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I. Die Personen
Fangen
wir mit den drei Männern an, um die es in unserem Brief geht.
1. Paulus, Apostel und
Gefangener
Da
ist als erstes der Absender, Paulus. Von dem wissen wir natürlich tausend Dinge
- aus seinen anderen Briefen und vor allem aus der Apostelgeschichte. Paulus
war von Beruf Apostel, aber keiner von den Zwölf, sondern sozusagen ein
Nachzügler, ein Spätberufener. Die Zwölf haben Jesus drei Jahre lang begleitet,
während er hier auf der Erde lebte. Dem Paulus dagegen ist Jesus erst nach
seiner Auferstehung erschienen, vor Damaskus, in einem dramatischen
Bekehrungserlebnis. Die Zwölf sollten die Botschaft von Jesus unter ihrem
eigenen Volk verkünden. Paulus dagegen hat den speziellen und riesigen Auftrag
erhalten, das Evangelium zu den anderen Völkern zu bringen, zu den Griechen und
Römern, zu allen Nichtjuden. Paulus, der Völkerapostel. Paulus, der
Heidenmissionar.
Aber
von dem allem erfahren wir im Philemonbrief nichts. Hier wird uns nur ein
einziger Umstand mitgeteilt: nämlich dass Paulus sich im Gefängnis befindet. So
stellt Paulus sich gleich zu Anfang vor: „Paulus, für sein Bekenntnis zu Jesus
Christus im Gefängnis." Und darauf weist er in diesem kleinen Brief noch weitere
vier Mal hin (Verse 9.10.13.23). Paulus im Gefängnis - wo war das? Wann war
das? Wenn wir nur den Philemonbrief hätten, müssten diese Fragen offenbleiben.
Aber wenn man die anderen Briefe und die Apostelgeschichte zu Rate zieht, wird
klar: Paulus ist in Rom inhaftiert und schreibt diesen Brief etwa im Jahr 60 n.
Chr. In Apostelgeschichte 28 wird Genaueres über diese Gefangenschaft berichtet.
Paulus befand sich demnach in einer Art Untersuchungshaft; er wartete auf
seinen Prozess vor dem römischen Kaiser, der darüber urteilen sollte, ob Paulus
etwas Todeswürdiges tat, wenn er das Evangelium verkündete. Paulus hatte für
diese vorprozessurale Zeit eine Wohnung gemietet, in der er zwar ständig an
einen römischen Soldaten angekettet war, aber doch Besucher empfangen durfte. Einer
dieser Besucher war der Sklave Onesimus.
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