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Über den eigenen Schatten springen |
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Schubs Nr. 1: eine Vision
Der erste Schubs, den Gott
Petrus gab, war die Vision mit dem Tuch. (Fragen Sie mich nicht, wie das genau
vor sich ging; ich habe noch keine Vision gehabt. Ich stelle es mir vor wie einen
Traum am hellichten Tag und bei vollem Bewußtsein, so lebensecht und
realistisch, als wären das Tuch und die Tiere tatsächlich vorhanden.) Auf jeden
Fall sieht sich Petrus plötzlich einer Mixtur aus reinen und unreinen Tieren
gegenüber, erlaubten und verbotenen Tieren. Das Schaf neben dem Schwein, die
Kuh neben dem Kaninchen. Petrus weiß, daß diese Vision von Gott kommt (das Tuch
kommt vom Himmel, und die Stimme kommt vom Himmel), aber er begreift nicht, was
Gott damit bezweckt. „Auf, Petrus, schlachte und iß!" Will Gott mich auf die
Probe stellen? Will er meine Gesetzestreue testen? Petrus ist sich seiner Sache
so sicher, daß er es wagt, dem göttlichen Befehl zu widersprechen: „Auf gar
keinen Fall, Herr! So was hab ich noch nie gemacht, und so was werde ich
niemals machen! Kommt nicht in die Tüte!" Merkwürdig nur, daß Gott seine
Gesetzestreue nicht zu würdigen scheint. Im Gegenteil, die Stimme weist ihn
zurecht: „Was Gott für rein erklärt hat, das behandle du nicht, als wäre es
unrein!" Und noch zweimal wiederholt sie den Befehl: „Schlachte und iß!", ehe
das Tuch wieder im Himmel verschwindet und einen total perplexen Petrus zurückläßt.
Was soll das alles? Ich kapier überhaupt nichts mehr. Im Gesetz von Mose hat
Gott diese Tiere doch für unrein erklärt. Und jetzt behauptet er, er habe sie
für rein erklärt?! Wann ist denn das passiert? Petrus grübelt und grübelt. Über
den Graben springt er zwar noch nicht, aber seine Standfestigkeit und
Selbstsicherheit sind doch gehörig ins Wanken geraten.
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