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Über den eigenen Schatten springen
Eine unwillkommene Einladung
Petrus muss über den Graben geschubst werden
Schubs Nr. 1: eine Vision
Schubs Nr. 2: ein Befehl
Schubs Nr. 3: noch eine Vision
Schubs Nr. 4: ein Geschenk
Warum gerade Petrus?
Das große Umdenken ...
... im Blick auf das Alte Testament
... und im Blick auf Gottes Volk

Schubs Nr. 1: eine Vision

Der erste Schubs, den Gott Petrus gab, war die Vision mit dem Tuch. (Fragen Sie mich nicht, wie das genau vor sich ging; ich habe noch keine Vision gehabt. Ich stelle es mir vor wie einen Traum am hellichten Tag und bei vollem Bewußtsein, so lebensecht und realistisch, als wären das Tuch und die Tiere tatsächlich vorhanden.) Auf jeden Fall sieht sich Petrus plötzlich einer Mixtur aus reinen und unreinen Tieren gegenüber, erlaubten und verbotenen Tieren. Das Schaf neben dem Schwein, die Kuh neben dem Kaninchen. Petrus weiß, daß diese Vision von Gott kommt (das Tuch kommt vom Himmel, und die Stimme kommt vom Himmel), aber er begreift nicht, was Gott damit bezweckt. „Auf, Petrus, schlachte und iß!" Will Gott mich auf die Probe stellen? Will er meine Gesetzestreue testen? Petrus ist sich seiner Sache so sicher, daß er es wagt, dem göttlichen Befehl zu widersprechen: „Auf gar keinen Fall, Herr! So was hab ich noch nie gemacht, und so was werde ich niemals machen! Kommt nicht in die Tüte!" Merkwürdig nur, daß Gott seine Gesetzestreue nicht zu würdigen scheint. Im Gegenteil, die Stimme weist ihn zurecht: „Was Gott für rein erklärt hat, das behandle du nicht, als wäre es unrein!" Und noch zweimal wiederholt sie den Befehl: „Schlachte und iß!", ehe das Tuch wieder im Himmel verschwindet und einen total perplexen Petrus zurückläßt. Was soll das alles? Ich kapier überhaupt nichts mehr. Im Gesetz von Mose hat Gott diese Tiere doch für unrein erklärt. Und jetzt behauptet er, er habe sie für rein erklärt?! Wann ist denn das passiert? Petrus grübelt und grübelt. Über den Graben springt er zwar noch nicht, aber seine Standfestigkeit und Selbstsicherheit sind doch gehörig ins Wanken geraten.