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Schwert oder Frieden – was hat Jesus gebracht? |
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... Schwert: ein Gegensatz
Wenn Jesus diejenigen Söhne Gottes nennt, die Frieden stiften, wie könnte dann
er, der Sohn Gottes par excellence,
zum Schwert greifen und für Unfrieden sorgen?
Also: Die Zuhörer Jesu
erwarteten zurecht, dass Jesus - wenn er der Messias ist - Frieden bringt. Sie
erwarteten es nicht nur, weil das so eine tolle Vorstellung war (endlich keine
Kriege und keine Streitigkeiten mehr, endlich Frieden), sondern weil Gott selbst es so angekündigt hatte und weil Jesus
es bestätigte.
Und mitten in diese
Festtagsstimmung, in diese hochgestimmte Erwartung hinein platzt Jesus, der
Provokateur, der Spielverderber: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf
die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das
Schwert!" Was meint er wohl damit?
Wenn wir nur diesen einen
Satz hätten: „nicht den Frieden, sondern das Schwert", dann könnten wir
tatsächlich meinen, Jesus habe vorgehabt, Kriege zu führen. Und so haben sich
manche das auch vorgestellt: dass der Messias sich zum militärischen Anführer
gegen die römischen Besatzungstruppen macht. Jesus als Feldherr, der Schlachten
schlägt!
Aber an dieser Vorstellung
stimmt was nicht. Als die jüdische Regierung eine Schar von bewaffneten Männern
losschickt, um Jesus am Ölberg, im Garten Getsemane, zu verhaften, greift einer
von seinen Begleitern, Petrus, nach seinem Schwert und fängt an, auf die Gegner
loszuschlagen. Und wie reagiert Jesus? Freut er sich über diese unerwartete
Hilfestellung? Ganz im Gegenteil. „Steck dein Schwert zurück!", sagt er zu
Petrus. „Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durchs Schwert umkommen."
(Matthäus 26,52)
Jesus lässt sich festnehmen
und vom jüdischen Gerichtshof verhören. Anschließend wird er an den römischen
Gouverneur Pontius Pilatus überstellt. „Bist du wirklich der König der Juden?",
fragt ihn Pilatus. „Warum liefert dich dann dein eigenes Volk an mich aus? Was
hast du getan?" Die Antwort, die Jesus ihm gibt, ist erstaunlich und
aufschlussreich: „Du hast Recht, ich bin ein König. Aber mein Königreich ist
nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, dann hätten meine
Diener für mich gekämpft, damit ich nicht den Juden in die Hände falle. Nun ist
aber mein Reich nicht von dieser Erde." (Johannes 18,33ff)
Jesus lässt also keinen
Zweifel daran: Er wird nicht mit dem Schwert für seine Sache kämpfen. Und seine
Anhänger sollen ebenfalls nicht mit dem Schwert für seine Sache kämpfen. Jesus
führt keinen Krieg, um dem Evangelium Geltung zu verschaffen. Er versucht
nicht, sich mit Waffengewalt durchzusetzen. Wenn er also zu seinen Jüngern
sagt: „Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert",
dann redet er nicht vom Krieg. Er muss etwas anderes meinen.
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