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Über den eigenen Schatten springen |
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Schubs Nr. 4: ein Geschenk
Und jetzt kommt der vierte
und letzte Schubs, das Tüpfelchen aufs i: Während Petrus noch spricht, schenkt
Gott allen diesen Zuhörern mit ihren offenen Ohren und ihrem offenen Herzen den
Heiligen Geist! Petrus und die mitgereisten Judenchristen merken es daran, daß
sie genau dasselbe tun wie die Apostel seinerzeit an Pfingsten, als sie den
Heiligen Geist bekamen: Sie reden in unbekannten Sprachen, und sie preisen Gott
für seine großen Taten. Gott gibt ihnen seinen Geist. Wissen Sie, was das
bedeutet? Gott gibt ihnen neues Leben, sie erleben die Wiedergeburt, sie sind
ab jetzt Gottes Eigentum und gehören zu seinem Volk - genau wie die Christen
jüdischer Herkunft. Obwohl sie nicht beschnitten sind, obwohl sie nicht versprochen
haben, in Zukunft die jüdischen Speisegebote zu befolgen und den Sabbat zu
halten. Sie stehen nicht einen Millimeter unter den jüdischen Christen. Sie
sind nicht deren Stiefgeschwister. Sie sind vollwertige, gleichberechtigte
Brüder und Schwestern. Und da macht Petrus Nägel mit Köpfen: Er tauft sie auf
den Namen von Jesus Christus zum Zeichen, daß ihr Leben ihm gehört und daß sie
ab jetzt Mitglieder der Gemeinde Jesu sind. Wenn Gott den gläubigen Heiden
diese hohe Position verliehen hat, darf und will Petrus sie nicht nachträglich
zu Zweite-Klasse-Christen degradieren. Er riskiert alles, setzt sein Ansehen
vor den Juden aufs Spiel und wagt den unerhörten, kühnen, innovativen Schritt:
Unbeschnittene zu taufen.
Jetzt hat Petrus seinen
Schatten endgültig übersprungen; jetzt, wo Kornelius sich bekehrt hat, ist auch
bei Petrus die Umkehr zu einem neuen Denken abgeschlossen. Es hat viel
gebraucht; Gott mußte seine schwersten Geschütze auffahren, eine dicke Berta
nach der anderen, bis Petrus endlich begriffen hatte. Vier Stöße mußte er ihm
geben. Aber dann hatte Petrus es gewagt, die Tür zu etwas ganz Neuem
aufzustoßen. Der Graben war übersprungen.
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