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Umweg statt Kurzschluss
Ich
könnte jetzt versuchen, eine unmittelbare Antwort auf die beiden oben gestellten
Fragen zu geben, aber das wäre nicht klug, es wäre eine Art Kurzschlusshandlung.
Wir würden die Zusammenhänge nicht richtig begreifen. Unsere Situation ist die
eines Wanderers, der von einer Bergtour zu seinem Dorf absteigt. Er ist schon
fast unten, aber dann steht er über einer senkrechten Wand. Die Kirchturmspitze
ist zum Greifen nah, einen Steinwurf entfernt; trotzdem kommt er nicht direkt
hinunter (wenigstens nicht, ohne Kopf und Kragen zu riskieren). Er muss an der
Wand entlanggehen, bis sie abflacht. Er muss sich zunächst einmal vom Ziel entfernen,
um das Ziel zu erreichen. Der Umweg mag beschwerlich sein, aber er ist nötig.
(Ähnlich ist es beim Leben mit Gott: wir wollen oft eine Kurzschluss-Antwort,
aber die gibt es nicht. Gott führt uns scheinbar weit ausholende Umwege, bis
wir endlich begreifen. Ein anderes Beispiel: Mancher Mensch steht ganz nah bei
Gott, bei der Kirche - und kommt doch nicht dorthin, weil er unbedingt die Direttissima
benutzen will. Er sieht einem echten Christen zum Verwechseln ähnlich, pflegt
den frömmsten Lebensstil - und sein Leben gehört Jesus doch nicht. Er müsste
bereit werden, den Umweg übers Kreuz zu gehen, den „Umweg" weg von den eigenen
Leistungen hin zu dem, was der Mann am Kreuz für uns geleistet hat; einen
kürzeren Weg zum Leben gibt es nicht. - Verzeihung, jetzt habe ich doch noch
etwas Theologisches gesagt. Aber das war's dann auch. Ab jetzt geht es nur noch
um Sprache.)
Und
noch ein letzte kleine Bemerkung im Rahmen der Prolegomena: Ich weiß, dass Sie
alle über jede Menge Grips verfügen. Nur hoffe ich, Sie haben ihn nicht ausgerechnet
heute abend zum Auslüften rausgenommen und zu Hause gelassen. Wir werden ihn nämlich
gut gebrauchen können.
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