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Wozu eine neue Bibelübersetzung? Drucken E-Mail
Eine neue deutsche Bibelübersetzung - ist das überhaupt nötig?

Hat man nicht schon jetzt die Qual der Wahl zwischen über zwanzig verschiedenen Übersetzungen? In jeder von ihnen kann man doch alles Notwendige über Gott und den Menschen und über den Weg der Rettung erfahren. Ist eine weitere Übersetzung nicht ein überflüssiger Mitbewerber? Lohnt sich der dafür nötige Einsatz von Zeit, Kraft und Geld?

Nun, es gehört zum missionarischen Grundauftrag der Gemeinde Jesu, Gottes Botschaft so genau und so klar wie möglich weiterzugeben. Für eine Bibelübersetzung bedeutet das, höchste Texttreue mit größtmöglicher Verständlichkeit zu verbinden. Sieht man sich aber unter den bestehenden Übersetzungen etwas genauer um, dann entdeckt man trotz der großen Auswahl eine beträchtliche Lücke.

Der deutschsprachige Bibelleser hat - etwas vereinfachend gesprochen - die Wahl zwischen
  • Übersetzungen, die zwar philologisch zuverlässig, aber sprachlich veraltet und oft nur mit Mühe zu verstehen sind, und
  • Übersetzungen, die zwar eine moderne Sprache gebrauchen und leicht verständlich sind, aber vom Wortlaut des Originaltextes oft so weit abweichen, daß es kaum mehr gelingt, den Weg von der Vorlage zur Übersetzung nachzuvollziehen.

Die Botschaft besser verstehen

Die Neue Genfer Übersetzung versucht, diese Lücke zu schließen, indem sie - soweit das möglich ist - die Vorteile der beiden Übersetzungstypen verbindet und ihre Nachteile vermeidet. Sie bemüht sich um höchste inhaltliche und sachliche Genauigkeit im Gewand einer natürlichen und zeitgemäßen Sprache. Auf diese Weise möchte sie Gottes Wort möglichst vielen Menschen zugänglich machen:
  • der Gemeinde Jesu, und zwar gerade auch solchen Christen, denen die Sprache der älteren Übersetzungen zwar vertraut, aber darum nicht unbedingt verständlich ist
  • den Menschen unserer Zeit, die sich vom christlichen Glaubensgut entfernt haben und für die die traditionelle Sprache der Bibel geradezu eine Geheimsprache geworden ist, die es ihnen schwer macht, die Botschaft zu verstehen und ernst zu nehmen
Um den Brückenschlag zu anderen Übersetzungen und zum Grundtext zu erleichtern, enthält die NGÜ einen ausführlichen Fußnotenteil mit Hinweisen auf den Wortlaut des Originaltextes sowie auf andere Handschriftenlesarten und Übersetzungsmöglichkeiten.

Geeignet fürs Bibelstudium

Diese Anmerkungen tragen dazu bei, dass sich die NGÜ nicht nur fürs persönliche und öffentliche Lesen eignet, sondern ebenso fürs Bibelstudium. Dazu hilft auch ihr Umgang mit biblischen Schlüsselbegriffen. Bei anderen modernen Übersetzungen werden sie meist durch eine im jeweiligen Zusammenhang passende Umschreibung aufgelöst; die NGÜ gibt sie möglichst einheitlich wieder (z.T. mit Hilfe von Querverweisen im Anmerkungsteil) und erlaubt damit das Erkennen thematischer Zusammenhänge, was für eine systematische Bibelarbeit unerlässlich ist. Der Gegensatz zwischen traditionellen und modernen Übersetzungen führt auch deshalb zu einer immer größeren Polarisierung, weil vieles von dem, was neu auf den Markt kommt, gleichzeitig modernistische Züge trägt und sich bibelfremdem Gedankengut öffnet. Durch die Herausgabe der NGÜ möchte die Genfer Bibelgesellschaft dieser verhängnisvollen Entwicklung entgegentreten.