ich (völlig) erkennen, wie auch ich (völlig) erkannt worden bin..

13Was für immer bleibt13,13 Was bleibt, bis es soweit ist. W Was nun aber bleibt., sind Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei. Aber am größten von ihnen ist die Liebe.