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Über den eigenen Schatten springen |
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Petrus muss über den Graben geschubst werden
Da steht also auf der einen
Seite des Grabens Petrus und will nicht hinüber. Und auf der anderen Seite
steht Kornelius. Kornelius möchte den Graben wohl gern aufschütten, aber er
weiß, daß das unmöglich ist. Am liebsten würde er rufen: Petrus, komm herüber
und hilf mir! (wie jener Mann aus Mazedonien, der Paulus in einer nächtlichen
Vision aus Asien nach Europa rief). Aber Petrus ist nicht bereit zu kommen.
Seine Erziehung hemmt ihn. Seine Frömmigkeit hindert ihn. Gottes Wort verbietet
es ihm.
Da müßte Gott schon
höchstpersönlich eingreifen und Petrus einen Stoß geben, damit er über den
Graben springt. Und genau das tut Gott. Er gibt Petrus einen Stoß. Was sage
ich, einen - vier Stöße gibt er ihm.
Gleich viermal schubst er Petrus, viermal tut er etwas so Außergewöhnliches,
daß Petrus es schließlich wagt und über seinen eigenen Schatten springt und bereit
ist, einen Nichtjuden zu taufen, ihn als Mitglied von Gottes Familie willkommen
zu heißen, ohne daß dieser Nichtjude beschnitten ist oder die jüdischen
Speisevorschriften einhält. Am Ende dieses Kapitels steht die Bekehrung von
Kornelius. Aber damit die möglich wurde, mußte erst einmal Petrus sich
bekehren, mußte umkehren von seinem verkehrten Denken und lernen, die Menschen
anderer Völker so zu sehen, wie Jesus sie sieht. Und mir scheint beinahe, die
Bekehrung des Petrus kostete Gott mehr Überzeugungsarbeit als die Bekehrung des
Kornelius!
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