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Entzweiung wegen Jesus ...
Nun, wenn alle das so sehen
würden, gäbe es da keinerlei Probleme. Wir alle hätten eine harmonische
Beziehung zu Gott und harmonische
Beziehungen zueinander. Wir hätten Frieden mit Gott
und Frieden untereinander. Das sehen aber nicht alle so! Diese Welt ist keine
gute Welt; die Menschen sind keine guten Menschen. Die meisten wollen nichts
von Gott wissen. Sie wollen sich ihm
nicht unterstellen. Sie fragen nicht nach seinen Plänen. Sie wollen nicht
hören, dass sie vor ihm schuldig geworden sind. Sie schauen nach links und nach
rechts, sie versuchen mit ihrer Familie klarzukommen und mit ihren Nachbarn und
Kollegen, aber sie schauen nicht nach oben - vielleicht, weil sie nicht wissen,
dass es da oben noch jemand gibt, vielleicht aber auch gerade, weil sie es wissen!
Deshalb redet Jesus so
provokativ. Er will seine Zuhörer aufrütteln, damit sie Stellung beziehen. Ihr
wollt Frieden? Dann müsst ihr euch als erstes um Frieden mit Gott bemühen. Frieden mit der Familie ist
wertvoll, aber eines Tages hat es damit ein Ende. Die Beziehung zu Gott ist eine Beziehung für die Ewigkeit. Wenn die
Beziehung zu Gott nicht geklärt ist,
ist das Schuldproblem nicht gelöst. Und dann werdet ihr die Ewigkeit ohne Gott verbringen. Für immer von Gott getrennt - das nennt die Bibel Hölle. Für immer
mit Gott verbunden - das nennt die
Bibel Himmel. Und deshalb ist die Beziehung zu Gott
wichtiger als jede andere Beziehung.
Jesus hat zur
Veranschaulichung die Familie ins Spiel gebracht. Nehmen wir mal an, eine ganze
Familie hört gemeinsam die Aufforderung von Jesus: „Folgt mir nach!" Der Sohn begreift
den Ernst der Lage, begreift, dass er Jesus braucht, möchte Frieden mit Gott schließen und legt sein gesamtes Leben in die
Hände von Jesus. Der Vater ist ebenfalls aufgefordert, aber er macht nicht mit.
Er ist zu stolz, er ist nicht bereit, seine Vergangenheit zu bereinigen und
seine Zukunft unter Gottes Führung
zu stellen. Er lehnt ab. Bei seiner Frau ist es genau umgekehrt. Sie ist sofort
von der Wahrheit des Evangeliums überzeugt: So klar wie Jesus hat sie noch nie
jemand von Gott, dem Vater im
Himmel, reden gehört. Die Tochter dagegen ist sich schnell im klaren, dass sie
einiges in ihrer Lebensführung ändern müsste, und das passt ihr nicht; sie
komplimentiert Jesus aus ihrem Leben hinaus. Fazit: Zwei stehen (bildlich gesprochen)
auf und gehen mit Jesus davon; zwei bleiben sitzen (das sind jetzt buchstäblich
die „Sitzenbleiber").
Mit einem Mal läuft ein Riss
durch die Familie! Vorher waren sie sich alle mehr oder weniger einig. Man
lebte gut bürgerlich und ziemlich anständig. Man tat Recht und scheute niemand.
Man hatte Frieden untereinander. Doch dann wird die Familie mit Jesus
konfrontiert, und plötzlich ist sie entzweit. Bei der wichtigsten Sache des
Lebens entscheidet der eine so und der andere so. Für den Ehemann sind immer
noch Frau und Kinder das höchste Gut, die wichtigsten Bezugspersonen. Bei der
Ehefrau hat Jesus den ersten Platz übernommen.
Genau das meint Jesus, wenn
er sagt: „Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert!"
Natürlich liegt Jesus nichts an der Entzweiung. Natürlich will er keinen Streit
in die Familie tragen. Natürlich will er bestehende gute Beziehungen nicht
vergiften. Aber die Entzweiung ist unvermeidlich, weil der eine sich für Jesus
entscheidet und der andere gegen ihn.
Wo Menschen mit Jesus
konfrontiert werden, sind sie vor die Wahl gestellt. Sie müssen sich
entscheiden - für ihn oder gegen ihn. Und nicht alle entscheiden gleich. Die
einen werden ihn annehmen, die anderen werden ihn ablehnen. So kommt es, dass
die Begegnung mit dem Friedensbringer schlechthin zu Streit und Entzweiung
führt.
Eine interessante
kleine Beobachtung: Wenn ein Mensch Jesus in sein Leben einlässt, macht er die
Schwert-Erfahrung nicht nur mit seiner Umgebung, sondern auch in sich selbst.
Er wird feststellen, dass manche Freunde gegen seine Entscheidung protestieren.
Aber er wird auch entdecken, dass in ihm selbst einiges gegen Gott rebelliert. Wie heißt es in Hebräer 4,12f? „Gottes Wort ist lebendig und voller Kraft. Das
schärfste beidseitig geschliffene Schwert ist nicht so scharf wie dieses Wort,
das Seele und Geist und Mark und Bein durchdringt und sich als Richter unserer
geheimsten Wünsche und Gedanken erweist. Kein Geschöpf ist vor Gott verborgen; alles liegt offen und ungeschützt
vor den Augen dessen da, dem wir Rechenschaft geben müssen." Die christliche
Botschaft sorgt im Innersten des Menschen für Aufruhr, sie löst einen Krieg der
Gedanken und Gefühle aus. Die Bibel ist ein Schwert, das Gut und Böse trennt.
Wer sich Gott öffnet, in dem beginnt
ein lebenslanger Kampf zwischen dem, was Gott
gefällt, und dem, was unserer eigensüchtigen Natur gefällt. Und jedes Mal, wenn
wir uns bewusst auf die Seite Gottes
stellen, erleben wir neu den wundervollen Frieden, den er uns gebracht hat, den
Frieden, der auf Vergebung und Versöhnung beruht (Kolosser 1,20).
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